Neue Ordnungsnummer

„Ick meld mir morjen sicher mit de Neunzehn-Fünfundzwanzich, nich mit de Einunfünfzich-Doppelvier…“

hat mein Tagfahrer letzte Woche gleich gemeint, als wir das „neue“ Auto bekommen haben.

Es ist ehrlich gesagt seltsam, eine andere Kiste zu haben. Mal abgesehen davon, dass sie leider auch nicht so fehlerfrei ist, wie ich das zunächst dachte, bin ich irgendwie immer noch in der Eingewöhnungsphase. OK, die Navi-Ansicht hab ich am ersten Tag gleich umgestellt, die Sitzverstellung klappt auch umso besser, je öfter man sie betätigt, und mit der Umsortierung des Fahrzeuginventars muss sich der eigentliche Fahrer dann in nächster Zeit auch wieder anfreunden, weil ich auch die komplett umgeändert habe.

Aber wie oft hab ich mich jetzt schon bei der blöden Ordnungsnummer verschrieben…

Die muss ich nämlich auf dem „Abschreiber“, den Zettel mit den Daten zur Schicht, eintragen – und es ist erstaunlich, wie eingeübt das gute alte 1925 einem von der Hand geht, wenn es da gar nicht hingehört 😉

Mein Tagfahrer ist jedoch ungleich mehr betroffen, da man diese Nummer wie bei fast allen anderen Maßnahmen um das Auto zu identifizieren beim Funken angibt. Im Übrigen ist es auch der Funksprache zu verdanken, dass so geistreiche Lesarten wie eben Einundfünzig-Doppelvier existieren. Vorgeschrieben ist das, soweit ich weiss (ui, ist der Funkkurs lange her…) nicht, aber es bürgert sich natürlich ein, was praktisch sowohl von der Aussprache als auch vom Verständnis her ist.

Die Ordnungs-, bzw. Konzessionsnummer ist aber so oder so mal eine grundsätzliche Erwähnung wert. Man wird ja als Fahrgast allerorten dazu angehalten, bei Beschwerden die Konzessionsnummer des Autos zu notieren. Die Nummer ist ebenso unverwechselbar wie das Autokennzeichen – im Gegensatz zu diesem allerdings auch schon im Auto lesbar. Sollte sie zumindest sein.
Wie für alles in diesem Land, gibt es auch für die Ordnungsnummer Vorschriften. Der Wikipedia-Eintrag schweigt sich aus, fündig wird man dennoch auch im Netz.

Die Vorschrift zur Anbringung der Ordnungsnummer findet sich in der BOKraft in §27 und besagt, dass die Nummer in der Heckscheibe im unteren rechten Eck anzubringen ist, und – wie eingangs erwähnt – von innen und außen lesbar sein muss.

So sieht das dann meistens aus (ich hab kein besseres Foto gefunden):

Das ist mal 'ne Nummer! Quelle: Sash

Das ist mal 'ne Nummer! Quelle: Sash

Zugegeben: In der Realität kommen auch hier kuriose Dinge zustande. Manche Unternehmer kleben die Nummer nicht auf die Scheibe, sondern haben sie mit Saugnäpfen befestigt – hier habe ich neulich einen gesehen, der sie kopfüber hängen hatte. Meist erschwert die Scheibe wegen Spiegelungen oder der Tönung das Ablesen, und besonders grandios fand ich einen Kollegen mit einem Geländewagen als Taxi, dessen Nummer zur Hälfte hinter dem Reserverad verschwunden ist. Aber überwiegend hängen sie so da wie sie sollen und erfüllen ihren Zweck.

Und wenn es wirklich um Beschwerden geht: Auf der Quittung muss die Konzessionsnummer aufgedruckt, bzw. gelocht sein. Und eine Quittung ist sowieso das A und O im Falle einer Beschwerde. Da hat man dann gleich noch die Unterschrift es Fahrers und den Preis in Kombination mit der Strecke. Das kann, wenn es – wie üblich – wegen dem Preis Ärger gibt, ja auch nicht schaden 🙂

Naja, jedenfalls ist die Nummer für uns Fahrer ständig präsent, und bis auf ein paar Wochenendfahrer mit ständig wechselnden Autos (da sollte es nicht allzu viele von geben) wird wohl jeder seine paar Ziffern auch wenn er nachts geweckt wird, sofort parat haben. Und entsprechend schwer tut man sich dann damit, sich nach zwei Jahren umzugewöhnen. Bei mir ist es ja nicht mehr lange. Irgendwann in dieser Woche sollte die 1925 wenigstens teilerneuert wieder von Onkel Doktor zurückkommen 😀

Neues Auto, neues Glück?

Na, ganz so weit sind wir noch nicht. Wenn nicht aus irgendwelchen Werkstätten größere Horrormeldungen kommen, dann werde ich die 1925 ja noch ein Weilchen begleiten auf ihrem Weg zu den ewigen Parkplätzen. Diese Woche allerdings hab ich erst einmal Ersatz:

Genauso cool wie die 1925: 5144, Quelle: Sash

Genauso cool wie die 1925: 5144, Quelle: Sash

OK, hier sieht man nicht sonderlich viel 🙂

Ist im Grunde auch nicht wichtig: Das Auto ist im Wesentlichen baugleich mit meinem bisherigen. Die Unterschiede sind marginal. Von außen ist es lediglich weniger mitgenommen, wobei diesem hier zum Beispiel die Zierleiste an der hinteren rechten Tür fehlt. Naja. Immerhin hat dieses Gefährt schon ganze 357.000 km hinter sich – ist also wirklich noch mal 70.000 weiter als die 1925.

Und er fährt sich echt gut. Da fallen zwar sicher demnächst mal neue Stoßdämpfer oder dergleichen an, aber im Vergleich zur 1925 wirkt er doch sehr ausgeglichen. Hier und da merke ich allerdings, wie sehr kleine Details sich auswirken können. Während ich auf der einen Seite ein wenig das alte Funkmikro am Lenkrad vermisse, weil ich da gerne mit den Fingern dran rumgespielt habe, hab ich mir am Mikro dieses Wagens schon mehrfach beim Schalten fast die Finger gebrochen, weil es für meine Ansprüche ziemlich doof an der Mittelkonsole angebracht ist.

Interessant war auch, dass der Kollege, der das Auto sonst so fährt, die Stauräume so komplett anders nutzt als ich und mein Tagfahrer. Ich hab echt das halbe Auto umräumen müssen, um halbwegs klarzukommen. Und ihr glaubt gar nicht, wie einem so etwas simples wie ein Stifthalter fehlen kann! 🙁

Naja, meckern wäre aber unangebracht, schließlich wird es entsprechenden Kollegen in der 1925 auch nicht anders gehen.

Die 1925 werde ich laut meinem Chef „frühestens Mittwoch“ wiedersehen. Das heißt, mindestens dieses Wochenende haben wir die Kiste jetzt noch.
Im Übrigen hat das einen so gigantisch großen Vorteil: Der CD-Player tut! Fuck, was ist das eine Erlösung! Es macht doch einen enormen Unterschied, ob man selbst ausgewählte Musik einfach als mp3-CD mit 120 Titeln abends einlegt und morgens nach dreimaligem Durchlaufen im Shuffle-Modus wieder herausnimmt – oder ob man pro Schicht 5 mal halblebig versucht, die ersten 4 Tracks einer Audio-CD in Folge zu hören, was durch jeden Motorneustart unterbrochen wird, weil er die CD da wieder nicht erkennt – was bei mp3-CD’s ebenso wie im Shuffle-Modus permanent der Fall ist…

Ich muss es irgendwie hinkriegen, dass der CD-Player in der 1925 wieder in Ordnung kommt! Ist leider nicht so einfach wie sich das anhört…

Ja, Fazit?

Ich bin wirklich innerlich zerrissen. Ich bin froh, dass das Auto hier mal nicht all die Macken des „alten“ hat, andererseits sehe ich auch, dass ich durchaus eine Kiste brauchen könnte, die ich dauerhaft fahre, weil es so viele Kleinigkeiten sind, an die man sich gewöhnt. Ich teile mit meinem Tagfahrer nicht alle Ordnungsprinzipien im Auto – aber man gewöhnt sich daran, man stellt sich aufeinander ein. Dass ich in der Fahrertüre mein Portemonnaie habe, ist z.B. unwichtig, wenn der Tagfahrer da Zigaretten aufbewahrt. Wenn er dort das ganze Putzzeug unterbringt – am besten noch säuberlich sortiert – dann ist das natürlich blöd, weil ich es dann jedes Mal erst ausräumen muss. Deswegen freue ich mich durchaus drauf, bald wieder ein „dauerhaftes“ Auto zu bekommen.

Ewig wird das dieses Mal allerdings auch nicht halten, mein Chef hat mir bis spätestens Herbst einen neuen Tagfahrer und eine neue Ablöse versprochen. Aber ich denke, dazu schreibe ich was, wenn es soweit ist.

Jetzt freue ich mich erstmal auf das erste richtige Mai-Wochenende – also der Wochenendteil, der für mich Arbeit bedeutet! Schön warm scheint es bisher ja zu sein, dann hoffe ich mal, dass das auch für Kundschaft sorgt 😀

Auf Wiedersehen, Auto!

Die gute 1925 kommt zu Onkel Doktor, Quelle: Sash

Die gute 1925 kommt zu Onkel Doktor, Quelle: Sash

So wie auf dem Bild oben werde ich das Auto wohl (hoffentlich) niemals wiedersehen. Aber der finale Zündfunke wird es nicht gewesen sein, den die Kiste irgendwann gestern getan hat, meine Chefs haben beschlossen, die Kiste noch einmal komplett zu sanieren. Nun mag so mancher lästern, dass das bei einem Opel mit inzwischen 284.000 km nicht mehr viel bringt, aber das Ersatzfahrzeug, immerhin schon 70.000 km weiter, belehrte auch mich eines besseren.
Bei all den Schrammen sollte man ja auch die guten Seiten nicht vergessen. Ich hab meinem Chef eine (gar nicht so kurze) Mängelliste erstellt. Darauf finden sich auch Kleinigkeiten, wie zum Beispiel dass die Scheibenwischer schmieren.
Mit meinem Tagfahrer gab es folgenden kurzen Dialog:

„Sach mal, die Scheibenwischer… die hast du auch nicht derletzt gewechselt, oder? Die haben wir schon ziemlich lange.“

„Ja, sind die ersten…“

Ich wiederhole: 284.000 km!
Ich meine, der hat schon das zweite Getriebe und mindestens die dritte Stoßstange 🙂

So, und jetzt bin ich das erste Mal ernsthaft in einem anderen Auto unterwegs. Aber dazu später mehr…

Blabla

So, das Wochenende neigt sich dem Ende zu. Ich bin kurz vor dem Einschlafen, und heute Abend geht es wieder raus auf die Piste. Wenn ich Glück habe, ist mein Tagfahrer ja meinem genialen Einfall gefolgt, die quietschenden Bremsen und den Lärm im Radkasten mal diagnostizieren und abstellen zu lassen.

Entgegen meiner Hoffnungen werde ich mit dem Auto nämlich noch ein bisschen umherfahren müssen, auch wenn meine Chefs gerade in größerem Stil neue Autos kaufen. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass das nicht einmal Großraumwagen sind, will ich auch nicht grundlos meckern.
Die Kiste hat jetzt etwa 275.000 Kilometer runter, und laut Aussage meines Brötchengebers ist geplant, sie außer Dienst zu stellen, wenn sie zwischen 300.000 und 400.000 km den ersten größeren Schaden hat. Und da selbst wir die Kiste nur auf 5.000 bis 7.000 Kilometer monatlich bringen, wird das wohl eher gegen Ende des Jahres was. Wenn sich nicht irgend ein netter Amokfahrer quasi aufdrängt, mir einen neuen fahrbaren Untersatz zu bezahlen. Vorgeschädigt durch den Unfall mit Fahrerflucht ist die Kiste ja noch…

Was die Kunden angeht, hatte ich in letzer Zeit wirklich Glück.
Einmal hatte ich zwar eine Dauertelefoniererin im Auto, die sich aber zuletzt doch noch einen Funken Sympathie ergattert hat, als sie sich sehr nett und mit gutem Trinkgeld verabschiedet hat.
Bevor das jemand falsch versteht: Ich hab gar nichts gegen das Telefonieren bei mir im Taxi, aber wenn es dann wirklich ohne ein „Hallo“ abläuft, finde ich das schon etwas unverschämt. Unterhaltsam muss ein Fahrgast ja nicht sein, aber ein Wort mehr als „Landsberger 115“ könnte es dann ja doch sein…

Naja, ich hoffe mal, von der nächsten Schicht gibt es irgendwa spannendes zu berichten. Sonst muss ich ja wirklich ganz tief in meinem kleinen Büchlein blättern 😉

Doppelt dreist

Ich würde gerne eine Kundengeschichte hier niederschreiben – das mache ich ja gelegentlich – aber was will ich sagen: Meine Kundschaft ist heute Nacht durch ausserordentliche Nettigkeit aufgefallen. Nicht nur, dass ich zum Schluss noch richtig lange Fahrten mit viel Trinkgeld bekommen habe (was in etwa das Gegenteil der Ereignisse vor 1 Uhr darstellt), es waren alle einfach nur nett und lieb und keiner ernsthaft einen Eintrag wert.

Aber ich kann ja meinen Lesern nichts vorenthalten, worüber ich gerne meckere. Das tue ich meist nur, um ein bisschen meine Glaubwürdigkeit als Taxifahrer zu unterstreichen, heute meine ich es allerdings verdammt ernst. Es gibt so ein paar Dinge, die mich immer mal wieder aufregen. Die klassischen Festpreisverhandlungen sind so ein Fall, unfreundliche Fahrgäste und Taxistandparker.
Ich will ja gnädig sein: Taxistände sind meist sehr günstig an viel frequentierten Plätzen gelegen und ich kenne die Seite der nicht geschäftlichen Fahrer natürlich auch. Und machen wir uns nichts vor: Ein großer Taxistand zu einer Uhrzeit, zu der wenige Fahrer da sind, läd natürlich ein, kurz dort anzuhalten. Wahrscheinlich ist es sogar sinnvoller, als den fließenden Verkehr zu behindern.

Aber natürlich behindern uns Fahrer diese Falschparker. An Ständen, bei denen ständig Bewegung herrscht, erschweren sie die Übersicht, zwingen zum Ausweichen oder führen im schlimmsten Fall dann dazu, dass wir irgendwo illegal und gefährlich rumstehen müssen. Ich kann nur immer wieder empfehlen, sich irgendwo im Umfeld ins absolute Halteverbot zu stellen. Das ist genauso illegal, stört aber unter Umständen wirklich nur die Cops.

Ach herrje, was laber ich hier wieder rum!

Also: Das ärgert mich. Da ich aber von Natur aus kein sonderlich impulsiver Mensch bin und mich ungerne wegen so eines Schwachsinns streite, sage ich meist nichts. Gerade am Ostbahnhof laden Leute gerne kurz was ein, die Minute hab ich meistens.

Und so war es auch gestern Abend. An der dritten Rücke stand mitten zwischen den Taxen ein einzelner verirrter Privat-PKW. Alle Kollegen sind stumm an ihm vorbeigefahren, geärgert hat sich wohl jeder, aber so war es eben. Ein Kollege, der ihn überholt hat, hat mir nachher gesagt, dass der Fahrer da geschlafen hat.

Irgendwann kamen dann jedenfalls die Leute, die er mitnehmen wollte und luden ihr Gepäck ein. Der Fahrer ist nicht ausgestiegen, hat nicht geholfen, aber darüber braucht man sich bei privaten Fahrten natürlich eigentlich auch keinen Kopf machen.

Und dann hat der den Wagen zurückgesetzt, mein Auto dabei getroffen und ist dann weggefahren.

Moooment! WTF?

Also so in etwa sahen meine Gedanken aus. Und glaubt mir: Zu überhören oder nicht zu bemerken war der Spaß nun wirklich nicht. Vorausgesetzt natürlich, man schläft nicht. Naja, mein Chef wird sich freuen, mal wieder einen unverschuldeten Unfall zu haben, und der Typ wird wahrscheinlich ziemlichen Ärger bezüglich Fahrerflucht bekommen. Oder glaubt der ernsthaft, ich hätte mir bei seinem Wegfahren das Kennzeichen nicht notiert?

Also auf der Rücke parken: Nee, aber verkraftbar!

Auto anrempeln: Kann natürlich mal passieren…

Fahrerflucht: So dann nicht!

Leute jibt et!

Pixelbleiche

Da ist mir doch gestern etwas Pixelbleiche übers Navi geflossen…

Frisch gewaschene Pixel oben rechts, Quelle: Sash
Frisch gewaschene Pixel oben rechts, Quelle: Sash

OK, mal ganz im Ernst: Wie kann das bitte passieren? Ich hatte so einen Darstellungsfehler noch an keinem Bildschirm…

Verkraftenswerter Bug

Während der Gasgeruch im Auto durch einen Austausch des Einfüllstutzens eliminiert wurde, machen sich nun einmal mehr andere Macken bemerkbar. Dass der neue Einfüllstutzen an der Tanke hakeliger mit der Zapfsäule interagiert, nehme ich mal als zwangsläufige Neuerung hin. Aber warum macht mein Autochen bitte das hier?

Fährt nun mit 100% Reserve-Benzin (und -Gas): Opel Zafira. Quelle: Sash

Fährt nun mit 100% Reserve-Benzin (und -Gas): Opel Zafira. Quelle: Sash

Im Ernst: Während die Tankanzeige selbst prima funktioniert, leuchtet jetzt dennoch immer das Reserve-Licht und im Display erscheint dauerhaft „LoFuEL“.

Was will man machen. Bei bald 270.000 km gönnen wir ihm die ein oder andere bedeutungslose Macke 🙂