Gewinnspiel-Vollzugsmeldung

So, was lange währt, wird endlich gut! 🙂

Wie heute morgen bereits angekündigt, habe ich sämtliche Gewinne aus den beiden Gewinnspielen heute abgesandt. Die Adressen sollten sauber genug geschrieben sein, die Briefe, Päckchen und Pakete sind ausreichend frankiert – jetzt obliegt es der Post, bzw. der DHL, dass die Bücher und die Süßigkeiten noch vor Weihnachten ankommen. Aber ich bin guter Dinge…

Zum Abschluss gibt es noch ein Foto von Super-Fant vor dem Berg, den ich vorhin eigenhändig zur Post geschleift habe:

Berge von Post... Quelle: Sash

Ich wünsche den Bücher-Gewinnern guten Appetit und den Schoki… ach, ihr wisst, was ich meine 😉

Du machst die Ansagen!

Gerade noch schreibe ich übers Gelassensein im Straßenverkehr – und schon ertappe ich mich dabei, sauer zu sein. Manchmal kann man aber auch nicht anders. Aber in dem Fall geht es auch nicht um einen Leichtsinnsfehler beim Bremsen oder Spurwechsel, sondern um absichtliches Arschloch-Verhalten. Und dazu natürlich von Kollegen…

So ausgelatscht das Thema an und für sich auch ist – es will nicht in meinen Kopf, dass Kollegen kurze Fahrten ablehnen!

Natürlich kenne ich den Grund: Wir Taxifahrer verdienen teilweise lächerlich wenig Geld und eine kurze Tour nach einer gewissen Wartezeit senkt den Schnitt. Zum einen ist es natürlich schade, dass wir nicht mehr verdienen, zum anderen aber ist doch nicht der Kunde schuld, der mit uns fährt! Schuld an der Misere im Taxigewerbe ist die Tatsache, dass wir zu wenige Kunden haben. Und wenn man ehrlich sein will: Auch zu wenige, die kurze Strecken fahren – denn kurze Touren bringen pro Zeit und pro Kilometer wesentlich mehr Geld als die langen Fahrten. Was uns eigentlich einschränkt im Verdienst sind die langen Wartezeiten dazwischen!

Oder will hier einer der Kollegen mal erläutern, weswegen er 5 € für zu wenig Geld hält, wenn es ihn 5 Minuten Arbeit und (mit Rückfahrt!) nur zweieinhalb Kilometer Weg kostet?

Aber kommen wir zur wirklich sehr reizenden und lohnenden Tour:

Die Fahrgäste sprachen mich am Ostbahnhof an, ob ich sie in die Lebuser Straße bringen würde. Die liegt wohlwollend anderthalb Kilometer entfernt und ist mit einmal Abbiegen zu erreichen. Sie waren sich der Sache auch bewusst und meinten:

„Tut uns ja leid, dass es so kurz ist! Wir würden auch laufen, aber wir wissen nicht einmal in welche Richtung…“

Denn nicht einmal diesen Gefallen hat ihnen das Arschloch getan, das sie kurz vorher aus dem Taxi geschmissen hat, nachdem sie ihr Fahrtziel genannt haben. Es waren Touristen, zu Besuch eines Konzertes wegen – und durchaus spendabel, wenn ich das mal sagen darf. Am Stand baten sie mich, doch bitte noch fertig zu rauchen – weswegen wir uns überhaupt so detailliert unterhalten konnten. Sie waren wohl schon ein Weilchen da – ich hab den entsprechenden Kollegen nie gesehen – aber dennoch stand ich in erster Position, nach 2 (!) Minuten Wartezeit. Und Kollegen haben mir später berichtet, dass es davor nicht schlechter aussah an meinem Lieblingsbahnhof…

„Aber du nimmst uns mit? Ja? Du musst nicht!“

„Doch, ich muss! Aber ich nehme sie sehr gerne mit!“

„Nee nee, du machst die Ansagen!“

„Das mit dem Machen von Ansagen fällt bei meiner derzeitigen Stimme schwer, aber auch sonst stehe ich da nicht drauf…“

„Wir wissen aber wirklich nicht, wo das ist – du kannst also ruhig auch eine kleine Rundfahrt…“

Es ist deprimierend zu sehen, was netten Kunden nötig erscheint, um in dieser schönen Stadt ein Taxi zu einer nahegelegenen Adresse zu bekommen…

Nach zweiminütiger (beidseitiger) Raucherpause sind wir ins Auto gestiegen, woraufhin ich sie zielstrebig ans Ziel brachte. Da sie die Nummer erst später genannt haben, mussten wir sogar kurz umdrehen. Ihre Reaktion darauf war Freude, weil die Fahrt so etwas länger dauerte… DAS MUSS MAN SICH MAL VORSTELLEN! Das waren die absoluten Lieblingskunden jedes verdammten Fahrers auf diesem Planeten!

Aber – und dafür danke ich den Arschlöchern unter den Kollegen eigennützigerweise dann doch – es hat sich am Ende ja ausgezahlt für mich. Es standen 5,80 € auf der Uhr und die Ansage des einen lautete:

„Gib dem Taxifahrer auf jeden Fall einen Zehner!“

Und so haben sie es auch getan. Widerwillig übernahm ich einmal mehr die Schadensbegrenzung für all die Pisser mit hellelfenbeinfarbenen Gefährten und hab angefügt:

„Vielen Dank und ich hoffe, dass sie nicht noch weitere schlechte Erfahrungen hier sammeln müssen.“

Antwort:

„Schlechte Erfahrungen? Hey, es war eine verdammt gute Erfahrung, dass wir sie als Fahrer hatten! Vielen Dank!“

Dabei hab ich einfach nur meinen Job gemacht. Ohne irgendwelche Extras, und einen „Umweg“ bin ich quasi auch noch gefahren. Keine 8 Minuten später hatte ich meine nächste Tour. Die hat überdurchschnittliche 13 € gebracht. Weniger übrigens als die kurze zuvor, wenn man mal den Nettoverdienst rechnet…

Schoki und so…

Ich wollte allen glücklichen Gewinnern des Gewinnspiels mitteilen, dass ich die Schoki und die Bücher heute im Laufe des Nachmittags verschicken werde, so sich nicht irgendwelche unvorhersehbaren Probleme ergeben sollten.

Sorry, dass es so lange gedauert hat, aber es hatte seine Gründe.

Was allerdings besonders schade ist: Ich habe von Carni keine Adresse gemailt bekommen und auch keine Antwort auf meine Nachfrage. Ich habe alle Spamordner durchgegraben, da ist offenbar irgendwas anderes passiert. Also Carni, falls du das lesen solltest: Versuche doch, mich irgendwie zu erreichen und mir die Adresse mitzuteilen!

Gelassen läuft’s…

Ich schreibe hier tagtäglich von einem der Hauptkampfplätze Deutschlands: Dem Straßenverkehr. Ich weiß, das klingt jetzt ein wenig radikal und ich hab auch besseres zu tun, als hier zu klingen wie ein Fahrschullehrer. Aber gelegentlich muss ich doch mal nachfragen:

Wenn ihr da draußen unterwegs seit auf der Straße mit dem Auto: Ist euch eigentlich bewusst, dass ihr mit einem Gefährt unterwegs seid, das prinzipiell wesentlich tödlicher ist als eine langweilige Gewehrkugel?

Ich meine, mit etwas Trainig und einer gutgläubigen Schulklasse vor dem Kühlergrill schafft man locker mehrere Personen auf einmal…

Aber ich will gar nicht auf die Gefahren von Raserei, Drogen und den üblichen Mist raus. Was ist mit Stress? Aro hat kürzlich mal wieder von einer (wenn auch etwas uneindeutigen) Schlägerei berichtet – was sicher kein Einzelfall ist. Und schon gar kein taxispezifisches Problem!

Warum es so ist, weiß ich nicht – aber es ist weit verbreitet, im Straßenverkehr erst einmal alle Fehler der anderen als feindliche Aktion zu werten und alle eigenen als versehentliches Mißgeschick, das den anderen Hornochsen ja wohl auch begreiflich sein müsste! Wenn die nicht eh schuld sind! Bloß weil die Vorfahrt haben…

Ich bin ein geduldiger Mensch, stehe nicht mal unterbewusst auf Stress und die Situationen, in denen ich mich wirklich mal aufrege, geht auch das selten über ein zwei böse Worte hinaus. Vielleicht ein Glücksfall, genetisch sollte ich eine gewisse Veranlagung zur Cholerik haben.

Aber gestern habe ich mich mal wirklich gefreut darüber, alle Wut in den Wind zu schlagen und defensiv geblieben zu sein. Und das wollte ich kurz schildern. EInfach so 🙂

Ich bin den Weißenseer Weg in Richtung Süden entlanggebretzelt, die letzten Meter vor der Möllendorffstraße. Halbwegs am Tempolimit orientiert auf der mittleren Spur. Irgendwann tauchte vor mir ein Kombi auf, von dem ich allerdings nichts sah, da er einen großen Anhänger am Heck hatte. Er war etwas langsamer unterwegs als ich, was mich veranlasst hat, die Spur zu wechseln um ihn zu überholen. Alles ordentlich, mit Blinker, Abstand etc….

Irgendwann hatte ich zu ihm aufgeschlossen, war gerade dabei am hintersten Teil seines Anhängers vorbeizuziehen, als er plötzlich nach links auf meine Spur zieht. Kein Blinken, keine Rücksicht, ziemlich scheiße das alles. Ich hab das in dem Moment sinnvollste getan und eine behutsame und dennoch energische Vollbremsung hingelegt. Da er durchaus nicht langsam war, war ich binnen Sekundenbruchteilen aus der Gefahrensituation raus, da ich mit dem Fuß aber nicht auf der Kupplung war, hab ich das Auto kurzerhand abgewürgt. Kommt davon, wenn man immer im fünften Gang in der Stadt unterwegs ist…

Ihm war das auch nicht entgangen, und es war irgendwie lustig anzusehen, wie er vor mir in den nächsten 30 Sekunden jeden Spurwechsel artig mit Blinken ankündigte und behutsam wechselte (er wollte links abbiegen), nachdem auch er die Fahrt spürbar verlangsamt hatte. Ich hab schon am Fahrstil erkannt, dass der Typ genauso wie ich mindestens einen Schrecken hatte und über seinen Fehler nachgedacht hat.

An der Ampel kamen wir beide nebeneinander zum Stehen. Innerlich war bei mir schon noch das Verlangen da, ihn zu maßregeln oder mir wenigstens anzuschauen, was für ein Depp da über meine Straße fährt…

Aber ich hab demonstrativ ein Gute-Laune-Gesicht aufgesetzt, gewartet bis grün war, und nicht einmal rübergesehen. So, als wäre nichts passiert. Als hätte ich nicht durch meine Reaktion einen Totalschaden unser beider Fahrzeuge verhindert. Als wäre er nicht regelwidrig nach links gezogen ohne zu blinken, als hätte er nicht den Blick in den Rückspiegel vergessen…

Und jetzt? Als ob ich mich einen Tag später darüber noch ärgern würde! Als ob sich für mich irgendwas ändern würde… obwohl, sicher fahre ich in den nächsten Tagen wieder einmal etwas vorsichtiger.

Und er: Er ist jetzt immerhin nicht davon überzeugt, dass Berliner Taxifahrer cholerische Idioten sind. Über die Aktion nachgedacht hat er schon, da bin ich mir sicher. Und in Anbetracht dessen, dass ich jetzt nicht zwingend der Feind auf vier Rädern bin, fällt der Rückblick vielleicht sogar realistischer aus 🙂

Haltet mich für einen Idioten, aber ich bin fest überzeugt davon, dass der Weg der bessere ist!

Mohammeds Einladungshölzchen

Jeder macht mal Dummheiten. Jeder. Und weil dieses jeder jeden miteinschließt, mache ich auch keine Ausnahme.

Es gibt beim Taxifahren ein paar wenige Grundregeln, über die man eigentlich nicht nachdenken muss:

Man nimmt keine Drogen bei der Arbeit, man bescheisst seine Fahrgäste nicht und man lässt sich selbst nicht bescheissen.

Eigentlich war es das schon. Punkt 1 habe ich bisher zu 100% umgesetzt, Punkt 2 mit ein paar versehentlichen Ausnahmen auch, diese Geschichte fällt unter Punkt 3. Meine Kollegen werden mich steinigen, wenn sie diese Geschichte lesen und meine Chefs hätten eine Grundlage, mich rauszuschmeißen. Das werden sie aber nicht tun, was euer Glück ist.

Worum geht es?

Ich habe einen Fahrgast befördert, der mir von vornherein gesagt hat, dass er mich nicht bezahlen kann.

Er hat auch noch eine Menge anderer Dinge gesagt und genau davon handelt diese Geschichte. Sie ist schon ewig her, es müsste im Sommer vor anderthalb Jahren gewesen sein. Ich stand auf der letzten Rücke am Ostbahnhof und habe mich mit ein paar Kollegen unterhalten. Es war noch hell draußen, alles in allem ein stinknormaler Arbeitstag. Unsere Augen blieben plötzlich alle an einem Mann hängen, der aus dem Nebeneingang des Bahnhofs trat. Ein reichlich beleibter arabisch aussehener Typ, der einfach nur nach Klischee-Scheich aussah. Sehr klischeemäßig war auch sein Angebot:

„Ich gebe dir eine Billion Euro, wenn du mich zur Botschaft von [Verrate ich nicht!] bringst!“

Das Schwierigste am Erzählen dieser Geschichte ist, glaubhaft zu machen, dass ich die Fahrt nicht angenommen habe, weil ich dem Typen das geglaubt habe. Mir war durchaus bewusst, dass eine Billion Euro nicht nur ein leicht obszöner Betrag für eine Taxifahrt wäre, sondern vor allem auch so viel Geld, dass es keine Einzelperson auf diesem Planeten gibt, die derart viel auch nur besitzt.

Das Problem an der Sache war jedenfalls, dass ausgerechnet dieser großzügige Scheich weder Geld dabei hatte, noch im Besitz einer Bankkarte war. Eine Rechnungsfahrt mit einem unbekannten Fahrgast: Definitiv etwas, das ich eigentlich nie machen würde! In diesem Fall habe ich es getan, einfach weil der Typ zum einen wahnsinnig sympathisch war, zum anderen weil er so absurde Sachen von sich gegeben hat, dass mir klar war, das würde bloggenswert werden.

Wir sind dann losgefahren und er hat mich weiterhin mit seiner Billion Euro bedroht. Recht bald wurde es dann aber etwas ruhiger um das Thema und er tischte mir derart fantastische Geschichten auf, dass ich aus dem Lachen bald nicht mehr herauskam.  Er faselte von geheimen Missionen und seinem Vater, alles in allem hätte man einen James-Bond-Film aus seinen Geschichten extrahieren können. Im Nachhinein betrachtet war der Typ wahrscheinlich psychisch krank. Er hat die Geschichten geglaubt, die er erzählt hat – so viel traue ich mir an Menschenkenntnis zu. Ich hab leider inzwischen vergessen, was genau der Inhalt war, aber er hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen. Dass er nicht unterwegs anhalten wollte, um die Kanzlerin zu entführen, war so ziemlich alles.

Das Hauptthema ist aber irgendwie doch die Fahrt gewesen, er hat mich geradezu einzulullen versucht mit Komplimenten, dass ich nicht so rassistisch sei wie meine Kollegen, die ihn sicher nie gefahren hätten, bla keks. Am Ende wurde es geradezu rührend, denn da erzählte er mir dann, dass er mich deswegen auf seine Hochzeit einladen würde. Er nannte mir das Datum und bedeutete mir, ich könne gerne meine Frau mitbringen. Er nannte äußerst präzise ein Hotel in Dubai, wo er feiern würde und überreichte mir 3 Zahnstocher.

Auf meinen irritierten Blick hin antwortete er, dass das schon ok sei so, ich dürfe neben meiner Frau gerne noch einen Freund mitbringen. Diese „Hölzer“ seien Einladungen und der Sicherheitsdienst würde uns ohne Komplikationen durchlassen, wenn wir sie vorzeigen. Ehrensache! Und er freue sich schon auf unser Wiedersehen.

Ein bisschen Hoffnung, mein Geld noch zu sehen, hatte ich an diesem Punkt irgendwie dennoch. Also habe ich ihn am Ende gebeten, mir seinen Ausweis zu reichen, damit ich mir die Daten notieren könne. Das hat er auch anstandslos gemacht, nicht allerdings ohne mich darauf hinzuweisen, dass Yussuf – der Name stand in seinem Ausweis – eigentlich nicht richtig wäre und nur ein Zugeständnis an die deutschen Behörden, die Mohammed nicht anerkennen würden, den Namen, den er inzwischen angenommen hätte. Er unterschrieb einen handschriftlich von mir erstellten Schuldschein, allerdings nicht ohne auch hier noch einmal drunterzuschreiben, dass der Fahrpreis nicht 16,20 € war, sondern eine Billion Euro. Meinen Namen und meine Bankverbindung nahm er auch entgegen und versprach, die Billion binnen einer Woche zu überweisen.

Er dankte mir warmherzig und ist in Richtung Botschaft verschwunden.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie groß das „WTF???“ war, das zweifelsohne direkt in meinen Augen ablesbar war. Es war eine der geilsten Touren meines Lebens und sicher auch eine der geilsten Stories für den Blog. Mein Gefühl war aber letztlich doch eher, dass ich mich habe ausnutzen lassen, bzw. einen Fehler gemacht habe.

Die nächsten Tage habe ich meinen Kontostand regelmäßig gecheckt. Nicht wegen der Billion – ich bin mir sicher, dass ich dann von der Sparkasse auch einen netten Anruf bekommen hätte. Nein, ich wollte nur sehen, ob die 16 Euro eingehen. Das taten sie nie. Zumindest bis heute nicht.

Ich habe seinen Namen gegoogelt und ihn hier und da in ein paar arabischen Foren gefunden, in denen allerdings kein Deutsch gesprochen wurde. Ich haderte stark mit mir und am Monatsende hab ich die Fahrt aus eigener Tasche bezahlt und mehr oder minder beschlossen, es gut sein zu lassen.

Was ein Fazit angeht, habe ich wie schon erwähnt eine ambivalente Haltung: Natürlich war es rechtlich nicht ok und nach wie vor kann ich nicht ausschließen, dass der Typ mir nicht vielleicht doch nur was vorgespielt hat. Allerdings glaube ich das nicht und war auf der anderen Seite tatsächlich mehrere Tage beeindruckt von ihm und seinen obskuren Geschichten, sodass ich doch sagen kann, es hat sich (irgendwie) auch für mich gelohnt. Wie der Zufall es so will, habe ich vor ein paar Wochen beim Umräumen meines Zimmers das alte Büchlein weggeschmissen, in dem der Schuldschein war. Mehr als seinen Vornamen habe ich also inzwischen auch nicht mehr und damit ist die Sache wohl endgültig erledigt. Sei es drum. Ich hoffe, Yussuf Mohammed weiss das Ganze auch noch zu schätzen…

So sieht es eigentlich aus!

Aro hat mir gerade ein Video aus dem Adventskalender der rbb-Abendschau verlinkt und ich fand es irgendwie gut. Nein, zugegeben: Eigentlich ist es für mich relativ langweilig, allenfalls garniert mit etwas Heimweh ins Auto.

Aber es ist nach all den unsäglichen Taxi-Tests und aufgescheuchten Berichten aus dem miesen Milieu der Taxiabzocker doch einfach mal ein angenehm unaufgeregtes Video über unseren Job, so wie er letztlich ist. Auch wenn es in diesem Fall mal nicht viel spannendes hergibt.

Hier könnt ihr es anschauen.

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Von Richtungen und Falschungen

…oder so.

Das Konzept von Taxen ist ja eigentlich nicht sonderlich kompliziert: Ein Fahrgast bezahlt uns Taxifahrer, um von uns dann dorthingebracht zu werden, wo er will. Aber da Menschen sich das Leben ja gerne besonders schwer machen, werde ich oft genug gefragt, ob das jetzt ok so sei mit der Richtung oder ob ich nicht lieber eine Tour nach xy statt nach z bekommen hätte. Manche gehen ja tatsächlich am Stand soweit, dass sie mir anbieten, ein anderes Taxi zu nehmen – meistens übrigens, wenn sie eine lange Tour in einen Randbezirk haben.

Wenn es ins Umland geht, ist die Frage natürlich berechtigter – und zwar im wahrsten Sinne. Schließlich habe ich dort sogar das Recht, die Fahrt abzulehnen. Aber bei Winkern sind das teilweise hanebüchene Nachfragen. Da wollen die Leute dann vom Kottbusser Tor zur Hermannstraße Ecke Flughafenstraße und fragen, ob mir das nicht zu weit nach außerhalb geht.

Andere sind in die andere Richtung dreist und fahren von Schöneweide nach Köpenick und behaupten, dass sei nicht etwa des Geldes wegen toll, sondern weil sich direkt neben ihrer Waldhütte ein Taxistand befindet – und ich glaube, selbst Funker finden Montag Nachts um drei bessere Halten als verlassene Ecken nahe dem Waldrand.

Wirklich geärgert habe ich mich noch nie über eine Tour, aber sicher wäre ich manchmal – insbesondere um den Feierabend herum – froh, keine Fahrt nach JWD mehr zu kriegen. So einen Fall hatte ich neulich wieder:

Nach der Tour mit dem betrunkenen Spaßvogel, der um ein Haar mein Auto unfreiwillig als Suizidhilfe verwendet hätte, wollte ich eigentlich gleich wieder in die Stadt, zumindest mal so grob wieder in Richtung belebter Gebiete. Da ich aber mein Handy nicht dabeihatte, dachte ich, ich könne ja durchaus auch mal nach meiner besseren Hälfte sehen, wenn ich schon so weit östlich gelandet bin. Allen Überkilometern zum Trotz hab ich mich auf den Weg in die Marzahner Promenade gemacht, nur um festzustellen, dass zu Hause schon alles dunkel und niemand mehr wach war.
Ein wenig frustriert bin ich also die diesmal rund 10 km lange Strecke gen City gegurkt. Dabei hab ich – wieder in Lichtenberg angekommen – auch tatsächlich einen Winker gehabt.

„Wo darf es denn hingehen?“

„Marzahner Promenade 42.“

Ich hab mich an dem Punkt auch beherrschen müssen, nicht Homer Simpson mit einem lauten „Nein!“ zu zitieren 🙂

Aber im Grunde meine ich es ernst: Wir werden dafür bezahlt, dass wir die Fahrgäste dorthin bringen, wo sie hinwollen, nicht dafür, irgendwo hinzufahren, wo wir gerade Lust drauf haben.