Wo man so drüber lacht…

Also mein Taxi ist ja unter Vollast eine recht lahme Kiste. Ich meine, mit 7 Personen liegt das Ding gelassen auf der Strasse und sogar das ein oder andere Klappergeräusch verschwindet dann. Auf Dauer ist es aber nicht nur eng für die Leute in der letzten Reihe, sondern wahrscheinlich auch ein wenig viel Belastung für die kleine Kiste.

Jetzt dürfte ich den Rekord für die Maximalbeladung gebrochen haben, vielleicht sogar die erlaubte Höchstlast. Ich konnte leider nicht so schnell nachrechnen. Am Ostbahnhof haben mich 6 ziemlich muskulöse schwarze Jungs gefragt, ob sie da alle reinpassen. Wer weiss, vielleicht eine Football-Mannschaft oder so. Das Auto war jedenfalls VOLL. In den hinteren Sitzreihen war zwischen den Seitenscheiben kein freier Zentimeter mehr und auch zwischen mir und dem sechsten Mitreisenden war nicht mehr viel Platz, ich bin ja bekanntermaßen auch nicht gerade zierlich. Waren wahrscheinlich wirklich 800 kg Mensch im Wagen.

Warum ich aber überhaupt die Hautfarbe der Jungs erwähnt habe:

Zunächst muss es schon mal recht kurios ausgesehen haben, wie ich als einziger Weißer vorne am Steuer saß, aber eigentlich ging es mir um ein Handy. Irgendwann meldete sich nämlich von hinten eines und es rief laut und deutlich aus:

„Message from the dark Side!“

Und ich hab – ganz Routine – in den Rückspiegel gesehen, und da, naja, war eben „dark side“. Habe ich irgendwie schmunzeln müssen. Die anderen haben auch angefangen zu lachen, aber ich weiss nicht genau, weswegen, ihr Englisch war dabei ein wenig zu schnell für mich…

Nummer 3

…und dann bin ich plötzlich vor dem Weekend gestanden.

Keine 10 Minuten später war ich zweiter in der Reihe wartender Kollegen, und als an den ersten eine Fünfergruppe Mädels herantrat, war auch hier mal wieder meine Stunde gekommen. Wozu hab ich denn einen Großraumwagen?

„Kennen sie das Hotel Kolumbus?“

„Das Kolumbus?“

„Landsberger Allee!“

„Ja, Werneuchener Ecke…“

„Ja ja ja! Bringen sie uns dahin? Was kostet das? Der Kollege sagt, so 14 bis 15 €. Bitte bitte! Mehr als 15 haben wir auch nicht. Bringen sie uns dahin?“

Jo, is ja gut…

Ein paar Wochenendbesucherinnen, reichlich spät dran, so um Viertel vor vier. Um 8 Uhr ist wieder aufstehen angesagt. Ich kenne die Stories ja. War eine entspannte Fahrt, ein Teil der Mädels ist gleich eingeschlafen, und als wir dann am Hotel angekommen sind, waren sie trotz ewig vieler roter Ampeln sehr zufrieden. Mit Trinkgeld war zwar nichts, aber das lernen sie auch noch. Schönen Abend, gute Nacht, tollen Aufenthalt, bis bald und tschüss!

Dann noch schnell den Sitz hinten wieder eingeklappt, und…

…dann bin ich doch schnell ins Hotel gesprintet.

„MÄDELS!“

„Äh, was?“

„Ist ja schön und super, dass wir uns so gut verstanden haben, aber eines kann ich gar nicht leiden. Und zwar, wenn man mir ins Auto kotzt, und nicht mal was sagt!“

„Aber wir haben doch nicht…“

„Ich hab den Sitz vorher das erste Mal heute hochgeklappt, und außerdem – aber schaut es euch ruhig selbst an – ist das hier noch recht, äh ja, frisch!“

Die beiden, die ich noch vor dem Fahrstuhl erwischt habe, konnten wirklich nichts dafür, und gehört hatte ich ja auch nichts. Die Freundin aus der letzten Sitzreihe dürfte aber wahrscheinlich nicht mehr so lecker ausgesehen haben. Ist mir allerdings nicht aufgefallen, weil beim Aussteigen mit 5 Leuten neben Bezahlen, Sitze verschieben und all dem Hin und Her ja auch mal was unbemerkt bleibt.

„Sollen wir das jetzt wegmachen?“

„Sollen ist eine Untertreibung. Ansonsten mach ich das natürlich mehr oder weniger gerne weg, aber das lasse ich mir gut bezahlen, das könnt ihr mir glauben!“

Obwohl die eine es (ganz witzig anzusehen) das erste Mal gemacht hat, waren keine weiteren Androhungen oder dergleichen nötig. 5 Minuten später war die Kiste wieder top in Ordnung, und die beiden durften nochmal mit einer Verwarnung schlafen gehen. Natürlich nicht ohne den Hinweis, das ihrer Freundin irgendwie heimzuzahlen. Spaß muss ja bekanntlich sein 😉

Alternative Zahlungsmittel

6 Mädels vom Matrix zu einem Hotel nach Wilmersdorf zu fahren ist eine nette Tour. Die überwiegende Kommunikation fand außerhalb meiner Sprachfähigkeiten irgendwo in der Nähe von niederländisch statt, aber das ein oder andere nette Wort in Deutsch oder Englisch hatten sie dann doch auch mal für Fahrer und Auto übrig.

Sie haben gesagt, sie wollten es möglichst billig haben, was natürlich (wie nachts eigentlich immer) kürzeste Route bedeutet. Naja, die Oberbaumbrücke war mal wieder wegen Filmdreharbeiten gesperrt, aber ansonsten ist das ja kein Problem. Am Hotel angekommen hab ich dann kurz den Preis mit den Zuschlägen verrechnet und verkündet:

„OK, here we are! And we’re at 24,20 €.“

Die Antwort gestaltete sich wie folgt:

„Puh, 24 €! And if we show you our…?“

Wenn ich es mir recht überlege: 12 auf einmal… wie konnte ich mir das nur entgehen lassen 😉

Tote Stunde

Und hier noch ein kleiner Blogeintrag für die lustige Sechsertruppe, die ich heute früh um etwa 1 Uhr zur Kulturbrauerei gefahren habe.

Die „tote Stunde“ war ab da wirklich vorbei. War der Auftakt zu einer wirklich noch gelungenen Schicht 🙂

Mit dem Trinkgeld lagt ihr übrigens auch überdurchschnittlich gut. Ich hoffe, eure siebte Person ist heil heimgekommen. Aber wie ich gesagt habe: Ihr habt es nicht wirklich geschafft, durch irgendwas übermäßig aufzufallen. Seht es mal so: Immerhin gibt es keinen Grund, dass ich mich beschwere 😉

Vielleicht sieht man sich ja mal wieder.