Eiligtarife

„Geht das mit der Tasche so oder soll die in den Kofferraum?“

„Ähm, ich hätte erst eine Frage.“

„Auch ok.“

„Würden wir es schaffen, um 23:20 Uhr einen Zug in Königs Wusterhausen zu erreichen?“

„Ja. Das klappt.“

„Sagen Sie mal, wie viel das etwa kosten würde. Ich hab nicht mehr so viel Geld …“

„Ich sag jetzt mal 60€.“

„Hmm, hmm. Ich hab hier 50. Warten Sie mal, ich sehe mal nach, ob ich noch irgendwo Kleingeld … oh, ähm, also 50€ und 50ct.“

„Wenn Sie’s eilig haben, kriegen wir das auch für 50 hin.“

Da denkt man einmal vorher daran, dass 50 inzwischen etwas knapp sind, und dann sowas! Aber es war trotzdem die beste Tour, die in dieser Stunde anfallen konnte. Und nett war sie noch dazu. Etwas unglücklich war lediglich die Sache mit dem Navi, denn das war natürlich auf die kürzeste Route gestellt und hat mich zwischendrin mit einer Ankunftszeit von 23:31 Uhr „etwas“ erschreckt. Aber abgesehen davon, dass der Zug doch erst um halb fuhr, hatte ich in der verschneiten Brandenburger Wildnis die Möglichkeit, zwischenzeitlich in den Colin-McRae-Modus zu schalten und die Ansage 23:20 Uhr auf die Minute einzuhalten.

Und zack, wieder ein zufriedener Kunde mehr! 😀

Mehr Glück geht selten

Der gestrige Abend war natürlich super bei mir. Dezember, Weihnachtsfeiern und so. OK, um ehrlich zu sein: Ich bin erkältet und etwas schlapp. Aber die paar Stunden, die ich mich rausschleppen konnte, waren es wert.

So kam ich z.B. am Ostbahnhof an und es war nicht nur keine lange Schlange, sondern die Kunden warteten. Ganz so sollte das natürlich nicht immer laufen, aber ich musste schon ein wenig grinsen ob der Leute, die sich darüber aufgeregt haben, dass am Ostbahnhof kein freies Taxi steht. Dreimal im Jahr müssen die Kunden warten, die restlichen 362 Tage stehen wir uns die Räder eckig. Bleibt doch mal cool!

Winker abseits der Halte hab ich stehen lassen, bis ganz zum Anfang bin ich aber auch nicht vorgefahren. Die größte Traube an Menschen, die immerhin artig ansteht, das passt schon. Wie gut ich das zeitlich hinbekommen hab, wusste ich da noch nicht. Aber der erste, der die Tür öffnete. fragte:

„Königs Wusterhausen, Ragow?“

„Kriegen wir hin. Sagen wir mal für 60€.“

Wie weit genau Ragow entfernt liegt, und dass es vom Ostbahnhof aus auch nicht wirklich weiter als KW ist … ich hab’s nicht gewusst und zwischenrein sogar gedacht, ich hätte mir damit selbst ein Ei gelegt. War aber am Ende völlig ok. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass an dieser Stelle niemand auch nur ansatzweise so eine Tour hatte. Ich hätte sicher unter 10 bis 20 wählen können. Aber 60€ sind unter den Top-5%, ganz sicher. 😀

Irgendwas mit Fürstenwalde

Die Überschrift habe ich mir so nicht ausgedacht. Es waren mal wieder die Fahrgäste, dieses Mal die mit der (wie man anhand des Ziels erahnen könnte) längsten Tour der Schicht. Überhaupt war die erste November-Schicht durch zwei lange Fahrten dominiert, was mir sehr entgegenkam, da ich eigentlich viel zu müde war, wirklich lange zu arbeitem. Und so hab ich mein Schichtziel dann schon in sieben anstatt acht Stunden erreicht.

Aber gut, „irgendwas mit Fürstenwalde“ soll ich für die beiden potenziellen Neuleser schreiben, also etwas über die Tour heute Nacht.

Also grundsätzlich kann ich mal ein positives Fazit ziehen: Wer beim Konzert der Red Hot Chili Peppers war und gleichzeitig über deutschen HipHop reden kann, ist mir schon mal näher als die meisten. Wobei ich einschränkend anmerken muss, dass ich just bei der Tour zuvor jemanden im Auto hatte, mit dem ich sogar die Sozialisation in der deutschen 90er-Crossover-Szene geteilt habe. Aber Hammer-Umsatz kombiniert mit durchgehender Unterhaltung und zumindest mal teilweiser Musikgeschmack-Überschneidung ist schon an sich Königsklasse, das ist klar.

An dieser Stelle sei ebenso erwähnt, dass ich die beiden eingeladen habe, obwohl auf der einen Seite am Ostbahnhof mal die Kunden anstatt der Taxis Schlange standen und sie das Mörder-No-Go für 98% der Kollegenschaft mitführten: Offene Bierbecher! Und, einmal mehr: Trotz ewiger Fahrt und angeregter Unterhaltung: Das Auto blieb sauber! Sehr nice.

Auf der Negativliste vermerken möchte ich folgendes:

Erstens: Wie versprochen rechne ich den Fahrpreis trotz nicht verbuchtem Festpreis fair ab. Schon des trotz oder gerade wegen dieser Tour exorbitant miesen Kilometerschnitts heute. Und der Hunni war ein sehr sehr fahrgastorientierter Tarif. Die meisten Kunden geben da Trinkgeld.

Zweitens: Ich hab’s nicht in den falschen Hals bekommen und wir hatten eine nette Tour mit einigen Lachern, das ist ok gewesen so. Aber Witze darüber, dass man am Ende nicht oder nur wesentlich weniger zahlt, sind wirklich eine dumme Idee! Wie Witze über Überfälle. Trotz vergleichsweise wenigen Fällen gehört das zu den Hauptsorgen beim Taxifahren und Witze darüber sind in Kollegenkreisen aus gutem Grund ähnlich beliebt wie z.B. der Satz „Alter, mit deinem Mundgeruch könnte man ohne Angel einen Wels an Land jagen!“.

Aber ich will ehrlich sein: Es war eine Top-Tour, sie hat mir heute Nacht super reingepasst und ich hatte Spaß. Wenn ich jetzt noch neue Leser gefunden haben sollte, dann würde ich dazu tendieren, das Ganze in die Nähe des Wortes „perfekt“ zu rücken. In die Nähe nur. Aber immerhin. 😉


PS: „Irgendwas mit Fürstenwalde“ ist immer gut!

„I gave you some, you know …“

Das ist eine schöne Abschiedsrede, insbesondere wenn sie mit dem Überreichen von Geld einhergeht.

Die erste Sonntagstour war spitze. Ich hab schon beim Autowaschen das Betteln der Zentrale gehört, doch bitte mal nach Karlshorst zu fahren, weil da eine S-Bahn ausgefallen war.  Und viele Fahrgäste wohl nach Schönefeld wollen.

Da ich eh im Osten war, hab ich das mal versucht. Und siehe da: Winker unweit des Bahnhofs. Wie sich herausstellte eine schwedische Familie. Alles nett und unkompliziert, aber „ein bisschen eilig“ dann eben doch. Nun denn!

Dass ich in der Stadt keine 100 fahren darf, haben sie nicht nur akzeptiert, sondern für gut befunden.  Die 90 bei erlaubten 70 km/h haben sie dennoch zu schätzen gewusst. Natürlich. 20 Minuten war meine Schätzung, 21 waren es dann in Wirklichkeit. Und damit waren wir offenbar ausreichend schnell. Glücklicherweise. Mehr hätte ich aus der Tour echt nicht rausholen können. Aber es wurde mir auch entsprechend vergütet:

Das hektische Aussteigen konnte ich locker unterstützen, nachdem mir für 29,70€ nach Tarif schon 35€ in Scheinen zuzüglich Kleingeld unbekannter Höhe gereicht worden war. Da packt man auch schnell nochmal mit an, ohne gleich zu zählen. Dass es dann aber wirklich satte 42€ waren … wow!

„Some, you know …“

PS: Ein Dank übrigens an die paar Leute, deren Geschenke zu meinem bald (12.11.) anfallenden immerhin so semi-runden 35. Geburtstag bereits eingetroffen sind! Diesbezüglich bin ich immer noch Kind geblieben und freue mich wie so ein Schneekönighonigkuchenpferddings! Danke, danke, danke, Florian, Gerhard und Manu, Ihr seid sowas von super, ehrlich! 😀
Und an alle anderen: Auch wenn ich’s selten erwähne: Überhaupt hab ich die GNIT-Unterstützen-Seite aus Gründen bisher nicht offline genommen.

Kleinere Navi-Fails

Die Fahrt ging nach JWD und ich war mit dem ausgehandelten Preis zufrieden. Ein Kollege wäre für einen Zehner weniger gefahren, wurde aber vom Kunden verschmäht, weil er einfach mal im Auto rauchte; und ein anderer Kollege meinte, ich müsse mindestens einen Zehner mehr nehmen, damit mir mein Chef nicht kündigt.

Tatsächlich hab ich während der Fahrt die meiste Zeit gedacht, dass die Tour ein totaler finanzieller Reinfall wäre, weil mich die Wegbeschreibung des Kunden irgendwie alle 500 Meter von der Route des Navis wegriss. Nun bin ich ja umlandmäßig zum frei fahren wenig geeignet und hab mit mir ringen müssen, wem ich jetzt glaube und habe dabei dem betrunkenen Kunden Vorrang vor dem Navi mit den 8 Jahre alten Karten gegeben.

Leben am Limit. 😉

Es stellte sich raus: Ja, die Kundenroute war etwas von der Optimallinie entfernt, was zum Teil aber auch der einfacheren Wegbeschreibung und dem kurzen Abstecher zur Bank unterwegs geschuldet war. Das Navi, so stellte sich heraus, hat die ganze Zeit ein Ziel in 15 Kilometern Entfernung zum eigentlichen Zielpunkt anvisiert, was dem Kunden bei seiner anfänglichen Adressbestätigung eher weniger aufgefallen war.

Trotz einigen Schwitzens nebenbei ein eigentlich super Schichtabschluss.

Und so gerne ich das vermeide und so fies es sich auch mal anfühlt: Wenn es mir in irgendeiner blöd gelaufenen Schicht mal passiert, dass ich mich bei so einer Tour verfahre, dann hab ich am Ende ein paar Kilometer zu viel auf der Uhr und eine halbe Stunde umsonst gearbeitet. Geht nicht dauernd, will keiner haben, aber wegen einem Fehler oder einem Verschätzen wird zumindest bei uns, da bin ich mir auch ohne Nachfrage sehr sicher, auch niemand gefeuert. Panik ist also eigentlich auch nicht angesagt.

Noch komplett jungfräulich

Zugegeben: Der Begriff „jungfräulich“ ist etwas seltsam, aber alle anderen Varianten, von „uninformiert“ bis „neu bei der Sache“, drücken es nicht so schön aus; für Alternativideen bin ich dankbar, das sollte wirklich kein Clickbait werden.

Aber worum ging es denn?

Um einen englischen Touristen, der (leider sehr sehr eilig) zum Flughafen Schönefeld musste. Trotz reichlich „lockerer Auslegung“ der Geschwindigkeitsbegrenzung haben wir es am Ende nur sehr knapp vor dem letzten Boarding-Termin geschafft, anzukommen.

Aber viel wichtiger war die Sache mit dem BER. Er hätte, so sagte er mir während der Fahrt überraschend, irgendwas davon gehört, dass in Berlin bald ein neuer Flughafen eröffnet werden würde. Und ja, wann und wo und überhaupt?

Man ist als Berliner ja so festgefahren und hat überhaupt nicht auf dem Schirm, dass Leute von außerhalb von dem Desaster BER nix mitbekommen.

Aber so lange wir unterwegs waren, hatten wir ja Zeit. Also hab ich ihm zunächst grob, später dann detaillierter erklärt, wie das hier in Berlin mit dem Flughafen läuft. Von der Tatsache, dass erst vier Wochen vor Eröffnung alles umgeschmissen werden musste, bis hin zu Details wie den über 600 Brandschutzwänden, die keinen Brandschutz hatten, dem Licht, bei dem niemand den Aus-Schalter kannte, den zu kurzen Rolltreppen, dem Ingenieur, der keiner war, Den Kabeln, die keiner mehr zuordnen konnte und der geänderten Raumnummerierung, die am Ende keiner mehr verstanden hat. Und ein paar Dinge mehr.

Der BER ist einfach so ein Vorzeigedesaster, dass er schon ohne Parodie ein Comedy-Klassiker sein kann. Und mit etwas Zynik macht es wirklich Spaß, völlig Unbedarften das ganze Ausmaß vor den Latz zu knallen. 😀

Sicher, ich hinterlasse meine  Fahrgäste gerne mit einem guten Bild von Berlin, am Ende profitiere ja auch ich davon, wenn sie wiederkommen. Aber war war das für ein Spaß!

Von „german efficiency“ wird er in seiner Heimat wohl nur noch unter Vorbehalt reden. Was die Taxifahrer angeht, wird das Urteil hoffentlich anders ausfallen. 😉

Legalität vs. Kundenservice und Menschenverstand

Ich bemühe mich ja wirklich, allen Seiten gerecht zu werden, auch wenn die Situation vielleicht mal schwierig ist. Ich sag Kunden, die ein Taxi bestellt haben und mich dann ranwinken immer, dass der Kollege sicher gleich kommt, anstatt sie einfach mal einzusacken. Das einzige, was mir diesbezüglich schon passiert ist, dass ich Kunden eingeladen hab, die erst später gesagt haben, dass sie „ja eigentlich bestellt hatten“. Aber es ist nicht so, dass ich Kollegen absichtlich die Fahrten klaue, ich weiß ja, wie sich unnötiges Warten anfühlt, will ich auch nicht haben, sowas.

Und nun liefere ich mitten in der Nacht einen Fahrgast für einen Frühflug am Flughafen Schönefeld ab und der ganze Taxistand ist voll mit wartenden Kunden und kein Taxi ist weit und breit in Sicht. Ich hab versucht, Scheuklappen aufzusetzen, mit meinem Fahrgast noch die Bezahlung geregelt und wollte eigentlich wieder weg. Ich hatte ja schon Pläne, wo ich hinfahren wollte. Aber, was war? Klar: Ein älterer Mann klopfte an mein Fenster und fragte:

„Sagen Sie, sind Sie jetzt frei? Hier is ja keene Taxe!“

Allerdings. Und gute 15 weitere Touren standen da zudem an der Halte rum. Wäre jetzt noch einer von den sympathischen Ordnern dagewesen, die einem immer das Leben schwermachen, wenn man legal jemanden am Flughafen abholt, dann hätte ich den ja gefragt, ob man nicht ausnahmsweise mal … den Kunden zuliebe …? Aber Pustekuchen: Das Gewerbe in LDS hatte offenbar komplett Feierabend und ich hatte nun die illegale Anfrage an der Backe.

Nun kommen wir mal zum Punkt: Ich hätte dem mit schweren Koffern beladenen Pärchen natürlich zur Geduld raten können. Oder ihnen meine Handynummer geben, eine Runde um den Block fahren und sie korrekt bestellt am Taxistand einladen. Mal abgesehen vom Aufruhr unter den anderen potenziellen Passagieren beim anschließenden Rauspicken wäre das so elegant gewesen. Und so wasserdicht, mir könnte keiner was.

Stattdessen hab ich nochmal geguckt, ob da nicht eh gleich ein Rudel Schönefelder an der Ampel wartet und hab beim Nichterkennen irgendwelcher Taxifackeln trotz Brille einfach angefangen, das Gepäck zu verladen. Nicht, dass ich mich jetzt so sehr gefreut hätte, wie Umsatz und Kilometerschnitt es erwarten lassen würden, aber in Anbetracht der Tatsache, dass es dort so viele Touren gab und ich jetzt nicht dem einen fleißigen Fahrer, der eh in anderthalb Minuten da ist, die Tour vermassele, war ich mit mir soweit im Reinen.

Und dann kam das LDS-Gewerbe. In Form eines kleinen aufgebrachten Fahrers, der in Anbetracht von 15 Touren, aus denen er die freie Auswahl hatte, auf meine Kunden zustürmte und sie drängte, auszusteigen, weil ich da ja nicht laden dürfe. Im Übrigen ohne auch nur aufs Kennzeichen zu schauen, sondern weil ich „nicht im Taxibereich“ stehe.

Und da kommen wir an den Punkt, wo ich’s lächerlich finde. Mir ist kollegiales Verhalten auch wichtig, ich hoffe, dass ich das weiter oben soweit klargemacht habe. Ich gönne den Kollegen in LDS ihre Touren und habe nicht vor, nachdem wir den ganzen Flughafenstreit hinter uns haben, einen neuen anzufangen. Andererseits gönne ich auch gestrandeten Kunden ihre Heimfahrt und in Anbetracht der Kunden-Taxi-Unausgewogenheit war da wirklich nicht mein Ziel, heimlich mit einer gemopsten Fahrt wegzukommen, ich wollte schlicht den Kunden helfen. Was weiß ich denn, wie lange die sonst gewartet hätten? Und Ihr kennt mich:

Ich bin auf den Kollegen zugegangen, hab nett und freundlich gesagt, dass mir das durchaus bewusst ist, dass das so eigentlich nicht in Ordnung ist, dass hier aber nunmal keine Taxis seien und die Kunden sich bestimmt sehr freuen würden, schnell wegzukommen, zumal’s ja eben nur um eine Fahrt von vielen gehen würde. Während sein Auto inzwischen von potenziellen Fahrgästen umringt war, musste er seine Zeit darauf verwenden, mich anzufauchen, dass das nicht erlaubt sei (was ich ja unlängst selbst gesagt hatte) und wusste gar nicht, ob er jetzt lieber einen Herzinfarkt oder einen Asthmaanfall bekommen wollte. Da schrillte plötzlich mein Funkgerät los und er brüllte mich an:

„DA! DA HASTE’N AUFTRAG! DEN NIMMSTE JETZT BESSER MAL AN!“

Meine Fahrgäste waren der Situation entsprechend auch eher weniger für die Position des Kollegen zu haben:

„Na komm jetzt, wir steigen jetzt ein!“,

meinte der Mann zu seiner Frau. Und ich hab (ich hatte ihnen ja auch gleich zu Beginn gesagt, dass ich sie eigentlich nicht mitnehmen dürfte) in Anbetracht der Umstände einfach nur gesagt:

„Gerne. Das Bußgeld nehm‘ ich auf meine Kappe.“

Ob der „Kollege“ überhaupt dazu gekommen ist, meine Konzessionsnummer aufzuschreiben? Wer weiß es. Ich werde es ggf. erfahren. Und er hatte sicher auch noch viel Spaß damit, 50 potenziellen Kunden zu erklären, warum er lieber Taxifahrer verscheucht, als Kunden heimzubringen. Kommt immer gut an, sowas.

Ich hab dann beim Losfahren den Funkauftrag weggedrückt. Dreimal dürft Ihr raten! Oder nee, ich sag’s Euch gleich:

„UMLANDABHOLUNG FLUGHAFEN SXF“

Nochmal ein großes PS:

Liebe Kollegen, das ist von meiner Seite aus keine Rechtfertigung dafür, im Umland einfach wild zu laden. Ich ärgere mich ja auch über die LDS-Kutscher, die in Friedrichshain mit angeschalteter Fackel rumcruisen (und auch über Berliner Kollegen, die’s witzig finden, im Umland vor Clubs im Schritttempo Patrouille zu fahren). Und rechtlich war das von mir auch nicht ok, Asche über mein Haupt, vielleicht war die Entscheidung sogar moralisch falsch (war sie in Anbetracht des Fahrpreises auf jeden Fall, uiuiuiui!). Aber es fängt schon – GERADE am Flughafen Schönefeld und zwischen Berlin und LDS – damit an, dass die Kunden damit nix zu tun haben. In so einem Fall tut’s das Notieren der Nummer und eine Anzeige beim LABO, fertig! Dieses peinliche Rangeln um Kundschaft, egal wann und wo und egal von welcher Seite, lässt alle Taxifahrer wie geldgeile Vollpfosten aussehen, denen die Kunden egal sind. Und witzigerweise am ehesten den, der sich beschwert.
Und wären da acht Taxis und zehn Touren gestanden, hätte ich den Kunden natürlich nahegelegt, die zwei Minuten zu warten, Ehrensache, so von Kollege zu Kollege. Aber wer gleich pampig wird oder sogar wie hier erst einmal Kunden vernachlässigt, bloß um seine Wut noch schnell und völlig unnütz loszuwerden, dem werde ich hier eindeutig NICHT die Heldenrolle zugestehen. Trotz PBefG , TaxO, StVO und Konsorten. Und ich möchte auch mal anmerken, dass ich weiß, in welchem Haifischbecken ich mich hier rumtreibe: Wer mir diesen (immerhin eingestandenen und zur Diskussion gestellten) rechtlichen Fehltritt vorwirft, der darf vor dem Antworten gerne mal seine heimliche Liste mit geklauten Touren, Schwarzfahrten, Festpreisen und Umwegen mit dem abgleichen, was ich hier gerade geschrieben habe. Seriously!

Und jetzt mal gucken, ob da noch was kommt. Wäre immerhin auch mal was neues.