Soso, ganz normal…

Also ich persönlich bin ja jetzt nicht so wirklich begeistert von unserem Mechaniker. Meine Chefs unterhalten offenbar eine langjährige Geschäftsbeziehung mit ihm, und da sie nicht doof sind und durchaus wissen, dass Qualität auch mal ihren Preis hat, vermute ich, dass er im Großen und Ganzen wahrscheinlich schon vernünftige Arbeit abliefert.

Im letzten Jahr allerdings bin ich echt regelmäßig enttäuscht worden. Gut, er war immer schnell und die kaputten Dinge waren letztlich auch behoben. Aber gleich zweimal wurde die Radkastenabdeckung vergessen, anzuschrauben und irgendwann sind wohl auch unsere Glühbirnen-Fassungen der Frontscheinwerfer einer fehlenden Abdeckung, und damit dem Rost zum Opfer gefallen.

Und jetzt war nach 3.000 km die Kupplung hinüber. Natürlich ist mir bewusst, dass so eine Kupplung ein Verschleissteil ist. Die geht unweigerlich mal kaputt. Und ich weiss auch, dass das je nach Fahrstil schneller oder langsamer passiert. Bei einer Lebensdauer von 3.000 km, bzw. einem Monat, liegt allerdings wohl einiges im Argen. Nur: Von diesen 3.000 km habe ich selbst etwa 2.000 runtergerockt und den Rest mein Tagfahrer, der das Auto nun noch länger fährt als ich. Ich bin mir auch ziemlich sicher, nach rund 8 Jahren als hauptberuflicher Fahrer auf hauptsächlich Schaltwagen nicht plötzlich unter die Idioten gegangen zu sein, die mit einer Kupplung nicht vernünftig umgehen können.

So aber könnte man zweifelsohne auffassen, was unser werter Schrauber sich gestern erdreistet hat, mir vorzuhalten:

„Man muss halt den Fuß ganz vom Pedal nehmen!“

Nee, is klar! Das ist ja eine bahnbrechende Neuerung…
Wahrscheinlich hat er mir deswegen die neue Kupplung so eingestellt, dass der Schleifpunkt nun in unmittelbarer Nähe zum Bodenblech lauert. Ich geb zu, ein bisschen nervt mich das schon. Aber ich bin froh, dass mein Chef auch nicht daran glaubt, dass ich zu doof bin, ein handelsübliches Auto plötzlich nach 3 Jahren nicht mehr fahren zu können…

Und wenn wir schon bei Reparaturen sind: Die Social-Gedöns-Buttons unter den Beiträgen haben mich und meine bessere Hälfte in den letzten Tagen etliche Stunden Arbeit gekostet (Wie diese Idioten die Teile programmieren, unglaublich!), aber wenigstens in unseren Browsern stehen sie jetzt wo sie sein sollten. Neu dabei ist der Google+1-Button. Vielleicht nutzt das ja schon jemand. Der Flattr-Button im RSS-Feed wehrt sich noch ein wenig und produziert eine Fehlermeldung. Beizeiten wird auch das noch behoben. Wenn jemand eine Idee hat, wie das machbar ist, dann wäre jetzt der geeignete Zeitpunkt, sich einzuschleimen 😉

Schönes Wochenende euch allen!

Taxi putt

Es ist nicht immer sonderlich nett, was so passiert. Viele von uns haben das als Kind gelernt, als sie mit der Zunge an irgendwas gefrorenem plötzlich festklebten, andere haben es im Gegenzug später im Rahmen katastrophaler Beziehungen erfahren. Und ja, zumindest in jungen Jahren dürfte die Deckungsgleichheit zwischen den beiden Gruppen ziemlich gering sein 😉

Ich hab mit bald 30 Jahren die nötige Schmerzfreiheit, meine Zunge vom Eis loszureissen und bei Bedarf hilft mir meine bessere Hälfte dabei. Eine Beziehungskatastrophe ist daraus auch noch nie geworden. Mich ärgern ganz andere Dinge. Kaputte Autos zum Beispiel.

Es ist noch nicht lange her, da war die 1925 in Reparatur. Wer will, kann sich gerne noch einmal durchlesen, was damals alles an dem Auto gerichtet worden ist.

Nun ist die Kupplung hinüber.

Äh, wie bitte? Wer dem Link auf meinen „alten“ Artikel vom 19. Mai diesen Jahres gefolgt ist, der wird sich wundern: Denn dort steht, dass die Kupplung erneuert wurde. Was diese Verwunderung angeht, kann ich euch versichern, dass ich sie mit euch teile.

Sicher, so ein Taxi wird ein bisschen mehr gefahren als ein durchschnittlicher PKW. Aber ganz so schlimm, dass einmal im Monat eine neue Kupplung fällig ist, ist es dann auch nicht. Besonders beeindruckend ist, dass mein Tagfahrer seitdem lange Urlaub hatte, und die Kiste bescheidene 3.000 km gefahren ist seit dem letzten Werkstattaufenthalt. Und: Zumindest neu eingestellt war die Kupplung damals auch, ich erinnere mich daran, dass ich am ersten Tag noch dachte, dass das ein beeindruckendes Training für die Füße ist, so schwergängig war das Pedal „damals“.

Und nun greift sie nicht mehr, sobald das Auto mal beladen ist und man in höheren Drehzahlbereichen unterwegs ist. Das darf schlicht nicht sein. Nichtsdestotrotz steht mein Taxi nun wieder in derselben Werkstatt und ich kann nur hoffen, dass meine Chefs da irgendeinen Deal rausschlagen. Denn bei aller Selbstkritik: Den Schuh, eine neuwertige und korrekt verbaute Kupplung binnen 3.000 km runtergeritten zu haben, werde ich mir sicher nicht anziehen!

Und so gönne ich mir noch einen freien Tag. Mein Chef hat mir ein Ersatzauto angeboten, aber wenn ich über all die Wege zwischen zu Hause, Werkstatt und Firma nachdenke, dazu der Stress mit einem neuen Auto und allem Gefummel, bis die Kiste dann für mich einsatzbereit ist… nee! Das ist eigentlich noch nerviger. Sollte meine geliebte 1925 bis Freitag wieder fit sein – was eigentlich angedacht ist – dann ist das meinetwegen ok. Ansonsten muss ich wohl in den sauren Apfel beissen. 🙁

Naja, ein freier Tag ist ja auch was.
Und ich hab gut damit zu tun, hier ein paar Texte zu schreiben und im Getriebe des Blogs rumzupfuschen. Und das meiste davon wird länger halten als 3.000 Besuche 😉

Liebe Kollegen,

ich muss doch mal eine Sache loswerden:

Manchmal nervt ihr mich!

Und ja, ich meine ausnahmsweise mal nicht nur die Arschlöcher, die für Kundenschwund sorgen, sondern allerlei andere und durchaus auch sehr nette Kollegen, die ich gerne immer mal wieder sehe.

Wie kommt’s?

Inzwischen hat sich in meinem Blog, an meinen 2 bis 5 Halteplätzen und offensichtlich noch ein ganzes Stückchen weiter herumgesprochen, wie meine Wenigkeit arbeitet. Oder wie ich meistens arbeite. Kurzum: Es geht darum, dass ich oftmals am Ostbahnhof stehe und vor allem aber darum, dass ich den scheinbar gottgegebenen Funk nicht nutze.

Mal unter uns: Jeder von uns hat seine Macken, und es mag sein, dass meine an der ein oder anderen Ecke etwas ausgeprägter sind. Ich möchte an der Stelle nicht außer Streit stellen (ich hab es dem Anwalt meines Ex-Vermieters versprochen, dass ich mir diese Formulierung merke!), dass ich ein Gewohnheitstier bin und eine eigenwillige Arbeitsauffassung vertrete. Auch den Lesern möchte ich an dieser Stelle zurufen: Ich bin nicht das Taxigewerbe! Ich bin ein einzelner Fahrer mit persönlichen Ansichten und Vorstellungen!

Aber: Ich mache den Job jetzt immerhin seit rund zweieinhalb Jahren. In dieser Zeit hatte ich mindestens 99% zufriedene Kundschaft und auch ich bin zu einem sehr hohen Prozentsatz mit meiner Arbeit zufrieden. Mein Chef ist zumindest mal nicht sichtbar verärgert und abgesehen von ein oder zwei ungerechtfertigten Beschuldigungen hab ich wohl noch nie bei einem Kollegen für Verstimmung gesorgt. Also bitte: Was soll falsch daran sein, wie ich meine Arbeit mache?

Neulich hat mich mal wieder ein Kollege belehrt, dass ich ja „viel mehr Umsatz“ gemacht hätte, wenn ich jetzt die gerade ausgerufene Fahrt angenommen hätte. Kurz darauf traf ein weiterer ein, der von jenem Kollegen gehört hätte, dass „die 1925“ wohl keinen Bock auf Umsatz hätte…

Wir machen einen Job, der einem verdammt viele Freiheiten bietet. Unter anderem im Prinzip, dass wir während unserer Schicht machen können, was wir wollen. Wir müssen / sollen / wollen uns korrekt verhalten, wenn wir Kunden an Bord haben – und das tun sicher alle mehr oder weniger, mit denen ich rede. Da sind die Unterschiede marginal. Der eine ist eher genervter bei kurzen Touren, der andere unnachsichtiger bei nerviger Kundschaft, aber letzten Endes einigen sich doch alle darauf, dass wir die Kunden gerne ordnungsgemäß und heil ans Ziel bringen und gerne möglichst viel Geld auf legale Art und Weise dabei verdienen wollen.

All der andere Quatsch bezieht sich auf die Frage, wie man Kunden gewinnt, bzw. wo man sie aufgabelt. Und jeder von uns hat da andere Vorstellungen. Es gibt Kollegen, die ausschließlich am Flughafen Kundschaft aufnehmen – ja, manche von denen machen auf der Rückfahrt sogar die Fackel aus!
Manche stellen sich nach jeder Fahrt an die nächstliegende Halte und sorgen so für einen bombigen Kilometerschnitt. Andere haben ein paar Halten und fahren nur selten nach Funk. Manche haben Doppelfunk und nehmen auch die letzten Aufträge in 25 km Entfernung an, andere bedienen fast ausschließlich Stammkundschaft. Ein paar unerschrockene Neulinge verlassen sich auf die Handy-Apps und manche fahren wie ich stumm und sammeln ihre Kundschaft an ein paar Halten (gibt ja nicht nur welche mit Publikumsverkehr) und auf der Straße ein.

Jede Arbeitsweise ist für sich gesehen nicht dumm, und gleichzeitig scheint es so zu sein, dass keiner versteht, warum der andere es anders macht.

Mal im Ernst:
Flughafenfahrer? Kann ich mich ja gleich ins Wachkoma begeben!
Nur-Funker? Haha! Fehlfahrten! Selber Schuld!
Apps-Nutzer: Loser! Da gibt es ja eh kaum Kundschaft!

Wenn ich wollte, könnte ich mich also auch prächtig amüsieren über all die Problemchen, die ich mir erspare.
Aber letztlich machen wir alle zusammen das Taxigewerbe aus! Wären wir alle für die selbe (also die total beste und so!) Funkzentrale unterwegs, hätten wir auch alle weniger Fahrten über diese. Würden wir alle nur die neuen Apps benutzen, wäre es viel chaotischer und wir hätten darüber auch kaum Umsatz. Würden alle ohne Funk und Apps unterwegs sein, könnte kein Kunde mehr vorbestellen. Gäbe es die Flughafenfahrer nicht, wäre auch am Airport manchmal tote Hose und die Kunden würden sich beim Warten die Beine in den Bauch stehen.

Die Kunden in unserem Gewerbe verteilen sich auf unterschiedliche Kanäle, und wir tun gut daran, alle zu bedienen. Aber dabei muss nicht jeder alles mitnehmen. Ich fahre gern mal die Matrix-Touristen, die kein Funker haben will. Dafür wird mir halt kaum ein Kunde ins Auto purzeln, der seine Fahrten immer einen Monat im Voraus bucht.

Und wenn ich mich deswegen nicht mehr ärgern darf, dass ich ohne Funk mal wenig Umsatz habe, dann sollten auch all die vorlauten Funker mit ihren albernen Fehlfahrten mal die Klappe halten! Ebenso wie wir alle mal bereuen, uns an der falschen Halte angestellt zu haben oder in die falsche Straße eingebogen zu sein, sollten wir vielleicht auch mal akzeptieren, dass der Job mehrere Möglichkeiten bietet, um letztlich zufrieden zu sein. In die Quere kommen wir uns witzigerweise doch eher, wenn wir alle das selbe tun…

Es mag sein, dass ich nicht den allerbesten Umsatz habe – über dem durchschnittlichen Tagfahrer liege ich meist dennoch. Es ist doch nicht so, dass ich nicht mitbekomme, was in dem Gewerbe so verdient wird. Und da muss ich mich nicht verstecken! Vor allem aber: Mir reicht es im Großen und Ganzen, und es ist ganz alleine meine Entscheidung, wenn ich auf irgendwas freiwillig verzichte. Ich hab manchmal das Gefühl, dass ich mir das ein oder andere Gesabbel nur anhören muss, „weil man das halt so macht“.

Soll ich euch mal dumm von der Seite anlabern, weil ihr – für mich ziemlich unverständlich – eure Arbeit stressig findet? Ich würde mir dabei blöd vorkommen, weil ich eigentlich weiss, dass ihr vernünftige Leute seid, einen anspruchsvollen Job gut macht und ihn so gestaltet, wie er euch in euer Leben passt. Akzeptiert das bitte auch bei mir!

Im Übrigen ist ein Taxiblog ein prima Werkzeug zur Kundenakquise. Warum macht das eigentlich nicht jeder?

Wegtreten!

Wagen umgekippt

Ja, man könnte sagen, dass ich heute Nacht in einen Unfall verwickelt war. Und es ist wahr: Ein umgekippter Wagen hat dabei eine wichtige Rolle gespielt. Bevor jetzt aber jemand die Pressemeldungen nach überschlagenen Autos absucht: Ruhig Blut! Eigentlich ist gar nix schlimmes passiert. Sämtlicher Schaden ließ sich übersichtlich auf folgendem Foto festhalten:

Knapp am Totalschaden vorbei, Quelle: Sash

Knapp am Totalschaden vorbei, Quelle: Sash

Ja, das ist das rechte Rücklicht der guten alten 1925. Und das Loch war dort bis gestern noch nicht. Wie aber zur Hölle schafft man das? Und was hat das mit umgekippten Wagen zu tun?

Aaalso: Am Ostbahnhof trat Kundschaft an mich heran, und sie hatten anbei einen – na, wer errät es? – Einkaufswagen. Der war voll bepackt mit mindestens einem Wocheneinkauf, und all diesen Inhalt gedachten die drei Leute, in mein Taxi zu schaufeln. Warum nicht? Ich hatte von dort schon einmal eine Einkaufstour, und auch wenn der Weg wieder nicht lang zu werden versprach, finde ich es eigentlich gut, dass die Leute überhaupt auf die Idee kommen, eine Taxe dafür zu nutzen. Wenn es zum Laufen zu weit, mit dem Bus zu umständlich und ein eigenes Auto nicht vorhanden ist, dann sind wir doch eigentlich keine schlechte Wahl.

Nun wird dieser Einkauf aber wohl leider ein bisschen teurer als geplant werden.

Als sie nämlich den Wagen möglichst nahe an mein Auto heranschieben wollten, übersahen sie das Ende des Bordsteins. Ein Rad des Wagens sackte ab, und das ganze Gefährt ist mit vernehmlichem Krachen gegen mein Auto gekippt. Dabei hat sich eine Kante direkt durch die Plexiglasabdeckung des Rücklichtes gebohrt – wie man anhand des Fotos ja auch erahnen kann.

Erstmal sieht es nach Glück im Unglück aus: Im Grunde ist das ja nur ein billiges Plastikteil. Es wurde kein Lack zerkratzt, selbst das Licht mit allen Birnen etc. ist noch heil. Allerdings ist nun die Frage, ob das in der Werkstatt einfach so ausgetauscht werden kann, oder ob da – und das befürchte ich – gleich ein komplett neuer Korpus fürs Rücklicht angeschafft werden muss.
Ich hoffe nur, dass das alles in allem glimpflich ausgeht, denn es waren wirklich herzensgute Leute. Obwohl sie nicht wissen, ob sie eine Haftpflicht haben, haben sie nicht mal eine Sekunde rumlamentiert, ich habe ein Schuldeingeständnis mit Adresse, ein Trinkgeld und viele Entschuldigungen gekriegt. Ich fände es ehrlich gesagt schade, wenn der Mist jetzt viel mehr als ’nen Fuffi kostet… 🙁

„Und wofür ist der Knopf hier?“

„Automatische Dekontaminierung in 10 Sekunden. Gurte schließen und Atemmaske aufsetzen! Acht. Sieben. Sechs…“

Gut, ganz so dramatisch isses nun nicht gewesen. Aber man darf schon irritiert sein, wenn man nach zweieinhalb Jahren feststellt, dass das Auto, mit dem man fährt, auch einen Tempomat hat, oder?

Gut, zum einen brauche ich keinen. Dann hatte ich noch nie ein Auto mit Tempomat, mir ist also auch das Symbol unbekannt gewesen. Außerdem hat auch noch der Knopf geklemmt. Etwas komisch ist es trotzdem…

Wofür Smartphones gut sind

„Do you know the rainbow factory?“

Hätte ich sofort an meinen kleinen Helfer aus dem Hause HTC gedacht, dann hätte ich die einmalige Chance gehabt, cool wie Trinity im ersten Matrix-Teil auf die Frage „Can you fly that thing?“ zu antworten:

„Not yet.“

Stattdessen sollte es eine längere Odyssee für beide Seiten werden.

Ich griff natürlich erst mal zum Robertha, das ich für solche Fälle ja grundsätzlich gleich hinter der Windschutzscheibe zu liegen habe.

„It’s a hostel!“

flötete die etwa 40jährige Frau und wirkte eigentlich recht entspannt.

Wundersamerweise hab ich es nicht gefunden. Auch wenn ich hier meist über die Fehlgriffe zu diesem Buch schreibe: Ich möchte das nicht negativ verstanden wissen! Im Gegenteil: Dass ich mein Handy mit Internetzugang regelmäßig als Informationsquelle vergesse, liegt vor allem daran, dass ich in dem Buch bisher wirklich fast alles gefunden habe, was Fahrgäste so gesucht haben. Aber jede Regel hat so ihre Ausnahmen.

Also bin ich etwas zerknirscht zum Kollegen hinter mir gestiefelt.

„Hey Kollege, kennst du das Hostel Rainbow Factory?“

„Nee, nie jehört.“

„Soll in Kreuzberg sein.“

„Nee du, tut mir leid!“

Mist!

Die Lösung in der Hemdtasche ständig mit mir herumtragend, streifte ich zu einem weiteren Kollegen, und die Frau, die so gerne Kundin geworden wäre, wurde immer nervöser. Sie konnte zwar noch sagen, dass es eine Straße mit L war, aber wirklich weitergeholfen hat das auch nicht. Sie musste zudem binnen 15 Minuten da sein.

Nachdem auch der vierte Kollege nichts wusste, haben wir uns erst mal getrennt. Mir ist das Ganze sauer aufgestossen, weil ich der guten Frau natürlich helfen wollte. Als ich mich in mein Auto gesetzt habe und mein Handy in die Hand nahm, hab ich mich natürlich zu Tode geärgert. Also fast. Der noch lebendige Teil ergooglte das Hostel kurz und anschließend sprang ich aus dem Wagen.

Wo war sie hin?

Mit einem der Kollegen habe ich mich noch unterhalten über das Thema, aber er wusste leider auch nicht, wo die Kundin hin ist.

„Wenn se wiederkommt, dann kriegst du se! Hast det ja extra rausjesucht!“

meinte der Kollege – und ein anderer fragte gleich nach:

„Haste jefunden? Und wo ist dit nu?“

Man lernt ja nie aus in dem Job.

Kurz darauf kam sie aus dem Bahnhof und wedelte mir mit einem Zettel zu. Ich winkte gleichermaßen mit meinem Handy, und letztlich war es so, dass wir uns gegenseitig entschuldigt haben. Sie versprach, nie wieder ohne Adresse ein Taxi zu nehmen, und ich gelobte Besserung im Oberstübchen. Sie hatte zudem mit einem Telefonanruf geklärt, dass sie später kommt. Ach, was ist es schön, wenn alles läuft.

Gut, es war nur eine 8€-Tour. Aber auch wenn es kitschig klingt: Es war ein verdammt schönes Gefühl, zu sehen, wie glücklich sie war, als wir angekommen sind! Und vielleicht lerne ich daraus ja wirklich – und denke mal dran, dass ich das Internet nicht nur zum kurzweiligen Zeitvertreib dabei habe…

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

Abonniert doch den RSS-Feed von GNIT. Mehr von Sash gibt es außerdem bei Facebook und bei Twitter.

Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Wiedersehensfreude

Juhu! Die 1925 ist wieder da!

Seit der letzten Schicht fahre ich wieder die 1925, und ich kann kaum beschreiben, wie froh ich bin. Die 5144 war ein würdiger Ersatz, aber so wie ich die 1925 zurückbekommen habe, kann ich mir durchaus noch hunderttausend Kilometer mit ihr vorstellen 🙂

Fotos habe ich zwar keine gemacht, aber es hätten auch zu viele werden müssen. Was ist nun also alles neu an der 1925?

  • Die Front: Unsere Stoßstange hing auf Halbmast, der Kühler hat seine Chrom-Applikationen verloren gehabt und alles in allem sah das einfach scheiße aus. Ein bisschen schief sitzen die Teile zwar immer noch, aber das ist wahrscheinlich nicht zu beheben. Auf den ersten Blick sieht das Auto von vorne aus wie neu.
  • Die Kennzeichen: Unsere Kennzeichen waren kaum noch lesbar, weil allerorten die Farbe abgeblättert ist. Das ist jetzt wieder top in Ordnung.
  • Die Kratzer: An der linken Seite hat die 1925 ein paar Treffer abbekommen. Das ist zwar nicht komplett behoben, aber immerhin sind die Kratzer überlackiert und sehen weit nicht mehr so schlimm aus.
  • Die Scheibenwischer: Angeblich waren die Scheibenwischer ja noch die ersten überhaupt. Jedenfalls haben sie geschmiert. Ziemlich. Jetzt sind sie ausgetauscht, und alles ist ok 🙂
  • Die Kupplung: Mir persönlich ist noch gar nicht aufgefallen gewesen, dass die Kupplung den Geist aufgibt – jetzt jedenfalls ist eine neue drin!
  • Das Türgummi: An der Fahrertüre hat sich unten vor etwa einem Jahr ein Türgummi gelöst. Das wurde mit Panzertape notdürftig geflickt, ist jetzt aber komplett ausgetauscht und neuwertig.
  • Der Teppich: Hinten rechts (wo die meisten Kunden einsteigen) löst sich bei allen Zafira an der gleichen Stelle der Teppich ab. Das wurde bei unserem jetzt mit Panzertape überklebt. Das ist vielleicht die einzige fragwürdige Aktion…
  • Die Fußmatte: Die Fußmatte im Fahrerfußraum war komplett durchgelatscht. Mit Loch. Hier haben wir jetzt eine neue.
  • Die Sitze: Im Fahrersitz klaffte ein riesiges Loch, und auf dem Sitz hinten rechts ist das Leder auch aufgerissen. Die defekten Teile sind ausgetauscht und neu bespannt worden.
  • Die Gurtschlösser: Zuletzt sind sie zwar in Ordnung gewesen, allerdings sind die Plastikschalen bei den Gurtschlössern schon mehrmals auseinandergebrochen. Das mindert zwar nicht die Funktionalität, sieht aber scheiße aus. Die Teile sind nun mit farbenfrohen Umhüllungen verstärkt.
  • Das Lenkrad: Ob man es glaubt oder nicht: Das Lenkrad war abgenutzt: Überall bröselte einem das Gummi von der Grifffläche entgegen. Der Austausch selbst wäre unwirtschaftlich gewesen (man muss das wohl als ganzes inkl. Airbag und so austauschen), aber nun haben wir einen Überzug
  • Die Kindersitze: Die im Kofferraum herumliegenden Kindersitze waren stark abgenutzt und einer sogar gebrochen. Hier haben wir Ersatz bekommen, und zudem sind sie nun an der Heckklappe mit Klettverschlüssen befestigt und liegen nicht mehr einfach nur so im Kofferraum herum.
  • Die Zentralverriegelung: Bei der hinteren rechten Türe sorgte bisher ein Kabelbruch dafür, dass wir sie manuell schließen mussten. Das geht inzwischen wieder mit dem handelsüblichen Funkschlüssel.
  • Das Putzzeug: Neuerdings haben wir eine Tasche im Kofferraum, in der das Putzzeug zugänglicher ist, als im Fach darunter.
  • Der Stadtplan: Selbst den alten zerfledderten Stadtplan haben meine Chefs gegen ein neues Exemplar ausgetauscht.
  • Der CD-Player: Musikhören ging in der 1925 fast gar nicht, da der CD-Player laufend Discs nicht angenommen hat, bzw. den Abspielvorgang unterbrochen. Das ist jetzt Vergangenheit.
  • Das Navi: Statt der bisherigen Navi-CD von 2006 ist jetzt immerhin eine von 2008 im Auto. Die kennt zwar immer noch nicht die Rudi-Dutschke-Straße, dafür aber wenigstens die Adresse vom Berghain.

Um es zusammenzufassen: Auch wenn unser Hausmechaniker sich diesbezüglich beschwert hat, und auch wenn einige unwichtige Sachen dabei waren: Meine Chefs haben es geschafft, ALLE mir bekannten Mängel des Fahrzeugs zu beheben, bzw. die Probleme zu lösen. Und sie haben sogar ein paar Punkte mehr umgesetzt. Da muss ich doch einfach mal danke sagen! (Hab ich natürlich auch schon!)

Ein paar tiefergehende Dinge hab ich nun nicht beurteilen können. Ist der Wackelkontakt bei der Fackel behoben und sind die rostigen Scheinwerferfassungen ausgetauscht? Wenn ich mir den Rest so ansehe, schätze ich, dass es so ist…