Vorurteile und so…

„Was kostet von hier bis Rewewalstr.?“

Unspektakuläre Frage von einer unspektakulären Frau.

„Sie meinen die Revaler Str.?“

„Ja, wie viel? 10 €! Komm!“

„10 €? Nee, weniger…“

„OK, wir fahren hier mit!“

Und sofort sprangen sie und ihre zwei Begleiterinnen ins Auto. Es war auch alles in allem eine gute und stressfreie Tour. Wenn ich nicht unterwegs etwas hätte hören müsste, was echt einfach weh getan hat:

„Weisst du, ich bin nicht so. Ich handel nie! Aber immer wenn ich im Taxi bin, dann fang ich an zu handeln, weil ich sowieso weiss, der bescheisst mich ja eh!“

Also mal ganz abgesehen von der maßlosen Blödheit einiger Kunden, von vielleicht einmaligen Erlebnissen auf tausende Angehörige einer Berufsgruppe zu schließen: Schon schön, dass Generationen von Taxifahrern im Hoffen auf eine schnelle Mark den Ruf so zurechtgeritten haben, dass wir uns heute nicht nur über mangelnde Kunden, sondern auch noch deren mangelnde Einsicht bezüglich der Preise beschweren können.

Aber was würden wir Fahrer eigentlich machen, wenn wir uns nicht beschweren könnten? Nur, um mal noch so ein Klischee aufzugreifen…

12 Kommentare bis “Vorurteile und so…”

  1. Will Sagen sagt:

    … und nach dem Satz wäre ich dann abgebogen und hätte ne kleine Extrarunde gedreht. 😉

  2. Der Maskierte sagt:

    Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert. 😉 Aber wer schonmal drauf bedacht war, seinen schlechten Ruf zu halten, der weiß wie unheimlich schwer das ist. Eine Sekunde nicht aufgepasst und seine Gehässigkeit kultiviert, schwupps, bist ja gar nicht so schlimm.

    Wäre aber auch wirklich zu schade, wenn wir uns nicht mehr über unsere Kunden aufregen könnten. 😉

  3. Taxi 123 sagt:

    Es gibt aber wirklich nette Kollegen 😉 . Ich habe Fahrgäste auf dem normalen Weg vom Zenrum in eins unserer netten Stadtranddörfer gefahren und sie wunderten sich über die Route. Hatte der Kollege auf dem Hinweg doch behauptet, daß eine Brücke gesperrt sei und sich ein paar Extrakilometer verschafft….

  4. Seismo sagt:

    Taxi 123: Vielleicht war sie zu dem Zeitpunkt auch gesperrt? Braucht ja nur ein Unfall gewesen sein. So eine Sperre ist dann auch schnell wieder aufgehoben und oft kriegt man das als Taxilenker auch gar nicht mit.

  5. Jep,Vorurteile gibt es in jedem Job,da könnten wir einen Chor aufmachen und gemeinsam ein Lied von trällern…

  6. Mariha sagt:

    Ein anderer Fahrer hätte ihr dann aber wahrscheinlich gesagt: “ Uuuh, 10 € könnte knapp werden, aber weil ich so ein Netter bin, fahre ich für euch ohne Uhr und erlasse euch den Rest „. Vielleicht sollte sie mal an ihrem Verhandlungsgeschick arbeiten, wirklich pfiffig war das ja irgendwie nicht.

  7. Sash sagt:

    @Will Sagen:
    Ich hatte an dem Punkt keinen Bock, Klischeebestätiger zu spielen…

    @Der Maskierte:
    Ja, absichtlich einen bösen Ruf erhalten stelle ich mir auch anstrengend vor.

    @Taxi 123:
    Ist mir aber auch schon passiert. Wenn irgendwo ewig was gesperrt ist, dann hat man 3 Tage frei und die dritte Fahrt geht genau da lang. Und dann geht die Fahrt natürlich genau da lang wo man denkt, es ist gesperrt und der Kunde weiss es auch nicht besser. Naja, deswegen gab es noch nie Ärger.

    @Mariha:
    Klar gibt es das. Und ja: Sonderlich clever war es nicht. Die Erfahrenen starten ja mit der „Da reichen 3€, nicht wahr?“-Nummer 😉

  8. Der Maskierte sagt:

    @Sash

    Hat aber auch seine guten Seiten, auch wenn es Arbeit ist. 😉

  9. Sash sagt:

    @Der Maskierte:
    Ich glaube, ich sollte meine Energie als Dienstleister anders aufwenden 🙂

  10. Der Maskierte sagt:

    @Sash

    Das geht nach ausreichendem Training so nebenbei. 😉

  11. maik sagt:

    Tja, die guten Vorurteile 🙂

    Wenn ich all die aufzählen würde, die mich und meine Kollegen betreffen…

    …da wäre die Nacht vorbei.

  12. […] wie schlimm es mit den Taxifahrern hier bestellt ist – und wenn es ganz übel läuft, dann begründen die Leute ihre Preisfeilschereien damit, dass wir sowieso betrügen oder sparen sich das Trinkgeld, weil sie davon ausgehen, wir nehmen uns […]

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