Taxitest bei RTL

RTL strahlt gerade (23.7.2012, 22.40 Uhr) einen Taxitest aus. Für alle, die das erschrocken zur Kenntnis genommen haben: Das ist ein alter Test, wurde schon letztes Jahr ausgestrahlt und mein Artikel dazu war – wie ich immer noch finde – zu Recht vernichtend und wurde auch vom bildblog damals weiterempfohlen.

Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

Zum lachen?

Vanessa (@nessi6688) hat mir gestern abend bei Twitter mal eben einen Link zu einem Comic geschickt. Den reiche ich gerne an euch weiter:

Tim Dinter: Kurzstrecke

Darüber hinaus wollte ich mich zu diesem Anlass bei den vielen Kollegen bedanken, die tagtäglich mit unermüdlichem Einsatz geradezu dafür kämpfen, dass wir Taxifahrer in Berlin als so liebenswerte Menschen wahrgenommen und dargestellt werden, wie Tim Dinter es hier exemplarisch getan hat!

/ironie

Ob die Kurzstrecke dem Taxigewerbe nützt oder schadet, kann man geteilter Meinung sein. Ich kenne die Zeit vor der Kurzstrecke nicht, hab allerdings bisher auch nicht mehr Aussagen als „Früher war alles besser“ gehört. Da sich das wahlweise auf die Wiedervereinigung Berlins, die Euro-Einführung, die Kurzstrecke, die letzte Tariferhöhung, den letzten Sommer oder die letzte Tour bezieht, will ich mich nicht zu einer endgültigen Aussage hinreißen lassen, die eventuell falsch ist.

Was ich aber ganz sicher sagen kann: Wir Taxifahrer hätten mehr Geld zum Leben, hätten wir mehr Kunden. Inwiefern das hier so schön skizzierte Verhalten dazu beitragen soll, Kunden zu gewinnen oder an die Dienstleistung Taxi zu binden, kann ich aber nicht wirklich erkennen.

Und ebenso wie ich es den Kunden immer sage:

„Es geht um 2,60 €. Das ist alles! Ist das den ganzen Stress wirklich wert?“

Danke.

Ganz bescheiden mit Punkt, nicht laut herausgebrüllt mit Ausrufezeichen, wollte ich gerne aus aktuellem Anlass mal wieder danke sagen:

Danke.

Danke, dass ihr so wahnsinnig gute und nette Leser seid. Abgesehen davon, dass wir uns hier selten ernsthaft streiten und ich trotz einiger Popularität von GNIT so gut wie nie Kommentare löschen muss oder mit Sorgenfalten im Gesicht antworten, möchte ich mich auch nochmal ganz konkret für all die nicht-emotionalen, sondern sachlichen und finanziellen Geschenke bedanken. In letzter Zeit wurde wieder mal mehr Zeug von meiner Amazon-Wunschliste gekauft und auch die Bestellungen über meinen Amazon-Link reissen nicht mehr wirklich ab.

Natürlich tut das Bestellen über einen Ref-Link nicht weh und viele von den Geschenken sind kleine Dinge. Noch viel absurder: die größeren Dinge sind meist eher Want-Haves oder Could-Haves, nicht wirklich Must-Haves. Aber allem gemein ist, dass ich sie ohne euch nicht hätte. Denn ja, vieles hätte ich mir selbst wohl nicht angeschafft. Es ist ja kein Geheimnis, dass mein Konto stets leer ist. Das soll kein Gejammer werden, denn ich hab das selbst in der Hand. Wenn es mal brennt, dann hänge ich halt eine Schicht im Taxi extra dran, auf wen außer mich selbst sollte ich da schon ernstlich schimpfen?

Aber Fakt ist, dass mir schreiben am Ende noch mehr Spaß macht als mein Job auf der Straße. Was schon eine hohe Messlatte ist. Und während ich mich de facto immer noch rumquäle mit der ersten Buch-Veröffentlichung, schreibe ich hier täglich und nebenan immerhin noch oft genug, dass es noch gerade so als regelmäßig durchgehen könnte.

Und nicht nur, dass es schön ist, dass ich mir die Zeit nehmen kann, weil ich ein paar Spenden über Flattr kriege oder ein paar Leute gelegentlich mal die Werbung interessant finden und draufklicken: Jedes geschenkte Buch – und sei es ein Comic für einen Fünfer – erweitert meinen Horizont, meinen Humor, mein Wissen. Und abgesehen von praktischer Übung gibt es nichts, was mehr hilft beim Schreiben als Bildung und Wissen. Fast schon egal, welcher Art – denn selbst abschreckende Beispiele braucht es ja manchmal. 😉

Was das Ganze letztlich aber geradezu absurd geil macht, ist, dass ihr es mir schüchternem Kerlchen erspart, euch immerzu anzubetteln! Da bin ich nämlich echt eine Niete drin. Abgesehen davon ist es natürlich toll zu sehen, dass viele mein Schreiben einfach so zu schätzen wissen und gerade indem sie mir hier und da und auf welchem Wege auch immer irgendwas zukommen lassen, dafür sorgen, dass ich hier einfach drauf losschreiben kann, ohne dass ich mir Gedanken über aggressiv-machende Layer-Ads, Bezahlschranken oder sonstigen (wirklich unerträglichen und hier niemals Einzug haltenden!) Rotz machen müsste.

Wenn ich mich in den Kommentarspalten und überhaupt den Blogs anderer Schreiber umschaue, muss ich einfach immer wieder feststellen, dass ich mit keinem da draussen tauschen möchte. Selbst wenn die ein paar Euro mehr über Flattr reinkriegen. Und das liegt nun wirklich nicht an mir, sondern an euch. Und deswegen noch einmal:

Danke.

PS: Wenn ich nach all den Geschenken noch einen Wunsch frei haben sollte, dann wähle ich diesen: Verlinkt GNIT, wenn es euch gefällt! Ob in Blogs oder Social Networks, ob einzelne Artikel oder die Seite an sich – was auch immer! Egal! Wer, wenn nicht die Freunde der weltbesten Leser, sollten die neuen weltbesten Leser sein?

(ein Bisschen kann ich das mit dem Betteln dann ja doch … 😉 )

Die Sendung mit dem Taxi

Irgendwo hatte ich es bereits mal erwähnt, dieses Video. Nun hat mich allerdings Christoph (@ch_lob) bei Twitter nochmal darauf gestoßen. Und man muss es sich wirklich mal reinziehen:

Ohne allzu vorschnell sein zu wollen und ohne zu vergessen, dass das Video für Kinder gemacht wurde und jetzt 40 Jahre alt ist: Das ist wohl die schlechteste „Doku“ übers Taxifahren, die ich bislang kenne. Ich will meinen Job nicht unbotmäßig in den Himmel loben, aber schon dieses minutenlange „Fahren. Schalten. 100 Meter, ein Groschen.“ ist so abgrundtief schlecht. Wer das gesehen hat, muss ja glauben, dass sich Taxifahrer durch Roboter ersetzen lassen.

Wenn ich mal versehentlich einen GNIT-Eintrag in dem Stil schreibe, hab ich doch am nächsten Tag 200 Leser weniger. Kein Wort darüber, dass man verschiedene Leute im Auto hat (also mehr als nur eine Zahl), kein Wort über irgendwas. Nur fahren, schalten, 100 Meter, ein Groschen.

Keine Frage, Langeweile kenne ich auch zur Genüge aus dem Alltag, aber das kann einen echt traurig machen.

Ich glaube, ich kann selbst für die Kollegen sprechen, die ihren Job nicht so gerne machen: Wenn wir an eines nicht ständig denken, dann ans Fahren und ans Schalten. Ans Geld vielleicht, aber sicher auch nicht alle 100 Meter 😉

Redselige Kundschaft

Gequasselt wird ja viel im Taxi. Dieser Fahrgast jedoch hat es geschafft, mir ganze drei Minuten Gespräch unterzujubeln, bevor wir überhaupt losgefahren sind. Bevor er nämlich einen Zielort benannt hat, hat er erstmal erzählen müssen, dass er sein Handy, vermutlich, vielleicht, im Taxi hat liegen lassen und wollte nun von mir…

Eigentlich wollte er nur reden. Denn die Nummern der Funkzentralen und den Hinweis aufs Fundamt hatte ihm ein anderer Kollege bereits gegeben. Er wollte es einfach nochmal erzählen. Zwischen den Zeilen keimte bei mir bereits die Hoffnung auf, ihn zu seinem Hotel bis nach Siemensstadt fahren zu können, das wäre das Warten auf jeden Fall wert gewesen. Am Ende aber wollte er nur, naja:

„Dann bring mich mal zu dem Turm!“

„Zu welchem Turm?“

„Ach ja richtig, gibt ja ein paar Türme hier! Da zum, dem am Alex …“

„Zum Fernsehturm?“

„Ja, genau!“

Ob ich ihn direkt zum Turm oder doch zum Alex bringen sollte, beschäftigte ihn dann die ganze Fahrt über, am Ende hab ich ihn doch am Platz rausgelassen. Magere 6,80 € hatte ich auf der Uhr – aber wenigstens einen typisch klischeemäßigen gesprächigen Rentner im Wagen. Da sollte das mit dem Trinkgeld wenigstens …

Denkste.

„Machste sieben!“

Immerhin hatte ich nicht lange gewartet auf die Fahrt.

Die Geschmäcker sind verschieden …

Das jedenfalls konnte man aus der Tour lernen. Mami hatte Hunger und wollte zu einem Lokal in Prenzl’berg. Papi wollte nach der Reise lieber gleich nach Hause. Und Söhnchen? Der hat lautstark geflennt, weil niemand mit ihm Sushi essen gehen wollte …
Und ich meine das ehrlich: Der war vielleicht 5 Jahre alt, hat die Bude aber so nach Sushi zusammengeschrieen, dass ich das von anderen Kindern nicht mal bei Süßigkeiten kenne. Am Ende sind Mami und Papi eingeknickt und mit mieser Laune zum Japaner gegurkt. Der hatte nun aber dummerweise zu.

Da haben sie dann beschlossen, dass sie sich zu Fuß nach was essbarem umsehen. Und den quengelnden Jungen war ich damit auch los. So – und ich verwende ganz bewusst den Terminus meiner alten Heimat – schleckig war ich als Kind sicher nicht! Also nicht so ganz, ein bisschen vielleicht, aber nicht … 😉

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Lesertour

Lange keinen von euch mehr im Auto gehabt? Nee, erst Mittwoch wieder. Florian, seines Zeichens treuer Stammleser seit geraumer Zeit, hat es geschafft, mit mir einen Termin zu finden, obwohl er nur kurz in Berlin war. War ein riesiges Durcheinander, weil bei sich bei mir mit freien Tagen, krankem Tagfahrer und allerlei sonstigem Wirrwarr, den ich mein Leben nenne, ständig was geändert hat. Aber am Ende hab ich ihn und seine Begleitung dann doch wie ganz ursprünglich angedacht nach einem Musicalbesuch zu einem Restaurant gefahren. Anbei ist folgendes Foto entstanden, zu dem ich anmerken muss, dass Aliens mir zufällig genau am Mittwoch meine Frisur entführt hatten. Aber es deswegen nicht zu zeigen, wäre ja auch doof …

1925 mit Frontbesatzung, Quelle: Bislang den Namen nicht genannt habende Begleiterin

War eine angenehme und leider viel zu kurze Tour und ich werde abstreiten, dass ich irgendeine Ahnung hab, wie das Auto dort ins Halteverbot gekommen ist …

Und wenn ich die Aliens erwische, is eh Sense! 🙂