Ui, Bezahlung fürs Saubermachen!

Mein Auto ist abgesehen von mir gerade in Springer-Hand. Will heißen: Es fahren hier und da mal unterschiedliche Kollegen während meiner freien Tage damit. Das ist  Sache meiner Chefs und an sich auch ok. Ich hab ja ohnehin gerade das große Glück, das Auto derzeit für eine halbe Woche vor der Tür zu haben – da werde ich den Teufel tun, mich über den Rest zu beschweren.

Aber ja, es hat auch Nachteile. Das mit dem Saubermachen ist eines davon. Manch Kollege schert sich nach einer Schicht nicht unbedingt ums Reinigen des Fahrzeugs und dem zweiten ist es dann zu blöd, den Dreck wegzumachen, den der erste hinterlassen hat. Und ich möchte fairerweise anmerken, dass ich letzteres auch schon so gehandhabt habe.

Meist hält sich das (über drei Tage) ja auch sehr in Grenzen und ich hab kein Problem damit, das Auto einmal pro Woche auf Vordermann zu bringen. Oft ist auch gar nicht so viel zu machen. Und ob man nach 2, 5 oder 8 Tagen mal aussaugt: Es macht ja den gleichen Aufwand. Mich nerven meist eher die Scheiben, denn auf die kann man, wie schon vor Jahren erwähnt, kaum genug Aufmerksamkeit legen. Teilweise sehen die bei meinem donnerstäglichen Schichtantritt aber auch schon deswegen schlimm aus, weil das Auto ein paar Stunden unter den Bäumen im Firmenhof gestanden hat.

Aber gut. Ich bin also gestern dank Fußball eh reichlich spät am Auto gewesen, hat alles nicht so geklappt, wie ich das geplant hatte: Ich wollte das Auto vor dem Spiel schon holen, hab aber verschlafen, weil zum einen die Nachbarn mich mittags mit Bohren wachgehalten hatten und zeitgleich mein Handy mitsamt Wecker abgestürzt war … Dinge, die einem wohl wirklich nur bei der Nachtschicht passieren können. 😉

Und so bin ich ins Auto gestiegen, hab mich über die Scheiben geärgert, hab die Sitze zurechtgezutzelt, etwas argwöhnisch ein Bisschen Dreck auf den Fußmatten bemängelt und mich dann gefreut. Denn ja, hätte der werte Kollege, wer immer er war, einfach mal noch die 10 Sekunden Zeit gefunden, die Beifahrerfußmatte  auszuschütteln, dann wäre ihm vielleicht der Fünfer unter dem Beifahrersitz aufgefallen, der dort sehr offensichtlich festklemmte. Ich will’s nun keinesfalls zu einem Drama hochstilisieren, aber eines ist mal klar: Der gehört jetzt mir und ich hab kein schlechtes Gewissen bei der Entscheidung! 😀

9 Kommentare bis “Ui, Bezahlung fürs Saubermachen!”

  1. Uwe sagt:

    Ich hab mich mal beim Vorgänger bedankt, das er das Auto ungereinigt abgestellt hat. Besonders für den 10er, den ich beim saubermachen gefunden habe.
    Danach war das Auto immer sauber wenn er Feierabend hatte 😉

  2. Fastdäne sagt:

    Moin, moin,
    wir haben damals nach einer Wochenendnachtschicht das Auto jeden Morgen gereinigt. Gerade wegen der diversen Fundsachen Beim 123-er und auch beim 124-er haben wir sogar die Sitzbank hochgenommen, Da lag oft so mancher Heiermann oder Zwickel als willkommene Belohnung fürs Saubermachen. Die rutschten nämlich gerne unter der Rückenlehne durch. Wie da dann mal ein getragener Damenslip hinkam möchte ich gar nicht wissen.
    Gruß Frank

  3. Joe sagt:

    Sash, jetzt verprasse den Fünfer aber nicht sinnlos. Langfristig anlegen und im Jahre 2555 freuen sich deine Nachkommen 😉

  4. Cliff McLane sagt:

    Sash! Du kannst doch einem Linksextremisten wie mir nicht sagen, dass dein Auto in „Springer-Hand“ sei, und das auch noch mit Bindestrich. Gib’s zu, du wolltest mir einen Schreck einjagen.

    Ich glaube dir aber jederzeit, dass du im Blindflug von Neukölln, Karl-Marx-Allee, zur Rudi-Dutschke-Straße findest.

  5. Sash sagt:

    @Uwe:
    Solche Erziehung wirkt sicher. 🙂

    @Fastdäne:
    Bei unserer Sitzbank passiert das nicht so leicht.

    @Joe:
    Oder ich spare ihn, wie mir eine Kundin im Behindertenfahrdienst immer aufgetragen hat, um mir einen Mercedes zu kaufen. 😉

    @Cliff McLane:
    Na, hat’s da wer nicht so mit der Ortskunde? 😉
    Frage wegen eines Straße-Allee-Fehlers.

  6. Theresa sagt:

    Auto vor der Tür? Fahtrenbuch mit km Eintrag oder 1% Regel? Oder direkt bei der Fa. nachfragen?

  7. Sash sagt:

    @Theresa:
    Ach, Du auch noch?
    Mein Gott, was immer alle befürchten, irgendwer würde irgendwie irgendwo irgendwas umsonst kriegen! Habt Ihr alle nix besseres zu tun? Wo ich das Auto für meine Schicht abhole, obliegt meinen Chefs. Und wenn ich’s an drei Tagen die Woche am Parkplatz gegenüber anstelle bei der Firma holen kann, dann ist da nix dran auszusetzen und es ist einfach nur eine sehr angenehme Sache. Ich mache entsprechend auch keine Pendlerpauschale geltend und überhaupt wird die freiheitlich-demokratische Grundordnung nur äußerst marginal in Mitleidenschaft gezogen bei der Geschichte.
    -.-

  8. Jens sagt:

    Alternative Überschrift: „Sash enteignet Springer!“

    😉

  9. Sash sagt:

    @Jens:
    Immerhin kreativ! 😀

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