Lost

„Do you maybe know a club called Tresor? We are a little bit lost …“

Gut, zum Tresor war’s nicht weit, aufgegriffen hab ich sie am Franz-Mehring-Platz. Ich hab das junge Paar gerne eingeladen und die paar Meter mitgenommen. Eigentlich keine erwähnenswerte Tour. Dann aber haben sie gesagt, dass sie vom Astra kommen würden und nunmehr seit anderthalb Stunden umherirren würden.

(Hier eine Karte. Grün: Astra, Gelb: Wo ich sie aufgesammelt hab, Rot: Tresor)

Die anderthalb Stunden waren sicher übertrieben, aber ich hab den Faden mal aufgenommen und gesagt:

„Well, if it lasted one and half an hour for you to get here, then I save you from another two hours of searching.“

In Anbetracht der Kürze der Fahrt haben sie dann letzten Endes doch auch lachen müssen. 🙂

Gelassen läuft’s …

Ich hatte das Glück, dank meinem Siebensitzer eine fünfköpfige Truppe Spanier schon hinten an der Halte einladen zu können. Eine nette Truppe von Schwermetallern – es war ja derletzt wieder irgendein Festival oder so in die Richtung in der Stadt. Gut, das Radio gab gerade nichts wirklich passendes her, aber wir fuhren trotzdem quietschvergnügt in Richtung Kreuzberg.

An einer Kreuzung schnitt mich ein Limousinenfahrer, irgendwo anders musste ich aufgrund einer ziemlich miesen Ampelschaltung zweimal direkt hintereinander stehenbleiben. Alltag. Der Typ auf dem Beifahrersitz, noch keine 30 Jahre alt, gestikulierte beide Male schon wild herum und traute sich dann irgendwann zu fragen:

„Can I ask you something?“

„Of course.“

„How the fuck can you be that silent while driving?“

„I don’t know. Maybe it’s just my style. But, be honest: Will any vehicle or traffic light disappear because I use my horn or because I yell at someone?“

„Äh, I, no, I think …“

„So why do it then?“

Und dann hat er mich angesehen, als wäre ich ein alter weiser Philosoph, der ihm gerade den Sinn des Lebens offenbart hat. Was man als Taxifahrer selbstverständlich nebenher auch macht.

Mauerfall-Rekordsuche

Der Verkehr am 8. und 9. November war in bestimmten Teilen Berlins ja geringfügig eingeschränkt. Hat jemand noch länger für lächerliche Strecken gebraucht als ich? Würde mich mal interessieren. Also hier meine Rekorde:

8. November: Exakt 30 Minuten von Warschauer Straße/Revaler Straße bis Warschauer Straße/Mühlenstraße.

9. November: 21 Minuten zum Überqueren der Schillingbrücke.

Toppt das jemand oder hat sich die alte Grenze nur an Spätzugezogenen gerächt? 😉

Das Übliche

Fundstück vom Rücksitz. Ich werte das mal als Liebeserklärung. Wie immer halt. 😉

"Sie haben mich geköpft!!!" – so viel zu "Lasst Blumen sprechen!" Quelle: Sash

„Sie haben mich geköpft!!!“ – so viel zu „Lasst Blumen sprechen!“ Quelle: Sash

Mauerspechte 2014

Berlin, 9. November 2014, 22 Uhr (Symbolfoto):

"Kalle, haste 'n Sterni?" – "Ja, im Kofferraum!" Quelle: Sash

„Kalle, haste ’n Sterni?“ – „Ja, im Kofferraum!“ Quelle: Sash

Es ist wirklich auffällig gewesen, wie umfassend die Ständer der Ballons der Lichtgrenze heute Nacht von den Menschen weggetragen wurden. Ob zu Fuß, im Auto, vermutlich auch mit der Bahn. Zig Kilo schwere Plastikständer mit einer Lampe oben drin – und halb Berlin scheint Verwendung dafür zu haben, oder kann zumindest nicht an kostenlosen Souvenirs zu diesem Tag vorbeigehen. Mir soll es egal sein, aber wundern darf man sich ja …

Warnung aus der Zeitmaschine

Die „Lichtgrenze“ zu den Mauerfall-Feierlichkeiten steht ja nun schon seit Freitag. An just diesem Abend waren dann zwei Touris im Auto, die ich vom Ostbahnhof nach Neukölln gebracht habe. Als sie sahen, dass wir an der Adalbertstraße die ehemalige Grenze passierten, meinte einer völlig selbstverständlich:

„Man, you’re leaving the East! Don’t get shot!“

Da hätten manche ältere Kollegen vielleicht nicht so lachen können.

Aber mal im Ernst: So gesehen holt die Aktion die Geschichte offenbar ganz gut ins Bewusstsein der jungen Leute …

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

400k

Auf den letzten Metern des Hinwegs der letzten Tour hat die 72 dann übrigens die 400.000 km geknackt. Abgestellt hab ich sie danach so:

"Taugen die Opel was?" – "Nicht wirklich. Erst 400.000 km und schon Staub auf'm Tacho!" Quelle: Sash

„Taugen die Opel was?“ – „Nicht wirklich. Erst 400.000 km und schon Staub auf’m Tacho!“ Q: Sash

Bei so einem Jubiläum war ich Jungspund nun ja auch das erste Mal dabei. 🙂