Hallo FDP!

Nein, was niedlich!

Der Bundestag verfehlt seine eigenen Klimaschutzvorgaben in Bezug auf die Limousinenflotte. So fahren die Damen und Herren Politiker eben weiterhin gerne schwere Limousinen, obwohl es meist nur um wenig Strecke geht. Um’s gleich vorweg zu sagen: das ist mir schnuppe! Ich fänd’s schön, wenn sie ein bisschen mehr ihre Vorbildfunktion wahrnehmen würden, aber wirklich wichtig sind die paar Autos eben allenfalls für die Presse. Genauso wie man über die Diäten der Abgeordneten meinetwegen moralisch diskutieren kann – einen Einfluss auf den Bundeshaushalt haben die paar Kröten am Ende kaum, so viel isses dann schlicht auch nicht.

Das war aber auch noch nicht der Knaller an der Sache. Es gab nämlich  einen Lösungsvorschlag, der nahe lag:

Warum nicht einfach öfter mal ein Taxi nehmen als bisher?

Jetzt könnte man irgendwelche Antworten von „Aber die brauchen immer so lange!“, „Mimimi, will einen eigenen!“ oder „Nee, nachher lande ich in ’nem Zafira!“ erwarten. Aber weit gefehlt:

Die kleine Spaßpartei FDP lässt verkünden,

„dass die Taxifahrer oftmals dazu neigten, Belehrungen politischer Art abzugeben.“

Also mal abgesehen davon, dass ich selbst als Taxifahrer allenfalls vom Fahrgast gewünschte politische Diskussionen aufgreife:

Liebe FDP,

da ihr offenbar alleine durch die wahrscheinlich brutalst radikalisierte Meinung der Berliner Taxifahrer gegängelt werdet, denkt auch mal drüber nach, ob vielleicht euer Programm daran schuld sein könnte. Ich hab hier zufällig einen aktuellen Brief von eurem Chef-Heinzelmännchen Rainer Brüderle rumliegen, in dem er erklärt, wie töfte wir doch hier gerade alle in Deutschland leben. Ein Haufen schnuffiges Finanzmarkt-Geblubber, aus dem am Ende wieder nur rauszulesen ist, dass mit der nächsten Steuersenkung sogar alles noch besser wird.

Ich meine, gut, Sie sind sich da wenigstens selbst treu, Respekt!

Aber mal im Ernst: Wir hier unten in den hellelfenbeinfarbenen Wagen, wir verdienen so wenig Kohle, dass uns Steuern am Arsch vorbeigehen! Ich hab dieses Jahr keine zahlen müssen, zu niedriger Verdienst. Und die Unsummen auf der hohen Kante (also im Kleingeldglas) hab ich bislang einfach noch nicht so wirklich in Aktien und Altersvorsorgen investieren können – entweder weil nix davon wirklich übrig war, oder weil es sich erst lohnt, wenn ich etwa dreimal so viel reinstecke, wie ich derzeit insgesamt zur Verfügung hab.

Vielleicht, aber nur vielleicht, könnte es ja sein, dass Ihnen ein paar politische Belehrungen ganz gut tun würden …

Mit freundlichen Grüßen,

Sascha Bors, Berliner Taxifahrer

32 Kommentare bis “Hallo FDP!”

  1. Gast sagt:

    Nun, das wäre doch vielleicht die Lösung:
    Alle FDP Hansel (sind ja nicht so viele) werden einfach in Taxis gesetzt und so lange herumgefahren – und belehrt, bis die Gehirnzelle anfängt zu arbeiten… (Vielleicht übernimmt das ja auch die Krankenkasse?) 😉

  2. Wahlberliner sagt:

    Herrlich, über diese Begründung hab ich auch geschmunzelt und teilweise den Kopf geschüttelt. Es zeigt, dass die Politiker in den hohen Rängen nicht nur in einer völlig von der Lebensrealität „ihrer“ 82 Millionen Bundesbürger abgekoppelten Parallelwelt leben, sondern auch, dass sie in dieser leben *wollen*. Damit haben sie ganz offen zugegeben, dass ihnen die Bevölkerung am Allerwertesten vorbeigeht. Liest man auch nicht unbedingt häufig, so ein ehrliches Eingeständnis…

  3. Wahlberliner sagt:

    PS: @Sash: Schick den ganzen Blogeintrag dann doch auch noch mal auf Papier in die FDP-Parteizentrale. Und in einem zweiten Brief hinterher, sozusagen als „politische Belehrung“ alle Kommentare, die sich in den nächsten Tagen darunter ansammeln! 😉

  4. Mich sagt:

    Naja, genaugenommen sind die Argumente: Die Taxifahrer verfahren sich zu oft (im Regierungsvierte!!! sogar ich als Nicht-Berliner verfahre mich eher NICHT im Regierungsviertel) und dann wollen sie über Politik diskutieren…..

    FDP komm geh

  5. Paul sagt:

    Ich wär dafür, dass die Abgeordneten U-Bahn fahren, bzw. Strecken unter zwei Kilometer laufen. So wie eben Normalsterbliche auch… Aber das ist wohl ein kleines bisschen utopisch

  6. @Paul

    Also zumindest in Bonn ist mir seinerzeit die Westerwelle öfters über die Füße gestolpert. Aber Bonn ist eben auch nicht Berlin.

  7. Ullatrulla sagt:

    Spitzenbeitrag, kann ich genauso unterschreiben und dir nur beipflichten. Aber ich denke das „Problem“ FDP hat sich bei der nächsten Bundestagswahl eh erledigt…^^

  8. Cliff sagt:

    > Kleingeldglas

    Nimm das Geld raus und probier’s mit eingelegten Chilis, die du dem nächsten FDP-Politiker dann stückweise in den… Na du weißt schon.

    (Und jetzt ganz ohne Sch***: Laut der indischen Ayurveda-Lehre helfen frische Chilis, an entsprechender Stelle reingeschoben, wirklich, wenn man den A**** offen hat.)

    [/rant] [/politico]

  9. Achja, der tolle FDP-Brief flatterte vor paar Wochen auch bei mir ins Haus 😉

    Deine Antwort ist sehr treffend und investiert doch mal die paar Minuten um diese mal wirklich der FDP zukommen zu lassen!

  10. Bernd K. sagt:

    Wer will sie den Taxifahrern verdenken, die politischen Belehrungen. Die wenigen Fälle die ich erlebt habe, lappten allerdings öfter in die braune Richtung. Aber gerade Politiker sollten sich damit aueinandersetzen. Neben der Tatsache, dass es die mit Abstand preiswerteste Lösung wäre, böte sich den Damen und Herren Poliikern eine Gelegenheit, dem Volk „aufs Maul“ zu schauen.

    Im übrigen gibt es 2 E-Klassen-Modelle, die 109 bzw. 119 g/km CO2 ausstossen und somit den selbstgesetzten Grenzwert von 120 unterschreiten. Die anderen beiden deutschen „Premium-Hersteller“ schaffen das nicht ganz. Haben die jetzt die bessere Lobby oder ist MB irgendwie in Ungnade gefallen?
    Und für den Stadtverkehr besser wäre natürlich Golf-Klasse oder noch besser natürlich ein Fahrrad oder Pauls Vorschläge…

  11. Cliff sagt:

    @Bernd:
    > lappten allerdings öfter in die braune Richtung

    Die Taxifahrer sind auch nur ein Querschnitt der Bevölkerung, genauso wie Polizisten oder Busfahrer. Da kenne ich einen, der würde mich (langhaarig, bärtig, Typ „Alt-68er“) am liebsten nicht mitnehmen, aber, tja: Leider hat er eine Beförderungspflicht, und was dabei rauskommt, wenn man mich an einer Haltestelle „übersieht“, durfte er bereits erfahren. (Ja, ich wohne ländlich, und da kann es vorkommen, dass man allein im Novemberregen um halb acht Uhr abends an der Haltestelle steht.)

  12. mwi sagt:

    mhh, also wäre ich so ne 3 – 4% partei würd ich ja doch schon mal öfters mal zuhören, was mir denn der ein oder andere potentielle wähler zu sagen hätte. bin ich aber zum glück auch nicht 😀
    ansonsten sash, reg dich nicht auf, die fdp ist auch eher was für die kollegen in den schwarzen kombis mit den gardinen an der seitenscheibe 😉

  13. Blogolade sagt:

    FDP… ist ja sowieso ein Ding für sich. Aber so ganz allgemein leiden unsere Politiker, egal welcher Partei, an schwerem Realitätsverlust. Die merken echt nix mehr. Und ja, solange das so ist, sind auch die Diäten zu hoch. Nicht wegen dem Loch, was sie in die Haushaltskasse reißen sondern weil sie die Politiker auf hohe (Stahl-)Rösser setzen.

    Liebe Parteihansels, kommt mal zurück auf den Boden der Tatsachen. Ganz egal ob mit dem Taxi, zu Fuß oder mit dem Rad.

  14. Michi sagt:

    “Nee, nachher lande ich in ‘nem Zafira!” – *wuhahaha* 😀

    Es gibt übrigens eine noch preiswertere Lösung, um von A nach B zu kommen. Jeder Bundestagsabgeordnete bekommt doch, wenn ich das richtig im Kopf habe, qua Amt eine BahnCard 100, kann also durch ganz Deutschland für umme Bahn fahren. Da braucht man das Taxi nur, um zum Bahnhof bzw. von da wieder weg zu kommen. (Oder muss man sich im Zug auch politische Belehrungen vom Pöbel von den Mitreisenden und/oder vom Personal gefallen lassen?)

    Die Überschrift des SPON-Artikels find ich übrigens ziemlich irreführend. Wenn die die CO2-Grenzwerte senken, würde ich erwarten, dass die Autos jetzt weniger davon ausstoßen dürfen. Statt dessen wurde der erlaubte Ausstoß von 120 auf 140 g/km angehoben.

    Auch ein nettes Zitat aus dem Artikel: Der bisher geltende und nun gekippte Grenzwert von 120 Gramm CO2 entspricht dem Ausstoß eines Golfs. – Ja, dann fahrt doch Golf! Ist sogar ein heimisches Produkt. Oder denke ich da zu pragmatisch?

  15. Hannes sagt:

    Warum musste ich nur, als ich gestern den von dir zitierten Beitrag in der Berliner Zeitung las, nur sofort an dich denken?

    Und dass Du meinen stillen Wunsch, das nicht unkommentiert zu lassen, gleich in die Tat umgesetzt hast, tja, war das wohl Gedankenübertragung…

    Den Aufwand, die Zeilen an eine Spaßpartei zu schicken, würde ich mir nicht machen.
    Das wertet die nur unnötiger Weise auf.

  16. Wahlberliner sagt:

    @Hannes: Leider wird der Laden von unseren Massenmedien trotz Wahlergebnisse unterhalb der Bedeutungslosigkeit immer noch nicht als Spaßpartei und so bedeutungslos, wie sie tatsächlich sind, angesehen. Bleibt zu hoffen, dass sie bei den nächsten Bundestagswahlen an der 5% Hürde scheitern.

    Davon abgesehen bin ich sicher, dass sämtliche Abgeordneten aller anderen großen Parteien dasselbe „Argument“ gegen’s Taxifahren hätten. Außer vielleicht den Linken, aber die werden ja leider nicht ernst genommen…

  17. Frank sagt:

    Als ich das auf SPON gelesen habe, dachte ich mir sofort, dass ich binnen 24 Stunden was von dir dazu lese…
    Die selbe Begründung liesse sich ja übrigens auch auf die Allgemeinheit ausweiten, dann sollte Herr Brüderle das Haus besser gar nicht mehr verlassen.
    Das wäre dann sowohl zum Schutz seiner hochgeschätzten Merkbefreiung, als auch im Sinne des Schutzes von Minderheiten vor Diskriminierung eine gute Wahl. Und nicht zuletzt wäre es auch eine hervorragende Maßnahme zum Schutz der Bürger vor Ausbeutung durch eben diese Minderheiten.

  18. elder taxidriver sagt:

    Beim, im, am, oder um den Bundestag herum, sprich Reichstag wird übrigens schon fleißig Taxe gefahren, vielleicht zuwenig, das kann ich nicht beurteilen, aber es gibt sogar Schulungen für die betreffenden Taxifahrer , glaube der Würfel macht das.
    Und nur die, die dann das hinter sich gebracht haben bekommen dann auch die entsprechenden ‚Uffträge‘. Vermutlich geht es meist um die Mitarbeiter der Abgeordnetenbüros etc?

  19. elder taxidriver sagt:

    Und dann gab es im Juni dieses Jahres noch den skurrilen Auftritt einer SPD-Abgeordneten, die stieg ins Taxi und wollte nach Lankwitz, da hat der Taxifahrer den Stadtplan erstmal befragt.. und dann eskalierte die Sache mit Polizei Krankenwagenbestellung , was weiß ich, aber ist alles nachzulesen, für Interessierte.

  20. highwayfloh sagt:

    FULL ACK – Sash!

    Eines muss man aber verstehen bei der Angelegenheit:

    Das Geld dass bezüglich Taxifahrten eingespart werden soll, ist doch nicht „verloren“ sondern dann nur „in anderen Händen“ … nämlich in den Händen unserer Volksvertreter… . Die können es dann wiederum ausgeben für die längst überflüssligen Pendeleien zwischen Bonn und Berlin mittels Flugbereitschaft oder eben mal für ne Dienstwagen-Nachfahrt zum Urlaubsort, falls das Auto gestohlen … ähm verloren gehen sollte… .

    Volker Pispers (der Kabarettist) hat vorhin grade in der Kabarett-Show auf dem WDR sinngemäß gesagt:

    „Da jeder deutsche Staatsbürger ja 25.000,– Euro Staatschulden hat (real) und 60.000,– Barvermögen (statistisch) … legen wir doch alle zusammen und überweisen die statistischen 60.000,– Euros und das Schuldenproblem ist gelöst…“.

    Und:

    „Würden die 10 Prozent der Superreichen die 73%(?) des Geldvermögens in Deutschland besitzen, davon jedes Jahr nur 5% an den Staat zurückzahlen, wäre unser Schuldenproblem ebenfalls gelöst. Das Problem ist nur, dass wir in einer Demokratie leben und in einer Demokratie noch nie die Politik so funktioniert hat, dass sie 95% der Bevölkerung zu gute kommt!“

  21. Sash sagt:

    @all:
    Scheint ja gut angekommen zu sein 😀
    Sorry, momentan ist mir nicht danach, alles einzeln zu beantworten – vielleicht später.

  22. highwayfloh sagt:

    @Sash:

    Zufällig Lust noch ein wenig zu schnaken? Infos dafür haste ja schon bekommen.

  23. Wahlberliner sagt:

    @highwayfloh: Solange man sich da noch so dran stört, gibt man dem Geld (und damit denen, die ungerechtfertigt viel davon haben und es entsprechend missbrauchen/können) noch zu viel Macht. Das Geld an sich ist doch völlig wertlos! Klar, ich benutze es, es ist praktisch, eben wie ein Werkzeug. Aber gerade die lächerlich hohen Summen mit wievielen Summen zeigen sehr schön, dass es keinen wirklichen Wert hat. In dem Fall ist es praktisch, es zu benutzen, wenn keins da ist, kommt wieder welches, aber man sollte niemals den Fehler machen, den diese „obersten“ 10% machen, und das Werkzeug zum selbstzweck um seiner selbst willen erheben. Damit würde man nämlich sprichwörtlich in der „Geldfalle“ fest stecken, genauso wie diese „oberen“ 10% (oder vielleicht auch noch der größte Teil der restlichen 90% ebenso, die an das Geld „glauben“). Sinnvoll wäre doch eher, jegliches Glaubenssystem zu hinterfragen, und da ist das Geld bzw. dessen „Macht“ wirklich eines der am intensivsten klebrigen. Dabei wäre es kein Problem, es zu durchschauen, denn niemals ist es das Geld, was uns am Leben hält, immer sind es die Dinge, die wir dafür bekommen, dass wir Geld weggeben – aber diese Kausalität ist keineswegs von Natur aus so festgelegt (sonst hätte die Evolution auch im Tierreich einen geldbasierten Tauschhandel eingerichtet), also kann und muss es auch anders funktionieren.

    Deshalb an Dinge wie Staatsschulden zu glauben, oder dass es tatsächlich eintreten könnte, dass wir diese einmal zurückzahlen müssten (neben dem offensichtlichen „wovon“, ist hier die interessantere Frage: an wen? Wer hätte dann diese ganzen Billionen, und wofür würden die dann wieder ausgegeben?), halte ich für recht kurzsichtig.

    Als Vergleich fällt mir immer die Thermodynamik und ihre Hauptsätze ein: Energie kann innerhalb eines geschlossenen Systems weder verschwinden, noch neu hinzukommen, sondern nur umgewandelt werden. Man würde denken, das müsste auch für eine Wirtschaft gelten – dann könnte man dem Geld einen gewissen Sinn über dessen beiläufige Benutzung hinaus zuweisen, aber so ist das eben nicht aufgebaut. Da es sozusagen „unbegrenzt“ aus dem „nichts“ erschaffen werden kann, hat es auch genau diesen Wert: nämlich gar keinen. Dass die Menschen dem trotzdem einen Wert zumessen, und wir deshalb alle dafür arbeiten gehen, um überleben zu können, ist die Versklavung, in der wir stecken – aber eben auch die „oberen 10%“, die es letztlich noch schwieriger haben, ihren sogenannten (pseudo-)Reichtum loszulassen, noch mehr daran klammern, als jemand, der sowieso nur gerade so über die Runden kommt. Befreien können wir uns daraus nur, indem wir dem Geld den „gefühlten Wert“ aberkennen. Anerkennen, dass es ein nützliches Werkzeug ist, was sich immer in einem Fluss befindet, aber niemals in einer derartigen Form unabdingbar ist, die sich nicht auch erfüllen ließe. Wenn ich keine 3k EUR für ein neues Sofa habe, dann entscheide ich mich halt für ein gebrauchtes für 200. Habe ich die auch nicht? Gut, dann finde ich eben in einer Kleinanzeige eins, was zu verschenken ist. Muss ich nur noch den Transport organisieren. Klar kann man sich einen Transporter dafür kaufen, oder man kann ihn sich mieten, oder man kennt Leute, die einen haben und ihn benutzen lassen, dafür hilft man denen eben bei etwas anderem. Oder wenn’s für die Miete mal nicht reicht: Selbst dann gibt es in unserem Staat die Möglichkeit, Hilfe zu erlangen. Wie gesagt, Geld ist an sich wertlos, und bei den lächerlich großen Summen, die in unserem Wirtschaftssystem auf zwielichtige Weise von A nach B und C, D, E, ….. verschoben werden, kann nicht die Rede davon sein, dass der Allgemeinheit dadurch ein in irgend einer Weise gearteter größerer Schaden entstehen würde, als er ohnehin schon durch den Glauben an den Wert des Geldes und die damit einher gehende Versklavung entstanden ist und aufrecht erhalten wird, solange wir noch daran glauben, dass Geld irgend einen Wert hätte.

    So, das war mein Rant zum Thema Geld.
    tl:dr: Nicht so einen Kopf drum machen, Geld kommt und geht und hat darüber hinaus überhaupt keinen Wert. Und wer nichts dabei zu verlieren hat, braucht sich auch über einen künftigen Finanzcrash keine Sorgen zu machen 🙂

  24. highwayfloh sagt:

    @Wahlberliner:

    Im Grunde gebe ich Dir vollkommen Recht. Das Problem an der ganzen Geschichte ist jedoch, dass man „gezwungen“ ist, „Geld“ zu haben. Ansonsten: keine Wohnung, nix im Magen etc. etc. Das Perverse an dem ganzen Spiel:

    Die „oberen 10%“ sitzen oftmals den Konzernen vor, welche Arbeitsplätze etc. bereitstellen, sind in entsprechenden Verbänden usw. organisiert, welche per Propaganda dafür sorgen, dass „wir“ „klein“ gehalten werden, dabei immer mehr „bluten“ und letztendlich – so wie es derzeit aussieht langfristig in der „Altersarmut“ landen.

    Selbst wenn man kein luxeriöses Leben führt: Bei 2000,– Euro Brutto und LST-KL. I kriegste ca. 1300,– € netto raus. Nach abzug aller wirklich notwendigen Kosten kommste grade so über die Runden. Altersvorsorge? Wovon denn noch? Steigen dann noch die Energiekosten, dann kannste es wirklich so machen, wie einst der „Theo.S“ gefordert hat:

    5 lange Unterhosen und 10 Pullis anziehen!

    Der Unterschied ist aber der:

    Die „Oberen 10-tausend“ samt dem ganzen Politikergesocks, schert das keinen Deut, denn die sitzen ja wohlabgesichert im Warmen!

  25. Fleno sagt:

    FDP-Bashing scheint so viel Spaß zu machen, dass man das einfachste überhaupt mal vergißt… nachzuprüfen, wer tatsächlich was gesagt hat.

    Zitat: Die kleine Spaßpartei FDP lässt verkünden,

    “dass die Taxifahrer oftmals dazu neigten, Belehrungen politischer Art abzugeben.”

    Stimmt. Sie nutzt dafür die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn, denn die hat behauptet, FDP-Politiker hätten das gesagt…. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

    Ist es nicht eine schöne Welt?

  26. Senior sagt:

    @Fleno: Quelle??

    Ich habe jetzt im Spiegel und in der Hannoverschen Allgemeinen geschaut – in beiden steht, die FDP-Äußerung komme aus dem Ältestenrat. Die Zitate von Frau Höhn sind einen Absatz davor….
    HAZ:
    „Ein SPD-Vorschlag, vermehrt Taxis einzusetzen, ist wohl eher pflichtgemäß geprüft worden, wobei Erstaunliches offenbar wurde. Im Protokoll der fraglichen Ältestenratssitzung heißt es, dass es normalen Taxifahrern an Ortskenntnis – insbesondere im Regierungsviertel – mangele, sodass erhebliche zeitliche Verzögerungen für die Parlamentarier entstünden. Zudem hätten Abgeordnete sich beklagt, „dass die Taxifahrer oftmals dazu neigten, Belehrungen politischer Art abzugeben“.
    (http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Bundestag-missachtet-CO-2-Grenzwerte-fuer-seinen-Fuhrpark)

    Spiegel:
    „Ein Vorschlag, aus Kosten- und Klimagründen vermehrt Taxis zu nutzen, wurde unter anderem von der FDP mit dem Argument abgelehnt, „dass die Taxifahrer oftmals dazu neigten, Belehrungen politischer Art abzugeben“.“
    (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/bundestag-senkt-grenzwerte-fuer-kohlendioxid-ausstoss-seiner-flotte-a-867289.html)

  27. Fleno sagt:

    Hmmm… Der HAZ-Artikel ist ziemlich mißverständlich geschrieben, so dass man das Zitat „dass die Taxifahrer oftmals dazu neigten, Belehrungen politischer Art abzugeben“ sowohl Frau Höhn, als auch dem Protokoll zuschreiben könnte… Wobei dort die FDP gar nicht als Urheber dieses Blödsinns genannt wird.

    Der Spiegel-Artikel liest sich für mich so, dass sämtliche dort getätigten Zitate von Frau Höhn kommen. Schön ist da, das angeblich „unter anderem von der FDP“ dieses Argument gekommen wäre… aha, von wem denn noch?

    Die Zeitung mit den 4 großen Buchstaben schreibt online:
    Das wurde aber im Ältestenrat abgelehnt: Die Fahrer würden sich im Regierungsviertel oft nicht auskennen. Und FDP-Abgeordnete hätten sich laut Grünen-Fraktions-Vizin Bärbel Höhn (60) beklagt „dass die Taxifahrer oftmals dazu neigten, Belehrungen politischer Art abzugeben”, sagte sie der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung”.

    Fassen wir zusammen: Es ist im Moment mehr als unklar, wer diesen Satz in die Welt gesetzt hat und was er damit bezweckt. Entweder hat Frau Höhn eine gute Gelegenheit gefunden und genutzt um die FDP zu diffamieren… oder in der FDP gibts tatsächlich einen Volldeppen in dieser Angelegenheit (womit nicht gesagt ist, ob und inwieweit in anderen Angelegenheiten Volldeppen in dieser und anderen Parteien sind)

    Allgemein wundert mich auch noch, dass sowas aus so einem Gremium nach draußen dringt… hätt ich nicht erwartet. Auf Bundestag.de hab ich nichts gefunden.

  28. Sash sagt:

    @Fleno:
    Hast schon recht, es lohnt sich natürlich ein genaueres Hinsehen. Allerdings sagen immerhin alle, dass der Spruch von der FDP kam und die wollen sich offenbar nicht äußern. Das ist mein Stand der Dinge. Und der macht eine böse Kampagne weniger wahrscheinlich, als dass da wer einen dummen Spruch gebracht hat.

  29. Senior sagt:

    Fleno:
    Die „Bild“-Berichte beziehen sich auch nur auf die HAZ (siehe den Link weiter oben) — und der Artikel dort gibt die Aussage „laut Höhn“ einfach nicht her. Damit ist für mich die „Bild“-Behauptung gestorben 🙂

  30. […] mit Parteipolitik zu tun. Es reicht ja, dass sich die FDP gegen Taxen wehrt, weil wir Taxifahrer angeblich zu oft zu politischen Meinungsäußerungen neigen würden. Wobei sich die FDP natürlich auch keine Sorgen machen muss, Taxifahrer als Wähler zu verlieren, […]

  31. Wenn man das so im Nachgang liest, find ich das voll lustig, dass die FDP 2013 mit vierkommairgendwas Prozent aus dem Bundestag geflogen ist.

    Sash unterschätz deine Popularität nicht. 😉

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