Die Wahrheit über den Verdienst als Taxifahrer

Der letzte Artikel zum Thema ist zwar schon ein Weilchen her – ich hab nicht mal Lust danach zu suchen – dennoch landen dank Onkel Google immer noch reihenweise Leute bei GNIT, die nach Informationen dazu suchen, wie viel (oder wenig) man als Taxifahrer eigentlich so verdient. Die Wichtigkeit des Themas ist mir bewusst, schließlich arbeite nicht einmal ich nur zum Spaß an der Freude. Wir müssen alle unser Geld verdienen und da ist es natürlich von Interesse, zu wissen, was am Ende auf dem Gehaltszettel steht.

Beim Taxifahren ist das leider ein wenig komplizierter. In den Medien landen meist die Berichte von massiv unterbezahlten Fahrern und viele die den Job wie ich mit Freude machen, berichten auf der anderen Seite recht locker, dass es ihnen zum Leben reicht.

Was soll der Mist? Wieviel Euro bekomme ich am Monatsende netto raus?

Vorweg gesagt: Wenn man einen guten Arbeitgeber erwischt, dann sollte es deutlich mehr sein als mit Hartz4, allerdings kann man sich trotz hoher Taxipreise abschminken, in diesem Gewerbe reich zu werden. In Deutschland werden Taxifahrer sehr unterschiedlich bezahlt, nicht einmal die Art der Bezahlung ist identisch. Sehr sehr wenige bekommen ein Festgehalt, die meisten werden am Umsatz beteiligt. Manche davon fahren wie ich rein auf Provisionsbasis, andere bekommen einen Stundenlohn plus umsatzbasiertem Bonus. Dass man da nichts allgemeines sagen kann, sollte klar sein.

Na dann Berlin! Wie viel verdient ein Taxifahrer in Berlin?

Hier in Berlin wird fast ausschließlich auf Provisionsbasis bezahlt, Stundenlöhne gibt es kaum. Die „Prozente“, also der Anteil am Umsatz, den wir Fahrer bekommen, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Von seriösen Betrieben, die nicht schwarz arbeiten lassen und uns Taxifahrern die üblichen gesetzlichen Rahmenbedingungen (Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall etc.) bieten, habe ich Zahlen zwischen 33 und 45% gehört. Bei denen, die weniger bezahlen, existiert meist noch eine Art Bonus (z.B. 100 € netto extra, wenn man über 3.000 € Umsatz im Monat schafft). Meine Chefs bieten 45% brutto an, was unter günstigen Bedingungen (Steuerklasse, steuerfreie Nachtzuschläge etc., kompliziertes Thema!) mitsamt den üblichen 10% Trinkgeld bis zu 50% netto bedeuten kann. Das heißt: Grob die Hälfte des Betrags auf dem Taxameter landet am Ende in der Kasse des Taxifahrers. Der Verdienst richtet sich also direkt danach, wie viel Geld man einfährt, sprich: Wie lange man arbeitet. Und das kann man sich oftmals selbst aussuchen.

Das ist immer noch kein Betrag! Wie viel Umsatz macht man denn so pro Stunde?

Selbst diese Frage ist schwer zu beantworten. Nachts macht man angeblich etwas mehr Umsatz als tagsüber, am Wochenende mehr als unter der Woche usw usf. Es gibt schlechte Montage, da schleicht man mit 70 € Umsatz nach 9 Stunden Arbeit nach Hause, da bleibt der Stundenlohn bei 3 €. Läuft es an einem Samstag mal verdammt gut, macht man in 10 Stunden auch mal 300 €, da kommt man dann eher auf 15 € pro Stunde. Aber das sind beides Extreme, die nicht viel Aussagekraft haben. Die letzten „offiziellen“ Zahlen zum Taxigewerbe besagen, dass man pro Stunde durchschnittlich 1,1 Fahrten à 11 € hat – was mit knapp über 12 € Umsatz etwa 6 € Verdienst pro Stunde bedeuten würde. Ich, der ich überwiegend zu den guten Zeiten fahre, bin letzten Monat auf knapp über 17 € Umsatz pro Stunde gekommen, ergo 8,50 € Verdienst.

Damit kommt man auf jeden Fall mit angemessenem Arbeitsaufwand auf seine 1000 bis 1500 €, für 2000 schuftet man sich aber fast immer kaputt, da man dazu einfach viele miese Stunden mit schlechterem Durchschnitt in die Rechnung einbeziehen muss. Arg viel genauer geht es nun wirklich nicht.

Aber deswegen ist es auch sehr verbreitet unter den Fahrern hier, dass man sich ein Umsatzziel (pro Tag, Woche oder Monat) setzt und einfach arbeitet, bis man es erreicht hat.


Update 2015: Inzwischen gilt der flächendeckende Mindestlohn – auch im Taxigewerbe. Mindestens 8,50 € pro Stunde sollte also jeder ehrliche Unternehmer, zumindest auf den Monat umgerechnet, bezahlen. Leider wird dies nicht überall wirklich eingehalten. Deutlich mehr als den Mindestlohn wird man zumindest in Berlin kaum verdienen, was es wenigstens recht einfach macht, den Verdienst zu berechnen. Leider, möchte man anmerken.

88 Kommentare bis “Die Wahrheit über den Verdienst als Taxifahrer”

  1. MsTaxi sagt:

    Kann ich nur voll unterschreiben!

    Ich komme zwar auf etwas weniger pro Stunde, aber da ist noch der Land-Stadt-Unterschied zu nennen, der zwischen uns beiden zum Tragen kommt.

    Der Job ist halt entweder etwas für Leute, die sonst kaum was finden als Job (zumindest hier bei uns) und absoluten Überzeugungstätern.

  2. Das wäre schwer für mich zu planen, wenn ich nicht monatlich mit dem selben Grundgehalt rechnen könnte. Für mich unvorstellbar.

  3. Paul sagt:

    Ich nehme an, Du darfst Dein Trinkgeld behalten? Deshalb: 45% Beteiligung plus 10% Trinkgeld = 55%.

  4. Daniel sagt:

    Bei uns sind für festangestellte Fahrer monatliche Festlöhne üblich, für die dann natürlich auch festgesetzte Stundenzahlen gearbeitet werden muss. Aushilfsfahrer bekommen analog dazu einen Stundenlohn. Je nach Unternehmen, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Mondstand und Schuhgröße der Geranie auf dem Balkon kommt man so bei uns (flaches Land mit einigen Klein- und Mittelstädten in Reichweite) auf einen Bruttostundenlohn zwischen 5 Euro und knapp unter 9 Euro.

    Wie Du so treffend beschreibst: Reichtum entsteht so nicht, aber es reicht, um ordentlich davon zu leben.

  5. Lenni sagt:

    … und die IG-Metall fordert 6,5% mehr bei einem „Mindestlohn“ von etwa 12,00€ brutto / Stunde.
    Verkehrte Welt.

  6. Daniel sagt:

    Lenni: sicher ist der Stundenlohn geringer bei uns, aber ich sehe auch Unterschiede.

    Zum einen ist der Job am Taxisteuer immer wieder von Pausen durchzogen, auch wenn man diese nicht vorhersehen kann. Dadurch empfinde ich die Arbeit als weniger anstrengend. Zu unserer Firma gehört auch eine öffentliche Tankstelle, an der ich gelegentlich Krankheitsvertretungen übernehme. Ich kann daher aus Erfahrung sagen, dass 7 Stunden Kasse (keine nennenswerte Pause, ständig auf den Beinen) deutlich stärker ermüdet als 12h Taxifahren. Dadurch kommt man allein schon durch die Tatsache, dass man mehr Zeit mit dem Beruf verbringt (und verbringen kann), trotz geringerem Stundenlohn auf ein erträgliches Monatsgehalt. Hätte ich als Taxler eine 38-Stunden-Woche, wäre mir die Bezahlung zu niedrig.

    Zum anderen kann man auch ganz gut Teile des Privatlebens in die Arbeit einflechten (Internet, lesen, kurze Behördengänge etc.), sodass mir die langen Arbeitszeiten gar nicht besonders stark auffallen.

  7. Aro sagt:

    Ordentlich leben kann man von den durchschnittlichen Umsätzen in Berlin legal nicht. Sicher gibt es Highlight wie bestimmte Messen, aber das sind ja Ausnahmen. Im Januar und im Hochsommer betragen die Umsätze durchaus auch mal nur 30-40 EUR in einer Schicht. Das kommt zeitweise an Hartz IV ran.

  8. Daniel sagt:

    Entschuldige, ich vergaß das Risiko, dem man bei der umsatzbasierten Bezahlung unterliegt. Ich bezog meine Aussagen auf die in unserer Ecke üblichen Festlöhne, die einem zumindest Planungsmöglichkeiten eröffnen.

  9. Sash sagt:

    @zartbitterdenken:
    Dazu muss man aber auch sagen, dass die Schwankungen nicht übertrieben groß sind. Es gleicht sich am Ende alles aus. Gut, natürlich wird der Januar meist deutlich weniger als der Dezember bringen, aber wenn man halbwegs mit dem Geld auskommt, dann kann man sogar noch den Vorteil genießen, bei Mehrbedarf einfach mal eine Schicht anzuhängen.

    @Paul:
    Und wo bleiben Steuer und Abzüge? 😉
    Ist nur eine Überschlagsrechnung, deswegen passen die Zahlen nicht zusammen. Und wenn man bedenkt, dass ich bei 45% brutto des Umsatzes auf fast 50% netto komme, ist das doch schonmal nicht schlecht…

    @Daniel:
    Das Argument mit dem Stress bei der Arbeit ist ganz wichtig, hab ich als solches jetzt gar nicht hervorgehoben. Und wenn man sich überlegt, dass man bei den 7 € pro Stunde fast die Hälfte der Zeit irgendwie „ohne Arbeit“ (also mit Lesen, essen, quatschen, schreiben, fernesehen, je nach Wunsch) zubringen kann, dann wirkt es auch nicht ganz so schlimm – wie es ansonsten natürlich eigentlich ist.

    @Aro:
    Ehrlich gesagt kommen mir solche Umsätze aber fast nur unter, wenn ich genervt früher Schluss mache. Meistens reicht es mir dann eben doch irgendwie auf den „obligatorischen Hunni“ und damit auf rund 50 € Verdienst pro Tag. Ich will es wirklich nicht schönreden, aber unter 50 € hab ich bei 8 Stunden bisher vielleicht 5 mal gehabt oder so.

  10. rob sagt:

    Wie hoch ist denn die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall? Das geht ja schlecht umsatzbasiert…

  11. Daniel sagt:

    Wenn mich die Erinnerung an meine lange zurück liegende Ausbildung zu „Junge, lern was anständiges“ nicht trügt und sich nichts geändert hat, wird in allen Fällen schwankenden Lohns ein Durchschnittswert der letzten x Wochen/Monate zugrunde gelegt. Dennoch bleibt prozentual für Berufe in „Trinkgeldbranchen“ weniger übrig als für andere, weil das Trinkgeld natürlich in diese Berechnung nicht einfließen kann…

  12. Sash sagt:

    @rob:
    Es ist genau so wie Daniel geschrieben hat: Es wird ein Mittelwert für die Schicht über die letzten 3 Monate gebildet. Ist im Übrigen beim Urlaub genauso. Und wie Daniel ebenfalls schrieb: Das Trinkgeld fehlt einem natürlich trotzdem immer 🙁

  13. Thomas sagt:

    Hallo Sascha,
    Ich arbeite in einem Unternehmen, welches 5€ netto bezahlt, kein Bezahlter Urlaub, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, keine Sonderzulagen. 5€ netto – Punkt.
    Offiziell bin ich auf 700€ angemeldet, geht sowas überhaupt?

  14. MsTaxi sagt:

    @Thomas

    Nur solange du solche miesen Bedingungen akzeptierst, geht das. Prinzipiell ist das absolut ungesetzlich. Sind die 700,– brutto oder netto zu verstehen?

  15. elder taxidriver sagt:

    Wieviel die Taxifahrer weltweit verdienen kann man an einer Serie des FOLIO gut sehen. Das ist die monatliche Zeitschrift der Neuen Zürcher Zeitung.. Die haben eine Weile lang in jedem Heft einen Taxifahrer aus immer einem anderen Land befragt zu seinen Lebensumständen, was der Diesel kostet, was die Cola, was das Brot, wie lang er arbeitet.
    Wenn man Hallo Taxi und NZZ oder FOLIO googelt , kann man alles nachlesen..

  16. Sash sagt:

    @Thomas:
    Mir wäre auch nichts bekannt, was das erklären könnte. Urlaub und Lohnfortzahlung sind nicht verhandelbar, sondern gesetzlich vorgegeben. Da führt kein Weg dran vorbei – für keinen Unternehmer. Und den Netto-Betrag kennst Du, weil es gar keinen Brutto-Betrag gibt? So lese ich das zumindest … was das bedeutet, sollte eigentlich auch klar sein, oder?
    Also ich sage es mal so: Wenn Du deinen Chef nicht sonderlich magst, dann geh da mal mit einem Anwalt vorbei. Könnte ziemlich lukrativ sein. Den Job und das Unternehmen wird es danach allerdings wahrscheinlich nicht mehr geben …

    @elder taxidriver:
    Danke für die Info!

  17. highwayfloh sagt:

    @Sash:

    allgemein gesagt, die ganze Entlohnung im Transportgewerbe ist nur noch ein trauriger Witz…

    oder anders ausgedrückt:

    „Der Herr wandte sich ab und weinte bitterlich!“

    Mehr mag ich dazu nicht sagen… insbesondere, weil ich – obwohl jetzt mit über 10 Jahren Fahrerfahrung und ca. 3 Millionen Kilometern auf nem 40-Tonner im Rücken – wieder mal – auf unterster Lohnschiene anfange… .

    Es ist nur noch zum Kotzen (tschuldigung) aber das ist einfach die Wahrheit!

    Es lohnt sich langsam echt nicht mehr, sich noch zu buckeln… vor allen Dingen, wenn wan die Aussagen von der „von der Leyen“ liest und deren geistigen Dünnschiss!

    Aktuell würde ich Rente unter der angedachten Zuschussrente bekommen, dafür arbeite ich aktuell – per Tarifvertrag erlaubte – 90 Arbeitsstunden + Überstunden in der Doppelwoche!

    Langsam überleg ich mir echt Alternativen… .

  18. highwayfloh sagt:

    Kleiner Nachtrag:

    aktueller Brutto-Lohn(!) derzeit bei ca. 9 Euro! Und der jetzige Arbeitgeber zahlt noch „gut“!

    Was da bei LSK I übrigbleibt kann sich jeder selbst ausrechnen… abzüglich der üblichen Lebenshaltungskosten etc. ..

    Zum Sterben zu viel zum Leben (viel zu wenig)….

    Langsam hab ich die Schnauze echt voll!

    Und dann muss man sich von unseren „Volksvertretern“ noch anhören, dass „wir“ die Pflicht hätten jemand anderen zu retten oder den „Gürtel enger zu schnallen“!

    Die können mich mal ganz gepfelgt am … – ihr wisst schon wo – lecken!

  19. MsTaxi sagt:

    @highwayfloh

    Am linken Vorderreifen ganz unten? *kicher*

  20. Sash sagt:

    @highwayflo:
    Natürlich ist es zum Kotzen. Auf ganzer Linie. Und meine wohlmeinenderen Aussagen beziehen sich allenfalls auf die Idee, das nicht ein Leben lang zu machen. Rente ist natürlich letztlich das Tabuthema. Geht mir doch auch so: Wenn ich jetzt all mein für Nebensächlichkeiten wie Essen und trinken ausgegebene Geld in eine Zusatzrente stecke, hab ich in 30 Jahren fast schon die Grundsicherung …
    So blöd und einfältig es klingt: Ich glaube nicht an die Rente, ich bin mir sicher, immer irgendwas arbeiten zu müssen. Sicher, irgendwann wird Taxifahren nicht mehr gehen, dann muss ich halt sehen, wie ich klarkomme. Aber was will ich sonst auch machen?

  21. breakpoint sagt:

    @Sash
    Kein vernünftiger Mensch (unter 40 oder 50) glaubt wohl an die Rente. Trotz Riester und Rürup.
    Und wenn von der Laien uns Selbständigen auch noch die Rentenversicherungspflicht aufdrückt, bin ich – ohne Gegenleistung – im Monat um ein paar Hundert Euro ärmer.

  22. Oberoptimist sagt:

    Hallo Leute,
    ein überaus ehrliches Forum hier. Deswegen auch meine Meinung. Beim Taxifahren haben Junge Leute, die eventuell noch eine Familie gründen wollen nichts verloren. Als Zubrot ist es ok. Ansonsten geht es nur mit Hilfe des Jobcenters. Bei uns auf dem Land (40 km bis Hamburg) werden als Fixum 3,00 € gezahlt. also 36 € für 12 Stunden. Ansonsten auf Umsatzbasis in der Woche 32% am Wochenende 35%. Bei meinem Arbeitgeber (seit über 25 Jahren am Ort) komme ich auf einen Umsatz von 180 € bis auch mal 240 €. Der grösste Teil des Umsatzes basiert aber auf mein Glück bei en „Anläufern“. Da ich kurz vor der Rente stehe ist das für mich ok. Junge Leute sollten nur Taxifahren wenn NICHTS anderes geht.

  23. Sash sagt:

    @Oberoptimist:
    Ich gebe Dir durchaus recht bezüglich der Bezahlung – und bei den von Dir genannten Zahlen bleibt bei Dir mehr hängen als bei mir. Aber es gibt reihenweise ähnlich oder noch schnlechter bezahlte Jobs und auch noch etliche, die zwar ein paar wenige Euro mehr geben, dafür aber wesentlich stressiger, stupider o.ä. sind. Insofern würde ich vom Taxifahren im Speziellen nicht unbedingt abraten, sondern allgemein vor schlecht bezahlter Arbeit.

  24. Hugo sagt:

    Sehr interessant, das alles.
    Ich bin vor 27 Jahren hier in München schon mal Taxi gefahren, damals als Nebenjob zu meiner IT-Ausbildung.
    Jetzt bin ich 56 und habe meinen Job verloren und keine Chance mehr, in der IT unterzukommen. So ganz allmählich kristallisiert es sich heraus, dass ich wohl die letzten 10 Jahre meines Berufslebens wieder am Steuer eines Taxis sitzen werde. … und ich weiß nicht ob das gut oder schlecht ist…
    Hugo

  25. Thomas P. sagt:

    Schöne Ansicht vom Verdienst eines Taxifahrers. Interessant für mich, der auch einen Blog zu diesem Thema geschrieben hat. Meine Erfahrungen stammen jedoch aus einer Kleinstadt mit etwa 60.000 Einwohner. Grundsätzlich spiegeln sich Deine Zahlen aber wieder.

  26. Sash sagt:

    @Thomas P.:
    Ich hab ja die Zahlen bewusst allgemein gehalten und gesagt, dass das schwierig ist mit Vergleichen. Die meisten Leute haben ja keine Ahnung davon, wie unterschiedlich das hier je nach Gemeinde, Betrieb, Arbeitszeit etc. ist …

  27. franklin sagt:

    Halli Hallo,

    ich möchte mir mal erlauben einen sehr wesentlichen Faktor am Taxigewerbe anzusprechen, der leider immer wieder unter den Tisch gekehrt wird. Lässt man die Entlohnung und das Trinkgeld mal zur Seite, kommt man ganz schnell zur eigenen Verantwortung. Es ist augenscheinlich nur wenigen klar, welches Risiko wir als Fahrer während unserer Dienstzeit haben. Von den Beleidigungen durch Betrunkene, den Zechprellern und den evtl. gewaltätigen Übergriffen abgesehen, haben wir eine hohe Verantwortung für unsere Fahrgäste und auch andere Verkehrsteilnehmer.

    Denn auch wenn die Polizei uns eher mit geschlossenen Augen vorbei winkt, so zahlen wir bspw. für jeden nicht angenschnallten Fahrgast 40 € (nur wir sind von der Gurtpflicht ausgenommen).

    Und sollte es dann doch mal zum Unfall mit Personenschaden kommen, schuld oder nicht, geht der Staatsanwalt generell von einer fahrlässigen Körperverletzung aus. Auch wenn sich das im Verfahren meist klären lässt, so hat man dennoch erstmal den Ärger. Glücklich kann dann derjenige sein, dessen Chef sich hinter ihn stellt oder wenigstens eine recht teure Verkehrsrechtsschutzversicherung hat.

    Ich hab vor 3 jahren auch eher aus der Not angefangen und bin dann schnell zum Überzeugnungstäter geworden, da der Job ja nun mit „schwerer Arbeit“ rein gar nichts zu tun hat. Aber ich bin trotzdem froh jetzt endlich den Absprung in ein normales Arbeitsverhältnis geschafft zu haben und wünsche allen Kollegen viel Glück bei der Ausübung ihrer Dienstpflicht.

    Grüße Franklin

  28. Sash sagt:

    @franklin:
    Ich stimme Dir grundsätzlich zu, wobei die meisten Probleme zuletzt doch wieder am Verdienst liegen. Kontakt mit schwierigen Kunden und rechtliche Risiken ergeben sich in einigen Berufen, da sind wir nicht wirklich alleine. Gerade die ganzen verkehrsrechtlichen Aspekte gelten ja nicht wirklich nur für uns, sondern auch für alle anderen. Man macht sich halt mehr Gedanken darüber, wenn man täglich damit konfrontiert wird und einem zudem ein 40€-Strafzettel gleich die ganzen Schichteinnahmen rauben.

  29. Tolentino sagt:

    Hmm da würde mich ja interessieren, ob es als selbständiger Taxifahrer besser geht?
    Wahrscheinlich muss man sich da einen Partner suchen, der imm die „Wechselschicht“ übernimmt so dass das Auto 24h läuft. Da ist wohl jede Autoruhezeit verlorenes Geld…

  30. Thomas P. sagt:

    @Tolentino:

    Nein, besser wird es sicher nicht, als Unternehmer werden. Einem Unternehmer erwartet noch mehr Verantwortung, als die, die ohnehin schon besteht und weiter oben von franklin beschrieben wurde. Der Unternehmer muss den Verbänden gerecht werden, der Allgemeinheit als Steuerzahler, der Sicherheit seiner Gäste und Fahrer (Verkehrstaugliches Fahrzeug), Gebühren für Kassen, Kammern und Automobilverbänden und die Raten fürs Fahrzeug zahlen und, und, und…

  31. Sash sagt:

    @Tolentino:
    Wie Thomas P. schon geschrieben hat: das klingt auch einfacher, als es ist. Natürlich ist ein Auto grundsätzlich lohnender, wenn es im Zweischichtbetrieb läuft. Aber der Schritt vom Selbständigen zum Chef ist halt noch mit so viel anderem verbunden. So haben natürlich fast alle Unternehmer mal angefangen, es klappt also sicher. Wie viele allerdings das Handtuch geworfen haben, will ich besser nicht wissen …

  32. Manuel sagt:

    Vielleicht sollte man die Sache mal von einem anderen Standpunkt aus beleuchten. Taxifahren ist zu billig, und wenn nichts rein kommt bzw übrig bleibt, kann auch nicht mehr gezahlt werden. Solange es Kollegen und Unternehmer gibt, welche sich bei Krankenkassen und Auftraggebern zu billigst Preisen anbieten und dafür fahren, kann man keine ordentlichen Tarife durchsetzen. Wenn dann eine IHK eine Tariferhöhung damit ablehnt:“ Der Kunde hat ein Recht auf ein preiswertes Beförderungsmittel“: (IHK Koblenz) weiss man doch wo der Wind herweht. Nur Kuchen der da ist kann man verteilen.

  33. Musti sagt:

    Ich sehe es genau so wie Manuel! Ein Elektriker kommt mit seiner 500€-Werkzeugkiste rum, minimum 40€ plus Mehrwertsteuer. Ein vernünftiges Taxi kostet neu ca. 40.000 und die Stunde Wartezeit ca 20,00€. Wartezeit hat man nicht so oft aber bei 1,40 € pro km und 2,20 Grundpreis und erschwerend noch Unkollegen in Mietwagen ist es kaum möglich den Fahrern 10-12€ die Stunde zu zahlen. Kommt hinzu, dass es immer noch Leute gibt, die für ihren Stundenlohn auch noch Nickerchen machen…ist alles nicht so leicht bei uns im Gewerbe aber es macht mir verdammt noch mal SPAß 🙂

  34. Sash sagt:

    @Manuel und Musti:
    Hier in Berlin zumindest kann man sagen, dass es für alle Beteiligten halbwegs ok wäre, wenn eine gewisse Auslastung da wäre. Mit den bisherigen Tarifen können wir tagsüber theoretisch bis vielleicht 35/40 € die Stunde machen, nachts bis nahezu 50. Sind halt entweder zu viele Taxen oder zu wenige Kunden – je nachdem, wo man mehr Möglichkeiten sieht. Realistisch betrachtet kommen wir ab einem Umsatz von rund 20€/h (der nun nicht unrealistisch ist), in den Bereich wo Fahrer einen zweistelligen Stundenlohn haben – was ja zumindest als erster Schritt in Ordnung wäre. Dazu muss halt bei der Verteilung was passieren. So lange aber massenhaft schwarz gearbeitet und immer mehr Taxen zugelassen werden, zudem Kunden vergrault, in dem man nicht mal das Mindeste kontrolliert … naja, man kann sich’s vorstellen.

  35. Taxiunternehmer 1 Wagen Berlin sagt:

    Hallo liebe Forumsbeitragenden 🙂
    Hier nun ein Beitrag eines Einzelunternehmers aus Berlin:
    Für mich gilt grundsätzlich, dass der „selbständige Taxiunternehmer“ eine sooo einzigartige Tätigkeit ist, dass sie mit absolut nichts auf der Welt zu vergleichen und auch unmöglich in Zahlen auszudrücken ist (im positiven wie im negativen!!!)
    Aber im folgenden mal ein kleiner Versuch des Vergleiches:
    Wenn ein „normaler“ (Büro-)Arbeitnehmer (im folgendem mit „nA“ abgekürzt) im Monat z.B. 1.300 Euro Netto raus hat und war dafür 8 ½ Stunden täglich auf Arbeit, so hat er aus meiner Sicht eigentlich 10 Stunden dafür gearbeitet (denn im Durchschnitt benötigt der „nA“ von Haustür zur Arbeit 45 Minuten. Bei mir hingegen beginnt die Arbeits-/Umsatzzeit in dem Augenblick wo ich das Dachzeichen vor meiner Haustür einschalte)
    Von seinen 1.300 Euro Netto muss der „nA“ sein Fahrzeug mit dem er zur Arbeit fährt finanzieren: Anschaffung, Versicherung, Benzin, Wartungskosten schlagen da definitiv mit 300 Euro aufwärts monatlich zu Buche. Und der „nA“ fährt garantiert keine vollausgestattete E-Klasse sondern eben entsprechend dem deutschen Durchschnitt einen Golf.

    Also kann man diesen geldwerten Vorteil schon einmal bei dem „nA“ vom Gehalt abziehen und beim Taxiunternehmer auf sein Netto oben drauf schlagen.
    Denn de facto fahre ich eine E-Klasse mit „Sonderrechten“ (Busspurbenutzung etc.) und habe dafür quasi kaum zusätzliche Kosten, denn das Fahrzeug hab ich ja sowieso.
    Auch alle Erledigungen, für die sich der „nA“ extra Zeit einplanen muss (Behördengänge, Einkäufe, Zahnarztbesuch etc.) erledige ich nebenbei.

    Der „nA“ bekommt DANN Urlaub, wenn’s dem Chef passt; er bucht also zu DEM Zeitpunkt eine Reise, zu dem es der Chef erlaubt hat und zu DEM Preis, der zu diesem Zeitpunkt vom Reisemarkt verlangt wird.
    Ich hingegen sehe ein Reiseangebot, stellen abends den Wagen ab, packe meine Koffer und bin weg. Von jetzt auf gleich, dann, wann es mir passt und in der Regel zum halben Preis, den der „nA“ zahlen musste.
    (Auch diesen geldwerten Vorteil kann man als selbständiger Taxifahrer soz. noch auf seinen Lohn oben draufschlagen)

    Der „nA“ isst das, was es in der Kantine gibt; zu dem Zeitpunkt, den der Betrieb es erlaubt.
    Ich esse, wann ich es will, wo ich es will und solange ich will!!!
    (mit welchem Betrag will man das aufwiegen?!)
    Kotzt mich die Arbeit an; fahre ich die Tour zu Ende und ich mach Feierabend!!!
    Ist es einfach zu schön daheim im warmen Bettchen; fahre ich halt etwas später los!!!
    Gefällt mir ein weiblicher Fahrgast; frag ich sie und gehe mit ihr in ein Café!!!
    Ich komme an einem Event vorbei; ich stell den Wagen ab und bin dabei!!!
    Es ist ein heißer Sommertag; ich halte an der Havel an, gehe Baden und Sonnen und fahre danach weiter!!!
    Ich sehe irgendwo ein Angebotsschild im Schaufenster; ich stelle den Wagen ab und gehe Shoppen!!!
    Ich kann nachts mal nicht schlafen; ich setze mich in den Wagen, fahre zwei Touren und schlafe danach wie ein Baby.
    Andere lesen über die Berlinale, Karneval der Kulturen oder eine Diskoneueröffnung; ich bin life dabei!!!
    Meine Freunde jammern mich am Telefon voll, wie wenig Freizeit sie haben wegen der permanenten Überstunden; ich bekunde mein Beileid und schaue dabei an der Taxihalte stehend relaxed meine DVD weiter 😉

    Allgemein lässt sich also folgendes wirklich festhalten:
    Taxifahren (als Angestellter!!!) um Geld zu verdienen oder gar eine Familie zu ernähren = trauriges Spiel!!!

    Taxifahren (selbständig!!!) um sich ein Maximum an persönlicher Lebensfreiheit zu gewährleisten = bester Arbeitsplatz der Welt!!!

    Das absolute Maximum zieht man heraus, wenn man die gewonnene Freiheit und Mobilität tatsächlich nutzt und zu schätzen weiss!!!
    Das finanzielle liegt doch (als selbständiger!!!) bei einem selbst; will ich richtig Geld machen, dann fahre ich eben während einer Messe 7 Tage die Woche; und wenn die Kasse überquillt macht’s ja auch richtig Spaß.
    Es ist ja auch meine Entscheidung, ob ich alle 3 Jahre einen brandneuen Daimler haben möchte oder ob mir ein Skoda Octavia reicht und ich den fahre bis er auseinander fällt.
    Will ich Privatpatient sein mit Chefarztbehandlung oder reicht mir das Basispaket.
    Schaue ich an der Taxihalte DVD’s oder bin ich online und schaue was sich gerade so in der Stadt oder an der Börse tut.
    Ich kann JEDEM Taxifahrer da draußen nur ermuntern, die „freie Zeit“ SINNVOLL zu nutzen:
    Verbessert euer Englisch und seht die nächste DVD mal im Originalton. Greift zum Mikrofasertuch und seht zu das der Wagen glänzt. Seid nett zu euren Kollegen und achtet auf eure Umgangsformen.
    All das trägt dazu bei, das sowohl die Kunden als auch die Fahrer sich wohler fühlen und das Taxifahren in DAS Licht gerückt wird in das es eigentlich gehört: Es ist eine PREMIUMDIENSTLEISTUNG für Menschen, die bereit sind, das x-fache eines BVG-Tickets zu bezahlen, nur damit sie bei euch im Wagen bequem vor die Tür chauffiert werden dürfen.
    Jeder Taxifahrer, der dieses beherzigt und verinnerlicht, wird sehr viel Freude an seiner Tätigkeit habe und stets das Maximum an Trinkgeld erhalten, was der Fahrgast fähig ist zu zahlen.
    Versprochen 🙂

  36. elder taxidriver sagt:

    Das musste mal gesagt werden, was ‚Taxiunternehmer 1 Wagen Berlin‘ hier so schön ausführlich getan hat.

    Wenn man allerdings die Event-Angebote und das Baden gehen bei Sonnenschein und so weiter wirklich ausnützt, ist die Arbeits- und Lebensmoral doch ziemlich schnell hinüber. Und Taxiunternehmer mit Familie können sich so etwas schon gar nicht leisten. Und ich weiß wie Wohnungen von allein lebenden Taxiunternehmern ausschauen..
    Und ich kenne auch die Renten, die sie bekommen.

    Einen Fahrgast zu einer Veranstaltung, also einem ‚Event‘ hinzubringen, selber daran teilzunehmen und am Schluss sofort wieder zu laden und dann mit Fahrgästen über ebendiese Veranstaltung zu plaudern, ist ein großes Vergnügen.
    Habe ich öfter gemacht, als die Kraft noch reichte.. Hinterher hatte ich allerdings nie so richtig Lust weiterzuarbeiten.
    Wenn überhaupt, erst nach großem Päuschen.

    Ich erinnere mich noch gut daran wie ich das letzte Mal die Möglichkeit an einem Event teilzunehmen verworfen habe:

    Ein Dirigent der Deutschen Oper in der Bismarckstraße den ich zu einer von ihm dirigierten Aufführung von Richard Wagners ‚Meistersingern ‚ gefahren habe, hatte mich eingeladen einfach mitzukommen, er hätte noch eine Karte übrig.

    Ich hab’s nicht gemacht , schweren Herzens, aber ich brauchte einfach den Arbeitstag, finanziell gesehen und vier
    Stunden Oper hatten da einfach nicht gepasst. Obwohl ich es im Nachhinein bedauere, dass ich es nicht gemacht habe.

    Georg Kreisler hat einmal in einem seiner schwarzen Wiener Lieder den Refrain gesungen:
    ‚Der Gedanke ist gut, aber die Ausführung lässt warten. Der Gedanke ist gut, aber die Tat ist diffizil..‘

  37. Sash sagt:

    @Taxiunternehmer 1 Wagen Berlin:
    Das ist definitiv richtig und ich unterschreibe das, so wie es da steht. Als Ergänzung wäre lediglich anzufügen, dass das nur für Vollzeit-Arbeit gilt, da man als Unternehmer natürlich erst einmal das Geld für den Wagen einfahren muss.

    @elder taxidriver:
    Das kenne ich durchaus auch und deswegen hab ich bislang auch alles abgelehnt. Ich würde zwar sagen, dass ich grundsätzlich an interessanten Ereignissen immer interessiert bin – für die paar Stunden, die ich arbeite, ziehe ich es aber in der Regel vor, sie zum Geldverdienen zu verwenden. Denn meist läuft es ja doch so, dass man zum Ausgleich für die paar Stunden dann doch gleich noch einen weiteren Tag Arbeit dranhängen muss. Das ist es mir meist nicht wert.
    (zumal in meinem Fall, wo ich am Wochenende doch mehr verdiene als an jedem Ersatztag)

  38. Taxiunternehmer 1 Wagen Berlin sagt:

    Was ich noch Mal zum besten geben wollte ist wirklich, die „Unberechenbarkeit“ der Einnahmen sowieso:
    Mir ist da letztens z.B. im Keller mein Kassenbuch aus dem Jahre 2006 in die Hände gefallen und ich blätterte aus Spaß mal so durch:
    Da lese ich an einem Samstag !!! trotz Grüner Woche UND Bresseball !!! einen Umsatz von lächerlichen 58,50 (inclusive Trinkgeld)
    Allerdings am Mittwoch darauf (ohne irgend einen Grund warum) einen Umsatz von über 300 Euro
    Ich werde ausnahmsweise mal meine Durchschnittswerte aus dem Jahr „spendieren“
    Im Schnitt war ich da 7,7 Stunden unterwegs bei einem Durchschnittsumsatz von 122,90 je Schicht (das war also vor der letzten Tariferhöhung und als es noch um die 6.000 Taxikonzessionen in Berlin gab)
    Zu diesem Zeitpunkt gehörte ich keiner Funkzentrale an.
    Ebenfalls zu erwähnen wäre, dass da die Kraftstoffpreise aus heutiger sicht fast noch moderat waren 😉

  39. elder taxidriver sagt:

    Wie hilfreich es doch ist, wenn man sich immer Aufzeichnungen gemacht hat, weil das Gedächtnis ja bekanntlich trügerisch ist.

    Der ‚ohne irgend einen Grund‘-umsatzstarke Dienstag hätte sich , näher betrachtet, sicher als Tagungs-Termin für einen Kongress entpuppt. Mehrere tausend Teilnehmer für einen oder zwei Tage in Berlin, die sind nur per Taxe .
    unterwegs. Und selbst wenn man in Gegenden fährt wo sie nicht ‚aufhältig‘ sind, profitiert man davon, weil hunderte Taxen dort gebunden sind. Und die Grüne Woche: Ist ne Publikumsmesse, die fahren kaum Taxe. Bis ich mal von diesem Mythos Abschied genommen habe, dass es da looft, hat es Jahre gedauert. Manchmal steh ich da im Alp-Traum noch in der Warteschlange und drehe entnervt ab. Selbstverständlich wie Arco sagen würde, ‚ins bessere Dahlem‘. Keine Staus, Fahrgäste rennen nicht weg, streiten sich weder untereinander noch mit dem Fahrer, sprechen klar und deutlich und wollen keine ‚Mucke‘, jedenfalls meistens.

  40. elder taxidriver sagt:

    Aro natürlich, ohne c..

  41. Sash sagt:

    @Taxiunternehmer 1 Wagen Berlin:
    Das kommt lustigerweise meinem Schnitt aus den heutigen Tagen recht nahe – wobei ich ja hinzufügen muss, dass ich zu besseren Zeiten fahre. Ein Rückgang ist also schon spürbar. 🙁

    @elder taxidriver:
    Das könnte sein, aber ich muss auch sagen, dass das nicht zwingend zusammenhängt. Wie viele furchtbare Messe-Tage hatte ich schon, weil ich am anderen Ende der Stadt war und nicht einmal vom Kollegenschwund in der Gegend profitiert habe, weil ich immer nur kurze Fahrten bekommen hab oder zum ungünstigsten Zeitpunkt an der Halte aufgeschlagen bin. Und im Gegenzug gibt es dann Rekordschichten, bei denen man wirklich keinen blassen Schimmer hat und alle Kollegen sich darüber beklagen, dass Stände, Funk und Winker nichts hergeben.

  42. Das ist Walter ! sagt:

    Schönen guten morgen aus der Nachtschicht

    Ich finde es gut wie Sash hier den Verdienst beschrieben hat und er bringt es auch gut auf den Punkt. Aber mich interessiert mal ob du richtig davon lebst. Hast du Kinder ? Bezahlst du davon die eigene Wohnung ?

  43. Sash sagt:

    @Das ist Walter !:
    Moin gleichfalls! 🙂
    Nein, ich lebe nicht richtig davon. Ich hab das Glück, inzwischen mit dem Schreiben ganz ordentliche Nebeneinkünfte zu haben und meine Frau verdient selbst Geld. Insofern hab ich das Glück, nicht wie die meisten von uns 60 Stunden die Woche runterrocken zu müssen, sondern im Taxi quasi „halbtags“ – was eigentlich „halbwöchentlich“ heißen müsste – zu arbeiten. Darüber hinaus ist aber selbst Schreiben und Taxifahren zusammen immer noch das, was gemeinhin als geringes Einkommen bezeichnet wird. Mein Schnitt im letzten Jahr lag bei vielleicht 1.200 €, davon ca. 600 € vom Taxifahren. Mich kann ich also keineswegs als typisches Beispiel angeben, aber ich hab auch mal Vollzeit gearbeitet und ich kenne ja genug Kollegen. Vermute also, mein Bild ist da nicht arg verzerrt.

  44. […] Und wer jetzt neidisch guckt, sollte sich vor Augen halten, dass Umsatz nicht gleich Verdienst ist. Mein Verdienst liegt am Ende bei rund 50% der oben genannten Zahlen – Trinkgeld schon […]

  45. […] reden, wenn ich übers Geld spreche. Sind ja hier nicht bei der NSA. Mein Artikel zur Frage “Wieviel verdient eine Taxifahrer?” ist ja aus dort genannten Gründen sehr schwammig geblieben bei Zahlen. Also gut, Butter bei […]

  46. Sepp sagt:

    Muß man als 400.00€ Jobber Steueranteil bezahlen von den Einnahmen?

  47. Sash sagt:

    @Sepp:
    Erstens sind es inzwischen 450 €. 🙂
    Ansonsten ist das natürlich schwer zu beantworten. Geht es um Haupt- oder Nebenverdienst, etc. pp. Es gelten die Regeln wie bei anderen geringfügigen Beschäftigungen auch, da kann ich jetzt nicht mal eben alle Möglichkeiten aufzählen.

  48. Ingrid sagt:

    Hallo zusammen, ich finde diese Seite sehr interessant und wollte mal Eure Meinung hören. Ich bin eine 62-jährige Frührentnerin und will mir zu meiner kleinen Rente was dazu verdienen. Bis das ich 65 J. bin darf ich aber nur 450 € dazu verdienen. Was meint Ihr, falls ich den P-Schein bestehe, wie oft/Stunden/Tage müsste ich arbeiten, um hier in Berlin auf meine 450 € zu kommen?
    Bei der Taxischule, die für mich in Frage kommt, müsste ich mich allerdings 2 Jahre verpflichten, für dieses Unternehmen zu fahren. Wer hat Erfahrung mit solchen Verträgen und worauf muss ich achten?
    LG Ingrid

  49. elder taxidriver sagt:

    Ingrid, ich würde sagen: Erstmal alles, aber auch wirklich alles was Sash hier bei GNIT geschrieben hat, von Beginn an lesen. Wenn dann noch eine Frage offen sein sollte: Die wird sicher hier gern beantwortet. Übrigens führt Sash diesen Blog schon seit seinen P-Schein-Prüfung -en) oder sogar schon vorher.. Es ist also nicht nur ein Blog sondern auch ein Taxi-Lexikon.. Und zwar ein gutes.

  50. Sash sagt:

    @elder taxidriver:
    Danke für die Lorbeeren. 😉

    @Ingrid:
    Grundsätzlich sollte das kein Problem sein. Wie viel Du fahren musst, hängt natürlich davon ab, wann Du fährst, aber natürlich auch z.B. wieviel Prozent Dein zukünftiger Arbeitgeber zahlt. Die Regelung mit der Verpflichtung ist soweit in Ordnung, wenn Sie Dir dafür die Ausbildung zumindest weitgehend kostenlos anbieten. Ansonsten würde ich keinen Grund für so eine Verpflichtung sehen. (Aber ja, bei mir war es genauso und das war kein Nepp)
    Ich würde bei normaler Bezahlung (42 bis 45%) vermuten, dass Du das Geld in ungefähr 8 bis 10 Tagen Vollzeit (8 bis 9 Std.) eingefahren kriegst. Das ist jetzt selbstredend kein Versprechen, sondern hängt von 1000 Dingen ab und wie ich oft genug schreibe auch vom Glück.

  51. Ronsdorferin sagt:

    Zu Unternehmer Wagen 1 Berlin…
    Ich finde Deinen Beitrag sehr ermutigend & überzeugend.
    Aber nur wenn man alleine bzw. ohne Familie oder die Kinder schon erwachsen sind.
    Ich habe letzte Woche mein Mietwagen/ Taxi Prüfung bestanden. Meine ,,zukünftige Firma“ wollte mich dann direkt als Mietwagen Fahrer einstellen. Gesprochen wurde nur von Fahrten mit Geschäftsleuten, aber auch 2-4 Fahrten mit Patienten. Nun ist wohl ein Wagen wegen Motorschaden ausgefallen.Ich wollte (eigendlich) nie Taxi fahren. Zu DM Zeiten 10 DM wäre ja noch OK gewesen. Doch heute hört man oft das man da oft bei 5€/ Std liegt. OK mit Trinkgeld evtl. 6€. Bei Mietwagen verdient man wohl ,,angeblich“ das doppelte. Wegen Zusatz Prämien und hohe Trinkgelder. Ob das stimmt weiss ich noch nicht. Nun mache ich doch noch zur Überbrückung bis,, Mein“ neues Auto kommt, eine Funkprüfung. Die wohl Sinn macht wenn man Taxi fährt. Ansonsten bekommt man bzw. Frau nur Touren vom Taxi Halteplatz.Das kann wohl den halben Umsatz bedeuten. Wegen dem Trinkgeld mache ich mir keine Sorgen. Das kenne ich noch vom kellnern oder auch mal Pizza ausfahren. Bist Du einfach freundlich& nett bekomst Du meist ein kleines Echo. Quatscht oder machst Spass mit den Kunden, bekommst Du ein grösseres Echo. So halte ich es auch wenn ich Kunde bin. Ist er/ Sie freundlich wird aufgerundet. Ist Sie/ er super nett gewesen gibt es noch mehr. Hatte ich ein Spass Vogel der/ die mich ständig zum Lachen gebraucht hat, gibt es noch einen oben drauf. OK es gibt tatsächlich Leute/ Kunden die kein Trinkgeld geben. Verstehe ich zwar nicht. Denn selbst wenn wir mal von den letzten € eine Pizza bestellt habe, mussten meine Kinder an der Spardose wenigsten 80 Cent oder 1 € geben. Denn die Leben auch vom Trinkgeldgeschäft. Ich habe gelernt auf meine Pizza touren, das ich auch für 10-20 Cent dankbar sein muss. Denn besser 10-20 Cent ,als 0€/ Cent. Als Kellnerin habe ich beim 7 Std Job Abend ca. 40-70€ gemacht. Beim Pizza fahren bei 5 Std/ ca. 15-max. 25€. Beim Taxi erzählt man beim 6 Std Abend von 30€. Ich lass mich mal überraschen. Sicher hat es auch damit was tuen ob es Dienstag oder Samstag Abend ist. Und ob wir Anfang oder Ende des Monats haben.Ich komme aus Wuppertal, habe aber schon von mehren gehört das die Taxi Fahrer es in Wuppertal aufgegeben haben ,jedoch dann nach Düsseldorf/ Köln gegangen sind.
    Naja….abwarten & positiv denken….

  52. Sash sagt:

    @Ronsdorferin:
    Na dann wünsche ich viel Glück!
    Zu den Zahlen in Wuppertal kann ich natürlich von hier aus nix sagen, aber dass die Funkprüfung Sinn gibt dort, glaube ich gerne. Beim Trinkgeld … ich hab tatsächlich das Gefühl, dass es mehr von den Leuten, als von einem selbst abhängt. Mein Schnitt ist ziemlich verlässlich 10 – 12% des Umsatzes. (Bei einer einzelnen Tour natürlich alles zwischen 0 und 50%)
    Wie dem auch sei: Ich drücke die Daumen!
    Und: Nie verzweifeln! Es werden miese Stunden kommen – einfach locker nehmen und lesen. Oder fernsehen. Oder oder oder. Nicht zu sehr ärgern jedenfalls. 🙂

  53. ginsterroy sagt:

    Zu Unternehmer Wagen 1,

    alles klar, ich fahre 38 Jahre in Berlin, 25 Jahre als Einzelunternehmer. Ich denke, Du hast keine Rentenversicherung, eine scheiß Krankenversicherung, kannst nicht in den Urlaub fahren (hast Du ja jeden Tag ) und die Unterlagen von 2006 hast Du in Deiner Kellerwohnung gefunden ! Ich wünsche Dir noch viel Freude in Deinem so schönen Taxileben !
    Meine Konzession könntest Du noch an den ungraden Tagen haben !

    mfg. ginsterroy

  54. Sash sagt:

    @ginsterroy:
    Also ja, dass „Taxiunternehmer 1 Wagen Berlin“ bei der Versicherung spart, das kann man aus dem Text rauslesen. Aber die angesprochenen Vorteile sind, so man sie nutzen will, auch real. Man kann es sicher weniger optimistisch formulieren und auch die negativen Seiten ansprechen, das ist klar. Aber wenn man es wie Du nötig hat, mit billigen Mutmaßungen Kollegen anzupissen, die schreiben, dass ihnen der Job Spaß macht, dann denke ich doch mal, dass das sehr deutlich zeigt, wer hier ein ausgefülltes Leben hat …
    Um es abzukürzen: Halt die Klappe!

  55. Tobi M. sagt:

    Hallo zusammen !

    Ich hoffe hier eine gute Auskunft zu bekommen.
    Ich bin 24 Jahre alt und möchte den Taxischein machen. Mich hat es schon immer fasziniert mit dem Auto von A nach B zufahren nette Leute kennenzulernen und am Puls der Stadt zu sein. Ich freue mich wenn ich mit einem Taxi mitfahren darf da ich Ihnen gerne zuhöre und sehr viel frage zu ihrem Beruf. Ich möchte in München Anfängen zu arbeiten hätte auch ein sehr seriöse Unternehmen gefunden http://www.taxi-center-ostbahnhof.de

    Ich liebe die Freiheit ich bin schon für die DHL gefahren und es hat mir sehr Spaß gemacht momentan bin ich bei einer Versicherungsgesellschaft im Außendienst tätig aber ich weiß nicht fühl mich nicht so wohl.
    Mein Ziel wäre es 1.600 € netto zu verdienen, ist das realistisch ?

    Ich freue mich über eure Meinungen auch zum Unternhemn siehe URL.

    Wie gesagt ich würde in München fahren.

    Viele Grüße und ein gutes neues Jahr 2014

    Tobi

  56. Sash sagt:

    @Tobi M.:
    Da es um München geht, kann ich persönlich die Fragen nur schwer beantworten, insbesondere sagt mir das Unternehmen natürlich nichts. Das Taxigeschäft in München ist ebenfalls in vielen Punkten anders als in Berlin, schon alleine, weil es dort eine Obergrenze für Konzessionen gibt. Für Berlin hätte ich gesagt, dass 1600 € netto mit normalen Arbeitszeiten eigentlich nur inklusive Trinkgeld funktionieren würden. Aber Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.
    Da München aber auch von den Lebenshaltungskosten weit über denen in Berlin liegt, habe ich die Hoffnung, dass der Verdienst dort gut erreichbar ist. An deiner Stelle würde ich da aber besser mal Reinhold von http://taxi-online.blogspot.com/ fragen – der kennt sich in München ganz sicher besser aus als ich. 🙂

  57. Tobi M. sagt:

    Danke dir für deine schnelle Antwort

  58. goethe65 sagt:

    nach mehr als dreißig Jahren als Fernfahrer und einem heftigen Unfall war es für mich beendet weiter auf meinem 40-Tonner zu fahren mit dem ich von Nord-Norwegen bis nach Süditalien mit flüssigen Lebensmitteln unterwegs war. Ich wurde Taxifahrer in Leipzig. Furchttbar das stundenlange Stehen am Stand und nach zwölf Stunden hatte ich keine hundert Euro eingefahren. Ohne Grundlohn waren dies bei einer sieben Tage Woche immer nur Nachts keine 800€!
    Bin nach einer geplanten Op kurzerhand gekündigt worden, so einfach geht das! Ich beneide keinen von uns, warum ist das so?

  59. Sash sagt:

    @goethe65:
    Ja, wenn das so einfach zu sagen wäre. Das scheint ja noch schlimmer zu sein als in Berlin. Die regionalen Umstände in Leipzig kenne ich allerdings nicht.
    In Berlin liegt es vor allem daran, dass es keine Begrenzung gibt und im Gegenzug kaum kontrolliert wird, was Schwarzarbeit angeht. Kann bei Euch natürlich andere Gründe haben.

  60. Spessart - Räuber sagt:

    Hallo Zusammen

    Ich Uwe habe da mal eine Frage
    Mein Chef sagt er Bezahlt mir 33% netto vom Umsatz
    Wie rechen man nun denn Brutto Verdienst aus?
    Er sagt Umsatz : 107 x 33 ich meine das ist nicht richtig ich denke Umsatz : 100 x 33 was ist nun richtig?
    Wer kann mir da helfen?
    Gruß Uwe

  61. Sash sagt:

    @Spessart – Räuber:
    Da stellt sich die Frage, was dein Chef genau meint. So wie ich das sehe, will er Dir „33% vom Netto-Umsatz“ bezahlen, dann sind die 107 richtig: Er zieht damit die 7% Mehrwertsteuer auf den Umsatz ab.
    Bedeutet dann für dich einen realen Lohn von 30,8%
    Du aber hast geschrieben, er will dich „netto bezahlen“, was ja wieder was ganz anderes ist und bei mir im Übrigen alle Alarmglocken bezüglich Schwarzarbeit klingeln lässt.

  62. Spessart - Räuber sagt:

    Nein das ist keinerlei schwarzarbeit er sagte halt brutto währen es 40% und er zahle daraufhin 33% netto da so die 7% schon abgezogen währen
    Nein lohn soll 33% sein

  63. Sash sagt:

    @Spessart – Räuber:
    Das ist aber eine ziemlich wirre Ausdrucksweise, wenn Du mich fragst.
    (und ich hoffe, die Differenz zwischen 33 und 40% stimmen nur zufällig mit den 7% Mehrwertsteuer überein. Denn wenn das seine Rechnung ist, dann würde mich wirklich interessieren, wo die anderen Abgaben bleiben.)
    Wenn dein Chef den Umsatz durch 107 teilen will, dann wären das aber tatsächlich nur 33% vom Nettoumsatz, was bedeutet, dass Du vom Betrag auf dem Taxameter nur 30,8% kriegst.

  64. Sash sagt:

    @Spessart – Räuber:
    Außerdem nur mal so als Tipp: Kein legal arbeitender Chef kann deinen Nettolohn einfach so mal prozentual nebenher benennen, da sich z.B. die Lohnsteuer nach deinem eingefahrenen Umsatz berechnet.

  65. Kalle sagt:

    Doch jeder Unternehmer kann nach NETTOLOHN bezahlen. Er muss dann lediglich die Lohnabrechnungen entsprechend ausrechnen und vornehmen. Unter Umständen muss er die fehlende Differenz zum tatsächlichen Brutto selber tragen.
    Beispiel bei normaler Berechnung und 4000,- Euro Umsatz
    1600,– Euro brutto ergibt bei Steuerklasse 1 1139,24 Euro netto

    Bei euren Beispiel ( habe hierbei netto vom Nettoumsatz genommen )

    4000/107*33 ergibt 1233,65 Euro netto

    Wie du siehst ergibt es eine Differenz im Auszahlungsbetrag.
    Der Unternehmer muss nun Das Bruttogehalt aus diesen Betrag ermitteln ( liegt ca. bei 1750,– Euro )

    Übrigens bei einem Umsatz von 3000, Euro liegt die Differenz lediglich bei wenigen Euro .

  66. Ex-Taxlerin sagt:

    Heute ganz frisch zum Mindestlohn:

    „Noch schwieriger wird es in der Taxibranche. Die 200 000 nicht-selbständigen Taxifahrer gehören zu den am schlechtesten bezahlten Beschäftigten der Nation. Ihr Stundensalär liegt bei sechs bis 6,50 Euro. So viel bleibt übrig, wenn man die Umsatzbeteiligung eines Fahrers auf die Arbeitszeit inklusive Wartezeiten umrechnet. …“

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/noch-vor-gesetzesverabschiedung-mindestlohn-wirkt-schon-jetzt-1.2007733-2

  67. Sash sagt:

    @Kalle:
    Sorry, hab den Kommentar verpennt gehabt …
    Du hast Recht. Ich gebe zu, ich hab die Differenzen für größer gehalten. Aber ich bin immer noch unsicher, da ich z.B. eine ganze Menge steuerfreie Zulagen kriege, die sich vor allem nach der Arbeitszeit richten etc. pp.
    Es ist natürlich schön einfach für den Arbeitnehmer (manche meiner Kollegen blicken echt ihre eigene Abrechnung nicht), aber ich hab das Ganze lieber sauber aufgeschlüsselt. Im Übrigen glaube ich weniger, dass die Unternehmen im Zweifelsfall viel ausgleichen müssen. Das wird sich für die meisten vermutlich rechnen. 😉

    @Ex-Taxlerin:
    Danke für den Hinweis!

  68. Seppl sagt:

    Hallo zusammen, Hi, Tobi M. aus München,

    ich selbst war von 1994 bis mitte der Nuller-Jahre in München Taxifahrer. Leider Tobi M. habe ich deinen Post vom 1.1. 2014 erst heute gelesen. Ich hoffe für dich, dass du dich gegen die Realisierung deines Vorhabens Taxifahrer zu werden entschieden hast. Taxifahren ist eine soziale Falle, der unter Umständen nur sehr schwer zu entkommen ist. Deine Erwartung von durchschnittlich 1600 € mtl. ist völlig irreal. Unternehmen der Größe des von dir angegebenen, welches ich sehr gut kenne, können meiner Meinung nach unter damaligen wie auch gegenwärtigen Bedingungen nicht seriös handeln. Einer meiner ehemaligen Arbeitgeber ähnlichen Formates durfte mehrer Jahre seiner Lebenszeit, nachdem staatliche Organe ihn von seiner EDV und seinem Unternehmen befreit hatten, im schönen Stadelheim verbringen. Solltest du schon Vollzeittaxler sein, hör wieder auf, bevor es zu spät ist. Du kannst damit in München nur untergehen.

    Gruß an Alle
    Seppl

  69. Ex-Taxlerin sagt:

    Hallo Seppl,

    der Unternehmer, von dem Du hier schreibst, war auch ein paar Jahre lang mein Chef gewesen. Ich war froh, daß ich schon eine ganze Weile vor dem Zuklappen der Firma und dem Einbuchten des Chefs das Weite gesucht hatte. Die Fahrzeuge dieser Firma waren konkurrenzlos exzellent, alles E-Klasse, maximal ein Jahr alt. Und dann hat man diese Autos wieder zu Geld gemacht, wofür es diverse Möglichkeiten gibt – sone und solche. Nebst allem anderen …

    Die 1600 netto, von denen Tobi hier träumte, sollte man realistischerweise schlicht halbieren, um wenigstens in die Nähe der Wahrheit zu kommen. Bei 1600 netto hätte ich nie im Leben aufgehört! Das wäre ja das Paradies! Davon kann man sogar in München prima leben und sich ’ne richtig schöne Wohnung leisten. Leider ist ein solcher Verdienst vollkommen illusorisch!

    Die hohen Lebenshaltungskosten in München bedeuten auch nur, daß ein Taxler hier von seinem Verdienst noch schlechter existieren kann als anderswo, und daß es sich hier noch weniger Leute leisten können, auch mal privat mit dem Taxi zu fahren.

    Wenn die Miete mehr als die Hälfte des Einkommens verschlingt, dann kann man froh sein, wenn man überhaupt noch genug zu essen hat. Eine 60-Stunden-Woche ist dann das mindeste, was man abreißen muß – 52 x im Jahr! Schafft man das in der Stadt mit der größten Autodichte im ganzen Land, dann hat man sich einen Verdienst in etwa auf Hartz-IV-Niveau eingefahren. Eine unverwüstliche Konstitution wie die eines Preisboxers wäre dafür ausgesprochen hilfreich.

    Fahrgäste, die nicht aus München waren, haben mich immer wieder ganz entsetzt gefragt: „Wie kann man hier bloß Auto fahren?!“ Tja, man kann schon – eine gewisse Weile. Irgendwann sind halt die Batterien leer und der Geldbeutel erst recht. Und spätestens dann muß man aufhören, wenn man nicht den Steuerzahler dazu zwingen will, das Münchner Taxigewerbe zu subventionieren, dessen Tarife um mindestens ein Drittel zu niedrig liegen.

    Man kann ja einfach mal die Münchner Taxitarife mit denen Berlins vergleichen. Sie haben eine verblüffende Ähnlichkeit miteinander, obwohl in München alles sehr viel teurer ist als in Berlin – vor allem die Mieten und die Gastronomie. Ich bin in den Jahren, in denen ich seit der Jahrtausendwende noch gefahren bin, kein einziges Mal in einer Kneipe oder in einem Restaurant gewesen. Ich stand immer nur vor der Wahl: Kneipenverzicht oder Miete schuldig bleiben?

    Und die Konzessions-Begrenzung in München, die Sash lobend erwähnte, hat einen ähnlichen Wert wie ein umgefallener Sack Reis in China. Es gibt nämlich seit Jahrzehnten mindestens 1000 Konzessionen zu viel! Weshalb man in München als Taxler nur untergehen kann. Sehr treffend ausgedrückt!

  70. Seppl sagt:

    Hi Ex-Taxlerin,

    über deine Bestätigung und Ergänzung meiner kurzen Schilderung der Verhältnisse im münchener Taxigewerbe habe ich mich sehr gefreut. Kannst du dich noch erinnern wie besagter Unternehmer, wenn wir im Sommer im Tal bei 35 Celsius nachmittags die dritte Stunde in unseren E-Klasse-kisten kochten, mit seinem Benz Cabriolet an uns vorbei fuhr und winkte. Ich weiß noch, wie mir plötzlich der Gedanke in den Sinn schoss hinterher zu fahren und ihm eine Granate auf den Rücksitz zu werfen. Aber ich war gewöhnlich -sogar nachts- unbewaffnet unterwegs. Hast du mal versucht dem Taxi in München über das Arbeitsamt zu entkommen? Die nageln dir sofort das Etikett „Berufskraftfahrer“ an die Stirn und müllen dich mit einem Taxijobangebot nach dem anderen zu. Da hilft dir auch ein geisteswissenschaftliches Studium nichts. Habe ich einmal versucht, noch bevor dieser totalitäre Kontroll- und Zurichtungsapparat Hartz IV in dieser so freiheitlichen Republick installiert wurde. Seitdem ist diese Behörde für mich nicht mehr satisfaktionswürdig.
    An die Arbeit an sich habe ich aber auch einige gute Erinnerungen und in den 90igern habe ich die Freiheit, die damit verbunden war, manchmal genossen. Aber niemand, in welcher Stadt auch immer auf diesem Planeten, wird mich jemals wieder am Steuer eines Taxis sehen. Ich lehne jede Arbeit zu sittenwidrigen Löhnen und prekären Bedingungen ab.

    Gruß und beste Wünsche
    Seppl

  71. Seppl sagt:

    Korrektur:

    *Republik

  72. Ex-Taxlerin sagt:

    Hi Seppl,

    drei Stunden köcheln kenne ich nur vom Hilton Park und von anderen Vier-bis-fünf-Sterne-Hotels. Das Mariott steht da auch ganz oben auf meiner Liste. Am Hilton passierte sowas öfter. Aber man bekam dann doch immer auch einen schönen Ausgleich in Richtung eines der beiden konkurrierenden Großhotels im Arabella-Park für sieben fuffzich. Sieh es mir bitte nach, wenn ich heute nicht mehr weiß, wie diese Etablissements hießen. Ganz sicher heißen sie heute anders. Dutzendfach geändert. Und übermorgen wird wieder geändert …

    Im Tal stand ich höchst selten. Die Gründe dafür hast Du ja beschrieben. Und nein, unser Boß ist mir in der freien Prärie nie begegnet. Dachte immer, der sitzt im Büro und arbeitet. War wohl ein Irrtum …

    Die anderen Probleme hatte ich zum Glück nicht. Mein Taxischein war halt irgendwann abgelaufen und dann darf man nicht mehr fahren. Das Ding verlängern zu lassen, konnte ich mir leider nicht mehr leisten. Pech. 😉

  73. Seppl sagt:

    Hi Ex-Taxlerin,

    im September 2008 habe ich München nach 30 Jahren dort Richtung Osten verlassen um der Versuchung zu widerstehen diesen unseligen Schein noch einmal verlängern zu lassen. Konnte mich jetzt fast 6 Jahre hier durchschlagen. Nicht als Taxifahrer aber auch nur als prekärer freelancer. Allerdings kostet eine Wohnung für die du in München mehr als 1000 bugs kalt hinlegen musst hier nur um die 350 -400 Bugs warm. Wenn die Geier aus dem Kreisen zum Sturzflug übergehen ist das auch schon wurscht. Ich denke ich komme bald wieder nach hause, nach Haidhausen. In diesem wunderschönen Stadtteil habe ich 23 Jahre gelebt bis nichts mehr ging. Sind eigentlich noch Jobs als Klomann im Hofbräukeller frei oder stellen diese Rassisten immer noch nur Schwarze ein?

  74. […] Gleichzeitig klagen Taxifahrer aber über niedrige Einkommen. Taxiblogger Sascha Bors schrieb 2012: […]

  75. Hugo sagt:

    Ich bin letzten Winter wieder in München Taxi gefahren. Mein Einkommen lag im Schnitt bei knapp 6,50 EUR Brutto. Viele Kollegen, die ich kennengelernt habe, sind Hartz4-Aufstocker. Nur Leute, die wöchentlich 6 – 7 Schichten a 12 Stunden schieben, kommen einigermaßen über die Runden.
    Meiner Meinung nach kommt man in München nur dann zurecht, wenn man sein eigenes Taxi fährt. Vom Einkommen eines angestellten Taxifahrers kann man in München nicht leben.

  76. Ex-Taxlerin sagt:

    @ Hugo

    Völlig richtig, was Du schreibst! Ich habe ja schon vor Jahren mit diesem Job aufgehört, aber damals war ich froh, wenn ich wenigstens auf 6 Euro brutto pro Stunde kam.

    Aber anstatt in München 1000 Konzessionen einzukassieren, weil sie seit Jahrzehnten überflüssig sind, lässt man den Steuerzahler lieber das riesige Überangebot im Taxigewerbe subventionieren. Der arme Kerl weiß ja sonst gar nicht mehr, wohin mit seiner ganzen Kohle.

    Andererseits ist es ein cooler Job: Ein Taxifahrer wird nie arbeitslos – es sei denn, er sitzt hinterm Steuer.

  77. […] klingt nicht schlecht, wenn man es mit den Löhnen von normalen Taxifahrern in Berlin vergleicht. Die kommen zum Teil auf deutlich unter 10 Euro pro Stunde. Aktuell finden darum auch wieder Tarifverhandlungen […]

  78. Mietwagenfahrer sagt:

    Servus beisammen.

    Auch in München tut sich was. Ich bin aus dem Teufelskreis raus und fahre seit Neujahr bei einem Kurier-/Mietwagenunternehmen im Münchner Osten, welches bei Festanstellung über (!) dem Mindestlohn
    zahlt. Alles seriös mit „normalen“ Arbeitszeiten. –> nie wieder Taxisklave…
    Die Auslastung ist gut, es wird nicht langweilig, ist aber auch nicht stressig. Wenn ich das nur früher
    gefunden hätte, wären mir unschöne Jahre erspart geblieben…!

  79. Sash sagt:

    @Mietwagenfahrer:
    Das freut mich für Dich. 🙂
    Mir wäre es vermutlich auf Dauer aber zu langweilig.

  80. Patrick sagt:

    Hallo

    Bekommt ihr eigentlich auch einen fixlohn , ich bekomme nämlich 30% von den täglichen einnahmen.

  81. Sash sagt:

    @Patrick:
    Hier in Berlin sind Prozente (hab zwischen 33 und 45 alles schon gehört) üblich. Dank Mindestlohn gibt es da aber inzwischen auch andere Modelle, ich kenne auch nicht alle.

  82. Kreiml Roland sagt:

    Hallo Leute!
    Erstmal vielen Dank an Taxiunternehmer1 Berlin für seinen ausführlichen Bericht über die Vor/Nachteile der Selbständigkeit.
    Bin seit 2007 Unternehmer und kann nur bestätigen. Man ist wirklich extrem flexibel, kann sichs einteilen wie man will, man
    muss halt wissen wieviel man verdienen will. Aber bei den Horrorgeschichten, die ich da teilweise lese, bin ich richtig froh, in
    Österreich zu fahren. Obwohl wir auch in den letzten Jahren extremen Zuwachs an Taxen bekamen, kann man immer noch gut davon leben…..also falls jemand auswandern möchte, ich würde noch 2 Lenker benötigen. GLG an alle

  83. chacha sagt:

    Hallo Leute! Nicht alle Taxi Untenehmer zahlen die 8,50 Euro. Bin 12 Stunden anwesende und werde 9 Stunden bezahlt mit 8,50. Ist das überhapt erlaubt ?

  84. Sash sagt:

    @chacha:
    Das ist derzeit wohl weit verbreitet, deswegen aber natürlich noch lange nicht legal. In der Regel werden, soweit ich weiß, vor allem die Standzeiten als Pausenzeiten gewertet, was vor Gericht keinen Bestand haben dürfte.
    (Ja, es kann als Bereitschaftszeit gelten, ja, die darf anders bezahlt werden als die tatsächliche Dienstzeit, aber nein, nicht unter dem Mindestlohn.)
    Ich habe bisher allerdings auch noch von keinem Präzedenzfall-Urteil speziell aus der Taxibranche gehört, mit dem man das mal wirklich nachvollziehbar schwarz auf weiß hat.

  85. Mrs Rose Veronica sagt:

    l hilft Ihnen mit meiner mächtigen Zauber z.B. unten

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  86. Stephan sagt:

    Hallo Sasha,
    Hallo Leute.
    ich bin ein Kollege aus Berlin und habe deinen Blog sporadisch gelesen !
    Ist halt sehr viel und man verliert sich immer wieder, drin gefällt mir sehr !
    Ich hatte mich sehr auf den Juni gefreut
    einer der stärkeren Monate mit Fanmeile um so doller !
    Nun ist mir am Mittwoch der Keller voll Wasser gelaufen ( der Nachbar wars)
    alles Mist grad. Aber bei den Aufräumarbeiten sind mir alte Aufzeichnungen in die Hände gefallen..!
    Die will ich mal mit euch teilen !
    Ich fahre hauptsächlich Do – So außer Messe Fußbal Events dann werfe ich mich auch da ins Getümme,,l fast immer schon am nachmittag 15- 16 Uhr so daß ich möglichst um 20 Uhr zur Pause schon ein „Scheinchen gesammelt habe . dann ab 22 Uhr weiter
    2009 -24500,-Umsatzmit 133 Schichten Schnitt 185
    2010 -27000-123—218
    2011- 23000 .109 –210
    2012- 32275- 140 -232
    2013- 32000- 147–227
    2014- 32000- 145–221
    2015- 41447- 163–254

    Deutlich werden die Sprünge von 2011 zu 2012 u 2014 zu 2015
    Je mehr Spaß ( Umsatz ) ich habe desto lieber und öfter fahre ich na klar
    So das wars mal grad ma

  87. Stephan sagt:

    Wer genau nachrechnet
    Umsätze sind bei den Hundertern minimal gerundet damit s übersichtlicher ist

  88. Taxigirl68 sagt:

    Ich arbeite in einer Kleinstadt mit 50.000 Einwohner als Taxifahrerin. Bei uns in der Firma verdient man 12,10 € brutto / Std. Allerdings gibt es keine Sonderzuschläge für Nacht oder Feiertag. Einzige Ausnahme Silvester und Heilig Abend. Aushilfen bekommen 8,50 €. Die anderen Unternehmen im Kreis zahlen den festangestellten Fahrern 8,50 € brutto. Für einen Familienvater ein absoutes Nogo.

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