Taxis am Ostbahnhof

In nächster Zeit werden wohl öfter mal Kunden am Ostbahnhof ein Taxi suchen und keines finden. Wieso das? Ganz einfach: Man hat uns versteckt. Direkt vor der Bahnhofshalle, an der Straße „Am Ostbahnhof“ befindet sich normalerweise (mit einigen Unterbrechungen) über die gesamte Länge ein Taxistand. Der ist zwar bezüglich der Reihenfolge für Kunden nur schwer zu durchschauen, aber immerhin sind Taxen da. In der Regel in rauher Menge. Das hat sich jetzt „ein Bisschen“ verändert…

Das Parkdeck neben dem Taxistand und den Bushaltestellen wurde abgerissen und wird wohl bis Sommer erneuert / umgebaut / abgeschafft, was weiß ich. Durch die großflächige Baustelle fällt eine Menge Platz für Busse und Taxen weg und so findet man uns jetzt mit viel Glück, wenn man aus dem Bahnhof kommt, irgendwo ganz weit rechts. Vergesst eure Ferngläser nicht! Nachts lässt sich der Schein unserer Fackeln noch ausmachen, wie die Tagfahrer das regeln, weiß ich nicht. Denn nicht einmal für ein kleines Hinweisschild auf den verschobenen Taxistand scheint es gereicht zu haben. Überhaupt kann man aus Taxifahrersicht ziemlich angepisst sein wegen der neuen Regelungen dort. Es ist schlicht nicht genug Platz für die übliche Menge an Taxen da – und was da ist, ist auch nur Murks. Ich hab mal ein paar Bilder gemacht:

„Legale“ Nachrücke? Quelle: Sash

Zugegeben: Hier erkennt man nicht viel – ich finde dennoch, dass dieses Bild schon einiges an Aussagekraft hat. Das ist wohl gerade als letzter legaler Taxihalt gedacht: Genau dort, wo man gemeinhin nicht halten darf, weil es „im Kreuzungsbereich“ ist.

Korrektur: An diesem Punkt lag ich wohl falsch. Wie mir Kollegen geschildert haben, stellt dieses Schild – wenngleich nicht so betitelt – das Ende des Halteplatzes dar. Die Unsinnigkeit ist indes nicht arg viel weniger geworden: Das Anfangsschild steht schwer sichtbar unter der Brücke und der komplette Halteplatz ist entsprechend zugeparkt – sodass uns nur die zweite Reihe bleibt.

Aber kommen wir zu ein paar aufschlussreicheren Infos:

Der Taxistand in seiner ganzen Pracht, Quelle: Sash

Das ist gerade quasi der Taxistand. Er besticht durch eine gewisse Leere. Zur Erklärung habe ich einige Buchstaben eingefügt:

A) An dieser Ecke soll derzeit das erste Taxi der Reihe halten. Es ist damit der ungefähr am weitesten vom Haupteingang entfernte Platz in dieser ganzen Konstellation überhaupt. Bei aller Liebe für die freie Fahrzeugwahl: Kein Wunder, dass wir diesen Platz nicht besetzen, denn wer wartet schon gerne dreimal so lange als der Rest, bloß damit ihm am Ende doch nie ein Kunde einsteigt?
Deswegen ist die gesamte linke Seite hier auch leer – wenngleich das der Platz für die ersten 10 Taxen sein soll…

B) Die Leere auf dieser Seite ist auch lustig, denn hier herrscht (auch für uns) absolutes Halteverbot. Der Grund sind die vier Baken in der Straßenmitte, die ein Schlagloch umrahmen. Damit der Bus da noch vorbeikommt, haben wir eine Lücke im an sich sinnvollsten Teil des Taxistandes (das ist im Normalfall die dritte Nachrücke, so ca. für Taxe 16 bis 22 oder so…)

C) zeigt das Ende des Standes und die Position an, aus der ich das erste Foto gemacht habe. Ab dort beginnt der inzwischen viel genutzte und komplett illegale Nachrückplatz bis unter die Unterführung in der Koppenstraße.

Geht aber noch weiter:

Hier also die glücklichen ersten! Quelle: Sash

Das hier ist also die derzeitige „Spitze“ des Taxistandes. Zu den Buchstaben:

D) ist die Fortsetzung der ersten Halteplätze (A im letzten Bild) und zwar bis genau zum ersten Taxi.

E) Die ersten Taxen halten derzeit meist zu zweit illegal an der Bushaltestelle, weil das gerade noch so ein Bereich ist, in dem gelegentlich Kunden auftauchen nund nicht gleich allesamt hinten irgendwo einsteigen…

F) Dort beginnt die Baustelle und lässt nur eine schmale Durchfahrt, die komplett als Bushaltestelle genutzt wird, ebenso wie der Bereich davor bis zu unserem Stand.

G) markiert die Position des dritten in der Reihe, vor seinem Auto beginnt unmittelbar ebenfalls eine Bushaltestelle. Offiziell als Position 11 vorgesehen ist das der Taxihalteplatz der am nächsten zum Haupteingang des Bahnhofs liegt und dabei legal ist.

H) Der Bahnhofsvorbau markiert recht eindrücklich, wo sich tatsächlich die Ausgänge befinden – und wo sich auch normalerweise die ersten Taxen befinden würden. Im Laufe der Nacht werden dort am hinteren Ende der schmalen Baustellendurchfahrt übrigens durchaus (natürlich wieder illegal) ein paar Taxen bereitgehalten. Z.B. um Besucher aus dem Fritz-Club aufzunehmen, aus deren Blickfeld wir sonst völlig verschwunden wären.

Ja, ich verstehe, dass das gerade schwierig ist dort – aber ein bisschen werde ich auch das Gefühl nicht los, dass an die Taxifahrer mal wieder zuletzt gedacht wurde. Und hey – es existiert hier ein Bedarf an Taxen!

Ich bin jedenfalls schon mal gespannt, wie sich das in den nächsten Wochen alles entwickeln wird und wie viel wir wegen Falschparken im Laufe des halben Jahres so an „Extrakosten“ haben werden, falls jemand auf die Idee kommen sollte, das alles zu ahnden.

Ich wünsche euch an schönes Wochenende, man liest sich am Montag wieder!

22 Kommentare bis “Taxis am Ostbahnhof”

  1. Wolfy sagt:

    Ähm… äh… schön das du da durch steigst… *etwas verwirrt schau*

    Merke: Bis Sommer nicht nach Berlin fahren. oder besser nie o.O

  2. Aro sagt:

    Der OBF bringt nix Gutes. Ich habs schon immer gewusst. 😉

  3. Cliff McLane sagt:

    AHHHHHrgh! Ich kenne den Ostbahnhof ja noch aus seinen Eröffnungszeiten, da konnte man auch lange vergeblich nach dem Taxistand suchen, aber dass die das SCHON WIEDER so dermaßen verkacken? Ich sehe das jetzt mal aus Kundensicht, ich käme mir verarscht vor, wenn ich an einem der wichtigsten Bahnhöfe einer Großstadt lande und nirgendwo ausgeschildert ist, wo zum Geier ich den Taxistand finde.

    Aber na ja, ist Berlin. So sind sie eben. Liebenswert, chaotisch, und manchmal leider auch idiotisch.

    Gibt’s eigentlich den ebenfalls gut versteckten Taxistand am Schlesischen Tor noch, und den in Treptow drüben, da wo die Schlesische Straße in die Puschkinallee übergeht? Der war damals in einer Seitenstraße echt gut getarnt.

    Ach so, da ungefähr hab ich mal gewohnt:
    http://g.co/maps/rxbxb
    Kennst die Gegend ja…

  4. Daniel sagt:

    Nach den ganzen Schilderungen würde ich an deiner Stelle die Konsequenz ziehen, und den Ostbahnhof meiden bis dieser Umbau abgeschlossen ist. Es gibt in Berlin doch auch sicher andere Plätze wo du bis dahin dein Geld verdienen kannst. Wenn das genug Taxifahrer machen, werden die verantwortlichen für das Chaos vielleicht auch wach.

  5. Klaus sagt:

    @Daniel
    Deinen Vorschlag finde ich richtig gut. Konsequent bestreiken. Wenigstens mal für ein paar Tage, mit viel Trara in der Presse.
    Ich befürchte nur, dass es dann wieder einige gibt, die das ausnutzen werden und dort mächtig absahnen.

    @Sash
    Morgen gibt es die Bilder aus Tagfahrersicht.

  6. Sash sagt:

    @Daniel:
    Ich werde da auch sicher seltener sein als bislang. Aber wie Klaus schrieb: Ganz wegbleiben bringt auch nix – als ob sich nicht irgendwelche Aasgeier finden würden.

    @Klaus:
    Au ja, bin gespannt! Du hast dann sicher auch Bilder vom Geröllhaufen an sich, oder?
    Bei mir kommt morgen auch nochmal ein Text zum Thema, war nämlich während der gestrigen Schicht dann doch noch ziemlich scheiße dort. Seltene Gelegenheit, mal einen wütenden Sash mit dem Hang zu Illegalem zu erleben 😉

  7. […] vertrackte Situation am Ostbahnhof hab ich ja am Samstag schon geschildert. Schöne […]

  8. Mariha sagt:

    Tja, solche Situationen hast du in jeder Stadt, die Taxen werden nun mal immer stiefmütterlich behandelt. Bei uns wird der Bahnhof umgebaut um den Busbahnhof zu vergrößern. Damit Herr Bauleiter ja nicht zu weit laufen muss, haben sie uns 2/3 des Nachrückplatzes weggenommen, ohne Ersatz versteht sich natürlich, zur Zeit stehen dort ungeschützte Gasflaschen, ein Schiffscontainer und ein Sandkasten, und wir werden von vielen Busfahrern ohne Rücksicht auf Verluste fast von der Straße gerammt, dessen ausländische Versicherung die Schäden selbst nach Gerichtsprozessen nicht trägt.

  9. […] hab ich die Tour nur dank eines netten Kollegen. Der kam am Ostbahnhof mit der aktuellen Situation gar nicht klar und hat mich gefragt, wer sich hier jetzt wo genau hinstellen solle. Ich hab ihn […]

  10. Erik sagt:

    Wer brauch schon n Taxistand am Bahnhof oder an einer großen Veranstaltungshalle? An der Mannheimer SAP-Arena (15tsd. Plätze) gibts ja auch keinen … Wobei, doch es gibt einen, nur sieht den niemand. Deshalb stehen da auch fast nie Taxen, die Fahrer haben sich schon lange an den illegalen Taxistand neben der Straßenbahnhaltestelle gewöhnt, hier sieht man sie wenigstens.

  11. […] den umhergebrüllten Wortfetzen nach Holländer. Um den äußerst schmalen Gehweg (sieht man hier auf dem zweiten Foto ganz gut auf der rechten Seite) entlangzutrotten, musste sich die Gruppe in […]

  12. Andi sagt:

    Also für den beruflichen Ständig-nachts-am-Ostbahnhof-mit-dem-Fernzug-Ankommer zeigt sich seit dem Umbau ein spannendes Problem: Die zweite Klasse aller ICE (solange sie nicht in geänderter Wagenreihung verkehren) fährt voraus, sodaß man als passionierter Nichtreservierer, der immer an der Zugspitze einsteigt, erst mal samt rechten Winkeln im Bahnhof locker 600 Meter bis zum Ausgang am Intercity-Hotel laufen muß. Und bis man da ist, hat einem die in der ersten Klasse reisende (und logischerweise Richtung Alex, also hinten zum Halten kommende) Personenmenge spätabends so viele Taxen weggeschnappt, daß man allen Ernstes am Ostbf auf einen Wagen warten muß. Grr 🙂 Ist mir das erste Mal so widerfahren – war aber auch ein bescheuert verspäteter Zug, mit dem ich ankam, der +30 hatte und der Tagesletzte war.

    Sach mal Sascha, warst du heute abend um 2330 zufälligerweise am Ostbf ziemlich weit vorne in der Warteschlange? Hab erst gerade dein Blog gefunden und einen Zafira dort stehen sehen. Das wärs ja gewesen.

  13. Sash sagt:

    @Andi:
    Nein, ich genieße meine taxifreie Zeit (Wochenende klingt bei 4 Tagen langsam zynisch 😉 ) heute zu Hause. Ich bin derzeit fast nur Donnerstag bis Samstag auf der Piste.
    Aber die Chance, mich zu o.g. Tagen am Ostbahnhof zu finden, ist ziemlich groß. Das haben schon ein paar Leser auf Verdacht geschafft.
    Dass es mit den Taxen am Bahnhof auch mal eng werden kann, kenne ich allerdings. Dazu muss es nicht einmal der letzte Zug sein. Wenn ein Zug dank Verspätung zeitgleich mit einem anderen ankommt, gehen schon mal 15 bis 25 Wagen „auf einmal“ weg.

  14. Andi sagt:

    @Sash – och, ich hab grad sechs Urlaubstage in 22 freie Tage verwandelt. Auch nicht die schlechteste Lösung 🙂 (obwohl ich meistens 10/4 statt 3/4 wie du mache und leider der erste Mai dadurch für mich auf dem Rangierbahnhof Köln-Eifeltor statt zuhause stattfand…).

    Aber auch wenn am Ostbf genügend Taxen da sind, nehme ich als Fachkraft im Transportgewerbe (man kann sich da vielleicht eher in den Taxifahrer hereindenken) zwangsweise immer den ersten Wagen in der Reihe – welches Fahrzeug es auch immer sein mag – da ja jeder von euch quasi wie im Supermarkt an der Kasse ansteht und es einfach nicht gerne gesehen wird, wenn man in die Warteschlange hineinläuft und sich jemanden herauspickt. Ist das wirklich so, und seht ihr das im Kollegenkreis ungerne, wenn da jemand einherstrunzt und sich einen bestimmten Wagen herauspickt?

    Der wunde Punkt bei mir ist, daß ich leidenschaftilcher Mercedes-Mitfahrer und -ex-Besitzer bin und mich nur mit Magengrummeln in einen Dacia oder auch einen Zafira (hust) fallen lasse, weil ich den Geruch, das Schweben, das sanfte Klötern und die Holzverkleidung im Wagen so mag – daß ich mir regelmäßig den Kopf anstoße, weil auch ohne Schiebedach zu wenig Platz da ist, vergesse ich da gerne. 🙂

  15. Sash sagt:

    @Andi:
    Das mit dem ersten ist ja so eine Sache. Da ist die Kollegenschaft extrem gespalten. Nett ist es zweifelsohne immer, aber gerade am Ostbahnhof ist es seit ich Taxi fahre gang und gäbe, dass die Kunden wirklich kreuz und quer einsteigen. Erstes Taxi an der ersten Rücke, letztes an der dritten, Viertes an der zweiten – egal!
    Meiner Meinung nach ist das auch wirklich ok. Denn selbst wenn ich jetzt für meinen Teil z.B. kein großer Mercedes-Fan bin, soll sich der Kunde doch letztlich wohlfühlen. Hat ja niemand was davon, wenn jemand nur „ungern“ mitfährt.
    Viele Kollegen – gerade die älteren – haben allerdings noch nicht so ganz geschnallt, dass wir als Dienstleister auch was bieten müssen und nicht einfach aus Prinzip die Kings der Stadt sind. Deswegen wird nach wie vor (und am Ostbahnhof seit der blöden Regelung hier auch wieder verstärkt) nach vorne geschickt. Eine eindeutige Antwort kann ich da insofern leider nicht geben. Das ist wie mit den kurzen Fahrten: Jeder Taxifahrer sieht das irgendwie anders.

  16. Andi sagt:

    @Sash – ich habe vielleicht dreimal im letzten Jahr den vordersten Wagen übergehen wollen, aber zweimal wurde ich dabei vom Hintermann nach vorne verwiesen. Das hat wahrscheinlich meine Taxi-Sozialisation aus einer norddeutschen Mittelgroßstadt ans Tageslicht geholt – mir wurde nachdrücklich nahegelegt, daß insbesondere auf nicht ganz zentral gelegenen Warteplätzen wirklich der erste derjenige sei, der lange genug gewartet und damit die nächste Fahrt verdient habe Das sei so, da könne der Mond noch so seltsam stehen oder ich so viele Bier getrunken haben oder gerade die neue E-Klasse seit drei Wochen draußen sein. Es kam in diesem Augenblick wahrscheinlich alles zusammen, aber ich habs als Verhaltenskodex für das Auswählen eines Taxis abgespeichert.

    Ist mehr ein Spleen von mir, daß ich mich über besondere Taxen freue und manchmal eben ein Fahrzeug auswählen möchte, was mich irgendwie anspricht – stilvoll heruntergekommen zum Beispiel, oder völlig am Thema vorbei ausgewählt (Prius, S-Klasse, A8), oder ganz offensichtlich früher mal kein Taxi gewesen (durch die Alufelge blitzt eine riesige Bremsscheibe – Sechszylindertaxi! Yeah! Laufkultur auf dem Nachhauseweg!)

    Also je öfter ich auf „Frühere Einträge“ in deinem Blog klicke, desto mehr freue und ärgere ich mich zugleich darüber, daß meine Lok nicht von fünf feierwütigen, kotzenden Engländern gestürmt wird – wir haben höchstens einen Handfeger samt Kehrblech zur Hand, und mit dem Umweg über die Waschanlage wirds schwer – aber im Umkehrschluß bleiben ja auch die schönen Seiten des Taxifahrens draußen. Ich bin echt beeindruckt davon, was ihr da auf der Straße eigentilch so macht.

  17. Sash sagt:

    @Andi:
    Wie gesagt: Einige Kollegen nehmen das nach wie vor sehr ernst 🙂
    Und in einem Punkt haben sie ja nicht Unrecht: Der erste wartet nunmal am längsten. Klar, das können mal nur 40 Sekunden mehr sein als der entsprechend auserwählte, mal 30 Minuten. Das Entscheidende ist: Als Kund weiß man es nicht. Ich hatte auch schon Fälle, da standen drei Taxen am Bahnhof, alle gerade angekommen. Plötzlich ein Kunde bei mir – dem letzten:
    „Ach, ich hab nur eine kurze Fahrt, deswegen nehme ich immer den letzten…“
    Mal freut das alle Beteiligten, weil der erste schon eine Stunde steht, der letzte gerade erst gekommen ist – manchmal ist der erste seit einer Stunde, der letzte aber auch schon seit 45 Minuten da. So ist das Leben und Taxifahren ist Glückspiel. Muss man halt auch anerkennen bei der Wahl des Berufes.

    Was deinen Spleen angeht: Hast du auch schon mal den Kollegen mit dem Peugeot 404 von 1964 (glaub ich) erwischt? Der ist jedenfalls ein netter Kerl und der Wagen eine absolute Besonderheit! 🙂

    Zu dem, was wir machen: Naja, den Dreck weg halt…
    Es hat eben alles Vor- und Nachteile. Wenn du dich durch meinen Blog klickst, wirst du es ja merken. Man ist zwar vielerorts gerne in der ersten Reihe dabei und das ist schön. Es ist geil, mit ein paar Mädels die Party vom Club fortzusetzen. Und es ist geil, Leuten helfen zu können, die ihr Hotel nicht wiederfinden würden. Aber bei Beziehungsproblemen, -trennungen gar ist das alles nicht mehr witzig.
    Die Besonderheit des Jobs ist nunmal die Nähe zum Kunden – und auch bei der Bahn dürfte bekannt sein, dass die nicht alle nur leichte Brocken sind 😉

  18. Andi sagt:

    @Sash – also den 404er (da darfste mich nicht auf das Baujahr festnageln) hab ich mal irgendwo in Kreuzberg rumfahren sehen und äußerte spontane, dem Kollegen hoffentlich entgangene, Zustimmungsbekundungen in Form von Kichern, zustimmendem Brüllen, debilem Grinsen und „Hach, wenn DER freigewesen wäre“ – Sabbern samt Aufforderungen meiner Leute, bitte endlich die Straße zu überqueren, das seltsame Auto sei doch schon vorbeigefahren 🙂

    Mir ist mal ein Strich-Achter am Kotti ins Auge gesprungen, und obwohl ich nicht Taxi fahren wollte, bin ich spontan in die Sparkasse gerannt, um neue Reserven zu bergen – nur um zu sehen, wie sich nach einem Rekord-Abhebemanöver der schöne Wagen mit einem spuckernden, keuchzenden Klatta-Klatta vom Taxistand enthob und auf (bisher) Nimmerwiedersehen davondieselte. Aus reiner Neugier bin ich mit dem frischen Ersten in der Reihe losgefahren und habe ihn ausgefragt, wobei der Kollege sagte, daß er den Strich-Achtertreiber auch kennen würde und der das nicht als exzentrisches Hobby betreiben würde – das war meine Vermutung. Aber warum machen die Kollegen das dann?

    Umgekehrt herum: Warum laufen Oberklassewagen, die jedem Siemens-Vorstand genügen würden, als Taxi? Die Begründung der schwäbischen Unzerstörbarkeit hat man sich in Stuttgart selbst kaputtgemacht, der Rest hat aufgeholt, und warum würde jemand ein Wohlstandsprodukt aus dem VW-Konzern (also einen ausgewachsenen A8 mit dem üblichen Sonderausstattungsscheiß) als Nutzfahrzeug verheizen wollen?

    @ „die“ Bahn: Zum Glück bin ich ein Cargo-Fahrer und beobachte lieber Mondphasen als diese lästige Wasserstoffbombe da oben, aber fast alle meiner Kollegen kommen aus dem Personenverkehr und erzählen Dinge, die ich als Bahncard-100-besitzender Betriebseisenbahner als wahr einschätze. Bin ich froh, daß meine Passagiere Diesel und Otto und Schwefelsäure heißen 🙂

  19. Sash sagt:

    @Andi: Wie gesagt: Der mit dem 404er ist ein netter Kollege. Bei einem spontanen Treffen von Klaus, ihm und mir hat Klaus auch ein paar Fotos gemacht:
    http://cab-log.blogspot.de/2011/06/peugeot-taxi-oldtimer.html
    Und auch bezüglich Mercedes-Oldtimern hat Klaus was zu bieten:
    http://cab-log.blogspot.de/2010/01/nepomuk.html

    Dachte, das interessiert dich vielleicht.

    Und: Wenn man mit „seltenen“ oder „seltsamen“ Autos Taxi fährt, ist das natürlich nie nur ein exzentrisches Hobby, sondern sicher auch hier und da Kalkül. Du bist ja nicht der einzige, der originelle Fahrzeuge mag. Es gibt ja beispielsweise auch den Kollegen der einen H2 als Taxi betreibt. Aber da ich den Sinn des Ganzen mal in Frage gestellt habe, ist selbiger wohl nicht mehr gut auf mich zu sprechen…

  20. Andi sagt:

    @Sash – also einen H2 als Taxi würde ich trotz Gasbetrieb als Unternehmer nicht wagen. Wäre mir zu kostspielig, weil der Sicherheitsmensch auf dem Beifahrersitz ja auch bezahlt werden muß 😀

    Wäre angefangen vom (kaum vorhandenen) Nutzwert über die Aussage des Fahrzeugs bis hin zum davon angezogenen Klientel trotz Autogasumbau eigentlich eine Kostenfalle, diese Karre – egal wieviele Gleichteile da von einem leicht abgehangenen Chevy Silverado abstammen mögen. Die Automarke Hummer ist zum Glück nicht mehr existent – und ebenso tot ist diese Karre, wenn der Kollege sie verkaufen möchte, vielleicht aufgrund des exorbitanten Gasverbrauchs. Entweder verliert er, oder er braucht sie auf.

    Aber ich bin der aller-allerletzte Mensch auf diesem Planeten, der etwas gegen Hubraum und acht Zylinder in V-Form einzuwenden hat. Als Technokrat verlange ich sogar, daß jedermann das mal erlebt haben sollte!I Ich würde diesem Kollegen wohlwollend zunicken – und dann zielstrebig in den zum dritten Mal aufgebrauchten W124 hinter ihm einsteigen. Hubraumbedenken beiseite – lieber Sehr Sehr Altes Europa statt der Zombiephase von General Motors!

    VIELEN Dank für die coolen Bilder – und man sieht sich bestimmt bald am Ostbahnhof.

  21. Andi sagt:

    @Sash – einfach, weil es so schön ist, kurz etwas hinterher mit dem Wunsch, daß es hierzulande als Taxi eingeführt wird – wenn schon Strichachter-Diesel und 404, dann doch auch Sechsdreier? 🙂

    http://www.youtube.com/watch?v=WXS0Zo0A22s

    Viel Spaß beim Hören – und denk bitte nicht nur an kotzende Australier in Badelatschen und blauen T-Shirts 🙂

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