„Von Norden aus“

OK, zugegeben: Es war mein Fehler. Selbst in der Ecke, in der ich am häufigsten anzutreffen bin, kenne ich nicht alles. Bzw. ich vergesse auch manche Dinge irgendwann wieder.

So z.B. das Lovelite. Keine wirklich unbekannte Lokalität in Friedrichshain, aber da ich in 3 Jahren nur einmal direkt dahin gefahren bin und zudem nur seltenst durch die Simplonstraße fahre, hab ich es gedanklich unter all den anderen Clubs und Lokalitäten in der Ecke begraben. Nun wollte meine Kundschaft aber genau dahin.

Ich hätte jetzt ja flugs mein Robertha aufgeschlagen und dann wäre mir alles wieder eingefallen. Musste ich aber nicht. Hatte ja fachkundiges Publikum im Auto. Das hat mir dann gesagt, sie wüssten genau, wo das ist, ich müsste nur „von Norden aus“ ans Ostkreuz heranfahren. Sie haben mich wirklich problemlos hingelotst. Ich selbst hab mir allerdings an den Kopf gefasst, als mir wieder klar wurde, wo der Laden ist.

In Zukunft sehe ich einfach nach, egal was die Kundschaft sagt. Obwohl… mein Schaden war es eigentlich auch nicht…

Hier die Route vom Ostbahnhof über’n Norden zum Lovelite:

 

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11 Kommentare bis “„Von Norden aus“”

  1. Simone sagt:

    Der Kunde ist König, also warum nicht? Aber ein guter Service wäre es schon, wenn du eine bessere Route anbietest. Vorallem nicht-Autofahrer haben oft ganz andere Wege im Kopf.

  2. Sam sagt:

    Andererseits sind die Kunden nachher noch grantig, weil er doch nachgesehen hat, obwohl sie das doch wussten!
    Jedenfalls wären meine Pappenheimer so. Nicht, was den Weg angeht, ich bin in der Gastronomie. Aber vom Prinzip, ihr versteht schon (zu früh um sich gut auszudrücken, ich habe teilweise ähnliche Arbeitszeiten wie Sash ^^).

  3. Nathan sagt:

    Ich schließe mich Sam an. Die meisten Kunden wollen in so einem Fall gar nicht, dass man die exakt kürzeste Route nachschaut (wenn ich einen Weg nicht genau weiß, schlage ich das i.d.R. vor) sondern lotsen einen über die wildesten Umwege durch die Stadt 😉

  4. Aro sagt:

    Ostkreuz ist relativ.

  5. anonym sagt:

    Frage mich ja immer, wo solche Leute herkommen. Auswärtig, jung, unorganisiert, betrunken, kaputt von den vielen Drogen? Ich würde es doch dem Fahrer überlassen, wie er dahinkommt, und nur dann Hinweise geben, wenn ich die Adresse weiß oder die genaue Lokalität – ansonsten ist es doch besser, den Mund zu halten.

  6. Daniel sagt:

    „Monsieur, bringen Sie mich heim?“ – „Ja, wo?“ – „Fahren Sie einfach so, wie der 21er Bus fährt, dann zeige ich es Ihnen“ – man folge der Linie des Busses 21 und dann der der Tram D und komme für über 17 Euro dorthin, wo man auch für 8 Euro hingekommen wäre 🙂

  7. Sash sagt:

    @Simone:
    Wie gesagt, ich war mir zu dem Zeitpunkt leider selbst nicht sicher mit dem Zielpunkt. Sonst hätte ich denen gerne gezeigt, wie es besser geht 🙂

    @Sam:
    Ja, manchmal erspart man sich halt das Nachsehen, wenn vorschnell ein „Wir wissen es doch…“ kommt.

    @Aro:
    Das sowieso! Aber sie wollten diesen Weg!

    @anonym:
    Ach, es gibt viele, die gerne die Strecke mitbestimmen wollen. Und meist entspricht das ja auch einer schnellen oder kurzen Möglichkeit. In vielen Ecken hab ich selbst von Kunden noch was lernen dürfen. Prinzipiell ist da nichts gegen einzuwenden.

    @Daniel:
    Na ganz so krass war der Unterschied dann auch nicht. Grob geschätzt waren es jetzt 10 statt 8 Euro.

  8. Simone sagt:

    Weiß ich doch, ich meinte das eher generell, also wenn du tatsächlich eine bessere Route im Kopf hast! 🙂

  9. Sash sagt:

    @Simone:
    Ich hab das auch nicht böse aufgefasst. 🙂
    Aber bei unsinnigen Routenwünschen ist es immer eine Gewissensfrage, das hängt sehr sehr stark von den Kunden ab…

  10. Wolfram sagt:

    @Daniel: Das klingt nach CTS-Linien, täusche ich mich?

    @Eintrag: wenn ich mir die Karte ansehe, hätten diese Kunden auch gegenüber dem direkten Weg noch was sparen können, wenn sie eine oder zwei S-Bahn-Stationen weiter gefahren wären und dann erst das Taxi genommen hätten.

  11. Daniel sagt:

    @Wolfram: nein, Du täuschst Dich nicht. Und selbstverständlich befolge ich den Kundenwunsch – es bleibt mir ja auch gar nichts anderes übrig, wenn man mir partout keine Zieladresse nennen will. Wobei auch ihre Fahrt mit Öffis nicht zwingend von allgemeingültiger Logik geprägt war: der Bus fährt ein bisschen am Hafengebirt vorbei zu den ersten beiden Tramhaltestellen der Linie D. Sie fuhr nun mit mir bis zur zweiten Tramhaltestelle, um dann dem Verlauf der Tram D zur ersten Haltestelle zurückzufolgen (ja, zurück), um mir von dort aus zu zeigen, wie sie heimläuft. Und würde die Gute den Bus einfach eine Haltestelle vor der ersten Tram erreichen, würde sie sich einigen Weg ersparen, denn auch ihre Lauferei ging im wesentlichen in die Rückrichtung…

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