Noch ein erstes Mal

Geburtstag im Taxi.

Naja, ich hab meinen 29. Geburtstag ja dieses Jahr auch im Taxi begonnen, aber das war unspektakulär. Warum hätte ich es den Fahrgästen auf die Nase binden sollen? Wenn ich sowas wegen des Trinkgeldes in Betracht ziehen würde, dann hätte ich geschätzte 200 Tage im Jahr Geburtstag.

Naja, würde sich wahrscheinlich sogar lohnen.

Aber bereits eine Woche davor hatte ich eine kleine Gruppe im Auto, die mir in Friedrichshain vors Auto gelaufen sind. Boxhagener Kiez, wahrscheinlich Simon-Dach-Str.

Es war eine gute Tour, bis nach Charlottenburg sollte ich sie bringen, die Adresse war ein wohlbekanntes Hotel. Sehr schön, sowas.

Unterwegs dann die Frage, wie lange es dauern würde.

„Naja, ich hoffe mal, dass wir in 15 Minuten da sind. Vielleicht sogar etwas schneller? Wer weiß?“

Der Erfahrung nach spielen Zeitangaben Nachts selten eine Rolle, so lange nicht ein Bahnhof oder Flughafen das Fahrtziel ist. Aber hier…

„Oh! Naja, so zwölf Minuten wäre aber schon gut…“

„Hmm, wird eng. Wieso denn?“

„Na, wir sind auf einer Geburtstagsfeier!“

„Oh, schön. Reinfeiern also. Aber wenn sie da zwei Minuten zu spät sind, wird das keiner merken, oder?“

„Naja, sie hier ist das Geburtstagskind…“

Und so endete diese Tour mit einer angebrochenen Piccolo-Flasche, Glückwünschen von allen (inklusive Taxifahrer) und trotz der mehrminütigen Verspätung mit guter Laune. Sind die Geschichten, die man sich am ehesten merkt und irgendwann erzählt, war sicher nicht das schlimmste, was passieren konnte 🙂

Berufswahl

Ich gehöre ja zu den glücklichen Menschen, die mit ihrer Berufswahl zufrieden sind. Glücklicherweise bin ich auch nicht alleine damit. Etwas zu denken gegeben hat mir aber eine illustere Truppe, bei der eine Frau besonders herausgestochen ist.

Sie überlegte mit einer Freundin zusammen lautstark, wie denn ein Umzug nach Berlin so machbar wäre. Wohnungen sind hier bekanntlich kein großes Problem, teuer ist die Stadt im Allgemeinen auch nicht, das Problem ist immer das selbe: Arbeit.

Wer nach Berlin zieht, muss Arbeit finden, und davon gibt es nicht allzu viel hier. Bzw. wenn, dann natürlich in den falschen Branchen.

„Ich könnte ja Schließerin im Knast machen!“

meinte sie irgendwann, und man hat das fragende Gesicht der Freundin förmlich hören können.

„Meinst du wirklich?“

„Klar. Deswegen bin ich ja Therapeutin. Leid berührt mich nicht. Mir ist das scheißegal.“

Und ein Buch will sie auch schreiben. Arbeitstitel:

„Deutsches Trauma Überwindung des Terrors – warum die freie Liebe nicht funktionierte“

Ich bin gespannt… und ein bisschen irritiert.

Kürzer als kurz…

Ich hab nur gesehen, dass zwei Männer in der Halle des Ostbahnhofes aneinandergeraten sind. Es wurden ein oder zwei Schläge ausgeteilt, irgendjemand hat sie getrennt, im Nachhinein keine große Sache.

Einer der beiden kam wutentbrannt rausgerannt, hat sich eine Minute mit einem Kollegen unterhalten, dann ist er als Fahrer in eine abgestellte Taxe gestiegen und losgefahren. Was war da bitte los?

Ich hab den Kollegen gefragt, und nach dem war die Geschichte folgende:

Der oben erwähnte Kollege stand offenbar am Ostbahnhof in der Schlange ganz vorne. Dort bekam er einen Funkauftrag zum Fritz-Club, direkt Ecke Straße der Pariser Kommune. Das ist im Grunde 40 Meter hinter Platz 1 in der Schlange, wirklich nur einmal über die Straße. Obwohl immer wieder auch Kollegen dort vor dem Club direkt warten, was einer der wenigen Streitpunkte an der Halte ist, hat er seinen Fahrgast dort auch angetroffen und aufgenommen. Und jetzt soll es so gewesen sein, dass dieser als Fahrtziel tatsächlich den Ostbahnhof angegeben hat. Also mit Wohlwollen 50 Meter Fahrtweg.

Die kurze Fassung des ebenso unbeteiligten Kollegen lässt einige Fragen offen, insbesondere, was wohl im Taxi genau passiert ist. Fakt ist wohl, dass der Fahrer ihn tatsächlich dahin gebracht hat, und der Fahrgast mit den Worten „Du Arschloch!“ das Taxi verließ und die Tür zugeknallt und/oder dagegengetreten hat.

Um diesen Vorfall zu bewerten, fehlen mir die Infos. Ich weiss nicht, was für Flüche der Kollege ausgestoßen hat, ich weiss nicht einmal, ob der Fahrgast das Taxi mit oder ohne Bezahlung verlassen hat.

Aber eine grundsätzliche Frage hat das Ganze aufgeworfen, und ich hab mit meiner besseren Hälfte unerbittlich einige Zeit über die Problematik diskutiert. Ist es ok, wenn ein Kunde eine derartige Strecke fährt, bzw. was soll so schlecht daran sein?

Meine Position war zunächst die Seite der Fahrer. Es ist allgemein bekannt, dass kurze Strecken jetzt nicht gerade das Wunderelexier sind, das uns Fahrer zum lächeln bringt. Ich selbst mache ja auch wirklich jeden Mist mit, aber kann man in so einem Fall nicht davon ausgehen, dass sich jemand über einen lustig machen will? Dass jemand 300 Meter fahren will, weil er sich kurz aufwärmen will – ok. Dass einem fußlahmen Menschen 400 Meter zu weit zum Laufen sind – ok. Dass wer sich nicht merken will, an welcher Ecke auf den 500 Metern Weg er abbiegen muss – ok. Aber 50 Meter? Mit Sichtkontakt zum Zielort? Ist das nicht ein Zeichen für „Mit dem Deppen kann ich mir mal einen Spaß erlauben“?

Die Argumentation meiner diskussionsfreudigeren Hälfte war dagegen, dass wir abgesehen von der rechtlichen Verpflichtung zur Fahrt ja durchaus auch hier durch den Startpreis entschädigt werden – wir kriegen die 3,20 € hier ja für sichtbar wenig Arbeit hinterhergeschmissen. Oder: Ist das Ganze nicht eigentlich nur deswegen schlimm, weil wir uns als Fahrer über kurze Strecken aufregen? Für 20 € ertragen wir ja auch 15 Minuten lang den ein oder anderen Deppen. Für 10 € auch noch gute 10 Minuten. Warum also sollte eine Minute, selbst wenn es nur eine abschätzige Geste ist, für 3,20 € so schlimm sein? In allen Fällen haben wir unsere Arbeit vielleicht mal nicht überragend gerne gemacht, aber ist es wirklich ein Problem dieses Kunden oder doch des Tarifs in dem Fall – also dass die Wartezeit in dem Fall zu wenig berücksichtigt ist?
Und damit einhergehend: Braucht ein Kunde wirklich einen Grund für eine Fahrt, oder sollte uns als Fahrer das nicht egal sein?

Ganz ehrlich: Ich finde unter all dem oben genannten nichts wirklich falsch. Ärgern würde ich mich wahrscheinlich dennoch über den Typen… auch wenn ich deswegen keine Schlägerei anzetteln würde.

Irgendwelche Gedanken dazu?

War das nun illegal?

Ich bin ja kein Stammgast bei den örtlichen Flughäfen. Manches Mal verschlägt es mich dorthin, um Kundschaft abzuliefern, das war es dann aber schon. Die mir undurchsichtig erscheinende Schlange sitzfleischtragender Kollegen hat mich nie genug gereizt, um mich anzustellen. In Tegel darf ich ja sowieso nicht mehr, seit zur Qualitätssicherung für 50 Cent extra pro Tour darauf geachtet wird, dass ich dort keine Kunden mitnehmen darf.

Ich bin zwar eigentlich ein recht netter Fahrer, mein Auto ist sauber und ich spreche relativ gut englisch, aber ohne Kreditkarte darf ich halt nicht mehr…

Naja, und nun habe ich einen ziemlich eiligen Kunden gleich als erste Fuhre nach Tegel bringen dürfen. Ich stehe ja überhaupt nicht auf Zeitdruck-Fahrten, aber dieser Kunde hat mir einige in meinen Augen total aberwitzige Umwege erlaubt, um ja schneller voranzukommen.

Dann musste er natürlich ausgerechnet in den abgelegenen Terminal C, an dem ich zwar selbst mal angekommen bin, deswegen aber nicht wirklich besser wusste, wo er ist. Aber zur Behebung des Problems existieren sowohl mein Gehirn als auch Hinweistafeln, sowie eine glücklicherweise geringe Anzahl an Kollegen, die mich nicht abbiegen lassen wollen, weil sie nicht darauf achten, dass meine Fackel aus ist, und ich in diesem akuten Fall mal keine Konkurrenz bin.

Wie dem auch sei, es ist tatsächlich noch kriminell geworden. Oder so…

Als ich mich nämlich vom Terminal C wieder entfernte, um mich in sowas ähnlichem wie einem Stau (bin mir nicht sicher, sowas gibt es Nachts eigentlich nicht) wiederzufinden und auf den Ausritt in die City freute, stieg mir ein Kunde ein. Irgendwo in einem Bereich, in dem ich eigentlich nur verwirrte Autofahrer und Hausmeister vermutet habe.

Im Unwissen darüber, in welche Richtung ich ihn nun überhaupt genau zum offiziellen Taxistand hätte schicken sollen, habe ich ihn mitgenommen. Dreist, ich weiss! War auch noch mal eine gute 20€-Tour. Hat mir den Abend versüßt und meine Scham hält sich in Grenzen. Was hätte ich sonst tun sollen?

Was halte ich davon?

niemand schickte mir diese Frage:

Was hälst du davon?

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Schneller-durch-Peking-1131839.html

In dem Artikel steht, ganz knapp zusammengefasst, dass durch GPS-Verfolgung der Routen von Taxifahrern Daten gesammelt werden, die mit einfließen in die Streckenplanung von Routensoftware.

Das halte ich ehrlich gesagt für einen unwichtigen Treppenwitz der Geschichte und für anwendungslos.

Also dass das jetzt in Peking irgendwie ansatzweise gute Daten ausspuckt, das wage ich nicht zu bezweifeln. Aber bei einer Anzahl von 33.000 Taxen ist es klar, dass da eine Menge Daten zusammenkommen. Das lässt sich sicher nicht auf dünner besiedelte Landstriche ummünzen. Das Wissen der Fahrer um schnellste Strecken ist entweder Wissen, das man mittels Karte ermitteln kann, oder mittels Daten aus den Verkehrsleitstellen (wenn es um Ampeln z.B. geht). Alles was darüber hinausgeht, sind wahrscheinlich halblegale Dinge wie das Wissen, wo man am Besten schneller fahren kann – auch wenn es vielleicht gar nicht erlaubt ist. Aktuelle Staus und Behinderungen werden bei Navis ja längst mit beachtet, und eine Analyse sämtlicher Verkehrsströme verspricht hier auch mehr, als lediglich die der Taxifahrer.

Also ich vermute, dass der ganze Nutzen der Aktion sich amortisiert, sobald sie die anderen technischen Möglichkeiten ausnutzen.

Verschätzt

Gerade hatte ich den Motor wieder angeworfen. Ich wollte mich eigentlich aus dem Boxhagener Kiez verziehen, da es noch zu früh war, um die ganzen Kneipengänger einzusammeln. Aber ich hatte mich mal wieder verschätzt. Keine 100 Meter weit bin ich gekommen, als zwei Jungs mich entdeckten und winkten.

Ich bin ja im Allgemeinen vorsichtig mit Vorurteilen, aber natürlich versuche auch ich, meine Kundschaft erstmal irgendwo einzusortieren. Meist sind das harmlose Einordnungen, d.h. ich entscheide nach dem ersten Auftritt über die Begrüßungsfloskel, den Gesprächseinstieg. Besoffene australische Touris im Alter von 20 behandel ich natürlich anders als 60-jährige Anwälte auf Geschäftsreise. Beide natürlich freundlich und mit Respekt, aber ein gut gelandeter zielgruppengerechter Spruch schadet zu Beginn nie.

Ich meine so Sachen wie

„So, erst kotzen, dann einsteigen! War nur Spaß, ihr dürft auch nach dem Aussteigen noch.“

oder anderenfalls

„Machen sie sich keine Sorgen: Wenn die das Hotel nicht über Nacht umgesetzt haben, sollte ich es heute auch noch finden.“

Alles kein Problem, und bei über 2000 Fahrgästen dieses Jahr hab ich mir bei höchstens dreien ein Schweigen eingehandelt. Aber ich tue mich schwer mit Typen, die noch minderjährig sind und Goldkettchen zum Lebensziel erklärt haben.

Und genau dieser Typus waren meine beiden Neueinsteiger. Vielleicht gerade 18 Jahre alt, insofern sogar mehr oder weniger berechtigt, vom eigenen Vater bis zum Baum im Kindergarten gegenüber alles mit „Alter“ zu anzureden. Ihren Gesprächen nach ist die Welt mehr oder minder unterteilt in coole Typen, die es voll raus haben (sie) und „Spastis, die wo schwul rumreden“ (die meisten anderen). Wenn ich sie weiterhin richtig verstanden haben, ficken die Spastis auch irgendeine Ehre, wahrscheinlich die Freundin von einem der beiden.

Das war so etwa das Niveau, das mich erwartete, und auch wenn mir dieses Weltbild per se ein wenig fremd ist, glaube ich ziemlich genau zu wissen, auf welcher Seite dort ein Taxifahrer steht, der irgendwelche spießigen Regeln bezüglich Bezahlung oder dergleichen aufstellt.

Naja, ganz so schlimm waren sie nicht, aber die Sprache wurde durchaus schnell aggressiver, als sie im Auto waren. Aber es war eine kurze Strecke, die sie fahren wollten, umdrehen, einmal abbiegen, knapp zwei Kilometer.

Fuck, 2 Kilometer? Na wenn die beiden nicht nach der Hälfte der Strecke noch auf die Idee kommen, ich könne ja Kurzstrecke machen…

Aber sie waren zunächst viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, ich hab mich in die Rolle des Fahrroboters weggestohlen, nach Konversation war mir unter den Bedingungen auch nicht wirklich.

Das Ziel haben sie nicht eindeutig definiert, aber sie gaben mir rechtzeitig die Info, ich könne sie doch an der Ampel gleich rauslassen. Ich war in Gedanken schon bei Preisfeilschereien bezüglich Kurzstrecke oder beim Polizeinotruf, weil die beiden ohne Bezahlung verduften. Irgendwie hatten sie es so oder so eilig und waren nervös… man denkt sich seinen Teil. Immerhin war es eine Scheißgegend und eine blöde Uhrzeit für einen Überfall.

„Was krisch‘, Alter?“

„Wir sind bei 6,40 €.“

„Ey, mach mal 8, Alter!“

Trinkgeld. Wow. Nicht mal ein schlechtes! Ich bin beeindruckt. Wo ist jetzt das blöde letzte 2€-Stück? Und die Ampel wird auch schon wieder grün, selten blöde Ecke hier an zwei Hauptstraßen…

„Fuck, Alter! Die Ampel wird grün!“

Ich hatte noch nie – wirklich noch nie – Kundschaft, die sich dafür interessiert hat, das für ihren eiligen Haltewunsch gerade gefühlt der komplette Verkehr in der Hauptstadt stillsteht. Da mag man mich bitten, ausgerechnet im baustellenbedingt einspurigen Bereich einer vierspurigen Hauptstraße anzuhalten: Aus einem fremden Taxi heraus pöbelt es sich für alle offenbar wesentlich gelassener als sonst in Richtung der zu Recht verärgerten anderen Verkehrsteilnehmer.

Und ausgerechnet diese beiden Deppen sollen das ernst meinen? Und wie:

„Weissch, behalt Rest! Ampel is grün, Alter!“

3,60 € Trinkgeld. Es ist nicht immer schön, Leute falsch einzuschätzen. Hier war es aber so.

Alter!

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Abgefahrene Regelauslegung

Also ich kenne das ja: Man schnappt sich als Taxifahrer Kunden so schnell und einfach es nur geht. Und man überlässt sie ungern den Kollegen. So sehr man sich vielleicht bei Freunden mit ihnen freut, letztlich hätte man die Touren immer gerne selber, schließlich bedeutet jeder einzelne Kunde mehr ein höheres Einkommen.

Auf der anderen Seite hält man sich an die Regeln. Man klaut keine Touren und man überholt Kollegen nicht. Die Einhaltung der StVO in rudimentärer Form sollte ebenso als gegeben gelten. Insofern hat der Kollege neulich in Weissensee eigentlich alles richtig gemacht. Ein bisschen zum Staunen gebracht hat er mich allerdings schon.

Ich kam gerade, es war am Wochenende in den frühen Morgenstunden, die Rennbahnstr. vom Pasedagplatz in Richtung Berliner Allee angefahren. Am Straßenrand gegenüber steht ein Kollege, bei dem gerade Kunden das Fahrzeug verlassen. Viel dabei gedacht habe ich mir nicht. Als die Kunden ausgestiegen sind, hat er plötzlich wie blöde rückwärts beschleunigt.

Während ich mit 45 bis 50 gemütlich die Straße langgefahren bin, rast mir auf der Gegenfahrbahn der Kollege mit etwa 60 Sachen im Rückwärtsgang davon. Das ist irgendwie dann selbst für Berliner Verkehrsverhältnisse ein eigenartiges Bild. Zunächst blieb mir seine Motivation unklar, nach etwa 200 Metern oder so hab ich dann allerdings auch gesehen, dass am Straßenrand auf seiner Seite Kunden stehen, die er sich dann gekrallt hat.

Jetzt muss ich dazu aber schon sagen, dass es eine ziemlich abgedrehte Reaktion war. Klar, wahrscheinlich hat er den Kunden vorher schon zurückgewunken und sich innerlich schon ausgemalt, wohin sie wollen und wie viel Geld am Ende für ihn übrig bleibt. Ob man jetzt deswegen beweisen muss, dass man im Zweifelsfall für ein paar Euronen wie ein Bekloppter fährt, wage ich zu bezweifeln.

Und ich als direkte Konkurrenz muss in diesem Fall auch mal klarstellen, dass man gelegentlich einfach mal potenzielle Kunden sieht, die man dann leider nicht im Auto sitzen hat. Das ist ein normaler Vorgang, und schon aufgrund des Blutdruckes sollte man sich in dem Job irgendwann mal damit abfinden.

Wirklich lustig macht die Geschichte dann allerdings der letzte kleine Fakt – der dem Kollegen natürlich nicht bekannt war: Meine Zeit an dem Morgen war um. Ich musste schleunigst in den äußersten Süden des Bezirks und hatte mal sowas von Null Interesse an einer weiteren Tour Richtung Heinersdorf oder gar noch weiter weg…