Uber, Taxi-Demos und all das

So wie es aussieht, wird es am 11.6.2014 eine Taxi-Demonstration gegen Uber in Berlin und anderswo geben. Ein gemeinschaftliches Aufbegehren der Taxifahrer in verschiedenen Ländern. Die Infos dazu sind noch dünn, aber das ist im Grunde auch egal. Ich weise auf die Demo zwar gerne hin, aber ich schreibe das hier nicht deswegen, sondern weil ich in letzter Zeit öfter mal kritische Kommentare über die Gegenwehr der Taxler gelesen habe.

Da ist von Taxi-Kartellen die Rede, davon, dass wir ein Monopol schützen wollen und altbacken und technophob wären und einer revolutionären App wie UberPOP den Zugang zum Markt verweigern wollten. Nun ja.

Hey, ich bin ein kritischer Mensch und setze mich selbst als Taxifahrer mit dem Gewerbe entsprechend auseinander. Was also ist dran?

Eine gewisse Technophobie würde ich dem Gewerbe gerne unterstellen, schließlich ist es mit dem Internet und den Apps noch nicht richtig warm geworden. ABER: Wie überall betrifft das nur einen Teil, das Taxigewerbe ist wahnsinnig differenziert. Ich schätze z.B., unter den MyTaxi-App-Usern über 40 Jahren ist der Anteil der Taxifahrer überproportional hoch. Wenn es Geld bringt, machen Taxifahrer vieles. Schon alleine, weil wir bisher nur wenig Geld haben. Wie weit es solche Einstellungen in die höheren Strukturen des Gewerbes schaffen, ist aber wieder eine ganz andere Frage.

Ob Taxifahrer gegen revolutionäre Änderungen sind? Nun ja, da sind wir wohl ähnlich gespalten wie der Rest der Republik.

Mein wichtigster Einwand richtet sich gegen die Monopol- und Kartell-Vorwürfe. Denn das sind schwierige Fragen, die viele Menschen in ihrer Gesamtheit nicht wirklich nachvollziehen können und vielleicht deswegen falsch einschätzen. Ja, wir Taxifahrer wehren uns gegen die Angriffe von Uber und ja, wir verlangen in diesem Rahmen, dass man Sondergesetze beibehält, die es unseretwegen gibt. Und selbst ich, der ich wirklich kein Freund von übereifrigem Protektionismus bin, kann da mitgehen.

Warum?

Mir geht es weniger um meinen Geldbeutel als um Fairness. Und einen entscheidenden Part, den Uber und sicher viele andere vergessen: Wir Taxifahrer sind Teil des öffentlichen Nahverkehrs. Ich weiß, für manchen da draußen ist Taxifahren eine Luxusdienstleistung. Für mich gewissermaßen auch. Ich fahre normalerweise mit der Bahn zur Arbeit. Aber wir schließen tatsächlich die letzte Mobilitätslücke in diesem Land. Wir sind auch da, wenn keine Bahnen fahren. Wir sind die letzte Rettung, wenn nichts mehr geht. Taxifahren ist nicht nur die bequemere und luxuriösere Variante, in Berlin von einem Club besoffen nach Hause zu fahren, weil man keinen Bock auf Warten hat. Taxifahren ist auch, gehbehinderten Rentnern auf dem Land eine Möglichkeit zu geben, vom Arzt nach Hause zu kommen, wenn die nächste Haltestelle mehrere Kilometer entfernt liegt.
Um das zu gewährleisten, werden uns Pflichten auferlegt. Jede Menge. Unsere Autos müssen Spezifikationen erfüllen, die Fahrer müssen Prüfungen bestehen, wir müssen eine gewisse Dienstzeit einhalten, wir dürfen unsere Preise nicht frei bestimmen. Im Gegenzug erhalten wir staatliche Unterstützung: es gibt Taxihalteplätze auf der Straße, wir müssen nur 7% Mehrwertsteuer erheben, sowas eben. Damit sich das Ganze rechnet, sind wir nebenbei auch Anlaufstelle für Touristen, Betrunkene, Verirrte und Besserverdienende.

Dass Limousinen uns letztgenannte Kundschaft abspenstig machen wollen, ist prinzipiell ok. Wenn sie ein Angebot haben, das die Kunden schätzen, dann gönne ich ihnen das. Ich bedauere ja selbst, dass im Taxigewerbe viel zu wenig auf die Qualität geachtet wird. Wenn sich enttäuschte Kunden andere Dienste suchen, ist das ihr gutes Recht.

Das Problem an Angeboten wie UberPOP ist also wirklich nicht, dass sie uns Kundschaft abspenstig machen. Damit müssen auch wir leben und gegebenenfalls einfach besser werden als die Konkurrenz. Das Problem ist, dass sie – gegen geltendes Recht – Fahrer ohne P-Schein einsetzen. Während wir Taxifahrer uns einer harten Prüfung bezüglich der Ortskunde stellen müssen, können sich das die Uber-Fahrer sparen. Und sparen ist das richtige Wort, denn: Ausbildungen kosten Geld. Und während Uber im Falle eines Engpasses die Preise erhöhen kann, können wir Taxifahrer das nicht. UberPOP-Fahrer dürfen Kunden ablehnen, wir nicht.

Ich weiß, in Berlin klingt das lächerlich, hier sind so viele Taxen unterwegs, man kann sich Engpässe kaum vorstellen. Aber wo bleibt die Mobilität, wenn wir einem Rentner mitteilen würden, dass seine Fahrt heute statt 10,20 € eher 56,40 € kosten würde? Einfach, weil am anderen Ende der Stadt eine Messe ist.
Taxifahren ist nicht billig. Kann es leider nicht sein, denn auch wir Fahrer müssen von irgendwas leben und es ist teuer, sich einen eigenen Angestellten mit einem teuren Gerät zu mieten, sorry. Aber wir halten die Preise dadurch halbwegs im Zaum, dass wir gute Standplätze haben, wenig Steuern zahlen und hier und da auch mal eine lukrative Touristenfahrt haben. Deswegen wird das Taxigewerbe geschützt: damit es für die dort arbeitenden Menschen drin ist, zu festen und fast schon vorhersagbaren Preisen Menschen befördern zu können, auch wenn es sich im Einzelfall mal nicht wirklich lohnt.

(Es ist wirklich ein schwieriger Balanceakt, die Zahl der Taxen hoch genug zu halten, um auch in Sondersituationen den Ansturm zu meistern und andererseits in schwachen Zeiten trotzdem genug Geld für die Fahrer einnehmen zu können.)

Es gibt Platz für Mitbewerber. Der ist durch diese Einschränkungen natürlich begrenzt, aber mit begrenzten Ressourcen haben wir alle zu kämpfen. In vielen Städten gibt es z.B. Mietwagen (meist bekannt als „Minicars“), die diese Lücke besetzen. Und eben Limousinenservices wie Uber ja eigentlich auch einer ist. Die Frechheit der Macher von UberPOP ist nicht, dass sie (teilweise – also wenn es passt) bessere Preise anbieten. Sondern dass sie sich gerne die zahlungskräftigen Kunden rauspicken, sich illegal über Beschränkungen hinwegsetzen und damit das bislang halbwegs funktionierende Modell zerschießen.

Um ehrlich zu sein: Ja, vielleicht ist UberPOP in diesem oder jenem Moment für die Kunden interessanter, da billiger. Und wir müssen alle auf unser Geld achten, nicht wahr? Aber denkt daran, womit es erkauft ist. Ich könnte als Taxifahrer auch mal hier und da einwilligen, einen Festpreis von 12 € vom Ostbahnhof zum Flughafen Tegel zu machen – aber halt nur, wenn ich von Tegel aus dann die Touristen um einen Zehner prelle. Legal kann ich das nicht machen, da die Berlin-Heimkehrer zum gewohnten Preis gefahren werden müssen – und so sehr ich stellenweise über die beschränkte Flexibilität fluche, so ist es doch auch gut, dass man als Kunde vorher einschätzen kann, was es kostet.

Mal ganz davon abgesehen, dass man sich mal überlegen sollte, wie die Uber-Fahrer bezahlt werden. Im Gegensatz zum Taxi werden 19 statt 7% Mehrwertsteuer fällig. Im Gegensatz zu z.B. MyTaxi fallen 20% Provision an statt maximal 15. Rentabel wird das erst dadurch, dass eben allerlei Auflagen, mit denen wir Taxifahrer zu kämpfen haben, nicht erfüllt werden. Und das, man kann es nicht oft genug wiederholen, illegal. Von den UberPOP-Fahrern wird noch nicht einmal eine Gewerbeanmeldung verlangt.

Natürlich sind wir Taxifahrer nicht der Nabel der Welt, nicht unfehlbar und unersetzlich. Aber ich versuche das jetzt mal mit wenigen Worten zusammenzufassen:

Ein internationales Multimillionen-Dollar-Unternehmen steigt in die deutsche Personenbeförderung ein. In ein Gewerbe, in dem tausende Einzel- und Kleinunternehmen mit Mühe und Not Geld unter dem angedachten Mindestlohn einfahren. Um das lukrativ überhaupt leisten zu können, verzichtet es auf sage und schreibe alles, was machbar ist. Da die Fahrer keinen P-Schein brauchen und kein Gewerbe, fördern sie gleichermaßen Schwarzarbeit wie mangelnden Versicherungsschutz von Fahrern und Fahrgästen. Die umfangreichen Ausbildungen oder die pingeligen Anforderungen an die Fahrzeuge ignoriert man gleich mit. Kostet ja alles Geld. Am Ende bieten sie eine 20€-Taxifahrt für 3 € weniger an. Wenn ihnen das passt. Können auch mal 50 € mehr sein, ist aber ganz selten, versprochen!

Und dann stellen die sich in den Medien als arme von Taxi-Kartellen bedrohte schützenswerte Innovationsbude hin?

Einmal jährlich TÜV, einmal jährlich Taxameter eichen lassen – überhaupt ein Taxameter kaufen!, Geld für Alarmanlagen, Dachschilder etc. pp. Ein halbes Jahr lernen auf die Ortskundeprüfung, ggf. die Schulung bei der IHK, mancherorts Geld für eine Konzession, das Einhalten von Arbeitszeiten, das Bezahlen von Steuern etc. pp …
Sicher, das alles wegzulassen, um am Ende 3 € billiger zu sein: das ist wirklich innovativ. Schätze aber, das wird bei den Richtern nicht das Wort der Wahl sein …

Das Personenbeförderungsgesetz, gegen das das Unternehmen jetzt wettert, ist in erster Linie ein Verbraucherschutz. Damit nicht jeder Depp mit jedem Auto gewerblich Personen befördern darf. Gleichermaßen sind die Hürden dort zumindest mal so niedrig, dass immer noch über Taxifahrer geschimpft wird und es unzählige Mitbewerber in Deutschland gibt, die – ob mit Minicars oder Limousinen – auch ihre Nische gefunden haben. Und wir Taxifahrer im Speziellen haben gegen ein paar zusätzliche Pflichten auch ein paar Sonderrechte, damit wir eine Versorgung garantieren können.
Die Regelungen mögen nicht perfekt sein, nicht ohne Grund wird auch bei uns im Gewerbe viel gemeckert. Aber es ist doch wohl nachzuvollziehen, dass wir uns nicht gefallen lassen, wenn die von Uber mit Dollarscheinen wedeln und behaupten, für sie würden die Regeln nicht gelten.

An dieser Stelle verlinke ich gerne den offenen Brief von Richard Leipold – jenem Unternehmer, der gegen Uber – allerdings den Limousinendienst, nicht UberPOP – eine einstweilige Verfügung (in dem Fall wegen dem illegalen Bereithalten der Autos) erwirkt hat. Ein – Respekt dafür! – wirklich sinnvoller und unpolemischer, fast schon sachlicher und konstruktiver Beitrag zur Debatte: Offener Brief von Richard Leipold

Ja, sicher: dem Taxigewerbe an sich geht es natürlich durchaus auch ums Geld. Es ist schwierig genug, in dem Gewerbe sein Auskommen zu haben und selbstverständlich ist auch das ein Grund, sich zu wehren, wenn andere mit unfairen Methoden den Markt kaputt noch kaputter machen. Schlimm genug, dass man die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen nicht in den Griff bekommt – aber da verhallt unser Rufen nach dem Eingreifen der Politik ja auch seit Jahren. Wer glaubt, hier sei irgendein Kartell an der Macht, der sollte sich mal den Kampf der Gewerbevertretungen untereinander und den ständigen Clinch mit dem LABO reinziehen …

Zu guter Letzt:

Liebe Leute von Uber,

Taxen im Preis unter-, in der Qualität aber überbieten. Und dabei noch mehr Geld rausholen. Das ist ein echt hehres Ziel, Respekt! Aber seid Ihr wirklich so bescheuert, dass Ihr glaubt, wir hätten noch nie in den letzten 100 Jahren versucht, besser, billiger und lukrativer zu werden? Was glaubt Ihr wohl, warum wir’s nicht geschafft haben?
Das ist kein Vertrauen in die eigene Innovation mehr, das ist dumm und naiv.

30 Kommentare bis “Uber, Taxi-Demos und all das”

  1. Andy sagt:

    Jaja, man ist immer liberal und fordert Deregulasierung bis man irgendwann selber betroffen ist… (no offense, Mir als ehemaliger linker Socke ist das auch schon passiert…)

    Problem ist doch aber vielmehr das Über keine kleine Klitsche ist wie MyTaxi damals. Ein Laden bei dem ein ungünstiger Gerichtsprozess oder schlechte Presse durchaus den Konkurs bedeutet hätte. Alleine Google steckt da mit ner Viertelmilliarde drin. Ob das nun reines Venturekapital ist oder ob da je nach Entwicklung Ubernahmeabsichten hinterstecken lass ich mal dahingestellt, aber eine One Click Über Bestellung über das Google Now Featurepaket stell ich mir nicht unmöglich und sehr praktisch vor.

    Mit dem big data mining seitens Google lassen sich da viele Verbesserungen für den Kunden kreieren (kürzere Responsezeiten fällt mir so als erstes ein). Habe mich bislang nur oberflächlich damit befasst, da steht Oberklassekutschen, heisst also Fahrzeug ist im Konzernbesitz und Fahrer sind regulär Beschäftigte? Gut, das die einen P Schein haben sollten, und das auch ein Urteil derartig ausfallen wird bezweifel ich nicht. Aber eine wirklich Hürde ist das ja nicht. Ortskenntnis? Ist meiner Meinung nach mittlerweile durch ausgereiftes GPS total überflüssig, vielleicht gibt es in Berlin Ausnahmen weil es manche Strassen 7 mal gibt, aber sonst…

    Und ich muss zugeben das ich diesen Dienst sicher mal testen werde. Fahre nur selten Taxi, häufig Sixt Mietwagen oder meinen BMW, aber wenn ich dann mal in einem seit 400tkm durchgeruttelten Bumskübel lande bei dem schon jedes zweite bewegliche und jedes fünfte unbewegliche Teil quietscht wie doof klingt eine Über Limo nach einer interessanten Alternative…

  2. Andy sagt:

    Ach, zum letzten Absatz… Denke die sind durchaus in der Lage eine Marge zu schnitzen. Neuwagenverkauf in DE rückläufig, eigentlich „kaufen“ nur noch Taxler und Autovermieter Neuwagen. Dazu eine u übersichtliche Anzahl Dienstwagen die neu geliefert werden aber im Leasing laufen. Und auch Autovermieter kaufen die Autos, je nach Hersteller, nur selten. Das ist mehr ein Joint Venture um Kapazitäten nicht zu Überkapazitäten werden zu lassen. Soeine Sixtkarre wird mit 20tkm ausgemustert und dann entweder vom Wixt oder über den Umweg zurück zum Hersteller und von dort in das Jahreswagensortiment der Händler geschoben. Da kaufen dann Normalsterbliche, der Vermieter zahlt quasi nur eine Nuzungspauschalge und Aufbereitung. Vermute bei den Stückzahlen die ein gut finanzierter Läden wie Über abnehmen kann kriegen die weitaus bessere Konditionen als eingesessene Taxler, die alle paar Monate oder Jahre mal EIN Auto kaufen.

  3. Ich hätte es nicht besser schreiben können… 😉 Organisierte Kriminalität als Innovation und Kampf gegen das „Taxi-Kartell“ zu verkaufen ist echt dreist. Und ich bin leider inzwischen desillusioniert genug und vermute mal, daß sie damit ein paar Jahre durchkommen… Weil sie einfach nicht aufhören, egal was irgendwann Gerichte entscheiden. Beziehungsweise gar nicht entscheiden müssen. Sondern einfach nur geltendes Recht anwenden.

  4. Michael sagt:

    @Andy: Und jetzt lesen wir das Ganze nochmal. Sash ärgert sich nicht über den Uber-Limousinenservice („Es gibt Platz für Mitbewerber. … In vielen Städten gibt es z.B. Mietwagen (meist bekannt als “Minicars”), die diese Lücke besetzen. Und eben Limousinenservices wie Uber ja eigentlich auch einer ist.“), die er ja als legitimen Mitbewerber anerkennt.
    Es geht hier um UberPOP, einen Vermittlungsdienst, der private Fahrer mit deren eigenen Fahrzeugen (und ohne Auflagen) gegen eine nicht zu knappe Gebühr für Touren vermittelt.
    Also eigentlich wie eine Taxizentrale, nur dass die Fahrer weder angestellt noch sozialabgabepflichtig sind, Fahrten auch bei Bedarf ablehnen können, weder Ortskenntnis noch P-Schein vorweisen müssen und deren Autos eben auch keine besonderen Auflagen erfüllen müssen.
    Es sind halt Privatpersonen, die aber bezahlte Touren mit für die Kundschaft meist nur geringer finanzieller Ersparnis zu regulären Taxis absolvieren.
    Und UberPOP vermittelt und kassiert, macht sich ansonsten aber die Finger nicht schmutzig.

  5. Kieler Sprotte sagt:

    Und wenn man denkt, Uber wäre die Spitzer, dann kommt „Wundercar“:
    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/hamj34310.html

  6. elder taxidriver sagt:

    Auch mit Navigation braucht man eine Grundkenntnis der Stadt, was es bedeutet in einer Stadt die man kaum kennt, oder in Bezirken die man nicht so kennt nur auf Navi-Basis zu fahren, kann jeder Autofahrer selber ausprobieren: Da ist die Festplatte im Gehirn leicht überfordert bei der Verkehrsdichte hierzulande.

    Und dann kracht’s.: Rumms krach, schepper, knirsch.

  7. SteffKo sagt:

    Die sollen Uber doch zulassen aber mit den Auflagen die auch ein Taxiunternehmen hat:

    – Fahrer mit P-Schein
    – höhere Haftpflichtversicherung des Fahrzeugs

    usw.
    ich denke da wird sich das Interesse der amerikanischen Firma schnell verflüchtigen. Besonders wenn sie dann noch „Produkthaftung “ bei Unfällen leisten müssten.

    Schnell wird bei einer solchen Geschichte auch noch die große Gefahr eines anderen Themas klar. Stellt euch vor wir hätten das Freihandelsabkommen schon. Dann würde vielleicht Uber den Staat BRD verklagen weil es gegen seine Gewinn Maximierung verstößt, wenn er geschulte und gut versicherte Fahrer einsetzen muss.

    mfg
    SteffKo

  8. Monkeymarket sagt:

    Wenn dieser Service für Kunden und Fahrer wirklich so schlecht ist, dann wird er auch bald wieder verschwinden, außer natürlich Uber unterstützt das immer weiter. Aber warum sollte das passieren, wenn es mehr kostet, als es einbringt? Das Ziel ist ja Gewinn zu machen, nicht die Zerstörung des „Marktes“ , (den man selber nutzen will), oder des Taxigewerbes. Die Taxiunternehmer können ja jederzeit wieder zurückkommen, wenn der Markt lukrativ ist und Uber nicht ebenfalls durch rechtliche Barrieren geschützt wird.

    Zum Punkt Illegalität: Auch hier gilt das gleiche Argument: wenn es Fahrern und Kunden schadet, dann schadet es auch Uber, weil sie weder Fahrer noch Kunden finden werden. Wenn es lediglich dem Taxigewerbe schadet, dann sollte man sich mal überlegen, ob diese ganzen Regelungen und Beschränkungen nicht nur Markteintrittsbarrieren sind, die mit dem Argument des Verbraucherschutzes bisher gerechtfertigt werden konnten.

    Aber vollkommen abgesehen davon: natürlich kann man das ganze wieder verbieten, klingt ja danach, als ob das das ganz einfach wäre, wenn sie illegale Methoden anwenden. Ich denke aber, dass man sich mal fragen sollte, ob man Kunden und Fahrer hier bevormunden will und ihnen die Möglichkeit nehmen will, sich eigenständig zu entscheiden. Aufklärung, so wie dieser Artikel das macht, ist positiv, großes Lob dafür! Und genau deshalb kann man sich dann überlegen, ob der geringe Preisvorteil es rechtfertigt, dass ich lieber Uber, statt das Taxi rufe, wenn ich eigentlich moralische oder rechtliche Bedenken habe. Gleiches gilt für die Uberfahrer: kann ich es für mich persönlich vertreten diesen Service anzubieten, obwohl ich weiß, dass ich keine Ausbildung, keinen Personenbeförderungsschein, keine Versicherung etc. habe? Das muss jeder für sich selber beantworten: Moral kann man nicht gesetzlich vorschreiben.

  9. Paul sagt:

    Haste schön geschrieben. Ich könnte mir auch vorstellen, das ein solcher „Mitbewerber“ selbst in Berlin deftige Auflagen erhält. Soweit ich es noch in Erinnerung habe, gibt es gewisse gesetzliche Mindestvoraussetzungen für gewerbliche Fahrgastbeförderung.

    Ausserdem: Es wird nichts so heiss gegessen wie es gekocht wurde.

  10. Sash sagt:

    @Monkeymarket:
    Ob man Pferdefleisch in eine Lasagne packt, weil’s günstiger ist, ist auch eine moralische Frage, oder?

    Ich behaupte nicht, dass das Angebot für die Kunden schlecht ist. Viel von dem Geld wird eingespart an Ecken, die nur in bestimmten Situationen wichtig sind. Der Knackpunkt ist, dass wir diese Auflagen als Taxifahrer erfüllen müssen und natürlich die Gefahr sehen, dass Uber nur deswegen erfolgreich wird, weil sie sich aller lästigen Pflichten entledigen, die wir notgedrungen erfüllen müssen. Deswegen schadet Uber natürlich uns – und viel Spielraum ist bei unseren Löhnen von irgendwas um die 6,50 € im Durchschnitt eben auch nicht mehr.
    Ich bin mir sehr sicher, dass der Rechtsstreit einfach wird, aber vielleicht dauert er. Und vielleicht interessiert sich die Politik auch mehr von einen millionenschweren Investor als um die Taxifahrer, die „das hier“ ja schon immer irgendwie gemacht haben.
    Uber wird vom österreichischen „Standard“ mit den Worten zitiert, er „führe Krieg“ und „kämpfe gegen ein Arschloch namens Taxi“. Da brauchen wir von Moral nicht mehr viel reden, glaube ich.
    Und doch, Gesetze werden gerade gemacht, um Menschen mit fehlender oder gesellschaftlich für falsch gehaltener Moral in ihren Handlungen einzuschränken.

  11. frogmller sagt:

    Hallo, ich kenn mich bei der ganzen Sache zwar nicht so wirklich gut aus, aber wie sieht das eigentlich aus, wenn ich über eine der diversen Mitfahr-Apps jemand wildfremden bei mir im Auto mitnehm und wir uns hinterher die Spritkosten teilen? Ist das auch schon an der Grenze zur Illegalität? Worin unterscheidet sich UberPOP von der Mitfahrzentrale?
    Gruß

  12. Die Unterschiede zwischen Mitfahrmöglichkeiten und UberPop sind einfach erklärt.

    MF: Jemand fährt eine Strecke und nimmt dabei jemand mit

    UP: Jemand hat einen Transportwunsch und der Fahrer fährt genau diese Strecke nur wegen des Fahrgastes

    MF: Die Kosten werden geteilt, gerne auch neben Sprit mit Beteiligung für Wartung und Reparaturen

    UP: Der Fahrer wird auch bezahlt.

    MF: Kosten werden reduziert

    UP: Gewinne werden angestrebt

    Wie Sash schon schrub: Es ist nichts einzuwenden gegen eine internationale Mietwagenzentrale mit meinetwegen 10.000den von selbständigen Fahrern. Aber bitte mit Gesundheitsprüfung, jährlichem TÜV, Gewerbeanmeldung und Steuerzahlung.

    Ich weiß nicht, wo ihr alle so arbeitet. Aber in keiner Branche wird man einfach so akzeptieren, wenn plötzlich ein millionenschwerer Mitbewerber meint, er könne alle teuren Regeln ignorieren um Euch dann über den Preis kaputtzumachen.

  13. Sash sagt:

    @frogmiller:
    Torsten hat es ganz gut auf den Punkt gebracht.
    Im Grunde bewegen sich Mitfahrzentralen manchmal durchaus an der Grenze der Legalität (wenn Fahrer ihr Auto mit vielen Personen zu hohen Preisen belädt, um insgesamt einen Gewinn durch die Fahrt zu erzielen), aber das ist eben wie gesagt von Einzelfall zu Einzelfall grenzwertig. Uber hingegen geht ja wirklich an die Taxipreise ran, bzw. darüber hinaus – und ist damit ganz klar daran interessiert, einen Gewinn zu erzielen, denn diese Preise finanzieren deutlich mehr als für die Fahrt alleine nötig wäre – z.B. eben ein Gehalt für den Fahrer.

  14. Das Beste Argument gegen die Gleichsetzung Mitfahrzentrale/UberPop ist übrigens deren Preistreiberei bei guter Auftragslage, ein paar nette Screenshots sind im von Sash verlinktem Beitrag zu sehen. Da heißt es sinngemäß: Wir sind grade überlastet und haben deshalb den x-fachen Preis angesetzt, damit wir mehr UberPop-Fahrer auf die Straße bekommen.

    Das ist so meilenweit von Mitfahrzentralen entfernt. Raubtierkapitalismus vom Feinsten. Und solange nicht sichergestellt ist, daß alle Fahrer ein Gewerbe angemeldet haben dafür, ist es schlicht illegal. Genauso, als wenn ich in meiner Kellerbar das Bier für den dreifachen Einkaufspreis an wildfremde Menschen verkaufe.

    Davon mal ab: Wenn Uber (und wenn da politisch nichts passiert, wird es so kommen) die preisregulierten Taxen fast vollständig vom Markt verdrängt hat… Na, was passiert dann mit der supergünstigen Alternative? Dann wird nicht nur zu Silvester der Kilometer für 20€ verkauft. Sondern immer. Man hat ja keine Alternative mehr… Wer das will, möge jetzt die Hand heben und mir seine Branche nennen. Ich entwerfe spontan ein Szenario passend zu dem, was jetzt passiert. Und dann wäre ich interessiert, ob das wirklich in seinem Sinne wäre.

  15. Jürgen sagt:

    Sash hat ja schon die wichtigsten Dinge aufgezählt, die zum einen bei der Berichterstattung zu UberPOP in Bezug auf die Pflichten und Voraussetzungen, die von Taxiunternehmen zu erfüllen sind, fehlen (bspw. würde sich garantiert auf lange Sicht an der Einstellung etlicher Taxifahrer etwas ändern, kurze Strecken abzulehnen, wenn die abgelehnten Kunden sich entsprechend beschweren würden – das zum Thema Beförderungspflicht und Teil des ÖPNV).

    Bei der Berichterstattung zu UberPOP ärgert mich der Punkt (den Torsten Bentrup auch angesprochen hat), UberPOP vermittelt Fahrten und kassiert dafür eine Vermittlunsgebühr, alles andere, Versicherungspflichten, Steuerpflichten, Gewerbeanmeldung etc. obliegt dem Fahrdienstanbieter (dem privaten Fahrer), und der Kunde erhält eine Leistung völlig zweifelhafter Qualität. Im Falle eines Unfalls oder Streitigkeiten über den Fahrpreis muss man den privaten Klageweg gehen. Sprich, UberPOP kassiert, alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unwägbarkeiten obliegen dem Fahrer. Was soll daran fortschrittlich sein? Und weshalb kommt das Angebot vor diesem Hintergrund beispielweise in der FAZ redaktionell so gut weg (haben die Redakteure keine Ahnung oder durften die mal auf Kosten von UberPOP in den Puff?)

    Macht sich ein Unternehmen nicht sogar strafbar, wenn es Dienstleistern eine Dienstleistung anbietet, die selber nicht als Dienstleister auftreten? Die Fahrer, die über UberPOP Fahrdienstleistungen anbieten, werden doch garantiert kein Gewerbe anmelden, denn dann wäre es wieder nicht lukrativ.

    Ganz abgesehen davon wird UberPOP ganz sicher keine Steuern in Deutschland auf seine Umsätze zahlen, da das Unternehmen eher in Irland oder den Niederlanden registriert sein wird.

  16. frogmller sagt:

    @Torsten @Sash Danke für die Erklärungen.

  17. Monkeymarket sagt:

    @Sash: ja, das ist es. Wenn ich Pferdefleischfreie Lasagne anpreise und dann Pferdefleisch reinmische, dann handele ich unmoralisch und, unter Umständen, gewinnmaximierend, denn ob das wirklich der Fall ist, das sei mal dahingestellt,(Skandale sind nicht so förderlich für den Gewinn). Ich zumindest würde gegen meine Moralvorstellungen handeln. Aber vor gewinnmaximierend kommen noch so nette Begriffe wie illegal, kurzsichtig etc.

    Im zweiten Punkt widerspreche ich auch gar nicht. Ich denke aber dass, wenn Uber nicht verboten werden sollte, letzendlich jeder Fahrer und jeder Kunde entscheiden muss, ob er Fahrten anbieten, beziehungsweise nutzen will. Und in diese Entscheidung fließen nicht nur finanzielle, sondern auch moralische Überlegungen mit ein. Auch wenn ich unbewusst akzeptiert habe, oder zu einem früheren Zeitpunkt schon bewusst akzeptiert habe, moralische Bedenken nicht zu beachten, oder anders zu bewerten.

    Mein Kommentar war einfach ein Statement für mehr Eigenverantwortung. Kein Statement für oder gegen Uber, kein Statement gegen Verbote oder nicht. Das Uber Taxen nicht so besonders mag ist verständlich, über die Ausdrucksweise brauchen wir hier nicht zu reden.

    Das mit den Gesetzen sehe ich anders, die sind nicht zur moralischen Erziehung gedacht, würde auch nie funktionieren. Moralisches handeln kann man nicht erzwingen, nur legales Handeln. Die Moral muss vom Handelnden selber ausgehen, wenn er sein Handeln aufgrund von Zwang ändert, dann wird dadurch nicht die Handlung moralisch, oder gar der Handelnde selbst.
    Gesetze/Zwang können, im besten Fall, von der Allgemeinheit als falsch bewertetes, Handeln vermindern, oder verhindern. Natürlich ist der nette Nebeneffekt, dass ich weniger Handlungen beobachte, die ich als unmoralisch einstufe, aber die Gesellschaft an sich wird durch Gesetze nicht moralischer.
    Mir ist bewusst, dass der Unterschied zwischen: „ich mache das nicht, weil es verboten ist“ und „ich mache es nicht, weil ich es für unmoralisch halte“ nicht beobachtbar ist, dennoch existiert er.

  18. zbygnev sagt:

    Moin,
    in Hamburg hat die Wirtschaftsbehörde (da liegt in HH die Taxenaufsicht) gerade einen freundlichen Brief verfasst. Und der Geschäftsführer der empfangenden Firma ist verWUNDERt darüber…

    http://mobil.abendblatt.de/hamburg/article128813283/Hamburger-Wirtschaftsbehoerde-stoppt-Taxi-Rivalen-Wundercar.html

  19. ThorstenV sagt:

    @Monkeymarket sagt: „Das Ziel ist ja Gewinn zu machen, nicht die Zerstörung des “Marktes” , (den man selber nutzen will), oder des Taxigewerbes. Die Taxiunternehmer können ja jederzeit wieder zurückkommen, wenn der Markt lukrativ ist und Uber nicht ebenfalls durch rechtliche Barrieren geschützt wird.“

    Wie überleben die in der Zwischenzeit? In Kältestasis eingefroren in ihrem Auto, jederzeit per Mikrowellen in 5 Minuten wieder zu beleben? Der theoretische Markt, den sich Kleinkindökonomen (heutzutage nennen wird die „Wirtschaftsweise“) vorstellen existiert nicht. Wenn eine Firma Gewinn damit macht, den Markt zu zerstören, wird sie das tun, wenn man sie nicht aufhält. Deswegen gibt es so was ähnliches wie Märkte nur, wenn sie von außen geschützt werden. Das fängt ganz klassisch mit dem mittelalterlichen Wochenmarkt, den die Theoretiker so lieben, an, der unter Schutz und Regulierung z.B. der Stadtherren stattfand. Heutzutage hat man dafür Kartellbehörden, Gesetze gegen unlauteren Wettbewerb und Gerichte.

    ObMecker: In der Ortskundeprüfung seh ich heutzutage allerdings auch keinen großen Sinn mehr.

  20. Sash sagt:

    @ThorstenV:
    Einen kleinen Sinn sehe ich durchaus in der Ortskundeprüfung. Natürlich muss man nicht wie hier in Berlin eine fehlende Konzessionsgrenze damit kompensieren, aber die Tatsache, dass man auch fürs Taxifahren eine gewisse „Ausbildung“ braucht, hilft durchaus auch ein bisschen, die außen vorzuhalten, die das nur mal kurz machen wollen und sich für das Gewerbe nicht interessieren. Und nicht zuletzt: man lernt ja wirklich was über die Stadt dabei.

  21. Ich würde mir über Uber keine Sorgen machen. Das ist nur eine Übergangstechnologie. Das eigentliche Problem haben die Taxibranche, die Busfahrer und auch die Spediteursfahrer dann, wenn die ganzen autonomen Autos verfügbar werden. Es wird weniger als 5 Jahre dauern, bis es auf unseren Straßen grundlegend anders aussieht.

    Etwas, über das man sich auf dieser Demo einmal Gedanken machen sollte. Auf allen Seiten.

  22. Sash sagt:

    @Christian Köhntopp:
    Keine Frage, da wird viel passieren. Das mit den 5 Jahren ist aber eine optimistische Schätzung. Nicht der Technik, eher der Gesetzgebung wegen. 😉

  23. Kommt mir irgendwie bekannt vor, dieses Problem. Ein im Ausland sitzendes Unternehmen agiert an allen lokalen Gesetzen vorbei, betreibt dabei Rosienenpickerei, und (ich bitte meine Wortwahl zu entschuldigen) beschweißt dabei den lokalen Gesetzgeber sogar noch um Steuereinnahmen als MwSt., Gewerbesteuer, Lohnsteuern, Sozialabgaben usw. Nur bei Apotheken finden das alle Leistungsträger (sprich Kranken Kassen) ganz super, weil man ja so viel Geld „spart“… Und wenn dann raus kommt, dass fragliche Kranken Kassen den (eigenen) Staat selber via MwSt.-Nichtabführung viele Jahre um mehrere Millionen Euro (wenns mal nicht Millarden sind) geprellt hat, wird eine rück- und vorwirkende Steuerbefreiung für fragliche Kassen ausgesprochen. Die Welt ist so schön…

  24. Petra sagt:

    Wir diskutieren schon den ganzen Morgen drüben auf GPlus. Und ich habe erst einmal Deinen Beitrag dort verlinkt.
    Mich erschreckt die Tatsache, dass es tatsächlich Leute gibt, die zum einen sich ein „kleines Zubrot“ erwarten und auf der anderen Seite gibt es potentielle Fahrgäste, die quasi ohne jeglichen Versicherungssschutz in Auto steigen wollen. Kommt es zu einem Unfall wird keine private Versicherung an den Fahrgast zahlen, wenn sie herausbekommen, dass es eine gewerbliche Fahrt war.
    Dann lieber als Kurierfahrer scheinselbstständig sein. Pakete können kein Schleudertrauma bekommen ;o))

  25. Sash sagt:

    @Petra:
    Aber daran denken die Leute halt nicht. Ist doch das Gleiche wie beim Anschnallen: Wird schon nix passieren …
    Und Uber schafft es gerade leider ziemlich gut, unsere Kritik als Nörgelei von Leuten abzutun, denen es nur ums Geld geht. Ich wurde heute auch schon angepöbelt, dass unsere „Mafia“ sich mal nicht so haben sollte. Viele verstehen offenbar kein bisschen von dem, was ich oben geschrieben hab. -.-

  26. […] Wie ich neulich schon angekündigt hatte, haben heute europaweit in mehreren Städten Taxifahrer gestreikt und/oder demonstriert – im Wesentlichen gegen Uber und deren App UberPOP. Ein offenbar auch für Journalisten interessantes – und verwirrendes – Thema, wie mehrere Artikel in gerade den Berliner Zeitungen zeigen. […]

  27. ThorstenV sagt:

    @Sash
    „… dass man auch fürs Taxifahren eine gewisse “Ausbildung” braucht, hilft durchaus auch ein bisschen, die außen vorzuhalten, die das nur mal kurz machen wollen und sich für das Gewerbe nicht interessieren.“

    Über eine Weiterentwicklung kann man reden, heutzutage fahren ja die Taxi, die zu allem sonst unfähig sind, die absolut hintersten Loser, die die Welt nicht braucht, die Unfähigsten der Unfähigen, das letzte Aufgebot der Hoffungslosen, … äh … und Du Sash 😉

    „Und nicht zuletzt: man lernt ja wirklich was über die Stadt dabei“

    „Welche Kneipe/Bordell ich empfehlen kann? Ich bin im … sehr gut bedient wurden. Von vorne und hinten sozusagen.“

    Das wär mal ’ne Ausbildung, die Spaß macht. 🙂

  28. tompetti sagt:

    Das ist alles schön und gut. Das Kartell, was es dort nicht so doll gibt wo es mehr als eine Taxizentrale gibt, ist sonst schon da. In Nürnberg kann man zum Beispiel nicht myTaxi nutzen. Da gibt es nur eine Zentrale und man wehrt sich gegen „dieses Internet“, Taxler, die myTaxi anbieten berichten davon, dass sie angegangen werden. Hier wird vernüftiger Service für die kunden unterbunden, weil es ans vermeintlich ans Geld geht.

  29. Joern sagt:

    „und auf der anderen Seite gibt es potentielle Fahrgäste, die quasi ohne jeglichen Versicherungssschutz in Auto steigen wollen. Kommt es zu einem Unfall wird keine private Versicherung an den Fahrgast zahlen, wenn sie herausbekommen, dass es eine gewerbliche Fahrt war.“

    der Fahrgast ist genauso versichert wie bei einer privaten Fahrt auch. Er kann nämlich bei einem privaten Fahrzeug genausowenig wie bei einer Limousine genausowenig wie bei einem beigen Taxi prüfen, OB da sämtliche Lizenzen, Versicherungen usw. wirklich ok sind (oder ob der Fahrer vielleicht gar keinen P-Schein hat … soll es ja bei beigen Taxis auch geben). Die einzige Prüfmöglichkeit, die er hat, ist die Straßenverkehrsamts-Plakette auf dem Nummernschild (die, wenn wir mal geklaute Kennzeichen oder „Flüchten vor der Zwangs-Stilllegung“ außen vor lassen, garantiert, dass das Auto eine Haftpflichtversicherung hat.

    Anders wäre das, wenn er an einer dubios aussehenden Straßenecke in ein versifftes Auto mit 400.000km auf der Uhr einsteigen würde, bei einem Fahrer, der so aussieht als wohne er in dem Auto, und das dann ein selbstgemaltes Taxischild in der Hutablage liegen hat. Da darf man dem Fahrgast durchaus skeptisch sein und da würde dem Fahrgast darum sicherlich eine Teilschuld zugesprochen werden können.

    Aber solange die Fahrt über eine seriöse Plattform vermittelt wurde und auch das Fahrzeug nicht zum Himmel stinkt, darf sich der Laien-Fahrgast darauf verlassen, dass das so seine Richtigkeit hat.

    Das heißt nicht, dass die Versicherung nicht im Nachhinein den Fahrer/Fahrzeughalter in Regress nimmt. Aber der Fahrgast ist im Unfallfall erstmal ein geschädigter Dritter.

  30. Ex-Taxlerin sagt:

    @Joern

    „… der Fahrgast ist genauso versichert wie bei einer privaten Fahrt auch. Er kann nämlich bei einem privaten Fahrzeug genausowenig wie bei einer Limousine genausowenig wie bei einem beigen Taxi prüfen, OB da sämtliche Lizenzen, Versicherungen usw. wirklich ok sind (oder ob der Fahrer vielleicht gar keinen P-Schein hat … soll es ja bei beigen Taxis auch geben).“

    Der Fahrgast muß da gar nix überprüfen. Wer überprüfen muß und garantiert auch überprüfen wird, das sind der Versicherer und vor allem dessen Juristen. Dem Fahrgast kann das alles vollkommen schnurz sein. Der setzt sich ins Auto und läßt sich kutschieren.

    Und auch ein 400.000-km-Auto kann letzte Woche erst beim TÜV gewesen sein und darf nun wieder ein ganzes Jahr lang rumsemmeln.

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