Zusammengewürfelt

„Würden Sie mich bis in den Grunewald fahren und ihn vorher am Potsdamer Platz rauslassen. Also erst Potsdamer Platz, dann Grunewald?“

„Sicher, kein Problem.“

Isses ja tatsächlich nicht mal im Mindesten. Liegt sogar ziemlich auf dem Weg, wenn man wie wir in dem Fall vom Alex aus startet. Die beiden haben sich gleich dem Gespräch untereinander gewidmet und ich hab vorerst gar nicht hingehört. Etwas irritiert war ich, als irgendwann folgender Satz fiel:

„Du bist lustig, wie heißt Du denn?“

Also dass sich Leute jetzt nicht sooo gut kennen … ok. Aber dann haben sie sich gegenseitig ihre Namen vorbuchstabiert, was witzig war, weil sie beide ziemlich ungewöhnlich waren. Also zumindest für zwei angeschickerte deutschsprachige Mittzwanziger, die man zufällig in Berlin aufgabelt. Und dann haben sie sich erzählt, was sie den Abend über gemacht haben.

Nachdem der junge Mann dann ausgestiegen war und die Frau das Fahrtziel um 180° von Grunewald auf Prenzl’berg geändert hatte, hab ich dann mal nachgefragt:

„Und den Typen, den kannten sie vorher gar nicht?“

„Nee.“

„Wo haben Sie sich denn getroffen?“

„Na, als wir Sie rangewunken haben. Das fanden wir beide so witzig, wie wir da gleichzeitig … da sind wir einfach beide eingestiegen.“

Ähm, na gut. Random-Taxi-Sharing, hat natürlich auch was. Und ist ja auch schön, dass sie sich verstanden haben. Und ich denke ein wenig amüsiert darüber nach, dass, hätte sie gewartet und 5 Minuten später erst ein Taxi – dann gleich Richtung Prenzl’berg – bekommen hätte, ich deutlich weniger Umsatz gehabt hätte und sie trotzdem beide das etwa gleiche hätten zahlen müssen. 🙂


PS: Im Vornherein bin ich bei zusammengewürfelten Fahrten immer etwas skeptisch. Am Ende packt man sich wie mit Osama und Lisa (ff) noch ein kleines Halbdrama mitten in die glückliche Tour …

7 Kommentare bis “Zusammengewürfelt”

  1. Random-Taxi-Sharing – schöner Begriff. Ich glaube so selten verbreitet ist das gar nicht, ist mir zumindest schon paar mal passiert. Aber auch nur bei Discotheken…Und erstaunlicherweise, waren trotz hohen Alkohol-Gehalts die Fahrtstrecken immer gut und logisch abgesprichen ohne schwachsinnige Umwege 😉

  2. Henrik sagt:

    Also das mit Taxi-Sharing hab ich vor 4 Jahren, als ich an einem Internat war, auch gemacht, mit Mitbewohnern. Also doch relativ random, weils auf den Zug angekommen ist, aber doch bekannte Leute.
    Da wars übrigens auch so, dass man sich mit ner Rufsäule das Taxi gerufen hat…
    noch eine Frage: was wäre denn eine ruhige Tour von Taxameterpreis 7.30 an Trinkgeld von nem 13-jährigen wert? Sind da 7.50 o. Ä. Ok? Ich hab mich zu der Zeit nicht viel mehr getraut… oder is das zu wenig? Danke für eine Antwort

  3. Aro sagt:

    Vom Alex über’n Popl nach Prenzlauer Berg ist aber auch nicht wirklich sinnvoll…

  4. Sash sagt:

    @Taxiblog Bremen:
    Ja, die Fahrtstrecken lohnen sich. Aber wenn die Leute dann anfangen, zu streiten, wer wie viel zahlen soll …

    @Henrik:
    Mit „Bekannten“ im weitesten Sinne ist das ja wieder was anderes. Da bricht selten Streit ums Bezahlen aus – das werte ich als normale Gemeinschaftsfahrten.
    Beim Trinkgeld sage ich immer das Gleiche: Gib so viel wie es dir wert ist. Wenn Du nicht „unangenehm“ auffallen willst, dann runde um ca. 10%, mindestens aber auf den nächsten vollen Euro auf. Bei ungefähr 7,30 € auf der Uhr hab ich von 7,30 € bis 12,00 € schon alles gekriegt. Die meisten haben vermutlich 8,00 € gegeben und die beiden nächstgrößeren Gruppen 9,00 und 10,00 €. Auf ,50 runden die Leute eher selten auf. Aber wie ich auch in meiner FAQ schreibe: Gib lieber mal einem Arschloch überhaupt nix und die „angesparte“ Kohle nächstes Mal dem coolen Fahrer. 🙂

    @Aro:
    Jetzt sag mir nicht, dass ich eine neue Abkürzung für Berliner Plätze verpasst hab! /o\
    Und: Unsinnig war es ja erst, als sie kurz vor dem Potsdamer Platz das Ziel ändern musste …

  5. Aro sagt:

    Ne, das war „vor Deiner Zeit“ 😀
    Damals war dort noch Wüste. Und sooo weit verbreitet war der Begriff auch nicht, aber bei mir ist er hängengeblieben.

  6. Sash sagt:

    @Aro:
    Puh! Ich hatte schon Sorgen, mich morgen ausbürgern lassen zu müssen! 😉

  7. Marco sagt:

    Wegen der Routenänderung: Ist es nicht evtl. möglich, dass sie schlicht nicht wollte, dass er weiß wo sie (ungefähr) wohnt? Wobei du ja jetzt zuletzt geschrieben hast, dass die Änderung kurz vor dem Potsdamer Platz erfolgt ist, also als er noch im Auto war?

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