Secondary skills

Eine Kleinigkeit wollte ich mal nebenbei festhalten:

Ich fahre ja weiterhin die 2925, die neben einigen anderen Macken nach wie vor kein Navi hat. Das heißt nicht, dass ich ganz ohne elektronische Unterstützung unterwegs bin – aber das Aushilfsnavi nutze ich so gut wie nie. Bisher für exakt zwei Fahrten …
Darüber hinaus ist mein Tracker, mit dem ich gerne cheate, auch nur hilfreich, wenn man schon ziemlich genau weiß, wo es hingeht. Mal eben checken, in welchem Stadtteil eine Straße liegt, geht damit schlicht nicht.

Aber es geht insgesamt.

Nun könnte ich ja einfach mal sagen, dass ich auf einmal voll die Ahnung hab. Also das, was navilose Kollegen gerne behauptet haben, wenn ich früher gestanden hab, mein Gerät öfter zu benutzen. Aber so tief muss das Niveau hier ja nicht sinken.

Ich hab inzwischen – binnen weniger Wochen schon – einfach festgestellt, dass es mir im Zweifelsfall viel leichter fällt, die Kunden zu fragen. Nicht, dass ich das bisher nie gemacht hätte! Aber ich mach’s nun auch bei eher schweigsamen Gesellen, bringe mein Unwissen besser rüber, diese Geschichten.

Selbst beim Taxifahren schleicht sich Routine ein und man macht dieses und jenes nach Muster A oder B. Es ist interessant, da nach Jahren noch Änderungen an sich selbst zu bemerken.

8 Kommentare bis “Secondary skills”

  1. Cliff McLane sagt:

    > Es ist interessant, da nach Jahren noch Änderungen an sich selbst zu bemerken.

    Oh weh, sei vorsichtig! Das sind erste Alterserscheinungen. Und es wird schlimmer werden. Du wirst feststellen, dass du plötzlich wieder Bedienungsanleitungen liest und Sicherungskopien deiner Festplatte machst.

    Aber, jetzt mal ernsthaft: Kunden zu fragen ist meist keine so schlechte Idee. Manchmal wissen die sogar, was sie wollen, und können es dir in verständlicher Sprache vermitteln. Und eigentlich ist es ja so, dass das der Standardfall sein sollte, und du als Dienstleister nur eingreifen musst, wenn dem Kunden sonst keine verständliche Information zu entlocken ist. Wir Sozialarbeiter nennen das dann gerne „nicht-direktive Gesprächsführung“, und ich bin mir sicher, ihr Taxler habt da auch ein Wort dafür.

  2. opatios sagt:

    Ich erinnere mich an die prä-Navi-Ära, als meine Eltern mit mir gelegentlich per Taxi abends heimfuhren und der Taxifahrer regelmäßig die Zielstraße nicht kannte (nicht ganz kurze reine Wohnstraße in einem außenliegenden Stadtteil).
    Was soll der Fahrer auch anderes machen als seine Unkenntnis zugeben? Alles andere gibt nur Ärger.
    Gut, einzige Alternativen zum Fahrgast Fragen: Zentrale um Hilfe bitten oder den mitzuführenden Stadtplan aus dem Kofferraum kruscheln.

  3. Arno.nyhm sagt:

    Da ich regelmäßig am Wochenende lieber mit dem Taxi den Kilometer (Luftlinie) nach Hause fahre anstatt allein torkelnd kenne ich das auch: die kleine Strasse mitten im Zentrum kennt komischerweise niemand. Also wird die U-Bahnstation davor genannt – und für die restlichen Fahrnweisungen hab ich schon alles meine Standartsprüchlein parat. Zu meinem Glück parkt auch immer ein Mofa direkt vorm Haus 😉

  4. Arno.nyhm sagt:

    Da es keine Kurzstrecke bei uns gibt werden es immer so ca 6-7€

  5. DerItaliener sagt:

    Müsste der Titel in dem Zusammenhang nicht „soft skills“ heißen?

  6. Cliff McLane sagt:

    @Italienr,

    > Müsste der Titel in dem Zusammenhang nicht “soft skills” heißen?

    Nein. Eigentlich wollte ich die Antwort auf die Frage Sash überlassen, aber dann übernehme ich das halt einstweilen:
    Die „primary skill“ (Erstaufgabe) bei Taxifahrern ist vermutlich, Kunden sicher ans Ziel zu bringen. Die „secondary skill“ (Nebenaufgabe) ist es, ihnen das Ziel zu entlocken. Eine „soft skill“ (Zusatzaufgabe) ist es, freundliche Konversation zu führen und ein Trinkgeld rauszuleiern.

    Stört euch ruhig daran, dass ich das Wort „skill“ mit „Aufgabe“ übersetzt habe; ich weiß, dass ich damit Widerspruch ernten werde. Aber eine andere Übersetzung hätte nicht ins deutsche Wortschema gepasst.

  7. DerItaliener sagt:

    Oh daran hatte ich nicht gedacht 🙂 Dann wäre das ja geklärt, danke! Ob du skill nun mit Fähigkeit wörtlich oder mit Aufgabe sinngemäß übersetzt, tut bei der Erklärung ja eh nichts zur Sache

  8. Sash sagt:

    @DerItaliener:
    Sorry, dass ich gerade nicht so oft hier zugegen bin. Ich hab das eher so wie Cliff McLane erklärt hat darzustellen versucht. Natürlich ist der Umgang mit Kunden am Ende auch das, was man als „soft skills“ bezeichnet, aber auf diesen Aspekt kam es mir nicht speziell an.

    @Cliff McLane:
    Danke. 🙂

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