Die 72

Wir haben uns nach all dem Gerangel um das Ende der 1925 noch gar nicht über die 72 unterhalten …

Nun, um ehrlich zu sein: Ich hatte bisher keinen Grund dafür.  Die 72 (die Ordnungsnummer meines „neuen“ Taxis, für die unwissende Leserschaft), ist ähnlich wie die zwischenzeitlich eingesprungene 1078 kein großer Unterschied zu meinem alten Auto, der 1925. Deswegen hab ich beispielsweise auch die Seite „meine Kiste“ noch nicht aktualisiert.

Ich hab noch nicht einmal Bilder gemacht, weil der Unterschied niemandem auffallen würde …

Prinzipiell ist das Auto das selbe geblieben und mit allen kleinen Nebenkriegsschauplätzen fange ich gerade an, mich zu arrangieren.

Für mich der entscheidendste Part ist der von mir nicht genutzte Funk. Für das Datenfunkmodul hat die 72 eine Halterung genau dort, wo ich mein Handy anzubringen gedenke. Das ist aber ein mittelschweres Problem, denn meine Handyhalterung ist so vielseitig nutzbar, dass sie sich auch dort anbringen lässt. Was bin ich jetzt froh, damals keine maßgeschneiderte Lüftungshalterung gekauft zu haben!

Ansonsten sind es NOCH unbedeutendere Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen. Z.B. ist die Ablagefläche in der Mittelkonsole anders unterteilt. Nichts, womit man nicht klarkommen könnte. Ein noch nicht genutztes Kleinod ist im Gegenzug eine mitten auf dem Armaturenbrett angebrachte Verteilerbuchse für den Zigarettenanzünder. Tatsächlich eine geile Sache für Navi, Handy und co. – aber da ich mir ja bereits einen echt geilen Supi-Dupi-Akku zugelegt habe – und das Auto ebenso wie die 1925 ein eingebautes Navi hat, ist das derzeit nicht wichtig.

Ansonsten sind Vorzüge und Schwächen vergleichbar. Alles soweit in Ordnung. Natürlich: Das Sitzleder gibt langsam nach, der Teppich im rechten Fußraum hinten ist mit Tape geflickt und der Motor neigt dazu, gelegentlich mit den Drehzahlen Rodeo zu spielen, wenn man an der Ampel hält. Das Auto hat jetzt 342.000 km runter, ich kann also jedem nur empfehlen, es nicht mehr sonderlich lieb zu gewinnen. Ich und mein Tagfahrer sind aus verschiedenen Gründen nicht das Dreamteam, dem die allerneuesten Autos zugeteilt werden.

In den letzten zwei Wochen hatte ich einige „Probleme“ mit den Bremsen. Was aber nur heißt: Sie waren runtergefahren und haben gequietscht. Nix schlimmes, sondern etwas, das im Laufe der Zeit immer mal wieder passiert. War nur doof so direkt nach dem Wechsel. Ich glaube, ich werde mit der Kiste schon noch ein bisschen Spaß haben. Jetzt kommt ja auch der Winter, da hat man das in der Regel ja sowieso – zumindest wenn man keinen Hecktriebler fährt. 😉

Zwillingsauto

So, das mit der 1925 ist Geschichte. Sie steht derweil noch in der Stadt rum, was mit ihr genau passiert, weiß ich selbst nicht. Ob sie ausgeschlachtet oder doch verkauft wird … so ganz genau schienen meine Chefs das Anfang der Woche auch noch nicht zu wissen. Ich vermute aber nicht, dass ich sie nochmal sehen werde und zum Nachfragen, ob ich mir vielleicht ein oder zwei Teile sichern dürfte, bin ich nicht einmal gekommen bisher. Ich vermute also nicht, dass da noch etwas draus wird. Zumal ich meinen Schlüssel heute bereits weggegeben habe.

Das neue Fahrzeug für den Dauereinsatz ist derzeit noch belegt, übergangsweise fahre ich nun dieses Wochenende voraussichtlich mit der 1078. Und die wirkt, nun ja: nicht unvertraut:

"1925, bist Du es?" Quelle: Sash

„1925, bist Du es?“ Quelle: Sash

Auch das kommende Fahrzeug wird noch einmal ein B-Zafira werden, aber in Details unterscheiden sich Autos dann ja doch. Jetzt bei der 1078 hab ich aber noch keine Unterschiede ausmachen können. Außer, dass sie deutlich weniger Macken hat und – wie man auf dem Bild sehen kann – sogar die Stoßstange vorne gerade trägt. Fahrzeugtechnisch ist das Auto bis hin zu Taxameter und Funkgerät mit meiner alten Kiste identisch. Selbst der Kilometerstand ist ähnlich, allzu sehr lieb gewinnen sollte man dieses Taxi also auch nicht mehr:

Die 1925 hatte gerade mal 8.700 km mehr runter. Quelle: Sash

Die 1925 hatte gerade mal 8.700 km mehr runter. Quelle: Sash

Gefahren hat sich das Auto wirklich gut, auch wenn ich kleine Unterschiede festgestellt hab beim Beschleunigen oder bei der Kupplung natürlich. Ähnlicher Kilometerstand bedeutet natürlich auch ähnliche Probleme. Der Teppich der 1078 ist genau dort notdürftig geflickt, wo er es auch bei der 1925 war, auch an diesem Auto fangen die Türschweller an zu rosten etc. pp.
Endlos machen die kleinen Opels das halt auch nicht mit. Was mich eigentlich am meisten beschäftigt hat während der paar wenigen Touren letzte Nacht: Dass natürlich Radio und Navi komplett anders eingestellt waren. Ich tippe auf einen Tagfahrer mit Hang zu klassischer Musik. Wieso sonst sollte jemand die Höhen lauter als die Bässe und das Navi auf die schnellste anstelle der kürzesten Route einstellen? In meinem nächsten Leben werde ich Detektiv. 😉

Zwei oder drei schöne Schichten werde ich mit diesem Zwilling der 1925 sicher hinter mich bringen, dann mal schauen, was die etwas jüngere 72 zu bieten haben wird.

Eine neue 1925 gibt es im Übrigen bereits wieder. Ob sie schon fährt, weiß ich nicht. Den Gerüchten nach handelt es sich tatsächlich um den ganz neuen Zafira Tourer – ich hab sie aber noch nicht gesehen. Ich gebe zu, es hätte mich sehr gefreut, dieses Auto mal auszuprobieren. Aber dazu wollte ich auch noch ein paar Worte verlieren: Ich weiß, Ihr hättet alle gerne, dass ich einen Neuwagen bekomme und die 1925 sowieso am besten behalte. Wie gesagt: Der Gedanke sagt mir auch zu, aber das ist natürlich nicht das einzige, worauf meine Chefs Rücksicht nehmen müssen. Zum einen will das alles organisiert sein, zum anderen haben meine Chefs mich zweifelsohne gern – aber ich bin de facto nur noch eine Halbtagskraft. Es gibt andere Teams im Unternehmen, die deutlich mehr Kohle einfahren. Außerdem sind weder mein Tagfahrer noch ich diejenigen, die am lautesten und am ausdauerndsten jammern, wenn es um neue Autos geht. Ich fahre gerne noch eine Weile B-Zafira. Wenn dafür ein anderer Kollege vor lauter Glücksgefühlen in seinem Neuwagen zwei Hunderter mehr Umsatz im Monat einfährt, dann ist das schon ok, denn ich würde das nicht machen.

Ich arbeite nur halb so viel wie in meinem Arbeitsvertrag steht und habe trotzdem ein festes Auto mit Abstellplatz in der Nähe. Andere werden eben häufiger mal als Springer auf verschiedenen Wagen eingesetzt, wenn sie nur am Wochenende fahren. Glaubt also nicht, ich lasse mich bei dem Auto über den Tisch ziehen. Ich hab mit meinen Chefs nur andere Vereinbarungen als die Kollegen, die jetzt einen neuen Wagen haben. Und das ist für mich in Ordnung, denn ich hab das nicht anders gewollt.

Schließlich hätte GNIT von einem neuen Auto eher weniger, wenn ich dafür wieder Vollzeit ran müsste. 😉

Vom Hund des Botschafters erlegt

Wenn man ein Taxi wäre, hätte man viel zu erzählen. Aber Taxis reden ungern, deswegen übernehme ich als Fahrer einmal mehr diese Aufgabe.

Die 1925 vor der Couch ihres Psychiaters, Quelle: Sash

Die 1925 vor der Couch ihres Psychiaters 2011. Quelle: Sash

Dass die 1925 noch in diesem Jahr ausgemustert werden würde, war bekannt. Der Kilometerzähler rannte eiligst auf die 400.000 zu, so langsam nahmen die Werkstattbesuche überhand. Zuletzt machte der Motor, bzw. dessen Steuerung, immer wieder Probleme – dann lief selbst der sparsame Erdgas-Motor nur noch mit halber Kraft. Die Ausmusterung war eine Frage der Zeit. Über 35.000 Fahrten im Dienste der Kundschaft sind im Laufe der Jahre zusammengekommen, die Hälfte der Kilometer war das Auto besetzt. Den Taxameterstand kann ich nicht benennen, die Anzeige hat nur 4 Stellen, keine Ahnung, wie oft sie umgesprungen ist. Ich bin davon ausgegangen, noch ein paar Fahrten mit dem Wagen machen zu können, am folgenden Wochenende vielleicht. Da ereilte mich der Anruf eines Kollegen, dass es nun vorbei sei.

Ich hab den kleinen Opel zu einer der bekanntesten Taxen in Deutschland hochgeschrieben und im Laufe der Zeit wusste ich immer weniger, wie ich die letzten Kilometer hinterm Steuer des Zafiras hier schildern würde. Der Ausfall eines Autos ist eigentlich viel zu banal, ich hatte ein wenig Sorge, dass es erschreckend unspektakulär werden würde. Aber man sollte den Tag bekanntlich nicht vor dem Abend loben.

Denn die Überschrift ist keine übertriebene Boulevard-Meldung, sie ist wahr: Den Todesstoß versetzte der 1925 nicht ein abgesoffener Motor, ein kaputtes Getriebe oder ein Softwarefehler des Taxameters. Es war der Schäferhund des chinesischen Botschafters. Von allen nur denkbaren Unfallgegnern hat es am Ende ausgerechnet einen – im weitesten Sinne – Prominenten erwischt.
Viel zum Vorgang sagen kann ich nicht. Wie alle aktuellen Dellen im Blechkleid hat die 1925 auch die zerfledderte Stoßstange nicht mir zu verdanken, sondern einem Kollegen. Der wiederum hat laut eigener Aussage den Hund, der wohl auf Vogeljagd war, als er eine Allee in Grunewald rennend überqueren wollte, gar nicht gesehen. Ein dumpfer Schlag, fortan humpelten Hund und Auto nur noch. Während der Hund zweifellos die schmerzhaftere* Erfahrung machte, so ist es für das Taxi die endgültigere gewesen. Die Polizei versagte die Weiterfahrt und eine Reparatur der sowieso chronisch schief hängenen Frontpartie wird nicht mehr durchgeführt werden.

Hier und da werden vielleicht noch Teile der 1925 für die Reparatur anderer Taxen verwendet werden, die Konzessionsnummer wird sicher bald ein neues Taxi zieren. Welches Auto ich fortan fahren werde, ist noch unsicher, wahrscheinlich werde ich aber keinen Neuwagen bekommen, sondern einen älteren aus dem Firmenbestand. Auch gut.

1925, es war schön mit Dir. Aber es war auch Zeit.

*Ich weiß natürlich nicht, ob dem Hund ernsthaft was passiert ist. Er hat den Unfall allerdings dem ersten Anschein nach recht gut überstanden. Natürlich liegt es mir fern, die Schmerzen eines Tieres mit einer kaputten Stoßstange gleichzusetzen und ich wünsche dem Hund selbstverständlich alles gute.

Zu viel Verkehrsberuhigung?

Das mit der Verkehrsberuhigung ist so eine Sache. Eine eigentlich eindeutige: Wenn sie funktionieren soll, dann muss sie Autofahrer stören. Meine eigene Bequemlichkeit als Autofahrer mal zum Maß erklärend kann ich das unterschreiben. Ich bin zwar kein Raser, aber natürlich bremse ich ungern unnötig. Und, um ehrlich zu sein: Ich teste auch gerne manchmal, was möglich ist.

Die in der Bouchéstraße ausgelegten Holperschwellen zum Beispiel: Die sind zwar fies, weil ich da mit meinem Opel Zafira bei 30 km/h ziemlich derbe Schläge kassiere, die dem Auto sicher nicht gut tun. Also bremse ich ab und rolle im Schritttempo drüber? Muss ich persönlich – obwohl sonst gerne vorbildlich – leider verneinen. Wenn es drei Uhr morgens ist, kein Mensch auf der Straße und keine Kundschaft im Auto, dann fahr‘ ich da einfach 45 km/h. Das ist zwar nicht legal, funktioniert dank der Trägheit aller beteiligten Fahrzeugkomponenten aber so super, dass ich es mir nur schwer verkneifen kann. Denn dann merke ich von den Schwellen gar nix mehr und komme auch noch schnell voran …
Ist jetzt halt nicht gerade das, was die Leute sich dort beim Bau gedacht haben, das ist mir schon klar. 😉

Da sind die deutlich höheren Schwellen am Lausitzer Platz schon besser. Ja, sie nerven wirklich extrem – aber dafür fahre ich dort halt entweder extrem langsam oder – sicher noch besser für die Anwohner – vermeide die Durchfahrt nach Möglichkeit.

Letzteres scheint im Wedding irgendwie geplant zu sein. Die dort verteilten erhöhten Steinplatten (die hatten doch auch so eine schöne Eigenbezeichnung: „Weddinger Kissen“ oder so …) erfüllen überwiegend ihren Zweck, vereinzelt allerdings schießen sie ein bisschen übers Ziel hinaus. In der Utrechter Straße z.B. komme ich öfter mal vorbei – berufsbedingt halbwegs notwendigerweise – und da setzte die 1925 bislang immer mit der Schnauze auf. Selbst wenn ich nur alleine im Auto war und sehr langsam fuhr.
Das ist nicht schlimm, es geht hier nur um eine Gummilippe unterhalb der Stoßstange, wirklich zu Schaden kam dabei nix. Aber mein Auto ist nun wirklich recht geländetauglich gewesen von der Bauform her. Die Überhänge hatten eine moderate Länge und der Zafira lag auch nicht wirklich tief auf der Straße. Mit anderen Worten: Wenn ICH da schon an die Grenze kam, dann ist die Straße für wahrscheinlich einen Großteil der anderen Fahrer da draußen nicht befahrbar.

Wenn DAS das Ziel ist, dann macht man das richtig! Man könnte dort eine Fußgängerzone oder eine reine Fahrradstraße einrichten. Die Straße ist ohnehin zu klein, um wirklich wichtig zu sein. Aber was für einen Sinn gibt es bitte, eine Straße für Tempo 30 freizugeben, wenn sich jeder zweite dort das Auto beschädigt? Ich als Ortskundiger kann die Straße meiden, mich muss das nicht jucken. Aber wenn ich dort jemanden besuchen wollte und mein Navi würde mir die Route vorschlagen … na herzlichen Dank auch, Berlin!

Morgen wieder …

Ja, morgen geht’s endlich mal wieder auf Tour! Da ich hier bei GNIT ja immer wenigstens noch ein paar Knochen reingeworfen habe, kam Euch die Auszeit von mir wahrscheinlich gar nicht so lange vor wie mir. Tatsächlich aber sitze ich ja wirklich seit dem 24. August zu Hause. Ich gehöre wirklich nicht zu den Leuten, denen ohne ihre Lohnarbeit die Decke auf den Kopf fällt. Und eigentlich sollte ich mir mehr Pausen gönnen. Aber es ist einfach so, dass ich mich immer recht schnell wieder zurück ans Steuer wünsche. Ich mag den Job nunmal. Nicht nur, weil ich damit meine Miete bezahle. Ich freue mich auf morgen, hoffe auf ein paar nette Leute und darauf, wieder irgendwas neues von Berlin oder von meinen Fahrgästen zu erfahren.

Aber heute ist der letzte „freie“ Tag. Wenn man so will. Wenn man wie ich nebenher etwas freiberufliches wie Schreiben macht, dann kennt man das irgendwann nicht mehr. Die letzte Woche, in der ich nichts für die Öffentlichkeit bestimmtes geschrieben oder dafür Notizen gemacht, recherchiert, Fotos gemacht oder etwas konzipiert habe? Vielleicht 2008. Einzelne 24-Stunden-Abschnitte wohl um meine Hochzeit rum, als ich krank und auf Reisen gleichzeitig war.

Ironie des Schicksals, dass ich jedes Mal, wenn ich mich entspannen will, ans Schreiben denke. 🙂

Ich war die letzten anderthalb Wochen nicht untätig. Mal abgesehen von den Blogs arbeite ich an einer Leseprobe für mein Buch übers Taxifahren. Das hab ich – außerplanmäßig – vorgezogen und es könnte damit jetzt recht flott gehen. Denn die Leseprobe ist für nicht weniger bestimmt als dazu, dass meine Literaturagentur (also quasi, noch fehlt meine Unterschrift.) sie Verlagen vorstellen kann. Wie man sieht: Hinter den Kulissen ist auch viel los …

Ändert aber nix dran, dass ich mich darauf freue, mich morgen endlich wieder hinters Steuer der 1925 zu klemmen. Zwei Tage Kurzurlaub an der Nordseeküste sind diesen Monat auch schon geplant, bis dahin sollten wir mal die 400.000 Kiilometer zusammenkriegen. 🙂

Ausstattungsgedöns

Ich bin schon ganz hibbelig.

Ich hab mir – mal wieder – einen neuen Zusatzakku zugelegt. Diesen hier (Amazon-Ref-Link). Bei der Stromversorgung im Taxi bin ich ja irgendwie nie so recht auf einen grünen Zweig gekommen. Das liegt vor allem daran, dass

  1. der Zigarettenanzünder im Zafira unter dem Griff der Handbremse liegt und den Einsatz vieler größerer Stecker verhindert.
  2. ich mein Handy aus Diebstahlsicherungsgründen links vom Lenkrad habe.
  3. der Stromanschluss meines Handys auf der Oberseite ist und ich das Kabel irgendwie übers Armaturenbrett legen müsste
  4. ich das Auto nicht zu meinen Zwecken umbauen kann, sondern alles entfernbar bleiben muss.

 

Es gibt für alles eine Lösung, manchmal muss man halt ein wenig suchen. Grundsätzlich bin ich beispielsweise mit den MiPow, die mir nette Leser von meiner Wunschliste gekauft haben, gut gefahren. Tue ich immer noch. Aber da ich Akkus meist recht ungünstig nutze, lassen die halt auch schnell nach. Für Wochenendschichten muss ich den noch gut funktionierenden MiPow voll aufgeladen mitnehmen, sonst bringt er nix. Oft lade ich ihn im Auto nochmal nach und am Ende passiert es dann doch gelegentlich, dass ich ihn aufladen muss, obwohl er nur halb leer ist, etc. pp. Und wie man weiß: Das tut Akkus nicht gut. Darüber hinaus nutze ich mein Handy recht viel unterwegs, z.B. ist GPS immer aktiv. Für myTaxi und damit ihr mich stalken könnt. Für myTaxi wäre es sogar eigentlich gut, das Display immer angeschaltet zu haben, aber das konnte ich bislang auf jeden Fall vergessen.

Nun mal sehen, ob mit dem neuen Akku alles besser wird. Leistungsmäßig sollte ich damit mehr als nur eine Schicht schaffen, der Praxistest steht wie gesagt noch aus. *daumendrück*
Ich werde auf jeden Fall hier und da mal erwähnen, ob das Teil was taugt. Alle am Kauf Interessierten möchte ich aber vorab warnen: Das Ding ist größer und schwerer, als es auf den Bildern aussieht – für die Jackentasche ist es nicht geeignet!

PS: Eine neue Handyhalterung hab ich auch. Aber dazu gibt es morgen mehr. Kleiner Spoiler: Es gibt ein Gewinnspiel zum dritten Geburtstag von GNIT … 😉

Anspruchsvoll

Während ich so an der Biermeile vorbeizuckelte, war ich wie immer extrem vorsichtig. Anderthalb Kilometer Bierstände, tausende Betrunkene und ein komplett zugeparkter Seitenstreifen, bei dem jederzeit jemand zwischen den Autos auf die Straße springen könnte – ist natürlich ein Umsatzgarant, dieses Fest, aber es fordert von Taxi- und allen anderen Autofahrern durchaus einiges an Achtsamkeit.

Vermutlich ist er mir deswegen schon so früh aufgefallen. Gute hundert Meter von mir entfernt. Während ich mit Tempo 30 auf der zweiten Spur in seine Richtung zuckelte, tat er auf der rechten Spur Ausfallschritt um Ausfallschritt, offenbar auf der Suche nach etwas.

„Nach einem Taxi – na logo!“

Die Schlussfolgerung lag nah, man kennt mit der Zeit ja seine Schweinchen am Gange. Er aber winkte nicht. Während ich immer näher kam, sah ich, dass er ein eher verlebter Typ war. Graues Haar unter einer Military-Mütze, ungepflegter Schnauzbart und ein Shirt, das sichtbar mit Schweiß- und sonstigen Flecken ausgestattet war. Und – verdammt! – er suchte auf der Straße was. Aber er ließ mich vorbeifahren.

„Der wird doch nicht …“

Doch, tat er. Kaum, dass ich vorbei war, riss er den Arm hoch, um den etwa 30 Meter hinter mir fahrenden Kollegen in seiner neuen E-Klasse ranzuwinken. Ihr hättet mein Grinsen sehen sollen, als der Kollege beschleunigt hat und an ihm vorbei ist …

Aber gut, mal ganz sachlich:

Ich fahre einen Opel und wir brauchen uns nix vormachen: Der unterscheidet sich in vielerlei Dingen von einer E-Klasse. So eine E-Klasse liegt wesentlich ruhiger auf der Straße, ist weicher gefedert, besitzt mehr Eleganz. Mein Opel hingegen …
Ein Kollege hat die Kisten mal „Kaufmannswagen“ genannt. Und Unrecht hat er damit nicht. Im Gegensatz zu einem Mercedes sind die Fahrzeuge eher spartanisch ausgestattet, sie haben ihre Stärken anderswo. Im Platzangebot beispielsweise. Und die Ansprüche der Menschen sind verschieden. Egal, ob Fahrer oder Kunden. Viele fahren lieber Mercedes als Opel, das ist klar. Hat ja auch was. Aber ebenso wie ich den Kollegen ihr Auto nicht neide, weil ich lieber Platz für meinen Kopf hab als Automatikgetriebe, gibt es auch Kunden, die z.B. lieber höher sitzen. Trotz freier Taxenwahl kriegen wir alle unsere Fahrgäste und ich hab auch ungern Leute im Wagen, die mich permanent vollquatschen, wie scheiße sie die Kiste finden. Klar nimmt man das zur Kenntnis, wenn man zugunsten eines anderen Wagens verschmäht wird, ärgern tut es mich so gut wie nie.

In dem Fall war ich dann auch eher gehässig, weil der Typ so ramponiert war. Der sah aus wie schon mal gegessen und wieder ausgekotzt und hatte offenbar immer noch Ansprüche. Darf er haben, klappt halt nicht immer.
Ich weiß, manche Kollegen nötigen ihren Kunden einiges auf. Auch unter diesem Artikel tauchen sicher wieder die Kommentare auf, die von stinkenden, nöligen Taxifahrern in kaputten Autos berichten, die rauchen und nicht mal den Müll rausräumen, der auf der Rückbank liegt. Schade, dass sowas vorkommt, ehrlich. Aber uns Fahrern geht es nicht besser. Unsere Kundschaft ist mindestens so vielfältig wie die Taxifahrer da draußen. Uns steigen Leute ein, die eine Fahne haben, dass es kracht. Dreckige Leute, die Sand und undefinierbare Fettflecken im Auto verteilen. Menschen, die versehentlich der Explosion einer Parfumfabrik beigewohnt haben. Und beim lustigen Repertoire von Körperausscheidungen sind wir bei der Aufzählung noch nicht einmal angelangt.
Und das ist auch erst einmal nicht dramatisch. Ein bisschen albern wird’s halt da, wenn man von anderen Leuten Dinge erwartet, die man selbst nicht mal im Ansatz einhält.

Der Typ wird noch ein Taxi gefunden haben, sicher sogar einen Mercedes. Das passt schon. Ich hab auch noch Kundschaft gefunden. Drei Jungs, gut einen im Tee, aber nett. Eine Tour für knapp 20 €, 10% Trinkgeld und das passende Gespräch dazu:

„Is‘ des nich‘ total eklig, wenn wir hier alle so nach Alkohol stinken?“

Nee Jungs, das ist voll ok. Ich fahr ja auch keine E-Klasse. 🙂