100% Daten. Oder so.

„Sie müssen den Taxikunden einfach 100% Daten liefern. Also sie müssen sich soweit auskennen, dass es ihnen immer möglich ist, auch bei unzureichenden Informationen genau das zu machen, was die Kundschaft will. Das ist entscheidend! Alles wissen kann man nicht, natürlich, aber sie werden sehen – auch im Hinblick auf ihre nebenberufliche … Lektüre – dass das sehr entscheidend ist. So kriegen Sie dann auch einfach mal 10 Euro extra und haben einen Stundenlohn von sagen wir mal … naja, Sie wissen ja …“

Ich will echt nicht behaupten, dass er besonders stressig war. Aber bei der ganzen Fahrt hing so eine „Ich erkläre Ihnen mal, wie’s läuft“-Stimmung in der Luft. Und bei aller Liebe für gute Tipps: Das kommt einfach arrogant rüber. Oder wie ich es einem anderen und wesentlich lockeren Kunden heute Nacht erklärt habe:

„Das Problem ist: Es fahren so viel unterschiedliche Leute Taxi – da kann man nie alles immer richtig und es allen recht machen.“

Beim zweiten ging es darum, dass er mich für die sehr gute frische Luft im Taxi gelobt hat, aber persönlich noch mehr auf einen Wunderbaum abgefahren wäre. Was ersterer mir zu erklären versucht hat, versuche ich bis dato noch zu erörtern.

12 Kommentare bis “100% Daten. Oder so.”

  1. Ute sagt:

    Da hättest Du sagen müssen: „Sorry ich verstehe jetzt nur Bahnhof“ Und? Stimmt ja auch, du (ver)stehst ja auch nur am Bahnhof rum. Nagut, die guten Sprüche fallen einem erst hinterher ein.

  2. Würst. sagt:

    Wenn mir jemand das Taxigeschäft erklären will, frage ich ihn schon mal, ob er das im Flugzeug genau so macht, dem Piloten erklären, wie er die Möhre am besten zum Ziel bringt. Und wenn er es nicht schnallt, kommt von mir noch der Hinweis, daß er nicht klatschen soll, wenn wir am Ziel sind.

  3. Hagen sagt:

    @Wurst
    You made my day..
    Super!!!

  4. Paule sagt:

    Sowas hat man immer mal. Nicht jeder verträgt Alkohol oder andere Lustigmacher. Aber das weißt du selbst am besten.

  5. Roichi sagt:

    Ja, so Leute mag ich auch.
    Kommen rein und wollen mir erklären, was ich wie machen kann. Geht klar.
    Da gibt es dann auch nur Dienst nach Vorschrift. Egal, ob die der Meinung sind, es müsse anders.

  6. Cliff McLane sagt:

    > aber sie werden sehen – auch im Hinblick auf ihre nebenberufliche … Lektüre

    Amazon? Drohnen? Pre-emptive delivery?

    Oh mein Gott, an den ich nicht glaube, mir wird Angst: Womöglich wirft jemand Brigitte-Ausmalbücher in meinem Garten ab.

    Dann doch lieber Plutonium.

  7. Sandra Schnacke-Krumme sagt:

    Geier Sturzflug- Poporzflug

  8. Jens sagt:

    Da muss ich doch glatt mal den alten Witz über de Schäfer hier reinkopieren. Kennen viele wahrscheinlich schon, aber er passt so schön.

    —–

    Ein Schäfer steht mutterseelenallein auf seiner Wiese und hütet seine Schafe. Plötzlich tauchte in einer großen Staubwolke ein nagelneuer Cherokee Jeep auf und hält direkt neben ihm. Der Fahrer des Jeep, ein junger Mann in Brioni Anzug, Cerrutti Schuhen, RayBan Sonnenbrille und einer YSL Krawatte, steigt aus und fragt ihn: „Wenn ich errate, wie viele Schafe Sie haben, bekomme ich dann eines?“

    Der Schäfer schaut den jungen Mann an, dann seine friedlich grasenden Schafe und sagt ruhig: „Einverstanden.“

    Der junge Mann parkt den Jeep, verbindet sein Notebook mit dem SatellitenHandy, geht im Internet auf eine NASASeite, scannt die Gegend mit Hilfe seines GPS Satelliten- Navigationssystems, öffnet eine Datenbank und 60 Excel-Tabellen mit einer Unmenge Formeln. Schließlich druckt er einen 150-seitigen Bericht auf einem HighTech-Minidrucker aus, dreht sich zu dem Schäfer um und sagt: „Sie haben exakt 1586 Schafe.“

    Der Schäfer sagt: „ Das ist richtig, suchen Sie sich ein Schaf aus.“
    Der junge Mann nimmt ein Tier und lädt es in den Jeep.

    Der Schäfer schaut ihm zu und sagt: „Wenn ich Ihren Beruf errate, geben Sie mir das Tier dann zurück?“
    Der junge Mann antwortet: „Klar, warum nicht.“

    Der Schäfer sagt: „Sie sind Unternehmensberater.“

    „Das ist richtig, woher wissen Sie das?“, will der junge Mann wissen.

    „Sehr einfach“, sagt der Schäfer, „Erstens kommen Sie hierher, obwohl Sie niemand gerufen hat, zweitens wollen Sie ein Schaf als Bezahlung haben dafür, dass Sie mir etwas sagen, was ich ohnehin schon weiß, und drittens haben Sie nicht die geringste Ahnung von dem, was ich hier mache!

    So, und jetzt hätte ich gerne meinen Schäferhund zurück.“

  9. Sabine sagt:

    Ganz ehrlich, Herr Jens: Wo sind hier die Mühlen der Erkenntnis?

  10. Jens sagt:

    Ich glaube, ich hab sie vorhin da drüben liegen sehen. Kann mich aber auch irren.

  11. Ulf sagt:

    Janz ehrlich, Frau Sabine: haste nich jerafft, wa ?

  12. Erinnert mich an den Typen, dem ich aufgrund mangelnder Nachfrage keines der „ganz besonderen“ Nikotinpflaster verkaufen konnte, die er haben wollte, weil ich (sage und schreibe) 12 Stunden (bis nächsten Morgen um 7.30Uhr) gebraucht hätte, um es ran zu organisieren. Der tobte dann los, dass ich mir die auf Kommission hinlegen müsse, das würde in seiner Branche auch so üblich… blabla. Ich fragte dann, womit er denn handele – Magnetresonanztomografen. Sone ne Packung Nikotinpflaster für 15€ und so ein MRT für vielleicht 1,5Mill€ sind halt sowas von vergleichbar… Naja, da sprach vermutlich auch der Nikotin-Entzug. 😀

    @Sabine
    Die Mühlen der Erkenntnis sind hauptsächlich in der Nähe von Getreidebauern zu finden, denn kaum ein Mensch will gemahlene Schafe kaufen (mal von englischen Milchbauern abgesehen), und das wissen auch die Schäfer. 😉

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