Antikes

Ein Foto, dass ich auch unbedingt noch zeigen muss: Mein Chef hat uns bei der Weihnachtsfeier sein erstes Taxameter vorgeführt:

Taxameter, etwas älter. Quelle: Sash

Baujahr dieses Trumms ist anscheinend 1962. Die letzte Eichung ist 1984 erfolgt…

Parties und Heimwege

Glücklicherweise bietet WordPress ja die Möglichkeit, Artikel vorzudatieren. Nach der Weihnachtsfeier am Mittwoch hätte ich im Laufe des gestrigen Tages wohl kaum einen Artikel zustande gebracht. Es war nicht nur der Verzögerungstaktik der Kellner zu verdanken, dass es spät wurde. Das Essen war an und für sich lecker – wenngleich ich als Nicht-Freund von Grünkohl etwas unangenehm überrascht war, dass sie selbigen mit dem Rotkohl zusammen auf den Teller getan haben. Naja, das Essen war um 19 Uhr angedacht, um 19:30 Uhr kam dann schon die Suppe…

Ein Blick in die Küche… Quelle: Sash

Letztlich verzögerte sich der Umzug zur Firma um eine halbe Stunde, was am Ende aber sicher nicht mehr viel ausgemacht hat. Nach dem Anstoßen aufs Firmenjubiläum wurde es dann ziemlich ungeschäftlich und nach etlichen Bier und einigen Tischkicker-Matches war ich einer der drei letzten, die den Laden in den Morgenstunden verlassen haben.

Ein bisschen wie eine WG-Party... Quelle: Sash

Wenngleich ich wohl immer gesagt hätte, Feiern in der Firma selbst sind eher weniger gut als welche auf neutralem Gebiet, war das gestern letztlich fast mit Parties meiner alten WG zu vergleichen. Mit etwas angehobenem Durchschnittsalter, aber schon wegen Billard und Kicker richtig gut. Aber eines ist klar: Aus dem Alter, unbeschadet so heftig feiern zu können, bin ich wohl auch langsam raus.

Mit etwas Zufall hab ich tatsächlich einen Fahrer nach Hause erwischt, den ich persönlich kannte. Ich hoffe nur, dass ich ihn nicht zu sehr überfordert hab mit meinem sicher recht abenteuerlichen Geschichten. Naja, das werde ich sicher irgendwann in Erfahrung bringen können. 🙂

Gnaaa!

Verdammt! Der ein oder andere Feedleser hat gerade den Artikel für morgen bekommen. Sorry, kann mal passieren, wenn man ein paar Sachen hintereinander wegschreibt 🙂

Mietdöner

Es ist wirklich nicht selten, dass man Pärchen im Auto hat, die unterschiedliche Vorstellungen von der Fahrt haben. Meist damit einhergehend, dass sie unterschiedliche Vorstellungen von der Beziehung oder von ihrem Alkoholpegel haben…

In Friedrichshain hab ich zwei junge Leute aufgegabelt, die laut der ersten Ansage gerne zum Treptower Park wollten.

Sie eher der resolute Typ, er ein bisschen schüchterner, dafür locker 2 Promille mehr als sie.

Dann ging es von seiner Seite aus auch bald los:

„Grünau. Adlerdeschdell!“
„Nee Schatz, wir fahren nur zum Treptower Park.“
„Ichababer kein‘ Bock auf S-Bahn.“
„Ach komm, die paar Minuten hälst du aus!“
„Ich will aber heim!“
„Ja, aber so viel Geld haben wir eh nicht.“
„Nadürlisch! Kann ich hier mit Kaaaarte sahln?“

Schade. Wäre eine nette Tour gewesen. Ich hab die Frage negativ beantworten müssen.

„Schass, du hasdoch die hunnerdfuffßsch Euo von mir. Wo sin ’n die?“
„Schatz, davon bezahle ich die Miete.“
„Pfff, kannsauch so, ich will Döner!“
„Vielleicht hat’s am Treptower Park einen Döner!“
„Neeee! Iwill den, den, den Döner zuause! Lassuns mit Tassi! Biddö!“
„Nein Schatz, das Geld reicht nicht!“
„Sahln wirdie Miiede doch midn Döner!“
„Schatz, du bist betrunken!“
„Schweiss! Iwill heim!“

Am Treptower Park hat sie ihn dann aus dem Auto gezogen. Ich hatte etwas Mitleid 😉

Oh du geschäftliche…

So, wenn ihr das lesen könnt, dann bin ich quasi auf dem Weg zu unserem alljährlichen betrieblichen Weihnachtsessen. Eine – im Übrigen tatsächlich gemütliche – Tradition, die es im Taxigewerbe offenbar nicht mehr allzu oft gibt.

Wie es dieses Jahr wird, ist noch nicht sicher zu sagen, denn offenbar planen meine Chefs noch etwas Besonderes.  Zumindest werden wir dieses Mal nicht ewig im Restaurant bleiben – was aber nicht heißen muss, dass ich in zwei Stunden wieder da bin. Abgesehen davon, dass sie nun in neue Räume gezogen sind, steht dieses Jahr auch noch ein rundes Firmenjubiläum ins Haus – vielleicht wird es also eher eine zweite Runde im Hauptquartier geben? Und später werden heute 🙂

Ich freue mich jedenfalls, diese oder jene Kollegen mal wiederzusehen, die ein oder andere Geschichte zu hören – und natürlich auf Speis und Trank. Dieses Mal könnte es sein, dass ich im Nachhinein etwas mehr davon berichte als sonst, mal schauen. Auch wenn ich noch nicht alles mit letzter Sicherheit sagen kann, es wird wahrscheinlich nicht mehr lange dauern bis, ich euch die Leute mal vorstelle, die sich trauen, mich als Arbeitnehmer einzustellen. Dass den ein oder anderen das interessiert, weiß ich ja… aber das wird aluch ales noch eine größere Sache und heute ist doch eigentlich erstmal nur Weihnachtsfeier!

Also: Ich, jetzt, lecker!

Hoffe, ihr habt auch einen angenehmen Abend, bei meinem bin ich mir doch schon im Vorfeld recht sicher 😀

Und wer weiß: Vielleicht bringe ich ja sogar die ein oder andere Kollegengeschichte  mit. Soll ja andere Taxifahrer geben, die auch mal erwähnenswerte Kundschaft an Bord haben. Ich werde zwar sicher nicht mit einem Block unterm Arm rumrennen, aber es wären ja nicht die ersten Geschichten, die vom Hörensagen hier im Blog landen. Aber das wird man sehen…

Zueinander gefunden

Die Kundschaft ist ja nach wie vor unberechenbar. Manch mies gelaunte Misanthropen wollen vom Flughafen nur einen Kilometer weiter und am anderen Ende der Skala stehen Kunden wie mein Winker letztes Wochenende.

Ich hätte ihn beinahe übersehen, als er mich im dunkelsten Schatten des Boxhagener Platzes direkt an der Grünberger Straße heranwinken wollte. Ein gut gelaunter Mitdreißiger, wie so viele in letzter Zeit auf dem Rückweg vom Feiern, dass sich auf dem Rückweg von der Weihnachtsfeier noch ergeben hat. Ohne die Miene zu verziehen meinte er:

„Ich würde gerne nach Kleinmachnow.“

Das sind so die Momente, wo man gerne nochmal einen Schluck Tee in den Mund nehmen würde, einfach um ihn prustend an die Scheibe zu spucken. Runde 40 Euro, einfach mal eben so. Noch dazu zu einem Zeitpunkt, an dem kaum was los war in der Stadt. Nochmal zur Erinnerung: Die durchschnittliche Tour in Berlin liegt eher so um die 11 Euro…

Er hat mir eine Route vorgeschlagen, mit der ich eigentlich nicht so ganz glücklich war: Skalitzer, dann den T-Damm runter und auf die Autobahn. Man spart einiges an Weg, wenn man gleich über Schöneberg fährt und nur die letzten Kilometer Autobahn bis nach Steglitz nimmt. Und es ist quasi genauso schnell. Zumindestens nachts um ein Uhr.

Aber er versicherte mir, dass die Route so in Ordnung sei und dann folgte auch gleich ein erstaunlich häufiger Satz:

„Wissen se, ich bin ja damals, ’91 auch in Berlin Taxi gefahren…“

Ich bin zwar überzeugt davon, dass viele sich solchen Schwachsinn nur ausdenken, um Bonuspunkte bei uns Fahrern zu sammeln. Bei ihm entsprach es offensichtlich der Wahrheit, denn obwohl er eine etwas längere Route gewählt hat, haben wir uns anschließend ziemlich ausführlich über den Job unterhalten. Für immer mit der Fahrt verbinden werde ich das Autobahnkreuz Schöneberg, denn dort meinte er, als ich nach Steglitz abbiegen wollte:

„Fahrn ’se mal besser gradeaus. Dann nehmen wir die Avus, dann dauert das nicht so lange…“

Das ist ein Umweg, der sich in ganzzahligen Kilometern messen lässt und neben der an sich schon angenehmen Fahrt meinen Umsatz sicher nochmal einen Fünfer hochgeschraubt hat an diesem Abend. Seinen Erzählungen nach war es bereits die dritte Taxifahrt über 30 Euro an dem Abend, unschwer zu erkennen, dass er inzwischen einen lukrativeren Brötchenerwerb hatte 😉

Am Ziel angelangt wollte er eine Quittung und rundete die 49 € auf 53 auf. Dann stockte er und meinte:

„Ach nee, machen wir 54, hab ich gerade passend da…“

Diese für mich als Fahrer vorbildliche Tour endete mit gegenseitigem Dank, von seiner Seite in die selten schönen folgenden Worte eingekleidet:

„Ich freue mich, dass wir zueinander gefunden haben.“

DAS konnte ich nur sehr ehrlich erwidern.

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Kleinode aus Kundenmund

Im Grunde hab ich nicht viel mitbekommen von den Kunden. Ein Paar, irgendwas um die 40 und zur Abwechslung mal nett zueinander. Die beiden haben sich untereinander unterhalten, wenig mit mir. Das war schon ok, aber da ich ja auf Arbeit keine Kopfhörer trage, kann ich nun folgenden Dialog zum Besten geben:

„Schatz, ich hab da ein Problem.“

„Ja?“

„Ich will die Betten umstellen.“

„OK, warum nicht?“

„Ja, aber ich kann das nicht.“

„Wieso, was ist denn, Schatz?“

„Du liegst da immer drin…“