Restaurants

Ich weiß, dass die Fahrgäste es zu schätzen wissen, wenn wir Taxifahrer ihnen Restaurants oder ähnliches empfehlen können. Sowas wirkt sich sogar mitunter positiv in „Taxi-Tests“ aus. Aber zum einen wäre ein halbwegs umfassendes – und damit sinnvolles – Wissen über die Qualität der Gastronomiebetriebe dieser beschaulichen 900 km²-Stadt ein wenig viel für ein einzelnes Hirn, zum anderen kommt noch dazu, dass wir Taxifahrer so wenig verdienen, dass man mit gutem Gewissen sagen kann, wir können uns auswärts essen zu gehen nur selten leisten.

Daran ändert sich leider auch nix, wenn wir gerne hilfsbereit sind. Ich hatte dereinst auch den hehren Plan, mir dieses und jene Wissen anzueignen – am Ende stellt sich heraus, dass man ohnehin meist das Falsche weiß. Das mag in der Provinz anders sein, hier in Berlin kann man schon mit dem Lernen gehobener Adressen mehrere Abende zubringen, nur um dann festzustellen, dass die eigene Kundschaft lieber einen Döner möchte oder nach dem nächsten McDonald’s fragt – was bei über 50 McDonald’s und wahrscheinlich mehreren hundert Dönerläden schon wieder zu viel auf einmal ist.

Aber nun war es wieder einmal soweit:

„Wir wohnen in dem Hotel, hier, ähm, Axel-Springer-Straße. Gibt es da in der Nähe gute Restaurants?“

Als ob das noch nicht schwierig genug war: Die Frage musste natürlich um 23.30 Uhr gestellt werden. Eine Zeit, in der außerhalb Berlins kein Mensch mit klarem Verstand überhaupt noch nach Lokalen gefragt hätte, die mehr als verschiedene Sorten Bier im Angebot haben. Sie wollten es gerne in der Leipziger Straße versuchen und dort fanden wir auch irgendwas, das nach Restaurant aussah und noch halbwegs beleuchtet erschien. Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, ob aus ihren Essensplänen was geworden ist, aber damit kann ich leben.

Wann immer ich es irgendwie kann, helfe ich den Leuten. Auf alle erdenkliche Art und Weise. Aber leider bin ich nur Taxifahrer in Berlin und nicht allwissend.

Wie gewünscht …

„Ähm, das is‘ aber nich‘ das Magdalena …“

„Nein, das ist die wilde Renate – da sollte ich Euch hinfahren.“

„Ach ja, Renate, stimmt ja. Cool!“

Manchmal wäre ein bisschen weniger Vorglühen vielleicht hilfreich. 😉

Ende gut, alles gut!

Was ich öfter mal in Leserzuschriften und Kommentaren zu hören bekomme, ist, dass es für andere unvorstellbar ist, dass man als Taxifahrer nie so genau weiß, was man am Tagesende verdient haben wird. Das ist verständlich, schon alleine, weil es eine ziemliche Besonderheit ist. Wobei die Exotik dank zahlreicher Bonussysteme in anderen Bereichen ja durchaus Grenzen kennt. Was uns aber sogar noch von den in vielerlei Hinsicht finanziell ähnliche geschundenen Gastronomie-Mitarbeitern abgrenzt, ist wohl die Tatsache, dass es (zumindest hier in Berlin) nicht einmal einen noch so absurden Grundlohn gibt.

Aber, und das werde ich trotz aller Frechheit unserer Bezahlung nicht müde zu sagen: Dass im Laufe der Zeit wenigstens irgendwas passiert, ist im Grunde garantiert. Sicher, es gibt die ober-mega-hammer-miesen Schichten, von denen jeder Kollege am Stand erzählen kann, die Wahrscheinlichkeit lässt sich am Ende nicht austricksen. Das Beste aber ist: Man gewöhnt sich dran und geht viel schneller davon aus, dass eine Schicht scheiße läuft, als dass sie der Hammer wird. Mit dem Ergebnis, dass man – ok, zugegeben: vielleicht spreche ich hier nur von mir – viel öfter positiv überrascht wird als negativ.

Und da können wir zur Tour kommen. Die Schicht am vergangenen Freitag war ja alles andere als wirklich grottig verlaufen. Ein paar Touren sind schon zusammengekommen und auf einen normalen Werktag wäre ich mit den 140 €, die ich grob in der Kasse hatte, ja ganz zufrieden gewesen. Zumal viele Kollegen in den Stunden zuvor über schlechtere Ergebnisse gejammert hatten. Für einen Freitag war es natürlich alles andere als toll, insbesondere da ich – obwohl erst 4.30 Uhr – so langsam mit einem Feierabend in näherer Zukunft liebäugelte. Das Übliche „Na komm, eine Tour noch, dann reicht es auch mal!“.

Wider Erwarten wurde ich ausgerechnet am U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße rangewunken. Da ist zwar recht viel los in der Nacht, schließlich liegen dort im Umfeld einige Clubs verteilt – im Gegenzug sind dort aber auch massig Taxis unterwegs und obwohl ich dort immer auf Verdacht vorbeifahre, passiert so gut wie nie etwas.

„U-Bahnhof Leinestraße!“

„Kein Problem!“

In der Tat scheint es ziemliche Häufungen bei der Nennung von Bahnstationen als Ziel zu geben, die es erlaubt, irgendwann die meisten Anfragen mit „Kein Problem!“ zu beantworten, auch wenn man kaum 10% der Stationen wirklich kennt.

Eine Tour für vielleicht 12 €, schätzte ich grob. Mit Vergnügen nahm ich aber zur Kenntnis, dass das Pärchen sich in Überlegungen erging, auch ihre Heimreise – offenbar wohnte nur der junge Mann in Neukölln – mit dem Taxi anzugehen. Und das Fahrtziel Lichterfelde war zwar richtungsmäßig ziemlich genau das Gegenteil von Feierabend, die rund 30 € bis dorthin klangen im Gegenzug nach gutem Schichtabschluss.

Und das war es dann auch. Wenngleich ich mich einmal mehr gefragt habe, wieso Menschen eigentlich immer lügen müssen. Für 30 € hinkommen war kein Problem – da war sogar noch Platz für 2,40 € Trinkgeld. Aber was dieses „Mehr als 30 € hab ich aber nicht!“ soll, wenn man am Ende mit zwei Zwanzigern zahlt, das geht einfach nicht in meinen Kopf.

Aber sei es drum. War eine nette Tour, dank der netten Tour eine nette Schicht und gelogen wird ja so oder so immer.

Die 100%-Tour

Es gibt Dinge, die passieren einem als Taxifahrer nur sehr selten bis gar nie. Etwas leichter hat man es, wenn man nebenher schreibt und einen Haufen Leser hat, die wissen, was man mag und was nicht. Von so einer – zu 100% perfekten Tour – handelt dann wohl dieser Eintrag.

Die Uhr wehte frisch und der Wind stand auf kurz nach halb eins. Oder so. Ich stand am Ostbahnhof, dritte Rücke, die nächste Fahrt so in etwa einer halben Stunde in Aussicht. Am Samstagabend sind die toten Stunden zwischen 0 und 2 Uhr nicht ganz so extrem, aber immer noch spürbar. Ich schaute ein wenig um mich, als mein Blick an einem bekannten Gesicht hängen blieb. Und das bei meiner Gesichtsblindheit! Aber ich hatte mich nicht vertan, denn das bekannte Gesicht blickte erfreut zurück und der zu dem bekannten Gesicht gehörige Mund formte betont beiläufig folgende Worte:

„Na, wir kennen uns doch!“

Allerdings.

Christian, seines Zeichens Anwalt aus der Nähe von Hamburg, saß schon einmal bei mir im Taxi und ist Blogleser und (Selten-)Kommentator der ersten Stunde. Das konnte kein Zufall sein!

War es auch nicht. Zwar hat die Bestellung bei myTaxi nicht geklappt, da uns beiden ungefähr zeitgleich das Programm abgeschmiert war – aber dank meines Trackers (dafür hab ich den also!) hat er – und das ist etwas Neues – sich extra in die Bahn gesetzt, um zu mir zum Taxi zu fahren.

„Ich bin zufällig in Berlin und wenn’s Dir recht ist, dann würde ich vorschlagen, wir fahren ein bisschen rum, gehen bei laufender Uhr einen Döner essen und Du bringst mich danach irgendwann ins Hotel zurück. Wäre das ok?“

Ob das ok wäre? Na, aber hallo!

Und dabei bin ich zunächst noch davon ausgegangen, dass wir nur mal eben nach Kreuzberg rüber zum nächsten Döner gurken. Stattdessen interessierte sich Christian aber für so allerlei Blog-spezfische Plätze und schlug vor, ich könne ihm auch gerne meinen Heimatbezirk Marzahn zeigen. Stopp an einer Bank und an einem Döner allerdings obligatorisch!

Ich hab mich anfangs ein bisschen schwer getan damit. Ziellos durch die Gegend fahren ist nun wirklich so ziemlich das Letzte, in dem man irgendwie Übung hat nach viereinhalb Jahren im Taxi. Immer geht es nur um die kürzeste Strecke, den schnellsten Weg und das letztendliche Ziel. Und nun das. Ich hab mir aus dem Ärmel eine immer noch relativ geradlinige Route nach Marzahn einfallen lassen und ihm nebenbei die Abstellplätze des Autos und alles auch nur halbwegs interessante gezeigt. Aber im Grunde war sogar das nebensächlich, denn wir haben uns vor allen Dingen gut unterhalten.
Am Ende haben wir tatsächlich im Eastgate Geld geholt und beim Döner vor meiner Haustüre gemütlich was gegessen und getrunken. Und uns weiter unterhalten. (Gemeinsamer Buchtipp übrigens: Oliver Sacks – Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte)

„Ich wusste, dass es gut wird. Aber dass es SO gut wird …“

Da konnte und kann ich auch jetzt noch nur beipflichten!

Und all das, während die Uhr in der 1925 weiter vor sich hintickte. Wenngleich die Auslegung meiner Bestellung seitens des Personals beim Döner etwas abenteuerlich war, hatten wir also unsere Unterhaltung und führten diese bis zum Ende der üppigen Portionen fort. Selbst eine Raucherpause gestand mir mein Fahrgast noch zu, während ich immer noch nicht wirklich loslassen konnte von meiner Sorge, dass ich doch wenigstens dafür die Uhr kurz … ich bin wahrscheinlich wirklich unverbesserlich.

Auf dem Rückweg nahmen wir noch ein paar Eindrücke aus Marzahn, Lichtenberg und Friedrichshain mit – und nach ein bisschen Club-Sightseeing standen wir ungefähr eindreiviertel Stunden nach unserer Begegnung vor seinem Hotel und haben uns ausdauernd verabschiedet. Die Uhr zeigte knapp über 65 € an und ich nenne den Betrag nur, damit man ungefähr eine Vorstellung hat, was folgender Satz beim Bezahlen zu bedeuten hat:

„Ich weiß ja, Du magst keine großen Scheine. Aber wenn ich sage ‚Stimmt so!‘, dann geht das hoffentlich …“

Ja, es ist wahr. Die Truppe lustiger Jugendlicher mit ihrem Mördertrinkgeld haben in der Schicht leider nur den zweiten Platz gemacht. Dass mir an diesem Tag nichts mehr die Laune verderben konnte, ist wahrscheinlich verständlich, oder? 🙂

Kleines PS:

Das ist natürlich ein Erlebnis, das ich nicht meinem Beruf als Taxifahrer zu verdanken habe. Christian hat sich ausdrücklich für mein regelmäßiges und gutes Schreiben bedankt, was ich sehr zu schätzen weiß. Und ich möchte auch den Eindruck zerstreuen, das sei für mich einfach ein tolles Geschäft gewesen. Natürlich ist so eine Tour der Hammer und unter dem Gesichtspunkt hab ich’s hier natürlich auch runtergetippt. Aber übers Finanzielle hinaus war es einfach ein netter Break, eine kleine Pause im wuseligen Wochenendbusiness, ein bisschen Erholung nebst viel Spaß. Christian möchte ich zu diesem Anlass natürlich besonders danken, aber es ist ja nicht das erste nette Erlebnis mit Euch Lesern. Und ich glaube sagen zu können, mit allen von Euch Spaß gehabt zu haben.

Herrentag die zweite

In irgendeiner Art war tatsächlich Herrentag heute. Zumindest hatte ich keine alleine reisenden Frauen im Taxi. Naja, mir isses egal. Insgesamt ist es gut gelaufen, ich hab den gewünschten Hunni so schnell wie erhofft – und damit schneller als erwartet – eingefahren. Das aber lag nicht daran, dass die Winker zeitweilig häufig waren (was der Fall war), sondern dass ich die richtigen Touren bekommen habe. Insbesondere zwei längere, die über die Hälfte meines Umsatzes ausgemacht haben.

Zunächst hatte ich ein „Wiedersehen“ (ich bin ja ein bisschen gesichtsblind, deswegen die Anführungszeichen) mit einem Stammgast des Ostbahnhofes. In meinem Auto hatte ich ihn sicher zwei oder drei Jahre nicht mehr – und ach du Scheiße, klingt das, als ob ich den Job schon ewig machen würde!
Es war jener schweigsame Mensch, der gerne seine Zeitung liest, während er sich ganz selbstverständlich vom Ostbahnhof bis ins tiefste Zehlendorf fahren lässt. Inzwischen kostet seine Fahrt ja 31,00 €, seinen drei Euro Trinkgeld ist er jedoch treu geblieben. Ich für meinen Teil hab dazugelernt und fahre inzwischen einfach die Strecke, die er gerne hätte. 🙂

Und dann waren da noch die Winker am SEZ in Friedrichshain. Typische Feiergemeinde, gemischtgeschlechtlich, jung – aber unkompliziert. Dass sie bei mir zu Hause ums Eck wollten, schien mir schon eine nette Geschichte zu sein, wäre allerdings mit grob geschätzt 15 bis 18 € nicht erwähnenswert gewesen. Dass sie unterwegs beschlossen haben, einem der Mitreisenden die Heimfahrt mit Bus und Bahn zu ersparen und deswegen einen Umweg über Kaulsdorf-Nord verlangt haben – das hat das Ergebnis spürbar aufgerundet. Auf fast 30 €. Wobei es hier noch zu erwähnen gilt, dass es wesentlich günstiger gewesen wäre, erst nach Marzahn und dann nach Kaulsdorf zu fahren …

Spektakulär im eigentlichen Herrentagssinne waren die Fahrten beide nicht. Und bei aller Liebe zu den betrunkenen Partygängern bin ich versucht zu sagen: Glücklicherweise! Manchmal ist einfach dann ja doch auch schön. 🙂

Hey, Adina-Hotels!

Ich weiß, Ihr seid nicht die ersten*, die diesem unsagbar bescheuerten Trend folgen – aber druckt gefälligst einen Hinweis auf eure Karten, von welchem eurer grandiosen Häuser sie sind! Ich hab echt Verständnis für Corporate Identity und vielleicht kriegt Ihr die Teile ja auch billiger, wenn Ihr sie gleich für alle Hotels bestellt. Aber das ist gespart am falschen Ende!

In Berlin habt Ihr drei innerstädtische Standorte und beim Ruf Berlins als Party-Hauptstadt war der französische Töffel in meinem Taxi sicher nicht der einzige, der sich nicht mehr erinnern konnte, wo sein Hotel jetzt genau liegt – also mal abgesehen von der hilfreichen Antwort „Berlin“.

Mir könnte es ja eigentlich egal sein, für mich als Taxifahrer ist das im Zweifelsfall mehr Umsatz, wenn ich eure Läden alle nacheinander abklappern muss. Das Schlimme ist nur, dass die Idee, für drei Hotels die gleichen Karten rauszugeben, so strunzdoof ist, dass niemand auf die Idee kommen würde, dass man zusätzlich zur Karte auch noch eine gesonderte Adresse mitzunehmen hat. Und das wirkt sich nicht gerade positiv auf die Meinung eurer Kunden aus.

Also falls Ihr euch fragt, wieso der verstrahlte Glatzenträger mit dem schielenden Blick in eurer Niederlassung am Hackeschen Markt beim Auschecken kein Trinkgeld gegeben hat:

Das hat jetzt der Taxifahrer, der eures Ideenreichtums wegen trotz ausreichender Ortskenntnis nach Hotels suchen muss …

*Die Kollegen von Meininger sind da nicht besser …

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Flughafentarif

„Was kostet es denn bis zum Flughafen Schönefeld?“

„Von hier fast punktgenau 30 €. Es sei denn, sie bevorzugen eine besondere Strecke.“

„Also mehr als 30 €.“

„Nicht unbedingt. Ich schaff’s für unter 28 €, aber ich würde ihnen den Weg für 30 € über die Autobahn nahelegen. Meist ist es zum Flughafen ja dann doch eher eilig, oder?“

„Sagen wir 20!“

„Tut mir leid, das ist nicht verhandelbar.“

„Aber Sie sagen doch selbst, dass es mal so und mal so kostet …“

„Ja, je nachdem, welche Strecke ich fahre. Aber eine so kurze gibt es wirklich nicht – das wüsste ich, glauben Sie mir bitte.“

„Aber nachher sind das 40 € und so viel hab ich nicht mehr dabei.“

„Ich habe doch gar nichts von 40 € gesagt. Ich sagte 30.“

„Ja, Sie können mir ja sonstwas erzählen.“

„Auf dem Gebiet kenne ich mich halt aus.“

„Glauben Sie, ich wüsste nicht, wie das hier läuft!?“

Ich hab’s ja vor Spannung kaum aushalten können, was jetzt kommt. -.-

„Sie nennen mir hier jetzt irgendwelche Fantasiebeträge und am Ende zahle ich dann mehr und kann gar nichts dagegen machen. Eigentlich müssten Sie mich zum Flughafentarif befördern, aber das behalten Sie ja schön für sich, weil ich nur ein dummer Tourist bin!“

Und was ich in dem Moment nicht alles für mich behalten habe, weil er ein „dummer Tourist“ war …
Ein Flughafentarif war da aber nicht dabei.

„Tut mir leid, wir haben keinen Flughafentarif. Die Fahrt kostet um die 30 €. Kleinere Schwankungen kommen schon mal vor, das lässt sich nicht vermeiden. Auf 40 € kommen wir aber sicher nicht.“

„Ich hab auch keine 40 €!“

So langsam ist mir der Typ ein bisschen auf den Zeiger gegangen. Ganz offensichtlich gab es bei der Sache überhaupt kein Problem, nur wollte er unbedingt eines haben. Hinter mir war ein Kollege aufmerksam auf die Situation geworden und fragte, was denn los sei.

„Ich möchte nach Schönefeld und dieser Fahrer hier möchte nicht nach dem Flughafentarif fahren! Was kostet die Fahrt nach Schönefeld denn bei Ihnen?“

„Zwo’ndreißich.“

„Ist das der Flughafentarif?“

„Wie sie wollen, Meister …“

„Na endlich mal einer, mit dem man reden kann hier!“

Und dann ist er wirklich bei dem Kollegen eingestiegen. Und der ist dann – das kann ich ihm echt nur wünschen – wahrscheinlich für 32 € übers Adlergestell „immer geradeaus“ auf dem längsten irgendwie noch halbwegs vertretbaren Weg nach Schönefeld gefahren. Mir hat es nicht einmal um die gute Fahrt leid getan, man muss sich auch für Geld nicht alles antun.

Und der Flughafentarif ist jetzt also 32 €, was besser ist als 28 bis 30 – insbesondere für Kunden, die keine 40 € mehr haben.

Es heißt nicht ohne Grund „Bekloppte, euer Bus fährt!“. Fürs Taxi ist der ein oder andere da draußen offenbar schon zu bekloppt.