Absurde Punktlandungen

Die Tour führte quer durchs Viertel, über viele kleine Nebenstraßen. Eine der Fahrten, bei denen man erst einmal hilflos ist, weil einem die 8 Straßen in der Gegend nicht reichen, die man problemlos im Kopf hat. Ich hab die Karte meines Trackers auf dem Handy großgezogen und mir einen Weg zurechtgebastelt. War der kürzeste, die Kundin hat nicht einmal gemerkt, dass ich mich nicht gut genug auskenne, super Sache!

Dann aber hab ich das letzte Mal abbiegen verpasst, weil wir gequasselt haben. Ich musste also einmal um den Block fahren. Kein großes Ding, aber ich hab trotzdem die Uhr unterwegs gestoppt und mich entschuldigt. Damn, aber man ist ja kein Arschloch.

9,90 € waren bisher aufgelaufen und als wir 30 Sekunden später vor ihrer Tür standen, meinte die Kundin:

„Ui, ich sehe gerade, dass ich auch nur noch genau einen Zehner beihab.“

Das nenne ich mal Glück. Also ihrerseits. Ich hätte mich über mehr als 10 Cent Trinkgeld natürlich gefreut – andererseits denke ich auch ungern darüber nach, was das an Stress* bedeutet hätte, wenn am Ende 30 Cent zu wenig dagewesen wären …

*bei 30 Cent hätte ich sie vermutlich einfach weggescheucht, andererseits war sie eigentlich eine Nette und hätte vermutlich 10 Minuten in ihrer Wohnung nach einer Euromünze rumgesucht und das hätte meinen Abend nicht unbedingt verbessert. Zumal ich direkt vor Ort eine weitere Kundin gefunden hab, die gleich mit mir weiterfahren wollte.

3 Kommentare bis “Absurde Punktlandungen”

  1. Ana sagt:

    Einmal ist es mir passiert, dass ich den vermuteten Zwanni doch nicht mehr in der Tasche hatte.
    Normalerweise kündige ich an, wenn ich erwarte, dass es knapp wird, damit der Fahrer entsprechend früher anhält (oder wie schonmal vorgekommen den letzten Kilometer ohne Uhr fährt). Ein wenig Voraussicht hilft immens, Sätze wie „Ach hups, jetzt kann ich Sie garnicht bezahlen“ zu vermeiden.

  2. Bernd K. sagt:

    Wenn die Fahrt nach Hause geht, sollte das doch keine grosse Sache sein. In der Wohnung hat man doch meistens irgendwo wenigstens noch etwas Kleingeld. Und wenn die Fahrt woanders endet und es nur um max ein bis zwei Euro geht, ist, könnte der Fahrer es bei manchen Fahrgästen riskieren, sich das Geld überweisen zu lassen, oder vielleicht sogar (sicher nur in seltenen Fällen) zu einem tel. vereinbarten Zeitpunkt irgendwo zu übergeben. – Bei einem anständigen Fahrgast wäre dann ein gutes Trinkgeld dabei…
    Wäre ich mein Fahrgast, würde ich das so machen… 🙂

  3. Walnuß sagt:

    Ich habe einen Spezialtrick für solche Fälle: Ich habe einen Geldbeutel und noch eine Art zweiten Geldbeutel, in denen ich nur sämtliche Plastikkarten sammle (Führerschein, Ausweis, Mitgliedskarten für diverse Carsharing-Anbieter, EC-Karte etc). In dem zweiten Geldbeutel sind immer fünf fünf-Euro-Scheine gefaltet mit drin. Das ist quasi meine eiserne Reserve, das ist angedacht, falls Not am Mann ist und ich dringend was kaufen muss (Nahrung, Regenschirm o.ä.) oder mit dem Taxi irgendwohin muss. Wie ein gefüllter Benzinkanister im Kofferraum, für alle Fälle. Extra auch in kleinen Scheinen, damit das Wechseln kein Problem wird.

    Habe das noch nie angetastet, bin dadurch aber auch immer beruhigt unterwegs, weil ich weiß, dass ich im Notfall immer eine kleine Reserve dabei habe, wenns doch mal knapp wird.

    Dadurch, dass es nicht im Geldbeutel ist, sehe ich das Geld quasi nie und gelange auch nicht in Versuchung es normal auszugeben. Das ist der Trick dran.

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