Zwei drei Teile

Am Wochenende war in Berlin wieder einiges los. Neben den ganzen Parties in den Clubs gab es auch ein paar Konzerte. Nicht alle davon waren ganz legal, eines davon ist gleich zweimal von der Polizei abgeräumt worden. Falls sich jetzt wer fragt, wie man eine Anlage wieder los wird, wenn man ein Konzert überraschend abbauen muss:

Ein paar Kleinigkeiten, Quelle: Sash

Ob ich zwei drei größere Teile bei mir ins Auto kriegen würde, wurde ich gefragt…

In Anbetracht meiner Hilfe und der Tatsache, dass ich die Zuschläge mal eben vergessen hab, ist das Trinkgeld zwar recht mau ausgefallen, aber als mit der Zeit immer mehr dazu kam, hat die ganze Aktion ein wenig meinen sportlichen Ehrgeiz geweckt – mehr also, als alle Bundesjugendspiele je geschafft haben. Und am Ende hat ja alles gepasst. Ich hab mein Geld an dem Abend wo ganz anders verdient, aber das kommt später… 😉

Gegen die Transportaktion waren die Jungs von Rubicon übrigens besser organisiert. Die haben ihr Equipment letztlich ja doch selbst transportiert und sind nur so eine Runde mitgefahren. Im aktuellen Fall hatte ich einen Helfer bei mir, der Rest kam mit der Bahn nach…

Bei Rubicon fällt mir ein: Ich hab im Nachhinein nie gefragt, was sie davon gehalten haben, von Kai Diekmann überschritten worden zu sein 😀

Verbraucht

Ich sehe gerade, dass Torsten sich über den Verbrauch seines Autos auslässt. Und ich will auch ehrlich eines vorweg anmerken: Hut ab! Es war mir vorher nicht bewusst, dass die E-Klasse inzwischen derart sparsam unterwegs ist!

Das freut mich ernsthaft zu hören, denn schließlich sollte uns allen an der Umwelt was liegen. Dass ein niedriger Verbrauch logischerweise auch unsere Chefs begünstigt (bzw. wenn wir Taxifahrer selbständig sind, uns selbst), das werte ich mal nebenbei als positiv.

Es wird aber kaum überraschen, dass ich Torstens Werte dennoch unterbieten kann. Zumindest während meiner Schichten verbraucht die gute alte 1925 fortweg fast unveränderliche 6,5 kg Gas auf 100 km. Ich weiß, mein Auto ist „nur“ ein Opel. Aber hey, immerhin ein Sechssitzer. Und er braucht weder gute Schichten mit vielen Überlandfahrten für solch einen Verbrauch, noch frisst er Diesel. So gesehen liege ich weit vor Torsten 🙂

Warum meine Chefs auf den Opel Zafira als Taxi setzen, hab ich im Blog unserer Firma schon breitgetreten, das muss ich hier nicht noch weiter tun. Es geht auch nicht darum, jetzt auf Teufel komm raus rumzuzicken. Nur erwähnen wollte ich es mal.

Und dennoch meinen Hut ziehen vor Mercedes, die offensichtlich auch ein bisschen dazulernen.

Bleibt nur die Frage, was ein Gas-Zafira mit Start-Stopp-Automatik wohl für Werte hätte…

Der ewige Krieg…

Scheint, als könnten wir uns langsam wieder an Plusgrade gewöhnen. Trotz meinem Hang zur winterlichen Jahreszeit freue ich mich darüber. Der Frühling ist einfach eine zu schöne Jahreszeit, kaum etwas daran, das nicht schön ist: Erträgliche bis angenehme Temperaturen, ein Wiedererwachen der Natur und der ein oder andere Sonnenaufgang zur Arbeitszeit. Mit einem Wort:

Hach.

Uns Autofahrer in Berlin erwartet nun allerdings auch wieder der Anstieg des Fahrradaufkommens, was nach wie vor gemischte Gefühle hervorruft. Genau genommen hat mich in meiner Frühlingsvorfreude vorgestern diese Polizeipressemeldung wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Gefahrenbremsung wegen Radfahrer – Mehrere Busfahrgäste verletzt.

Wer hier länger mitliest, weiß dass mir dieser Kleinkrieg zwischen Fahrradfahrern und Autofahrern auf die Nerven geht. Ich als Taxifahrer bin ja ebenso Mitglied einer Gruppe von Verkehrsteilnehmern, denen gerne besondere Rüpelhaftigkeit im Straßenverkehr nachgesagt wird, ich verstehe also durchaus, dass es enervierend ist. Noch dazu sind bei dieser Posse um richtiges Verhalten im Straßenverkehr ausgerechnet zwei der beklopptesten Lobbyverbände in Deutschland involviert, die ich für fast jedes Statement in die Tonne kloppen könnte:

Auf der einen Seite der ADFC, der grundsätzlich nicht wahrhaben will, dass es eine Menge Probleme im gemischten Verkehrsraum gibt und Schuldzuweisungen an Radfahrer grundsätzlich damit zurückweist, dass die Autofahrer ja mindestens genauso schlimm sind und spezielle Kontrollen für Radfahrer natürlich willkürliche Gängelung sind, während Autofahrer ja viel zu selten mal geblitzt werden würden und so…

Der ADAC als Autofahrervertretung indes wartet mit seiner absurden Haltung auf, schnelles und unkompliziertes Autofahren sei ein Grundrecht und schon beim Aufstellen von Geschwindigkeitsbegrenzungen einen Abgesang auf die deutsche Automobilindustrie anfängt, wenngleich es eigentlich um Unfälle mit Fahrradbeteiligung ging.

Das ist jetzt mal sehr oberflächlich ausgedrückt, ich hab mir keine O-Töne besorgt, aber das war so der Grundtenor, der mir in den letzten Jahren aus der Presse entgegengeschwappt ist.

Ich stelle das deswegen voran, weil ich im Grunde als Wort zum Frühling ausrufen möchte:

Radfahrer, reißt euch bitte am Riemen!

Denn diese Aussage ist, so ernst sie gemeint ist, keine Rechtfertigung für blödes und gefährliches Verhalten von Autofahrern, kein Hass auf Radfahrer, sondern sie soll nur genau eines ausdrücken:

Reißt euch bitte am Riemen!

Wir hatten doch alle irgendwann mal so eine Art Verkehrsschulung. Auch ohne Führerschein. Und auch wenn wir alle viel vergessen haben, so halten wir uns doch einfach an § 1 der StVO, der vollumfänglich dieses aussagt:

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

That’s all. Vom ein oder anderen kleinen Fehler mal abgesehen erwarte ich nichts anderes von den Leuten um mich herum und das sind auch die Regeln, an die ich mich zumindest halte, sobald ich sie vielleicht woanders mal übertrete.

Wir wollen alle ans Ziel, alle möglichst schnell und stressfrei. Das jedoch geht nicht für jeden unbegrenzt. Wir müssen aufeinander Rücksicht nehmen – und zwar gegenseitig. Niemand ist per se böse, weil er ein bestimmtes Fahrzeug bevorzugt, wir müssen diesen Krieg nicht führen, es geht eigentlich wesentlich gelassener. Ich versuche, meinen Teil dazu beizutragen und ich freue mich über jeden, der es auch tut. Auch wenn er letzte Woche aber mal einen total miesen Radfahrer/Autofahrer/LKW-Fahrer/Fußgänger oder Großtankerkapitän gesehen hat!

Warum richte ich mich an die Fahrradfahrer?

(Wenn es mir doch so egal ist, was jemand fährt…)

Ganz einfach: Mit euch hab ich den meisten Ärger! Wenn es mit anderen Autofahrern mal knallt, dann ist es in der Stadt meist ein bisschen Blechschaden und wenn ich nicht schuld bin, kostet mich das nichtmal viel. LKW-Fahrer sind nachts zu selten auf der Straße unterwegs, als dass sie mir oft gefährlich werden und die oben erwähnten Großtanker kreuzen meinen Fahrtweg nur, wenn ich ohnehin ganz andere Probleme habe. Die Fußgänger sind zwar Nachts auch oft wandernderweise auf der Straße unterwegs, allerdings im entsprechenden Zustand meist recht träge – und sie treten fast immer an Stellen auf, wo ich sie erwarte (vor Clubs und Bars beispielsweise).

Fahrradfahrer aber sind ggf. auch unter Drogen noch flott unterwegs und schießen an jeder x-beliebigen Kreuzung irgendwann mal in Sekundenbruchteilen auf die Fahrbahn. Und wenn dabei wirklich mal was passiert, dann hab ich die Sauerei mit der Leiche und ich bin mir sicher, dass sich so ein Trauma nicht von einem richterlichen Freispruch beeinflussen lassen wird.

Deswegen.

Und hey: Ich bin es gewohnt, noch schneller zu sein als ihr und kann mich trotzdem an Ampelphasen halten. Ich trinke gerne mal ein Bier, verzichte dennoch darauf, wenn ich Auto fahre. Und ich bin auch schon Fahrrad gefahren. Ich weiß, dass ein Licht bezahlbar ist und dass man ohne Bierflasche mit einer Hand wirklich total easy und für alle sichtbar einen Richtungswechsel anzeigen kann. Ist auch gar nicht so peinlich, wenn es alle machen 😉

Gut getroffen…

Was man vom Bild selbst nicht sagen kann, trifft leider auf ein Auto bei meinen Chefs zu 🙁

Autsch! Quelle: Sash

Das Bild ist schon ein bisschen älter, ich hab es nur vergessen zu posten. Abgesehen vom offensichtlichen ist glücklicherweise nix passiert. Keine Verletzten, nur Blechschaden…

Taxis am Ostbahnhof

In nächster Zeit werden wohl öfter mal Kunden am Ostbahnhof ein Taxi suchen und keines finden. Wieso das? Ganz einfach: Man hat uns versteckt. Direkt vor der Bahnhofshalle, an der Straße „Am Ostbahnhof“ befindet sich normalerweise (mit einigen Unterbrechungen) über die gesamte Länge ein Taxistand. Der ist zwar bezüglich der Reihenfolge für Kunden nur schwer zu durchschauen, aber immerhin sind Taxen da. In der Regel in rauher Menge. Das hat sich jetzt „ein Bisschen“ verändert…

Das Parkdeck neben dem Taxistand und den Bushaltestellen wurde abgerissen und wird wohl bis Sommer erneuert / umgebaut / abgeschafft, was weiß ich. Durch die großflächige Baustelle fällt eine Menge Platz für Busse und Taxen weg und so findet man uns jetzt mit viel Glück, wenn man aus dem Bahnhof kommt, irgendwo ganz weit rechts. Vergesst eure Ferngläser nicht! Nachts lässt sich der Schein unserer Fackeln noch ausmachen, wie die Tagfahrer das regeln, weiß ich nicht. Denn nicht einmal für ein kleines Hinweisschild auf den verschobenen Taxistand scheint es gereicht zu haben. Überhaupt kann man aus Taxifahrersicht ziemlich angepisst sein wegen der neuen Regelungen dort. Es ist schlicht nicht genug Platz für die übliche Menge an Taxen da – und was da ist, ist auch nur Murks. Ich hab mal ein paar Bilder gemacht:

„Legale“ Nachrücke? Quelle: Sash

Zugegeben: Hier erkennt man nicht viel – ich finde dennoch, dass dieses Bild schon einiges an Aussagekraft hat. Das ist wohl gerade als letzter legaler Taxihalt gedacht: Genau dort, wo man gemeinhin nicht halten darf, weil es „im Kreuzungsbereich“ ist.

Korrektur: An diesem Punkt lag ich wohl falsch. Wie mir Kollegen geschildert haben, stellt dieses Schild – wenngleich nicht so betitelt – das Ende des Halteplatzes dar. Die Unsinnigkeit ist indes nicht arg viel weniger geworden: Das Anfangsschild steht schwer sichtbar unter der Brücke und der komplette Halteplatz ist entsprechend zugeparkt – sodass uns nur die zweite Reihe bleibt.

Aber kommen wir zu ein paar aufschlussreicheren Infos:

Der Taxistand in seiner ganzen Pracht, Quelle: Sash

Das ist gerade quasi der Taxistand. Er besticht durch eine gewisse Leere. Zur Erklärung habe ich einige Buchstaben eingefügt:

A) An dieser Ecke soll derzeit das erste Taxi der Reihe halten. Es ist damit der ungefähr am weitesten vom Haupteingang entfernte Platz in dieser ganzen Konstellation überhaupt. Bei aller Liebe für die freie Fahrzeugwahl: Kein Wunder, dass wir diesen Platz nicht besetzen, denn wer wartet schon gerne dreimal so lange als der Rest, bloß damit ihm am Ende doch nie ein Kunde einsteigt?
Deswegen ist die gesamte linke Seite hier auch leer – wenngleich das der Platz für die ersten 10 Taxen sein soll…

B) Die Leere auf dieser Seite ist auch lustig, denn hier herrscht (auch für uns) absolutes Halteverbot. Der Grund sind die vier Baken in der Straßenmitte, die ein Schlagloch umrahmen. Damit der Bus da noch vorbeikommt, haben wir eine Lücke im an sich sinnvollsten Teil des Taxistandes (das ist im Normalfall die dritte Nachrücke, so ca. für Taxe 16 bis 22 oder so…)

C) zeigt das Ende des Standes und die Position an, aus der ich das erste Foto gemacht habe. Ab dort beginnt der inzwischen viel genutzte und komplett illegale Nachrückplatz bis unter die Unterführung in der Koppenstraße.

Geht aber noch weiter:

Hier also die glücklichen ersten! Quelle: Sash

Das hier ist also die derzeitige „Spitze“ des Taxistandes. Zu den Buchstaben:

D) ist die Fortsetzung der ersten Halteplätze (A im letzten Bild) und zwar bis genau zum ersten Taxi.

E) Die ersten Taxen halten derzeit meist zu zweit illegal an der Bushaltestelle, weil das gerade noch so ein Bereich ist, in dem gelegentlich Kunden auftauchen nund nicht gleich allesamt hinten irgendwo einsteigen…

F) Dort beginnt die Baustelle und lässt nur eine schmale Durchfahrt, die komplett als Bushaltestelle genutzt wird, ebenso wie der Bereich davor bis zu unserem Stand.

G) markiert die Position des dritten in der Reihe, vor seinem Auto beginnt unmittelbar ebenfalls eine Bushaltestelle. Offiziell als Position 11 vorgesehen ist das der Taxihalteplatz der am nächsten zum Haupteingang des Bahnhofs liegt und dabei legal ist.

H) Der Bahnhofsvorbau markiert recht eindrücklich, wo sich tatsächlich die Ausgänge befinden – und wo sich auch normalerweise die ersten Taxen befinden würden. Im Laufe der Nacht werden dort am hinteren Ende der schmalen Baustellendurchfahrt übrigens durchaus (natürlich wieder illegal) ein paar Taxen bereitgehalten. Z.B. um Besucher aus dem Fritz-Club aufzunehmen, aus deren Blickfeld wir sonst völlig verschwunden wären.

Ja, ich verstehe, dass das gerade schwierig ist dort – aber ein bisschen werde ich auch das Gefühl nicht los, dass an die Taxifahrer mal wieder zuletzt gedacht wurde. Und hey – es existiert hier ein Bedarf an Taxen!

Ich bin jedenfalls schon mal gespannt, wie sich das in den nächsten Wochen alles entwickeln wird und wie viel wir wegen Falschparken im Laufe des halben Jahres so an „Extrakosten“ haben werden, falls jemand auf die Idee kommen sollte, das alles zu ahnden.

Ich wünsche euch an schönes Wochenende, man liest sich am Montag wieder!

Wir bräuchten ein Taxi…

Unvorstellbar! Was für ein kurioser Wunsch!

😉

Nein, es war zugegeben eine etwas seltsame Situation. Ich stand mit nur noch mäßig gefülltem Tank an der Stelle, die nach selbigem Gefäß benannt ist. Ich gedachte, das Autochen an diesem miesen Tag kurz zu betanken, noch eine Tour vom Ostbahnhof gleich nebenan zu machen und dann frustriert vom schlechten Umsatz unschöne Blogartikel zu schreiben.

Meine Stammtanke an der Holzmarktstraße hat allerdings ein dickes Dauerproblem: Die Erdgaszapfsäulen! Wieder einmal waren 3 von 4 ausgefallen und am einzig freien Hahn stand bereits ein Kollege. Er war inzwischen zum Bezahlen verschwunden, ich wartete auf seine Rückkehr, was ich mir mit einer Prise Punkmusik auf Lautstärke Level 10 versüßte. Irgendwo zwischen zwei bösen Gitarrenriffs klopfte dann verschüchtert ein Typ mittleren Alters an meine Scheibe, was mich in dem Moment ziemlich erschreckt hat. Und dann kam eben:

„Entschuldigung, eigentlich bräuchten wir ein Taxi…“

Ob sie nun glaubten, mein Tank wäre zu leer zum Weiterfahren oder mich nicht während meiner Pause stören wollten, weiß ich nicht. Es war jedoch offensichtlich, dass sie gar nicht in Erwägung zogen, mit mir zu fahren, sondern mich eher fragen wollten, einen Kollegen zu rufen. Ja, vielleicht lag es auch an der Punkmusik 😉

Ich hab dann gehofft, dass der Kollege vor mir doch noch möglichst lange braucht und die Kundschaft fröhlich grinsend und freundlich in mein Auto gepackt. Dass sie mich bei irgendwas wichtigem gestört hätten habe ich ihnen schnellstmöglich ausgeredet.

„Wir müssten in die Straße An der Brauerei. Kennen sie die? Die ist noch ziemlich neu…“

„Ich nehme an, dann meinen sie die in Kreuzberg.“

„Ja, genau. Wieso: Gibt es noch eine?“

In aktuellen Routenplanern, Navis und dergleichen gibt es wahrscheinlich NUR eine andere – nämlich in Friedrichshain. Allerdings war ich vor Monaten schonmal auf dem alten Brauereigelände südlich des Viktoriaparks und konnte sie somit ganz gut mit meiner Ortskenntnis beeindrucken. Auch schön 🙂

Nach der Tour zur Tanke hatte ich dann noch einen Winker zum schlesischen Tor und nach dem anschließenden Tanken und der letzten Tour vom Ostbahnhof nach Marzahn (direkt vorbei an An der Brauerei in Friedrichshain…) war mein Umsatz dann immerhin schon gut genug dafür, jetzt keinen genervten Blogeintrag schreiben zu müssen. Ist ja auch was…

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Vertrauen…

Ich habe einen Vorteil gegenüber den vielen selbständigen Kollegen im Gewerbe: Kein Papierkram! Ich kriege zwar nur einen Teil des erzielten Umsatzes und finanziere als Arbeitnehmer wie überall auch meine Chefs mit, dafür halten sie mir aber auch eine Menge Stress vom Hals. Was davon besser ist, ist schlicht nicht zu entscheiden, beide Modelle haben Vor- und Nachteile.

Jedenfalls kann ich zum Beispiel bedenkenlos Coupons annehmen.

Verschiedenste Unternehmen und Ämter geben an ihre Mitarbeiter Taxi-Coupons aus, um die Ausgaben letztlich gesammelt überweisen zu können. Das ist an und für sich eine gute Regelung, bei geschäftlichen Fahrten müssen die Beamten und Angestellten nicht immer die Taxikohle auslegen. Für Taxifahrer ist das ein zweischneidiges Schwert: Zunächst einmal haben wir natürlich statt Bargeld oder Geld auf dem Konto einen Gutschein, mit dem man nichts anfangen kann. Und am Ende kostet es Zeit, ihn einzusenden und auf die Überweisung zu warten. Von unklaren Problemfällen, wo eventuell sogar mal nicht bezahlt wird, ganz abgesehen.

Ich als Nachtfahrer hab recht selten Coupon-Fahrten, manchmal monatelang keine einzige. Da kann es dann schon nerven, wegen eines einzelnen Coupons über 7,60 € extra zusätzliche Arbeit zu haben. Meine Chefs im Taxihaus-Berlin hingegen haben mit ihren rund 20 Taxen natürlich ständig solche Zettel und können die routinemäßig und teilweise gebündelt abschicken. Deswegen muss ich am Stand keine Coupon-Fahrten ablehnen. Sehr schön.

So bin ich neulich zu einer Mitarbeiterin des Umweltministeriums gekommen, der ein anderer Fahrer verkündete, er könne die Fahrt nicht annehmen. Sie nahm es gelassen:

„Na, sie fahren ja ein Umwelt-Taxi. Passt sowieso viel besser!“

🙂

Da so viele Coupons von verschiedenen Firmen existieren, muss man beim Ausfüllen aufpassen. Jeder fehlende Stempel, jede fehlende Unterschrift könnte bedeuten, dass er wertlos ist. Die Kunden selbst gehen mit den Dingern jedenfalls ziemlich lässig um. Manche wollen gleich, dass man einen anderen Betrag draufschreibt und somit den Arbeitgeber gleich noch das Trinkgeld mitbezahlen lassen, andere winken gleich ab und überlassen es ganz dem Taxifahrer. Man sollte bei Couponfahrten also auch ein bisschen Moral mitbringen, um die Dinger nicht auszunutzen.

Besagte Frau indes meinte gleich zu mir:

„Ist nicht so, dass ich ihnen nicht vertraue, aber könnten sie bitte den Betrag gleich reinschreiben…“

Na logo. Obwohl es nicht weiter schwer gewesen wäre, aus 7,60 € 17,60 € zu machen – nur mal so nebenbei. Dass ihr Vertrauen allerdings etwas angeschlagen war, verstehe ich gut, denn sie war von ihrer Hausverwalterin angerufen worden, weil es einen Einbruch in ihre Wohnung gegeben haben könnte…

Die Kollegen, die Gutscheine des (vermeintlich geringeren) Trinkgeldes wegen nicht annehmen, kann ich indes auch beruhigen: Sie hat mir zwei Euro in bar obendrauf gelegt und war sonst auch eine sehr angenehme Kundin. Also alles ganz in Ordnung mit diesen grünen Zetteln! Aber gut, die Arbeit mit dem Scheinchen haben schließlich auch meine Chefs. 🙂