Den Kürzeren ziehen

Neid ist eigentlich nicht so mein Ding. Gerade im Job!

Wir kriegen alle mal kürzere und mal längere Fahrten, so ist das halt. Deswegen lehne ich kurze auch nicht ab, das gehört dazu. Oder wie ein Kollege gerne sagt:

„Mal verlierst Du, mal gewinnen die anderen.“

😉

Aber es ist schon bitter, wenn ein Kollege am Stand sagt, er hätte da einen Coupon-Auftrag und wisse nun nicht, wo er sich genau hinstellen solle. Dann kommen ein paar andere Leute mit Coupon und steigen ins Taxi vor mir ein und fragen, ob eine Fahrt nach Frankfurt (Oder) auch ok wäre. Ganz zu schweigen vom dritten Kollegen, der drei Stunden später auf die Frage, ob er auch eine lange Fahrt gekriegt hätte, mit:

„Ach? Du nicht?“

antwortet, weil er auch in Frankfurt war.

Und ausgerechnet bei mir sind zwei Frauen eingestiegen, die sich davor schon satte  30 Minuten telefonierend am Taxistand rumgetrieben haben, sich aber erst als der Coupon-Reigen losging, dazu durchringen konnten, einzusteigen.

Orrr!

Das Traurige ist: Die Fahrt ging nach Köpenick und hat wirklich sehr gute 28 € gebracht. Ich sollte mich eigentlich nicht beschweren dürfen. Aber wenn zum selben Zeitpunkt mindestens drei andere für irgendwas zwischen 170 und 200 rausgegangen sind, fühlt man sich dezent in den Arsch getreten. 🙁

6 Kommentare bis “Den Kürzeren ziehen”

  1. MsTaxi sagt:

    Doch, da kann man schon Gelüste kriegen, ins Lenkrad zu beißen… Die relativieren sich bei mir aber immer recht schnell, weil ich häufig genug die Situation umgekehrt erlebe, soll heißen, die Kollegen sind dann die mit dem längeren Streichholz. So auch gestern Abend. Nach elend langer Wartezeit stehe ich Spitze an meiner abendlichen Lieblingshalte, als die Beifahrertür aufgeht, sich eine Stammkundin auf dem Sitz platziert und meint: „Heute wollte ich erst noch ein bißchen Frischluft schnappen, also hab ich geguckt, ob du hier stehst, anstatt anzurufen.“ Jo, 20,– €, die meiner Stimmung richtig gut taten.

    Es zahlt sich doch aus, das Karmakonto gut gefüllt zu halten, ab da fing es an zu laufen. 🙂

  2. Aro sagt:

    Tröste Dich: Dafür mussten die Kollegen danach stundenlang am Frankfurter Bahnhof warten, um eine Tour nach Berlin zu bekommen 😉

  3. Sash sagt:

    @MsTaxi:
    Ja, sowas ist dann sehr wohltuend. Ist mir ja hier und da auch schon passiert. Am Ende gleicht es sich ohnehin aus. Und immerhin war’s in meinem Fall jetzt ja auch keine 5,30€-Tour, die ich stattdessen bekommen hab. Wobei, dann hätte ich nochmal zum Bahnhof zurück … vergessen wir das einfach! 😀

    @Aro:
    So lustig die Vorstellung auch ist: Das hat’s gar nicht gebraucht: Der ein oder andere Fahrer ist wohl ohne Verkehrsfunk unterwegs und hat dank dem ewigen Stau an der polnischen Grenze bis zu drei Stunden gebraucht für die Fahrt. Also alleine hin.

  4. Christina sagt:

    So ist das mit den guten Grundsätzen; wenn’s dann ernst wird, stellt sich leider meist raus, wie’s wirklich um sie bestellt ist.

  5. Sash sagt:

    @Christina:
    Würde ich so nicht sagen. Mein Grundsatz ist ja nicht, dass ich mich über jede kurze Tour freuen muss, sondern dass ich sie trotzdem mache und die Kunden nicht damit nerve, dass mir das eigentlich gerade nicht so gut passt.

  6. Christina sagt:

    Ich meinte mehr den Grundsatz bzw. die Einstellung, dass Neid eigentlich nicht so dein Ding ist.

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