Meista!?

Dass der Typ nicht unbedingt ein Fahrgast war, war mir schnell klar.  Man kann sich mal irren, aber mit der Zeit hat man doch ein Gespür dafür, ob einen die Leute vor dem Auto nach einer Möglichkeit zur Kartenzahlung oder nach einem Euro fragen wollen. Daran denkend, dass mein Kleingeldfach gerade nicht so optimal ausgestattet ist, ließ ich die Scheibe runter. Und da stand er dann endgültig vor mir und beugte sich fast ins Auto. Das Alter irgendwo zwischen 60 und 40, zauseliger Bart, gelbliche Zähne und eine Fahne, die in den Augen brannte.

Naja, einen Euro kann ich sicher entbehren …

„Meista!?

„Was is?“

„Tschuljung! Du bis nu der Letzte, tut ma ja ooch leid. Sach mal, haste vielleicht ’n Maßband oder ’n Zollstock dabei? Ick jeb Dir auch Pfand, keen Ding!“

In dem Fall tut es mir ganz besonders leid, dass ich die Nachfrage mit „Nein“ beantworten musste. Ich hätte doch zu gerne mitgekriegt, worum es ging! 🙂

Anders als sonst

Die Silvesterschicht ist ja schon in vielerlei Hinsicht anders als so eine 08/15-Schicht, wie sie mir jetzt die Tage dann wieder bevorsteht.*

Und das Geld, über das wir uns an Silvester so freuen, ist ja nur das Nebenprodukt der Tatsache, dass wir an jeder zweiten Ecke Kundschaft haben. Und das merkt man auch an den Strecken, die man fährt. Ich vielleicht mehr als andere, da ich ja wirklich gerne auf den Ostbahnhof zurückgreife und die Touren sich gerade in schlechten Nächten eher wie ein Sternmuster um den Bahnhof ziehen. Florian ist das auch aufgefallen und er hat mir einen Screenshot meiner GPS-Karte geschickt. (Noch sieht sie genauso aus, hat meine letzten Touren offenbar nicht geloggt – das ändert sich aber bald wieder)

City Ost? Brauchen wa nüscht! Quelle: Sash/Florian

Wie man sieht, ist mir um die eigentliche City ein großer Bogen gelungen. Vor allem, wenn man beachtet, dass ich natürlich nicht als amokfahrender Spezialpatient durch den Tiergarten und die große Party gepflügt bin, sondern den Tunnel darunter benutzt habe. Auf dieser Karte sind auf jeden Fall schon einmal drei der längsten Touren der Nacht erkennbar – was wiederum für Silvester sehr untypisch ist.

*das ist jedes Mal bitter: dass ausgerechnet nach Silvester der meist miese Januar kommt.

Happy New Year!

Die 1925 im Neujahrstaumel, Quelle: Sash

So, Silvester ist einmal mehr abgehakt.

Und was soll ich sagen? Es war eine fantastische Schicht! Hier ein paar kleine Statistiken:

Da ich ja nun wirklich nur eine sehr begrenzte Zeit fahre, kann ich natürlich nicht mit Gesamtumsatzrekorden prahlen. Es hat ehrlich gesagt nicht einmal bis zur besten Schicht im letzten Jahr gereicht. Aber in den Stunden zwischen 1.05 Uhr und 7.35 Uhr hatte ich einen Stundenschnitt, der um die 42,75 € lag. All-Time-Highscore.

Zum Vergleich: im Monatsmittel strebe ich Pi mal Daumen 20 € an, ich hatte aber sowohl schon schlechte Monate mit unter 15 €, als auch schlechte Schichten unter 10 €.

Dazu kamen rund 46 € Trinkgeld, so gesehen war Silvester finanziell schon einmal ein Erfolg – was aber natürlich zu erwarten war. Dennoch: es war die Neujahrsschicht mit den längsten Leerfahrten – alleine zu Beginn habe ich mehr als 5 Kilometer ohne Kundschaft an Bord geschafft. Im Vergleich zu den letzten Jahren waren aber die Touren wesentlich kürzer. Das mag jetzt erst einmal eher schlecht klingen, ist es aber nicht! Kurze Touren bringen (wegen des Einstiegspreises und der teureren ersten 7 Kilometer) mehr Geld pro Zeiteeinheit und pro Kilometer. Ich sage es ja immer wieder: unser Problem sind in Wirklichkeit nicht die kurzen Touren, sondern die Wartezeiten dazwischen!

Meine Touren nach 1 Uhr waren fast genau die normalen Durchschnittstouren – 11,58 € im Schnitt, von Kurzstrecke bis 26 €. Davon hatte ich aber eben ca. 3,7 Stück pro Stunde.

Lassen wir die Finanzen aber mal beiseite. Dass dieser Teil gut sein würde, war klar. Das wird an Silvester immer so sein. Darüber hinaus war es aber eine unglaublich angenehme Schicht. Zugegeben, WTF-Momente und Blogeinträge gab es schon ein paar – aber wirklichen Stress? Also mal abgesehen davon, dass meine Nikotinsucht sich gelegentlich gemeldet hat, hab ich nichts dergleichen bemerkt. Die Fahrgäste waren alle höchstens betrunken, nicht rotzebesoffen. Es gab keinen einzigen potenziellen Kotzkandidaten und das Auto ist bis auf ein bisschen Straßenstaub genauso sauber wie zuvor. Kein Kunde war ernsthaft sauer, dass er lange warten musste, nur eine Truppe hat um den Preis feilschen wollen, was allerdings erkennbar eher Spaß als Ernst war. Fast alle waren eigentlich guter Laune, spendabel und froh, dass ich unterwegs war. Eine perfekte Schicht gibt es nicht – diese jedoch kam verdammt nah ran! Und weil ich ein völlig uncooler Optimist bin, sehe ich das mal als gutes Zeichen fürs gerade anlaufende Jahr. Ganz im Ernst:

Happy New Year!
Willkommen in 2013!


PS: Die Einträge zu den Fahrten kommen wie immer in den nächsten Tagen.

Geschafft …

So, das Jahr 2012 liegt in den letzten Zügen, keine fünf Stunden mehr, dann dürfen wir uns wieder einmal umgewöhnen, wenn wir das Datum schreiben. Was bin ich froh, dass zumindest WordPress das automatisch hinkriegt … 😉

Die lieben Worte und netten Wünsche, die ich zum Jahresende gerne loswerden würde, bringe ich kaum noch fertig zu tippen, ich hab das heute in den Pi mal Daumen 100 Blogs, denen ich folge, dauernd gelesen. Ich bin gerade versucht, Taktiken aus der Kinderzeit aufzugreifen und zu schreiben:

„Das alles. Plus unendlich!!!einself111!“

2012 war für mich ein gutes Jahr. Taxifahren und schreiben haben einmal mehr eine Menge Spaß gemacht und ich freue mich, dass sich das Gewicht immer mehr in Richtung schreiben verlagert. 2013 wird es dann wirklich mindestens ein eBook von mir geben, es ist gestern Nacht vorläufig fertig korrigiert worden (das einzige Mal Rechtschreibkontrolle in whole fucking 2012 – und stolz drauf!), wird aber noch eine weitere Lektoratsrunde durch die Republik drehen, bis es in hoffentlich ein paar Wochen dann auch zu haben sein wird. Und macht euch keine Hoffnungen, ihr werdet davon erfahren! 😉

Ganz besonders bedanken wollte ich mich bei den nicht stillen Lesern und auch dort vor allem denen, mit denen ich jenseits des Blogs zu tun hatte. elder taxidriver vervollständigt seit einem halben Jahr meine Privatbibliothek, Hannes hat mir die längste Taxifahrt ever (gleich zweimal) beschert, Rike meldet sich inzwischen öfter und fährt mit mir, Jo gehört eh zum Inventar und zahlreiche andere haben mir auch im Verlauf der letzten 12 Monate wieder jede Menge Geschenke geschickt, die ein oder andere Fahrt mit mir gemacht und und und …

Danke!

Ich werde mich schon in der nächsten Stunde mal auf die Straße wagen, vorrangig um das Auto zu betanken, die Lage zu checken und natürlich um die Schicht noch vor 0 Uhr zu beginnen. Rund um den Jahreswechsel werde ich dann zu Hause sein, gemütlich was essen, Feuerwerk gucken etc. Und danach ist natürlich Hauptkampfzeit. Ich hoffe, ihr beherzigt meinen Text über die Silvesterschicht. Kommt gut rüber nach 2013, ärgert eure Taxifahrer nicht und denkt dran: Feuer ist auch heiß, wenn es bunt ist!

Alle Jahre wieder …

Nee, das mit Weihnachten haben wir hinter uns!

Aber da war doch noch was, stimmt’s? Genau. Wir schreiben den 28. Dezember. Zumindest, so wir einen Grund haben, das Datum irgendwo niederzuschreiben. Aber vielleicht sollten wir, denn wie uns die Beklopptenwelle um den 21.12.2012 gezeigt hat, kann es noch tausende Jahre später Idioten geben, die den Fakt missbrauchen, dass man über ein Datum nichts geschrieben hat. Ich will also meiner Chronistenpflicht nachkommen und nicht nur den heutigen 28. Dezember, sondern gleich auch noch das diesjährige Silvester erwähnen. Die Weltuntergangsfanatiker können sich zurücklehnen, die Apokalypse bleibt auch an diesem Tag aus. Zumindest als globales Ereignis. Im Taxigewerbe weiß man das jedes Jahr aufs Neue nicht und deswegen schreibe ich auch immer etwas dazu.

Meine Stammleser können sich zurücklehnen, ich schreibe diesen Text wirklich jedes Jahr, seit ich an Silvester ins Taxi steige. Seitdem hat sich nichts geändert. (Falls jemand will: hier die Texte zu Silvester 2011 und 2010 )

Aber schon alleine der BOBs wegen hat GNIT auch 2012 zahlreiche Neuleser und von denen ist nicht jeder so liebenswert bekloppt (ich meine das ernst, ich liebe euch dafür!), diesen Blog komplett durchzulesen und damit schon auf dem Laufenden.

Ausnahmezustand!

In manchen Städten kennt man das auch von verschiedenen Großveranstaltungen, in Berlin ist die Silvesternacht eher eine Ausnahme: es ist die Nacht, in der das Taxigewerbe scheinbar zusammenbricht. Silvester wird von einem Großteil der Menschen hierzulande gefeiert, in dieser Nacht ist in fast jeder Bude eine Party. Nicht nur in den Clubs wie sonst auch. Das heißt, dass etliche Leute betrunken sind, die es sonst nie sind und etliche Leute Taxi fahren, die uns sonst nur mit dem Arsch ansehen. Dazu kommt, dass Silvester recht zuverlässig während einer kalten Nacht stattfindet und das Feiern auch unter Taxifahrern recht verbreitet ist. Kurzum: In dieser Nacht gibt es zahllose Kunden und im Vergleich nur wenige Taxen!

Toll und Scheiße – zwei Seiten einer Medaille.

Für uns Taxifahrer bedeutet das zwei Dinge: Zum einen ist die Nacht lukrativ wie sonst keine und einige Kollegen fahren deshalb freiwillig Schichten, deren Dauer nicht ohne Grund seit etwa 20 v. Chr. nicht mehr legal ist. Die Umsätze sind von Abends bis fast Mittags bombig, je nach Glück verdient man hier in Berlin als Taxifahrer das zwei- bis dreifache einer guten (!) Wochenend(!)-Schicht. Auf der anderen Seite hat man es mit überdurchschnittlich schwierigen Kunden zu tun. Fast alle haben lange auf ein Taxi gewartet, fast alle sind betrunken und oftmals führt das dann dazu, dass sich die Fahrgäste streiten oder allgemein nicht gut auf uns Taxifahrer zu sprechen sind. (Hier kann man lesen, weswegen man sich als Taxifahrer in der Nacht gerne mal das Superman-Hemd anlegt)

Und zu all jenen Fahrten gesellen sich dann noch diejenigen mit Menschen, die an Silvester todunglücklich sind, realisiert haben, dass das Jahr scheiße war, akut vom derzeitigen Tag enttäuscht sind oder einfach Bock auf eine Depri-Phase haben. Ebenso das ganze Glas und die Böller auf den Straßen und die laut Murphy erhöhte Chance auf eine Autopanne. Von ganz absurden Geschichten mal abgesehen.

Keep cool!

Deswegen muss ich einmal mehr sagen: Bleibt ruhig an Silvester und erwartet nicht zu viel von uns!
Die Taxifahrer, die sich in dieser Nacht auf die Straße schmeißen, anstatt angemessen besoffen ins Bett zu fallen, können nichts dafür, dass sie zu spät sind, dass eine Bestellung nicht funktioniert oder dass es vielleicht gar nicht geht.

Wie immer möchte ich euch keineswegs vom Taxifahren abhalten, aber in dieser einen Nacht geraten wir an unsere Grenzen und ebenso wie ich werden wahrscheinlich alle Fahrer keinerlei Bestellungen annehmen. Und das ist gut so!
Am effektivsten arbeiten wir nämlich, indem wir einfach an jedem Eck jeden Kunden mitnehmen und so insgesamt für möglichst wenige Leerkilometer sorgen – sprich: mehr Leute in kürzester Zeit befördern. Das ist für den einzelnen vielleicht mal scheiße, aber wir tun unser Bestes, versprochen! Wir haben zu keinem Tag im Jahr mehr Stress, aber genau deswegen haben es auch an keinem Tag des Jahres Arschlöcher schwerer, ein Taxi zu bekommen. Wer also glaubt, sich seinen Platz mit Gewalt und Hass sichern zu müssen, wird eher in die Röhre gucken als die vernünftigen Leute!
Und wenn ihr es eilig haben solltet, kümmert euch privat um einen Fahrer!

Ich bettele sonst nicht darum, aber bitte shared, retweetet und verbreitet diesen Artikel in jeder Form! Mein Umsatz in dieser Nacht wird ok sein, dafür muss ich nichts tun. Aber es wäre mir ein Anliegen, wenn wir alle bis zuletzt – also der Taxifahrt nach Hause – ein schönes Silvester hätten! Plant die Wartezeit ein, seid nett und denkt daran, dass wir Taxifahrer trotz all dem Stress selbst in den besten Stunden kaum über 20 € Stundelohn kommen werden – beileibe also kein Betrag, für den man sich alles antun muss!

Mein Silvester

Obwohl meine mal wieder ausgeprägte Geldknappheit durchaus fordern würde, mich ebenso wie viele Kollegen 12, 14 oder sogar 16 Stunden in den Kampf zu werfen, werde ich voraussichtlich wieder ab etwa 1.00 Uhr im neuen Jahr starten, wenn die Luft wirklich brennt – nachdem ich mir einen schönen Abend mit Ozie gemacht habe. Und ich hoffe, ihr gleicht mein fehlendes Engagement mittels Lesen, Einkaufen und Schenken schon aus 😉

Ich freue mich auf Silvester und hoffe, ihr tut es auch. Es ist eine schöne Nacht und sie wird hoffentlich ein würdiger Abschied fürs Jahr 2012. Ich wünsche mir nur, dass ihr gerade wenn ihr betrunken seid noch zu schätzen wisst, was wir Taxifahrer für euch tun!

Rock on und ein frohes Jahr 2013!

Wieder zurück!

So, herzlich willkommen zum Ende der kurzen Winterpause! Es war zwar ziemlich hart, ganze drei Tage nicht zu bloggen, aber es war eine gute Idee. Zwischen Wohnungsentschmandung und Weihnachtskochen blieb nicht sonderlich viel Zeit. Und selbst wenn die Zeit dann mal gereicht hat, ein paar Minuten an den Rechner zu gehen, ein paar Minuten zu lesen, so war es für mich einfach wunderschön, seit langem einmal wieder nicht das Gefühl zu haben, ich müsse da noch schnell was bloggen. Und mal ganz ehrlich: das plötzliche Auftauchen von Familie ist wahrscheinlich der weltbeste aller Gründe, mal spontan nicht nur im Erst-, sondern auch im Zweitjob eine Pause einzulegen. 🙂

Ich möchte vorweg auch schon einmal danke sagen für die ganzen netten Weihnachtswünsche, Likes und die auch dieses Mal nicht ausgebliebenen Geschenke von euch. So ist Weihnachten immer noch einmal eine Spur schöner und es hat mich ebenso erfreut, dass der ein oder die andere meinen wirklich ernst gemeinten Links der letzten Tage gefolgt ist. Ich mache das ja nicht ohne Grund.

So, jetzt haben wir aber dieses ganze Christmas-Gedöns abgehakt und steigen mal wieder ein ins Blogleben. Das tue ich vorerst mit einer kleinen Kurzanekdote ohne besondere weihnachtliche Moral:

Die letzten Tage vor Weihnachten zogen gerade so ins Land und ich stand wieder einmal an meinem Lieblingsbahnhof. Wie immer nicht alleine, wie immer aber auch einer der wenigen, die sich für ein paar Euro fuffzig auch mal aus ihrem Auto rausbewegen. Der Kollege hinter mir war einer der Sorte, dem es zu viel war, nachzufragen in welches A&O-Hostel die Kundschaft wollte – wahrscheinlich weil er sich vor der Antwort fürchtete. Natürlich mussten sie in die Köpenicker Straße. Fün Euro glatt – ist auch nach 20 eigentlich erträglichen Minuten nicht gerade der Stich, den man sich erhofft.

Aber mal abgesehen davon, dass ich bei kurzen Touren ohnehin kein Nörgler bin, war der Beweggrund der beiden vorsprechenden Damen, für diese kurze Strecke ein Taxi zu nehmen, auch recht offensichtlich: eine von ihnen saß im Rollstuhl und man braucht keinen Hochschulabschluss um sich auszumalen, dass das die Wegstrecke zumindest gefühlt schnell verlängert. Und die Tour gestaltete sich auch allenfalls mittelaufwändig. Nach fünf Jahren Behindertenfahrdienst hab ich keine großen Sorgen mehr, die Abmessungen von Rollis einzuschätzen, die eingeschränkte junge Dame kam ohnehin selbständig ins Auto, es war wieder ein typisches Beispiel dafür, wie wenig Panik man sich eigentlich machen muss.
Wie gesagt: ich hab 5 Jahre damit verbracht, täglich zigfach Rollis festzugurten, Leute umherzutragen, umzusetzen und Hilfestellungen zu geben. Da verweichlicht man nach 4 Jahren Taxi durchaus ein bisschen, aber als ich den Faltrollstuhl mit einem recht geübt aussehenden Handgriff in den Kofferraum bugsiert hatte, stellte ich abermals fest, dass das eigentlich die Touren waren, auf die ich mich damals immer gefreut hatte, weil sie so stressfrei waren.

Ganz so easy war es leider nicht wirklich. Meine Beifahrerin erwies sich als so ironieresistent, dass sie nicht einmal bemerkte, dass ich gar keine ironischen Sprüche brachte. Ihre schlechte Laune wollte ich ihr gerne nachsehen, aber die zackige Ansage, dass ich gefälligst zum Nebeneingang fahren sollte (natürlich nachdem wir daran vorbeigefahren sind) fand ich dann doch, gelinde gesagt, unsportlich. Ich hab die Uhr dann trotz Wendevorgang gleich ausgemacht, ein paar aufmunternde Worte bezüglich des laut rufenden Bettes gemacht, um eine Minute später fünf Euro wortlos in die Hand gedrückt zu bekommen, nur noch gefolgt von der Aufforderung, ja das Kissen nicht im Kofferraum zu vergessen.

Nee, angenehm geht anders. Aber im Vergleich zu meinem Job damals hab ich inzwischen ja ein paar Touren mehr pro Tag, so dass ich eine etwas nervige Tour viel schneller vergessen kann. 😉

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Schichtwechsel

Im vorigen Artikel habe ich erwähnt, dass ich die Silvesterschicht diesen Monat noch zum Dezember zählen werde. Die Leserzahlen bei GNIT steigen kontinuierlich, so dass ich angenommen hatte, nicht jeder weiß jetzt, wie er sich das vorzustellen hat oder was ich überhaupt damit meine. Kleiner Ausflug in den Arbeitsalltag. Berührt sowohl die Themen „Nachtschicht“ als auch „Taxi“.

Here we go!

Wie bei jedem Arbeitnehmer, der einen monatlichen Lohn bekommt, müssen natürlich auch meine Einnahmen einem Monat zugerechnet werden. Meine insbesondere, denn da ich anteilig am Umsatz bezahlt werde, ändert sich mein Lohn ja stets und ich sollte ihn ja irgendwie korrekt erhalten. Allerdings arbeite ich auch Nachtschicht – d.h. meine Schichten gehen bisweilen über die Monatsgrenzen hinweg. Theoretisch könnte die Schicht vom 31. Dezember zum 1. Januar also sowohl in den einen, als auch in den anderen Monat gezählt werden. Und wer entscheidet das?

In erster Linie die Elektronik, in gewissen Grenzen jedoch dann doch ich selbst.

Gleich vorweg: den Wunderkniff, nach dem ich die Einnahmen der Nacht doppelt ausgezahlt bekomme, den suche ich auch noch und ich befürchte, der wurde lange vor meiner Zeit irgendwie verboten und aus der Welt geschafft … 😉

Aber gerade eine außerordentlich lukrative Nacht wie Silvester will schon einmal sinnvoll eingesetzt werden. Bisher habe ich sie immer dem Januar zugerechnet, der standardmäßig ein mieserer Monat ist. Dieses Jahr wäre das Geld allerdings auf dem Lohnzettel für Dezember besser aufgehoben, also was mache ich?

Klar: die Schicht vor 0 Uhr starten.

Eine Schicht zählt immer als Ganzes, d.h. das Datum der Schicht wird danach bestimmt, an welchem Tag ich mich am Taxameter einlogge. Deswegen ist für mich die Samstagsschicht die, die ich am Samstagabend starte – auch wenn sie meist zu einem größeren Teil am Sonntagmorgen stattfindet. D.h. eine normale Schicht zählt bei einem Monatswechsel immer zum während der Schicht verstreichenden Monat.

An Silvester ist das bei mir etwas anderes, da ich an diesem Abend meist erst um 1.00 Uhr etwa starte – was das Taxameter korrekterweise bereits als Januar erkennt (ich sollte somit eigentlich eher von Neujahrsschicht sprechen …). Ergo: Gehe ich irgendwann vor dem 31. Dezember um 24 Uhr zum Auto und melde mich an, zählt das trotzdem in den Dezember. Hab ich bislang nie gemacht, sollte dieses Jahr allerdings sinnvoll sein. Es sei denn, ihr kauft einfach noch für ein paar hundert Euro über meinen Amazon-Link ein 😉

Umgekehrt ist es nicht ganz so einfach, allerdings habe ich das schon öfter mal gemacht: Wenn ich in einem Monat eigentlich genug Geld habe und mir lieber einen Puffer für den nächsten verschaffen will, dann beende ich einfach nach 0 Uhr die Schicht und starte eine neue – dann gehen wenigstens die Einnahmen nach diesem Schichtwechsel in die nächste Monatsabrechnung ein. Das selbe macht man übrigens in einer Nacht, in der der Tarif erhöht wird – man meldet sich neu an, drückt ggf. ein paar Knöpfe extra und fährt pünktlich zum neuen Tarif.

Soweit alles klar?

Denke schon, oder? Soo kompliziert ist es dann ja auch nicht. 🙂