Zugegeben: Im Vergleich zu Frauen werde ich selten beleidigt, wenn es um meinen Körper oder mein sonstiges Erscheinungsbild geht. Aber natürlich ist kein Nischenfeld zu belanglos, um nicht doch noch Gegner zu finden.
In diesem Fall ging es um meinen Bart.
Die Fahrt mit dem Pärchen war an und für sich so mittelmäßig und uninteressant wie sie nur sein konnte. Von Kreuzberg nach Treptow, eine Alltagsgeschichte.
Aber dass ich einen Bart hätte! Schlimm! Ich Mode-Hipster! Mal abgesehen davon, dass mich das angeblich beim Essen stört: Es ist ja nun auch per sei ein bisschen krank.
Gut, dieses Mal wurde immerhin nicht der IS bemüht, aber mir ist nach wie vor fremd, wie man ein paar Haare so zum Feindbild hochstilisieren kann.
Ich will ehrlich sein. Ich hab meinen späten Bartwuchs als willkommene Möglichkeit betrachtet, mein Doppelkinn verschwinden zu lassen. Ich trage ihn mehr oder weniger auffällig seit der Zeit, in der Bärte noch eher unüblich waren und meiner mich schon immer als Metaller vorverurteilt hat. Und dann dieser Kunde:
„Na, hörst wohl Hip-Hop, oder?“
Fuck you, Bushido!
Nun könnte ich das natürlich ignorieren. Aber dann gab der Typ freiwillig zu, dass … nun ja:
„Ich meine, wir haben damals ja auch ganz selbstverständlich Rotzbremsen getragen …“
Mir hat also ein Typ meinen (derzeitigen) Vollbart schlechtzureden versucht, der dereinst einen Schnauzer getragen hat? Ehrlich!? Ich werd‘ zu alt für den Scheiß. 😉
