Wechselgeld-Rekord

„Das mit dem Wechselgeld“ ist ja immer so eine Sache bei uns Taxifahrern. Wir hüten uns aufgrund von zahlreichen Überfällen davor, allzu viel dabei zu haben, bei den Kunden stößt das auf Unverständnis.

Ich selbst nehme zwar nicht viel Geld extra mit, nehme es den Kunden allerdings auch nicht per se übel, wenn sie mal mit großen Scheinen zahlen. Zumal manche auch nicht wirklich was dafür können. Manchmal vielleicht ein Bisschen. Aber wenn ich erstmal eine halbe Schicht oder mehr hinter mir habe, passt es ja meistens doch, wenn mal recht überraschend ein Fuffi auftaucht. Ich hätte zwar einmal um ein Haar eine 6€-Tour mit einem Hunni bezahlt bekommen, aber dazu kam es letztlich nicht.

Den prozentualen Rekord hab ich wohl jetzt am Wochenende eingestellt. Eine junge Truppe Amerikaner wollte zum Wombat’s Hostel. Den Zehner (waren 5 Leute) haben sie auch gleich passend mit kleinem Trinkgeld beglichen. Dann aber wollte ein Mädel aus der Truppe noch weiter in die Schönhauser Allee. Ich hab die Tour also weiterlaufen lassen, was am Ende gerade mal 1,80 € auf der Uhr ausmachte. Und dann? Klar:

„Mmmh, I only have 50…“

Sie kam frisch vom Geldautomaten am ersten Abend in Europa. Was will man machen? Also hab ich – ohne Trinkgeld natürlich 🙁 – wirklich 48,20 € rausgeben dürfen.

Was bin ich froh, dass das an dem Abend gut gepasst hat. Damit hätte sie mich manches Mal übel erwischen können…

12 Kommentare bis “Wechselgeld-Rekord”

  1. Du schreibst: “Das mit dem Wechselgeld” ist ja immer so eine Sache bei uns Taxifahrern….

    … geht uns Busfahrern genau so! 😉

  2. Cliff McLane sagt:

    @Michael, ist es bei euch Busfahrern denn nicht so, dass ihr laut den Beförderungsbedingungen der meisten Verkehrsbetriebe keine allzu großen Scheine annehmen müsst (höchstens 20er)? Ihr könntet also Fahrgäste notfalls auch stehen lassen, bei euch zahlen die ja beim Einsteigen.

    Übrigens, ich verstehe ja das Wechselgeldproblem und weiß auch, dass es montags um 6 Uhr morgens bei der ersten Tour für den Busfahrer nicht schön ist, gleich mal ’nen Fuffi unter die Nase gehalten zu bekommen, aber dumm anraunzen muss er mich trotzdem nicht. Na ja, okay, hätt‘ ich am Wochenende ein Bier weniger vernichtet, hätt‘ ich die zwei Euro noch klein gehabt. Aber andererseits: Hätten „die anderen“ am Wochenende nicht so viele Bier vernichtet, dann hätte der Bankautomat vielleicht noch kleinere Scheine als ausgerechnet 50er gehabt. Und wer hat Schuld? Natürlich die Informatiker. Die sollen die Bankautomaten doch mal so programmieren, dass sie wochenends immer möglichst große Scheine ausspucken, damit man montags noch ’ne Chance auf ’nen Zehner hat.

  3. opatios sagt:

    …dann laufen die Leute mit den 50ern halt am Samstagabend bei den gerade beginnenden Nachtfahrern auf. Un nu?

    Man schafft das aber auch ausserhalb des Wochenendes. Manche Automaten sind halt so programmiert. Wenn der Bediener einen durch 50 teilbaren Betrag anfordert, dann kriegt er auch nur 50er.

    Zum Glück sterben die Automaten, die mit nur zwei Scheingrößen arbeiten können, langsam aus… an ebensolchen bekam man an manchen Wochenenden wirklich nur 50er, einen Betrag der nicht durch 50 teilbar war zahlte das Ding nicht aus! Ausser, die 50er Kassette klemmte, da bekam ich eines schönen Tages 400 Euro in Zehnern ausgespuckt…

  4. Rsng sagt:

    Also ich heb wegen diesem „Problem“ am Bankautomat eh nur noch Beträge wie 45€ oder 85€ ab…

  5. Bernd K. sagt:

    So einen Satz wie den folgenden dürfte es in den AGB aller Verkehrsbetriebe in D geben, allerdings wissen scheinbar nicht alle fahrkartenverkaufenden Fahrer davon, wie ein kurzes googlen ergab:
    „Soweit das Personal Geldbeträge über 10,00 EUR nicht wechseln kann, ist dem Fahrgast eine Quittung über den zurückbehaltenen Betrag auszustellen.“

    @Rsng: clevere Lösung 😉 – oder die Bank wechseln…

    Im übrigen hab ich auf so ein Thema schon lang gewartet, um eine Geschichte von mir hier unterbringen zu können 😉
    Noch zu D-Markzeiten war ich als Wochenendpendler unterwegs, immer montag früh kurz nach 5 Uhr, meist mit dem Rad die knapp 3 km zum Bahnhof. Wenn es stark regnete oder die Straßen zu glatt waren, hab ich ein Taxi genommen. Nach einer solchen Fahrt stellte ich fest, dass das Kleingeld nicht reichte und ich mit einen Hunderter zahlen mußte (Der Rest war wohl am Wochenende bei der Gastronomie geblieben). Der Fahrer reagierte professionell und klaglos auf mein Bedauern, gab erstmal auf 50 Mark raus – ich schnappte mir meine Tasche und lief zum Zug…
    Stunden später am Schreibtisch rufe ich mir die Fahrt nochmal ins Gedächtnis, war da was? Ich sehe in den Geldbeutel und es dämmert: da fehlen 50 weil ich zu schnell aus dem Auto gehüpft bin. Taxizentrale angerufen, „ja, der Fahrer hat sich schon gemeldet, Sie können das Geld morgen hier bei uns abholen.“ Uff, Glück gehabt! Meinen Vater, den ich dann darum gebeten habe, hat das Geld geholt. Noch ein spätes Dankeschön an den Fahrer! Und heute würde ich ihm sicher einen „Finderlohn“ von mindestens 10% geben, damals hatte ich leider nicht dran gedacht.

  6. ben sagt:

    Nicht wechseln können aber dann auch eine Kreditkarten aktzeptieren … Toll!

  7. Sash sagt:

    @ben:
    Irgendeine Lösung sollte sich finden lassen, aber wir können auch nicht dauernd 500 € mit uns rumschleifen.

  8. Paul sagt:

    Also ich bin ja seit neuestem der Meinung, daß mir das Trinkgeld gehört, das die aussteigenden Leute geben. Derjenige, der noch weiterfährt, sollte den Betrag, der auf dem nächsten Abschnitt anfällt, nicht mit dem Trinkgeld der bereits ausgestiegenen begleichen.
    Also: Nehmen wir an, die ersten steigen bei 9,- aus und runden auf 10,- auf. Die Tour geht weiter und endet bei 12,- und der übriggebliebene gibt kein Trinkgeld, so muß er meiner Meinung nach 3,- bezahlen und nicht 2,-. Siehst Du das auch so?

    fragt Paul

  9. Sash sagt:

    @Paul:
    Ein bisschen hängt es bei mir von der Kundschaft und ihren Zahlungsmöglichkeiten ab. Aber im Grunde handhabe ich es wie du auch. Hab ich ja auch hier so gemacht.

  10. Cliff McLane sagt:

    @opatios, den durch 50 teilbaren Betrag hat nicht der „Bediener“ angefordert, sondern der Automat. Ich wollte nur 20, ging aber nicht. „Bitte durch 50 teilbaren Betrag eingeben.“ Hrmpf.

  11. Anonymous sagt:

    Busse in Deutschland ist ganz einfach: wenn der Fahrer nicht rausgeben kann, gibts ne Quittung, da kann man dann an zentraler Stelle (Kundenzentrum) sein Restgeld bekommen. Bei den meisten Verkehrsverbünden ist 10 Euro die Grenze fürs Wechselgeld, ergibt sich aus den Beförderungsbedingungen des Verbunds.
    Wenn der Fahrer nen Drucker hat (was inzwischen normalerweise der Fall ist), gibts die Quittung auch direkt aus dem Drucker, also ein Knopfdruck. Wenn der Fahrer da rummault, einfach beim Verkehrsverbund (1) beschweren.

    (1) Verkehrsverbund, nicht Busunternehmen. Bei Letzterem landet sowas häufig in Ablage P, besonders bei kleinen Unternehmen.

  12. highwayfloh sagt:

    @Anonymous:

    Dies ist mir jetzt aus meiner Stadt völlig unbekannt! Und in Zeiten der „Verbundtickets“ etc. ist es eigentlich sogar überflüssig, dass man sich im „Bus“ eine Fahrkarte (ich hasse das Wort „Ticket“, auch wenn ich es selbst oft gebrauche!) kauft.

    Bei uns bekommt man die Fahrkarte an öffentlichen Automaten und so ziemlich in jedem Zeitschriften- / Lotto-Geschäft.

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