Lembrackseterase

„To the Lem-brack-seterase please. In Feredihricksen.“

… da hat sie mich total stolz angegrinst. Ich wiederholte mit behutsam angepasster Aussprache:

„To the Lehmbruckstraße in Friedrichshain?“

„Yes! I’m so sorry!“

Ist ja kein Problem. Immerhin kannte ich die Lehmbruckstraße nur zu genau und … vergaß dabei, dass es durchaus noch andere Möglichkeiten gegeben hätte.

Ich bin immer soo vorsichtig bei zweifelhaften Adressen, aber dieses Mal war ich es nicht. Natürlich! Die Lehmbruck kannte ich, ich wusste, dass sie in Friedrichshain liegt … also was soll passieren?

Zum Beispiel gibt es auch noch eine Lenbachstraße in Friedrichshain. -.-

Immerhin ist das Mißverständnis so harmlos geblieben wie der Umweg:

Karussellfahren, yippieh!

Ganz so hat sich die Kundschaft nicht geäußert, aber sie war doch angenehm relaxt, als wir mal eben den großzügigen Kreisverkehr des Strausberger Platzes umrundeten.

Ich hab gestern Abend nicht ohne Grund über Straßensperrungen geschrieben, denn wir hatten das vor kurzem wieder, dieses Mal aber zum Halbmarathon. Dafür wurde unter anderem das erste Stück der Karl-Marx-Allee gesperrt, bis zum – nun ja! – Strausberger Platz eben. Und das schon so gegen Mitternacht oder ein Uhr. Jedenfalls nicht nur unerwartet früh, sondern just binnen einer halben Stunde, seit ich dort das letzte Mal vorbeigekommen war.

Das Ziel der Kunden war auf quasi gleich langem Weg auch über die Lichtenberger Straße zu erreichen, ich hätte also einfach rechts abbiegen können. Aber völlig ohne etwas anderes als die Durchfahrt zu erwarten, bin ich in den Kreisel gecruist und hab dann statt einer 90°-Drehung eben eine um 450° vollführen dürfen.

Ich hab sicher schon unüberraschter am Steuer ausgesehen, aber die Kundschaft nahm es wie eingangs erwähnt locker. Immerhin einer der schon leicht angetrunkenen Studenten kommentierte das Ganze sogar halbwegs angemessen:

„Huiii!!!“

Fußgängerzone des 17. Juni

Straßensperrungen sind ja so ein Thema für sich. Wie bei fast allen Verkehrsthemen sind die betroffenen Teilnehmer – allen voran die Autofahrer – gerne schnell am Rotieren.

(Vielleicht überträgt sich ja der Impuls der zwangsweise stehenden Räder auf die Fahrer, das sollte man mal untersuchen!)

Natürlich sollte man das ein wenig differenzierter betrachten. Der öffentliche Verkehrsraum ist nicht nur fürs Auto da und bei wichtigen Veranstaltungen ist es zweckmäßig, den Fahrzeugverkehr umzuleiten. Auf der anderen Seite sorgen solche Sperrungen natürlich je nach Art und Häufigkeit des Auftretens auch für eine Verkehrsverschärfung. Im Falle der Straße des 17. Juni, besonders der Abschnitt zwischen dem Brandenburger Tor und dem Großen Stern, ist die Sperrung schon gewaltig. Während auf dem 17. Juni der Verkehr 3-Spurig rollen kann, bieten alle auch nur halbwegs naheliegenden Ausweichrouten nur je eine Spur pro Richtung.

Und tagsüber ist das heftig, wenn dort gesperrt ist. Für mich als Nachtfahrer ist das eigentlich egal. In meinem Straßenverzeichnis existiert der Teil quasi nicht mehr, ich hab mir die John-Foster-Dulles-Allee und die Tiergartenstraße zur Regel, nicht zur Ausnahme gemacht.

Das aber auch nicht freiwillig. Die Straße des 17. Juni soll die meistgesperrte Straße Deutschlands sein, was ich für plausibel halte. An mindestens hundert Tagen im Jahr ist sie gesperrt. Ein Drittel der Zeit, gefühlt viel häufiger. Das ist irgendwo logisch, schließlich ist es wohl das repräsentativste Stück unseres Landes überhaupt. Zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor feiert es sich nicht absolut furchtbar Silvester, sondern man kann sich dort auch mit viel zu kleinen Demonstrationen optisch zum Löffel machen oder als Staatsoberhaupt große Reden schwingen.

Vermeiden lassen wird sich das Interesse, diese Straße für den Autoverkehr stillzulegen, also eher nicht. Dann könnten wir doch aber ein bisschen ehrlicher sein und sie wenigstens umbenennen. „Fußgängerzone des 17. Juni“ würde dem Ganzen doch die Lockerheit verleihen, die man als Autofahrer ja ohnehin braucht, wenn einen der Weg dort durch vorbei führt.

Wenn man nicht alles selber macht …

„Hallo, könnten Sie fünf Leute mitnehmen?“

„Ja, das kann ich.“

Ich bin in geschäftiger Hektik damit beschäftigt gewesen, einen der Zusatzsitze auszuklappen; aufzupassen, dass kein allzu großer Mensch hinten einsteigt; die Bank wieder zu verschieben usw. usf.

Und dann sah ich, wie sich einer auf den Beifahrersitz setzte und vier Leute sich auf die mittlere Bank drückten. Ich bin selten so direkt, aber bei der Gruppe konnte ich es nicht mehr verkneifen und hab gefragt:

„Sagt mal, seid Ihr zu bescheuert zum Durchzählen?“

Betretenes Schweigen, alle haben sich ratsuchend umgesehen. Und dann meinte einer:

„Scheinbar ja.“

Am Ende war das ja kein Problem, aber gleich beide Sitze ausklappen wäre deutlich schneller gegangen, ohne zwischendrin nochmal Leute aus dem Auto pflücken zu müssen. Ich glaube, die Zuschläge gibt es echt für den Stress bei mehreren Leuten, weniger wegen des Spritverbrauchs …

Am Ende war es dann übrigens eine wirklich heitere Fahrt, also denkt nicht, dass ich mich über sowas ernsthaft ärgern würde. 🙂

1925 is back!

Im Grunde ist es eine eher traurige Nachricht. Es ist Dienstag und damit der Tag, an dem die 72 endlich wieder von ihrem Getriebeschaden genesen sein sollte. Ja, sollte!
Als ich gestern im Büro angerufen hab, um mal nachzufragen, wie wir das mit dem Schlüssel machen (den ich ja dem Abschlepptypen mitgegeben habe), hab ich die traurige Info bekommen, dass sich wohl kurz vorher unser Mechaniker gemeldet hatte, weil es irgendein Problem gab, das nicht mit einem neuen Getriebe zu lösen sei. Verstehe ich als Technik-Laie jetzt zwar nicht, schließlich war es eigentlich ja wohl ein astreines Getriebeproblem. 0.o
Naja, das Ganze sollte jetzt auf jeden Fall mal eben fix 2.500 bis 3.000 € zusätzliche Kosten verursachen. Und da sind wir beim Problem. Denn wie ich in den letzten Tagen öfter geschrieben hatte: die 72 ist ja kein Jungspund mehr, die hat ja auch schon über 370.000 Kilometer runter. Einige von Euch hatten in den Kommentaren schon gefragt, ob sich das überhaupt noch lohnen würde, da einen Getriebeschaden zu reparieren. Und mit dem Mist jetzt scheint für meine Chefs die Rechnung tatsächlich nicht mehr aufzugehen.

Jetzt kommt aber der Clou an der Sache: Eventuell kriege ich mein altes altes Auto, die 1925, wieder. Ich dachte eigentlich, die wäre längst verkauft, aber offenbar steht die immer noch bei unserem Firmenschrauber Jürgen im Hof, wo er sie für gelegentlich anfallende Reparaturen an anderen Zafiras angefangen hat auszuschlachten.

Und da der neue Wagen, der anstelle der 72 seinen Dienst leisten könnte, erst in vier bis sechs Wochen geliefert, umgerüstet und zugelassen sein wird, bestünde bei der aktuellen Autoknappheit in der Firma (neben der 72 sind noch zwei andere Autos gerade etwas länger in der Werkstatt) die Chance, dass ich die 1925 nochmal übergangsweise für eine kurze Zeit fahren könnte. Also gut, 1925 würde sie nicht mehr heißen – einen Nachfolger gibt es ja schon. Aber als 401 könnte Jürgen sie wohl bis zu meinem Arbeitsantritt am Donnerstag fit kriegen.

Wenn ich das richtig verstanden hab, hat die Kiste zwar einen der Zusatzsitze an die 5144 abtreten müssen (die hab ich ja auch mal gefahren!), aber die paar Touren mit 6 Leuten, die ich in der kurzen Zeit nicht fahren könnte … wayne?
Ein bisschen mehr nervt mich, dass der linke Kotflügel wohl einer anderen Kiste vermacht wurde und wir da eventuell kein hellelfenbeinfarbenes Ersatzteil binnen zweier Tage kriegen. Hoffentlich ist das dann wenigstens schwarz und nicht metallic-grün. Aber ist ja wenigstens nicht die „Kundenseite“. -.-

Am unwohlsten ist mir bei der Radio- und damit auch der Navi-Misere. Für zwei Wochen kein Radio ist halbwegs ok (auch wenn’s sicher furchtbar aussieht mit der leeren Konsole), allerdings hängt das Navi da ja mit dran. Und das scheint jetzt auch in der 5144 zu werkeln.
Was haben die bitte mit dem Auto gemacht? Hat jemand beim Kotzen das Radio und (!) den hintersten Sitz kaputt gekriegt? Oder wie muss ich mir das vorstellen? WTF?
Naja, dann muss ich wohl wirklich mal die Navi-Funktionen meines Handys abchecken und mir ggf. irgendeine App installieren. Hat da jemand Tipps?

Ich weiß, das hört sich erst mal ziemlich bescheiden an. Wie ich gehört habe, ist die Stoßstange (Ihr wisst noch? Der Hund des chinesischen Botschafters?) auch nur getaped. Längerfristig würde ich mir sowas ja niemals antun …

Aber es ist halt auch die 1925! \o/

Bzw. die 401. 🙂

Google Maps

Ich hab ja schon mal ein bisschen über das neue Google Maps gemeckert. Aber jetzt, da ich gerade tonnenweise alte Einträge durchgehe, um nach tollen Sachen fürs Buch zu fahnden, ist mir dann aufgefallen, wie viele der alten Karten bei GNIT durch die Umstellung völlig unbrauchbar geworden sind. 🙁

Fast schon niedlich ist dieses Beispiel. Es war eigentlich eine Fahrt von der Warschauer Str. Ecke Warschauer Platz zum Matrix am Warschauer Platz. Die nun angezeigte Karte dürfte Neuleser wohl etwas verwundern …

Ich mag die Software von Google. Wirklich. Aber das ist doch echt zum Kotzen jetzt.

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Ein Bier geht seinen Weg …

„Hey Sascha!“

Ach, immer wieder schön, wenn man nachts an einer Tanke irgendwo am Arsch der Welt einen Kollegen aus der Firma trifft!

„Sascha, trinkste Bier?“

„Äh, ja. Schon.“

„Dann warte mal kurz …“

Es ist hoffentlich klar, dass wir Taxifahrer auch nicht nachts an einer unbeobachteten Tanke einen picheln während der Schicht. Mir war schon klar, was der Kollege meinte, denn natürlich ging es um „Fundsachen“ im weitesten Sinne. Und ja, jemand hat bei ihm eine Flasche Bier verges … ähm, also: „Bier“ vergessen.

„Ist das dein Ernst!?“

„Sascha, sei ruhig! Besseres hab ich halt nicht!“

Sprach’s und drückte mir eine Flasche Sterni in die Hand.

Ja nun. Man ist ja nicht unhöflich. Ich dachte an den halben Kasten, den ich mir am Montag holen würde und daran, dass ein Sterni als sechstes ja irgendwie vielleicht … aber … wäh!

Schnitt.

Nach der Schicht stand ich dann so in Schöneweide am Bahnhof. Da tauchte ein Flaschensammler auf, der mir schon am Vortag aufgefallen war. Man kann es ja mal versuchen, mein Geschmack ist ja nicht die Messlatte!

„Entschuldigen Sie, sie sammeln Flaschen?“

„Äh, ja?“

„Nehmen Sie auch volle?“

„…“

„Ist keine Verarsche! Hab sie gefunden und ich trinke kein Sternburg …“

Ich selbst war mit dem Verlauf der Schicht ja schon zufrieden. Aber die Freude morgens am Bahnsteig – wegen einer kleinen Flasche mit einem Verkaufspreis von vielleicht 50 Cent – das sollte ich öfter mal machen.