Der Fluch des Zinses

Jetzt hab ich neulich erst eingestanden, dass ich es bisher nicht geschafft hab, mein brasilianisches Geld loszuwerden, also umzutauschen. Aber gut, alles kein Drama. Und als ich nun in meinem Portemonnaie herumwühlte, fand ich das hier:

25 Centavos aus Brasilien: Zeugnis spontaner Geldvermehrung? Quelle: Sash

Anstatt das brasilianische Geld loszuwerden, wird es also immer mehr. Na super! Machen die Scheinchen im Geldbeutel unanständige Dinge und nach langer Zeit kommen dann Münzen dabei raus – oder wie? 😉

Das wirklich lustige daran ist, dass ich diese Münze definitiv nicht von der Familie aus dem oben verlinkten Artikel bekommen haben kann, sondern sie erst später bei mir landete. Ein wirkliches Drama sehe ich da allerdings auch nicht drin. Sicher, wahrscheinlich ist das Ding irgendwann mal statt einem 50ct-Stück oder einer Euro-Münze bei mir im Geldbeutel gelandet, aber der Verlust durch falsch erkannte Münzen hält sich bei mir doch stark in Grenzen. Waren bislang drei Fälle mit einem Gesamtschaden von um die 4 €. In dreieinhalb Jahren Taxifahren. Falls es vorsätzlich war, war es nicht nett – aber ansonsten passiert sowas halt mal. Im Gegenzug haben die Kunden im Laufe der Zeit sicher schon über 50 € bei mir im Auto verloren …

13 Kommentare bis “Der Fluch des Zinses”

  1. ELP sagt:

    Wir haben in unserer kleinen Spedition (3 LKW-Fahrer plus Chef) mal über ein Jahr gesammelt, was alles an „nicht-DM-Münzen“ so aufgelaufen ist. Da war alles dabei, von Schilling über Francs bis hin zu Unterlegscheiben(!).

  2. Rene sagt:

    Was mir in dem Zusammenhang einfällt: Ausländisches Geld kann man doch bei seiner jeweiligen Hausbank immer in Euro umtauschen. Oder irre ich mich da? Ist auf jeden Fall besser, als es monate- oder gar jahrelang mit sich rumzutragen.

    Andererseits ist dann natürlich der Effekt weg, dass man Brasilianern mal ihr Wechselgeld in Centavos zurückgibt.

  3. Taxi 123 sagt:

    Zum Thema Geldvermehrung empfehle ich die Lektüre von: Das Buch OTTO. [Taschenbuch] von (natürlich) Otto Waalkes, Seite 10. Hier hat der Autor sehr schön die Zusammenhänge von dunklem Portemonnaie, Geldmännchen und Geldweibchen erklärt. 😉
    Bei mir sind die am häufigsten falsch auftretenden Geldstücke US Cents. Die sind auch wirklich fast identisch mit unseren. Der Wert ist leider nicht so hoch.

  4. Martin sagt:

    @Rene: Aber nur Scheine, keine Münzen.

  5. Spottfried sagt:

    Wie sieht es eigentlich mit Falschgeld aus? Ich könnte mir vorstellen, dass viele Leute versuchen ihre Blüten an Taxifahrer_innen loszuwerden (z.T. sicherlich auch unwissentlich).

  6. Bernd K. sagt:

    Zitat: „statt einem 50ct-Stück“
    Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod 😉

  7. Der Banker sagt:

    Scheine kann man bei seiner Bank in der Regel loswerden. Alle machen das heute auch nicht mehr, kommt im Euro-Zeitalter wohl zu selten vor, um sich noch zu lohnen.
    Fremdmünzen kann man zumindest hier in der Gegend u.a. bei einer Bäckerei-Kette loswerden, da stehen auf den Tresen so Sammelboxen für das Kinderhilfswerk.

  8. elder taxidriver sagt:

    Ich habe ausländische Münzen immer am KadeWe-Halteplatz ‚aus Fenster‘ geschmissen. Da kamen abends
    die Verkäuferinnen raus und strebten zur U-Bahn, manche haben sich dann gebückt, sie aufgehoben und drauf gespuckt..
    Da waren alle froh:
    Ich, dass ich die Münzen los geworden bin und nicht noch versehentlich wem herausgegeben habe und ,
    die Verkäuferinnen weil sie was gefunden hatten.. .

  9. Sash sagt:

    @ELP:
    Das glaube ich gerne. Aber wie gesagt: Bei mir ist das echt keine große Summe, die da zustande kommt.

    @Rene:
    Das klappt mit Dollar ganz gut, aber bei etwas exotischeren Währungen ist es nicht mehr so einfach. Meine Hausbank(en) nehmen jedenfalls keine Reais an. Das hab ich natürlich auch gleich gefragt.

    @Taxi 123:
    Verdammt: Ich dachte, keiner würde den Schinken mehr kennen, aus dem ich meine ganzen Witze klaue …
    (Ganz im Ernst: Ich hab das Buch – wenn auch in bedauerlichem Zustand – und hab den Witz von besagter Seite geklaut 😉 )

    @Bernd K.:
    Ja, und obwohl ich es vielerorts anders verwende ein schöner Beweis für die Veränderung der Sprache … 🙂

    @elder taxidriver:
    Draufspucken? Ich gebe zu, das ist ein Brauch, der mir nicht geläufig ist und für den ich gerne eine Erklärung hätte.

  10. elder taxidriver sagt:

    Sash, bitte mal früh morgens auf dem Wochenmarkt etwas kaufen, als erster Kunde, wenn die Marktleute gerade
    mit aufbauen fertig sind. Und dann kleines Trinkgeld geben, sprich aufrunden, dann kann man es wohl noch
    erleben. Mehr symbolisch, oder angedeutet. Aber die Erklärung ist tief im Brunnen des Brauchtums verborgen..

  11. elder taxidriver sagt:

    Wenn man ‚auf gefundenes Geld spucken‘ googelt, kommt gleich eine Seite aus dem ‚Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens‘ mit Erläuterungen und Beispielen dazu.

  12. Sash sagt:

    @elder taxidriver:
    OK, war mir neu und stärkt die Überzeugung, sich zu selten die Hände zu waschen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: