Ein bisschen kindisch…

Keine Sorge, ich will nicht noch einen Artikel über Horst Köhler schreiben. Ich hatte seit Ewigkeiten mal wieder eine Tour zur Kaserne. Das ist zum einen vom Matrix aus eine finanziell immer schöne Tour, andererseits ist es in der Regel extrem nervig, spätestens wenn die spätpubertären Allmachtsfantasien der jungen Grünkostümierten auf das Vorhandensein von Prostituierten auf der kürzesten Strecke treffen.

Aber dieses Mal würde das alles anders werden: 3 Mädels und 2 Kerle! Da sollte doch die Contenance gewahrt werden. Ein bisschen zumindest…

Naja, ich will ehrlich sein: Es war bei weitem nicht so schlimm wie sonst, nur einer ist ausfällig geworden, und zudem beinahe auf niedliche Art und Weise. Sei es drum.

An der Kaserne war ich mal gespannt, weil sie angeblich seit Anfang des Jahres schon wegen erhöhter Terrorgefahr dichter als sonst machen. Mal sehen. Und tatsächlich muss ich inzwischen (wie auch die Fahrgäste) aussteigen. Das ist schon mal neu. Dann muss ich nicht nur eine leere Quittung abgeben wie bisher, sondern auch meinen Personalausweis. Da bin ich ja grundsätzlich nicht so begeistert von.

Aber im Gegenzug bekomme ich eine „Taxi-Karte“, gegen die ich dann später nach der Ausfahrt meinen Ausweis wieder einlösen kann. Gegen Selbstmordattentäter hilft das sicher nur bedingt, und naja, mit einem falschen Ausweis würde man also immer noch reinkommen. Aber offensichtlich wollen sie potenzielle Irrlichter auch eher zum Lachen bringen. Denn hier kommen wir in der Tat zum Titel des Eintrages: Die Taxi-Karte. Extra eingeführt wegen Terrorgefahr, muss gegen den Ausweis getauscht werden, heikles Teil, das Ding…

Und wie es aussieht?

Bitte:

Happy Days bei der Bundeswehr, Quelle: Sash
Happy Days bei der Bundeswehr, Quelle: Sash

Beweisfoto

Towel-Day im Taxi, Quelle: Sash

Towel-Day im Taxi, Quelle: Sash

Nur falls mir jemand nicht glauben sollte, dass ich gestern mein Handtuch dabei hatte 😉

Taxi vs. Fahrrad

Klaus wird sicher bald sein Bild posten (das wesentlich besser ist), aber ich will wenigstens beweisen, dass ich es auch gesehen hab. Ich hab sogar die Typen gesehen, die das Rad aufgehängt haben. Immer wieder witzig, was einem unter Drogeneinfluss alles Spaß macht 😉

Taxi oder lieber Fahrrad? Quelle: Sash

Taxi oder lieber Fahrrad? Quelle: Sash

Sash, MTV und eine Taube mit Kopfschmerzen

„Ich zahl dir natürlich auch ne ganze Fahrt. 20 € oder so…“

Zugegeben, letztlich war es der schnöde Mammon, der mich überzeugt hat. Etwas traurig, im Nachhinein sagen zu müssen, dass die eigene Käuflichkeit bei 20 € bereits losgeht, aber so ist es eben. Und im Grunde machen wir Taxifahrer uns auch oft genug für 5 € zum Löffel.

Am Ostbahnhof ging am Freitagabend fast eine Stunde lang gar nichts, und die größte Abwechslung neben einigen kurzen Gesprächen in der Kollegenschaft war, dem Filmteam bei der Arbeit zuzusehen. Die angeblich spontane Idee eines Verantwortlichen war es, die Protagonistin in ein Taxi steigen zu lassen.

Die meisten Kutscher haben sich desinteressiert gezeigt, das war allerdings auch vor dem Hinweis mit der Bezahlung. Zunächst hatte ich auch abgelehnt. Eine hart umkämpfte Position in der Schlange für einmal für die Kamera anfahren aufzugeben, ist denn wohl auch was, was nicht mehr unter Beförderungspflicht fällt…

Eine 20€-Tour ist dagegen ja oberes Drittel von dem, was man am Ostbahnhof so erwartet.

Dafür musste ich einer Darstellerin den Kofferraum aufmachen und wieder im Wagen verschwinden. Dann anfahren, fertig. Auch mit Wiederholung und Bereitstellung des Wagens für eine zweite kurze Szene sind keine 15 Minuten dafür draufgegangen.

Der optimale Tierschützer bin ich allerdings nicht. Denn die Schauspielerin war nicht alleine:

Schauspielerin mit Headnut-Bird, Quelle: Sash

Schauspielerin mit Headnut-Bird, Quelle: Sash

Ja, ihr seht richtig: Eine weisse Taube (Guru guru guru…)!

Dieser äußerst brave Vogel hat sich beim ersten Take tatsächlich den Kopf angestoßen, weil ich ein bisschen scharf gebremst habe. Menno, als ob ich dem Tier was Böses wollte 🙁

Und wofür das Ganze?

Für ein Musik-Video. Womit wieder bewiesen wäre, dass wir Blogger total übel auf Ruhm fixiert sind und so. Eventuell gibt es also demnächst Sash auch auf MTV, wenn auch nur kurz. Das Video müsst ihr aber selbst rausfinden, Tipps habt ihr ja jetzt genug 😀

PS:
Falls ihr es finden solltet (wenn es dann mal draussen ist): Dass ich den Kofferraum nicht selbst zugemacht habe, ist nicht mein übliches Vorgehen! Das war eine Regieanweisung!

Hot Red Face

Ich habe mich – insbesondere zu Beginn meiner Arbeit als Taxifahrer – schon öfter ein wenig „geärgert“, dass Kunden manchmal keine Adresse als Fahrtziel angeben können. Das liegt nicht nur daran, dass man in Berlin auch als Taxifahrer vielleicht nicht weiß, wo die Patrizierkneipe in Hinterwurstlingen liegt, sondern auch daran, dass ja nicht einmal der Name der Kneipe so stimmen muss und man mit der Angabe nie und nimmer auf Pattys Kneipe in Wursthausen kommt. Insbesondere da der Drang zum Adressen-Vergessen offenbar mit geringerer Sprachfähigkeit zunimmt. Und gerade in einer so großen Stadt wie Berlin kann ja auch mal eine Kleinigkeit wie ein vergessener Buchstabe 20 km Unterschied machen.

Aber gut, einer der raren Winker gestern Nacht war ein stark alkoholisierter Englisch sprechender Mann, der zwischen den schalldruckmäßig imposanten (Stufe Megafon) und geruchsmäßig gewöhnungsbedürftigen (irgendwas mit Ananas!) Schluckauf-Anfällen genau eine Ziel-„Adresse“ zu nennen wusste:

„Hot Red Face„

What the Fuck???

Ich hatte wirklich keine Ahnung, worauf er rauswollte! Ich hab an irgendwelche Underground-Clubs gedacht, an indianische Restaurants, sogar daran, dass das gar keine Adresse sein könnte, und er mir nur Komplimente machen wollte…

Dass ich es nicht verstanden habe, hat ihn allerdings auch nicht wirklich zu einer Reaktion verleitet. Grinsen, sitzen, fertig. Hätte seinetwegen wahrscheinlich bis Mai so weitergehen können.

Ich habe mir die ganze Nacht Gedanken darüber gemacht, ob man diese Aufgabenstellung in ein Rätsel einbauen könnte, aber ich hätte keinen Tipp beisteuern können. Und ich will nicht behaupten, dass ich da irgendwie drauf gekommen wäre. Tatsächlich lag es nur an einer kleinen Ungenauigkeit bei der Aussprache und dem an und für sich löblichen Versuch, mir einen Tipp zu geben, wo wir hinmüssen. Er hat das dann nach ewigem Nachfragen mit einer SMS von einem Kumpel auf seinem zerschmetterten fragmentierten Handy aufgelöst:

„Hot“

hat hier ausnahmsweise nichts mit heiß oder scharf zu tun, sondern war der etwas unsauber ausgesprochene Name des Clubs: Horst.

Das hätte mir ja schon gereicht. Aber offenbar im Wissen um seine Aussprache musste er „Red Face“ noch erwähnen, was im Nachhinein – am Horst – schon wieder Sinn ergibt. Denn im Haus daneben, Kollegen werden es wissen…

"Red Face" bei Horst, Quelle: Sash

"Red Face" bei Horst, Quelle: Sash

Archäologie muss vom Aufgabengebiet knapp neben Taxifahren liegen…

Ge(ld)beutelt

Mit der Abrechnung am  Dienstag habe ich es nun auch endlich geschafft, mir ein neues Portemonnaie bei meinem Chef zu holen. Normalerweise bekommen wir nämlich alle zum Einstieg in die Firma eines geschenkt.

Ich musste auf dieses Angebot damals nicht zurückgreifen, weil ich ja tatsächlich eines in meinem Haushalt rumliegen hatte. Wie einige der Langzeitleser hier sicher wissen, war Ozies Vater vor Ewigkeiten auch Taxifahrer und dessen Portemonnaie habe ich nun in den ersten anderthalb Jahren genutzt. Aber es war davor schon nicht ganz taufrisch, und so langsam zeigte es dann doch „erste“ Ermüdungserscheinungen:

Hat die besten Tage hinter sich, Quelle: Sash

Hat die besten Tage hinter sich, Quelle: Sash

Auch wenn es nicht so aussieht: Es hält noch dicht, es fällt nichts raus. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, würde ich sagen. Und da mein Chef mich damals gebeten hat, unbedingt auf ihn zurückzukommen, wenn das Ding kaputt ist, weil schließlich alle in der Firma ein Portemonnaie bekommen, habe ich das eben nun getan.

Die Umstellung wird mir ein bisschen schwer fallen, schließlich hat das neue andere Fächereinteilungen, und insbesondere das große aufklappbare Kleingeldfach werde ich nicht verwenden, sondern weiterhin mein Kleingeld im Reißverschluss-gesicherten Teil unterbringen. Da bleibt eine ganze Menge Platz ungenutzt. Mir außerdem ein bisschen rätselhaft geblieben ist, warum die Einsteck-Hüllen für Karten sich jetzt in eben jenem Reißverschluss-Fach befinden.

Das wiederum ist mir recht egal, da ich die Dinger nicht nutze, ich habe in diesem Portemonnaie keine Karten.

Positiv ist dagegen, dass die Fächer tiefer sind, und jetzt z.B. meine Betriebsnachweise (Schichtabschreiber) einmal gefaltet wirklich reinpassen und nicht oben rausstehen.

Anfänglich wird es sicher eine Umgewöhnung sein. Ich hoffe, das legt sich. Aber ich kann mir bei einem Geschäftsportemonnaie auch vorstellen, mal etwas Geld für ein richtig gutes liegen zu lassen. Bisher vertrete ich bei Geldbeuteln eher die Ansicht, dass es wenig Sinn gibt, sein ganzes Geld für einen Beutel auszugeben, wenn damit durch die Anschaffung die Existenz desselben obsolet wird.

So weit wie mein Vater, der seinerzeit einen 15 Jahre alten Ledergelbeutel noch mit Tackern zu retten versucht hat, würde ich allerdings auch nicht gehen 😉