Happy New Year!

Die 1925 im Neujahrstaumel, Quelle: Sash

So, Silvester ist einmal mehr abgehakt.

Und was soll ich sagen? Es war eine fantastische Schicht! Hier ein paar kleine Statistiken:

Da ich ja nun wirklich nur eine sehr begrenzte Zeit fahre, kann ich natürlich nicht mit Gesamtumsatzrekorden prahlen. Es hat ehrlich gesagt nicht einmal bis zur besten Schicht im letzten Jahr gereicht. Aber in den Stunden zwischen 1.05 Uhr und 7.35 Uhr hatte ich einen Stundenschnitt, der um die 42,75 € lag. All-Time-Highscore.

Zum Vergleich: im Monatsmittel strebe ich Pi mal Daumen 20 € an, ich hatte aber sowohl schon schlechte Monate mit unter 15 €, als auch schlechte Schichten unter 10 €.

Dazu kamen rund 46 € Trinkgeld, so gesehen war Silvester finanziell schon einmal ein Erfolg – was aber natürlich zu erwarten war. Dennoch: es war die Neujahrsschicht mit den längsten Leerfahrten – alleine zu Beginn habe ich mehr als 5 Kilometer ohne Kundschaft an Bord geschafft. Im Vergleich zu den letzten Jahren waren aber die Touren wesentlich kürzer. Das mag jetzt erst einmal eher schlecht klingen, ist es aber nicht! Kurze Touren bringen (wegen des Einstiegspreises und der teureren ersten 7 Kilometer) mehr Geld pro Zeiteeinheit und pro Kilometer. Ich sage es ja immer wieder: unser Problem sind in Wirklichkeit nicht die kurzen Touren, sondern die Wartezeiten dazwischen!

Meine Touren nach 1 Uhr waren fast genau die normalen Durchschnittstouren – 11,58 € im Schnitt, von Kurzstrecke bis 26 €. Davon hatte ich aber eben ca. 3,7 Stück pro Stunde.

Lassen wir die Finanzen aber mal beiseite. Dass dieser Teil gut sein würde, war klar. Das wird an Silvester immer so sein. Darüber hinaus war es aber eine unglaublich angenehme Schicht. Zugegeben, WTF-Momente und Blogeinträge gab es schon ein paar – aber wirklichen Stress? Also mal abgesehen davon, dass meine Nikotinsucht sich gelegentlich gemeldet hat, hab ich nichts dergleichen bemerkt. Die Fahrgäste waren alle höchstens betrunken, nicht rotzebesoffen. Es gab keinen einzigen potenziellen Kotzkandidaten und das Auto ist bis auf ein bisschen Straßenstaub genauso sauber wie zuvor. Kein Kunde war ernsthaft sauer, dass er lange warten musste, nur eine Truppe hat um den Preis feilschen wollen, was allerdings erkennbar eher Spaß als Ernst war. Fast alle waren eigentlich guter Laune, spendabel und froh, dass ich unterwegs war. Eine perfekte Schicht gibt es nicht – diese jedoch kam verdammt nah ran! Und weil ich ein völlig uncooler Optimist bin, sehe ich das mal als gutes Zeichen fürs gerade anlaufende Jahr. Ganz im Ernst:

Happy New Year!
Willkommen in 2013!


PS: Die Einträge zu den Fahrten kommen wie immer in den nächsten Tagen.

13 Kommentare bis “Happy New Year!”

  1. breakpoint sagt:

    Schöner Auftakt für das neue Jahr!
    Ich wünsche dir, dass sich das ganze Jahr ähnlich positiv entwickelt.

    Interessante Statistken. Wertest du die noch weiter aus (z.B. mit Excel-Tabellen oder spezieller Software)?

  2. Sonnenschein sagt:

    Das klingt wirklich nach einem entspannten Jahresbeginn 🙂
    Gutes Neues wünsche ich dir, am besten mit ganz vielen weiteren guten Schichten. Ich freue mich auf die Blogeinträge 2013…

  3. Maik aus Wilhelmshaven sagt:

    Ein fröhliches neues Jahr nach Berlin!

    2013 wird bestimmt ein gutes Jahr. Für mich auf jeden Fall, darf ab Mitte Januar dann nach fast vier Monaten krankheitsbedingtem Zwangsurlaub endlich wieder Taxifahren! Und das dann gleich noch bei einer neuen Chefin, denn mein ehemaliger Chef hatte so gar kein Verständnis dafür, das man nach fünf Jahren dann tatsächlich mal eine Krankmeldung abzugeben wagt. So habe ich ihm dann die Kündigung auf den Tisch gelegt, und ihm damit die Weihnachtstage versaut 🙂

    Also, allzeit gute Fahrt, keine handbreit Wasser unterm Kiel :-), gute Kasse, friedliche Kundschaft, und vor allem viele blogbare Touren wünsche ich Dir!

  4. Sash sagt:

    @breakpoint:
    Danke! 🙂
    Also einzelne Schichten werte ich nicht gesondert aus, ich notiere mir meine paar Kennzahlen und die kommen in das Tabellendokument für den jeweiligen Monat. Diese monatlichen Werte werden tatsächlich automatisch noch einmal ein bisschen zerlegt, allerdings meist nur so als Spielerei. Ich kann Dir also z.B. durchaus sagen, dass ich im Dezember 14,57% Trinkgeld hatte, im November nur 10,49%, dafür im November einen Kilometerschnit von 1,01 € im Gegensatz zu 1,07 im Dezember. Wirklich nützlich ist die Tabelle aber eigentlich nur, um mir schnell mal meinen Lohn auszurechnen …

    @Sonnenschein:
    Danke, wünsche ich Dir auch! Und die Blogeinträge werden kommen, versprochen!

    @Maik aus Wilhelmshaven:
    Gleichfalls frohes Neues und einen guten Start in der neuen Firma! Die restlichen geschäftlichen Wünsche natürlich ebenso!

  5. Michi sagt:

    Na, das hört sich doch nach einem Silvester nach Maß an 🙂

    Ein frohes und gesundes Jahr 2013 allerseits!

  6. Matti Krawatti sagt:

    Lieber Kollege,

    so sehr es erfreulich sein mag, welche Kasse man wann einfährt, so möchte ich doch zu bedenken geben, eigentlich ist es ein NOGO, Taxenumsätze öffentlich zu machen.

    Schliesslich lesen auch böse Buben das Internet und könnten auf böse Gedanken kommen, wenn fette Beute im Taxenportemanee vermutet wird.

    Dies nur als Hinweis eines spiessigen Kollegen aus der Provinz.

    Frohes und stressfreies 2013 !

  7. Nils sagt:

    Na das klingt doch ganz wunderbar – auch Dir ein frohes neues Jahr! 🙂

    Wie ist denn die Lage so in den Nebenstraßen gewesen? Musstest Du besonders sorgsam fahren, weil da Flaschen auf den Straßen herumstanden? Oder gar Scherben? Gibt es auch Vollidioten, die Böller und anderes Zeug auf vorbeifahrende Autos werfen? Oder all das nicht? Jedenfalls waren all das jedenfalls meine Sorgen als ich heute Nacht auch mit dem (Privat-)Auto unterwegs war… 🙂

  8. PMK74 sagt:

    Frohes, gesundes und umsatzreiches Neues Jahr mit vielen Blog-würdigen Fahrgästen wünsche ich.

  9. Tino sagt:

    Sash sag mal hab ich das Gewinnspiel verpasst oder gab es keins ? Volle Kasse im neuen Jahr

  10. Sash sagt:

    @Michi:
    Danke! 🙂

    @Matti Krawatti:
    Ja, ich weiß. Ich stimme in diesem Punkt aber nicht zu. Das trifft grundsätzlich auf hohe Einnahmen zu, das ist wahr. Für uns viel schlimmer aber ist, dass jede Menge dumme böse Buben durch die Welt rennen, als Kind mal 20 € für eine Taxifahrt bezahlt haben und sich jetzt ausrechnen, dass wir rund 3 Touren pro Stunde in der Länge machen. Jeden Tag. Immer. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich gemacht habe: die Leute schätzen unsere Einnahmen (wie auch die Preise) generell wesentlich eher zu hoch ein. Deswegen verschweige ich auch keine 50€-Schichten und hab auch hier Gegenbeispiele genannt. Ja, Zahlen sind ein potenzieller Tatanreiz. Legendenbildung über 5 Ecken, bei denen die Beute jedes Mal angeblich ein bisschen größer war, ist in meinen Augen gefährlicher.

    @Nils:
    Größtenteils bin ich am Feuerwerk ganz vorbei gekommen, die Überreste haben meist nur wenig Glas enthalten. Ein paar Bögen musste ich fahren, ich hatte bei den Routen aber viel Glück und hab oft Hauptstraßen mit mindestens einer freien Spur nutzen können.

    @PMK74:
    Danke!

    @Tino:
    Mist, es hat einer gemerkt … 😉
    Ich hatte zu viel um die Ohren für so eine große Sache. Aber es wird irgendwann mal wieder Gewinnspiele geben.

  11. Sash sagt:

    @xxx:
    Danke. Und wegen der Trinkgelder: Angestellte kriegen Trinkgelder ganz legal steuerfrei, nur mal so …

    [Der Kommentar bezog sich auf einen anderen, den der Verfasser gelöscht haben wollte]

  12. Rose sagt:

    Hallo Taxifahrer,

    an Silvester hatte ich mit einer Kollegin von Dir gesprochen (allerdings andere Stadt). Sie stand kurz vor Schichtbeginn. War ihr erstes Silvester im Taxi. „Angst“ hatte sie in erster Linie vor Fahrgästen, die ins Taxi k**tzen oder ähnlichem. Sie hatte erst vor kurzem einen Fahrgast, der mit nasser Hose ausgestiegen ist. Sehr unangenehm für einen Taxifahrer. Ihr Plan war, dass sie Fahrgäste von A nach B bringt und dann dort auf weitere „Einsätze“ wartet. Um Leerfahrten zu vermeiden. Ihre Zentrale nimmt ab Mitternacht keine Anrufe mehr entgegen. Geht dann nur noch über winken. „Gebuchte“ Fahrten hatte sie schon.

    Gesehen / gesprochen habe ich sie seither nicht mehr.

  13. Sash sagt:

    @Rose:
    Die Kollegen und Kolleginnen halten das an Silvester ja auch alle immer ein wenig anders. Das mit dem Warten finde ich persönlich ein bisschen krass – der Kilomterschnitt ist da ohnehin so gut wie selten sonst.
    (Meine Chefs hoffen immer auf einen Schnitt von ca. 1€/km – normalerweise liege ich zwischen 0,90 und 1,10 €. in der Silvesterschicht bei ca. 1,30 €. DA achte ich dann wirklich nicht mehr auf kleine Umwege!)

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