Beschleunigung

„Haben sie einen Automatik?“

Äh… mal gucken. Vielleicht parkt ums Eck einer. Muss ich mal suchen… wieso?

Entschuldigt die frechen Worte, aber so eine Frage ist schlicht bekloppt, wenn man bereits anderthalb Kilometer miteinander auf der Piste ist. Wenn einen das wirklich interessiert, dann hat man das entweder beim Einstieg oder aber nach den ersten 100 Metern mitbekommen. Denn – große Überraschung – schaltet der Fahrer, fährt er einen… Schaltwagen! Richtig!

Noch dazu sagte ein ehemaliger Kollege – damals noch im Behindertenfahrdienst – über mich:

„Ich kenne keinen Menschen, der so viel schaltet wie du!“

Man sollte es also bemerken. Was die Frage also viel mehr impliziert hat: Die Frage entbehrte jeden Wissens und es ist im Grunde egal. Ich hab natürlich trotzdem höflich gesagt, dass ich Schaltwagen fahre und gleich noch angefügt, dass ich das tue, weil Opel es nicht auf den Plan kriegt, in den Erdgas-Zafira ein Automatikgetriebe einzubauen.

„Naja, weil die junge Dame hier, die verträgt Beschleunigung nicht so gut…“

OK, mal ein ganz seriöser Einschub: Es ist natürlich so, dass die meisten Automatikwagen ein sehr sehr angenehmes Beschleunigungsverhalten an den Tag legen. Die ruckeligen Pausen beim Schalten entfallen weitgehend, dennoch ist das alles andere als eine pure Technikfrage, sondern auch eine Frage des Umgangs damit. Wenn man einen Automatikwagen gerne sportlich ausreizt und es versteht, mittels Kick-Down das Maximum aus dem Wagen rauszuholen, dann kann einem ebenso schlecht werden als Beifahrer. Aber gut, ich will ehrlich sein: Ich hab mit solchen Aussagen so oder so meine Sorgen.
Ich weiß, dass viele Leute empfindlich auf Bewegungen reagieren. Ozie beispielsweise wird es schlecht, wenn sie in ruckeligen Bahnen zu lesen versucht, noch verbreiteter ist z.B. die Übelkeit, wenn man gegen die Fahrtrichtung sitzt. Und so bieten Beschleunigungen in alle erdenkliche Richtungen natürlich immer das Potenzial, die Magentätigkeit anzuregen.

Da bin ich gerne eine Hilfe, ich bin jedoch auch vorbelastet durch eine ehemalige Kundin beim Behindertenfahrdienst. Diese hat mir damals sehr deutlich gemacht, dass das ein Feld ist, in dem sich Hypochonder alle Freiheiten dieser Welt nehmen können. Im Wissen, dass sie schnelles Fahren nicht verträgt, habe ich damals die alte Möhre mit 40, in den Kurven mit 20 km/h eine Straße entlangbefördert, die ich sonst durchgehend mit 60 befahren habe. Ich hab berechtigtes Gehupe, Gebrülle und jede Menge Schweiß auf mich genommen, nur um am Ende der Fahrt statt einem Trinkgeld Verachtung zu kassieren und den Hinweis darauf, wie sehr sich die alte Vettel an ihrem Stuhl habe festkrallen müssen. Auf dem Rückweg bin ich gefahren wie immer und das Ergebnis war dasselbe. Sowas prägt, tut mir leid. Ich spreche mich gerne gegen sinnlose Raserei aus, aber dass der motorisierte Straßenverkehr nunmal gewisse Geschwindigkeiten hat, sollte man eben miteinbeziehen, wenn man beschließt, an ihm teilzunehmen. Da bin ich auch so dreist und sage:

„Wer bei 25 km/h schon kotzen muss, sollte eben lieber Fahrrad fahren, das ist dann echt nicht mehr mein Problem.“

Insbesondere, wenn es wie bei dieser Tour bis nach Marzahn geht.

Es wurden keine gesonderten Anmerkungen mehr gemacht und ich bin ganz normal dem Verkehrsfluss folgend die Landsberger entlanggeschaukelt. Kurz vor dem Ziel kam dann die Frage:

„Ich hoffe, es war nicht schlimm für sie, dass sie so langsam gefahren sind. Haben sie sich jetzt arg am Riemen reissen müssen?“

„Nö, ich bin gefahren wie immer.“

Und siehe da: Alles kein Problem. 🙂

Das soll sich jetzt auch nicht so lesen, als würde ich den Kunden nicht ihre Marotten gönnen und mich darauf einstellen. Das ist ok und gehört dazu. Manchmal aber ist es schon gut, ein Gespür dafür zu haben, wann jemand einfach keine Ahnung hat und irgendwelche Ängste auf Umstände wie mein Fahrverhalten projeziert. Wie ist es bei euch? Kennt ihr solche Probleme von euch selbst?

22 Kommentare bis “Beschleunigung”

  1. D_EQAI sagt:

    Hi Sash,
    Toller Blig!
    Das kenne ich auch. Wie du selbst schon festgestellt hast, ist meist weniger die Geschwindigkeit das Problem, sondern die Beschleunigung. Ein sensibler Gasfuß und vorausschauendes Kurvenfahren (ich arbeite im ländlichen Raum) helfen hier meist und vermeiden Probleme 😉

  2. Wolfy sagt:

    naja – ich habe keine Angst davor, dass mir durch die Beschleunigung schlecht wird. Ich hab Angstm dass… äh… *unwahrscheinlichstes Beispiel raus sucht* ein Bus auf das Auto fällt. Allerdings lasse ich dem armen Tropf, der mich fahren soll, meine zahlreichen Ängste nicht sooooo sehr anmerken. Sonst braucht der danach Urlaub. ^_^

    Wobei ich ehrlich sagen muss:
    Angst – selbst im krankhaft übertrieben Fall wie bei mir – ist nicht so schlimm, wenn man sich davon nicht beherrschen lässt. Wenn ich Angst davor habe, dass der Taxifahrer besoffen ist und gegen einen Baum fährt, bestelle ich mir trotzdem eines. Würde ich ihr nachgeben und zu Hause bleiben, bestätige ich mich nur selber und es wird schlimmer. Die Erfahrung habe ich gemacht, als ich nicht mehr Bus fahren konnte. Hat ewig gedauert, bis ich mich da wieder rein getraut habe.

    Und gerade bei „Ich hab Angst zu kotzen, wenn Sie zu schnell fahren“, kann man doch ganz gut reagieren. Wenn man merkt, dass einen der Fahrstil auf den Magen schlägt, dann bittet man den Fahrer eben langsamer zu fahren oder wenn möglich mal rechts zu halten.

  3. Jens sagt:

    Irgendwo (sehr vertrauenerweckende Quellenangabe, ich weiß) hab‘ ich sogra mal gelesen, dass es selbst für das Problem mit dem Sitzen gegen die Fahrtrichtung – zumindest bei gleichmäßiger Fahrt wie in der Bahn – keine bekannte körperliche Ursache gibt. Demnach rühre das Unwohlsein hauptsächlich aus dem unbewussten und uralten Instinkt her, das Böse, das da potenziell von vorne kommen könnte, schon von weitem erkennen zu können. (Also ähnlich wie Flugangst, die ja auch oft was mit Kontrollverlust zu tun hat.) Ich hab‘ aber keine Ahnung, wie seriös diese Theorie ist.

    Ich kann jedenfalls in der Bahn sitzen, wie ich möchte; also ist meinem Unbewussten anscheinend ziemlich wurscht, was da von vorne kommt.

    Wo wir bei Ängsten sind: Einer Deiner Kollegen hat mir mal erzählt, dass es ihm schon mehrmals passiert ist, dass Kunden nicht durch den Tiergarten-Tunnel gefahren werden wollen, weil sie in Tunneln Angstgefühle entwickeln. Hattest Du solche Kundschaft auch schon?

  4. Hm… Nein,eigentlich garnicht. Vorwärts, rückwärts, seitwärts eigentlich alles kein Problem. Auch nicht, wenn ich getrunken habe. Wobei ich am allerangenehmsten immernoch Motorradfahren finde. Aber ich hab noch nie irgendwo ein Motorrad-Taxi ausfindig machen können 😉

  5. Flo sagt:

    Höhö, das erinnert mich an einen Fahrgast, der mich in meinem voll besetzten VW Bus T4, direkt neben mir sitzend, fragte, ob das ein Automatik sei. Wer die guten T4-Busse kennt, weiß, dass der Schalthebel nicht gerade klein und unscheinbar ist. Das Teil zählt schon eher zu meldepflichtigen Prügelwaffen :). Dazu kommt, dass ich wegen der kleinen Übersetzung alle 10km/h schalten musste. Ich habs dann einfach als Kompliment aufgefasst, so nach dem Motto: Sanft schalten wie ein Automatik

  6. Wolfy sagt:

    @Jens:

    Naja – eine Ausbilderin meinte vor Jahren mal, dass es an den drei großen Gleichgewichtsorganen liegt. Das sind die Augen, die Muskulatur und das Gleichgewichtsorgan im Innenohr.
    In der Regel haben wir keine Probleme, weil diese drei Organe normaler Weise im Einklang mit einander stehen und identische Meldungen ans Hirn geben – wie: Wir bewegen uns. Wir stehen. Hilfe wir faaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaallen! 😉
    Den „Ausfall“ eines Organs kann man mit mehr oder weniger langen Übung überwältigen – aber das es schwieriger wird, kann man mit dem Ein-Bein-Stand testen,
    Einfach auf ein Bein stellen – geht in der Regel ohne Probleme. Schließt man die Augen, wird das ganze schon wackliger – für manchen Tropf fast unmöglich.

    Wenn wir aber in einen Fahrzeug sind, wird es schwierig. Die Augen melden Bewegung. Das Innenohr Ruhestand oder leichte Bewegung. Außer es wird gebremst oder gerade beschleunigt. Für die Muskeln gilt das selbe. Das kann ein Hirn durch aus etwas durcheinander bringen und dadurch Übelkeit auslösen.

    Deswegen hat das ganze in der Regel auch nichts mit der Geschwindigkeit zu tun, solange eine Bewegung statt findet. Angeblich soll das Problem mit offenen Dach auch nicht wirklich bestehen, da durch den Fahrtwind eine Bewegung registriert wird.

    Ob das nun eine offizielle Erkenntnis oder einfach nur eine Vermutung ihrerseits war, kann ich nicht sagen.

  7. Sash sagt:

    @D_EQAI:
    Und bei manchen – wie man sieht – auch fahren wie immer. Wobei das sicher nicht auf die Bleifuß-Fraktion unter den Kollegen zutrifft…

    @Wolfy:
    Was ich keinesfalls hier lächerlich machen wollte, ist dass es natürlich eine Menge ernste Ängste gibt. Und auch wenn sie für einen Außenstehenden allesamt irrational sind, bringt der Hinweis, es doch locker zu sehen, wirklichen Phobikern nichts. Das ist mir auch klar. Denn da gibt es noch wesentlich krassere Ausprägungen – und ich bin heilfroh, von sowas (zumindest bisher) verschont worden zu sein und mein Leben angstfrei leben zu können!

    @Jens:
    Aus dem selben Irgendwoher (ich weiß echt auch nicht mehr, wo 😉 ) hab ich gehört, dass das mit dem Rückwärtsfahren durchaus begründbar ist, weil das Auge sich (ähnlich wie auf hoher See) nur sehr schwer einen Fixpunkt zum Anvisieren suchen kann, um ein vernünftiges Gleichgewichtsgefühl vom Gehirn aufbauen zu lassen. Aber ich bin kein Neurologe, genauer kann ich es gerade auch nicht sagen.
    Das mit der Angst in Tunneln hatte ich noch nicht bisher – oder wenn doch, dann waren die Leute tapfer und schweigsam 😉

    @zartbitterdenken:
    Motorrad-Taxen scheitern wahrscheinlich oft an der Vorschrift mit den 2 Türen auf der rechten Seite 😉

    @Flo:
    Sowas ähnliches hab ich mir nebenbei auch gedacht. Ich bin allerdings wie gesagt auch ein Vielschalter und eigentlich auch ein Schnell-Beschleuniger. Naja, ich hatte ja schon meine Gründe, das hier oben ein bisschen lächerlich zu machen…

  8. leserin sagt:

    also seid mir nicht böse, aber wenn sie nen unfall hat und ein rettungswagen kommt, fragt sie dann sterbend, ob der RW eh automatik ist? (ja ja, nicht zu ernst nehmen)
    klar, das muss sehr heftig sein wenn man nur mit automatik fahren kann ohne halb zu kotzen, aber dann sollte man auch tatsächlich vorm einsteigen darauf achten…
    und automatik ist sicherlich geil (schaltfaulheit ftw) aber was macht man wenn ne unebene straße kommt oder tiefere mulden?

  9. Wolfy sagt:

    @Sash:

    Es „einfach“ locker zu sehen – das stimmt, dass fällt einen Phobiker nicht leicht. Da steckt eine Menge Arbeit dahinter. Bei mir sind es auch 1 Jahr Psychotherapie gewesen + 23 Jahre, bis ich kapiert habe, dass mein Denken nicht normal ist – und ich bin gerade mal 25 Jahre ;). Und ich bin keine Phobikerin, sondern leide an einer Angststörung (http://de.wikipedia.org/wiki/Generalisierte_Angstst%C3%B6rung). Davon bin ich nicht geheilt, sondern habe nur diverse Verhaltensweisen gelernt und antrainiert bekommen, um mich überhaupt aus dem Haus zu trauen. Darunter zählt eben auch „nicht nach zugeben“, wenn die vermeintliche Gefahr absolut nicht zu erkennen ist. Beim besoffenen Taxi-Fahrer zum Beispiel: ist gar kein Taxifahrer da und Taxi noch nicht bestellt. Woher will ich wissen, ob er dem Alkohol gefröhnt hat? Ohne gerade mitten in der Angst zu stecken, ist dieser Gedankengang leicht. Mitten im Anfall nicht. Ich schaffe es nur, weil ich inzwischen so weit bin, mir schon mal vorher die Frage zu stellen, wovor ich genau Angst habe und was schlimmsten Fall passieren kann – und was ich dann dagegen tun kann. Wenn ich dann im Anfall bin, denke ich genau an diese Lösungen. Das beruhigt mich. Das funktioniert nur leider nicht in einer unerwarteten Angstsituation und ich büße etwas Spontanität ein – gerade wenn es um Freizeitgestaltung geht (bei einem Kinobesuch brauch ich z.b. eine Woche, bei einer Party ein Monat, Urlaubsreise 3 Monate). Als ich unerwartet ins Krankenhaus musste – es war nicht schön. Ich habe den Notaufnahmeteam gleich gesagt, dass ich wegrennen könnte, egal wie dreckig es mir geht. Als ich stat. aufgenommen werden musste, haben sie 2 Stunden auf mich einreden müssen, bis ich nachgegeben hatte – und dann haben sie auf Stat. auch gleich ein Beruhigungsmittel gegeben. Die Schwestern kamen am OP-Tag alle halbe Stunde rein, um zu sehen, ob ich Panik schob – obwohl mir das fast keine Probleme bereitet hat (ich hatte mehr Angst vor den Untersuchungen als vor der OP – weil ich mir dachte: bei der OP schläfste eh – wenn du stirbst merkstes nicht! – und es hat geholfen, dass ich wusste, dass es eine recht einfache und schnelle OP war, bei der nur wenig schief gehen kann ;)).
    Was ich damit sagen will – ich weiß wie „einfach“ das alles nicht ist.

    Aber im obigen Fall – Angst vorm Schlecht werden beim Beschleunigen/bremsen/Schnell fahren – hilft es definitiv. Wie soll ich wissen, ob mir die Fahrweise des Fahrers wirklich auf den Magen schlägt, wenn er extrem vorsichtig fährt? Im schlimmsten Fall habe ich durch Vermeidung immer größere Angst und lerne nie „bis 80km/h ist alles ok!“ und kann weder das „übel werden“ noch die direkte Angst bekämpfen. 😉
    Um hier nochmal den Phobiker aufzugreifen, ist es schon ein Unterschied, ob er Angst vor 2 oder 200 Metern hat – oder ob er nicht einmal Spinnen ansehen kann (ggf. auch im Fernsehen) oder ob er sie nicht anfassen kann, ob es ihn besonders heftig stört, wenn sie in der Wohnung oder am Arbeitsplatz grabbelt oder auch der wilden Wiese. Ähnliche Ansätze kann man auch im Auto nehmen (nur als Beifahrer/Fahrer, ab bestimmte Geschwindigkeiten, eher Land/Stadtgebiet, etc. pp.).

    Vielleicht helfen diese Taktiken beim Phobiker nicht so sehr, wie sie mir helfen. Aber ich bin geneigt zu sagen, dass man mit etwas Training die Symptome etwas entgegen wirken kann. Man hat immer noch panische Angst, kann damit aber besser umgehen.

    Aber eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass bei einer Kotzangst (o.O) in dem Fall keine Phobie vorliegt, sondern einfach nur ein psychischer Schutzreflex nach mehreren, schlechten Erfahrungen vor Jahren mit einem unvorsichtigeren Fahrer. ;D

  10. Wolfy sagt:

    Huch – ein Roman. Mal wieder. v-v“
    *geht woanders weiter spammen*

  11. Bernd K. sagt:

    Als Kind ist mir gelegentlich schlecht geworden wenn ich im Auto mitgefahren bin. Aber ich glaube das hat auch an den Autos damals gelegen. Vor allem natürlich aber am Fahrstil. Ich hatte einen Onkel, bei dem waren Mitfahrten in der Stadt oder auf der Landstraße kein Vergnügen. Besser geworden ist es erst als er eine alte S-Klasse (mit Automatik) hatte. Da durfte ich sogar mal, als ich meinen Schein hatte, ein Stück selber fahren. Weiß noch genau, ich hab aufs Gas gedrückt und dann kam erstmal nix und dann ist er abgezischt (im Vergleich zum Escort-Fahrschulwagen).
    Aber wie schon oben erwähnt, entscheidend ist der Fahrstil, ob jemand gelassen und vorausschauend fährt oder unkonzentriert und hektisch, weniger die Geschwindigkeit und die Art des Getriebes.

  12. Blogolade sagt:

    Das kommt mit bekannt vor. Stadtverkehr war in der Schwangerschaft aber nicht mein Problem sondern kurvige, enge Straßen die der Göttergatte gerne etwas zügiger fährt. Da musste ich ihn zur Schonung unserer mobilen Innenausstattung doch bremsen 😆

  13. nadar sagt:

    Ich habe eine Automatik und schalte trotzdem oft und gern – das ist also kein Widerspruch.

    Zum Radfahren: Auf der Geraden kommt man gut und gern auf 30 km/h, bergab habe ich schon knapp 80 geschafft. Eins stimmt aber: es kotzt sich bestimmt freier – nur kenne ich keinen, der das schon ausprobiert hätte.

    Zum Ende deiner Fahrt ein „Es war echt schwierig, aber für $(beliebige Schleimerei einsetzen) gebe ich alles“ hätte das Trinkgeld sicher erhöht. 🙂

  14. Taxi 123 sagt:

    Auch meiner Meinung nach ist die Beschleunigung das Problem. Ob nun in Fahrtrichtung oder seitlich in Kurven. Als Zivi hatten wir ein Kind zu fahren, das sehr gut als Indikator dienen konnte. Denn wenn die Beschleunigung zu stark war, mußte hinterher der Bus innen gründlich gereinigt werden. 🙂

  15. scf sagt:

    Ich bin sogar eher ein Beschleunigungsliebhaber (jetzt aus Beifahrersicht gesprochen) und finde es immer schade, wenn sowas gerade nicht möglich ist. Dafür habe ich eine andere Angst (auch in Stärke einer Phobie, die ich aber inzwischen besser im Griff habe) – und zwar die, dass sich andere da übergeben könnten, weshalb ich bei entsprechenden Mitfahrern auch nervös werde. Taxifahren wäre also als Fahrer definitiv nichts für mich. 😉

  16. Sash sagt:

    Hey, sehr interessante Kommentare hier. Ich hab zwar grad nix sinnvolles einzubringen, lese aber gerne mit 🙂

  17. Petra sagt:

    @Wolfy
    Ich bin auch ein Krankenhauswegrenner, da bist Du nicht allein. ;o)

    Zu den von Wolfy beschriebenen „Irrationalen“ Ängsten eines Phobikers, kommen noch Krankheiten wie ein Morbus Menière, der alle Sorten von Schwindel beinhaltet. Da wird selbst eine Treppe runtergehen ohne Festhalten zum Abenteuer.

    Und es gibt noch die Möglichkeit, dass Deine Fahrgäste schon einmal mit Berlins irrsten Taxifahrer unterwegs waren, so wie ich mit meinen Kolleginnen vor ein paar Jahren. Ku.Damm bis Schloss Bellevue in 4 Minuten, mit ungefähr 120 km/h um den Großen Stern. Solche Leute kann man nur ausbremsen, indem man ihnen weismacht, dass man ihnen sonst in den Wagen k…

  18. Cliff McLane sagt:

    Ohje… Das erinnert mich an meine Schulzeiten. Wir hatten eine Mitschülerin, der wurde, glaube ich, schon beim Anblick eines Reisebusses schlecht. Warum sie trotzdem auf jeden, aber wirklich JEDEN Klassenausflug mitkommen wollte, wird mir und meinen nicht so sehr zum Reihern neigenden Mitschülern auf ewig ein Rätsel sein. EIN Mädel schafft es, 60 Leute aufzuhalten, weil sie „Miristübel“ hat.

    Ich sah sie dann mal wieder als wir beide so um die 20 waren. Sie fuhr ein Auto. Ein Auto! Keine Ahnung, wie Miss „Miristübel“ den Führerschein bekommen hat. Aber offensichtlich kann man sich auch an ein Schaltgetriebe gewöhnen ohne zu reihern.

  19. Cliff McLane sagt:

    @Wolfy, ich will Angststörungen nicht kleinreden, also, gerade ich… — Ich konnte mich als Kind nicht einmal auf einen Stuhl stellen oder die Kellertreppe runtergehen, ohne dass mir schwindlig wurde. Ich hatte extreme Höhenangst. Inzwischen steige ich Leitern rauf und wieder runter, aber das etwas mulmige Gefühl bleibt. Ich glaube, so tiefsitzende Ängste wird man niemals komplett los, aber die Erfahrung lehrt einen, dass Stühle, Treppen und Leitern eher selten umfallen. Komisch ist nur, dass ich vorm Autofahren niemals Angst hatte. Ich bin sogar ein angenehmer Taxi- und Busfahrgast, weil ich da am liebsten schlafe. Wenn ich nicht am Steuer sitze und der Fahrer eher wenig kommunikativ ist, was soll ich sonst tun? — Mit Sash würde ich mich vermutlich unterhalten zwischen Kreuzberg und Moabit, aber den treff ich ja nicht, weil ich derzeit in Bayern wohne.

  20. anna sagt:

    @Cliff: Reiseübelkeit kann sich auswachsen. Als Säugling war ich noch „fahrtüchtig“, aber so im Alter von eins bis fünf haben meine Eltern Ersatzklamotten im Auto gebunkert. Dann wurde es langsam besser, doch etwa bis zur Pubertät habe ich vor längeren Autofahrten nichts zu essen bekommen, dafür ein striktes Leseverbot während der Fahrt. An letzteres halte ich mich nach wie vor. (Meistens. Etwa jährlich probiere ich es wieder und bereue bitterlich.) Inzwischen wird mir nur noch selten flau — am ehesten in Neigezügen und nicht in Autos oder Bussen — allerdings nie, wenn ich selber (durchaus mal sportlich) fahre. Als Beifahrer hilft es mir, „innerlich mitzufahren“, also Kurven und Beschleunigungen zu antizipieren.

    Und jetzt muss ich noch eine alte Familiengeschichte loswerden: Die Schwiegermutter meines Grossonkels lag selbigem in den Ohren, ihr Sohn habe jetzt ein Auto mit Automatik, das sei ja soo angenehm, ihr würde gar nicht mehr übel — ob er sich nicht bitte auch eins anschaffen wolle. Der Grossonkel, der von den damaligen Automatikgetrieben genauso wenig hielt wie von den Fahrkünsten seines Schwagers, kam dieser Bitte zwar nicht nach, aber erteilte strikte Anweisung, die Schwiegermutter in diesem Punkt über die Eigenschaften des kurz darauf neuangeschafften Fahrzeugs zu belügen. Von Stund an durfte er sich bei jeder Fahrt mit der alten Dame anhören, wie angenehm es sich mit dieser Automatik fahre, und wie dankbar er ihr und besonders ihrem Sohn sein solle, dass sie ihn auf dieses Wunderwerk der Technik aufmerksam gemacht hatten.

  21. Cliff McLane sagt:

    @anna, ich liege gerade unterm Schreibtisch, nage am Teppich und lach mich weg… — „Wunderwerk der Technik“, herrlich!

  22. Chak sagt:

    @zartbitterdenken
    In Bangkok gibt es zumindest Moped-Taxis.

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