Monolog-Idee

„Verstehe ich das also richtig: Sie stellen sich an eine Bushaltestelle? An eine Haltestelle, die ihren durchaus lustigen Namen daher bekommen hat, weil sie ein fix eingeplanter Haltepunkt öffentlicher Verkehrsmittel – in diesem Fall Busse – ist. An dieser Haltestelle warten sie also eine Weile und als der lang ersehnte Bus endlich kommt, winken sie ihm zu? Dem Bus, der ohnehin an dieser Haltestelle hält? Und sie wundern sich ernstlich, dass ein vor dem Bus fahrender Taxifahrer das als Signal für sich selbst missversteht und seinerseits vor dem Bus neben ihnen hält?

Mal ganz ehrlich: Wer von uns beiden ist jetzt blöd und behindert den Verkehr?“

19 Kommentare bis “Monolog-Idee”

  1. Ylva sagt:

    Hat er am Ende den Bus verpasst, in dem Versuch, das zu erklären?

  2. Im Zweifelsfall immer der Busfahrer, habe ich von einem Busfahrer im Bekanntenkreis gelernt.

  3. Einer, der schon mal in Sydney war sagt:

    Vielleicht war’s ein Australier,
    dort muss man dem Busfahrer zuwinken, selbst wenn man an der Haltestelle steht, sonst fährt der Bus vorbei…

  4. gotti sagt:

    naja, grad aus touristenperspektive find ich das nicht so abwegig, weil es international nicht unüblich ist – ich bin schon öfter von busfahrern wegen nicht-winken stehengelassen als von taxlern angemault worden 😉

  5. Christian H. sagt:

    Gerade im ländlichen Bereich ist es auch in Deutschland nicht unüblich abends und nachts als alleine wartende Person einen Bus heranzuwinken, wenn mehrere Linien kurz hintereinander die Haltestelle anfahren.
    Der Busfahrer weiß nicht, ob man seinen oder den in wenigen Minuten folgenden Bus nehmen möchte.
    Als unwissender Großstädter bin ich dadurch schon einmal später zum Ziel gekommen, da sich erst der folgende Busfahrer meiner Person erbarmte, mich mit dieser Problematik vertraut machte und mir noch erklärte, wie ich mein Ziel erreichen könnte.

  6. Max sagt:

    Als Großstädter? Wenn man in wirklich „größeren“ Städten wohnt, lernt man das ganz automatisch, denk ich^^

    Bei uns in München ist das z.B. auch nicht üblich. Aber sobald man nach Dublin kommt, wo an manchen Haltestellen wirklich alle 2 Minuten ein Bus vorbeikommt (und das Verkehrschaos noch größer wäre, wenn er dabei jedes Mal anhalten müsste, auch wenn niemand einsteigt), ist es gang und gäbe, dass man seinen Einsteigewunsch durch „raushalten“ der Hand anzeigt. Aber mit „Winken“, das ein Taxifahrer missverstehen könnte, hat das eigentlich nichts zu tun 😉

  7. md sagt:

    In Frankreich zumindest im Bereich von Arcachon zwingend notwendig (habe ich aus meinem letzten Urlaub dort gelernt).

  8. Segler sagt:

    In Münster und Umgebung ist es ebenfalls üblich und ratsam, durch Handzeichen die Busse auf sich aufmerksam zu machen, zumindest wenn man an einer eher kleinen Haltestelle steht, an der der Bus nur selten hält.
    Ich hatte es schon ein paar Mal, dass der Bus an mir vorbeigefahren ist, obwohl ich deutlich sichtbar am Bordstein stand.

  9. Frank sagt:

    Also hier in England fährt der Bus einfach vorbei, wenn man ihn nicht heranwinkt. Ich wäre also auch ein typischer Kandidat zum Bus-heranwinken 🙂

  10. Sash sagt:

    @all:
    OK, dann bin ich wohl zu sehr an die Großstadt gewöhnt. Ganz ehrlich: Ich hab es mir angewöhnt, die Busfahrer durchzuwinken, wenn ich auf einen anderen Bus warte 🙂

  11. Kommentator sagt:

    Busse durchwinken – juhu, das ist eines meiner liebsten Hobbies (kein Witz), endlich mal noch einer, der das macht!

    Ich winke auch immer durch, wenn die „falsche“ Linie zuerst kommt. Großes Kino, wenn der Busfahrer dann den Blinker löscht, durchstartet und dankbar grüßt… In solchen Momenten bin ich mit mir und mit der Welt im Reinen.

  12. mm. sagt:

    So, mal zu Sashs Verteidigung: 😉
    In Braunschweig (so mittelgroß…) halten Busfahrer, sofern jemand an der Haltestelle steht. Teilweise sogar, wenn ältere Leute im Wartehäuschen sitzenbleiben und nicht auf herannahende Busse achten.

  13. Thomas581 sagt:

    Ich find ja in den letzten Monaten das die Busse gar nicht mehr blinken , wenn sie an die Haltestellen fahren!!! Hat zwar ja jetzt nicht ganz mit winken zu tun aber es reimt sich :).

  14. Cliff McLane sagt:

    Bei mir aufm Land MUSS ich morgens dem Busfahrer zuwinken. Mein Bus zur Arbeit geht um 6.10 Uhr, und da ist’s um diese Jahreszeit ziemlich dunkel. Hinzu kommt, dass das Wartehäuschen (rustikal aus Holz) auch noch idyllisch von links ’nem Baum und rechts ’nem Baum eingerahmt ist und knapp hinter ’ner Kurve liegt. Also winken, weil der Fahrer sonst durchfährt, und zwar vom in zwei Meter Entfernung befindlichen Haltestellenschild aus. Was wiederum das Häuschen als Regenschutz so ziemlich ad absurdum führt, denn da drin sieht einen keiner.

    Aber, gut: Hier fahren auch keine Taxen. Um die Uhrzeit schon gar nicht, und sonst nur auf Bestellung. Lediglich am nächsten Bahnhof sehe ich manchmal so ein bis zwei rumstehen und auf Kunden warten.

    Trotzdem bekommt man hier öfters kein Taxi, wenn man mal eins bräuchte, vor allem tagsüber. (Und, ja, ich habe ALLE örtlichen Taxiunternehmer im Handy gespeichert.) Woran das liegt? Die verdienen ihr Geld mit Krankenfahrten in weit entfernte Kliniken und sind da schon mal ’nen halben Tag lang unterwegs. Der Patient möchte ja schließlich auch wieder nach Hause. Wie das vergütet wird, keine Ahnung; es scheint sich aber zu lohnen.

    So, jetzt bin ich aber vom Winken ganz weit abgeschweift…

  15. Petra sagt:

    Mir geht es wie Cliff und den anderen. Um kurz nach 7.00 Uhr morgens fahren an unserer Bushaltestelle 6 Busse vorbei, alles Schulbusse, mit denen allerdings auch mal Erwachsene in nächste Dorf fahren. Meinem richtigen Bus muss ich dann auch zuwinken. Sonst brettert der mit 70 km/h an der Halte vorbei.

  16. Studi85 sagt:

    Jetzt check ich das mit dem Winken erst. Ein paar Freunde und ich hatten das mal umgekehrt erlebt.
    Es war tiefster Winter, hatte in der Nacht gefroren und wir (alles Studenten) standen morgens schon seit 1 1/2 Stunden an der Haltestelle, da kein Bus kam. Auf einmal fuhr ein Taxi mit Schrittgeschwindigkeit an uns vorbei, kehrte nach 10 Metern um und fuhr auf der gegenüberliegenden Seite nochmal an uns mit Schritt vorbei. Da schon mehrere Busse nicht kamen, standen an der Haltestelle mittlerweile etwa 20 Personen.
    Nichtwissend, dass man ein fahrendes Taxi anhalten kann, ergab sich in etwa folgende Diskussion:
    „Der hätte ja schon mal halten, das Fenster runterkurbeln und fragen können, ob jemand mitfahren möchte.“
    – Allgemeine Zustimmung –
    „Wahrscheinlich sucht er gerade nach einer Adresse.“

    Bisher dachte ich, dass man ein Taxi an den Startort bestellen muss. Hätten wir geahnt, dass man dem Taxifahrer einfach nur freundlich zuwinken muss, wir hätten es gemacht. Es hatte -10 °C und der nächste Bus kam erst nach einer weiteren Stunde. Wahrscheinlich hätten wir die Quittung sogar noch bei Stadtwerken wegen dieser „Fahrgastrechte“ zwecks Erstattung einreichen können (wobei mir das jetzt eigentlich egal gewesen wäre – wie gesagt: es hatte -10 °C)

    Im nächsten Winter bin ich schlauer.

  17. Also wenn sich da nicht inzwischen was geändert hat, dann sind fast alle Bushaltestellen in Berlin Bedarfshaltestellen. Wenn keiner ein- und keiner aussteigen will, fährt der Bus durch. Man muß dem Busfahrer also irgendwie bedeuten, daß man einsteigen möchte. Im Prinzip reicht es meistens aus, sich erkennbar an der Haltestelle an den Straßenrand zu stellen, insbesondere an Haltestellen, wo nur eine Linie hält, aber Winken ist auch nicht schlecht. Gerade an Haltestellen, an denen mehrere Linien halten, aber man alleine wartet, würde ich empfehlen zu winken, um sicher zu gehen, daß der Bus auch hält.

  18. Cliff McLane sagt:

    @buntklicker, wenn ich mich nicht irre, sind Haltestellen überall „Bedarfshaltestellen“, aber die Fahrer sind eigentlich verpflichtet, abzubremsen und hinzugucken ob da jemand steht. Nur tun sie GENAU DAS bei uns eher selten, die gehen davon aus, wenn da gestern keiner stand, steht da heute auch keiner, und brettern mit 56 km/h (mehr trauen sie sich innerorts nicht) an einem vorbei.

    @Studi85, siehste, haste was gelernt! Im Zweifelsfall immer ein Taxi heranwinken oder eins anrufen, und die Quittung bei den Verkehrsbetrieben einreichen. Ich weiß zwar nicht genau, ob die Verkehrsbetriebe generell verpflichtet sind, bei Busausfall wegen Schlechtwetters die Taxikosten zu erstatten, aber ich hab’s einmal zumindest probiert und bekam neben einer netten Entschuldigungs-Email auch die Taxifahrt (20 Euro mit Trinkgeld) bezahlt. Die Busgesellschaft hätte sich jederzeit auf die Straßenverhältnisse rausreden können, war aber so fair, zuzugeben, dass sie am eingefrorenen Diesel im Bustank selber schuld waren. Falls es jemanden interessiert, das war die RBO (Regionalbus Ostbayern). Wer schon mal probiert hat, bei der Deutschen Bahn auch nur die 10 Euro für die Sitzplatzreservierung zurück zu bekommen, weil man wegen Verspätung den Anschluss-ICE verpasst hat und im Ersatzzug drei Stunden stehen musste, der weiß solchen Kundenservice wirklich zu schätzen.

  19. Daniel sagt:

    Also, in vielen französischsprachigen Städten (sowohl in F als auch in B) wird an den Halten ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Fahrer nur halten, wenn man ihnen winkt. Vermutlich, damit die Fahrer nicht wegen der Gäste anhalten, die auf eine andere Linie warten (oder im Falle des abendlichen Strasbourger Hafens, wegen der Damen, die weniger auf einen Bus als auf einen Kunden warten…)

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