Hab gerade nach einem Tipp das ZDF-Morgenmagazin eingeschaltet, weil dort ein Beitrag zum Thema Uber angesetzt war. Und ich muss sagen: ich bin positiv überrascht. Natürlich darf dort auch ein Firmensprecher mal kurz über „die neue Form des Teilens“ reden und natürlich fällt in einer Moderation das scheinbar auf ewig festgetackerte Wort „Mitfahrgelegenheit“, mit der Uber sein Angebot verfälscht.
Aber es werden alle rechtlichen Bedenken genannt und als Stimme der Berliner Taxifahrer haben sie sich Richard Leipold ausgesucht, der mir als Chef der BTV von all unseren Funktionären bisher am häufigsten positiv aufgefallen ist – und der wie gewohnt souverän und dennoch ohne martialisches Kriegsvokabular über die Vorschriften in der Personenbeförderung gesprochen hat.
(Wenn ich richtig gehört habe, hat sich allerdings ein kleiner Fehler eingeschlichen, als Leipold gesagt hat, dass Uber, wenn sie sich an alle Regeln halten, wegen der Tarifbindung nicht mehr billiger als Taxen sein könnten. Das würde natürlich nur gelten, wenn Uber direkt ins Taxigeschäft einsteigt. Die wahrscheinlichere Variante „Mietwagen“ obliegt dieser Bindung natürlich nicht. Dann würde es sich nur einfach entweder für Uber oder die Fahrer nicht mehr lohnen. 😉
Da ich aber inzwischen einige Interviews hinter mir habe, könnte ich mir auch einen ungeschickten Schnitt oder dergleichen vorstellen, der zu dieser Aussage geführt hat. Ich wollte es nur mal anmerken.)
Ansonsten ist es wirklich schön zu sehen, dass wir da langsam mal auf einem vernünftigen Niveau angekommen sind, auf dem man sich vielleicht wirklich mal über weiterführende Themen wie z.B. sinnvolle Anpassungen des PbefG unterhalten kann – ohne auf das Uber-Niveau abzurutschen und über Kartelle und Arschlöcher rumzupöbeln.
Noch weiß ich übrigens nicht, was es mit der im Bericht angesprochenen Klage von Leipold auf sich hat, aber ich möchte mal meine in dem Fall wirklich nur auf Gefühlen beruhende Meinung in den Raum stellen:
Ich glaube, Uber hat sich mit Deutschland verhoben. Sie verballern immer noch Geld ohne Ende für Werbung und schenken trotzdem auch den Fahrern noch welches. Trotz alledem ist der Hype langsam am Abflachen und die Medienberichte werden immer kritischer und ersticken nicht mehr in der Konfusion der Anfangstage, als noch niemand UberPop von UberBlack unterscheiden konnte und auch sonst nur mal recherchiert wurde, wie ein Taxi eigentlich so aussieht und ob es wirklich so viele davon gibt, wie alle behaupten. Und unter jeder Social-Media-Werbung häufen sich in den Kommentaren die Hinweise auf die Schwierigkeiten, die den Fahrern drohen.
Ich bin in dem Spiel parteiisch, keine Frage. Aber ich glaube, im Gegensatz zu Uber brauche ich mich nicht vor einer Versachlichung der Diskussion fürchten …
Ob und bis wann der Beitrag online zu finden sein wird, weiß ich leider nicht, freue mich aber über Nachträge dazu in den Kommentaren. Die Seite des Morgenmagazins ist jedenfalls morgenmagazin.zdf.de.

PS: Bis 9.00 Uhr heute früh wird der Beitrag sicher auch noch ein paarmal wiederholt.
PPS: Hier der Link zum Video direkt. (und nicht genau das, was ich gesehen habe). Ist zudem auch nur eine Woche gültig. (Danke an die Hinweisgeber!)