Verlängerung (2)

Ich schiebe Termine ja ganz gerne vor mir her. Am besten weit. Und irgendwann wird es dann halt ein wenig hektisch. Ist aber nicht weiter schlimm. Nun bin ich mal gespannt, ob bei meiner P-Schein-Verlängerung alle Räder so wie gewollt ineinander greifen. Ich bin ja gerne mal Optimist, zumindest so lange es mir ein besseres Gefühl gibt. Aber so langsam sollte ich dann doch mal loslegen:

Alles hat ein Ende, Quelle: Sash

Also hab ich heute Morgen etwas rumtelefoniert. Also genau genommen habe ich heute eigentlich alles in die Wege geleitet. Arzt gesucht und Termin gemacht, Termin beim Bürgeramt wegen des Führungszeugnisses und nochmal beim LABO gecheckt, wann und mit was ich dort aufschlagen muss / kann.

Und dabei hab ich eine verstörende Erfahrung gemacht: Eine der angerufenen Personen hat sich angehört wie eine Computerstimme, war aber keine. DAS schickt einen mal! Hätte sie sich nicht zwischendurch geräuspert, hätte ich wohl irgendwann wieder aufgelegt. Nicht, weil ich nicht mit Computern telefonieren kann, aber man sitzt echt ein bisschen wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berg, wenn man gefragt wird:

„Wie kann ich ihnen helfen?“

Ich hab erstmal ewig rumüberlegt, wie ich das jetzt erkläre, auf welche Keywords er jetzt wohl reagiert. Aber immerhin kann man eines sagen: Professionelle Telefonstimme! 🙂

Ansonsten sollte das ja alles kein großes Problem werden. Ich atme noch, ich sehe noch gut und all die anderen Schriftstücke sind soweit blütenweiß. Es ist nun nicht so, dass ich glaube, da Panik machen zu müssen.

Aber gut: Nächste Woche Onkel Doktor, anderthalb Tage später dann Bürgeramt und dort mal nachfragen, wie lange die brauchen, um das Zeugnis zum LABO zu schicken. Dann sollten die mir den Schein auch wieder direkt vor Ort ausstellen können. Naja, warten wir es mal ab. Sie haben mir gesagt, ich solle erst kurz vorher kommen – aber ein bisschen Unsicherheit bleibt…

Gelernt ist gelernt

Manchmal ist man im Verkehr ja durchaus aufgeschmissen. Selbst wenn man es selbst schafft, keine allzu großen Unfälle oder Ärgernisse hervorzurufen, dann finden sich immer noch die anderen Teilnehmer. Ich gehöre ja im Großen und Ganzen zu den relaxten Leuten, die anderen ihre Fehler nicht gleich ankreiden. Ich übersehe auch mal was, denk mal nicht nach oder verschätze mich. Bislang gab es dabei keine Toten, keine Verletzten und nur geringen Sachschaden. Eine ganz gute Bilanz für die vielen hunderttausend Kilometer, die ich bisher runter habe.

Manchmal aber trifft man auf Leute, die wenn sie für jeden IQ-Punkt einen Cent bekommen würden, immer noch keine Postkarte frankieren könnten. Dummerweise sind das ja die lautesten.

Als ich eine angenehme Tour am Ostbahnhof angenommen habe, bin ich frohen Mutes in Richtung Westen gegurkt. An der Kreuzung Am Ostbahnhof/Koppenstraße stand ein Fußgänger auf der Straße. Runde 5 Meter vom nächsten Bürgersteig entfernt und im Begriff, die Straße zu überqueren. Aber er wartete, um mich vorbeizulassen. Immerhin. Während ich also einen kleinen Schlenker um ihn – der er da ziemlich blöde im Weg stand – fahren wollte, realisierte ich, dass aus der Koppenstraße – von rechts – ein Fahrzeug kam.
Auch wenn das an dieser T-Kreuzung gerne mal vergessen oder ignoriert wird: Da gilt Rechts vor Links. Ich bremse also sanft und halte an. Da der Typ aber wirklich beinahe mitten in der Kreuzung stand, hielt ich notgedrungen mehr oder weniger direkt vor ihm. Was sollte ich sonst auch machen?

Nun fühlte er sich aber massiv in seinen Grundrechten eingeschränkt, weil er um dieses blöde Taxi herumlaufen musste und quittierte das mit einem gebrüllten

„Hast wohl nicht Autofahren gelernt!“

Dummerweise hatte ich einen Fahrgast an Bord. Der fand das zwar genauso lächerlich wie ich, aber er hat mich dennoch alleine durch seine Anwesenheit daran gehindert, dem IQ-Grenzpreller eine Antwort zu geben, die ihn ärgert. Da so ein Blog ja auch immer irgendwie eine therapeutische Funktion hat, möchte ich nun meinem Ärger freien Lauf lassen. Ich stelle hier ein paar Möglichkeiten vor, was ich ihm antworten hätte können. Ihr dürft die schönste auswählen und die werde ich – falls sich etwas ähnliches nochmal ergibt – auch verwenden 🙂

Wem noch andere Dinge einfallen, der kann sie gerne in den Kommentaren posten. Heute macht der Jugendschutz hier mal frei!

Was ist die beste Antwort auf "Hast wohl nicht Autofahren gelernt!"

  • "Doch durchaus. Aber leider bei deiner Mudder!" (31%, 200 Votes)
  • "Sag mal, weiss dein Hirn eigentlich, was du hier redest?" (20%, 126 Votes)
  • "Ihre Verbalinkontinenz befremdet und beschämt mich. Bekommen sie keine Hilfe?" (17%, 113 Votes)
  • "Ich bin Taxifahrer. Irgendwie muss ich meine Kundschaft ja erlegen." (16%, 106 Votes)
  • "Jaja, zu doof zum Laufen und dann noch meckern..." (16%, 101 Votes)

Total Voters: 646

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Beachtet die Prozentangaben nicht. Die wurden offenbar mit viel Liebe zur Chaostheorie programmiert 😉

Kindersitze im Taxi

„Aber es ist doch nur kurz.“

„Neulich hatten wir aber auch keinen!“

„Ich halt ihn doch fest!“

„Wenn sie kein Geld verdienen wollen! Immer diese Taxifahrer…“

Herzlich willkommen bei der heiteren Diskussion mit fürsorglichen Eltern, wenn man sich entschließt, ihr Kind nicht zu töten. Wie die Überschrift schon sagt: Es geht um Kindersitze im Taxi. Und das ist die vielleicht abenteuerlichste Geschichte überhaupt in diesem Beruf. Wie schlecht man als Zwergenhüter im Taxi von A nach B transportiert wird, kann man überall lesen. Ich möchte mal ein wenig Aufklärung liefern und gleichzeitig meine Perspektive erläutern. Fangen wir mit dem rechtlichen Teil an. Der ist in diesem Fall fast schon das erheiterndste am ganzen Artikel.

Die StVO schreibt in Paragraph 21 vor, dass Kinder im Auto je nach Größe besonders gesichert werden müssen. Eine ganz nette Übersicht über die Kindersitzklassen bietet hier die Wikipedia. Grob unterteilt werden die Klassen 0 bis 3, wobei Klasse 0 (bis 13kg) die umganssprachlichen Babyschalen darstellen, Klasse 1 (bis 18 kg) das, was man unter Kindersitz versteht. Ein Sitz der Klasse 2 (bis 25 kg) ist eigentlich nur noch eine Sitzerhöhung mit zusätzlicher Lehne. Die bei mir im Auto befindlichen Sitzerhöhungen ohne sonstiges Tralala fallen in Klasse 3 und damit darf grob geschätzt alles transportiert werden, was sich zwar wehren kann, aber noch nicht aufs Autodach spucken. Zugelassen sind diese Erhöhungen für bis zu 36 kg Lebendgewicht inkl. Knochen.

Sinn dieser Vorschrift ist relativ simpel: Autos sind nur unzureichend ausgerüstet für den Fall, dass es zu einem Unfall mit Kindern an Bord kommt. Es geht dabei nicht darum, irgendwen am Taxistand zu gängeln oder Kinder zu quälen, sondern im Falle eines Unfalls die Folgen für die lieben Kleinen so gering wie möglich zu halten.

Aber da Deutschland gleichzeitig Papst und Erfinder des Automobils ist, sind diese Regeln aufgeweicht, dass es nur so knallt. So kann man die lästige Pflicht tatsächlich umgehen, wenn man sich einen Oldtimer ohne Gurte zulegt. So lange das Kind bereits über 3 Jahre ist, kann man es auf den Rücksitzen mitnehmen. Ist ja irgendwie logisch… oder?
Aber gut. Insbesondere in Taxen – und da kommen wir zum Thema – gibt es Ausnahmen. So müssen Kinder bis 9 kg tatsächlich im Taxi nicht gesichert werden. Man könnte sie also gleich an der Federwage hängen lassen, die man zum Bestimmen des Gewichts am Besten mitführt. Außerdem müssen nur 2 Kinder überhaupt gesichert werden. Also eine fiktive Großfamilie mit 3 Kindern ab 22kg und einem Baby dürfte ich theoretisch mit meinen 2 Sitzerhöhungen der Klasse 3 Mitnehmen. Von den 3 untergroßen Vorerwachsenen müsste ich 2 auf die Erhöhungen packen, den dritten Knilch (möglichst der Nervige) wird dann einfach so hingesetzt. Ob ihm der Gurt die Luftzufuhr abschneidet oder ob er bei einem Unfall aus dem Fenster fliegt – egal. 4 Kinder sind eh ein bisschen viel.
Und das Baby – ja mei! Mama wird’s schon festhalten, wenn sie’s wirklich lieb hat…

So, und nun kommen wir zum Punkt: So einen Scheiß mach ich nicht mit! Mein Taxi ist ein ganz normales Auto und besteht überwiegend aus Metall und Kunststoff. Ich begebe mich bei jeder Fahrt in den öffentlichen Verkehrsraum, wo unterschiedlich begabte Mitmenschen ähnliche Gefährte zwischen 500 und 40.000 kg mit Geschwindigkeiten zwischen 5 und 100 km/h bewegen. Und das manchmal sogar entgegen meiner Fahrtrichtung. Ich bin ein routinierter Fahrer mit einer gewissen Vernunft und genau diese erlaubt es mir zu erkennen, dass das nicht auf alle zutrifft, sowie auch dass Kotze im Auto nicht halb so eklig ist wie ein zerplatztes Baby an der Windschutzscheibe.

Die Wahl der Erziehungsmethoden obliegt den Eltern, aber ich hab einfach keine Lust auf psychologische Traumata, falls doch mal was passiert. Mal ganz davon abgesehen, dass die „Ist ja nur kurz“-Vollpfosten am Ende die ersten sind, die mich verklagen, wenn ihr Nachwuchs auf dem Asphalt klebt.

Wir leben hier in Berlin und die Lösung für das Problem mit den Taxis ist ganz einfach. Man kann ein Taxi vorbestellen und dabei angeben, was für Kindersitze man braucht. Zum Beispiel hier oder hier. Sicher, es wird vielleicht ein wenig länger dauern und man macht das dementsprechend nicht erst auf den letzten Drücker – aber mal im Ernst, liebe Eltern: Kinder machen so unendlich viel Arbeit. Kommt es da auf die 15 Minuten Wartezeit oder den einen Telefonanruf an? Dafür, dass die Kids sicher transportiert werden?

Ich glaube nicht.

Und ich denke auch nicht, dass Taxifahrer schlechte Menschen sind, wenn sie auch im totalen Stress nicht vergessen, an die Sicherheit von euren Kindern zu denken.

Im Übrigen schreibe ich das nicht nur als graue Theorie herunter. Derletzt hatte ich eine Mutter im Auto, die nach einer Sitzerhöhung für ihren Kleinen gefragt hat. Als ich an den Kofferraum bin, um sie zu holen, war sie schon mit einem

„Ach egal, ich nehm ihn irgendwie so…“

zur Stelle. Zwei Kilometer weiter habe ich eine Radfahrerin übersehen. Kurz nicht hingeschaut und dann war sie wegen des Verlaufs des Radwegs und meiner Fahrtrichtung über eine Sekunde im toten Winkel hinter (vor) meiner A-Säule. Gesehen habe ich sie, als sie 3 Meter vor meiner Motorhaube war. Also: Vollbremsung! Hat prima geklappt, aber Mami und der Kleine hingen ganz schön überrascht in ihren Gurten. Keine schöne Vorstellug, dass der Kleine unter dem Gurt durchgerutscht wäre, wenn ich auf Mami gehört hätte… 🙁

300.000 + 30

Ja, nun hat sie es also geschafft, meine gute alte 1925:

„Der Wagen ist noch recht neu, oder?“ Quelle: Sash

Allerdings hab ich dank über einer Woche Urlaub den Moment verpasst, in dem mein Opel die 300.000 km endlich zusammengekriegt hat. Ich kann ja feiern, wenn er die auch laut Taxameter geschafft hat. Das zeigt bisher nämlich nur 295.000 an. Naja, anzeigen tut es nur 95.000, da es gar keine 6 Stellen hat 🙂

Nach einer Woche wieder arbeiten ist komisch, aber dank des Interviews zu Beginn war es nur eine kurze Schicht, die dank Gewitter aber auch ganz gut lief. Wenn ich einen Lieblingsmoment bestimmen müsste, dann war es der, als ich als einziges Taxi am Ostbahnhof vorgefahren bin und ein Kunde schon bereitstand. Perfekt wurde das alles, als er sagte:

„Wir fahren nach Erkner!“

30 Kilometer auf einmal. Und vor allem 40 €. Das Wetter war allerdings auch mies. Damit es nicht nur all meine Social-Follower sehen können, verlinke ich das Gewitter-Video von mir auch hier nochmal: Gewittah!!!

So, jetzt muss ich nur noch die paar Tage bis zum Monatswechsel durcharbeiten, und dann wird alles gut 🙂

Falsch geparkt

Im Großen und Ganzen versuche mich mich da darin, zumindest den Anschein zu erweckend, die StVO einzuhalten. Da macht das Parken keine große Ausnahme. Sicher muss man als Taxifahrer mal in zweiter Reihe halten und wenn es ganz dumm läuft, dann passiert das auch mal an einer einspurigen Straße. Das ist nicht immer schön für alle unfreiwillig Beteiligten hinter mir, aber wer selbst schon mal mit einem Taxi wohin musste, wird verstehen, dass die meisten Kunden vom Fahrer sicher nicht hören wollen, dass er mal eben um den Block fährt, um einen Parkplatz zu finden.

Da ich nachts unterwegs bin, hält sich das Behinderungsrisiko allerdings in engen Grenzen – und nebenbei ergeben sich auch sonst mehr Haltemöglichkeiten als tagsüber. Am Hauptbahnhof zum Beispiel. Jeden Tag ein unerträgliches Gewimmel auf dem kleinen Europaplatz zwischen der Invalidenstraße und dem Bahnhofsgebäude! Nachts, wenn der letzte Zug bereits raus ist, sieht das anders aus.

Deswegen war ich am Wochenende auch gar nicht zimperlich und hab mich auf den Entladeplatz für Taxen gestellt. Das ist insofern nicht legal gewesen, als ich mich eigentlich nur selbst entladen wollte und kurz auf einen Sprung zur Apotheke rein. Ich sollte meiner Freundin ein paar Tabletten mitbringen und da die Nacht gut lief, hatte ich keine große Lust, mich länger dort aufzuhalten.

Also bin ich schnell aus dem Auto rausgesprungen und die 10 Meter zur Tür gelaufen…

Und habe auf der Stelle bedauert, dass ich genau diesen Parkplatz zu diesem Zeitpunkt gewählt hatte. Denn statt die von mir erwartete gähnende Leere auf der anderen Seite der Tür vorzufinden, drückten sich plötzlich ein paar hundert Hooligans durch die Tür, dem Anschein nach zwei Truppen, die nicht so sonderlich gut aufeinander zu sprechen waren. Team Green war natürlich auch dabei, und so folgten ein oder zwei Einsatzhundertschaften dem aufgewühlten Mob und keine 30 Sekunden, nachdem ich mein Auto verlassen hatte, war es umzingelt von Hassparolen brüllenden betrunkenen Typen und ein paar Polizeiwannen nebst dazugehörigem Schlägertrupp. Als der erste Böller geflogen ist, hab ich nicht mehr damit gerechnet, mit meiner guten alten 1925 noch irgendwohin fahren zu können.

Da ich in der Situation eh nicht viel machen konnte, bin ich in den Bahnhof und hab versucht, durch einen möglichst intellektuellen Blick der soeben nachrückenden Polizei das Gefühl zu vermitteln, ich sei kein Angriffsziel. Erfolgreich.

Als ich, nachdem ich in der Apotheke beim Security-Mitarbeiter Tabletten kaufen wollte und sie letztlich doch vom Apotheker bekam, wieder draussen war, musste ich mich immer noch durch die Menge drücken, aber Hools sind auch nur Menschen und als solche überwiegend kleiner als ich. Mein Auto stand allerdings schon wieder ausserhalb des operativen Einsatzgebietes aller Beteiligten und ich konnte nun als Außenstehender verfolgen, wie die Cops hinter einem Rudel Vollhorste herrannte, um sie wieder in den Bahnhof zu bugsieren.

Nochmal gut gegangen!

Und zudem hab ich jetzt eines der beklopptesten Argumente gegens Falschparken:

Nicht falsch parken, denn es könnte sein, dass euer Auto dann von Hooligans oder der Polizei beschädigt wird! 🙂

Aber vielleicht leuchtet bei der Polizei auch irgendwo ein Lämpchen auf, wenn ich illegal vor einer Apotheke halte und sie kommen deswegen…

Nass dank Fahrrad

„Das ist aber wirklich sehr nett, dass sie mir da helfen!“

„Überhaupt kein Problem. Wie schon gesagt: Bisher hab ich alle Fahrräder ins Auto reingekriegt, aber es ist jedes Mal eine ziemliche Fummelei. Könnten sie mal da vorne…“

Ächz!

Großraumtaxen sind was Tolles, aber manchmal sorgen sie auch für Arbeit, die dem E-Klasse-Fahrer erspart bleibt. Für Fahrräder hat mein Zafira sowas ähnliches wie eine Mustergröße. Ich hab bisher wirklich jedes reingekriegt mit umgelegter Rückbank – aber das System, wie jetzt gerade dieses eine dort hineinbugsiert werden kann, das darf man jedes Mal neu erfinden.

„Vorher war da ja ein Kollege mit so einem Bus, aber der wollte gar nicht auf mich hören. Dabei hätte man das dort wahrscheinlich einfach reinschieben können…“

teilte sie mir mit einem bedauernden und nicht einmal bösen Tonfall mit. Sie war etwa Ende 40 und hatte nach eigenen Angaben in diesem verregneten Sommer bereits eine zweiwöchige Fahrradtour absolviert, ohne ernsthaft nass zu werden. Und jetzt Berlin. Es war eine der kältesten Juli-Nächte, so ca. 12°C, sie war den ganzen Tag unterwegs mit Bahnverspätung und allem Tralala. Der Himmel schüttete sich seit 2 Tagen hemmungslos aus und sie hatte einfach keine Lust, die letzten 5 Kilometer noch mit dem Rad durch die teils zentimetertiefen Pfützen der Hauptstadt zu fahren.

Bei ihrer Aussage zum Kollegen musste ich an eine andere glückliche Kundin denken, die mir strahlend berichtet hat, dass sie letztes Mal „bei totalem Sauwetter“ einen Taxifahrer getroffen hat, der ihr Rad mehr schlecht als recht – aber besser als gar nicht – in den geöffneten Kofferraum seiner Mercedes-Limousine gestopft hat, um sie halbwegs trocken ans Ziel zu bringen.

Obwohl ich hier zum Verladen meist unter der schützdenen Heckklappe dem Regen entkam, war die Dankbarkeit meiner aktuellen Kundin etwa ähnlich umfassend.

„Sagen sie, was kostet denn so ein Fahrrad dann extra?“

Ich hab mal ziemlich frei die Tarifordnung zitiert:

„Ein Gepäckstück, das nicht in den Kofferraum passt, kostet einen Euro extra.“

„Oh, das ist ja viel zu wenig!“

Ein wenig innerlich vor mich hinfluchend, warum dieser blöde Lenker sich jetzt gerade an den Rücksitzen verkeilen musste, hab ich nur vielsagend vor mich hingemurmelt:

„Wenn es sich weiter so wehrt, dann haben sie vielleicht Recht…“

Aber ich hab mir die Zeit genommen, sie daraufhin kurz anzulächeln und zu sagen, dass das schon ok ist.

Und siehe da: Irgendwann hatten wir das geschafft. Das Rad war verstaut, und abgesehen von der bangen Frage, ob es da auch je wieder rauskommen würde, waren wir erst mal glücklich mit dem Ergebnis. Also ging es rein ins warme Auto, Tür zu und dann haben wir zugesehen, dass wir Land gewinnen. Das Fahrrad war verkeilt genug, damit nicht einmal der Gepäckkorb klapperte, und so konnte ich trotz Regenwetter den Weg ins Herz Neuköllns auch zügig zurücklegen. An der angesagten Adresse angekommen, bedeutete sie mir in ziemlicher Demut, ich solle doch bitte bitte erst mal im Auto bleiben. Sie macht jetzt erst mal die Tür auf bei sich, dann könnten wir da gleich ohne allzu nass…

Ich bin ausgestiegen und hab den Kofferraum geöffnet. Wie gesagt: Unter der Klappe ist es ja auch nicht feuchter als im Wagen selbst und ich wollte mir mal ansehen, wie wir dieses Etwas aus dem Wagen bekommen, das irgendwie entfernt an einen eingebauten Überrollkäfig erinnerte. Zu meiner Überraschung ließ sich das Rad mit 2 Handgriffen sanft und endgültig aus den Eingeweiden meines Autos rausoperieren und kaum dass sie die Türe des Hauses offen hatte, stand ich mit dem Fahrrad bei ihr.

„Oh, das ist aber… das hätten sie doch nicht… wie viel bekommen sie denn jetzt?“

„Die Uhr steht bei 10,80 €, mit dem Zuschlag wären wir dann bei 11,80.“

„Oh Mein Gott, das ist ja wirklich viel zu… also nee!“

Mein Grinsen hab ich sorgfältig verstecken müssen. Das gibt 15. Locker! 🙂

„Machen sie mal 20!“

Wow! Und da sag mal einer, dass sich Service nicht doch lohnt. Damit war auch der Typ aus dem letzten Artikel wieder völlig vergessen.

„Na, sie sind ja jetzt auch ganz nass geworden wegen dem Fahrrad…“

Das hätte ich ja auch nie erwartet bei einer Schicht im strömenden Regen 😉

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Taxis oder Taxen?

Die Frage nach dem richtigen Plural des Wortes „Taxi“ zieht sich durch alle Bereiche, in denen das Wort gebraucht wird. Und ebenso wie auf irgendwelchen halbhilfreichen Frageseiten für Suchmaschinenlegastheniker finden sich auch im wirklichen Leben an erster Stelle immer wieder die Leute, die mit ihrem sicher mühsam angeeigneten Halbwissen prahlen:

„Taxen! Glaub doch dem schlauen Fritz, dass das Taxen heißt und nicht Taxis!“

Ich widerspreche renitenten Fahrgästen nicht prinzipiell – aber wenn ich von einem Thema mal wirklich Ahnung habe, dann kann ich mich im Beisein Dritter auch nicht zurückhalten.

„Tut mir sehr leid, aber da muss ich sie enttäuschen…“

Nun ist die Frage tatsächlich ein wenig kompliziert, da sich natürlich ausgerechnet bei diesem Wort ein wenig die Umgangssprache mit der Hochsprache vermischt – und keine der beiden per se irgendwie „schlechter“ oder „falsch“ ist. Instinktiv ordnet man Taxi als eines der Worte ein, bei denen man als Kind besonders aufpassen muss. Sowie es keine Globusse und Atlasse gibt, gibt es eben auch keine Taxis. Aber das stimmt nicht. So gibt der Duden als einzige Pluralform „Taxis“ wieder und befindet sich damit mit der Wikipedia (siehe auch die Diskussion), bzw. auch dem Wiktionary und den dort verlinkten Referenzen in Einklang.

Insgesamt scheint der Plural „Taxis“ also korrekt zu sein, auch wenn die Rechtschreibung nach dem Duden nicht mehr bindend ist.

Nun kommt der Begriff „Taxen“ aber zweifelsohne oft vor – und zwar nicht zu Unrecht. „Taxen“ existieren im Sprachgebrauch durchaus auch, allerdings als Plural des Wortes „Taxe“. Die „Taxe“ beschreibt hingegen hochsprachlich eine festgesetzte Gebühr und „nur“ umgangssprachlich wird der Begriff synonym ebenso wie das „Taxi“ verwendet. So kommt es, dass viele Menschen im Singular zwar „Taxi“ sagen, im Plural aber auf das vermeintlich schönere Wort „Taxen“ zurückgreifen.

Und damit lässt dich die Problematik wie folgt beantworten:

Die korrekte Mehrzahl von „Taxi“ ist „Taxis“. Es ist allerding überhaupt nicht schlimm, „Taxen“ zu sagen, da es zumindest umgangssprachlich das selbe Objekt bezeichnet.

Und wer sich jetzt ärgert, dass er da eventuell ewig falsch gelegen hat, der darf sich vor Augen halten, dass es nicht einmal die für die Beschilderung der Stadt zuständigen Ämter wirklich vernünftig umsetzen können:

Heißt es Taxis oder Taxen? Eigentlich falsche Schilder. Quelle: Sash

Den „schlauen Fritz“ hat das alles im Übrigen nicht überzeugt. Der rennt weiter durch die Gegend und erzählt, dass der Plural „Taxen“ heißt. Man kann ja nicht alle erreichen…