Kurzer Schicht-Bericht

So, wie geplant habe ich nur eine halbe Schicht gefahren heute. Danach habe ich Ozie von der Arbeit abgeholt, und nachdem wir das Auto abgestellt haben, sind wir beide zusammen heimgefahren. Ziemlich viel Zweisamkeit im Vergleich zu den letzten Tagen. Tut definitiv gut!
Da ich nun also recht viel Zeit habe, und zudem Lust auf Schreiben, kommt hier mal wieder eine Schicht-Zusammenfassung. Für viele ist das sicher recht öde, aber die, die bei mir reinlesen, weil sie Taxifahrer werden wollen, finden es vielleicht dennoch nett.
Ich habe mein Auto pünktlichst abgeholt. Der Kollege H., mein Tagfahrer war zwar schon weg, aber immerhin war das Auto noch warm 🙂 Das war bei dieser Arscheskälte da draussen echt eine Wohltat. Bis zum Ostbahnhof hat sich wie so oft niemand gefunden, also habe ich mich dort eingereiht.

Gewartet habe ich kaum 20 Minuten, und traf dann auf eine ältere Frau, die mich mit ihrem Fahrtziel geradezu begeistern konnte: Adlershof! Das sind gleich mal beschwingte 20 € auf der Uhr. Genau genommen 19,40, aber dafür gab’s ja auch Trinkgeld: 2,60 obendrauf! Wir haben uns während der Fahrt ganz gut unterhalten über dies und das. Witzig war, dass wir auf das Thema „Neuerungen im Leben“ gekommen sind, weil sie mit dem Gurt nicht zurecht kam. So kam der schönste Ausspruch heute von ihr: „Ich bin alleine, was brauch ich Internet?“ Naja, irgendwie kann ich es verstehen…

Nach einem Zwischenstopp in Schöneweide, wo es allerdings etwas voll am Taxistand war, landete ich unbesetzt wieder im „Nahen Osten“. Noch vor dem Bahnhof allerdings hielten mich fünf junge Spanier an. Die Kommunikation gestaltete sich zwar etwas schwierig, weil sie etwa so gut Deutsch und Englisch konnten wie ich Spanisch. Eine Adresse hatten sie nicht, nur einen handgeschriebenen spanischen Zettel. Trotz krudester Schreibweise habe ich vermutet, dass sie ins „Tacheles“ wollen, seines Zeichens immerhin Inhalt des Ortskundekataloges. Nachdem sie mir auf einem U-Bahn-Plan die Haltestelle „Oranienburger Str.“ zeigten, war ich mir endgültig sicher. War eine nette Fahrt ohne viel Kommunikation, die sich als auch recht lukrativ erwies.

In der City sind mir viele Halten immer noch zu ungewiss, und so graste ich im Vorbeifahren meine Lieblingsplätze und die Weihnachtsmärkte ab. Nix. 🙁
Erst 100 Meter vor dem – Trommelwirbel! – Ostbahnhof hat mich ein Mann rausgewunken, der zum U-Bahnhof Schönleinstr. wollte. Glücklicherweise war ich da letzte Woche schon einmal, sonst wären wir wohl aufgeschmissen gewesen, denn er kam nicht aus Berlin und stand – wenn auch nichts wichtiges war – unter Zeitdruck. Ich erfuhr, dass er bei einer Veranstaltung des CCC war, was seine Sympathiewerte bei mir noch ein paar hundert Prozent ins Plus gerückt hat. War ne kurze Tour, aber immerhin ein Euro Trinkgeld.

Dann kamen zwei Kurzstrecken in sehr kurzer Folge, die mich grob vom Kotti zum Schlesischen Tor und von dort wieder zum Kotti brachten. Einmal im Kreis fahren? 7 € bitte 🙂

Einmal gings noch zum Haus der deutschen Wirtschaft (wieder Erwarten aktuell keine Ruine!) und einmal nach Kreuzkölln in die Weichselstr. Bei der letzten Tour hab ich noch einen Euro draufgelegt, weil das Navi – ich hatte die Hausnummer nicht eingegeben – einen Umweg gemacht hat. So wie ich die Kundin einschätze, wäre das nicht einmal nötig gewesen, aber ich stehe zu meinen Fehlern – und so habe ich das von meinem Trinkgeld abgezogen.

Alles in allem bin ich in nur 5 Stunden auf respektable 78 € gekommen, was ich nie erwartet hätte. Mein Ziel waren 50 €, und ich war mir nicht sicher, ob das klappt. Also insgesamt eine allzeit angenehme Nacht! Noch zwei Nächte in diesem Jahr, und ab Januar sind meine Ziele ein wenig höher als jetzt noch – allerdings weniger pro Schicht, sondern eher die Zahl der Schichten selbst 😉

2 Kommentare bis “Kurzer Schicht-Bericht”

  1. Marcus sagt:

    Hi Sash
    Also mir als Leser kommt es so vor, das du 90% deiner wartenden Zeit am Ostbahnhof verbringst……kann mir aber nicht vorstellen das des wirklich so der Realität entspricht. Wieviele Stammanfahrstellen hast du den so pro Schicht, die du mindestens einmal Anfährst?

  2. Sash sagt:

    Der Ostbahnhof ist gerade wirklich noch meine Über-Stamm-Halte, weil man da einfach immer was kriegt. Unter der Woche weiss ich bei manchen einfach nicht einzuschätzen, ob es sich lohnt. Insofern fahre ich – wenn ich nicht derb viele Kilometer auf dem Tacho hab – gerne auch mal ein Stück zum Bahnhof zurück. Am Wochenende hab ich aber einige Clubs im Auge, vielleicht 5 oder so, bei denen ich mindestens einmal pro Nacht bin.
    Zur Erklärung: Ich fahr gerade eigentlich null nach Funk, deswegen suche ich mir eigentlich nur Halten mit Publikumsverkehr. Und: Beim Ost-Bhf kommen auch viele kurze Fahrten bei raus, wo ich nach kurzer Kneipen-Abfahrerei auch schnell wieder am Bahnhof lande.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: