Words of the Week

Die meisten wissen es ja schon. Hier trotzdem noch mal, wie es dazu kam:

„Entschuldigung, akzeptieren Sie diese Gutscheine?“

„Selbstverständlich.“

„Aber es geht bis nach Cottbus …“

Ich war kurz davor, ein „dann erst recht!“ anzufügen … 😉

Zweit-, bzw. drittlängste Tour ever, einfach so auf dem Silbertablett serviert. 180 kleine Eurolein, mehr als ich mir im Rest der Schicht erhofft hatte. So darf es gerne öfter laufen!

Aber da das Schick- eher ein Scheusal ist: seit gestern liege ich mit Fieber zu Hause rum und krieg gar nix auf den Plan. Seht mir nach, wenn ich mich auch hier in den Kommentaren ein bisschen rar mache …

Irisches Doppel

Ach, dieser Ärger mit den Kunden, wie furchtbar! Da steht man als Taxifahrer eine halbe Stunde am Bahnhof rum und dann wird man total unhöflich gefragt:

„I’m sorry, excuse me: would you please tell us where the Berghain is?“

Nicht mal siezen können die, diese Englischländer!

Man bleibt hart, stellt klar, dass man nicht die Auskunft ist und schon folgt die nächste Frechheit: Da fragen die doch tatsächlich nach, ob man sie dann vielleicht dorthin fahren könnte! Im Ernst! Zum Berghain, dreimal ums Eck! Gott sei Dank wissen die Ausländer nix von der Beförderungspflicht, dieser albernen … ach, ich reg mich schon wieder zu sehr auf!

Naja, wenn man sie dann los ist, fährt man wenigstens für 7,50 € irgendeinen anderen Idioten nach Kreuzberg.

Sowas liest man natürlich nicht hier. Das ist ein fiktiver, nicht realer Blogeintrag, wie er glücklicherweise wohl nur selten geschrieben wird. Die meisten bloggenden Kollegen haben ja doch ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl bei der Kundschaft. Die fragenden Touris gibt es natürlich wirklich, der Wortlaut stammt genau genommen von einer Zweiergruppe am vergangenen Donnerstag. Da war ich der erste Taxifahrer und hab die beiden natürlich nicht weggeschickt. Ich hab ihnen den Weg erklärt, sie wollten mitfahren – und am Ende ist eine recht erheiternde Geschichte geworden.

Natürlich war meine Begeisterung für 4,40 € auf der Uhr nicht übertrieben groß, die beiden Jungs aber waren lustig. Saulustig. Zunächst schmissen Sie sich fast unter den Sitz, weil der Rechtsverkehr ihnen unheimlich war. Dann reagierten sie mit gespielter Empörung, als ich fragte, ob sie etwa aus England oder Australien kämen:

„No way, man! We’re irish!“

Ups. Fettnäpfchen.

Aber da war die Fahrt dann auch schon zu Ende. Eines fehlte natürlich noch. Ein Wort, mutmaßlich Bestandteil der irischen Hymne. Ganz genau:

„Just gimme two back, because you had to listen to our fucking bullshit!“

Acht Euro bei Viervierzig auf der Uhr: Strike! Damit aber nicht genug: vor der Tür standen zwei – Überraschung! – Iren, die „to the nearest S-Bahn“ wollten. Ergo zum Ostbahnhof. Womit ich bei 8,80 € und über vier Euro Trinkgeld nach 5 spaßigen Minuten und weniger als zwei gefahrenen Kilometern stand. Nicht ohne echt irische Wertschätzung übrigens:

„Fucking great you’re here, man!“

Es lässt sich gut leben mit kurzen Touren, ehrlich liebe Kollegen …

Sind wir hier richtig?

„Sind wir hier richtig?“

„Ja, keine Ahnung!“

„Wie, keine Ahnung? Ich dachte, Sie wohnen hier.“

„Ja schon, aber nachs sieht das ja alles anders aus!“

So geht es mir manchmal tagsüber …

Willst Du Westen?

„Wohin darf’s gehen?“

„Kein Plan! Was wär fett für Dich? Willste Westen? Fahr’n wir Westen!“

„Junge, mal im Ernst jetzt! Wo willste hin?“

„Weiß nicht. Wo was los ist!?“

„Und? Wo ist was los?“

„Machma Tresor.“

„Ist aber nicht weit im Westen.“

„Egalegalegal! Mach Tresor!“

„Kein Problem …“

„Tresor is schon was los, oder?“

„Ja, offen haben müssten die schon – aber ich war heut noch nicht da.“

„Egal. Hauptsache Westen!“

„Meinetwegen …“

„Nee komm, lass ma! Is jetzt schon voll Risiko und nachher is da keiner. Mach ma hier, Dings, äh Sewanstraße, Lichtenberg. Fahr ich heim!“

„Klar, auch das …“

Ich war ja froh, als ich ihn los war – ganz ehrlich. Aber es hat was für sich, vom Ostbahnhof in den Westen zu starten und am Ende ziemlich genau östlich vom Startpunkt anzukommen … 😉

Fehler

Fehler passieren. Mir natürlich auch. So beispielsweise neulich, als ich einen Kunden in die Danziger Straße 191 bringen sollte. Ich kannte die Nummer nicht, hielt mich an einer Stelle für schlauer als mein Navi und am Ende verhinderte eine Baustelle auch noch die Schadensbegrenzung. Eine Fahrt, bei der ich niemals auf den vollen Fahrpreis bestanden hätte – und jeden Kollegen anzeigen würde, der das täte. Alles detailliert aufzuschreiben, wäre unnötig. Und ein Bild sagt mehr als tausend Worte, deswegen:


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Und der Kunde?

„Lass mal. Ist mir schon klar, dass sowas mal passieren kann. Ich würd schon merken, wenn Du mich wirklich abzocken wolltest!“

Fazit: Statt Fahrpreisminderung auch noch über 2 € Trinkgeld.

Bis ich die Fahrt mal wieder mit solchen Einnahmen hinkriege, müssen aber einige Tariferhöhungen ins Land ziehen …

Der merkt das nicht …

Die gesperrte Oberbaumbrücke. Inzwischen hat mir diese Baustelle sicher gut 100 € extra an Umsatz gebracht. Dass ich fortan bei einigen längeren Touren einen Umweg machen müsste, war mir ja von Beginn an klar – was ich nicht erahnt hatte, war, dass tatsächlich gerade die ganz kurzen Touren ziemlich beliebt sind. Und die lohnen sich eben wirklich.

Und nun wieder: ein junges Pärchen in der Warschauer äußert den Wunsch, zum Watergate gebracht zu werden. Ich setze da immer gleich vorsichtshalber eine Beileidsmiene auf, denn eine für alle perfekte Lösung gibt es halt nicht. Entweder ich bringe sie nur zur Brücke und für mich ist es eine Tour mit grob geschätzten 4,40 € Umsatz – oder ich fahre bis vor die Tür, was den Kunden für die Ersparnis von 150 Metern Fußweg schnell mal 6 bis 7 € mehr kostet. Wer freut sich da wirklich?

Aber auch hier:

„Nee nee, bring uns mal bis vor’n Club! Das is‘ ja auch nicht so wild. Er hier merkt das eh nicht!“

Lustig, so eine Ansage im Vorfeld zu machen, ganz offensichtlich auch noch, weil der junge Mann wohl zu zahlen hatte. Der zeigte sich allerdings tatsächlich nur mäßig interessiert daran, was er zu zahlen hatte, er löcherte mich lieber gleich bezüglich des Geschäfts, weil er selbst Taxifahrer als Aushilfe in einem kleinen Landkreis war. Ich schlage also den ewigen Haken über die Elsenbrücke, wir unterhalten uns und alles ist prima. Am Ziel angekommen gibt es 20% Trinkgeld und ich meine zum Spaß noch, dass das jetzt ungefähr so viel Trinkgeld gewesen sei, wie normalerweise der Fahrpreis (eine Übertreibung, aber sonderlich ernst waren wir nicht miteinander), da ruft die Freundin wieder dazwischen:

„Ach was, das hat der doch gar nicht mitgekriegt, dasss das ein Umweg war!“

Ich bin mir sicher: wenn der Kerl wirklich häufiger Taxi fährt, dann ist ihm das aufgefallen. Dieses Denken in Karten wird man so schnell nicht wieder los …

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Mega-Service, mindestens!

„Wo soll’s hingehen?“

„Ans Ostkreuz!“

„Welche Seite denn? Sonntagstraße/Neue Bahnhof – oder doch Markgrafendamm?“

„Hmm, weiß ich jetzt nicht so mit den Straßennamen. Das erste klingt gut. So zum Bahnhof halt.“

„OK, kein Problem. Manche wollen halt nur da in die Nähe und da spielt es dann schon eine Rolle, wie man fährt. Manche sagen auch Ostkreuz an, wenn sie z.B. zur wilden Renate wollen …“

„Ja! Genau! Da wollen wir hin!“

„Dann ist das die andere Seite, da können wir ja hier gleich einfach runter. Ist dann auf jeden Fall etwas billiger.“

„Danke! Danke, dass sie da so ehrlich waren!“

Ehrlich? Ganz im Vertrauen: was hätte ich denn tun sollen bei einer Ansage wie Ostkreuz? Das ist ja fast so aussagekräftig wie die Nennung eines kleinen Stadtteils. Aber was soll’s? Ich hab die 2 € Trinkgeld für meinen „Mega-Service“ gerne eingesteckt. 😉