Mietwagen vs. Taxi

Daniel schrieb gestern einen Kommentar, nämlich diesen hier:

Sash, mich würde interessieren, ob ihr in der Großstadt ähnlich stark unter der festpreisigen Mietwagenkonkurrenz (Minicar, Citycar etc) zu kämpfen habt? Oder gibt es sowas nur in so geringem Umfang, dass es nicht weiter auffällt? Bei uns auf dem flachen Land gab es in meiner Zeit als Taxifahrer (also seit 2002) zwei große Umsatzverhinderer. Der erste war die Gesundheitsreform, die unsere Zahl an Krankenfahrten empfindlich schrumpfen ließ. Der zweite das Minicar-Unternehmen, das den Betrieb wenig später aufgenommen hat. Wobei die damals mit ihren pauschalen 5 Euro pro Stadtfahrt nicht zwingend billiger waren – die Hälfte meiner Stadtfahrten lag beim damaligen Tarif zwischen 3,70 und 4,60 Euro – aber sobald der Kunde einen Festpreis sah, rannte er hin. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass in einer Großstadt das Winker- und Laufkundengeschäft eine wesentlich größere Rolle spielt als bei uns, wo nahezu 80% der Fahrten telefonisch bestellt werden (und daher auch von einem Mietwagenunternehmen gefahren werden können, das ja nur auf Bestellung tätig werden darf). Würde mich mal interessieren, wie sich das in Berlin verhält.

Ich versuche mich an einer Antwort, tue mich aber extrem schwer damit.

Der Grund ist: Ich habe eigentlich keine Ahnung. Aus anderen Städten weiß ich, dass das Taxigewerbe enorm unter Druck steht wegen der Mietwagen. Ich glaube, dass das in Berlin weniger der Fall ist. Zum einen gehören Mietwagen wie Minicars hier noch lange nicht ernsthaft zum Stadtbild – wenn es sie gibt, kennt sie kaum einer. Zum anderen kriege ich persönlich gar nichts davon mit.

Das ist aber ein kritischer Punkt, weil ich – gerade in meiner Eigenschaft als stummer Fahrer – es auch einfach nicht mitkriegen kann. Es ist zwar in anderen Städten sehr verbreitet, dass man sich auch Minicars illegal heranwinkt – das allerdings geht ja auch nur, wenn sie überall sind. Hier könnten allenfalls die Fahrer, die häufiger Bestellungen (sprich Fahrten über Funk) annehmen, etwas von einer verminderten Auftragslage wahrnehmen. Da Berlin aber ein gigantischer Markt mit sehr großen saisonalen Schwankungen im Bereich der Personenbeförderung ist, vermute ich nicht, dass es bisher irgendwelche Auffälligkeiten gibt. Dazu müssten es schon hunderte Fahrzeuge sein, und die gibt es meiner Einschätzung nach noch nicht hier (und wenn, dann nicht erkennbar und in einer Firma). Die Laufkundschaft kennt nur uns und ebenso geht es meines Wissens nach zumindest allen größeren Hotelketten und sonstigen Kundenquellen. Die haben die Nummern der Taxizentrale im Telefon gespeichert, nicht die eines Mietwagen-Unternehmens.

Aber liebe Kollegen mit Funk oder liebe Fahrgäste aus Berlin:

Wenn euch da andere Dinge auffallen, dann schreibt einen Kommentar. Ich bin ja auch nicht allwissend und würde mich auch über Infos zum Stand des Mietwagenmarktes in Berlin freuen!

40 Kommentare bis “Mietwagen vs. Taxi”

  1. Sebastian sagt:

    Heyhey!

    ich bin Mietwagenfahrer in Konstanz und kenne eigentlich nur meine Seite. ich denke, dass Berlin einfach zu groß ist, um einen einigermaßen profitablen Markt aufzubauen. Mietwagenfahrer müssen ja nach jedem Auftrag zurück zur Zentrale, falls kein neuer Auftrag reinkommt. Das ist in KN nicht weiter schlimm, in Berlin jedoch stelle ich mir vor, dass da ein Haufen an Leerkilometer zusammen kommen würde. Zumindest, wenn man legal unterwegs sein will.

  2. Jen sagt:

    Ich habe die letzten 22 Jahre fast konstant in Berlin gewohnt und höre heute zum ersten Mal von diesen Mietwagen. Ich denke also nicht, dass die eine ernsthafte Konkurrenz sind, jedenfalls wohl nicht um Privatfahrten.

  3. Daniel sagt:

    Wow, herzlichen Dank für die umfassende Auskunft. Ich habe mir so etwas fast schon gedacht – mir ist nämlich bei meinem letzten Berlinbesuch im Februar auch kein einziger Mietwagen aufgefallen. Das Problem mit dem illegal herangewinkt werden (was sicher in der einen oder anderen Stadt vorkommt) ist ja auch, dass die Kundschaft das Minicar/Citycar/Wasauchimmercar einerseits erkennen soll, andererseits auch nicht jeder von weitem sieht, dass da möglicherweise etwas gemauschelt wird. Ich weiß zum Beispiel von Kehl, dass die Minicarfirma auf jegliche Beschriftung ihrer Autos verzichtet – die Kundschaft weiß, welche Buchstabengruppe die Kennzeichen in der Mitte haben, das genügt offenbar zur Erkennung. Gerüchten zufolge sollen sich nämlich die französischen Kollegen recht rustikal gegen die Kehler Mietwagen gewehrt haben, als diese ihrer Auffassung nach zu zahlreich in Strasbourg präsent waren…
    Aber diese Strategie der Unauffälligkeit bei dennoch guter Auftragslage kann meines Erachtens nur in kleineren Städten funtionieren; um in Großstädten mit hohem Touristenaufkommen wirklich von Winkern profitieren zu können, fehlt einfach eine gewisse Einheitlichkeit – die Mietwagenunternehmen gibt es ja nicht flächendeckend, und dann sehen die Autos meistens auch von Stadt zu Stadt zu verschieden aus, um einen überregionalen Wiedererkennungswert zu haben.

  4. Blogolade sagt:

    Als ich in Marburg wohnte, gabs da eine Mietwagenfirma die für 3€ im Kerngebiet fuhr. Das hat sich für mich wirklich gelohnt zumal ich an der Grenze zur nächsten Preisstufe wohnte. Mit dem normalen Taxi bezahlte ich da 8-9€ je nach Fahrer und Verkehr.
    Trotzdem war immer ein gemischtes Gefühl dabei denn die Fahrer waren großteils recht zwielichtige Gestalten die unheimlich rasten (innerorts) um ihr Geld reinzufahren. Auch an unübersichtlichen Ecken und dort, wo ich hinter den parkenden Autos oft spielende Kinder vermutet hätte.

    Ab und an fuhr ich mit einem normalen Taxi weil bei der Mietwagenfirma niemand ans Telefon ging, das war deutlich entspannter. Ich konnte es mir nur meistens nicht leisten. Taxi/Mietwagen war eh ein Luxus den ich mir nur dann leistete wenn kein Bus fuhr und ich schweres Gepäck hatte.

  5. MannimMond sagt:

    Mal eine Frage als Fahrgast: Welchen Grund gibt es eigentlich für ein Unternehmen, überhaupt als Mietwagen unterhalb der gültigen Taxipreise zu fahren?
    Als Taxifahrer gehört man ja eh nicht zu den Großverdienern, man muss ja vom Fahrpreis auch noch Spritkosten und die Kosten für das Auto abziehen. Sind für ein Mietwagenunternehmen da die Unkosten günstiger (hat man also weniger gesetzliche Auflagen und damit weniger Unkosten)? Oder ist das eine Jobmöglichkeit für Fahrer, die beim zehnten Anlauf immer noch nicht die Ortskundeprüfung, bzw. den Taxischein bestanden haben? Oder kann man sich da jetzt durch die günstigeren Preise wirklich so viel mehr Kundschaft sichern, dass man da genausoviel (oder sogar mehr) als ein Taxiunternehmen verdient?

    Ich verstehe das nicht: Da gibt es schon gesetzlich festgelegte Taxipreise, deren Sinn es ist, einerseits einen funktionierenden individuellen öffentlichen Personennahverkehr zu ermöglichen und andererseits aber auch dem Taxifahrer ein halbwegs vernünftiges Einkommen zu ermöglichen. Und dann stellt sich ein Unternehmen hin und fährt freiwillig unterhalb dieser Preise? Irgendwie klingt das für mich betriebswirtschaftlich bescheuert.

  6. Sebastian sagt:

    Also, ähm, zu allererst: als Mietwagenfahrer braucht man auch einen Personenbeförderungsschein, den man auch nur mit bestandener Ortskundeprüfung bekommt. Ob Taxifahrer oder Mietwagenfahrer – beide haben den „Taxischein“. Zumindest sollte das so sein.

    Warum gibt es Mietwagen? Zumindest ist es in Konstanz so, dass es eine bestimmte Anzahl an Taxilizenzen gibt. Sind diese „ausverkauft“, gibt es keine weiteren Linzenzen mehr. Mietwagenkonzessionen sind, soweit ich weiß, unbeschränkt verfügbar. Sollte ein Unternehmer also merken, dass es zwar ein Haufen Kundschaft gibt, aber die Taxis ständig ausgebucht sind, besorgt er sich eine Mietwagenkonzession. Natürlich muss er sich erstmal etablieren, damit die Leute ihn anrufen (er darf nämlich keine Winker mitnehmen). Das hat hier in Konstanz ganz gut geklappt. Anfangs gab es zwischen dem Mietwagenunternehmen und einigen Taxiunternehmen Streitereien und Gerichtsverhandlungen, das hat sich aber jetzt einigermaßen beruhigt. Vorallem, da fast alle Taxiunternehmen mitlerweile auch Mietwagen in ihrem Fuhrpark haben.

    Lohnen sich Mietwagen? Nun. Wenn das Unternehmen bekannt ist und sich eine Stammkundschaft aufgebaut hat, dann schon. Der Vorteil eines Mietwagen ist nunmal der, dass man für ein und die selbe Strecke immer den gleichen Preis bezahlt. Beim Taxi zahlt man ja auch die Zeit, wenn man an der Ampel/Schranke/im Stau steht. Soweit ich weiß. Um den Preis so niedrig zu halten, muss der Mietwagenunternehmer natürlich auch viele Fahrten vermitteln. Das ist für die Fahrer teilweise natürlich sehr stressig. Das ist aber nur am WE der Fall. Ich habe, z.B., an einem Samstag in einer 12-Stunden-Schicht zwischen 300 und 400 Euro im Geldbeutel. Da sind dann aber auch „Auswärtsfahrten“ in die Käffer um Konstanz dabei, die mal 15, 17 oder 19 Euro kosten.

  7. MannimMond sagt:

    @Sebastian: Danke für die schnelle Antwort.
    Die Nummer mit den Lizenzen sehe ich ein: Besser weniger Geld verdienen als gar kein Geld verdienen (dürfen).

    Was die Sache mit der Wartezeit bzw. den günstigeren Preis angeht: Das war genau der springende Punkt. Für mich als Fahrgast ist das natürlich schon genial.
    Aber für Euch? Man macht sich doch die Preise kaputt, wenn man unter Tarif fährt. Und wenn es genügend Mietwagenfirmen gibt, bekommt man ja auch eine Tariferhöhung schwerer durch. Die von Dir angesprochene höhere Auslastung sollte man doch auch als Taxiunternehmen hinbekommen, wenn man das vernünftig organisiert (einheitliche Hotline, etc.).
    Ich habe nichts gegen Mietwagen. Wir haben als 18jährige auch öfters mal den Mietwagen gerufen, wenn die Party länger ging und wir nachts um drei noch heim wollten. War halt billiger als Taxi. Würde es kein Citycar, etc. geben, wäre das aber auch ein Taxi geworden (gut, und ehrlich: Trinkgeld hat es für den Mietwagenfahrer keines gegeben, hätte es auch für den Taxifahrer keines gegeben. Wir waren jung und haben auf unser Geld geschaut –> daher auch Mietwagen).

    Das mit den Lizenzen leuchtet mir aber voll und ganz ein.

  8. anonym sagt:

    Habe noch nie von Mietwagen in Berlin gehört und wohne schon immer in der Stadt. Was soll das überhaupt sein – Mietwagen? Hertz und Avis haben Mietwagen, das ist ja wohl bekannt. Aber die, die hier von Mietwagen reden, meinen ja etwas anderes. Nur was??

    Aus meiner Sicht: Es gibt Carsharing, es gibt Autoverleiher, und es gibt Taxis. Ende.

  9. MsTaxi sagt:

    @Sinn von Mietwagenunternehmen

    Mietwagen, genauer Funkmietwagen, haben schon Vorteile gegenüber Taxis:

    – keine Betriebspflicht. Ein Mietwagenunternehmer kann, auch wenn er keine Taxikonkurrenz in seiner Stadt haben sollte, seinen Laden dicht machen, wann er will, ein Taxiunternehmer hat Betriebspflicht. Ist man das einzige Taxi in der Stadt, ist man es 24/7.
    – Mietwagenfahrer brauchen in Gemeinden unter 50.000 Einwohner keine Ortskundeprüfung.
    – Die Vorschriften für die Mietwageneignung sind m.E. einfacher, es wird durch die Kundschaft auch andere Automakren akzeptiert.
    – Die gesetzlichen Betriebserschwernisse werden sehr oft umgqngen (Verstoß gegen Rückkehrpflicht nach Auftragsende).
    – Die Fahrpreise sind auch im eigentlichen Tarifgebiet frei vereinbar und somit eher undurchsichtig verglichen mit der Offenlegungspflicht des Taxitarifs.

  10. Daniel sagt:

    @Anonym:

    … mal schnell den Schlaukakamodus anknips…

    Mietwagen sind rechtlich immer mit Fahrer. Beispiel: Flughafentransferdienste, Minicar, Citycar etc.

    Was Avis, Hertz, Pennycar, Buchbinder etc. haben, sind Selbstfahrmietfahrzeuge.

  11. anonym sagt:

    @ Daniel
    Das ist Ihre Auffassung, ich teile sie aber nicht. Ich kenne das noch anders. Das ist halt der Nachteil/Vorteil, wenn man schon etwas älter ist, daß man sich nicht immer zwangsläufig auf die unmittelbare Gegenwart bezieht, sondern auch auf die Jahrzehnte davor.

    Und wenn man bei der Gegenwart bleibt: Wenn man „Mietwagen“ bei Google eingibt, wieso sind da so viele Treffer bei Hertz?? Die dürfte es nach Ihrer Definition gar nicht geben. Auch Wikipedia (was immer man davon halten mag) widerspricht eindeutig Ihrer Definition.

  12. (ein anderer) Daniel sagt:

    Hallo,
    eine erklärung für den erfolg von mietwägen könnte der service sein.

    ich habe in karlsruhe gewohnt, einer stadt mit sehr hohen taxipreisen. wenn man dort ein taxi bestellt kann von einer schwarzen s-klasse (!) bis zu einem elfenbein dacia logan alles vorfahren, tourans, passats, in grün, silber oder meiner lieblingsfarbe Stoßstangen wagenfarbe, rest elfenbein foliert und dann werbung drauf. ebenso kann von wirklich freundlichen, netten und lustigen fahrern bis zu solchen, dennen man nachts nicht in einer gasse begegnen möchte, jeder am steuer sein.

    bei der örtlichen mietwagenfirma bekommt man jedes mal eine silberne e-klasse, stufenheck oder kombi, firmenlogo dezent an der türe, sonst nichts, und, von außen, stets sauber. da taxifahren bei mir immer eine spontanentscheidung ist gehe ich zum stand und bestelle selten vor, vor allem seit die straßenbahn 24/7 fährt. ein oder zwei mal hatte ich aber das glück mit dem mietwagen zu fahren und ich muss sagen der fahrer war freundlich, ende 50 oder so und schien ruhig und verkehrssicher, ist den kürzesten weg gefahren und der wagen war innen sauber. einen festpreis gab es nicht, stattdessen ein taxameter, dass nur die kilometer gezählt hat, dazu nebenan die preisstufe, die sehr schnell bei 1,40€ war, an eine grund- oder anfahrtsgebür kann ich mich nicht erinnern.

    ich habe diese mietwägen oft vor resturants, hotels und clubs gesehen, meine vermutung ist, dass die von deren betreibern gerufen werden (so wars bei mir), wenn der gast nach einem taxi fragt.

    um fair zu sein, die meisten karlsruher taxen sind in bester ordnung und die meisten fahrer auch. aber warum sollte jemand der ein paar schlechte erfahrungen gemacht hat das risiko eingehen, wenn er die garantie haben kann, die zudem auch noch billiger ist?

  13. Jens I. sagt:

    @Anonym

    Nein, dass ist die rechtliche Unterscheidung.

    Das jeder (ausser vielleicht Leuten die aus den Branchen kommen) bei Mietwagen ein Auto von der freundlichen Autovermietung um die Ecke meint, ist ja eine ganz andere Sache. Und weil die rechtliche Unterscheidung kaum jemand kennt bzw. es keinen wirklich interessiert, werben die Firmen eben mit dem umgangssprachlichen Begriff.

    Wenn die Möglichkeit besteht, einfach mal in die Papiere eines solchen Fahrzeuges schauen. Da erscheint der Begriff dann wieder.

    Wikipedia gibt unter dem Begriff Mietwagen übrigens eine Auswahlseite aus, mit der Wahl von Leihwagen und Mietwagen mit Fahrer. In beiden Artikeln wird auf den jeweiligen anderen Artikel hingewiesen mit den entsprechenden Unterschieden.

  14. Daniel sagt:

    Nun, ob es früher eine andere Unterscheidung gab, weiß ich in der Tat nicht. Aber Google und Wikipedia können auch einmal irren – dort werden Dieter Bohlen und Marc Terenzi ja auch irrtümlich als Musiker bezeichnet 🙂

    Aktuelle Anekdote: die Lieferung eines neuen bestellten Fahrzeugs zur Schülerbeförderung hat sich seitens Fiat verzögert. Deshalb mieteten wir übergangsweise ein Auto und bekamen die Ausnahmegenehmigung, „…das Selbstfahrmietfahrzeug mit dem Kennzeichen…als Mietwagen in der Personenbeförderung…einzusetzen“ – manchmal hat man also beides in einem 🙂

  15. Zero the Hero sagt:

    Es hat den Anschein, daß hier (auf dem Land) Taxifirmen sowohl Taxis als auch Mietwagen anbieten. Mietwagen zum günstigeren Preis für längere Strecken, Taxen innerorts. Und die Mietwagen sind unbeschriftet bzw es steht „Fahrdienst“ o.ä. drauf. Und die werden gerne von Reisebüros o.ä. vermittelt.

    Dringende Transporte von Sachen über weite Strecken übernehmen hier auch gerne die lokalen Securityfirmen, die eine oder andere Securityfirma übernimmt wohl auch Personentransport (ein oder 2 Leute pro Firma haben den Personenbeförderungsschein).

  16. Kajol sagt:

    Ich kannte tatsächlich lange Zeit Taxis nicht, weil es ganz normal war, einen Funkmietwagen zu rufen. *g*

  17. Walter sagt:

    Ich bin früher mal Mietwagen gefahren, sozusagen zum Einstieg ins Taxengewerbe in einer Gemeinde unter 50.000 Einwohner und habe mir dabei die Ortskenntnis erfahren. Der Betrieb hatte Taxen und Mietwagen und den gleichen Preis auf der Uhr bzw. dem Wegstreckenzähler; der unterschied liegt dann auch beim Steuersatz der bei der Taxe mit 7% beginnt und beim Mietwagen immer 19% .
    Echte Probleme gibt es wohl zwischen Taxen und Mietwagen im Raum Kassel wo die Jungs mit einem km Preis von 99ct werben (lt. Taxi heute )

  18. Sash sagt:

    @all:
    Hey, ich finde die ganzen Berichte echt interessant. Ich werd jetzt nicht auf jeden eingehen, aber ich hab einiges neues gehört. Was Berlin angeht, scheine ich aber wohl Recht gehabt zu haben. Ist ja auch was 🙂

  19. Hoffentlich habe ich es nicht überlesen, aber ich glaube, ein Aspekt ist noch nicht voll ausgeleuchtet worden: Mietwagen müssen nicht billiger als Taxen sein. Es gibt durchaus auch die Möglichkeit, die Taxipreise zu überbieten. Sei es, weil man „VIP-Mietwagen“ betreibt, eine S-Klasse mit Chauffeur ist auch ein Mietwagen im Sinne des Personenbeförderungsgesetzes. Oder, weil man einfach mehr verdienen möchte. Wer hier in Paderborn in einen Dacia-Mietwagen einsteigt, hat ebenfalls das „Vergnügen“, in der ausgelutschten Karre mehr als den Taxitarif zu bezahlen.

    Aber stimmt natürlich. reine Mietwagenunternehmen fahren meist die Billigschiene mit aggressiver Werbung. „Pflicht“ ist das aber nicht.

  20. Sash sagt:

    @Torsten Bentrup:
    Zweifelsohne. Aber natürlich sind die meisten Minicars etc. tatsächlich deswegen so beliebt, weil sie billiger sind.
    Allerdings muss ich sagen, dass ich beispielsweise bei meiner Mutter in Cuxhaven auch festgestellt habe, wie absurd das Ganze betrieben wird. Ich hab mir mal ausgerechnet, dass man (damals) irgendwie maximal 2 € oder so sparen konnte. Trotzdem waren irgendwie alle total irre wegen dieses Angebots, obwohl die Taxen zumindest in Punkto Wagenpflege teils weit überlegen waren. Ich hab dort Taxi- wie Mietwagenfahrern immer Trinkgeld gegeben, aber wenn ich ehrlich bin: Schon alleine das hat meist die Unterschiede anulliert…

  21. MsTaxi sagt:

    In der letzten Nachtschicht erzählte mir ein Fahrgast: Je nachdem, wo er am Wochenende feiert, benutzt er Taxi oder Mini-Car als Gefährt nach Hause. Was ihm aufgefallen sei, sei vor allem zweierlei: Die Mietwagenfahrer führen doch unentspannter als die Taxler und vor allem habe bisher in jedem Mini-Car (Golf), das er benutzt habe, die „Fahr mal zur allgemeinen Wagenwartung in die Werkstatt“-Leuchte am Bordcomputer geleuchtet.

    Kunststück, ist auch so ein Billi-Car-Unternehmen, die Kollegen haben ja nen noch höheren Kostendruck als wir.

  22. Marco sagt:

    @Torsten Bentrup etc.:
    „Aber stimmt natürlich. reine Mietwagenunternehmen fahren meist die Billigschiene mit aggressiver Werbung. “Pflicht” ist das aber nicht.“:
    Und vor allen Dingen entspricht Werbung/Image nicht immer der Realität. Ich kenn das hier bei uns auf dem Land auch, dass jeder sagt, die Mietwagen seien ja viel billiger, man sei ja blöd, wenn man ein Taxi nimmt (das man hier ebenso bestellen muss, als Winker würde man wahrscheinlich verhungern…). Gerade wenn man in einem anderen Ort als dem Sitz des Taxi-Unternehmens ist, und deshalb Anfahrt bezahlen muss, ist der Mietwagen auch tatsächlich typischerweise günstiger als das Taxi. Das kann sich aber in anderen Konstellationen ganz leicht umkehren. Dennoch lebt das Mietwagenunternehmen zu einem guten Teil vom dem Image, immer billiger zu sein als das Taxi.

  23. Wolfram sagt:

    Hey Sash,

    super, ich kann endlich mal Werbung für Berlin machen :o)

    http://taunustaxi.de/preise/grossraum-berlin

    Klare Regel: Vorbestellung und Limousine (Mietwagenkonzession) = Festpreis. Ansonsten Taxi und Taxitarif. Ansonsten hab ich in Berlin irgendwie noch keine Mietwagen gesehen, anders ist es da in Brandenburg (Schönefeld, Potsdam etc).

  24. In einer Stadt ohne Konzessionsbeschränkung wäre es ja auch dämlich, wenn man auf die Taxivorteile verzichten würde: Nur 7% Umsatzsteuer und Kunden theoretisch auf der Straße finden. Das macht man nur, wenn man den Tarif nicht haben möchte oder eben ein besonderes Konzept hat.

  25. Sash sagt:

    @Wolfram:
    Die Werbung sei dir erlaubt 😀

    @Torsten Bentrup:
    Ist ein gutes Argument, hab ich so noch nicht drüber nachgedacht.

  26. Daniel sagt:

    OK, ist schon ein paar Tage her, dass ich die aktuellsten Kommentare gelesen habe, aber zum Fahrstil kann ich eines noch beisteuern:

    als unser örtliches Minicar neu war, haben die denselben Fehler gemacht, den ich damals gemacht habe, als ich Mitinhaber eines Pizzaservice gewesen war: sie haben ihre Fahrer pro Fahrt bezahlt. Das kann im Taxi beispielsweise ganz gut klappen, wenn man eine Fahrt nach der anderen macht – aber wenn drei, vier Kollegen für eine Firma arbeiten und wissen: die Auftragslage ist so, dass doppelte Fahrtenzahl in einer Stunde auch doppelten Verdienst bedeutet, weil einfach ständig genug Fahrten in Warteposition hintenanstehen, begünstigt das einen… nun ja… eher rustikalen Fahrstil. Bei meinem Pizzaservice kam die Umstellung auf Stundenlohn, als mich ein wohlgesinnter Stammkunde zur Seite nahm und mir sagte, wenn er eine Salamipizza bestelle, fände er es super, auch eine zu bekommen – und nicht eine Pizza Margerita und nebenan im Karton einen Stapel Salamischeiben. Beim hiesigen Golfkutschierdienst kam die Wende ungefähr nach einem Jahr, in dem elf oder zwölf Autos wegen Totalschadens nicht mehr uneingeschränkt nutzbar gewesen waren…

  27. Taxi - das einzig Wahre sagt:

    @Sash: in Cuxhaven bestehen die Nordsee-Taxen seit über 40 Jahren! Wird doch schon einen Grund haben! Nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen Mietwagen, von denen wir uns explizit distanzieren!

    Fahrt mal als Tourist mit Mietwagen mit, da werden mal schnell 24,00€ für eine Taxifahrt im Wert von 4,50€ fällig weil sie Preise frei gestalten dürfen. Lasst mal eure Freindin o. Ä. im Minirock bei den mitfahren und euch erzählen was die Fahrer so gesagt haben, vorausgesetzt sie sprechen deutsch…
    Fakt ist, Mietwagen lohnen sich nur für Taxiunternehmen, die ihre Taxen entlasten wollen und nicht für zwiespältige Unternehmen, die den Taxen konkurrieren wollen. Denn aufgrund der 19% mehrwertsteuer und der angeblichen preise, kann man nicht wirtschaften. Vielleicht gerade mal so die kosten decken, wenn die Fahrer denn mal vernünftig fahren würden.
    Ich lasse die Leute stehen, die mir erzählen, die hätten einen Mietwagen bestellt, aber es wäre keiner gekommen. Selber schuld! 😀

  28. Sebastian sagt:

    @Taxi – das einzig Wahre
    Du lässt die Leute stehen, hm? Spricht ja sehr für dich als Taxifahrer. Daumen hoch!

  29. Taxi - das einzig Wahre sagt:

    @Sebastian:
    Ich denke da kollegial und fahre deren Kundschaft nicht weg! Ich weiß nicht wo da ein Problem sein sollte?!

  30. Sash sagt:

    @Taxi – das einzig Wahre:
    Na, stehen lassen würde ich sie nicht. Mal abgesehen von der Beförderungspflicht ist es ja ein guter Anlass, über Qualität zu reden. Ich persönlich bin übrigens immer vorsichtig mit solchen Pauschal-Verurteilungen. Ich glaub dir gerne, dass es bei eurer Konkurrenz einiges zu bemängeln gibt – aber uns Taxifahrern werden wegen manchen Idioten dieselben Dinge auch nachgesagt. Da halte ich es nicht für clever, da mitzumachen…

  31. Taxi - das einzig Wahre sagt:

    Ich lasse deren kundschaft stehen und nicht unsere! Wir geraten ja auch in Verruf wegen solchen Personenbeförderern. Natürlich kann man nicht alle über einen Kamm scheren aber wer „günstig“ fährt, der kann auch keinen entsprechenden service bieten…

  32. Sash sagt:

    @Taxi – das einzig Wahre:
    Aber einen besseren Ruf kriegen wir auch nur, wenn wir die Leute fahren, oder? 🙂
    Und ich teile auch deine Kritik an „Billigbuden“ – weiß aber aus eigener Erfahrung, dass die Qualität maßgeblich vom Fahrer selbst beeinflusst wird. Und gute Arbeit kann auch ein schlecht bezahlter Mensch leisten. Kennen wir ja auch von miesen Tagen…

  33. Taxi - das einzig Wahre sagt:

    Da hast du zwar recht aber wenn ich doch weiß, dass diese Leute dennoch künftig mit den Möchte-Gern-Taxis fahren, und ich nicht unsere Stammkunden warten lassen möchte, ist doch alles ok! Taxi fahren ist eine Dienstleistung, da hat man kundenorientiert zu sein, dazu gehört auch das Aussteigen und beim Koffer einladen behilflich sein. Wir Taxler machen das selbstverständlich auch aber die anderen entriegeln den Kofferraum von innen wenn überhaupt und das geht garnicht. Mietwagen ist ein „Luxusbeförderungsmittel“, daher auch die 19% USt. Aber wenn du hier die Krücken anguckst, die teilweise auseinanderfallen, dann verstehst du was ich meine! Der T-Tarif hier ist einer der günstigsten in Deutschland und die liegen dennoch darunter und da kann man nicht wirtschaften. Da kann man noch so viele Anschlusstouren haben, das geht einfach nicht, erst recht nicht mit dem Steuersatz und seriöser Bezahlung des Personals und derer Nebenkosten! Und wenn die dann noch nicht mal ihren Rufnamen der Zentrale aussprechen können, geht das garnicht. Da verstehe ich die Kundschaft genau so wenig, die ständig negative Geschichten erzählen und dennoch mit denen fahren. Aber gut, muss jeder selbst wissen. Jedem das seine…

  34. Sebastian sagt:

    Gefällt’s dir da oben? Auf deinem Ross? Ganz schön hoch, was?
    Was hat denn die 19% MwSt mit aussteigen und Koffer-tragen zu tun? Es gibt Fahrer, die machen das – und es gibt Fahrer, die machen das eben nicht. Aber das ist in beiden Unternehmensformen verbreitet. Das beschränkt sich nicht alleine auf die Mietwagenunternehmen. Mietwagen werden nicht mit 19% besteuert, weil sie ein „Luxusbeförderungsmittel“ sind, sondern weil sie keine öffentlichen Verkehrsmittel sind – wie die Taxen. Ich würde eher sagen, dass beide – Taxi und Mietwagen – „Luxusbeförderungsmittel“ sind.
    Du wiederholst ständig, dass Mietwagenunternehmen nicht wirtschaften können. Offenbar geht es doch. Die „Krücken“, die du ansprichst, haben womöglich TÜV. So wie dein Wagen auch. Wie kommst du darauf, dass die Mietwagen bald auseinanderfallen? Schonmal einen gesehen, der auseinanderfiel?
    Oh, und du sprichst die Sprachkenntnisse der Mietwagenfahrer an. Wow. Wirklich? Ich meine… Es gibt bestimmt sehr stark viele Taxifahrer, die ebenso nicht gut deutsch können. Und wenn schon? Seit wann muss man perfekt deutsch können, um ein Auto von A nach B zu fahren? Solange sie den Zielort verstehen ist alles in Ordnung. Naja. Du bist wahrscheinlich ein Taxifahrer, der wegen den Mietwagen erheblich an Umsatz eingebüßt hat. Bedauerlich. Aber, naja, so läuft das halt hier. Find dich damit ab.

  35. Walter sagt:

    @ Sebastian: Fährst du Mietwagen ?

    Es gibt noch einen anderen Aspekt der ganzen Sache; in Cloppenburg fahren nur Mietwagen die auch unter bestimmten Umständen ein Taxischild führen dürfen da dort bisher keine Taxi Konzessionen
    ausgegeben wurde. (Falls das mittlerweile nicht geändert wurde !)

    Das ganze Thema ist sehr vielschichtig, vom „klappernden Golf“ mit Fahrer in Kampfhosen bis zum
    Chaufeurservice mit 500 MB und Fahrer in Schlips und Kragen ist da wohl alles vertreten…..

  36. Sebastian sagt:

    @ Walter: Ja. E-Klasse. Und ich kann deutsch. 😉

  37. MsTaxi sagt:

    @taxi-das einzig Wahre

    Kofferdienst mal außen vor gelassen, mir macht eher mehr Sorgen, wenn mir Taxikunden berichten, dass sie vom Mietwagen auf das Taxi gewechselt haben, weil in ersteren andauernd die Service-Anforderungsmitteilung am BC auftauchte beim Motor anlassen und selbiges in einem Taxi sooooo selten ist … oder aber wir Taxler auch im Wochenend-Nacht-Stress noch Zeit für 2 Sätze nach dem Bezahlen haben.

    @sebastian

    Von perfekt deutsch können sind sicher sogar viele deutschprachig aufgewachsene Kollegen entfernt, denen ihre Muttersprache die erste Fremdsprache geblieben ist, gebe ich gerne zu. Aber was es mit Taxi fahren zu tun hat? Ganz klar, wir Taxler sind immer noch erste Auskunftsadresse für Leute ab Bahnhof/ Airport und eine Smalltalk-Konversation sollte man grundsätzlich führen können, das gehört zum Service imho. Ok, ich arbeite in einer Kleinstadt,da ist das einfacher, wie so vieles…

    Und wie o.a., ja, es gibt Mietwagen und deren Chauffeure bei uns in der Gegend, da würde ich mich nur platzieren, wenn ich Abenteuerwunsch haben würde, gerade dieser Gewerbezweig ist extrem unterschiedlich je nach Stadt, sogar noch unterschiedlicher als das Taxigewerbe.

  38. MsTaxi sagt:

    *grummel* blöde html-tags, ich DAU zu doof *gg*

  39. Vanessa Klee sagt:

    Hier mal eine Information für die der Schreiber und seine Kollegen wahrscheinlich recht dankbar sein werden. Taxifahrer in Berlin können sich freuen: Es gibt keine offiziellen Funkmietwagenbetriebe! Minnicar etc. gab es tatsächlich auch in Berlin, allerdings nur bis Anfang der 80er Jahre. Dann hat sich die Innung Rechte verschafft die dafür sorgen, daß nur „echte“ Taxis fahren dürfen. Ein Vorstoß von Uber, der auf Basis des Mitfahrzentralengedanken daran etwas ändern wollte ist gerade vor Kurzem mal wieder kläglich vor Gericht gescheitert. Allerdings müssen interessierte Taxifahrer auch wissen, daß Berlin das beste Verkehrsnetz von öffentlichen Verkehrsmitteln überhaupt hat. Da nun die Krankenfahrten weniger wurden, dazu noch relativ flächendeckend Bus und Bahn verfügbar ist, sollte es klar sein daß bei einem riesigen Taxiaufkommen von … soweit ich weiß ca 13.000 Taxis in Berlin doch die Auftragslage sowohl unterschiedlich, als auch sehr schwierig geworden ist. Als „Stummer“ hat man da glaube ich wenig Chancen. Am Besten stehen wohl die noch da, die jetzt viel mit den Apps arbeiten wie taxi.eu etc. ganz ohne Funk und ohne Apps kann man sich natürlich auch irgendwo hinstellen, aber das ist eben dann nur die Wink- und Laufkundschaft und eben diese will vor allem Kurzstrecken. Ich bin kein Fahrer sondern Berlinerin die aufgrund von Behinderung leider regelmäßig Taxi fahren muß, ich bin ehrlich: Ich hätte mich über Mietwagen in Berlin gefreut, Taxi ist ja für den kleinen Normalbürger kaum noch zu bezahlen und trotzdem müssen wir es. Natürlich, die fahrende Zunft wird es anders sehen, aber es ist doch klar daß jeder sehen muß wieviel Geld ihm bleibt und wo er sparen kann, daher, wenn es Mietwagenbetriebe gäbe, ich wüßte es garantiert!

  40. Sash sagt:

    @Vanessa Klee:
    Dass die Preise sehr hoch sind für Leute, die wie Du regelmäßig auf Taxis angewiesen ist, ist klar. Andererseits kostet der Betrieb eben. Ob nun als Mietwagen- oder als Taxibetrieb. Zumal jetzt, wo wir Fahrer wenigstens den Mindestlohn bekommen müssen. Konkurrenz belebt ganz sicher das Geschäft, aber Du hast ja selbst geschrieben: Arm an Konkurrenz sind wir mit dem ÖPNV in Berlin und all den Car-Sharern, Privat-PKW und und und ja auch nicht wirklich. Dass die Preise hoch sind, ist natürlich einer verfehlten Politik von Senat und Taxiverbänden geschuldet, die nie dafür gesorgt hat, dass unsere Auslastung steigt, sondern immer nur die Tarife und die Zahl der Taxis. 13.000 ist zwar eher die Zahl der Fahrer (Taxis gibt es 7.000 bis 8.000 in Berlin), aber Du hast recht: Für den einzelnen bleibt da auch bei (laut der größten Zentrale) 100.000 Aufträgen am Tag nicht die Welt übrig. Wobei so manche Fahrer auch ohne Funk und App auskommen. *wink*
    Dass es in Berlin keine Mietwagen gibt, halte ich ohne belastbare Quellen für ein Gerücht. Es mag sein, dass es keine Mietwagen gibt, die deinem Wunsch (günstiger als ein Taxi) entsprechen, aber wenn ich mir ansehe, wie viele Limousinen hier rumkurven (und rechtlich können das nur Mietwagen sein), dann bestätigt mich das eher in der Vermutung, dass sich ein Mietwagenservice mit geringeren Preisen nur schwer rechnet in Berlin. Aber wenn Du mir zeigen kannst, welche „Rechte“ sich „die Innung“ verschafft hat, dann bin ich durchaus interessiert.
    Wir sitzen natürlich beide auf unterschiedlichen Seiten: Du kannst Dir das Taxi nur schwer leisten und ich hab zeitgleich keine Skrupel zu sagen, dass ich gerne doppelt so viel verdienen möchte. Aber das ist halt nicht alles. Als ich in Stuttgart noch im Behindertenfahrdienst gearbeitet hab, sind die meisten Fahrten z.B. mit Gutscheinen vom Amt bezahlt worden. Ich kenne da nicht die genaue Vergabepraxis, aber die waren häufig und mir wurde erzählt, sowas gäbe es in Berlin gar nicht. Was ich zum Beispiel für scheiße halte. Und das auch nicht allzu oberflächlich. Denn die Taxis gehören einerseits zum öffentlichen Nahverkehr – haben also tatsächlich auch die Funktion, die Lücken zu stopfen, die Bus und Bahn lassen, müssen aber trotz der damit verbundenen Einschränkungen (z.B. die Tarifeinhaltung) neben kleinen Begünstigungen gegenüber Mietwagen als eigenverantwortliche Unternehmen ohne weitere staatliche Zuschüsse klarkommen – bzw. es bekommen eben die Kunden keine Möglichkeit, uns günstiger zu nutzen. Ich denke da auch gerne an Stuttgart zurück, wo ab 22 Uhr über den Straßenbahnfahrer ein „Frauen-Nacht-Taxi“ gerufen werden konnte, bei dem dann damals 5 Mark der Taxikosten von der Stadt übernommen worden sind.
    Da die Taxibranche eben nur teilweise freies Unternehmertum, in den wichtigsten Teilen aber öffentlicher Nahverkehr ist, sind viele der Problemlösungen leider Sache der Politik. Dass die Gewerbeverbände da nicht immer zum Besten mitmischen, stimmt natürlich. Aber im Zweifelsfall auf die nicht zu hören, wenn es unvernünftig ist, ist eben Sache des Senats. Aber dann kommen wir auch noch in den Bereich Lobbyismus … und das ist dann ja auch schon wieder ein ganz anderes Thema.

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