Zu früh aufgegeben

Manchmal ermüdet der Konkurrenzkampf im Taxi. Aber ein Fahrer gestern Abend hätte vielleicht mal mehr Vertrauen in die Kollegenschaft haben sollen.

Als ich den Bahnhof Friedrichsfelde-Ost angesteuert habe, war ein Kollege vor Ort, aber es stand bereits Kundschaft an seiner Tür. Gute Ausgangslage. Als ich dann heranfuhr, kamen die Kunden zu mir gelaufen, obwohl der Kollege noch dastand.

OK?

Ich ließ das Fenster runter.

„Schelling?“

„Wie bitte?“

„Kommen Sie für Schelling? Wir haben bestellt.“

„Oh. Nein, sorry. Der Kollege kommt sicher gleich.“

Und sie haben gewartet. Sehr nett. Nach vielleicht drei Minuten kam auch ein Taxi. Aber es fuhr nur kurz die Seddiner Straße ab, hat kurz 50 Meter entfernt gestoppt und ist dann wieder weggefahren.

Ich gebe ja zu: Wenn ich an einen schwach frequentierten Bahnhof wie diesen bestellt werde, dort erst einmal keine Kundschaft, dafür aber zwei Kollegen sehen würde … ich würde wohl auch davon ausgehen, dass sich da jemand die Tour gemopst hat. In dem Fall hat das halt leider nicht gestimmt und wenn der Fahrer wenigstens mal zu uns geschaut hätte, hätten wir ihm die Kundschaft auf dem Silbertablett serviert. Aber da er das gelassen hat, kam der Kollege an Position 1 aus seinem Auto und hat den Leuten gesagt, dass sie jetzt besser nicht weiter warten, sondern mit ihm mitfahren sollten.

Und er hatte recht. Bis ich 10 Minuten später eine Tour hatte, ist kein anderes Taxi vorbeigekommen.

3 Kommentare bis “Zu früh aufgegeben”

  1. harald sagt:

    ihr müsst zusammenhalten, die schwarzen Toyotas werden immer mehr

  2. lj sagt:

    Also früher(R) hätte man dem Kollegen vielleicht am Funk einen kurzen Hinweis gegeben…

  3. Sash sagt:

    @lj:
    Früher gab’s auch noch Sprachfunk, wo sowas möglich war.

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