Osterhasen-Taxi

Auch wenn ich mich selbst gerade etwas angeschlagen fühle – nein, eigentlich tut das nur mein Zeh! – bin ich doch noch ein bisschen auf Piste an den Feiertagen. Auch wenn das Geschäft eher mau ist. Das Auto jedenfalls ist vorbereitet:

Kann eine Menge Eier transportieren: 1925. Quelle: Sash

😉

Wünsche euch ein paar entspannte Feiertage!

Werbung, Teil 132 (grob geschätzt)

Also nicht, was ihr jetzt denkt. Ich will hier gar nicht weiter drauf rumhacken, dass ihr mich bei den BOBs wählen sollt. Obwohl? Jetzt wo der Link schon… 😉

Wie ihr schon seht: Werbung kann tückisch sein, man kann sich gegen sie oft nicht richtig wehren. Das geht mir im Taxi nicht anders. Und abgesehen von der vielen Werbung, an der ich vorbeifahre, habe ich ja selbst welche am Auto. Das ist auch für mich ok, denn erstens muss ich sie selbst nur sehr selten sehen, zum anderen bin ich ja froh um jeden Cent, den die Firma so einnimmt.

Aber bitte: Was soll das denn?

Arm. Quelle: Sash

Ist DAS jetzt die Antwort der (einen) Funkzentrale auf die Konkurrenz durch myTaxi? Irgendsowas muss es ja sein. Nichts dagegen, die eigene App zu bewerben, aber:

„Ich fahre was Besseres.“?

Das miese daran ist, dass das jeder Mensch da draussen auf mich oder mein Auto bezieht – und das kann ich mal gar nicht leiden! Denn ich fahre nichts besseres als die Kollegen und ich bin auch nichts besseres als die Kollegen. Scheißegal, welche App wer mit wem benutzt oder welche Zentrale! Sollen sie doch draufschreiben „Besser fahren mit Funk Taxi Berlin!“ Ok, das hinterlässt wenigstens nicht so einen ätzenden Nachgeschmack.

Vielleicht sollte ich mal mit Cheffe reden, ob das wirklich SO sein muss.

An manches denkt man gar nicht…

Vor einiger Zeit ist uns mal wieder ein Kindersitz (besser gesagt: eine Sitzerhöhung) flöten gegangen. Das passiert. Wir haben sie ja nur für seltene Fälle und bedienen uns der wahrscheinlich günstigsten Styropormodelle. Die sorgen dafür, dass die Kids – wenn vorhanden – höher sitzen. Sonderlich haltbar sind sie auf Dauer nicht. Aber da im Taxi im Zweifelsfall ja sogar Kofferraummatten geklaut werden, vermute ich mal, dass man ganz gut daran tut, hier keine State-of-the-Art-Versionen zu kaufen. Aber ja, ein paarmal benutzt, hier mal eingeklemmt, da mal von betrunkenen Kiddies missbraucht und schon brechen sie durch. Wie gesagt: Passiert.

Ich hab den Sitz zeitnah entsorgt – damit man ihn nicht doch mal „im Notfall“ nimmt, weil man es vergessen hatte und jetzt niemanden enttäuschen will… ich denke, die Kollegen wissen, was ich meine.

Mein Tagfahrer hatte bald einen neuen besorgt und ich hab mir als ich das gesehen hab nur gedacht: Oh, die gibt es auch in einer anderen Farbe. Nun hat der grell-orangene Sitz einen dunkelblauen Kollegen gekriegt. Was soll es? Ja, was wohl?

Prompt hatte ich zwei Kids im Wagen.

Mami meint noch:

„Oh, guckt mal! Ein roter und ein blauer…“

Dumme Idee:

„Ich nehm den roten.“

„Nein, ich nehm den roten!“

„Nimm doch den blauen.“

„Na gut, ich nehm den blauen.“

„Nein, ich nehm den blauen!“

Memo an mich: Nächstes Mal nach den verfügbaren Farben fragen! 😉

Tourismus in Berlin

oder Welcome Goodbye

Wenn man sich so umhört in Berlin, dann gibt es nicht schlimmeres und tolleres als Touristen. Während auf der einen Seite die Stadt zugepflastert wird mit Anti-Touristen-Aufklebern und es Veranstaltungen wie „Hilfe, die Touris kommen!“ gibt, wird auf der anderen Seite, insbesondere von Wowi himself und allerlei anderen Nutzniesern, beschworen, man bräuchte den Tourismus, anders käme kein Geld in die Kassen.

Von Klaus habe ich den Hinweis auf ein sehr interessantes Film-Projekt bekommen, von dem ich gleich mal gnadenlos den Titel für diesen Eintrag geklaut habe: Welcome Goodbye. Mir gefällt die Idee des Films gut und wenn man sich den Trailer anschaut, bekommt man schon einen ganz guten Eindruck davon, wie interessant und vielseitig das Thema ist. Ich hoffe darauf, dass einige Leser eventuell über eine Unterstützung des Ganzen nachdenken.

Aber bleiben wir beim Thema selbst: Die Touristen in Berlin.

Ich persönlich habe nichts gegen Touristen. Und auch wenn man sich aus solchen Abhängigkeitsverhältnissen nie ganz befreien kann, möchte ich doch sagen, dass es nicht daran liegt, dass ich an ihnen mitverdiene.

Natürlich gibt es Klischee- und Horrortouristen, die die Bewohner der Stadt wie im Zoo begaffen und sich benehmen wie eine Horde Raubritter. Aber wenn man Personengruppen nach solchen Randerscheinungen bewerten müsste, dann würden gerade wir Deutschen auch nicht gerade ein sonderlich gutes Bild abgeben. Dort wo wir die Touristen sind, gibt es sowas nämlich auch zuhauf.

Nun geht die Kritik an den Touristen aber in Berlin über das Nörgeln gegen Fotoapparate vor dicken Hawaihemd-Bäuchen hinaus. Die Touristen würden die einzigartige Kultur Berlins zerstören, Berlin sei einfach nicht mehr dasselbe, seit die jetzt auch noch nach Kreuzberg wollen… ganz besonders schlimm sind außerdem die, die hier nur feiern gehen würden.

Da muss ich mich jetzt doch mal fragen, was in Berlin je so geblieben ist, wie es war. Welches Berlin hätten wir den gerne wieder. Das kleine Berlin von vor 1920, das ohne Eingemeindungen einer Hauptstadt kaum würdig war? Oder hätten wir lieber das niedergebombte Berlin von 1945, wo so viel Luft und Freiraum war, wie sonst nur selten?
Vielleicht wollen wir ja aber auch eine geteilte Stadt. Oder das Berlin kurz nach dem Mauerfall, wo noch nicht viel war mit Party- und Kunsthauptstadt?

Es ist das gleiche blöde Geschwätz wie mit den Zugezogenen. Wohnt einer wie ich seit 5 Jahren in Berlin, ist er einer von den komischen Neuen, über die sich diejenigen mockieren, die 10 Jahre früher hergekommen sind. Große intellektuelle Leistung!

Es ist nunmal nicht möglich, eine Weltmetropole zu sein und sie vor der Welt zu verschließen. Wie armselig wäre das auch? Wenn wir in Berlin angeblich die besten Clubs der Welt haben, dann nur, weil das die Leute sagen können, die die Welt gesehen haben. Berlin ist eine unglaublich vielfältige Stadt mit einer atemberaubenden Geschichte und in vielerlei Hinsicht einfach interessant für Menschen aus anderen Orten, anderen Ländern. Und stolz darauf sind die meisten. Egal ob man jetzt ein weltbekanntes Museum leitet oder die geilste Kommune in einem besetzten Haus unterhält – genau das macht die Stadt aus.

Wie soll man sich die Alternative vorstellen: In der geilsten Stadt der Welt leben und täglich doch nur seine Nachbarn treffen? Ganz ehrlich: Das haben wir zigtausendfach in Deutschland. Diese Dinger heißen Dörfer. Da ist dann alles so, wie man es unter Gleichgesinnten ausgemacht hat, alle sind zufrieden und keiner kriegt es je mit. Und ich rate jetzt mal, was die meisten, denen so viel an Berlin liegt, nicht wollen…

Und ja: Natürlich bringt das Geld. Tourismus ist ein Gewerbe wie jedes andere auch. Einen guten Teil seiner Urlaubserlebnisse erkauft man sich, allerdings sehe ich da keinen generellen Unterschied zum Rest des Lebens. Insofern kann man doch wirklich froh sein, dass die Stadt so beliebt ist und die Leute hier ihr Geld liegen lassen. Und wenn sie sich dafür albernes Zeug kaufen, haben halt die Albernes-Zeug-Verkäufer Glück.

Natürlich finde ich auch den ein oder anderen Hotelbau blöd. Aber ich find auch die ganzen Casinos scheiße und meinetwegen bräuchten wir auch keine Brautmodengeschäfte und Eiskunstlauf-Einzelhändler. Das alleine ist als Kriterium also auch nicht so dolle.

Sicher, hier und da muss man vielleicht mal mit Hostelbetreibern über die besoffenen Jugendlichen vor der Tür reden. Und natürlich ist nicht jedes Hotel toll und sinnvoll und nicht jeder Tourist total lieb. Aber ohne würde der Stadt einiges verlorengehen – und das ganz gewiss nicht nur finanziell.

Ich hab in jeder Schicht mindestens einmal Touristen im Auto. Das sind so viele, dass ich bald der Australier wegen einen eigenen Akzent im Englischen entwickle. Da sind haarsträubende Gestalten dabeigewesen und andere sehr nette. Menschen vom anderen Ende des Planeten, die ein schönes Bild von Berlin und von Deutschland mit in die Heimat nehmen. Menschen, die hier einen Gefallen an der Kultur oder ein Interesse an der Geschichte entdecken.
Das sind die Leute, die uns – wenn wir bei ihnen im Urlaub sind – nicht für blöde Deutsche halten, sondern uns erzählen, wie nett es bei uns war. Davon kann es meines Erachtens nach nicht genug geben.

Und wo, wenn nicht in Berlin, ist auch für die ganzen Spinner Platz? 😉

Die kleinen Momente im Leben…

Ich stand gerade gemütlich an der Halte am Ostbahnhof. Aus dem Gebäude kam eine größere jugendliche Reisegruppe, den umhergebrüllten Wortfetzen nach Holländer. Um den äußerst schmalen Gehweg (sieht man hier auf dem zweiten Foto ganz gut auf der rechten Seite) entlangzutrotten, musste sich die Gruppe in eine lange Schlange umformatieren.  Das gelang recht gut und so sind sie im Gänsemarsch dem Weg gefolgt.

Irgendwann kam einer aus der Truppe auf die Idee, an einem abgestellten Fahrrad die Klingel zu betätigen…

Es hat ganze zwei Minuten gedauert, bis ich in Ruhe weiterlesen konnte, weil das offenbar einen Gruppenreflex ausgelöst hat und fortan die meisten der Reisenden mindestens eine der Klingeln zum Ertönen brachten. Eine wunderbar absurde Kakophonie. Aber ich will mich nicht beschweren, schließlich hätten sie als Holländer ja auch dem Swaffelen zugeneigt sein können. Das wäre zwar leiser gewesen, aber auch weitaus verstörender.

Klischeebremsen

Etwas alltäglicheres gibt es kaum: Ich stand am Berhain an und gefühlte 15 Minuten später hatte ich Kundschaft. Das ist das Unglaubliche am Berghain, denn die Taxischlange dort umfasst manches Mal sicher 40 Autos, dennoch kommt man unglaublich schnell weg. Erst neulich habe ich einen Kollegen im Rentenalter davon überzeugen können, dass das trotz des Andrangs nicht die schlechteste Halte in der Gegend ist.

Aber alltäglich waren hier auch die Fahrgäste: Ein schwules Pärchen. Beide hipstermäßig geschoren mit nur leichtem Anschein von Kopfhaar, dicken Brillen und die Bärte so sauber ausrasiert, dass ich mich mit meinem groben Gesichtsteppich einmal mehr fragte, wie die das machen. Oder besser, woher die Zeit nehmen, wo mir jede notwendige Rasur um nicht wie ein Yeti auszusehen auf den Sack geht.

Die beiden sind eingestiegen und ich fragte sie, wo es hingehen soll.

„Nach Schöneberg.“

„Ok, wohin da genau?“

„Kennst du Tom’s Bar?“

„Klar.“

„Haha! Dachte ich mir. Wir wollen nach Pankow. Ganz so klischeemäßig sind wir dann auch nicht.“

Ich musste grinsen.

Man muss dazu anmerken, dass das Berghain viel schwules Publikum hat und tatsächlich viele Fahrten ins „schwule Dreieck“ von Schöneberg führen. Ich habe inzwischen etliche Fahrten vom Berghain eben genau zu Tom’s Bar gemacht (die zumindest als ich den P-Schein gemacht habe sogar im Ortskundekatalog aufgeführt war) – oder in eine der Kneipen in der näheren Umgebung.

Die beiden haben dann noch ein wenig mit mir über Schwulen-Klischees rumgealbert und das Ganze ist eine verdammt nette Fahrt geworden, die auch mit einem netten Trinkgeld geendet hat.

Da es leider in dieser Gesellschaft immer noch keine Selbstverständlichkeit ist, möchte ich mich an dieser Stelle auch nochmal ganz klar und eindeutig gegen Homophobie positionieren! Mit wem die Leute ins Bett steigen sagt mal überhaupt nichts über sie aus! Sicher gibt es immer Leute, die gewisse Klischees bedienen und Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Aber im Großen und Ganzen kann ich – der ich ja nun wirklich ständig unterschiedlichste Leute im Auto habe – nur feststellen, dass es überall solche und solche gibt, mir aber ganz sicher meine schwule – oder auch lesbische – Kundschaft nie besonders negativ aufgefallen ist.

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

The BOBs – kleiner Nachschlag

Inzwischen haben wohl alle mitbekommen, dass GNIT für die Deutsche Welle Blogawards in der Kategorie Best Blogs German nominiert ist. Viele Besucher kommen auch direkt von der Seite, denen möchte ich natürlich erstmal lieb zuwinken und sie zum Umschauen einladen:

*Wink!*

*Einlad!*

😀

Nun hab ich – durchaus ein bisschen überrascht – festgestellt, dass ich sogar gewisse Chancen hab, zu gewinnen. Gut, bildblog liegt zwar vorne, aber die werden auch nicht so schamlos Werbung machen wie ich jetzt gleich 😉
Ich sag es ehrlich: Ich bin ein schlechter Spammer und möchte meinen schönen Blog nicht dazu verwenden, euch wegen der Abstimmung täglich auf die Nüsse zu gehen. Ich möchte allerdings darauf hinweisen, dass man nicht nur einmal – sondern bis zum 2. Mai einmal täglich abstimmen kann. D.h. ihr könnt auch mal für GNIT voten, wenn ihr schon für einen anderen Blog gevotet habt. Und das immer wieder!

Ich hab hier in die Seitenleiste vorübergehend einen Banner eingebaut, der euch daran erinnert und ich würde mich wahnsinnig freuen, da zu gewinnen. Also denkt gelegentlich dran, ein paar Sekunden für GNIT zu investieren. Passiert ja auch nicht alle Tage, sowas.

PS: In meinem ersten Post habe ich fälschlicherweise behauptet, ich könne als Gewinner nach Bonn fahren. Das ist nicht wahr, ich hab zu ungenau gelesen. Das steht nur den Jury-Gewinnern zu. Also natürlich kann man auch so nach Bonn fahren, das hat dann aber nix mit der Wahl zu tun 😉

Und nun noch ein letztes Mal:

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