WHAT THE FUCK?

„Was war bisher ihre heftigste Taxifahrt?“

Sowas oder sowas ähnliches fragen mich Fahrgäste gerne, oft aber auch Journalisten. Und ich schlängele mich gerne um eine eindeutige Aussage herum, oft ist das ja eine Frage der Umstände und gerade Vokabeln wie heftig (aber auch krass, schlimm oder eindrucksvoll) lassen sich ja oft verschieden interpretieren. Was dann aber gestern Abend passiert ist … ich denke, ich hab jetzt einen Alltime-Favoriten als Antwort.

Ein paar Details muss ich bei der Fahrt weglassen; ich kann aber alle Fragenden beruhigen: Die alles entscheidende Frage hat mein Fahrgast auch nicht beantwortet, nämlich die danach, was eigentlich genau passiert ist.

Als Winker war er das ultimative Von-sehr-gut-auf-hammerscheißegeil-Event am noch sehr jungen Abend. Ich hatte davor nur eine einzige andere Tour, die jedoch hat mich mal schnell von der Frankfurter Allee bis zum ZOB gespült. War leider alles ein wenig eilig, ich konnte den guten Anfang kaum genießen, ein bisschen Ruhe tat gut, ich schlug gleich einen Weg gen Osten ein, scheiß auf die Leerkilometer! Und da stand er dann und wollte immerhin mal bis zum Hauptbahnhof. Bezahlte Rückfahrt, netter junger Kerl, alles easy.

Ja, nix da!

„Tut mir leid, mir geht’s heute nicht so gut.“

„Im Sinne von Ich-muss-vorsichtig-fahren?“

„Nein, passt schon. Aber ich bin, ich werd für lange Zeit in den Knast gehen. Sehr lange Zeit, fuck, mir ist übel!“

Die Blogbarkeit war da schon klar. Jetzt mal einfach für sich gesehen. Gefängnis ist eine harte Sache und ich muss ehrlich sagen, ich stehe dem Konzept durchaus kritisch gegenüber. Vor allem aber isses für mich natürlich ziemlich interessant, mit Leuten zu reden, die damit Erfahrungen machen (mussten). Und obwohl es natürlich seltsam ist, wenn jemand fremdes einem durch die Blume zu verstehen gibt, dass er irgendwas echt schlimmes gemacht hat: Sind nicht eigentlich die unheimlicher, von denen man gar nix weiß?

Aber gut, er saß da, wirkte reichlich mitgenommen und es sah alles danach aus, als ob er gerade irgendwie versucht, den letzten Tag vor dem Haftantritt noch schön zu gestalten. Das aber klappte nur so mittel.

„Weißte, vielleicht muss ich das gerade einfach erzählen, sorry. Aber sagt man nicht, dass Ihr Taxifahrer irgendwie wie Therapeuten seid?“

„Da ist schon was dran, aber ich sag’s gleich: Was uns von Therapeuten unterscheidet, ist: Wir können nicht so gut helfen.“

„Ich hab mein Leben ruiniert, ich werd‘ alles neu anfangen müssen, es ist alles vorbei!“

Wie gesagt: Obwohl er nicht ein Wort darüber verloren hat, was genau passiert ist, kann ich das Gespräch nicht in Gänze schildern. Ein paar Sachen aber doch. Das Überraschendste zuerst: Nix da mit Haftantritt! Was vor ihm lag, war das Stellen bei der Polizei. Aber ja, er sei kriminell, hätte Freunde in den Knast gebracht, die Familie zerstört und was das eigentlich schlimme war: Er war frisch verliebt und wollte eigentlich ein neues Leben beginnen, spießig, mit Kindern, der Druck mache ihn fertig, aber jetzt sei eh alles im Arsch, aus, vorbei, er bräuchte jetzt nur noch in seine Heimat fahren, die würden dort vermutlich schon am Bahnhof warten. Sieben, acht Jahre, wenn’s mal gut geht. Alles verloren, futsch, Ende. Er habe nur noch, was er am Leib trage.

Uff.

Und die Laune war entsprechend. Ihm war kotzübel wegen der bevorstehenden Ereignisse, er wusste nicht, ob er lieber noch zwei Stunden in einem Hotel schlafen oder was essen sollte, seine Tränen sind am Armaturenbrett meines Autos runtergeflossen, der Kerl hatte (was, wenn er die Wahrheit gesagt hat, verständlich war) einen vollständigen Nervenzusammenbruch.

Und auch wenn er was getan hat, wofür er zurecht eine hohe Strafe kriegen wird: So dreckig sollte es Menschen nicht gehen müssen. Der Typ war, wenn’s hoch kommt, 30 Jahre alt, er hat mich ein wenig an einen früheren Mitbewohner erinnert. Hätte er versucht, mich um einen Preisnachlass zu bitten, wäre ich skeptisch geworden, aber so wie er da ohne Grund jammerte, wirkte er glaubwürdig. Hat seine Fehler eingesehen, leider zu spät, und suchte einen Ausweg. Den aber natürlich weder er noch ich hatten.

Das war eine der längsten Viertelstunden meines Lebens. Und seinen Zustand hab ich ja auch hinreichend geschildert.

Ich hab ihn 800 Meter vor dem Bahnhof drauf hingewiesen, dass wir gleich da seien, einfach um ihm die Chance zu geben, sich den Rotz aus dem Gesicht zu wischen, bevor er aussteigt. Er bat mich, ihm ein Hotel zu suchen, oder nein, was zu Essen. Also nach dem Hotel, also vielleicht, aber …

„Mach Du mal, ich kann nicht mehr klar denken!“

Ich hab ihn an ein meines Wissens nach eher günstiges Hotel gefahren, mit Sichtkontakt zum Bahnhof.

„Hier. Sollte bezahlbar sein. Und Essen: Siehste den Eingang. Drinnen haste alles: Mac, Bäcker, Currywurst, keine 50 Meter entfernt.“

„OK, hey, danke. Scheiße, sorry für alles! Was kriegste’n?“

„16,30€.“

Er kramte ein bisschen in seinen Taschen und zog einen Beutel hervor. Einen kleinen schwarzen Müllbeutel.

„Drogengeld. Braucht keiner, den Dreck.“,

sagte er mit einer beachtlichen Empathielosigkeit. Er zauberte einen zerknitterten Zwanni aus dem Säckchen, reichte ihn mir und meinte, dass das schon ok wäre. Ich dankte höflich und wünschte ihm alles den Umständen entsprechend Gute. Und das war ernst gemeint. Beim Aussteigen fielen ihm ein paar Sachen runter, die ihm sichtbar unwichtig waren. Er hob sie dennoch auf und warf sie mir auf den Beifahrersitz:

„Ach da, kannste auch noch haben. War gut zu reden und is‘ ja egal jetzt.“

Da ist er dann durch eine Horde lachender und feixender Touris ins Hotel gegangen und ich hab die zwei Fünfziger eingesteckt. Warum auch nicht, jetzt, wo’s eh egal ist?

70 Kommentare bis “WHAT THE FUCK?”

  1. Kurierfahrer sagt:

    Der Mensch tut mir wirklich leid, auch wenn er wie du sagst wahrscheinlich schlimmes gemacht hat. Und Wege des Geldes nunja ehrlich weiß nicht wie ich bei so etwas reagiert hätte, aber wahrscheinlich hätte ich sie auch eingesteckt.

  2. Sash sagt:

    @Kurierfahrer:
    Naja, und nun mal realistisch: Er hat sie mir bewusst gegeben und ist dann weggegangen. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass ich gar nix entscheidendes weiß: Soll ich jetzt zur Polizei gehen und denen sagen, dass ich den Verdacht habe, es handele sich um Geld aus illegalen Geschäften, weil mein Fahrgast eine entsprechende Anmerkung gemacht hat?
    Das ist absurd!
    Wenn morgen die Cops klingeln und das alles in einen Zusammenhang bringen, der logisch ist (und bei dem es auch wirklich illegal wäre, das Geld anzunehmen – das muss ja auch erst einmal passieren!), dann kann man ja über alles reden. Aber so? Nö. Ich hatte gutes Trinkgeld, alles weitere warte ich ab.

  3. Kurierfahrer sagt:

    Die Frage die sich mir als Außenstehenden eher stellen würde wäre ob ich das Geld spenden würde, und da habe ich gedacht das ich dies wahrscheinlich auch nicht täte, wobei es bei MIR wahrscheinlich ein komisches Gefühl hinterlassen würde. Aber egal ksuf dir n schönes Feierabend Bier und gute Nacht. I konnte heut leider net fahren

  4. Sash sagt:

    @Kurierfahrer:
    Ich finde den Gedanken jetzt nicht grundsätzlich befremdlich, aber weswegen jetzt genau in diesem Fall? Ich meine: Hammer-Betrag, schon klar. Aber liegt das nicht eigentlich noch im Bereich der Normalverteilung? Alle (in meinem Fall jetzt) 8 Jahre kommt halt auch mal ein Trinkgeld, dass die Schichteinnahmen übertrumpft?

  5. Mausflaus sagt:

    spenden wieso? das war trinkgeld. und ich finde auch sauer verdientes, scheint ja die stimmung schon ordentlich gedrückt zu haben.

  6. Uwe sagt:

    Bei mir war die härteste Fahrt ein älterer Herr, den ich vom Krankenhaus abgeholt habe und der mir unter Tränen erzählt hat, seine Frau wäre gerade eingeschlafen. Nach 60 Jahren Ehe.
    Da weiß man dann nicht wirklich, was man sagen soll.

  7. dingens sagt:

    Ach Gottchen! Da hat jemand doll geweint, weil er in den Knast muss!
    Fragt bloss niemand nach wie es dem Rest der zerstörten Familie geht oder den Leuten, die er in den Knast gebracht aht.
    Denen gehts auch beschissen …und die haben ihre Situation nicht einmal selbst verursacht!
    „So dreckig sollte es Menschen nicht gehen müssen“
    Der ist jung, gesund und frisch verliebt!
    Dem Kerl gehts aber auf ziemlich hohem Niveau dreckig!
    Solche Schicksale wie die gibts haufenweise. Minus Gesundheit, minus Beziehung, plus z.b. behindertes Kind, plus z.b. Haufen Schulden am Arsch! plus z.b. Aids-Infektion.
    *das* nenn ich „dreckig gehen“

    Sorry Leute, nicht, dass ich für den Typen kein Mitleid habe. Ich setze es aber in Relation zu anderen Fällen. z.b. von Leuten, die unverschuldet in Not gekommen sind
    …oder z.b. den Leuten, von denen er die 100 Euro hat …oder den Leuten, von denen *die* die 100 Euro haben. Nein: Junkies gewinnen nicht dauernd im Lotto.

    @Sash: Was die Kohle angeht, würde ich sagen: 50 für dich, 50 für die Drogenhilfe. Da kommt das Geld dann der Zielgruppe zugute, der es mal gehört hat und alle Seiten können zufrieden sein.

  8. morphium sagt:

    Schade, dass du ihm keinen Anwalt empfohlen hast…

  9. jdk sagt:

    Ich hätte den direkt zu einem guten Strafverteidiger in Kreuzberg gefahren…

  10. MsTaxi sagt:

    Warum spenden? Fragt sich denn sonst einer von uns, ob der Trinkgeldspender Neurochirurg oder Auftragskiller ist? Und warum solltest du moralisch (Mit)Verantwortung für sein Handeln übernehmen? Das würde den Dienstleistungsgedanken zu weit treiben. Ich stimme für 100% Trinkgeld für Sash. 🙂

  11. Senfgnu sagt:

    Naja wenn er gerade auf dem Weg zum Stellen ist dann wird der Anwalt wohl hoffentlich am Zielbahnhof warten, damit er nicht in der U-Haft verschimmelt.

  12. dingens sagt:

    @MsTaxi: Ich hab bei meinem Vorschlag eigentlich schon ein Auge zugedrückt und ich hab auch nicht von „Spenden“ geschrieben …denn spenden kann man nur sein eigenes Geld.
    Weißt du was Geldwäsche ist? Geld aus kriminellen Geschäften in den legalen Finanzkreislauf einschleusen. Genau das ist hier jetzt passiert. Ist ja nicht so, dass Sash es im Unwissen über die Herkunft angenommen hat, ganz im Gegenteil.
    Nach dem Geständnis und dem Hinweis, dass es Drogengeld ist bin ich mir nicht einmal sicher ob der Zwanni legal angenommen wurde..

  13. Kurierfahrer sagt:

    So guten Morgen. Warum spenden? Nunja dieser Mensch befand sich offenbar in einer psychischen sehr schlechten Verfassung. Seine Worte lassen den Schluss zu das er sonst ein solches Trinkgeld nicht geben würde und ich selber würde mir so vorkommen als ob ich jetzt noch diese Situation ausnutzen würde. Kann aber alle verstehen die dies anders sehen. Ich bin da halt sensibel.

  14. MsTaxi sagt:

    @Dingens

    Was ist an meinem Vorschlag nun verwerflicher als an deinem? ‚N moralisches Feigenblatt vor das Wissen um die Herkunff hängen zu wollen, indem du Sash empfiehlst, 50% für die Drogenhilfe zu spenden, finde ich absolut lächerlich. Entweder mich juckt es, aus welcher Quelle es stammt, oder ich akzeptiere es als gegeben.

  15. Sash sagt:

    @Uwe:
    Ja, das ist hart. 🙁

    @dingens:
    Ach weißt Du: Nimm Du einfach kein Geld an, sobald Du den Verdacht hast, dass der Geber irgendwann mal gegen ein Gesetz verstoßen hat; und ich ignoriere Kommentare von Leuten, die eh immer nur’s Maul aufmachen, wenn sie meckern wollen. Deal? Na, dann ist ja gut. 😉
    Und wenn Du schon so clever bist, Stichwort Geständnis: Wo kommt das Geld denn her? Na los, sag’s mir! Straftat, Ort, Zeitpunkt, Geschädigte? Herzlich willkommen in der Realität. -.-

    @morphium:
    Das hatte ich auch schon überlegt. Aber was hätte ich schon für eine gute Empfehlung aussprechen können?

    @jdk:
    Na ja, genau genommen weiß ich ja nicht einmal, ob es wirklich um Strafrecht ging, zudem kam er nicht aus Berlin … ob das der beste Rat für ihn gewesen wäre, ich weiß nicht.

    @MsTaxi:
    Danke. Sehe ich genauso.

    @Kurierfahrer:
    Daran, dass er das Geld sonst nicht gegeben hätte, ist sicher was dran. Und das ist natürlich schwierig. Andererseits: Muss ich dann nicht auch bei jedem Betrunkenen am nächsten Morgen nochmal nachfragen, ob er jetzt wirklich ganze 7 € geben wollte?

  16. dingens sagt:

    @Sash: Ich mach nur das Maul auf wenn es was zu meckern gibt? Gehts noch? Verzerrte Wahrnehmung? Oder einfach nur die komplette Unfähigkeit, mit -manchmal- abweichenden Meinungen klar zu kommen?

    und wessen Cleverness hast du jetzt mit den komischen Nachfragen zur exakten Straftat angezweifelt?
    Meine? Oder deine?

    Du hast wissentlich Geld aus Drogengeschäften angenommen und selbstständig entschieden, dass das so in Ordnung geht. Was ist deine Begründung dafür?: 100 Euro sind halt 100 Euro? Bisschen mager!
    Ist ja nun nicht wirklich so, dass ich dir das Geld nicht gönne (obwohl, nach dem „immer nur meckern“-Kommentar ….), aber das ändert halt nichts daran, dass so ein Trick Walter White auch gut gefallen hätte.

  17. Tschühüüs sagt:

    Die Sash-story ist super. Aber viele Kommentare hier sind ja zum weglaufen..

  18. Sash sagt:

    @dingens:
    Nein, sorry.
    Erstens: Ja, Du meldest dich eigentlich ausschließlich, wenn Du was zu meckern hast. Die verzerrte Wahrnehmung gilt also zunächst mal für meine interne Suchfunktion im Blog und erst danach für mich. Abweichende Meinungen sind ok, auch wenn’s natürlich nicht immer schön für einen persönlich ist, aber ja, kurz nachdem ich deinen Namen lese, sehe ich die Lampenfassung und dann erst den Text und präventives Augenverdrehen gewöhne ich mir nicht nach zwei „abweichenden“ Meinungen an.
    Und nochmal: „Aus Drogengeschäften“, ja. Nur: Das ist so kriminell wie Geld bei der Deutschen Bank zu holen. Da weißte auch, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit irgendwas nicht mit stimmt. Aber um da was zu machen, musste nachweisen, wer wann wo was genau getan hat. Alles was ich weiß, ist, dass mein Fahrgast „Drogengeld“ gesagt hat. Schön. Ist so hilfreich wie das Wort „Pizzabelag“. Insbesondere da Menschen viel reden, wenn der Tag lang ist.

  19. the passenger sagt:

    Hm, ist ein schwieriges Thema. Ich kann irgendwo beide Seiten verstehen. „dingens“ hat meines Erachtens nicht unrecht, wenn er/sie meint, dass das Geld eigentlich zur Drogenhilfe sollte. Moralisch richtig wär’s auf alle Fälle. Wobei ich ganz ehrlich zugebe, nicht zu wissen, ob ich bei unerwarteten 100 € so viel moralische Größe hätte. Insofern – keinerlei Vorwurf meinerseits an Sash, wenn er das Geld behält.

    Kurz äußern möchte ich mich noch zum Thema „Gefängnis“ bzw. „so dreckig sollte es Menschen nicht gehen müssen“ –
    Ja, auch ich habe Mitleid mit dem Fahrgast. Dennoch sehe ich in solchen Fällen auch die andere Seite. Grade beim Thema Drogen. Ich hab keine Ahnung, was der hier beschriebene Typ vertickt hat, aber wenn’s die harten Sachen waren, kleben an seiner Geschichte sicherlich ’ne Menge andere traurige Schicksale, die irgendwann einmal anders geplant waren. Dealer haben bei mir nicht wirklich viele Sympathiepunkte und auch, wenn ich ihm bei der Neuordnung seines Lebens alles Gute wünsche, finde ich es dennoch irgendwie okay, dass er sich für die Scheiße, die er gebaut hat, nun auch verantworten muss. Dass es ihm so dreckig geht, ist vermutlich ganz allein seine Schuld. Hätte er darüber vorher nachgedacht, wäre ihm einiges erspart geblieben – und seinen „Kunden“ gewiss auch.

  20. dingens sagt:

    @Sash: Das ist natürlich wirklich übelste Meckerei von mir, dass ich die juristische Situation anders einschätze und einen Kompromissvorschlag gemacht habe, bei dem du auf 50 Euro (FÜNFZIG EURO!!!!) verzichten müsstest und der irgendwo zwischen Legalität und Moral liegt.
    Die Motivation für deine Unterstellung mir gegenüber ist wohl „Angst um die Kohle“.
    Kann gar nicht sein dass jemand dein Eigentumsrecht an der Kohle anzweifelt. Das muss sich dann um substanzlose Meckerei handeln!
    Du machst dir die Welt, widdewidde wie sie dir gefällt.

    BTW: Erstbester Fund von mir:
    http://gestern-nacht-im-taxi.de/wordpress/2016/03/27/orr-leben-echt-jetzt/
    Meine Fresse, ich bin aber auch ein übler Meckerer!

    Und jetzt behalt halt die Kohle, red dir ein dass das so in Ordnung geht und nur Meckerer andere moralische Massstäbe haben können.

  21. Jens sagt:

    @Sash:
    Aus Deinem Privatkonflikt mit dingens halt‘ ich mich mal raus – einerseits geht’s mich nichts, und selbst wenn, würde mir der Kontext fehlen – aber ich gab‘ mal zu, dass mir auch als erstes der Gedanke einer Spende kam. Ähnlich wie beim Kurierfahrer aber eher in der Form „Was würde ich da tun?“ Wie Du das handhabst, ist Deine Sache, und da maße ich mir weder Urteils- noch Weisungskompetenz an.

    @dingens:
    Dein Reden vom „Jammern auf hohem Niveau“ geht aber m.E. auch am Kern vorbei. Gerade jung und frisch verliebt kannst Du beides abhaken – nach 7 Jahren Knast ist’s mit der Jugend nicht mehr soweit her, und ob die frische Liebe diese Zeit übersteht, ist auch mehr als fraglich.

    Ich finde das Aufrechnen von Schuld oder Leid eh immer fragwürdig, und wenn wir nicht genau wissen, wofür er verurteilt würde, ist es erst recht sinnlos. Klar ist aber: Wenn jemand, der anscheinend ernsthaft dabei ist, sein Leben ind en Griff zu bekommen, für den Mist, den er zuvor gebaut hat, in den Knast wandert, hat das für mich immer ein tragisches Element. Einfach weil Gefängnis nicht die Rache der Gesellschaft am Missetäter sein soll, sondern auch und gerade der Resozialisierung dienen soll. Und da iiegt dann eben durchaus mal eine bittere Ironie darin, wenn die Strafe am Ende genau dieser Resozialisierung m Weg steht. Darum gibt’s ja auch die Möglichkeit, Strafen zur Bewährung auszusetzen.

    Warum das in diesem Fall nicht gemacht wurde, weiß ich natürlich nicht; gut möglich, dass der Richter nachvollziehbare Gründe hatte. Vielleicht war die Tat so krass, vielleicht war sie ein Verstoß gegen bestehende Bewährungsauflagen, usw. Das kann man ohne Kenntnis der Einzelheiten des Falles nicht beurteilen; aber genauso wenig halte ich es für legitim, ohne dieses Wissen einfach mal ein „der soll nicht rumjammern, selber schuld Strafe muss sein“ rauszuhauen.

  22. hafensonne sagt:

    „Das ist so kriminell wie Geld bei der Deutschen Bank zu holen.“

    Nein. Geld bei der Deutschen Bank zu holen ist vielleicht moralisch verwerflich, aber nicht strafbar (gilt auch für die meisten anderen Banken).

    Geld, das nachweislich, im vorliegenden Fall durch Einräumung durch den Übergeber, aus kriminellen Geschäften stammt, ist Schwarzgeld, das durch Wiedereinbringen in den Wirtschaftskreislauf „gewaschen“ wird. Und das IST strafbar und kriminell.

    Dieses Geld an die Drogenhilfe zu „spenden“ (natürlich ist es keine echte Spende) wäre dann schon wieder kurios.

    Und um Deiner Gegenfrage zuvorzukommen: Nein, ich hätte es nicht angenommen, und wenn es wie in Deinem Fall einfach im Taxi bleibt und der Typ verschwindet, wäre ich damit tatsächlich zur Polizei gegangen. Genauso, wie ich keine Steuern hinterziehe und – häufig mit sehr lustigen Reaktionen der Kassierer – versehentlich nicht bezahlte Artikel nachträglich noch bezahlen gehe (Kasten Wasser übersehen o.ä.).

    Eigentlich überrascht mich Deine Einstellung, ich hätte Dich – von Ferne und unbekannterweise – anders eingeschätzt. Auch Dein Mitleid mit dem armen Kerl, der ja nun wirklich, wie andere hier schon anmerkten, auf vergleichsweise hohem Niveau jammert, überrascht mich. Genau für solche Typen wird man den Knast auch in Zukunft brauchen, auch wenn ich selbst diesbezüglich auch kritisch bin, sonst merken die das nicht! Mit Drogen Leute kaputtmachen, mit Kriminalität Familien kaputtmachen, andere in den Knast bringen, und wenn man dann selbst wieder von vorne anfangen will, was die anderen längst nicht mehr können, dann wird man erwischt und jammert Taxifahrer voll. Gehts noch, echt.

  23. Der Banker sagt:

    Ich sags mal so: so aus der „Ferne“, also hier vor dem Monitor, habe ich mit dem Typen auch null Mitleid. Eher empfinde ich es richtig, dass er jetzt so richtig am Ar*** ist und erkennt, was er angestellt hat und dabei ist, sich zu stellen.
    Allerdings bin ich nicht dabeigewesen, und ich bin selbst zweifellos empathisch veranlagt. Hätte ich ihn vor mir gehabt, würde ich auch eine ganze Weile brauchen, um von Mitgefühl wieder auf eine eher neutrale Position zu kommen.

    (Und fragt mich bitte nicht zu der Geldwäsche-Sache. Ich werde zwar regelmäßig geschult, aber meine Firma hat mit dem unbaren Transport von Geldbeträgen zu tun, und darauf zielt auch die Schulung ab. Hier wurde aber mit einem Teil eine vergleichsweise geringfügige Leistung bezahlt, und der andere ohne reelle Gegenleistung weggeschenkt.)

    Ziemlicher Unfug ist allerdings, zu behaupten, es sei kriminell, Geld bei irgendeiner Bank zu holen. Die Nullen und Einsen auf dem eigenen Konto kommen von demjenigen, der sie dorthin überwiesen hat. Ob dieser jemand „sauber“ ist, entscheidet darüber, was das für Geld ist. (Wobei es ja in meinem Fall eine Bank ist *lach*)
    Die Geldscheine selbst kommen vom beauftragten Sub, der die Ausgabeautomaten befüllt, falls es nicht unmittelbar z.B. die Tageseinnahmen eines umliegenden Ladens waren. Davon ab sind sie lediglich eine Urkunde über den Wert, die diesen Wert transportiert – aber der Wert selbst ist der illegale Teil.
    Man müsste also schon von dem illegalen Geldstrom unmittelbar was abbekommen.

  24. Sash sagt:

    @the passenger:
    Das finde ich nachvollziehbar.
    Und weißt Du: Ich find spenden an sich eine tolle Sache, aber MsTaxi hat da schon einen guten Punkt angesprochen: In unserem Job ist es üblich, Trinkgeld zu kriegen. So viel natürlich nur sehr sehr sehr selten und noch seltener von Leuten, die offensichtlich irgendwie Dreck am Stecken haben. Aber Zweifel existieren verdammt oft. Was ist mit zwei Kindern, die über 500 € dabei haben? Was war wirklich dran an dem Streit, den ein Fahrgast mit dem Türsteher hatte?

    @dingens:
    Der Tonfall macht’s nicht glaubwürdiger. 😉
    Und das mit der „Angst um die Kohle“ … wer redet sich hier irgendwas ein? Mein Gott, der Kerl hat mir keine 500.000 € vermacht und mir gesagt, dass er die von seiner ermordeten Schwiegermutter geklaut hat. Ja, ich finde den Vorschlag absurd, mir jetzt nach diesem – für mich – unerwarteten Glücksfall auch noch zusätzlichen Stress zu machen oder das Geld zu verschenken. Und das obwohl Leute im Internet das moralisch besser finden, na sowas aber auch!

    @hafensonne:
    Und dann liegt das Geld zusammen mit einer Aussage, die mich alles in allem 2 Stunden Arbeitszeit gekostet hat und besagt, dass mir irgendso ein Typ das Wort „Drogengeld“ zugeraunt hat, in einer Asservatenkammer und wird erst im Jahre 2287 von Polizeiarchäologen wiederentdeckt. Darauf würde es doch vermutlich rauslaufen, oder? Wär das alles konkreter gewesen oder der Betrag höher, dann hätte meine Reaktion vermutlich auch anders ausgesehen. Klar, ist eine Einstellungssache, und da finde ich Pragmatismus im vorliegenden Fall echt noch vertretbar. Und ich bezahle meine Einkäufe auch und weise dabei ggf. auf Fehler hin, ganz so schlimm isses um mich also auch nicht bestellt. 😀

  25. Sash sagt:

    @Der Banker:
    Ach komm, die Ironie meiner Aussage wird dir doch nicht entgangen sein, eingedenk all der Medienberichte über die Deutsche Bank dieser Tage. 😉
    Und schade, dass Du bezüglich der Geldwäsche keine tiefergehenden Infos hast, das hätte mich gefreut.

  26. the passenger sagt:

    Sah – wie gesagt, von mir keinerlei Vorwurf diesbezüglich! Natürlich kannst Du nicht wirklich nachvollziehen, woher das Geld kommt und oft genug hast Du ja auch das Nachsehen, wenn es um die lieben Finanzen der Fahrgäste geht. Ich gönn es Dir, dass Du dieses Mal Glück gehabt hast. Ehrlich.

  27. Ich kenn jetzt die genauen Statistiken nicht, aber hat Sash nicht auch schon hier und da auf sein verdientes Geld verzichtet? Stichwort „Demenz“ und ähnliche Krankheiten. Allein dafür, hat er sich das verdient. Ich hätte das gar nicht so ausführlich gebloggt, sondern mich einfach darüber gefreut, dass aus dem Karmaguthaben jetzt mal Bares wird.

  28. the passenger sagt:

    @Jens – Volle Zustimmung!

  29. Der Banker sagt:

    Ich kann nur mit meinen eigenen Gedanken darüber dienen – aber ohne Gewähr.

    Geldwäsche ist zwar dazu da, das Geld in Umlauf zu bringen, aber der Waschende will ja auch was davon haben. Er will zwar die Herkunft verschleiern, es aber doch (zumindest teilweise) behalten.
    Dir hundert Eusen für nix zu schenken entspricht dem schon mal gar nicht. Das Geld könnte IMHO bestenfalls beschlagnahmt werden, wenn es aus einer Straftat stammt, um den Geschädigten zu entschädigen.
    Wenn der Dealer sich ne Packung Zigaretten kauft, n Döner oder ne Taxifahrt – nun, ich denke, das sind Peanuts. Da geht es IMHO so mehr um das Gros von dem Geld, dass der das nicht bündelweise irgendwo umtauscht oder einzahlt.

  30. mirs sagt:

    Was sich hier so viele als moralisch höherwertige Instanz aufspielen.

    Auch ich sage Bescheid wenn sich der/die Kassierer_in beim Wechselgelt zu meinen Gunsten vertan hat, aber mit dem Geld zur Polizei zu gehen.

    Ich kann Euch sagen was die gemacht hätte. Gefragt ob er eine Fundsache melden will. Da sich der „Verlierer“ wohl aus bekannten Gründen nicht gemeldet hätte wäre das Geld dann sowieso an Sash gefallen.

    Thematik Spende: Wenn das Geld wirklich schmutzig ist macht es die Spende auch nicht besser. Moralisch genauso verwerflich wie es zu verbrennen, dem nächstbesten Obdachlosem zu geben der sich damit totsäuft oder eben selber in Zigaretten und Bier investieren, dann führt es Sash auch dem Kreislauf und zumindest zu mindestens 19% dem Staat zu.

    Wenn ich das richtig sehe hat der Kunde das Geld nicht mit den Worten übergeben, hier die letzten Scheine vom Koksverkauf heute.

    Keiner weiß wirklich wo das Geld her ist und nur Sozialpädagogen mit Geltungsbedürfnis und falsch verstandenem Gerechtigkeitssinn fangen hier an zu flamen.

  31. Ernsthaft?
    Ich habe mit den Typen rein aus der Schilderung heraus auch kein Mitleid. Hat Unsinn gemacht, bekommt Strafe. Gehört sich so.

    Aber wenn ich selbst in der Situation wäre und der Typ bei mir Rotz und Wasser geheult hätte, während wir in einem winzigen Auto eingesperrt waren und es für keinen von uns ein schnelles Entkommen möglich war? Doch, da hätte ich Mitleid gehabt. Einfach weil es dem Kerl dreckig ging – vollkommen unabhängig von seinen Gründen.

    Zudem: nach Sashs Schilderung war der Kerl auch noch reuig. Das mag seine Vergehen nicht nichtig machen – zeigt aber, dass er ein wenig Empathie verdient hat.

    Was die 100€ – oder eigentlich sogar 120€, denn auch die Fahrt wurde aus dem Sack bezahlt – angeht:
    Hätte der Typ den ganzen Sack da gelassen – nach seiner Äußerung – ja, dann wäre ich damit auch zur Polizei.
    Aber Hand aufs Herz: 100€ sind nicht viel, wenn man an die Größenordnungen normaler Geldwäschen denkt. 100€sind dann Peanuts. Zumal der Kerl – wie der Banker bereits schrieb – davon nichts hatte. Hätte Kerl Sash nun gebeten das Geld zu wechseln – DANN wäre es Geldwäsche gewesen.

    So hast Sash einfach nur Geld bekommen, dessen Herkunft nicht allzu klar war. Wer sagt denn, dass Kerl nicht gelogen hat? Vielleicht waren das auch legal erworbene Scheine?

    Was Sash dann mit seinem Trinkgeld macht, ist dabei ganz allein Sashs Sache. Ich behaupte einfach mal, dass 100€für ihn nicht wenig Geld sind (für mich wäre es so) – ob er es spendet oder nicht: seine Sache. Es mag Leute geben, die es lieber gespendet hätten – und das ist vollkommen okay! – aber das anderen „aufzwingen“ zu wollen… wäre so, als würde man einen Inkassoangestellten sagen, er solle sein Gehalt spenden, weil er sich das Geld durch das Leid Anderer verdient hat.

    @Sash:

    Ich hätte das Geld auch behalten. Vielleicht mit Bauchkrummeln. Vielleicht hätte ich mir auch schnell was davon gegönnt und so das Geld wieder in die Wirtschaft einfließen zu lassen… ganz vielleicht hätte ich doch gespendet (allerdings an irgendwas mit Tieren anstelle der Drogenhilfe 😉 )… aber das ist ja deine Sache.
    Und nu bin ich aber neugierig, WAS der Kerl nun gemacht hat. 😀

  32. Andy sagt:

    So sehr es mir auch widerstrebt, aber ich möchte drauf hinweisen das dingens im Prinzip Recht hat. Er hat einen unangenehmen Ton am Leib aber in der Sache ist es richtig.

    Die deutsche Gesetzgebung in Sachen Schwarzgeld und Geldwäsche ist extrem absurd und daher machen sich Tausende Deutsche jeden Tag strafbar, wissentlich und unwissentlich.

    Fischer im Recht zu dieser absonderlichen Gesetzgebung mal eine gute Kolumne verfasst: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-10/geldwaesche-fischer-im-recht

    Ich würd die Kohle natürlich auch behalten. Denn man sollte nie päpstlicher als der Papst sein, und man DARF nicht jedes deutsche Gesetz aufs i-Tüpfelchen befolgen. Damit ist niemanden geholfen.

    Im Übrigen – sei froh das Du kein Therapeut bist. 400 Euro Stundenlohn bekommste da nie im Leben… 😉

  33. Andy sagt:

    Ach, ich vergass: das logischste wäre natürlich das Retournieres des Schwarzgeldes in die Schattenwirtschaft… Kauf Deiner Frau was zu kiffen oder so…

  34. Sash sagt:

    @the passenger:
    Danke. 🙂

    @Jens aus Tbilisi:
    😀
    Allerdings ist die Aufrechnung auch etwas fragwürdig. 😉

    @Der Banker:
    Dass schon die Geringfügigkeit eine Sache sein könnte, dachte ich mir. Und die fehlende Gegenleistung spielt sicher auch eine gewisse Rolle. Aber vermutlich eher für ihn als für mich. Ich find’s ja auch einfach eine interessante Fragestellung, eigentlich aus allen Perspektiven.

    @mirs:
    *sign*

    @Die Unsoziale:
    Wenn ich das mal wüsste. Ich hab wie gesagt nicht alles geschrieben, was er gesagt hat und hab vielleicht einen Ansatzpunkt mehr und der macht’s nicht besser. Aber ich halte nunmal sehr viel von der Idee, beim Justitzsystem nichtauf Vergeltung zu setzen, sondern auf Resozialisierung. Inwiefern er wirklich „fälschlich“ eine hohe Strafe zu erwarten hat: Keine Ahnung. Auch nicht nach dieser Viertelstunde Reue.
    Die 100€ sind für mich im Alltag viel Geld, immerhin das Rekordtrinkgeld in 8 Jahren Taxifahren, andererseits aber auf mein Leben an sich bezogen egal. Natürlich wäre Spenden eine Idee, aber warum? Ich meine, selbst wenn der Typ vielleicht ein Arschloch war: Er hat’s mir gegeben, weil es ihm egal war und ich ihm zugehört habe. Dafür war’s viel und er hat eingestanden, es nicht ehrlich verdient zu haben. Gut, aber da er auch nicht wirklich spezifisch geworden ist: Halbseidene Typen fahre ich ständig, ist es da wirklich an mir, ausgerechnet beim Trinkgeld moralisch zu sein? Am Ende geht’s um die Frage, ob es einen guten Grund gibt, das Geld anders zu behandeln als anderes Trinkgeld. Und da steht nur das eine Wort „Drogengeld“ im Raum. Was zudem auch heißen könnte, dass der Typ selber druff war und in einer Fantasiewelt gelebt hat. Ich will ehrlich sein: Mir geht’s gerade trotz der Diskussion hier sehr gut mit meiner Entscheidung. Und das liegt erschreckend wenig am Gegenwert der beiden Scheinchen. 🙂

  35. Sash sagt:

    @Andy:
    Naja, aber auch Fischer sieht das ja eher als einen Witz der Rechtsprechung an. Und obwohl er ja auch nicht unumstritten ist, kann ich ihm in diesem Punkt nur zustimmen und das untermauert ja z.B. auch das, was MsTaxi weiter oben geschrieben hat und ich mit meiner Frage nach der Unheimlichkeit der Schweigsamen auch impliziert habe: Wir wissen in aller Regel nix über das Geld, das wir täglich erhalten, aber nur weil jetzt mal ein Kunde „Drogengeld“ nebulös in den Raum geworfen hat, muss ich mir Gedanken machen, wie illegal oder unmoralisch mein Verhalten ist?

  36. Andy sagt:

    Nee, das wollte ich mit dem Link nicht sagen.

    Und ich wollte auch nicht implizieren das Fischer das gut findet oder dafür argumentiert es so zu lassen.

    Ich wollte nur drauf hinweisen das die Rechtslage tatsächlich so bekloppt ist wie Dingens sagte. Und habe dann auch gleich den Juristen zitiert um zu erklären das es Unfug ist, aber leider geltendes Recht.

    Und Fischer mag umstrittenen sein, aber er hat eigentlcih IMO immer Recht bzw verdammt gute Argumente für seine Sichtweise der Dinge, auch wenn diese dem Zeitgeist zuwider läuft…

  37. Sash sagt:

    @Andy:
    Naja, aber wenn die Rechtslage so bekloppt ist, dass sie eigentlich jeder verletzen kann: Was sagt das dann über den oben geschilderten Einzelfall aus?

  38. Andy sagt:

    Es sagt aus das es ohne jeden Zweifel richtig ist die Kohle sorglos einzustecken. Wenn Du Fischers Ausführungen zu Grunde legst steckst du wahrscheinlich bei 80% aller Nachtschichtfahrten Kohle ein die nach dem deutschen Recht als problematisch gilt.

    Daher schrieb ich ja auch: „Ich würd die Kohle natürlich auch behalten. Denn man sollte nie päpstlicher als der Papst sein, und man DARF nicht jedes deutsche Gesetz aufs i-Tüpfelchen befolgen.“

    Daher auch mein mein Tipp… Die Kohle in die Schattenwirtschaft re-investieren. Einer der wenigen Zweige der deutschen Industrie in der noch weitgehend „ehrlich“ (wenn auch nicht legal) gewirtschaftet wird.

  39. Klaus W. Bizerba sagt:

    Thomas Fischer (-im Recht ) und Sascha Bors ( Gestern-Nacht-im Taxi) :

    Die Ähnlichkeit besteht in der Körpermasse und in der Originalität der Blogs.

  40. Der Banker sagt:

    Andy sagte: „Die deutsche Gesetzgebung in Sachen Schwarzgeld und Geldwäsche ist extrem absurd und daher machen sich Tausende Deutsche jeden Tag strafbar, wissentlich und unwissentlich.“

    Das ist sie. Man *könnte* eigentlich alles bestrafen.
    Ich sag eigentlich fast: besser so als anders herum. Wenns wirklich mal angebracht ist, kann man auch bis ins Detail gehen und muss nicht irgendwo am Ende einen Geldwäscher laufen lassen, der es schafft, das Gesetz regelmäßig zu unterlaufen. Und ich sag euch: die suchen sich schon ihre Lücken!
    Gleichzeitig wird aber der ganze Kleinkram, den wir hier so als „Peanuts“ bezeichnen, wegen Geringfügigkeit gar nicht erst verfolgt.

    Vergleichbares Beispiel: in den AGB der BVG steht, dass Besoffene nicht mit ihren Bussen und Bahnen fahren dürfen. Das kommt aber in der Regel überhaupt nicht zur Anwendung – erst, wenn einer davon stört.

  41. S2B sagt:

    Mal ein kleiner Einwurf an die ganzen Diskutanten:

    Könnte mit „Drogengeld“ nicht auch gemeint sein: „Mit dem Geld hatte ich vor, mir Drogen zu kaufen“?
    Alles Interpretationssache. Und in dem Falle wäre das Annehmen des Geldes völlig okay.

  42. Der Banker sagt:

    @S2B,
    bis zum Nachweis, dass hier wirklich Drogengeld vorliegt, gilt eh der Zweifelsfall.

  43. Andy sagt:

    >> bis zum Nachweis, dass hier wirklich Drogengeld vorliegt, gilt eh der Zweifelsfall.

    Ne, laut STGB 261 eben nicht. Dort steht es wird auch bestraft wer „leichtfertig nicht erkennt“ das der Gegenstand aus einer strafbaren Handlung stammt. Mit der Hintergrundgeschichte wäre eine Verurteilung IMO sicher. Wird aber nicht kommen, da Du natürlich richtig schreibst das solche Peanuts nicht verfolgt werden. Die Folge wäre natürlich klar – der gesamte deutsche Bargeldverkehr würde von den Füssen auf den Kopf gestellt. Also Bezahlung bei Media-Markt über 50 Euro? Nur noch mit Führungszeugnis, Schufaauskunft, Kontoauszug und Lichtbildausweis. Oder so ähnlich.

    >> Ich sag eigentlich fast: besser so als anders herum.

    …das seh ich grundheraus andersrum.

    >> Wenns wirklich mal angebracht ist, kann man auch bis ins Detail gehen und muss nicht irgendwo am Ende einen Geldwäscher laufen lassen, der es schafft, das Gesetz regelmäßig zu unterlaufen.

    Da bleibt aber die Frage: wann muss es sein? Wer entscheidet das? Der Polizeibeamte der bei einer Fahrzeugkontrolle neben dem Führerschein ein Rudel 200er sieht? Der Kundenbetreuer bei der Bank?

    Generell müssen Gesetze allgemeingültig und klar verständlich formuliert sein, damit der Normalbürger sie auch verstehen kann (-> Verbotsirrtum etc). Und sie müssen gleich gegen jeden angewendet werden. Das ist bei so einem Gesetz das „im Normalfall“, also in 99,9% aller Fälle nicht angewendet wird nicht mehr gegeben. Das ist letztlich ein Willkürparagraph den der Staatsanwalt zücken kann wenn alles andere nicht mehr hilft. Das ist aber nicht die Aufgabe der Strafgesetzgebung wie ich sie verstehe, sondern bestenfalls ein Auswuchs von Rache- oder Sühnejustiz. Das Strafgesetz hat die Aufgabe die Bevölkerung zu schützen indem es Straftäter aus dem Verkehr zieht bzw sie abschreckt. Es hat Unschuldige zu beschützen, und zwar vor den anderen und auch vor dem Staat (also vor Willkür). Eine Gesetzgebung die jeden Straftäter einbuchtet wird unweigerlich auch Unschuldige verurteilen. Daher müsste es das höchste Ziel sein diese Fehlurteile zu vermeiden und im Notfall dann damit zu leben das jemand in dubio pro reo freikommt. Wenn Leute das regelmäßig machen muss man Gesetze umschreiben. Wenn man keinen brauchbaren, konkreten und umsetzbaren Paragraphen für Geldwäsche formulieren kann muss man halt damit leben das selbst ein Bundestag der zu mehr als 50% aus Juristen besteht keine Gesetze formulieren kann.

    Aber so einen Paragraphen der im Prinzip jeden bestrafen kann der mit Bargeld hantiert einfach mal so auf Halde zu legen und nur punktuell anzuwenden ist IMO eines Rechtsstaates unwürdig.

    IMO greift man auch mit dieser Bargeldsache am falschen Ende an. Am Ende stehen immer Banken mit drin. Und wie sind nicht erpicht drauf Kunden zu verlieren und drücken gerne mal alle Augen zu. Du kommst ja auch der Branche, Dir muss ich nicht erzählen das der GWG-Beauftragte ein Feigenblatt darstellt. Ich muss Dir auch nicht erzählen das das Monitoring von großen Barzahlungen bei Juwelieren, Autohäusern usw. im Jahr bundesweit lediglich eine dreistellige Anzahl von Verdachtsmeldungen auswirft.

    Man hat da ein hart aussehendes Gesetz gestrickt das nur einem Zweck dient – es möglichst nie anzuwenden. Anders ist die Unterbesetzung des BKA in Sachen Geldwäsche nicht erklärbar, ähnlich ist es mit der Anzahl der Steuerfahnder, das ist ja eine verwandte Baustelle. Das finde ich von staatlicher Seite ausgesprochen unehrlich und bigott und damit reformnotwendig.

  44. Sylana sagt:

    Ganz ehrlich?

    Wie Du mit dem Geld umgehst, Deine Sache.

    Aber der Typ. Hat er geheult, weil er in den Knast muss? Ach ja. Is ja ein Ding. Äh. Nee. Die Konsequenz seiner Handlungen.
    Der weiß, das er sich das verdient hat.

    Man kann jetzt über den Strafvollzug und dessen Sinnhaftig- oder Sinnlosigkeit denken wie man will – und ich bin auch nicht grad ein Fan davon, doch Fakt ist ja mal: Bis man in diesem Lande tatsächlich einkassiert wird, hat der Betreffende schon etliche Straftaten auf der Liste, die mit anderen Strafen geahndet wurden. Oder es ist eben gleich ein sehr heftiges Ding.
    Mein Mitgefühl hält sich dann schon sehr in Grenzen.
    Liebe Grüße
    Sylana

  45. dingenskirchen sagt:

    @ dingens

    dein ansatz ist richtig, nur nicht zu ende gedacht. der sash möchte einfach nur gemocht werden, deswegen schreibt er überhaupt, und da stören kritische nachfragen nur. denn der sash ist sehr bedürftig, weswegen er spenden, geschenke und auch trinkgeld so sehr mag. insbesondere für geld macht der sash alles. du solltest mitleid mit ihm haben, das hat der arme sash sich redlich verdient. nur weil der sash so sehr bedürftig ist, stopft er alles unkontrolliert in sich rein und sieht so aus, wie er eben aussieht. vermutlich veröffentlicht sash deine beiträge nicht mehr, selbst wenn sie ehrlich und richtig sein sollten, und mit sicherheit wird er diesen kommentar spätestens um zwölf gelöscht haben. du musst dich also ranhalten mit dem lesen …

  46. Der Banker sagt:

    @Andy,
    ich bin Kassierer, stehe an der Front. So weit drin bin ich gar nicht, um irgendwas über den GWG-Beauftragter als „Feigenblatt“ zu wissen oder sonst irgend was. Ich mache da ungehindert meinen Job entlang meiner Vorschriften. Sollte mir ein Vorgesetzter kommen und meinen, mir etwas anderes befehlen zu wollen, ist der seinen Job los. Die Befehlskette geht zwar normal nach oben, aber es gibt auch Umwege für solche Fälle.
    Also auf meiner, der untersten Etage der Bank läuft da gar nichts.

  47. Robert sagt:

    Mir hätte der Kerl auch leid getan, wobei ich jetzt natürlich nicht weiß, inwieweit seine starken Gefühle auch durch den Konsum irgendwelchen Drogenzeugs begünstigt wurde.

    Allerdings weiß ich nicht so recht: Hier geht man nur in den Knast, wenn man so richtig was ausgefressen hat und das vielfach. Ausnahmen sind da nur harte BTM-Sachen, Vergewaltigung und so Sachen wie Banküberfälle. Alles andere wird irgendwie anders gehändelt. Schlimmstenfalls gibt es Bewährung oder Knast mit offenem Vollzug, d.h. sie müssen nur im Knast schlafen. Aber dann hast Du schon ordentlich was auf dem Kerbholz.

    Was das Trinkgeld betrifft, versuche ich immer, bei unzurechnungsfähigen nicht unsympathischen Leuten das Geld zurück zu geben. Ansonsten würde ich vorschlagen, dass sash das Geld auf das virtuelle Konto „Zahlungsausfälle“ verbucht. Der nächste Zechpreller wird nämlich so sicher wie das Amen in der Kirche kommen.

  48. Sash sagt:

    @Sylana:
    Wie gesagt: Ob er die erwartete Strafe zu Recht bekommen wird: Das kann gut sein, es klang so. Auf der menschlichen Ebene Mitleid hab ich in dem Fall trotzdem.

    @sarc:
    Da warste aber ganz schnell. 😉

    @dingenskirchen:
    Du hast vergessen, das mit meiner inzwischen bewiesenen Blindheit zu erwähnen. Wenn man nicht alles selber macht …

    @Robert:
    Das ist meine ganz große Frage: Inwieweit war der nicht vielleicht sogar einfach nur druff und an der Geschichte hat nicht einmal ein Viertel gestimmt und das war nur Verfolgungswahn? Dann wäre das ja alles nochmal ganz anders.
    Im Übrigen: Eine Nachfrage, bzw. ein „Alter, übertreib mal nicht jetzt!“ wäre ich an der Stelle auch gerne noch losgeworden, aber dazu hatte er es zu eilig. Ansonsten werde ich es genau so handhaben wie Du sagst.

  49. Fastdäne sagt:

    Moin, moin,
    schon spannend, was hier alles in das hohe Trinkgeld reininterpretiert wird. Wenn das Annehmen von Geld, das aus Straftaten stammt, verwerflich oder kriminell wäre, dann müssten wir uns bei jedem Einkauf bzw. jedem Bezahlvorgang erklären, und unsere Einkommen offenlegen, nämlich nachweisen, wo das Geld herkommt. Was ein Quatsch!
    Warum soll jetzt bei Trinkgeld etwas anderes gelten als bei jedem anderen Bezahlvorgang? Auch ich habe schon von Fahrgästen exorbitantes Trinkgeld bekommen, da lag schon der Verdacht nahe, die waren so blau, die haben es nicht wirklich realisiert, was sie taten. Moral? Ich habe das Geld eingesteckt. Schlechtes Gewissen? Nein! Es hatte allerdings Grenzen. Ein Kneipenwirt hat mir mal seine Kellnerbörse im Wagen hinterlassen, mit den Worten (vor Zeugen) „Macht doch damit was ihr wollt!“ Da waren mehrere tausend DM drin, die kompletten Tageseinnahmen des gut gehenden Restaurants am Samstagabend. Das Geld habe ich am nächsten Tag seiner Frau gebracht, die über Mittag Dienst machte. Gab dann auch ein sehr großzügiges Trinkgeld und ich hatte einen neuen Stammkunden! Der Wirt hätte nicht mehr gewusst, wo er das Geld gelassen hatte. Totaler Filmriss!

  50. DrAnubis sagt:

    Also ich habe es so verstanden das du dir für das „Drogengeld“ Drogen holen sollst. Und da es ja legal bleiben soll empfehle ich dir einfach ne Stange Zigaretten 😉

    @ Sash ist das eigentlich der Blog Eintrag mit den meisten Kommentaren?

  51. Sash sagt:

    @Fastdäne:
    Ui, da wird sich der Kerl aber gefreut haben. Sehr nice!
    Und wie ich etwas weiter oben erwähnt habe: Ich hätte das bei höheren Beträgen auch nicht anders gehandhabt.

    @DrAnubis:
    Auch eine Idee. 😉
    Und nein, das ist bei weitem nicht der Eintrag mit den meisten Kommentaren. Rekordhalter war vor Jahren mal ein Weihnachtsgewinnspiel, wo ein Kommentar als Teilnahme zählte, aber gelegentlich kommen Einträge über 100 Kommentare und der hier hat erst grob 50.

  52. Ana sagt:

    plus eins!

  53. Sash sagt:

    @Ana:
    Oh nein, jetzt geht das wieder los! /o\
    😉

  54. […] bin ich schweren Herzens weg, aber in Anbetracht der ein paar Stunden zuvor erfolgten überraschenden 100€-Zuwendung war ich mit dem Verlauf der Schicht schwer zufrieden. Das hielt noch zwei Querstraßen lang an, bis […]

  55. -thh sagt:

    Man kann an dieser Geschichte allerlei diskutieren – nicht allerdings, dass (1) die Annahme eines größeren Geldgeschenks aus einer Plastiktüte (!), das als Drogengeld (!) bezeichnet wird, von jemandem, der erklärt, er müsse sich stellen und rechne mit einer jahrelangen Haftstrafe (!), eine Straftat nach § 261 StGB ist, und dass (2) es jedenfalls nicht besonders sinnvoll erscheint, sich dazu in einem Blog zu bekennen.

    @Fastdäne: Bei Trinkgeld gilt nichts anderes als bei anderen Bezahlvorgängen. Wenn derjenige weiß oder billigend in Kauf nimmt, dass das Geld aus einer Katalogtat des § 261 StGB stammt, oder wenn sich dies aufdrängt („leichtfertig“), macht er sich strafbar; Ausnahmen gelten nur für Strafverteidiger. Das bedeutet natürlich nicht, dass man sich bei jedem Bezahlvorgang ausweisen oder erklären müsse. Wenn solche Umstände wie hier geschildert hinzukommen, bedarf es aber tatsächlich keiner weiteren Diskussion mehr. Es hilft dann übrigens nichts, hinterher „Fischer im Recht“ zu zitieren (der manchmal offenbar mehr in selbigem fischt als es hat – Recht, meine ich jetzt) oder sich auf Allgemeinplätze wie „das geht doch gar nicht“ zurückzuziehen. Den Ärger hat man trotzdem.

  56. dingens sagt:

    @sash: Mein Tonfall machts vielleicht nicht glaubwürdiger ….deine Mecker-Unterstellung ist aber auch kein Gegenargument.
    Ich hab mit dem Typen halt nur sehr begrenztes Mítleid und ich schätze die Geldannahme moralisch und juristisch halt anders ein, auch wenn ich dir das Geld grundsätzlich gönnen würde.
    Warum du so einen Kommentator dann als ständigen Meckerer darstellen musst: Ich weiß es nicht!
    Ich hab ja schon zwei Vermutungen in den Raum gestellt: Einfach nur falsche Wahrnehmung deinerseits oder du musst mich so diffamieren weil ich mit meinem Kommentar dann doch deine selbstgezimmerte „Kann ich problemlos behalten“-Moral ins Wanken gebracht habe.
    Oder was sollte das?

  57. ThorstenV sagt:

    @-thh 6. Oktober 2016 um 07:45 „Man kann an dieser Geschichte allerlei diskutieren – nicht allerdings, dass (1) die Annahme eines größeren Geldgeschenks aus einer Plastiktüte (!), das als Drogengeld (!) bezeichnet wird, von jemandem, der erklärt, er müsse sich stellen und rechne mit einer jahrelangen Haftstrafe (!), eine Straftat nach § 261 StGB ist, ..“

    Nun, da bin ich anderer Meinung. Welcher Tatbestand aus 261 soll hier überhaupt erfüllt sein? Insb. sind weder Plastiktüten für jeden leicht zu beschaffen und jeder kann einen Fuffi als Drogengeld bezeichnen.

  58. Korinthenproduktionsüberwachung sagt:

    @-tth:

    Diskussion bzw. Verfahren: Wird eingestellt wegen Peanut-Geringfügigkeit..

    Heute in den Zeitungen:

    BAFIN ahndet Zehn-Milliarden- Geldwäsche -Hilfe der Deutschen Bank für Russland nicht , nicht, nicht ,nicht..

    Und übrigens:

    Wer sagt eigentlich dass, es sich bei GESTERN-NACHT-IM-TAXI immer und immer nur ausschließlich um Tatsachen handelt? Sash ist schließlich Autor, Schriftsteller und kann also die Wahrheiten die er so erlebt auch verdichten, ändern aufplustern, abplustern und so weiter…

    Fact und Fiction wird so vielleicht auch mal zu FACTION. Das ist’n anerkanntes Genre , mittlerweile, seit Truman Capote.

  59. Daniel sagt:

    Erstmal, krasse Geschichte und schön, dass Du sie mit uns geteilt hast.

    Eins ist für mich völlig klar, ich hätte auch überhaupt keine Skrupel das Geld anzunehmen. Ich finde es einen völlig hirnverbrannten Gedanken, dass man Geld nicht annehmen sollte, weil es möglicherweise aus einem illegalen Geschäft stammt. Sash hat eine Dienstleistung geliefert und ist dafür bezahlt worden. Die Quelle des Geldes kann nicht von Belang dafür, ob er es annehmen darf oder nicht. Diese Sichtweise wäre ja sonst geradezu eine Motivation zur Geldwäsche, dass man Geld erst durch irgendwelche Scheintransfers „reinwaschen“ muss.

    Ich finde es sowieso schon fragwürdig, dem Verkauf eines sehr nachgefragten Produktes den Stempel der Illegalität aufzudrücken, aber wenn, dann ist doch der Verkauf der Drogen die Straftat und das reicht dann auch.

    Nach der Geschichte mit dem vollgekotzten Auto am Schichtende würde ich dann sowieso sagen, dass man das Geld jetzt eh als angemessene Entschädigung dafür ansehen kann. 😉

  60. MsTaxi sagt:

    @Dingens

    Für Sash kann ich es nicht beantworten, für meine Person schon. Mir bist du seit dem 20. Januar 2013 als Mitkommentator hier in bemerkenswert unangenehmer Erinnerung. In meinen Augen hast du da bewiesen, dass du dich vorzugsweise auf einen hypothetischen Aspekt einer Diskussion einschießt, diesen dann verteidigst bis zum Geht nicht mehr und das Ganze dann gerne als Ausgewogenheit gesehen haben möchtest. Ich zucke da mittlerweile innerlich mit den Schultern und nehm es halt hin. Ist ein kleiner Teil dss Universums, der mich da irritiert, so what.

    Zur Illustration würde ich empfehlen, dass die anderen Mitleser sich Sashs Post über die Taxifahrerin, die gekündigt wurde, weil sie sich sexuell nicht belästigen lassen wollte, inklusive aller Kommentare durchlesen und ein Augenmerk darauf legen, ob sie für Dingens Standpunkt in der Originalvorlage irgendeinen Hinweis finden. Und: Ja, ich habe es extra nochmal nachgeschlagen, um jedem die Möglichkeit zu geben, sich selbst eine Meinung bilden zu können. Aber auch, weil mir bis heute die Hanebüchenheit (gibt es dieses Wort oder ist das ein sponatner Neologismus *grübel*) eindrücklich in Erinnerung blieb.

  61. Sash sagt:

    @-thh:
    So ganz unstrittig scheint das irgendwie ja aber doch nicht zu sein, oder?
    Und man läuft gelegentlich Gefahr, Fehler zu machen, wenn man offen und öffentlich schreibt. So sehe ich das hier auch. Und obwohl ich natürlich kein Interesse an einem Verfahren hab: Ich schätze, irgendwas um die 90% meiner Kollegen hätten’s genauso gehandhabt, da isses im Zweifelsfall ein etwas teurerer Erkenntnisgewinn und hätte damit auch wieder einen Nutzen.

    @dingens:
    Ein Mecker-Vorwurf ist an sich auch kein Argument. Aber es liegt auch nicht in meinem Interesse, jetzt nochmal deine Kommentare rauszusuchen und komplett aufzurollen, wo ich jetzt genau was nicht in Ordnung fand. Zumal ich Dich ja gegenreden lasse.
    Du bist nicht der einzige Kommentator hier, natürlich ist meine Einschätzung von Euch weit weniger detailliert als umgekehrt und da bleibt ein Einsortieren in Schubladen nicht aus. Und immerhin nicht wegen eines Kommentars, das nur mal so. Hier stehen noch viele Kommentare von erst spät geblockten Leuten, die ich heute gar nicht mehr freischalten würde. Und sorry, Du hast es mit ein paar wenigen auf die Liste derer gebracht, bei denen ich erst einmal aufsehe. Und ja, das hat abgesehen von Tonfall oder Zahl der genervten Mitkommentierer auch was mit der vertretenen Meinung zu tun? Woran wohl versuche ich, Leute einzuschätzen?
    Nach 3.000 Texten hier als letzten argumentativen Notanker vorgeworfen zu bekommen, mir ging’s bei der Story oben ja nur darum, auch ja alles von den 100 € zu behalten; sorry, das ist Troll-Verhalten. Ich hätte in den letzten acht Jahren tausende Euro an Umwegen, durch Fahrtenklau oder das Einstecken teurer Fundsachen machen können, nur mal so als Denkanstoß. Aber ja, die überwiegende Anzahl dieser Artikel blieben z.B. von Dir unkommentiert, während Du bei ein paar kontroverseren Sachen gerne die Gegenposition eingenommen hast. Das ist natürlich legitim, die Kommentarspalte ist offen und mir geht’s nicht drum, dass mir von allen die Stiefel geleckt werden. Aber ja: Mir sind Menschen deutlich sympathischer, die sich die Mühe des Kommentierens auch für ein Danke machen. Dir scheint Zustimmung ja auch lieber zu sein als „Diffamierung“. Und lies die Spalte hier doch mal durch! Eine Menge Gegenstimmen. Und obwohl ich meine Meinung bisher nicht geändert habe: Mit wem führe ich die für beide Seiten nervige Diskussion?
    Es ist scheiße schwierig, nicht Gott und die Welt zu sperren und trotzdem die Kommentare offen zu halten und am Ende sogar hier und da Lob dafür zu kriegen, dass es hier nicht aussieht wie unter Artikeln bei bild.de. Wenn Du dich zu Unrecht angegriffen fühlst: Sorry, da bin ich wie beim Schreiben über Trinkgelder aus dem Drogenbeutel ehrlich. An meiner Einschätzung änderst Du jedenfalls nichts, indem Du dich beschwerst. Das passt zu sehr ins Muster, sorry. 😉
    Sachlichere Formulierungen und weniger Konzentration auf Dinge, die dich ärgern, wäre hingegen eine Möglichkeit.
    Und vielleicht sind wir einfach zu unterschiedlich und giften uns einfach weiter an und irgendwann gehst entweder Du weg oder ich blocke dich. Muss meinetwegen nicht sein, aber wie ich eingangs erwähnte: Ihr seid ’ne Menge Leute und ich hab das Kommentarfeld als ganzes zu managen, nicht das Wohlbefinden einzelner.

    @Daniel:
    Danke! 😀

    @MsTaxi:
    Danke für die Rückendeckung, aber ich will an der Stelle keine Diskussion über einzelne Kommentare aufmachen, ok?

  62. Jens aus Tiflis sagt:

    Ich versteh das „dingens“-bashing hier nicht. Er hat seine eigene Meinung und vertritt sie halt.
    Er schreibt gut lesbar und für mich zumindest nachvollziehbar auch mal eine andere Sicht anzunehmen.
    Sowohl hier, als auch bei der gekündigten Taxifahrerin und jetzt ist er ein Nörgler?
    Wie soll eine Diskussion denn stattfinden, wenn alle der gleichen Meinung sind?

  63. Sash sagt:

    @Jens aus Tiflis:
    Die Meinung teilt dingens mit einigen anderen hier, das ist schon ok. Wirklich. Aber wie ich in den Kommentaren an ihn geschrieben hab: Er ist eher der Typ, der sich nur dann einmischt, wenn er mal etwas Gegenwind kriegen kann – und wenn es dann so läuft, isses auch wieder nicht ok. Darauf hat sich meine Kritik bezogen. MsTaxi ihrerseits hat dazu noch ein Beispiel gebracht, soweit fertig. Das „Bashing“ ist nicht weniger sachorientiert als die Aussagen von dingens, würde ich an der Stelle sagen.

  64. ThorstenV sagt:

    „So ganz unstrittig scheint das irgendwie ja aber doch nicht zu sein, oder?“

    Der Gesetzeszweck ist, den Drogenhandel zu behindern. Wie der erreicht werden könnte, wenn man jeden, der Geld eines mutmaßlichen Drogenhändlers nimmt als Geldwäscher einordnet erschließt sich nicht. Es stört zwar den Drogenhändler, wenn er plötzlich nix mehr beim Bäcker kaufen kann, aber für allg. Bestrafung ist das Gericht zuständig.

  65. dingens sagt:

    @MsTaxi: Kein einziges konkretes Beispiel? Nicht eins?
    Und mir fehlt auch eine klare Aussage zum aktuellen Fall.
    Sag doch einfach mal, dass ich hier jetzt von Anfang an nur rumgemeckert habe.
    Komm. mach mal. Nur damit alle sehen können wie deine Massstäbe aussehen.

  66. obscurum sagt:

    Ich finde Dein Verhalten echt daneben, Sash. Zuerst baust Du illegale Sitze in den Kofferraum, und dann nimmst Du voll das illegale Drogengeld an. Das geht gar nicht! Schon gar nicht in Kombination! Was für ein Vorbild bist Du für die Kinder in unserer Gesellschaft?

  67. Sash sagt:

    @obscurum:
    Hätte sich das vielleicht wieder ausgeglichen, wenn wir „den Deal“ auf den illegalen Sitzen durchgezogen hätten? 😉

  68. Sabine sagt:

    Ey Sash, mit Brille siehst du richtig intelligent aus. Stell doch mal ein Ganzkörperfoto von dir ins Netz. Vielleicht will jemand dir seine Umstandskleidung schicken. Bevor ich es vergesse: Mit den Augen musst du aufpassen: Zucker geht auf die Netzhaut. Den „Erease-Button“ wirst du aber noch finden, oder?

  69. Sash sagt:

    @Sabine:
    Nein, Buttons mit Schreibfehlern hat derzeit keines meiner genutzten Interfaces, sorry.
    Und da ich vermute, Du hältst das ganze für einen irrsinnig subtil-komischen Kommentar, nur mal so als Feedback: Nein.

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