Gratis

„Sag mal, rauchst du?“

„Ja… aber nicht im Auto!“

Das habe ich gleich nachgeschoben, weil die Frage eigentlich immer Diskussionen nach sich zieht, ob man nicht mal eine Ausnahme machen könnte  und so weiter…

„Nee, ich meine nur, wenn du mir noch ne Zigarette verkaufen kannst. Ich brauch unbedingt noch Tabak, um mir ne Tüte drehen zu können, um mal von dem ganzen Stress zu entspannen…“

„Keine Panik, die gibt es gratis dazu.“

Ganz im Ernst: 80% meiner Kundschaft nehmen Drogen. Vielleicht auch 90%. Da sind mir die Kiffer echt die allerliebsten. Muss nicht unbedingt so sein wie der junge Typ, den ich neulich am Schlesischen Tor aufgegabelt habe, bei dem ich nach der Kurzstrecke 5 Minuten die Fenster aufgemacht habe, um nicht in den Verdacht zu kommen, mein Auto hat einen Heizkessel, in dem ich eine halbe Weltjahresproduktion Hanf pro Schicht verheize – aber chilligere Kunden gibt es echt nicht. Und der Kerl jetzt: bei knapp 3 € Trinkgeld kann ich eine Zigarette auch ehrlich verschmerzen.

Alternative Zahlungsmittel

6 Mädels vom Matrix zu einem Hotel nach Wilmersdorf zu fahren ist eine nette Tour. Die überwiegende Kommunikation fand außerhalb meiner Sprachfähigkeiten irgendwo in der Nähe von niederländisch statt, aber das ein oder andere nette Wort in Deutsch oder Englisch hatten sie dann doch auch mal für Fahrer und Auto übrig.

Sie haben gesagt, sie wollten es möglichst billig haben, was natürlich (wie nachts eigentlich immer) kürzeste Route bedeutet. Naja, die Oberbaumbrücke war mal wieder wegen Filmdreharbeiten gesperrt, aber ansonsten ist das ja kein Problem. Am Hotel angekommen hab ich dann kurz den Preis mit den Zuschlägen verrechnet und verkündet:

„OK, here we are! And we’re at 24,20 €.“

Die Antwort gestaltete sich wie folgt:

„Puh, 24 €! And if we show you our…?“

Wenn ich es mir recht überlege: 12 auf einmal… wie konnte ich mir das nur entgehen lassen 😉

Modern Stalking oder: Point of View

Der gestrige Abend war etwas seltsam. Ich war wie immer in letzter Zeit pünktlich in der Stadt unterwegs, was zuerst bedeutet hat, dass ich eine Stunde lang am Ostbahnhof vergammelt bin. Als ich gerade kurz davor war, meinen ersten Fahrgast aufzunehmen, hat mein Handy geklingelt. Wie passend! 🙁

War aber alles in allem in Ordnung, da mich ein Kollege in Internet- wie Firmen-Dingen auf einen schnellen Becher Kaffee zum Cahoona-Coffee-Drive-In in der Leipziger Str. eingeladen hat. Die Kaffee-Preise für Taxifahrer sind erträglich, und ich hatte da eine echt nette Zeit und nette Gespräche (Wahnsinnige. Alles Wahnsinnige. Aber das macht es ja gerade sympathisch.) – sollte das Beste an der Schicht werden…

Da ist mir das erste Mal dieser komische mit Werbung vollgepflasterte Mini aufgefallen, der da scheinbar unbenutzt im Eck gestanden ist.

Ziemlich spät bin ich dann zum Zwecke der Geldbeschaffung wieder gen Ostbahnhof gegurkt. Irgendwie ist mir dieser komische Mini gefolgt. Der seltsam anmutende Fahrer hat sich sogar an der selben Tanke Kippen gekauft wie ich. Obwohl ich das erste Mal an der Tanke war und nicht an meiner Stammtanke gegenüber. Komische Sache!

Am Ostbahnhof angekommen stelle ich fest, dass der Fahrer mir schon wieder gefolgt war und sein Auto ebenso stoppte. Wohl um irgendwas zu Essen zu holen. Wahrscheinlich wäre mir das nicht aufgefallen – aber dank der Werbung…

Prompt trat eine Kundin an mich heran und überraschte mich beim Rauchen einer Kippe. Ich war reichlich abgelenkt wegen dieses komischen Wagens und hab sie erst einmal völlig übersehen. War aber eine gute Tour – bis zum bayrischen Platz – mehr konnte ich mir nach 5 Minuten rumstehen auch wirklich nicht erhoffen. Die 16,40 €-Tour sollte bis weit nach Mitternacht meine Einnahmen-Statistik dominieren…

Als ich an der Yorckstr. so in den Rückspiegel schaue: Un-glaub-lich. Da fährt, ihr ahnt es sicher schon: Dieser komische Mini. Mit dem selben kuriosen Fahrer wie zuvor! Ein bisschen Paranoia geschoben hab ich ja schon. Insbesondere als er dann auch noch am Bayrischen Platz stoppte. Da bin ich dann ausgestiegen und hab ihn zur Rede gestellt. Irgendwie war das ja nicht mehr normal.

Hier ist mal ein Foto von der Kiste:

Und er stalkt mich... all Night long, Quelle: Sash

Und er stalkt mich... all Night long, Quelle: Sash

Tja, und was war wohl? Eigentlich nix besonderes. Über Sinn und Unsinn sowie Wahrheitsgehalt dieser Geschichte könnt ihr etwas mehr erfahren, wenn ihr euch neben diesem Gelaber hier auch noch den Artikel bei Jo anschaut…

🙂

Spaß muss sein und wie ich gestern zu Jo gesagt habe: Soll nochmal einer behaupten, dass Bloggen keine Arbeit ist!

Bullshit!

Eine super relaxte Tour. In einer bescheidenen Nacht 2 Winker in Neukölln aufgegabelt und auf dem Weg gewesen, mal kurz 15 € auf die miserablen Einnahmen raufschlagen zu können.

Ein junges Pärchen, anspruchslos und nett. Irgendwie habe ich aber die Konversation, die ich mit ihm geführt habe, am Ende nicht mehr verstanden.

Kurz nach dem Start habe ich nachgefragt, ob die von mir angepeilte Route ok wäre, und es war alles sehr gechillt.

„Du bist der Taxifahrer, du machst das schon…“

Danke! Das ist doch mal eine Aussage! Anderthalb Kilometer vor dem Ziel fielen dann aber völlig aus dem Zusammenhang gerissen folgende Sätze:

„Ja, ich meine, du fährst echt Bullshit!“

„Ähm… wieso das?“

Die Verwunderung war nicht gespielt. Meine Route schien mir sehr gut zu sein – vielleicht nicht bis auf den letzten Hinterhof perfekt, aber prüfungssicher. Mein Fahrstil war wie immer gesittet aber auch nicht durch die Nacht schleichend. Flott aber legal. Das Auto war technisch in Ordnung, es war einfach alles völlig ok. Also was wollte er?

„Ja, das ist einfach scheiße!“

„Und was habe ich mir darunter vorzustellen?“

„Hey, du bist der Taxifahrer, nicht ich!“

„Ja, aber wenn irgendwas so nicht in Ordnung ist, wie ich es mache…“

…und der Rest der Fahrt verlief dann schweigend. Also ich bin vielleicht nicht der Beste im Aufnehmen von Kritik, ich ärgere mich viel zu oft – auch wenn ich es nicht zeige – aber nach dem Gespräch hab ich mir wirklich gedacht, dass er mich mal kreuzweise kann. Dass er die exakt 15 € ohne Trinkgeld bezahlt hat, ist ok. Ich war letztlich froh, die beiden aus dem Auto zu haben.

Nehmen wir mein liebstes Vergleichsgewerbe und stellen uns die Frage: Wenn wer zum Bäcker geht und sagt „Wie sie Brot verkaufen, ist scheiße!“, was will er damit eigentlich sagen? Und warum mache ich mir eigentlich Gedanken darüber. Naja, irgendeinen Grund muss es wohl geben, sich zu ärgern… 🙁

Schnell ist nicht gleich einfach!

Als ich den Koffer mit dem Gewicht eines Blauwalbabies an Bord hievte, fragte sie gleich:

„Sagen sie, würden sie – wenn ich ihnen ein Trinkgeld gebe…“

„Den Koffer hochtragen?“

„Ähm… ja!?“

„Selbstverständlich mache ich das.“

Na gut, vielleicht war es ansatzweise unlauter, nicht zu betonen, dass dafür kein Trinkgeld nötig ist. Aber versteht bitte, dass ich angesichts des Walbabies nicht riskieren wollte, sie von einer großartigen Idee abzubringen… 🙁

„Fairerweise muss ich aber sagen, dass ich wirklich im fünften Stock wohne…“

Das wiederum hat mich kein Bisschen überrascht. Wenn jemand Geld ausgeben will, um einen Koffer getragen zu kriegen, dann macht man das entweder grundsätzlich – und lässt ihn dann auch noch für sich packen – oder (was mir bei dieser Kundin wahrscheinlicher schien) man hat wirklich noch was fieses vor sich mit dem Ding.

„Soll ich mit anpacken?“

„Jetzt hören sie mal: Sie bezahlen mich schon dafür. Dann mache ich das auch alleine!“

„Aber ich warne sie! Sie werden schnaufen!“

„Da bin ich überzeugt von, aber wenn, dann machen wir das richtig!“

Die fünf Stockwerke waren eher fünfeinhalb, das Haus natürlich ein großzügig dimensionierter Altbau und der Wal inzwischen deutlich gewachsen. Aber: Service ist Serv… *hechel* ice…

Dann konnte ich den Koffer auf dem obersten Absatz abstellen und eine glückliche Kundin nach einem 20-Stunden-Tag in die ersehnte Ruhe nach einer hektischen Reise entlassen. Gut, bei mir war es die erste Tour – der Auftakt zu einer 12-Stunden-Schicht, aber was soll es?

Kurz zurückgespult zum Bezahlen:

„Das macht dann 6,80 €“

(also bekomme ich wohl einen Zehner…)

„Ja, dann ist das hier für die Taxifahrt…“

(7 €, dankeschön!)

„…und das hier fürs Tragen!“

(nochmal 10? Wow! Moment, muss es aussprechen!)

„Wow!“

Das ist mal ein Lohn, bei dem man sich nicht beschweren will. Aber dennoch: Schnell verdientes Geld war es, einfach verdientes eher nicht. Ich hoffe, der Wal passte noch in die Wanne…

Tote Stunde

Und hier noch ein kleiner Blogeintrag für die lustige Sechsertruppe, die ich heute früh um etwa 1 Uhr zur Kulturbrauerei gefahren habe.

Die „tote Stunde“ war ab da wirklich vorbei. War der Auftakt zu einer wirklich noch gelungenen Schicht 🙂

Mit dem Trinkgeld lagt ihr übrigens auch überdurchschnittlich gut. Ich hoffe, eure siebte Person ist heil heimgekommen. Aber wie ich gesagt habe: Ihr habt es nicht wirklich geschafft, durch irgendwas übermäßig aufzufallen. Seht es mal so: Immerhin gibt es keinen Grund, dass ich mich beschwere 😉

Vielleicht sieht man sich ja mal wieder.

Prima Anfang

Und ich unterhalte mich angesichts des Verkehrschaos auf der Mühlenstr. noch mit einem Kollegen darüber, dass wir jetzt bitte nicht eine Tour vom Ostbahnhof zur O2-World bekommen. Mein Kollege fuhr alsbald nach Hastenichgesehen und ich stand dann da als erster.

Meine Kunden waren total panisch und wollten keinesfalls den Konzertbeginn verpassen, wo sie doch nun sooo spät dran waren…

Ich hab die Fahrt natürlich nicht abgelehnt. Ich habe nur versucht, in den Raum zu werfen, dass es unter Umständen zu Fuß sogar schneller sein könnte, da man als Fußgänger doch wesentlich weniger dazu neigt, sich schon auf einer mehrspurigen Straße zu stauen. Aber um sicher zu gehen, wollten sie mit mir mit. So denn! Nach exakt 4,00 € auf der Uhr habe ich sie an der Einfahrt des Parkplatzes rausgelassen, weil sie davon ausgegangen sind, jetzt zu Fuß doch schneller zu sein. Als hätte ich es geahnt.

Aber gut, ich war nur 500 Meter von meinem Lieblingsbahnhof entfernt. Also ein neuer Versuch! Und siehe da, keine 5 Minuten und ein heilloses Durcheinander später hatte ich wieder eine Kundin im Auto. Ich gebe zu, es wäre jetzt ein netter Gag gewesen, wenn sie auch zur O2-World gemusst hätte. Aber die Realität hat noch was besseres auf Lager:

Das Radialsystem! Liegt Luftlinie sogar nur 300 Meter vom Bahnhof weg!

Dank ungünstiger Wendemöglichkeit bin ich hierbei aber sogar auf 4,60 € gekommen. Ab da habe ich dann einfach beschlossen, dass mich ein paar Leute ranwinken. Was soll ich sagen? 9 Stunden, 183,30 €… war also mal wieder nur der Auftakt komisch 🙂