Blabla

So, das Wochenende neigt sich dem Ende zu. Ich bin kurz vor dem Einschlafen, und heute Abend geht es wieder raus auf die Piste. Wenn ich Glück habe, ist mein Tagfahrer ja meinem genialen Einfall gefolgt, die quietschenden Bremsen und den Lärm im Radkasten mal diagnostizieren und abstellen zu lassen.

Entgegen meiner Hoffnungen werde ich mit dem Auto nämlich noch ein bisschen umherfahren müssen, auch wenn meine Chefs gerade in größerem Stil neue Autos kaufen. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass das nicht einmal Großraumwagen sind, will ich auch nicht grundlos meckern.
Die Kiste hat jetzt etwa 275.000 Kilometer runter, und laut Aussage meines Brötchengebers ist geplant, sie außer Dienst zu stellen, wenn sie zwischen 300.000 und 400.000 km den ersten größeren Schaden hat. Und da selbst wir die Kiste nur auf 5.000 bis 7.000 Kilometer monatlich bringen, wird das wohl eher gegen Ende des Jahres was. Wenn sich nicht irgend ein netter Amokfahrer quasi aufdrängt, mir einen neuen fahrbaren Untersatz zu bezahlen. Vorgeschädigt durch den Unfall mit Fahrerflucht ist die Kiste ja noch…

Was die Kunden angeht, hatte ich in letzer Zeit wirklich Glück.
Einmal hatte ich zwar eine Dauertelefoniererin im Auto, die sich aber zuletzt doch noch einen Funken Sympathie ergattert hat, als sie sich sehr nett und mit gutem Trinkgeld verabschiedet hat.
Bevor das jemand falsch versteht: Ich hab gar nichts gegen das Telefonieren bei mir im Taxi, aber wenn es dann wirklich ohne ein „Hallo“ abläuft, finde ich das schon etwas unverschämt. Unterhaltsam muss ein Fahrgast ja nicht sein, aber ein Wort mehr als „Landsberger 115“ könnte es dann ja doch sein…

Naja, ich hoffe mal, von der nächsten Schicht gibt es irgendwa spannendes zu berichten. Sonst muss ich ja wirklich ganz tief in meinem kleinen Büchlein blättern 😉

8 Kommentare bis “Blabla”

  1. Hach ja Autos… wie passend. Gerade mit meiner Werkstatt telefoniert, wann ich meinen Blechhaufen dort mal wieder abstellen kann. Vor allem, werde ich schon anhand meiner Nummer identifiziert und gleich mit persönlicher Ansprache begrüßt.

    Und was die Freundlichkeit angeht, ein paar grundlegende Dinge sollten schon sein. Eine freundliche Begrüßung und ggf. eine Entschuldigung, dass man in ein Telefonat vertieft ist, bricht keinem einen Zacken aus der Krone. Wir sind zwar beide Dienstleister und werden für unsere Tätigkeiten bezahlt, dennoch sind wir Menschen und wollen auch so behandelt werden.

  2. Sash sagt:

    @Der Maskierte:
    Dass die dich so gut kennen, spricht aber nicht für dein Auto 🙂
    Zum Telefonieren: *sign*

  3. @Sash

    Trotzdem gelobte ich ihm: Bis dass der TÜV uns scheidet.

    Und soviel wie an dem gemacht wurde, ist das inzwischen schon fast wieder ein Neuwagen. 😉

  4. Aro sagt:

    Mein erstes Taxi hatte 900.000 Kilometer runter, noch mit erstem Motor und erstem Getriebe. Aber das war auch kein Opel, sondern ein Mercedes aus der Zeit, als die noch gute Autos gebaut haben. Zwar brauchte er von 0 auf 100 eine Viertelstunde, aber so schnell fährt man ja eh nicht 😉

  5. Hans D. sagt:

    Wieso muss denn eigentlich dein Kollege das machen?
    Ich meine, ist klar dass du nicht nachts zu Werkstatt fährst, aber dem Tagschichtler gehen dann ja auch Umsätze flöten.
    Oder wird das Auto nur zur Werkstatt gebracht und dann gehts mit einem anderen weiter?

  6. Sash sagt:

    @Der Maskierte:
    Ja, wenn man eine Kiste erst einmal liebgewonnen hat…
    Ich mag meinen ja auch, so ist es ja nicht. Aber irgendwann ist halt einfach Schluss!

    @Aro:
    Ja, erstes Getriebe schafft man mit einem Schaltwagen wohl kaum über die Distanz 🙂
    Aber grundsätzlich finde ich es ja lobenswert, die Kisten so lange zu halten. Ist bei der hier schlicht nicht drin, dafür spart er an anderer Stelle Resourcen.

    @Hans D.:
    ja, das ist die schwierige Frage. Es ist tatsächlich so, dass wir nicht grenzenlos Ersatzfahrzeuge haben. Ergo: Das geht auf Kosten meines Tagfahrers, also auf Kosten seiner Arbeitszeit. Und das ist sein Nachteil.
    Ehrlich: Ich ärgere mich manches Mal darüber, da ich es hasse, ihm einfach „Aufträge“ zu geben, anstatt es selber zu machen. Dummerweise hat er das Auto tatsächlich 7 Tage die Woche. Er fährt davon 6,5. Das heisst, mir bliebe rein von der Verfügungszeit nur ein Nachmittag mitten in meinem Wochenende, um das Auto extra abzuholen und zur Werkstatt zu bringen. Sonst ist es zu jedem Zeitpunkt (zu dem die Werkstätten offen haben) von ihm genutzt. In der Firma wird das sozusagen als Ausgleich für die Nachtschichtarbeit gesehen. Ich hab ja von den normalen gesellschaftlichen Nachteilen (der Postbote klingelt immer, wenn ich schlafe, mein Arzt macht erst um „1 Uhr nachts“ auf) abgesehen auch das Problem, dass ich z.B. nie mit dem Auto zum Büro (wegen Abrechnung und sonstigen Absprachen) ins Büro fahren kann…

  7. Missac sagt:

    Das mit dem Guten Tag und Auf Wiedersehen wenn man telefoniert kann ich nur bestätigen – an meiner Supermarktkasse k*tzt mich so ein Verhalten auch immer derart an….aber obwohl man nichts sagt, kann man den Kunden zumindest dort seine Haltung dazu nonverbal merken lassen. Ob die es aber merken? Who knows?

  8. Sash sagt:

    @Missac:
    Bei euch kommt das wahrscheinlich sogar noch wesentlich öfter vor als im Taxi. Was will man machen?

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