Der Typ mit der Grüne-Knöpfchen-Schwäche war noch nicht einmal beim Türsteher des Puffs, da winkten gegenüber bereits zwei neue Fahrgäste für mich. Also welche, die offensichtlich aus genau jenem Laden gekommen waren. Und da ist man als Taxifahrer ja nicht wählerisch.
Ob ich sie zu ihrem Hostel in Mitte bringen könne? Na, sicher. Aber wenn sie schonmal bei mir im Auto säßen: Ob ich nicht vielleicht einen besseren Club kennen würde als diesen hier, der sei scheiße, sie wollen tanzen.
WTF?
„OK, guys, just to be sure here: You’re searching for a music club? Just party and dancing, not a night club with prostitutes to fuck with?“
Ich hätte es sicher auch netter ausdrücken können, aber wenn einem zwei junge Kerle in Muscle-Shirts im Auto sitzen, die sich über die schlechte Mucke in einem Flatrate-Puff beschweren, dann könnte ja alles passiert sein. Und ich hatte nicht Unrecht: Die beiden wollten tanzen gehen und irgendwer (womöglich Kollegen) haben das nicht nur einmal, sondern gleich zweimal falsch interpretiert. Vor dem Flatrate-Puff waren sie nämlich im KitKat gelandet, das vielleicht nicht wirklich wie von ihnen vermutet zu 100% gay ist (wobei ich nicht weiß, was an dem Abend für eine Party dort war), aber zumindest mal bekannt für seine Fetisch-Parties, was trotz erkennbarer Toleranz der beiden jetzt halt auch nicht unbedingt das ist, was man erwarten würde, wenn man einfach mal zu guter Musik chillen will. Ich gebe ja zu, ich konnte mich in dem Moment nicht zwischen Mitleid und lautem Loslachen entscheiden. 😀
Ich hab sie am Ende für weniger als 10 € zum 40 Seconds gebracht. Keine Ahnung, was dort an dem Abend gespielt wurde, keine Ahnung, ob es nun wirklich noch eine richtig geile Partynacht geworden ist. Ich hab ihnen auch gesagt, dass ich ihnen keine Versprechen machen will, nur, dass ich ganz sicher den bisher besten Tipp an dem Abend gegeben habe. Aber da konnte ich nach dem Vorspiel auch nur schlecht was falsch machen! 😀