„Von Norden aus“

OK, zugegeben: Es war mein Fehler. Selbst in der Ecke, in der ich am häufigsten anzutreffen bin, kenne ich nicht alles. Bzw. ich vergesse auch manche Dinge irgendwann wieder.

So z.B. das Lovelite. Keine wirklich unbekannte Lokalität in Friedrichshain, aber da ich in 3 Jahren nur einmal direkt dahin gefahren bin und zudem nur seltenst durch die Simplonstraße fahre, hab ich es gedanklich unter all den anderen Clubs und Lokalitäten in der Ecke begraben. Nun wollte meine Kundschaft aber genau dahin.

Ich hätte jetzt ja flugs mein Robertha aufgeschlagen und dann wäre mir alles wieder eingefallen. Musste ich aber nicht. Hatte ja fachkundiges Publikum im Auto. Das hat mir dann gesagt, sie wüssten genau, wo das ist, ich müsste nur „von Norden aus“ ans Ostkreuz heranfahren. Sie haben mich wirklich problemlos hingelotst. Ich selbst hab mir allerdings an den Kopf gefasst, als mir wieder klar wurde, wo der Laden ist.

In Zukunft sehe ich einfach nach, egal was die Kundschaft sagt. Obwohl… mein Schaden war es eigentlich auch nicht…

Hier die Route vom Ostbahnhof über’n Norden zum Lovelite:

 

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Am Hermannplatz links…

Am Estrel haben sie mich erwischt. Ich hatte dort gerade einen zufriedenen Fahrgast ausgeladen, als urplötzlich alle vor mir stehenden freien Kollegen wegfahren und für mich auch noch zwei Herren übrig bleiben. Klasse! Anschlusstour! So läuft das doch!

„Wir würden gerne in die Latzowstraße.“

„OK, erwischt. Die sagt mir erstmal nichts.“

„Da ist so ein Brauhaus. Rixdorfer Brauhaus.“

Hat mir zugegeben auch nichts gesagt. Gut, Rixdorf sagt mir schon mal, dass es nicht durch die ganze Stadt geht. Aber Latzowstraße? Puh.

„Nehmen sie es mir bitte nicht übel, ich schmeiß mal mein Navi an. Das sagt mir leider nichts, Berlin ist groß und ich möchte ihnen keine Stadtrundfahrt aufnötigen.“

Die beiden waren supernette Kundschaft, sie hatten nicht nur Einsicht, sondern echtes Verständnis. Dennoch meinten sie:

„Das soll aber ganz einfach sein. Die Sonnenallee stadteinwärts und dann einfach am Hermannplatz links. Dann kommt das irgendwann auf der linken Seite.“

„Ich schau mal nach.“

Eine Latzowstraße hab ich nicht gefunden und mit viel Hin- und Herüberlegen haben wir uns dann darauf geeinigt, dass es wohl doch die Glasower Straße sein soll. Die Lokalität heißt Brauhaus Rixdorf und die Wegbeschreibung…

Ich sage es mal so: Irgendwer hat es da wohl verdammt gut mit uns Taxifahrern gemeint, als er diese Route genannt hat:


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Ich hab die beiden relativ schnell auf der rund dreieinhalb Kilometer kürzeren Route, die mein Navi ausgespuckt hat, dorthin gebracht. Wer zur Hölle schlägt sowas vor? Einfach ist ja gut, aber sowas?

P-Schein-Verlängerung

Und nun ist es endlich soweit. Auch wenn es seit 3 Monaten nur davon abhing, dass ich es mal bis zum Amt schaffe:

Nötige Bestempelung, Quelle: Sash

Irgendwie ist es schon komisch, dass ausgerechnet der gar nicht so leicht zu bekommende P-Schein nach wie vor auf Papier serviert wird. Etwas zynischer könnte man natürlich dahingehend argumentierend, dass es auch egal sein kann, so lange sich ohnehin niemand für das Dokument interessiert.

Es ist schon komisch, abgesehen von 3 Sachbearbeitern, meinen Chefs und vielleicht 10 Freunden oder Kollegen seid ihr die einzigen, die das Ding überhaupt je zu Gesicht bekommen haben. Entsprechend hab ich mir auf dem Hinweg zum Amt auch gleich in der Bahn Genöle über einen Taxifahrer anhören dürfen, der nicht nur den Weg nicht kannte, sondern auf Wunsch nicht einmal sein Navi programmieren konnte. Derartiges ist mir ein einziges Mal passiert: Bei meiner allerersten Schicht…

Aber gut, wenigstens war der Amtsbesuch selbst von der eher netteren Sorte. 20 Minuten Wartezeit kann ich als unangemeldeter Besucher verkraften – und wenn man dann auch noch (trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit) einen wirklich gut gelaunten Beamten antrifft, der zu Scherzen aufgelegt ist und alles mal eben schnell aus dem Handgelenk erledigt, dann versöhnt man sich mit dem Gedanken, das in nicht einmal 5 Jahren wieder tun zu müssen. Abgesehen von Zeit und Nerven kostet der Schein einen am Ende gerademal 2 bis 3 Euro pro Monat – das ist eigentlich doch recht gut investiertes Geld. 🙂

Ich bin trotzdem froh, jetzt erst mal wieder ein bisschen Auszeit von Ämtern aller Art zu haben!

GNIT 2012, Nachwort

Ich wollte mich zunächst einmal bedanken für das doch ganz ansehnliche Feedback auf meinen GNIT 2012-Artikel.

Insbesondere bin ich fasziniert, dass es so wenige kritische Stimmen gegeben hat – ich hätte eher vermutet, dass der eine oder die andere mehr auszusetzen hätte. Was mich gefreut hat, dass so ziemlich alles in irgendeiner Form Zuspruch gefunden hat, was ich hier so schreibe. Natürlich mag nicht jeder alles, aber eine umfassende Ablehnung für bestimmte Artikel gab es auch nicht. Schön. 🙂

Ich wollte eine Rückmeldung geben, weil es auch kritische Stimmen zur Nachfrage an sich gab. Mir ist schon bewusst, dass ich diejenigen frage, denen es natürlich mehr oder minder gefällt. Andererseits seid ihr auch die einzigen, die sich ein Urteil erlauben können. Ich kann mir doch keine Aushilfskommentatoren einkaufen, die anhand von 3 Artikeln ein Urteil über meinen Blog fällen 😉
Vor allem aber: Ein Blog wie GNIT ist ohnehin nur schwer planbar. Einen Großteil machen die Geschichten aus – und die kommen mehr oder minder so hier raus, wie sie bei mir im Taxi reinkommen. Da hab ich kaum Einfluss drauf. Aber natürlich kann ich mich kürzer fassen, wenn einer Mehrheit das gefallen würde. Wenn bemängelt worden wäre, ich wäre zu vulgär, dann könnte ich das in meine Überlegungen beim Schreiben einfließen lassen… solche Dinge.

Was ich damit nicht sagen wollte, ist, dass ich wegen ein paar Kommentaren plötzlich alles umschmeiße. Mir ging es um kleine konstruktive Denkanstöße. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Was ich jetzt zum Beispiel mitgenommen habe, ist der Wunsch nach mehr Fotos. Ich hab in letzter Zeit sehr wenig fotografiert, das ist also tatsächlich was, was ich mal wieder mehr machen könnte. Deswegen braucht aber dennoch niemand befürchten, dass das jetzt ein Foto-Blog wird 🙂

Es hilft einfach ungemein, auch mal ein paar Meinungen zu hören, die man sonst nur sehr vereinzelt mitbekommt. Aber keine Sorge: Ich mach ansonsten so weiter wie bisher.

Und da ja Fotos gewünscht waren… gibt es hier eines von meinem Chef beim Tischkickern:

Arbeitsauftrag Torschuss. Quelle: Sash

Da ich in Kürze auch für Cheffe bloggen werde, ist das quasi in doppelter Hinsicht ein Ausblick auf 2012 hier bei GNIT.

A… bfrieren

Autos haben so ihre Macken. Meines natürlich auch. Die letzten Schichten waren eher unangenehm, da es Ewigkeiten gedauert hat, bis die Kiste endlich mal halbwegs warm geworden ist. Also über 15°C bei 5°C Außentemperatur…

Das ist nun Geschichte, ein Hinweis an meinen Tagfahrer hat gereicht:

Guter Rutsch jetzt auch mit warmem Hosenboden! Quelle: Sash

Jetzt bleibt bloß zu hoffen, dass die komischen Geräusche, die gerade gelegentlich auftreten, nicht die Silvesterschicht ruinieren. Aber in dieser Nacht gilt wohl mehr als in allen anderen: So lange das Auto prinzipiell schneller ist als Fußgänger, kommt es auch zum Einsatz 😀