Andere Fahrer

Ich bin gerade von einem miserablen Wochenende heimgekommen und hätte durchaus noch zwei Taxigeschichten, aber der Heimweg machte mir einen Strich durch die Rechnung, denn dort habe ich mir ansehen können, wie die busfahrende Kollegenschaft mit Unannehmlichkeiten umgeht. Oder zumindest mein Ersatzverkehr-Busfahrer. Und ich bin nicht ganz überzeugt.

Passiert ist folgendes:

Der Busfahrer hatte seine letzte Tour diesen Abend auf der S7-Ersatzstrecke. Offenbar begleitete ihn sein vielleicht 13-jähriger Sohn an diesem Abend, zumindest war da ein Kind, dass dauernd mit dem Fahrer sprach und schon 20 Sekunden nach dem Start dem Fahrer mitteilte, dass einer der Fahrgäste offenbar etwas von seinem Bier verschüttet hat.

Als jemand, der Berlin nachts kennt, hatte ich nicht damit gerechnet, was dann passierte. Der Busfahrer hielt unmittelbar am rechten Straßenrand, ging nach hinten und forderte den Typen auf, auszusteigen. Der entschuldigte sich und stellte sein Bier nach draußen.

„Nee, aussteigen!“

Da mischte sich der Kumpel des Biertrinkers ein und meinte, er hätte doch das Bier rausgestellt.

„Aussteigen, ick diskutier nich!“

Die nächsten 5 Minuten vergingen damit, dass der Biertrinker bat, doch bitte weiterfahren zu können, da das Bier jetzt draußen sei, der Busfahrer ihn anging, dass er wegen dem Scheiß jetzt noch eine halbe Stunde putzen müsse und bekam zum Ausgleich das Angebot des Fahrgastes, er wische das gerne auf. Daraufhin drohte der Fahrer mit der Polizei, wenn er nicht aussteige, was dessen Kumpel leicht genervt, aber sehr ruhig mit einem „Nee, bleib drin, dit is nich ok!“ gewissermaßen eskalierte. Der Busfahrer bestand auf seinem Hausrecht, der Kumpel darauf, dass sie doch wirklich keinen Ärger machen wollten und schließlich wurde der Motor abgestellt und die Polizei gerufen. Nach dem Anruf sagte der Fahrer noch einmal, dass sie mit einem Aussteigen weiteren Ärger verhindern könnten, er würde dann die Polizei abbestellen – ein Angebot, das die beiden letztlich annahmen. Daraufhin wurde auch die Polizei abbestellt und die Fahrt ging nach den 5 Minuten weiter.

Dann hörte ich, wie sich der Fahrer mit seinem Sohn darüber unterhielt, wie schlimm er es gefunden hätte, dass kein Anderer eingegriffen habe und machte eine ironische Durchsage durchs Mikrofon, dass er heute wieder gelernt hätte, wie sich jeder selbst der nächste sei, obwohl doch wir es wären, die gerne nach Hause wollten.

Tja, puh.

Ich war im ersten Moment rein berufsbedingt schnell auf der Seite des Busfahrers. Ich meine, es ist nicht ok, das Fahrzeug zu verdrecken. Auch wenn mir die halbe Stunde Putzaufwand bei ebenem Boden und einer 100ml-Bierlache etwas übertrieben erschien. Aber ja, er hat die Kiste wahrscheinlich vor der letzten Fahrt durchgecheckt, um schnell Feierabend machen zu können. Wenn das schief geht, isses ärgerlich, kenne ich ja auch.

Aber die Dynamik der Situation war weit komplexer. Denn der Fahrgast war super kooperativ, hat sich entschuldigt und man sollte an der Stelle durchaus miterwähnen, dass es nunmal die letzte Fahrt in die Außenbezirke war. Vor allem aber schien mir das ein sehr ungesundes Beispiel dafür zu sein, wie Männer ihren Söhnen zeigen, wie man mal ordentlich durchgreift. Denn gerade das theatralische Gejammer am Ende, wie er der einzige Held war … also ich persönlich hatte zum Beispiel keine große Lust, mich einzumischen, weil ich das Angebot, sauberzumachen, ziemlich fair fand, aber wieso sollte ich so blöd sein, mir meine Heimfahrt zu versauen, indem ich mit jemandem diskutiere, der mehrfach laut und aggressiv „Ick diskutiere nich!“ durch den Bus ruft? Zumal die beiden anderen wirklich null gefährlich waren oder so. Und wie hätte ich, wenn ich eine andere Meinung gehabt hätte, dem Busfahrer helfen sollen. Er hat mit der Polizei gedroht, sie sogar angerufen, was hat er erwartet? Dass wir die Jungs gewaltsam rausschmeißen? Was er ja offenbar selbst nicht vorhatte …

Im Endeffekt fand ich das dann nur noch ziemlich trauriges Mackergeprolle, weil dem Fahrer kurz vor Feierabend wohl die Lust gefehlt hat, ein kleines Problem vielleicht einfach zu lösen, ohne einmal über den Tellerrand zu schauen. Mir war es leidlich egal, aber wir können hier durchaus mal festhalten, dass er (die beiden Läufer mal ganz außen vor gelassen) dem Rest der Fahrgäste zusammengezählt schnell mal zwei bis drei Stunden Lebenszeit geklaut hat. Nur um hart rüberzukommen. Putzen musste er ja trotzdem noch, es hat sich ja nix geändert dadurch.

*slow clap*

Ich meine, ich hab’s auch hundert mal geschafft, in Bus und Bahn Bier zu trinken, ohne es zu verschütten, das war schon doof von dem Typen. Aber ich bin irgendwie auch der Meinung, dass Scheiße passieren kann und dass es ab da um eine Lösungsfindung gehen sollte. Das hat auch bei mir Grenzen und ich bin da natürlich auch nicht immer perfekt in der Einschätzung gewesen, aber ein bisschen unnötig fand ich das vorhin dann schon. Hey, ich hab in meinem Taxi auch schon Leute putzen lassen. Und das war meist völlig ok und befriedigt das Ego wirklich ausreichend.

39 Kommentare bis “Andere Fahrer”

  1. the passenger sagt:

    Jo, bin ich zu 100 % bei Dir. Jemand anderem das Fahrzeug zu verdrecken ist Mist. Kann aber halt mal passieren. Und mit einer Entschuldigung und dem Angebot, den angerichteten Schaden zu beheben, sollte es dann wirklich gut sein.

  2. Tobias sagt:

    Hätte mich bei der BVG beschwert. Der Fahrer hatte definitiv keine Berechtigung, die beiden rauszuschmeißen. Und ob die Fahrer ohne weiteres ihre Kinder mitfahren lassen dürfen und mit ihnen während der Fahrt diskutieren dürfen, ist auch nochmal so eine Angelegenheit.

  3. Rüdiger Pohlen sagt:

    Der Fahrer hat sehr wohl das Recht, jemanden auf die Straße zu setzen Er hat definitiv das Hausrecht.
    Ob er es zu Recht angewendet hat steht auf einem anderen Blatt. Aber zu erst einmal muß derjenige den Bus verlassen. PUNKT.
    Dass das verhalten des Busfahrers hier unter aller Sau ist, steht außer Frage und ich hoffe sehr, das es nur ein Einzelfall ist.

  4. S2B2 sagt:

    Gilt für Busse nicht wie für den gesamten ÖPNV auch, die Beförderungspflicht?

  5. Draalo sagt:

    @S2B2: natürlich, aber die Pflicht unterliegt Einschränkungen.

    @Sash: Würde mich wirklich mal bei der BDG beschweren. Schliesslich hat der Fahrer seine Beförderungspflicht DIR gegenüber (aus nichtigem Grund?) nicht wahrgenommen 😉

    Ich persönlich hätte nach 3 min. dem Fahrer sachlich aber bestimmt einen gegeigt:
    „Jetzt geben sie dem Mann endlich einen Lappen damit er das Bier wegwischen kann, wir wollen auch alle nach Hause und Feierabend machen. Wenn sie die Fahrt weiter verzögern rufe ich mir ein Taxi und fordere die Kosten morgen von der BVG zurück“

    Immerhin hast Du ja den Vorteil das Du immer ein Taxi bekommst und notfalls ohne Probleme anschreiben kannst 😉

  6. Roichi sagt:

    Sicher, dass der Busfahrer im Nebenberuf nicht Pförtner ist?

    Sonnabend, größere Erstsemesterparty in Uniräumen, ich bin Verantwortlich für den Ordnerdienst der Veranstalter, also hauptsächlich Leute, die den Weg weisen und mal ein Auge auf Dinge haben. Nichts ernstes.
    Und der Pförtner macht Stress wegen verschüttetem Bier im Flur. Lässt die offiziellen Security antanzen, die sollen keine Leute mit Flaschen mehr ins Gebäude lassen. Hallo, wir verkaufen denen Bier in Flaschen, drinnen.
    Absolut dämlich und zum Glück in fünf Minuten geklärt. Bevor mir die Leute draußen Stress machen und es wirkliche Probleme gibt. Und das nur als ein Beispiel der Glanzleistungen dieses Mitbürgers.
    Auch so ein Kandidat für den Mackerposten.

  7. comicfreak sagt:

    Hallo Roichi, schön mal wieder von dir zu lesen 😀

    Zum Thema: deutliches Graurückengehabe vor dem Junior. Man fürchtet sich bei der Vorstellung, wie das Familienleben da ist.

  8. Rüdiger Pohlen sagt:

    Beförderungspflicht kennt auch Grenzen. Unter anderem, wenn jemand das Fahrzeug beschmutzt.
    In JEDEM Fall aber hat der Busfahrer das Hausrecht. Ob er im Recht war, ist eine Sache, die hinterher geklärt werden muß. Wenn er die Anweisung gibt, raus aus dem Bus, muß man dem aber erst mal folge leisten.

  9. Roichi sagt:

    Hey Comicfreak. Ebenso. Bin im Forum eher stiller Mitleser momentan.

  10. Stefan Grabe sagt:

    Nach Deiner Schilderung hätte ich gleich mal (ohne Witz) die Polizei gerufen (und mich bei der BVG beschwert), damit sie den Busfahrer dazu bringen seine Haupt-Pflicht zu erledigen, nämlich die Fahrgäste sicher und zügig zu befördern, anstatt grundlos Fahrgäste zu schikanieren, übertrieben anzupöbeln und ihnen die Fahrt/ Leistung zu verwehren.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann war das Bierverschütten ein Missgeschick und der Täter noch mindestens halbwegs in Besitz seiner selbst.

    Wenn den Busfahrer seine Tätigkeit zu sehr nervt, dann muss er sich einen anderen Job suchen. Die eigene Frustration an anderen auszulassen ist kein guter Weg.

  11. Stefan Grabe sagt:

    Hätte der Busfahrer zum Beispiel seine Besorgnis darüber geäußert, dass er befürchtet, dass der Fahrgast bspw. sich wahrscheinlich gleich im Bus übergeben wird und hätte dies auch offensichtlich so den Anschein, dann währe der Busfahrer wohl im Recht gewesen, ihn aussteigen zu lassen. Nicht aber in dem geschilderten Fall. So sehe ich das.

  12. Aro sagt:

    Oh man, da musste aber mal jemand zeigen, was er doch für eine (lächerliche) Macht hat.

    Bei der Geschichte fiel mir das Mensch-Meier-Lied von TSS ein:
    „Ick schmeiß den Meier raus und hol die Polizei“
    Doch die Leute riefen: „Sag mal, bist du blöd, Mensch?
    Wir müssen arbeiten, wir haben keine Zeit
    Und der Meier bleibt hier drin, sonst fliegst du raus!“

    @ Sash
    Kannst Du eigentlich auch Bus fahren? 😉

  13. Aro sagt:

    Und sein Söhnchen hat er offenbar auch schon ganz gut zum Denunzianten erzogen 🙁

  14. Flossensauger sagt:

    Das gleiche habe ich hier auf dem Dorf neulich im letzten Nachtbus nach Hause erlebt. Auf der Rückbank feierten drei Jugendliche, laut, aber nicht wirklich auffäliig. Der Busfahrer hatte seine optisch 20 Jahre jüngere Partnerin neben sich stehen, incl. Knutscherei an jedem Halt.

    Nach einer dreiviertel Stunde Fahrt, der Bus musste eine Pause machen um seine (am Bordcomputer vorgegebene und auch dort registrierte) Fahrzeit einzuhalten fühlte sich die Freundin bemüssigt die Teenies hinten zusammenzuscheissen, warum auch immer. Dummerweise mit der Begründung, die anderen Fahrgäste würden belästigt. Ich war allerdings der einzige „andere“ Fahrgast. Und war nicht belästigt.

    Was ich sowohl der Frau neben dem Busfahrer deutlich gesagt habe und auch den Busfahrer darauf hingewiesen habe, das Fahrgäste während der Fahrt einen sichern Platz einnehmen müssen, was er als Fahrer ja wissen sollte, insbesondere wenn sie die ganze Fahrt neben ihm stünden.

    Sowas würde mir üblicherweise nicht unterkommen oder aus mir heruaskommen, bin ÖPNV erprobt. Allerdings war es die vorletzte Haltestelle auf der gesamten Tour. Keinen Kilometer später, letzte Haltestelle der Tour und der Nacht sind sowohl die Rückbankteenies wie auch ich ausgestiegen.

  15. Jürgen sagt:

    Naja, Hausrecht hin oder her. Da hat der Busfahrer einfach gepennt. Er hätte mitbekommen müssen, dass die beiden Fahrgäste mit einem offenen Bier im Bus unterwegs sind und diese sofort darauf hinweisen müssen, dass das nicht geht und im Falle eines Missgeschicks diese den Bus verlassen müssten/er die Polizei holen müsse/er keine Lust hat, den Bus dann noch sauber zu machen;). Tja, da hat der Busfahrer versucht, sein Missgeschick durch übertrieben Darstellung seiner Position wieder wettzumachen.

  16. Daniel sagt:

    Pfff… Es klingt für mich so, als habe der Fahrer seinem Sohn(?) beweisen wollen, was für ein harter Hund er ist. Und das irritiert mich mehr als die Aktion an sich. Die war überzogen, klar. Genauso wie das Missgeschick des Fahrgastes allein schon dadurch hätte vermieden werden können, dass man das Bier vor der Fahrt hätte austrinken können. Wie schlimm ist faktisch so ein Rauswurf in einer Großstadt? Aus Sicht eines Landbewohners fahren die Öffis bei euch sehr häufig, sodass der Gast ja auch nach dem Rauswurf einfach den nächsten Bus hätte nehmen können (oder war es wirklich der letzte der Nacht?) Am Ende sehe ich eine Situation, die definitiv unnötig stark eskaliert ist, und in der alle Beteiligten irgendwas falsch gemacht haben. Vielleicht schätze ich den Fahrer auch falsch ein und der betreffende Gast war einfach zufällig der fünfte in der Schicht, der eine Verschmutzung verursachte, sodass er nur das Pech hatte, die gesamte Frustration darüber abzubekommen?
    Klar ist, dass das Ganze wesentlich sanfter hätte ablaufen können. Zumal ich die halbe Stunde Putzaufwand als sehr hoch geschätzt betrachte. Linienbusse sind ja doch eher pflegeleicht gebaut. Wäre jetzt ein Teppich, wie er in Reisebussen vorkommt, in Mitleidenschaft gezogen worden, hätte ich die halbe Stunde eher geglaubt.
    Eine Beschwerde über den Fahrer seitens des Gastes könnte ich jedenfalls direkt nachvollziehen.

  17. Schnarbel sagt:

    Offene Getränke, erst recht alkoholische, sind im Bus üblicherweise verboten. Das weiß eigentlich jeder.
    Wenn man dann trotzdem damit einsteigt und zudem auch noch so dämlich ist, das Zeug auf dem Boden zu verkippen, muss man sich über einen Rauswurf doch wirklich nicht wundern.
    Ja, es war etwas hart, ich hätte den Typen (ohne Bier) vmtl. noch mitgenommen, aber keineswegs unberechtigt.
    Nur weil man im Nachhinein eine späte Einsicht hat und sich entschuldigt, ist das Thema ja noch lange nicht erledigt.
    Solche Leute, die es noch nicht mal ein paar Minuten in Bus/Bahn ohne Drogen aushalten, können dann ruhig mal laufen.

  18. Ulf sagt:

    Ob sich eine Beschwerde bei der BVG lohnt, bezweifel ich. Es war Ersatzverkehr der S-Bahn Berlin GmbH und dieser wird normalerweise von lokalen Busunternehmen abgewickelt.

  19. Daniel sagt:

    Na ja, ich denke nicht, dass den Fahrer ausdrücklich die Droge Alkohol gestört hat – hätte der Fahrgast statt dessen Kakao verschüttet, wäre er sicher auch nicht entspannter geblieben. Ich frage mich eher, wieso es so beliebt geworden ist, an so vielen Orten zu trinken oder essen, dass es manchmal schon nötig zu sein scheint, Verbotsschilder aufzustellen (so was wie „kein Eis und keine Getränke“ am Eingang zum Buchladen – sollte das nicht auch ohne Schild selbstverständlich sein?). Ich vermute mal, dass die Busfahrt so kurz gedauert hat, dass es mit hinreichend Selbstbeherrschung möglich gewesen sein könnte, sie ohne Reiseproviant zu überstehen 😊

  20. Daarin sagt:

    Sorry, aber ich frage mich gerade: Wo genau steht, dass die Beförderung bei einer fahrlässigen Beschmutzung des Fahrzeuges ausgeschlossen werden kann? Ich habe ja viel gefunden, zum Beispiel reden mit dem Fahrer (nur so als Beispiel) oder auch Sicherheitsrelevantes… aber von Verschmutzung eher nicht.

  21. Stefan Grabe sagt:

    Wegbier ist doch Punkrock
    https://www.youtube.com/watch?v=fQvr4mLrp7A

    Busfahrer sind wohl seltener Punkrocka
    🙂

  22. Schnarbel sagt:

    @Daarin:
    https://www.vbb.de/fahrpreise/befoerderungsbedingungen
    Weiß ja nicht, wo du geguckt hast, aber das ist eigentlich ziemlich eindeutig.

  23. Stefan Grabe sagt:

    @Schnarbel
    Wo genau hast Du denn den eindeutigen Hinweis gesehen? Das Pamphlet ist ja recht umfangreich.

    Wie auch immer; was dort geschrieben steht ist ein einseitiger Standpunkt. Ich sehe den Inhalt als nichtig an, sofern dieser gegen die guten Sitten und den gesunden Menschenverstand verstößt. Ich habe von diesem Inhalt weder Kenntnis noch bin ich damit blind einverstanden. Ich habe auch nicht vor mir das Pamphlet durchzulesen. Darf ich jetzt nicht mehr mit den Öffis fahren?? Ooo

    Ich sehe bei der beschriebenen Begebenheit auch keine Fahrlässigkeit (im rechtlichen Sinne). Das war aus meiner Sicht vermutlich einfach ein Versehen. Ebenso könnte man sich versehentlich den Kopf/ die Nase an einer Haltestange anschlagen und dann den Bus mit Blut fluten. Shit happens

    Ich würde einen verschütteten Schluck Bier im Bus unter first world problems ablegen 🙂

  24. Daarin sagt:

    @Schnarbel:
    Ich habe natürlich dort hin gesehen wo die Beförderungspflicht geregelt ist, im Gesetz. §13 BOKraft schreibt die Beförderungspflicht vor „[…] [s]oweit nicht ein Ausschluß von der Beförderungspflicht nach anderen Rechtsvorschriften besteht […]“ oder die Sicherheit oder Ordnung des Betriebs gefährdet ist. In §14 ebendieser Verordnung sind dann einige Punkte aufgeführt, die insbesondere gelten. Natürlich können dort Punkte hinzu kommen, aber eben nicht nach Gutdünken sondern nach richterlichem Ermessen. Man könnte es als Taxifahrer bestimmt auch verargumentieren, dass eine Fahrt unter einem Kilometer die Ordnung des Betriebes stört und dadurch versuchen der Beförderungspflicht zu entgehen.

    Das von Ihnen verlinkte ist die AGB eines privatwirtschaftlichen Unternehmens und definitiv nicht gleichgestellt mit einer Verordnung, daher wüsste ich gerne woher Sie die Gewissheit nehmen, dass die Beförderungspflicht hier nicht gegeben ist.

  25. Sash sagt:

    @all:
    Leute, Leute, ihr habt auch wieder Laune heute, was? 🙂

  26. Joe sagt:

    @Stefan Grabe
    Pamphlet bedeutet ‚Schmähschrift‘. Inwiefern trifft das auf Beförderungsbedingungen zu???

  27. Rüdiger sagt:

    Stefan Grabe
    Ob Du es gelesen hast oder nicht, Interessiert absolut niemanden. Dummheit schützt vor Strafe nicht, solltest auch Du kennen.
    Ich habe auch nicht alle Gesetzestexte gelesen, dennoch muß ich mich an diese halten.

  28. Daarin sagt:

    @Rüdiger
    M.E. ist das hier kein Gesetz sondern die Regeln eines Verbandes, der als GmbH eingetragen ist. GmbHs erlassen keine Gesetze (wäre ja noch schöner). Vielleicht übersehe ich ja wirklich was, aber bisher ist damit halt noch keiner um die Ecke gekommen.

    @Sash
    Ich entschuldige mich, ich kann es bloß nicht leiden wenn man Gesetze mit… naja, eigentlich werden Gesetze mit allem möglichen vermischt und das mag ich nicht.

  29. Rüdiger sagt:

    Daarin, ich habe auch nicht von einem Gesetz geredet, sondern einer Vertragsbedingung, die man akzeptiert, wenn man die angebotene Leistung nutzt. Und wer sich nicht vorher über die im Vertrag festgehaltenen Bedingungen informiert, hat halt Pech gehabt.

  30. Stefan Grabe sagt:

    Die Öffis sind für die Allgemeinheit und es gibt quasi keine Konkurrenz. Daher handelt es sich hier nicht um einen normalen Vertrag. Aber was ist schon ein normaler Vertrag. Meistens ist eine Partei (deutlich) stärker oder es herrscht zumindest ein deutliches Ungleichgewicht.

    Vertragsbedingungen oder AGBs sind im Übrigen normalerweise immer einseitig und daher nur bedingt für beide Seiten bindend. Vor gehen in erster Linie übergeordnete Gesetze und dergleichen, zumindest hierzulande.

    Ich für meinen Teil akzeptiere nicht alles, nur weil es irgendwo steht oder jemand eine Mütze auf hat. 🙂

    PS: @Joe
    Sollte ich mich in der Wortwahl vergriffen haben? Ich denke nicht wirklich 🙂

  31. jan sagt:

    Ich kenne Berlin nicht, aber Außenbezirke, letzte Bahn/Ersatzverkehr, da schrabbt der Fahrer aber auch ganz schnell mal an der Straftat Aussetzung §221 StGB vorbei.. alleine wenn jemand durch den Rauswurf ohne Jacke ne Stunde durch den kalten Regen rennen muß, bei schlechter Immunabwehr sich vielleicht ne Lungenentzündung fängt.. ober bei kaltem Wetter fast erfriert. Oder einen Betrunkenen rauszuwerfen, der nicht mehr grade gehen kann und sich selbst zu überlassen..

  32. Sebastian sagt:

    @Schnarbel
    Die Beförderungsbedingungen sind tatsächlich eindeutig: „Verletzt ein Fahrgast trotz Ermahnung die ihm obliegenden Pflichten nach den Absätzen 1 bis 4, kann er von der Beförderung ausgeschlossen werden; in schwerwiegenden Fällen ist eine vorherige Ermahnung nicht erforderlich.“
    Mehr als eine Ermahnung wäre nicht drin gewesen.

  33. Schnarbel sagt:

    @Sebastian (und andere):
    Ich habe mich bei meiner Antwort nur auf die Frage von Daarin bezogen, wo das stehen würde (nämlich in den Beförderungsbedingungen).
    Ob in diesem konkreten Fall der Rauswurf den Bedingungen entsprochen hat, vermag ich nicht zu beurteilen.
    So eindeutig, wie du es darstellst, ist es für mich aber auch nicht. Oder kannst du klar definieren, was mit „schwerwiegenden Fällen“ gemeint ist?

  34. the passenger sagt:

    „Schwerwiegende Fälle“ wären für mich z.B. Bedrohung anderer Fahrgäste oder so etwas. Eine Pfütze Bier mit anschließender Entschuldigung eher nicht.

  35. Mädel sagt:

    Ich hab die berühmte Berliner Schnauze eines Berliner Busfahrers als Touri auch erleben dürfen. Arglos wollten mein Partner und ich mit der soeben erworbenen Eiswaffel in den Bus steigen und uns mampfenderweise zum Hotel kutschieren lassen, als mich der Buschauffeur beim ersten Schritt durch die vorderste Tür anfauchte: ob mir meine Mama nicht beigebracht hätte, dass man im Bus nichts isst.. Austeigen! Sofort!
    Ich war zwar etwas perplex und nahm den Fuss zurück, hab aber entgegnen können: Nein, meine Mama war zu beschäftigt mir beizubringen, beim Essen nicht zu kleckern, egal wo (yeah, Sternstunde. Schlagfertigkeit) und wir haben die U-Bahn genommen.

  36. Rüdiger sagt:

    Schade Mädel, das deine Mama Dir nicht mehr Anstand beigebracht hat.
    Bei mir im Taxi steigen auch ständig Leute ein, die meinen ,sich beim Pommes essen oder Wodka saufen benehmen können.
    Ich darf aber hinterher die Majo und den Ketchup von den Sitzen wischen und die leeren Flaschen entsorgen.
    Sorry, aber in einem anderen Fahrzeug essen ist ein absolutes NOGO !!!!!

  37. Mädel sagt:

    @Rüdiger
    Betrunken ist für mich auch ein NOGO.
    Aber bei klarem Verstand mit einer Serviette seh ich da kein Problem. Ist mir auch noch nie passiert, dass etwas schiefgegangen ist. Liegt aber vlt auch daran, dass ich im Reisebus auf Langstrecken Essen serviert hab und es gewohnt bin, auch auf ruckartiges Bremsen richtig zu reagieren.

  38. Schnarbel sagt:

    @Mädel:
    Das hättest du dem Fahrer sagen müssen, dann hätte er nur für dich natürlich eine Ausnahme gemacht. Auf dem „Essen und Trinken verboten“-Aufkleber steht ja schließlich auch unten in klein immer „gilt nicht für Leute, die schonmal in einem Reisebus Essen serviert haben“. 😉

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