Ehrlich machen

Gepäck ist bei mir im Auto so gut wie nie ein Problem. Der Kofferraum meines Zafiras fasst doch ein paar Liter, und sämtliche mir bisher untergekommenen Koffer ließen sich anstandslos einladen. Im Grunde kenne ich nicht einmal ein Koffermodell, das nicht mindestens dreimal hinter die Sitzbank passen würde.

Was mit dem Gepäck außerhalb des Autos alles angestellt werden muss, das ist wiederum eine ganz andere Frage. Wobei ich anmerken muss: Dafür, dass ich so oft am Bahnhof stehe, muss ich erstaunlich wenig Gepäck irgendwohin tragen.

Meistens waren die großen Gepäckstücke, die es irgendwohin zu wuchten galt, gleich einen eigenen Blogeintrag wert. Gleich in meinem zweiten Monat hatte ich einen sehr schrulligen Typen, der mir das bis heute wohl kurioseste „Trinkgeld“ gegeben hat.

Ein Jahr später hab ich einen bemitleidenswerten alten Mann zu seiner Wohnung begleitet und ihm im wahrsten Sinne des Wortes die Luft zum Atmen mit hochgetragen.

Was die Höhe des Tringeldes angeht: Sie scheint mit dem Gewicht des Koffers zusammenzuhängen. Den Rekord hält damit der Koffer, in dem ich ein Walbaby vermutet habe.

Meine jetztige Kundin fiel irgendwo dazwischen. Sie war schon sehr betagt und hat sich mit ihrem sehr schweren Koffer sichtlich abgemüht. Ich hab ihn ihr so früh wie möglich abgenommen, die Verladung übernommen – was man halt so macht als freundlicher Dienstleister. Aber ich bin ehrlich: Ich konnte mir besseres vorstellen, als dieses Ungetüm irgendwo in den siebten Stock zu wuchten.

„Und sagen sie: Könnten sie vielleicht, sie sind ja so stark…“

„Den Koffer bei ihnen hochtragen? Selbstverständlich.“

Das Ende hab ich allerdings nicht so erwartet:

„Hochtragen? Gott bewahre! Ich hab einen Fahrstuhl! Wenn sie ihn mir aber bis dorthin bringen könnten…“

Am Ziel angekommen hat sie dann einen Satz gesagt, den ich so noch nie gehört habe (wahrscheinlich eine Generationenfrage), den ich aber sehr schön fand:

„So, dann muss ich mich schnell noch ehrlich machen!“

Ich hab noch nie so etwas fast schon lyrisches im Bezug auf einen banalen Bezahlungsvorgang gehört. Als sie sich dann ehrlich gemacht hatte, habe ich den Koffer relativ beschwingt die 5 Stufen zum Aufzug getragen. Fiel mir bei 6,60 € extra auch gleich doppelt so leicht…

Was ist ein Taxi?

Das Spiegeltaxameter im Frei-Modus, Quelle: Sash

Kinder im Taxi sind immer wieder herzig. Dazu müssen sie nicht einmal von Haien erzählen. So wie dieses junge Mädchen, das seiner Mutter Löcher in den Bauch gefragt hat:

„Mami, was ist das Rote da im Spiegel?“

„Das ist der Preis, den wir bezahlen müssen.“

„Warum haben wir sowas nicht?“

„Weil wir nur ein normales Auto und kein Taxi haben.“

„Mami, was ist ein Taxi?“

Tariferhöhung/BBI

Was bisher eher gewerbeinternes Gemurmel und Gebettel war, scheint jetzt den Weg auch in die Presse zu finden: In Berlin wird an einer erneuten Taxitariferhöhung gebastelt. Bekannt ist mir das Thema schon länger, allerdings bedurfte es dank meinem Unwillen, mich durch die einschlägigen Gewerbevertretungsveröffentlichungen zu schlagen, des gestrigen Artikels des Taxibloggers, bzw. des von ihm verlinkten Artikels in der Berliner Zeitung, um mal genauere Infos zu bekommen. Meine Meinung zur ganzen Sache hat sich dadurch nicht maßgeblich gewandelt, ich bin erst recht strikt GEGEN diese Erhöhung!

Schon die Überschrift stößt mir bitter auf: „Taxifahrer wollen nachts mehr kassieren“. Damit sind wir schon beim Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte: Es macht einen schlechten Eindruck und noch dazu einen falschen.

Vielleicht kenne ich ja einfach die falschen Leute, aber sicher ist eines: Ich kenne niemanden, der für eine Tariferhöhung wäre. Kein Taxifahrer, kein Kunde und nicht einmal meine Chefs sind dafür! Und das nicht ohne Grund…

Unsere Gewerbe“vertretungen“ treten sich seit Jahren mit der immergleichen Milchmädchenrechnung auf die Füße und die Stadt Berlin nickt letztlich die Erhöhungen sogar ab. Ob nur teilweise oder vollumfänglich spielt kaum eine Rolle. Immer wieder wird vereinfacht gesagt darauf verwiesen, wie schlecht man im Gewerbe verdient, dann wird das aktuelle Einkommen (pro Tour oder pro Stunde) auf einen neuen Tarif hochgerechnet und dabei kommt dann das goldene Zukunftszeitalter des Taxigewerbes raus, weil unser Einkommen um genau den Prozentsatz der Tariferhöhung steigt. Super, nicht?

Dumm nur, dass sich das Spielchen so nicht ewig spielen lässt. Denn letztlich brauchen wir auch Kunden, die die Preise zahlen können und wollen. Und je weniger Kunden mit uns fahren, desto weniger verdienen wir. Ansatzpunkte zu einer verträglicheren Lösung gibt es verschiedene: Man könnte mehr Kunden gewinnen, indem man die Attraktivität unserer Dienstleistung erhöht. Sprich: Mehr Service.
Gleichzeitig könnte man die Zahl der Taxen etwas reduzieren, indem man die seit Jahren angedachten 6 (!) Planstellen beim LABO für Kontrolleure bewilligt. Denn nach wie vor haben wir ein enormes Schwarzarbeitsproblem in der Branche. Verschiedenste (leider nicht immer seriöse) Berechnungen zeigen, dass diese Kontrolleure am Ende mehr Geld einbringen als sie kosten, dennoch wird hier nix gemacht!
Zu guter Letzt könnte man aber mit stagnierenden Tarifen werben. Glaubt es mir: Die meisten Wenig- oder Nicht-Taxikunden haben Angst vor unseren Preisen. So mancher würde eher mal mit uns fahren, wenn er nicht dieses meist falsche Bild im Kopf hätte.

Stattdessen sollen wir nun also die paar verbleibenden Kunden noch mehr ausquetschen.

Als Nebenbegründung für die neuerliche Erhöhung muss ausgerechnet der Flughafen BBI herhalten, der nächstes Jahr eröffnet wird. Dort gibt es sowieso seit Jahren Streit unter den Taxifahrern aus Berlin und dem Landkreis Dahme-Spreewald. Beide dürfen dort laden und werden beim Nachrücken getrennt behandelt: Nach jeder Berliner Taxe rutscht ein LDS-ler vor, was unter den Berlinern für Unmut sorgte, weil es wesentlich weniger LDS-Taxen gibt, und die somit um einiges schneller drankommen.
Es gab dort schon Prügeleien um die Reihenfolge, böse Worte und Gezeter auf höchster Verwaltungsebene. Für die Kunden war das meist unsichtbar, sie hatten letztlich nur das Tarifproblem: Die LDS-Taxen haben bisher mehr gekostet. (Ich hab nur diese private Unternehmer-Seite als Quelle für den aktuellen LDS-Tarif gefunden, wer etwas besseres findet, kann es gerne in den Kommentaren verlinken!)

Dass dieser Zustand bescheuert ist, ist ja ein richtiges Analyseergebnis. Glückwunsch an die Beteiligten! Das Problem ließe sich mit einem gesonderten Flughafentarif lösen. Ob der jetzt höher oder niedriger oder einfach nur lustig ist, ist ja erstmal egal. Nun soll die Lösung aber laut Innungs-Chef Gawehn sein, gleich komplett den höheren LDS-Tarif zu übernehmen. Das würde einen echt abenteuerlichen Preisschub bedeuten.
Gawehn liegt aber nicht etwa nur was am höheren Kilometerpreis, er fände den LDS-Tarif auch an ganz anderen Stellen nett: Die kostenlose Minute Wartezeit könnte man streichen und einen Nacht- und Feiertagszuschlag kann man auch (wieder) einführen. Im Vergleich zu den LDS-Taxen sind übrigens in Berlin die ersten Kilometer teurer. Diesen Preis sollte man natürlich beibehalten. Ich hab im Artikel der Berliner Zeitung keinen Hinweis zum Gepäckzuschlag in LDS gefunden, würde mich aber nicht wundern, wenn Gawehn den auch übernehmen wollte…

Ich kann nur immer wieder betonen, was ich auch in Hinblick auf kurze Fahrten immer sage: Keine einzige Fahrt im Taxigewerbe ist nicht lohnend! Selbst die Kurzstrecke bringt uns genug Geld! Das, was unser Problem ist, ist die geringe Anzahl an Kunden!  Wir stehen bis zu 70% unserer Zeit in der Gegend herum ohne Kundschaft. Daran muss man was ändern! Der jetztige Tarif reicht aus, um ein Taxiunternehmen mit Gewinn zu führen, wir müssten nur ein paar mehr Kunden gewinnen, um ein vernünftiges Auskommen zu haben!

Sicher ist ein Inflationsausgleich gelegentlich notwendig, aber nicht so! Solange ich gelegentlich eine Stunde auf den nächsten Kunden warten muss, scheint es mir nicht gegeben zu sein, dass man die Preise erhöhen kann. Durch Auslassen einer Erhöhung würde Taxifahren genau der bösen Inflation wegen attraktiver für die Kundschaft, wir könnten es wirklich mal wieder probieren!

Taxi-Kurzstrecke in Berlin

Die hier bei GNIT schon oft erwähnte Kurzstrecke für Taxifahrten ist eine Besonderheit des Berliner Taxitarifs. Ebenso wie die BVG und die meisten anderen Verkehrsbetriebe für den öffentlichen Nahverkehr einen Sondertarif für kurze Fahrten anbieten, haben wir Taxifahrer hier den Kurzstreckentarif für unsere Kunden.

Wer nur eine kurze quasi-tabellarische Zusammenfassung haben will, findet diese am unteren Ende des Artikels.

Die Meinungen zur Kurzstrecke gehen stark auseinander, das Wissen darüber ist außer bei den regelmäßigen Nutzern gering. Aber selbst langjährige Taxikunden offenbaren gelegentlich Wissenslücken bei diesem einfachen Auszug aus der Taxitarifordnung.

Oft genug ist beispielsweise am Taxistand die Begrüßung folgende:

„Sagen sie mal, wie ist das jetzt? Könnte man da nicht auch mit der Kurzstrecke irgendwas machen?“

„Steigen sie mal kurz aus und schauen sie nach, ob sich meine Räder drehen. Wenn ja, dann gerne!“

Die Kurzstrecke ist in Berlin der einzige Tarif neben dem Normaltarif. Alle weiteren Besonderheiten werden hier über Zuschläge geregelt. Entsprechend ihrer Sonderstellung hat sie auch gewisse Eigenheiten.
Bei der BVG gilt für Kurzstrecken eine Beschränkung der Fahrtstrecke, gemessen in Stationen. Im Taxi gibt es eine solche Begrenzung ebenfalls. Sie liegt bei 2 Kilometern.

Wie in den Bussen und Bahnen der BVG Einschränkungen bezüglich Umsteigen etc. damit einhergehen, ist die Kurzstrecke im Taxi in Berlin auch etwas beschnitten von der Nutzbarkeit. Die wichtigste Regel werden die meisten kennen: Nach Kurzstreckentarif fahren kann man nur, wenn man sich ein Taxi heranwinkt. Bei Bestellungen oder Fahrten von einem Taxistand aus ist dieser Tarif nicht wählbar. Dann lohnt er sich nämlich mitunter nicht für die Fahrer, und erfunden wurde der Tarif nicht als Geschenk, sondern um zusätzliches Geld in unsere Kassen zu spülen.

Eine weitere, eher unbekannte Einschränkung ist, dass man keinen Zwischenstopp auf einer Kurzstrecke einlegen darf. Da der Preis pauschal ist, wird hier keine Wartezeit berechnet. Es ist hoffentlich verständlich, dass ein Taxifahrer nicht mal eben eine halbe Stunde irgendwo wartet, ohne diese Arbeitszeit bezahlt zu bekommen. Ich hab es einmal zu Beginn versehentlich gemacht und lege keinen Wert auf Wiederholung.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist eigentlich bekannt – wird aber dennoch oft vergessen:
Man muss als Kunde die Kurzstrecke vor Fahrtbeginn konkret wünschen. Mal abgesehen davon, dass wir Taxifahrer was zu lachen haben, wenn die Leute sich den Begriff nicht merken können (siehe PS ganz unten), hat das handfeste Gründe:
Erstens können wir das Taxameter mitten in der Fahrt nicht von einem Tarif auf den anderen umstellen. Zweitens: Die Kurzstrecke hat Einschränkungen und die Kunden alleine wissen gleich zu Beginn, ob die mit ihrer Fahrt vereinbar sind.
Zudem: Es ist nicht der Normaltarif. Die Kurzstrecke ist ausdrücklich eine Vergünstigung für besondere Einschränkungen. Wenngleich es Gerüchte gibt, dass wir Taxifahrer in Berlin jeden Kunden darauf hinweisen müssten, dass es die Kurzstrecke gibt: So ist es nicht und wir haben ja auch nichts davon. Im Gegenteil: wir verdienen weniger Geld, wenn wir weniger Umsatz machen.

Entsprechend gibt es leider auch Kollegen, die Kurzstrecken komplett ablehnen. Das ist natürlich nicht rechtens. Wenn ein Kunde eine kurze Fahrt von der Straße weg und ohne Zwischenhalt mit einer Kurzstrecke fahren will, dann müssen wir das auch machen!

Und wenn es mal doch länger wird?
Gar kein Problem: Wenn man die 2km-Marke überschreitet, schaltet das Taxameter nach einer kurzen Umschaltphase einfach in den Normaltarif um. Das heisst, für einen kurzen Moment läuft die Uhr sehr schnell, um dann nach ein paar hundert Metern auf normale Geschwindigkeit zu wechseln. Die meisten Taxameter kündigen dies übrigens mit einem Piepsen an.
Wer eine längere Fahrt vorhat, fällt eben auch im Taxi nicht mehr unter Kurzstrecke. Aber das ist ja bei der BVG nicht anders.

Die Kurzstrecke ganz kurz:

Update: Seit dem 30.6.2015 kostet die Kurzstrecke 5,00 €.

Die Tabelle lautet jetzt entsprechend:

Was? Bis zu 2 Kilometern Taxifahren.
Was nicht? Taxi vom Stand, Taxi bestellt, Zwischenstopps.
Wieviel? 5,00 € pauschal.
Wann? Wenn man ein Taxi heranwinkt.
Wie? Vor Fahrtbeginn sagen, dass man eine Kurzstrecke möchte.

PS: Da die BVG offenbar so eine Art gedankliches Patent auf die Kurzstrecke zu haben scheint, weichen Fahrgäste gerne mal auf andere Formulierungen aus. Zum Beispiel Kurztarif, Kurzfahrt, Friedrichshain-Special-Preis, 2-Kilometer-Preis, dieses Pauschalkurzding, Kurz-Sonder-Taxi, Billig-Tarif, Ranwink-Preis, 5€-Taxi, Fünfertarif etc.

Der Taxitarif in Berlin

UPDATE: Dieser Artikel ist nicht mehr aktuell! Am 19. Februar 2014 wurde der Tarif geändert!

Was kostet ein Taxi in Berlin? Der Taxitarif sollte eigentlich allen Lesern hier (mehr oder weniger) bekannt sein. Dennoch kann es, wie mir die Anfragen an mich bestätigen, nicht schaden, ihn nochmal kurz aufzuzeigen.

Die letzte Anfrage bekam ich natürlich im Taxi selbst, und zwar in Form einer Diskussion mit einer Kundin darüber, ob es egal sei, dass ich das Taxameter bei einem kurzen Zwischenstopp nicht ausgeschaltet habe oder nicht.

Wer es ganz kurz tabellarisch haben will, sollte gleich runterscrollen, ansonsten in schönen Worten und für alle zum Mitschreiben: Derzeit (leider wohl nicht mehr lange, die nächste Tariferhöhung kommt bald) ist der Berliner Taxitarif folgender:

Beim Einstieg ins Taxi, bzw. bei dessen Ankunft beim Kunden, werden 3,20 € Startpreis fällig. Darin enthalten sind die ersten paar Meter Fahrtweg. Wen die genauen Zahlen zu den zurücklegbaren Wegstrecken und den Schaltstufen haben will, der findet sie hier.

Der Preis für jeden der ersten 7 Kilometer ist 1,65 €, alle weiteren schlagen mit 1,28 € zu Buche.

Der Wartepreis beträgt 25,00 € pro Stunde, wobei bei jedem Stopp eine Minute Wartezeit kostenlos ist. Die o.g. Kundin hatte also Unrecht. Die Wartezeit addiert sich nicht während einer Fahrt auf, sondern startet an jeder Ampel erneut – de facto ist ohne extremen Stau in Berlin der Wartezeittarif bei einer normalen Taxifahrt irrelevant.

Als Sondertarif gibt es in Berlin ausschließlich die Kurzstrecke (also keinen Nacht-, Feiertags- oder allgemeingültigen Großraumtarif).
Die Kurzstrecke kostet 4,00 € pauschal ab dem Einstieg und gilt für bis zu 2 Kilometer Fahrt. Der Kurzstreckentarif gilt nicht bei Bestellungen oder Fahrten von einem Taxistand, sondern nur für Taxen, die herangewunken werden. Zwischenstopps sind nicht erlaubt und außerdem muss die Kurzstrecke vom Fahrgast ausdrücklich verlangt werden. Ich habe extra zur Kurzstrecke in Berlin noch einen eigenen Artikel geschrieben.

Zuschläge können erhoben werden für Gepäckstücke, die zu groß für den Kofferraum sind (je 1,00 €), bargeldlose Zahlung (1,50 €), Fahrten ab Flughafen Tegel (0,50 €) und für jede zusätzliche Person ab der fünften (je 1,50 €).

Innerhalb Berlins ist jede Unter- oder Überschreitung des Tarifs nicht erlaubt. Also keine Festpreise und kein Feilschen bitte!

Kurz und knackig:

Einstiegspreis: 3,20 €
Kilometer 1-7: 1,65 €
Kilometer 7-?: 1,28 €

Kurzstrecke: 4,00 €

Zuschläge
großes Gepäck: je 1,00 €
bargeldlos: 1,50 €
Flughafen Tegel: 0,50 €
mehr als 4 Personen: je 1,50 €

Weitere Infos zum Tarif gibt es natürlich auch in der FAQ-Seite zum Taxitarif. Wer hätte das gedacht 😉

So, und jetzt hoffe ich mal, dass unsere werten Suchmaschinen diese Seite in Zukunft gelegentlich vorschlagen werden.

UPDATE: Dieser Artikel ist nicht mehr aktuell! Am 19. Februar 2014 wurde der Tarif geändert!

Taxifahrer und Ampeln

Uns Taxifahrern werden ja die wildesten Verkehrsverstöße vorgehalten. Nicht immer zu Unrecht, gerade Nachts sehe ich mich ja auch oft mit Kollegen konfrontiert, die nicht ganz zwischen Rennstrecke und öffentlichem Verkehrsraum unterscheiden können.

Ich selbst halte mich meistens zurück, aber da es bekanntlich verkehrt ist, egal wie man es macht, hatte ich bis Anfang des Jahres ja auch 3 Punkte wegen eines (angeblichen!) Ampel-Verstoßes.

Einer meiner Fahrgäste und ich hatten allerdings vorletzte Nacht ein Schauspiel der besonderen Art zu bewundern. Ein Kollege, im Übrigen ebenfalls mit Fahrgast, hat binnen 100 Metern sage und schreibe 3 (!) rote Ampeln überfahren. Die erste hat er besonders stilvoll genommen, das war die Abbiegerampel von der Köpenicker Straße auf den Bethaniendamm in Richtung Ostbahnhof. Da die Ampel aber kurz darauf grün anzeigte (also so ca. 3 Sekunden später) und ich den selben Weg hatte, habe ich noch von der Schillingbrücke aus gesehen, wie der Typ nach kurzem Bremsen links in die Holzmarktstraße eingebogen ist und dabei 2 weitere rote Ampeln hinter sich gelassen hat.

„Gehört wahrscheinlich zu denen, die gar keinen Schein zu verlieren haben…“

hab ich trocken angemerkt, als mein Fahrgast ungläubig dem Mercedes hinterhergeblickt hat.

Aber da die Idioten wie so oft immer gesammelt Ausgang haben, ist mir in derselben Nacht noch so ein Blindfisch begegnet. Am Frankfurter Tor ist vielleicht 30 Meter vor mir die Ampel gelb geworden. Bremsen wäre ziemlich ungemütlich gewesen, also hab ich ein kleines Ordnungsgeld riskiert und mal kurz hochbeschleunigt, obwohl ich eigentlich schon über die 50 Sachen rüber war. Das ist nun vielleicht nicht lobenswert, ich glaube allerdings, dass mein Fahrgast noch keine Angst vor meinem Fahrstil bekommen hat.

Wäre er hingegen in dem Touran hinter mir gesessen, auch wieder von einem Kollegen gelenkt, wäre er sicher in Versuchung gekommen. Das Taxi fuhr gut und gern 70 bis 100 Meter hinter mir und hat auch die Geschwindigkeit nicht erhöht. Soweit ich das im Rückspiegel gesehen hab. Das hat ihn aber nicht daran gehindert, dennoch gemütlich über die Kreuzung zu tuckern. Da muss es locker schon 2 bis 3 Sekunden rot gewesen sein…

Sind die Ampeln wirklich so unauffällig, oder ist es inzwischen egal?

Also ich hab die ärgerliche Aussage der beiden Polizisten damals mit 3 Punkten und 125 € bezahlen müssen, und soweit ich weiss, sind die Preise nochmal hochgegangen seitdem. Von der offensichtlichen Gefahr durch Querverkehr wollen wir mal gar nicht reden. Aber da greift wohl der alte Taxiwitz:

Ein Taxifahrer heizt mit seinem Kunden wie blöde durch die komplette Stadt. Die erste Ampel nimmt er bei rot, die zweite auch. Das geht noch eine Weile so weiter, bis sie schließlich an eine grüne Ampel gelangen.
Der Fahrer tritt in die Eisen und bringt das Auto gerade noch so vor der Haltelinie zum Stehen. Der Fahrgast ist schockiert und äußert seinen Unmut, nachdem er in den Sitz zurückgefallen ist:

„Sagen sie mal? Sind sie bescheuert? Sie sind jetzt über 5 rote Ampeln gefahren, und jetzt bremsen sie an einer grünen. Fahren sie doch einfach rüber, verdammt!“

Der Taxifahrer entgegnet:

„Bin ich lebensmüde? Stellen sie sich vor, da kommt von rechts oder links ein Kollege!“

 

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Tür auf!

Polizisten haben – so sie welchen haben – einen seltsamen Humor. Scheint mir zumindest so. Das wiederum liegt sicher daran, dass sie sicher nur eine bestimmte Form Humor überhaupt während der Arbeit ausleben können. Unglücklicherweise läuft das dann meiner Erfahrung nach darauf hinaus, dass sie irgendwas tun, was man selbst nicht mag – also sie schreiben eine Anzeige gegen einen, belehren einen oder verkloppen einen im schlimmsten Fall – und kommentieren das dann komisch.

An alle mitlesenden Polizisten da draussen: Humor ist was feines. Aber bitte trennt den von aufgezwungenen Maßnahmen!

Es ist NICHT lustig, bei einer Hausdurchsuchung darüber zu lachen, was man bei anderen alles schlimmes gefunden hat. Es ist NICHT lustig, die dritte Fahrzeugkontrolle an einem Tag mit dem Spruch abzutun, es sei „keine Schikane, sondern ganz normales Düdelü“ und „Mein Name ist Hase, meine Nummer ist 123“ ist keine adäquate Antwort, wenn man nach der Identität gefragt wird!

So lange es nur um einen Hinweis geht, können wir das aber gerne gelten lassen. Ich bin gestern mit einer Kundin in Prenzl’berg unterwegs gewesen. Sie wollte an einer Ampelkreuzung rausgelassen werden. Das wiederum hätte den nachfolgenden Verkehr behindert, und so bin ich kurz ums Eck gebogen und hab auf der vermeintlich menschenleeren Straße an einem ungenutzten Fußgängerüberweg kurz die Bezahlung mit ihr geregelt.

Währenddessen hat sich ein Polizist aus dem Dunkel der Nacht geschält und schritt auf meine Beifahrertüre zu. Statt sich jetzt ungehalten über mein zweifelsohne verkehrswidriges (und dennoch ein bisschen überlegte) Verhalten zu äußern, meinte er:

„Machen se mal die Tür uff!“

„Wie bitte?“

„Machen se mal die Tür uff, sonst kann ich hier ja nicht durchlaufen!“

Und mit einem eher versteckten Augenzwinkern ergänzte er:

„Manchmal kommen ja doch welche…“

Ich kann nicht leugnen, dass ich lachen musste. Ich denke, da wird trotzdem keine Überraschung mehr kommen. Manche Dinge passieren wahrscheinlich nur nachts 🙂