Antisemitismus im Taxi …

Die letzten Berichte hier aus Berlin sind nicht gerade schön. Nach dem einen öffentlichen Aufschrei verursachenden Angriff auf einen Rabbiner und nun einer Bedrohung eines Mitglieds des Zentralrates der Juden wurde die Tage offenbar auch eine jüdische Familie aus dem Taxi geschmissen, nachdem sie erklärt hatten, zur Synagoge zu wollen.

Ich bin kein Freund von Religionen und ich schließe da das Judentum mit ein. Aber das alleine ist definitiv kein Grund, jemanden aus dem Taxi zu werfen und in Anbetracht der deutschen Geschichte bleibt natürlich ohnehin ein bitterer Nachgeschmack. Ich teile dieses Mal nicht die Meinung meines sonst sehr geschätzten Kollegen Aro, dass es an der Zeit sein könnte, über eine Bewaffnung nachzudenken, sondern ich denke, dass man sich mehr darum kümmern sollte, endlich mal vernünftig miteinander umzugehen.

Leider schließen sich Vernunft und Religion aus.

„Die Krone der Schöpfung“, schon klar …

Kleine Gastgeschichte über eine unmögliche Fahrt

Hallo Sascha

Ich bin zwar erst seit kurzem Leser.
Aber habe mich schon sehr festgelesen in Deinem Stoff.
Und immer wieder stelle ich fest, wie sich doch die Gedankengänge und Sichtweisen von Taxifahrern gleichen können.

Ich bin selbstfahrender Unternehmer in Dresden, der fast ausschließlich Nachts am Werk ist.
Die meisten die mich kennen, würden mich als beknackten Vollpatienten bezeichnen, der jeden Tag doch zu motiviert seinen Dienst macht, egal welches Geschäft gerade an liegt.
Wobei es glaub ich die beste Variante ist, um für jeden Kunden die beste Laune vorrätig zu haben, in dem man immer hochmotiviert seinen Dienst beginnt und macht.

Soviel zu mir…

„Es ist schon einige Zeit her, aber schön erzählt zu werden.

Es war eine Samstag Nacht, die durch einen Promi und Medien lastigen Boxkampf recht gut rockte.
Kurz vor4, das zweite Huhn (Schwan/200) war lange zu.
Ich wollte noch soviele Fahrten machen, bis mich eine in meine HeimPostleihzahl verschlägt. (soetwas kann auch mal den Dienst um 2std verlängern).
Doch beim zurück kullern zum Veranstaltungsort, winkte es doch zarkhaft am Straßenrand.
Gestopt und eingeladen.
Eine junge Frau an die 30.
Blond, recht gut aussehend
aber sie hatte verweinte Augen.

„wo soll es den hingehen?“

„ich brauch was zum pennen“

„Also Hotel?“

„ja“

„Willst Du morgen irgendwo hin fahren, da wäre ein Hotel am Bahnhof ja sinnvoll“

„ähm ja will morgen nach Berlin, is mir egal“

Da ich den Job nun schon eine weile mache, bin ich ja weder zimperlich noch Geschäftsuntüchtig.

„Berlin???
Ich kann Dich auch glei nach Berlin fahren.. Ist in 1,5std erledigt“

„Nach Berlin fahren???
Jetzt???
Was kostet das???“

„300euro“

„okay dann überrasche ich meinen Freund glei.
Müssen wir aber an einer DeutschenBank halten.“

Gesagt getan.

Als wir dann auf der Autobahn so dahin flogen.
Wurde sie dann entspannter und fing an zu erzählen.
Was sie denn in Dresden macht.
Sie war mit ihrem Vater bei dem besagten Boxkampf.
Und nach irgendwelchen Streitigkeit und Außeinandersetzungen.
Ist sie dann da geflüchtet und spazierte schon mindestens 1std allein durch Dresden, ohne sich auch nur ein Stück auszukennen oder gar wieder zu finden.
Bis dann das Licht am Ende des Tunnels erschien,
Mein Taxilicht,
Welches ja nun das HappyEnd der Nacht bescheren sollte.

Nach viel Bla und Blub über Gott und die andere Welt, nach etwas mehr als 1std, näherten wir uns doch schnell dem Schönefelderkreuz.
„Berlin ist gleich gefunden…
In welche Ecke möchtest Du denn?“

„naja…
Eine Straße kann ich Dir nicht sagen“

„ja is ja kein Problem, jede Straße kenn ich in Berlin auch ni.
Aber sicher kannst Du mir den Weg zeigen.“

„ähm…
Ich weiß nur…
Es sind drei Haltestellen mit der Straßenbahn vom Alex aus, und an der dritten Haltestelle ist ein NettoMarkt“

Jetzt werden viele denken:
Oh Gott LottoSpiel…
Scheiße das findet der ni…
Und der Berliner Taxifahrer fährt in Gedanken jede Linie ab…

Aber
Gut das ich mal drei Jahre in Berlin gelebt hab.
Hab da sogar meinen Führerschein gemacht.
Was auch der Grund ist warum ich gern nach Berlin fahre.
Ich liebe den Berliner Verkehr.
Obwohl das für Sonntag morgen gegen um6 egal ist.
Den da ist Berlin so ruhig wie jedes andere Dorf auch.

Also runter von der Autobahn
Adlergestell
Treptower Park
Vor bei am Ostbahnhof
Zum Alex

„na da fangen wir mal an…“

(sorry fals Straßennamen nicht ganz passen)

Erster Versuch:
Linie Richtung Schönhauser Allee
Dritte Haltestelle kein NettoMarkt

Also auf Anfang

Zweiter Versuch:
Dritte Haltestelle kein Netto

Dritter Versuch:
Richtung Greifswalder
Dritte Haltestelle Netto? NEIN!!!

Und nochmal Alex

Irgendwie eine Linie Richtung Landsberger Allee
Dritte Haltestelle
JA ein Netto
Also Links rein

„jetzt muß es der Block sein nach dem Kindergarten.
Da habe ich drauf geschaut.“

Siehe da…
Da ist ein Kindergarten und dahinter der Block der muß es sein.

„ja hier, genau“

„na da geh mal klingeln“

„na muß ich mal guggen
Ich weiß 6etage, aber er wohnt bei einem Kumpel und ich weiß ni wie der heißt“

Also wir zum Klingelbrett
Zehngeschoßer
Berlin Sonntag früh um kurz nach 6
Und dann nur Russische Namen an der Klingel.
Man kann es als „Russisch Roulette“ bezeichnen

„ähm pass auf!!!
Du klingelst!!!
Ich setzt mich wieder ins Auto“

Sie hat die richtige erwischt.
Und ihr Freund hat sich echt riesig gefreut.

Aber wie heftig muß der Vater mit ihr umgesprungen sein,
Das sie völlig allein und auch planlos davon irrt.
Und am Ende auch noch Ziellos nach Berlin fährt.

Mich hat es gefreut
Es gibt nix besseres als jemanden zu helfen ob über kurz oder lang.
Und dafür belohnt zu werden.

Und so segelte ich beflügelt wieder Richtung Dresden.

Vielen Dank für die Aufnahme meiner Geschichte in Deinem Blogg.

Liebe Grüße vom Taxi Spockie aus Dresden

Kleine Umfrage zum Trinkgeld

Ich verweise zwar ohnehin immer gerne auf die Seite meiner Chefs, heute tue ich es aber mal wieder aus Gründen: Ich hab eine kleine Umfrage zum Trinkgeld-Geben dort gestartet und würde mich freuen, wenn ein paar meiner Leser daran teilnehmen.

Und Lesen und Liken dürft ihr die Artikel ruhig auch. Ich schreibe nämlich auch dort fürs Publikum und nicht nur für meine Chefs. 😉

Being a Taxiblogger

Samstag Abend.

„Entschuldigung? Touren nach außerhalb sind doch Verhandlungssache, oder?“

„Das stimmt.“

„Kommen wir mit 50 € nach Bremen?“

„Puh! Nee sorry, nicht mal ansatzweise …“

„Komm ich damit vielleicht wenigstens ins Blog?“

Also der Preis für die beste Begrüßung am Ostbahnhof geht damit erstmal vollumfänglich an Matthias.* Hätte er nicht so schnell weiter gemusst, hätte er mich noch eine Weile kopfschüttelnd grinsen sehen können … 😀

Allerdings war er nicht der erste an diesem Wochenende. Ähnlich verdutzt (oder sollte ich vaduzt schreiben?) haben mich bereits am Freitag zwei Leser mit der Bitte nach einem Foto überrascht um mir anschließend zu erklären, sie seien aus Liechtenstein. Schon der Einwohnerzahl nach müssten das die einzigen Leser von dort gewesen sein. 😉
Auf das Foto warte ich noch – vielleicht kann ich es ja dann auch mal posten.

So langsam wird es echt zur Gewohnheit, dass ich auf GNIT angesprochen werde. Ozie meinte schon, ich könne ja froh sein, dass ich tatsächlich zu allen potenziellen Kunden erst mal nett bin und mich nicht extra verstellen muss, wenn ich befürchte, auf Leser zu treffen. Nein, es ist schön, mal ein paar von euch zu sehen – auch wenn es immer wieder seltsam ist, den Kollegen zu erklären, warum irgendwelche Passanten mich jetzt gerade fotografiert haben … 😀

Und an alle, die es nicht mal eben so zu nachtschlafender Stunde nach Berlin schaffen: Ich freue mich nach wie vor auch einfach so über Leser. Insbesondere natürlich, wenn sie GNIT auch noch weiterempfehlen oder irgendwelche sonstigen total bekloppten Dinge tun. Die Wahl der Methoden überlasse ich euch.

*Jo hätte für sein „Entschuldigung, ist hier frei?“ im Billardhouse auch einen Preis verdient gehabt. Den Witz hab ich allerdings durch pures Nichtblicken versemmelt, was mich immer noch ein wenig ärgert.

Kurzstrecke bei Sarah

Mich hat diese liebe Mail erreicht:

Hallo lieber Sash,

Ich lese seit einiger Zeit in deinem Blog mit und finde ihn richtig unterhaltsam.
Ich weis nicht ob du mit meiner kurzen, dürftigen Geschichte was anfangen kannst, aber letztens beschloss auch ich (wenn man schon immer von Taxifahrten liest) mal wieder diesen Dienst in Anspruch zu nehmen.
Bei uns in Linz (Österreich) gibt es keine Kurzstrecke – jedenfalls wollte ich mir nicht die Blöße geben, nach etwas zu fragen was es höchstwarscheinlich nicht gibt – und stieg einfach ein und fuhren los. Als wir dann ein paar Minuten später am Ziel angekommen waren, stellte der Fahrer fest das er ganz vergessen hatte das Taxameter zurückzustellen, denn die 7,90 stammten noch von seiner letzten Fahrt. Mir war dann irgendwie ungut. Er meinte allerdings 4 Euro würden schon ausreichen. Ich fand das ziemlich nett und gab ihm darum 5,- geradeaus.
Letztendlich bin ich, abgesehen vom Trinkgeld, ja doch noch zu so etwas wie einem Kurzstreckentarif gefahren;)

Liebe Grüße,
Sarah

Kurzstrecke ist ein wirklich seltener Tarif bei Taxen. Ich hab zwar mal gerüchteweise gehört, in irgendeiner anderen (deutschen) Stadt gäbe es das auch noch, hab aber nie eine Bestätigung gefunden.

Ansonsten: Tja, da hast Du wohl Glück gehabt. Legal war das zwar in dem Sinne nicht – aber wenigstens kulant gelöst. Ich für meinen Teil finde das in Ordnung. Wobei sich mir die Frage stellt: 7,90 € standen schon auf der Uhr – das ist ja nun nicht eben viel. War das NACH Deiner Fahrt der Endpreis?

Sollte das nämlich so sein, dann hieße das, die Uhr wäre vorher also höchstens für die Hälfte des Betrags (und das mit Wartezeit!) gelaufen – was irgendwie den Verdacht erweckt, dass da irgendwas doch nicht ganz koscher war. Ich wäre mal interessiert an einer (Google?-)Maps-Ansicht der Fahrt in Kombination mit dem Taxitarif …

Hans Baecker ff

Dieses Wochenende hatte ich eine ziemlich außergewöhnliche Tour. Und ja: selbst für mich außergewöhnlich. Sie benötigt etwas Zeit und Platz zum Niederschreiben. Da bin ich derzeit dabei.

Am Stück wäre das ein Mords-Aufwand. Deswegen gibt es heute eine Art Eintrags-Marathon: Alle 4 Stunden haue ich einen neuen Text raus, eine Fortsetzung. Manche Leser mögen das nicht, deswegen sei hier als Service eine Warnung untergebracht:

Achtung! Die folgenden Beiträge enthalten Cliffhanger!

Derzeit weiß ich noch nicht einmal, wie viele Artikel es werden – aber vor morgen solltet ihr besser nicht reinschauen, wenn ihr alles am Stück lesen wollt!

Blogeintrag gesucht

Um Ideen für Artikel muss ich mir selten Sorgen machen. Irgendwas gibt die Kundschaft immer her. Irgendeine Dummheit beispielsweise macht jeder mal, und so wie es aussieht am liebsten in meinem Taxi. Und zusätzlich verblogge ich ja auch noch schöne und andersweitig besondere Erlebnisse und Ereignisse – wenn ich nicht gerade mal einen Monat Urlaub mache, dann findet sich immer was.

Und im Notfall mache ich mir ja Notizen.

Gelegentlich aber gerate ich da an Grenzen. Ob der Hektik geschuldet oder dem Unwillen – hier und da schreibe ich auch mal ein wenig unleserlich. Und denke mir dann, dass das ja kein Problem ist. Schließlich verblogge ich das meiste relativ zeitnah. Wenn so eine Notiz dann aber mal einen Monat rumliegt …

Naja, seht selbst. Und wenn ihr es entziffern könnt, dann fällt mir vermutlich auch wieder ein, was ich schreiben wollte.

Wirklich unglaublich unleserliches Geschreibsel

Vielleicht ist es auch nur ein Rezept meines klingonischen Arztes … Quelle: Sash