Notlösung Andrew Jackson*

Als sie nur ganz seicht den Arm hob, um mich anzuhalten, sah das noch wie eine coole Geste aus. War es nicht. Die junge Frau war so hinüber, wie man nur hinüber sein kann, wenn man mit einer Flasche Bier durch Kreuzberg torkelt. Nun gilt in meinem Taxi die 0-Promille-Grenze nur für mich und ich hab sie gerne eingesackt. Die einzige Winkerin in dieser Nacht.

Vom Outfit her eher Straßenkämpferin als Disco-Bunnie war sie mir zugegeben gar nicht unsympathisch. Und sie nannte, wenn auch unsauber ausgesprochen, eine Straße, die mir von Touren vom Ostbahnhof wohlbekannt war. Und von der ich zumindest zu wissen glaube, dass es sie nicht zweimal gibt.

„Kein Problem, kriegen wir hin.“

„Du kennsie?“

„Ja. Und den kürzesten Weg dorthin. So wie es sein sollte.“

Eine schöne Tour. Nicht weit zwar, aber mir fehlten zwei Stunden vor Feierabend ohnehin nur noch 15 Euro für mein Schichtziel und die Fahrt sollte mehr als die Hälfte bringen.

Nach allerlei Bedenken ihrerseits, ob wir wirklich in die richtige Richtung fahren würden, beendeten wir die Fahrt am Ende mit beidseitiger Zufriedenheit und 8,60 € auf der Uhr. Schnell verdientes Geld auf meiner Seite und eine sichere Heimfahrt ohne selbst noch eine Peilung zu haben für sie. Win-win.

Dann ging es ans Bezahlen. Sie nestelte Kleingeld aus ihren Hosentaschen, alles wild durcheinander, nur die erhofften Scheine fand sie nicht. Beim Abzählen der Münzen wurde schnell klar, dass das nicht reicht. Gut, vier Euro kamen schnell zusammen, danach aber nur noch ein weiterer. Schon unter Einbeziehung von Rotgeld.

Wat nu?

Um ehrlich zu sein: ich hätte sie aussteigen lassen. Klar, eine Runde zur Bank hätte sicher geklappt, aber der Aufwand und der Stress. Wegen am Ende dreiirgendwas …
Da meinte sie plötzlich eher scherzhaft:

„Na, wenn Du auch amerikanisches Geld annehmen würdest …“

Und ich sprang ein:

„Mach‘ ich. Natürlich!“

Sicher: auch da ist die Frage nach dem Aufwand berechtigt. Aber irgendwann geh‘ ich eh mal wieder zur Bank und US-Dollar sind nun vergleichsweise einfach zu wechseln. Das wird nicht wieder drei Jahre dauern dieses Mal. 😉

Und nun begann sie zu kramen und zu kramen …

„Hier ist ein Dollar. Da noch einer. Hier hab ich auch noch einen …“

Das erste Mal seit ich Taxi fahre, habe ich mir überlegt, ob ich jetzt nach dem Wechselkurs suchen müsste, um die richtige Summe zu bestimmen. Bisher hab ich ausländisches Geld immer nur mit großzügigem Aufrunden bekommen – was ehrlich gesagt des Wechselaufwandes wegen seine Berechtigung hat. Ich muss das schließlich nicht machen, ich bin da einfach nur nett.

Geklappt hat es auch dieses Mal, denn sie sagte plötzlich:

„Deeenirabschesucht! Hiernswansiger!“

Zwanzig Dollar. Für 8,60 Euro auf der Uhr. Da kann ich mit leben. Und sie hoffentlich auch.

Dann noch schnell der Check, ob sie nix vergessen hat, und ich konnte weiter. Bei meinem nächsten Stopp habe ich 20 Euro-Cent, einen leider wertlosen Teil eines australischen 20-Dollar-Scheins und ein Feuerzeug eingesammelt. Was solche Touren halt so mit sich bringen … aber am Ende glaube ich, dass es sich für sie dennoch gelohnt hat, ausgerechnet mich als Fahrer zu erwischen. 🙂

*Andrew Jackson ist auf der US-amerikanischen 20-Dollar-Note abgebildet.

30 Kommentare bis “Notlösung Andrew Jackson*”

  1. elder taxidriver sagt:

    Ich habe immer bei Mc Donald’s mit Dollars bezahlt. Praktisch und problemlos. Wechselgeld natürlich in Euro.

    Möchte jetzt aber hier keine Debatte über Ernährungsgewohnheiten , die USA als solche und wie man überhaupt alles so machen soll im Leben, auslösen..

  2. elder taxidriver sagt:

    Obwohl es vielleicht nötig wäre.

  3. Wahlberliner sagt:

    @elder taxidriver: Das ist zumindest bei einem Zwanzig-Dollar-Schein für den Sash eine günstige Lösung, da kann er die Taxe ja nur mal kurz ein paar Meter vor’m Warten am Halteplatz abstellen und im Ostbahnhof kurz ne Cola holen, bevor er an die Halteschlange ranfährt. Und schon ist das US-Geld in deutsches Geld umgewandelt, und es springt wahrscheinlich dabei noch ein Trinkgeld von an die 100% raus (Cola eingerechnet).

  4. Ex-Taxlerin sagt:

    @Wahlberliner

    Das war ein Supergeschäft! 20 US Dollar sind im Moment 14,76 Euro. Prima Trinkgeld! Weiter so!

    Hier würde man sich allerdings erst in die Halteschlange einreihen und dann die Cola holen. Wahrscheinlich geht in Berlin aber alles so rasend schnell, daß man da gar keine Zeit mehr zu hätte … und bevor man verdurstet …

  5. ThorstenV sagt:

    Lass mal sehen … 2 große und 3 kleine Muscheln, 5 Glasperlen, einen Gutschein für eine Riesenradfahrt am Wiener Prater, eine Münze für den Kaffeeautomaten der Volxküche des AStA von anno ’88 … ah hier! Eine Urkunde für ein Holzeinschlagsrecht für jährliche 4 Festmeter Fichtenholz am gemeindliche Wald im Weißenbrunner Forst. Reicht das für die Kurzstrecke oder muss ich da noch den Ablassbrief für einen vollkommenen päpstlichen Sündenablass zulegen?

  6. Maik aus Wilhelmshaven sagt:

    Wir haben hier gelegentlich Seeleute, die mit Dollar bezahlen. Die ersten Dollar hatte ich über gute 5 Jahre in meiner Kasse zusammen gesammelt, teils sogar Dollar als Wechselgeld rausgeben.
    Eigentlich hatte ich auch immer den Gedanken, die mal bei Burgerking oder McDonalds einzutauschen.
    Dann folgte ein Urlaub in der Pfalz, wo ja immer noch eine Amis stationiert sind. Hab‘ die Dollar dann auch mitgenommen, zu dem Zeitpunkt etwas um 65 Dollar, in der Meinung, ich werde sie da schon ausgeben….

    Im Endeffekt sind sie auf meinem Konto gelandet. Eher zufällig erfuhr ich, das meine Bank bei einer Einzahlung aufs Konto gerade mal einen Euro Gebühren berechnet, damit kann man dann ja bestens Leben 🙂

    Einmal habe ich einen kleineren Betrag bei Burgerking genutzt, auch wieder Seeleute gefahren, und als nächstes eine Ferntour, da kommt man mal Hunger zwischendurch. Die Mädels haben zu Dritt umgerechnet, was ich denn nun zahlen müßte. Meinen Einwand, sie würden falsch rechnen, ließen sich unbeachtet verhallen – so bekam ich mein Essen umsonst, und noch Geld raus 😉

    Und da gibt es bei uns Kollegen, die sich vehement dagegen wehren, Dollars anzunehmen……

  7. Cliff McLane sagt:

    Wir haben hier gelegentlich Urlaubsgäste, die in tschechischen Kronen bezahlen wollen. Kein Wunder, da Grenzgebiet, und obwohl die Hauptwährung hier schon längst Euro ist (hüben wie drüben), kommen doch ab und zu mal ein paar ausländische Geldscheine daher. Meistens am Wochenende, wenn der mitgebrachte Vorrat alle ist und die Banken geschlossen haben. Und da gibt es nun zweierlei Arten von Geschäftsleuten: Solche, die die „Fremdwährung“ nehmen (die Mehrzahl) und solche, die nicht. (Ich rede hier hauptsächlich von Gastronomie und Einzelhandel.)

    Nun, was soll ich sagen: Die, die die Fremdwährung nehmen, kassieren über den normalen Umsatz hinaus meist auch noch gute Trinkgelder; die, die sie ablehnen, können es sich offensichtlich leisten, nur die knausrige einheimische Kundschaft zu bewirten. Ich für meinen Teil arbeite ja nicht mehr „auf der Straße“, aber es war mir schon immer egal, in welcher Währung eine Rechnung bezahlt wird. Ich war sogar mal einen Tag lang mehrfacher Millionär… in italienischen Lira. Nur gehörte der Scheck nicht mir, sondern meinem damaligen Chef. Wäre in DM aber auch fünfstellig gewesen.

  8. titanocen sagt:

    Glück gehabt, gratuliere.
    Leider ist das wohl eher die Ausnahme.
    Meine Kneipenstatistik (1 Jahr durchgeführt) zeigt:
    95 % unbrauchbar ( Besoffen, nur kurz um die Ecke für 4,20E, aber nur 3,50E im Portemonnaie, Agressivität,wenn man die gelallte Strasse selbst beim dritten Mal nicht versteht oder sogar Gewalt). Danke,kann ich drauf verzichten. Motto der Kap Verdischen Inseln: „No estress“
    Kneipen nehme ich nicht mehr an und stark alkoholisierte FG lehne ich ab (Drogenabhängige (Alkohol ist eine Droge) müssen nicht befördert werden (auch nicht waagerecht).
    Spart Nerven..

  9. Sash sagt:

    @titanocen:
    Ist ja auch egal, ob die Leute heimkommen, nicht wahr?
    Deinen Kommentaren nach ist Geld für Dich alles, meinetwegen. Erwarte aber bitte nicht, dass deswegen irgendwer hier jubelt.

  10. titanocen sagt:

    ich bitte Dich, ganz im Gegenteil. Geld ist mir überhaupt nicht wichtig,sonst hätte ich die 16 bei mir lebenden Katzen plus Hund nicht seit 4 Jahren allein versorgt , sondern sie ins Tierheim gebracht oder noch einfacher, sich selbst überlassen. Ich hätte für 100.000E mein Haus verkauft und säße irgendwo in der Sonne am Meer….
    Doch wer sich besinnungslos besäuft, kann auch auf dem Bordstein übernachten. Weder ein Bus/S-Bahn-Fahrer noch ein Taxifahrer sind genötigt/können ablehnen, Voll- oder Partialtrunkene zu befördern.
    Wenn Du es dennoch machst, kostet es Nerven und Du riskierst, daß sie in Deine Taxe kotzen oder noch besser – Diarrhoe. Viel Spaß. Und das für 4E !

  11. Sash sagt:

    @titanocen:
    Lustigerweise sind 95% der entsprechenden Fahrten absolut unstressig und geben meist überdurchschnittliches Trinkgeld. Das ist meine Erfahrung. Aber ich will Dir das nicht aufquatschen. Meiner Meinung nach ist es ein großer Vorteil, dass wir Taxifahrer eine ganze Reihe an Möglichkeiten haben, unseren Job zu machen und jeweils unterschiedliche Fahrten machen.
    Du hast die äußerst unangenehme Eigenart, oberlehrerhaft zu verkünden, dass dein persönlicher Weg der richtige ist – was er aber nicht für alle Fahrer ist. Deswegen der Gegenwind.

  12. titanocen sagt:

    @sash
    …95% der entsprechenden Fahrten…

    schon mal Statistik geführt ?, wohl eher nicht.
    Meine ein Jahr geführte Statistik:
    95% aller Kneipengäste:
    a) betrunken = lallend und damit unverständlich
    b) werden aggressiv
    c) schlafen ein
    d) haben nicht genügend Geld
    e) haben ihre Blase/Darm nicht mehr unter Kontrolle
    f) wollen gerne einen gebl… bekommen oder gef… werden

    mag sein, daß ich oberlehrerhaft wirke, aber Tatsache ist, daß alle hier nur über ihre geringen Einnahmen herziehen und jammern.

    >wenn die Menschheit nicht weinen könnte,gäbe es keine Ozeane<

    das mach ich nicht.

    Ich richte mich einzig und allein nach Fakten, so wie ich es als Naturwissenschaftler gewohnt bin. Und kein vernünftiger und halbwegs logisch denkender Geschäftsmann würde sagen, sie sind ja so besoffen und haben auch nicht genügend Geld, ich fahr sie trotzdem, sie dürfen mir ruhig in meine Taxe urinieren…

  13. Sash sagt:

    @titanocen:
    Ich führe tatsächlich keine Statistik der Fahrten mit betrunkenen, dafür aber einen Blog, in dem 100% aller unschönen Vorfälle dokumentiert sind. Und über die Anzahl meiner Fahrten führe ich selbstverständlich eine Statistik. Deine Kneipenstatistik will ich auch gar nicht angreifen, ich fahre schließlich überhaupt keine Kneipen an. Aber, um’s mal ehrlich zu sagen: wenn ich schon ein Problem mit schlafenden Fahrgästen hätte, würde ich vermutlich den falschen Job machen.
    Dass übers niedrige Einkommen gejammert wird, liegt einfach daran, dass es branchenweit mies ist. Bild‘ Dir was auf deine Arbeitsstrategie ein, aber dein Verdienst würde beschissen aussehen, wenn es zu viele von Deiner Sorte gäbe.
    Überhaupt: Wie ist denn dein Stundenumsatz? Die Arbeitszeiten? Kann ich da als Angestellter überhaupt legal mithalten?

  14. titanocen sagt:

    ich fahre wegen dieser Statistik auch keine Kneipen mehr an, aber wenn ich Deine Werte sehe

    Die Fahrgäste (1169)

    betrunken (227)
    desorientiert (379)
    zahlungsunfähig (457)

    , obwohl Du keine Kneipen anfährst, dann müßte ich, um diese Werte zu erreichen, etwa seit 150 Jahren Taxi fahren.

    Wahrscheinlicher ist, ich hätte den Job an den Nagel gehangen.

    Ich habe vor 10 Jahren mit einem Freund und ebenfalls Taxifahrer Berlin verlassen, bin dann nur noch am Wochenende Taxi gefahren und habe sogar 3 Jahre Berlin gar nicht besucht. Erst vor 3 Wochen (=10 Arbeitstage inkl Karnveval der Kaoten ,ach ne der Kulturen) habe ich wieder angefangen.
    Bei einer Anfahrtzeit von 4h hin und 4h zurück neben 28E Bahnticket, fahre ich logo umsatzorientiert.
    Inzwischen habe ich wieder einen Großraumwagen , die mir u.a. eine 50E-Tour (6 Personen) zzgl. 5E Trinkgeld einbrachte.
    Dieses Wochenende gibt es sogar CC und Kindersitze (mein Chef meint, seine Fahrer würden diese aus Platzmangel nicht mitnehmen).
    Bisher gab es nur ein Problem mit einem FG beim KdK, der angetrunken war und bei 8E nur leere Kaugummipackungen, ein paar Münzen und schließlich zur Rettung einen 10er hervorholte. Wir standen vor einer Sparkasse, in der er Geld hätte holen können , aber bis zu seiner „Lieblingsbank“ hätte sein Geld nicht gereicht. Also raus mit ihm.
    Über wüste Beschimpfungen, Beleidigungen, KV (Anspucken, brachte mir 1000E Schmerzensgeld vor dem Kadi,leicht verdientes Geld), einige Festnahmen (Jedermannsrechte), diversen Fäkalien in fester und flüssiger Form uva habe ich alles schon erlebt, um darauf verzichten zu können.
    Ich liebes ruhig. Ruhig auf meiner Ponderosa, wo ich splitternackt sogar auf den Weg gehen kann, wenn nicht gerade der Postbote kommt – und ruhig in meiner Taxe.

  15. Sash sagt:

    @titanocen:
    Dir ist schon klar, dass „betrunken“ eine unklare Kategorie verpeilter Fahrgäste ist, „desorientiert“ alles, was mit der Strecke zu tun hat und unter „zahlungsunfähig“ alles fällt, was Geld zum Thema hat? 😉
    Will heißen: die 457 haben mehrheitlich eher gutes Trinkgeld gegeben. Mein Verlust in nunmehr 5 Jahren durch nicht zahlungsfähige Gäste liegt immer noch um die 100 €, wobei 4 Touren schon über 90 ausmachen. Ungefähr einmal im Jahr wurde mir ins Auto gekotzt, nie unbehebbar. Und nur einmal wurde ich dafür nicht ausreichend bezahlt. Ist nicht schön, aber ich hab in der Zeit auch mindestens 50 Leute mitgenommen, bei denen es wahrscheinlich erschien, dass etwas passieren könnte und es gut ging.
    Und das alles bei nur 3 Touren, die ich abgelehnt habe. (Wobei nur eine auf Alkohol zurückführbar war)
    Beleidigungen und Beschimpfungen kenne ich fast nur aus Geschichten – wobei ich jetzt eher die strafrechtliche Definition wähle, denn natürlich kommt alle paar Monate mal ein „Bescheiß mir nicht!“ oder sowas. Aber die paar Mal, die ich selber laut werden musste, sind an einer Hand abzuzählen. Sowas wie Anspucken oder Fäkalien sind mir völlig fremd.
    Letzteres ist sicher Glück, der Rest eher nicht, wie ich vermute. Denn – das wird Dir nicht fremd sein – man kann als Taxifahrer viel mit Psychologie arbeiten. Und in aller Regel bekomme ich sowohl von nervigen Besoffenen, die gerade Stress mit ihrer Freundin haben als auch von deprimierten Rentnerinnen am Ende ein Danke.
    Ich hab’s auch gerne ruhig in meiner Taxe. Aber ich vermeide den einfachen Weg, Leute stehenzulassen oder rauszuschmeißen (noch kein einziges Mal gemacht!), sondern tue aktiv was dafür, dass die Leute sich einkriegen.
    Und, das erlaube ich mir auch mit weniger Erfahrung zu sagen, wenn man seinen Job entsprechend gut macht, hält sich der Stress auch sehr in Grenzen, wenn es um Drogen und nervige Jugendliche geht.
    Umsatzorientiert fahre ich in meiner Form natürlich auch, das will ich Dir wie auch jedem anderen Taxifahrer nicht madig machen. Was meiner persönlichen Arbeitsmoral nicht entspricht, ist dass Du die Kundeninteressen dem so überzeugt unterordnest.
    Wir müssen alle auf die Kohle achten, klar. Und zumindest von deinen Monatsumsätzen bin ich weit entfernt, weil ich nur noch „halbtags“ arbeite (was mich auf die Frage nach deinem Stundenschnitt zurückbringt), aber erstaunlicherweise sind meine Chefs mit mir zufrieden und eine ganze Menge Leute weiß es zu schätzen, dass ich mit meiner kundenorientierten Öffentlichkeitsarbeit eine gute Werbung für unser Gewerbe mache und locker 99% meiner Fahrgäste sind zufrieden bis außerordentlich zufrieden. Von den vielen Lesern ganz abgesehen, die zumindest mal angeben, nun im Taxi mehr Trinkgeld zu geben oder allgemein mehr auf die Belange von uns Fahrern zu achten.
    Und nun mal ganz ehrlich: Was abgesehen von deinem Kontostand und der Zufriedenheit deiner Chefs (was ja ein bisschen korreliert) kannst Du dir auf die Fahnen schreiben, um mir deine Einstellung schmackhafter zu machen?

  16. titanocen sagt:

    also mir wurde nur einmal in 25 Jahren ins Auto erbrochen, dafür um so heftiger (ITB, bei Frostgraden mußten die anderen Geschäftsleute,deren Kleidung ebenfalls ruiniert war, ihren Kollegen bis auf den Slip auf dem 17.Juni ausziehen). Wenn mir das heute passieren würde,käme es richtig teuer…
    Überleg doch mal:
    Welche Dienstleistung gibt es in Berlin für unter 10E ? Selbst eine 5-minütige Frisur (bei mir geht es noch schneller, Maschine ran und ab = Kurzfrisur für Sommer und Winterurlaub, sonst laß ich sie wachsen) kostet Minimum 10E!
    Warum sollte das beim Taxi anders sein ?
    Ein anderes Problem betrifft die Einstellung zur Personenbeförderung.
    Sehr viele Taxifahrer (hauptsächlich ältere Kollegen, also Nichtstudenten u.a.) sehen im Taxifahren eine Bestimmung, eine Professur . Entweder als Flucht vor Zuhaus, vor der Einsamkeit, oder weil sie keine anderen Hobbies haben usw. Frag mal Freud.
    Ein Busfahrer (ebenfalls ÖPV wie Taxi) will auch seine Ruhe haben und wenn ein Fahrgast kein Geld hat, darf er erst gar nicht mitfahren !
    Ich erziehe meine Kunden und nicht umgekehrt.
    Ich will Dir gar nichts schmackhaft machen, jedem Tierchen sein Plaisierchen.
    Doch die reine Personenbeförderung ist längst out, damit ist nur noch wenig Geschäft zu machen.
    Gefragt sind Sonderdienste (8-Personen, Cabcharge, Materialtransport/Umland-> Fahrpreis frei zu vereinbaren, Einkaufsfahrten (Vorkasse) und wenn es nach mir ginge,würde ich noch Kaffee und Kuchen anbieten…

  17. Sash sagt:

    @titanocen:
    „die reine Personenbeförderung ist längst out“?
    Du verfällst immer wieder in Behauptungen, die sich alleine auf deine Erfahrungen berufen. Ich befördere NUR Personen. Gut, manchmal als Großraumfahrer, aber das war es schon.
    Mir liegt es fern, Dir das vorzuwerfen, aber mal im Ernst: wenn ich sagen würde, dass der Trend zu Blogleserfahrten geht, würdest Du mich auch zu Recht angreifen. Aber das ist unbestreitbar Teil meiner Realität.
    Und was soll der Vergleich mit „anderen Dienstleistungen“? Wir wissen beide gut, wie die Kosten im Taxigewerbe sind. Und wir beide wissen damit wohl auch, dass wir für 10 Minuten Arbeitszeit mit 10 € recht gut bedient sind. Was uns fehlt, sind allenfalls die zusaätzlichen Kunden, die unsere Standzeiten verringern. Und wodurch kriegen wir die? Durch effizienteres Arbeiten? Wohl kaum.
    Kundenzufriedenheit ist vielleicht ein schwer zu quantifizierender Wert, aber es ist einer.
    Und einmal mehr: Wie hoch ist dein Umsatz pro Stunde und wie viele Stunden arbeitest Du pro Woche/Monat?

  18. titanocen sagt:

    @sash
    10 Minuten für 10E

    Meinst Du Umsatz oder Verdienst ?

    10 Minuten a 50km/h (keine Autobahn) sind 8,3333 km
    Entsprechen 17,60E, bei 40% Verdienst 7,04E

    Bevor ich hier weitere Zahlen angebe, solltest Du erstmal welche veröffentlichen.
    Du sagtest, Du arbeitest halbtags im Taxigewerbe. Bei dem teuren Pflaster Berlin gehe ich davon aus, daß Du noch einen Hauptjob hast und Taxifahren nur ein Hobby ist. Du führst nur Personenbeförderungen durch.
    Ergo:
    Über Materialfahrten lassen sich wohl eher schlecht ein Buch schreiben und verkaufen, denn das möchtest Du doch sicherlich!

    @sash
    was uns fehlt, sind allenfalls die zusätzlichen Kunden, die unsere Standzeiten verringern. Und wodurch kriegen wir die? Durch effizienteres Arbeiten? Wohl kaum.

    Ich bezweifle , daß es Dir ernsthaft um zusätzliche Kunden geht, allenfalls um weitere Geschichten für Dein Buch zu bekommen. Ist auch in Ordnung.
    Trotzdem:
    Standzeiten kann man nur verringern, indem man bereit ist, weitere Zusatzdienstleistungen anzubieten.

    Viele Menschen habe viele Gründe, warum sie Taxi fahren. Dem einen fällt die Bude auf den Kopf, er muß raus, mit Menschen sprechen. Ein anderer hat keine Hobbies und sieht es als Profession. Wieder ein anderer möchte seine Rente in Ruhe etwas aufbessern. Frag mal Freud.
    Ichh fahr Taxi, um mir in wenigen Wochen mein Moon-Modularsystem kaufen zu können.
    Und Du sammelst Geschichten für Dein Buch, das Du verkaufen möchtest.
    Jedem Tierchen sein Plaisierchen…

  19. Sash sagt:

    @titanocen:
    Ich hab gar nix gegen weitere Dienstleistungen. Sie fallen bloß bei mir nicht an. Natürlich will ich zusätzliche Kunden. Ich hab jedenfalls noch genügend Zeit, in der ich auf Kundschaft warte. Wobei ich auch anmerken muss, dass ich bei weitem nicht alle Möglichkeiten nutze, weswegen ich da eher nicht von mir ausgehe, sondern von dem bisschen, was gelegentlich an Zahlen veröffentlicht wird und von dem, was ich von Kollegen erfahre.
    Mein Stundenumsatz ist demnach für meine gute Arbeitszeit nur mittelprächtig, bei 18,00 bis 19,50 € in den letzten Monaten, im Januar aber auch mal eher bei 15. Zeiten für Tanken und putzen miteingerechnet. Und um die 14 – 15 € soll der Durchschnitt berlinweit liegen. Meine Arbeitszeit liegt irgendwo bei 25 bis 30 Wochenstunden, manchmal auch weniger. Ich fahre in der Regel, bis ich die erwünschte Kohle eingefahren habe.

  20. Sash sagt:

    @titanocen:
    PS: Ich meinte natürlich Umsatz. Trotzdem wäre rs durchaus lukrativ, wenn man 5 solche Touren in einer Stunde machen könnte statt nur ein bis zwei. Denn das wären immer noch 20 bis 25 € die Stunde, je nach Vergütung und Trinkgeld.

  21. titanocen sagt:

    @sash
    Ich hab gar nix gegen weitere Dienstleistungen. Sie fallen bloß bei mir nicht an

    Nix für Ungut, aber bei Deinen bisherigen Äußerungen legst Du nur Wert auf Pers.Bef und nix anderes. Deine Aussage klingt also unglaubwürdig.

    @sash
    Ich hab jedenfalls noch genügend Zeit, in der ich auf Kundschaft warte.

    Scheint Dich aber nicht besonders zu stören -> Umsatz/Verdienst spielen keine Rolle

    @sash
    Und um die 14 – 15 € soll der Durchschnitt berlinweit liegen
    Mein Stundenumsatz ist demnach für meine gute Arbeitszeit nur mittelprächtig, bei 18,00 bis 19,50 €

    Das widerspricht sich ja wohl und widerspricht auch den 10E in 10 Minuten mit 50 Minuten Wartezeit bis zum nächsten Fahrgast.
    Mal eine kleine Berechnung:
    Bei 15E Umsatz pro Stunde im Durchschnitt und 12 Stunden Arbeitszeit (6 bis 6) sind dies 12x15E = 180E Umsatz pro Tag und Schicht.
    Bei 5 Arbeitstagen : 5x180E = 900E Umsatz pro Woche
    Im Monat 4x900E= 3600E
    Verdienst 40% = 1440E
    Dazu etwa 10% Trinkgelder vom Umsatz = 360E
    Summa summarum : 1800E netto (das haben viele andere Angestellte nicht)

    Warum also jammern alle?

  22. Ex-Taxlerin sagt:

    @Titan

    „Die Fahrgäste (1169)

    betrunken (227)
    desorientiert (379)
    zahlungsunfähig (457)

    , obwohl Du keine Kneipen anfährst, dann müßte ich, um diese Werte zu erreichen, etwa seit 150 Jahren Taxi fahren.“

    Könnte es Dir entgangen sein, daß obige Zahlen nicht Sashs „Werte“ sind, sondern die Anzahl seiner Blogartikel, die er unter diese Keywords einsortiert hat? Dieser Artikel hier steht beispielsweise auch drin in der Liste. Und die besoffene Lady, von der weiter oben die Rede ist, ist ja nun alles andere als eine Nichtzahlerin. Hat ganz im Gegenteil ein tolles Trinkgeld verschenkt …

  23. Ex-Taxlerin sagt:

    @Titan

    „Bei 15E Umsatz pro Stunde im Durchschnitt und 12 Stunden Arbeitszeit (6 bis 6) sind dies 12x15E = 180E Umsatz pro Tag und Schicht.
    Bei 5 Arbeitstagen : 5x180E = 900E Umsatz pro Woche“

    Das kannste vergessen. Es sind nur 48 Stunden erlaubt.

  24. titanocen sagt:

    @Ex-Taxlerin
    Könnte es Dir entgangen sein, daß obige Zahlen nicht Sashs “Werte” sind, sondern die Anzahl seiner Blogartikel, die er unter diesen Keywords einsortiert hat?

    sicher nicht, aber alle Postings im Blog handeln von Betrunkenen (sonst wären sie ja wohl nicht dort zugeordnet worden)
    Und eine Zahlerin, die gutesTrinkgeld gibt, macht trotzdem Stress als Besoffene, denn wer weiß schon vorher, ob sie zahlen kann und erst Recht, daß sie gutes Trinkgeld gibt. Das kann ganz leicht nach hinten losgehen.

    ->no estress,por favor (lautet das Motto auf den Kap Verdischen Inseln)

    @Ex-Taxlerin
    Es sind nur 48 Stunden erlaubt.

    Die Ausführungen dazu sind etwas schwammig, 12h pro Schicht dürfen sein bei Einhaltung der Pausen, ein Selbständiger darf sogar rund um die Uhr fahren.
    Und selbst, wenn es stimmt, was Du sagst. Wen interessiert es ? Wer kontrolliert es ?
    Ich habe früher teilweise 7 Tage die Woche mit mindestens 12 Stunden, eher mehr gearbeitet. Das hat keinen Chef interessiert….Und Taxikontrollen ? Absolute Mangelware. Selbst bei einer Taxikontrolle hat man versehentlich auf dem Abschreiber halt die Uhrzeit vergessen und es wird schnell (nach vorne) korrigiert.

  25. Sash sagt:

    @titanocen:
    Was ist bitte unglaubwürdig an meiner Äußerung, ich habe nichts gegen andere Dienstleistungen, sie fielen aber nicht an? Ich mag auch Autos und kaufe mir privat keines und ich finde das Fernsehen eine an sich gute Erfindung, gucke aber trotzdem selten. Kannst Du es etwa wirklich wortwörtlich nicht begreifen, dass ich anders arbeite als Du?
    Und natürlich interessiert mich mein Umsatz. Es ist halt nicht alles. Ja, es gibt Tage, an denen ich bestimmte Locations nicht anfahre, weil ich gerade keine Lust auf das Publikum habe, alles in allem isses mir aber definitiv nicht egal, wie viel ich verdiene und treffe viele Entscheidungen auch genau deswegen. Andere halt nicht.

    Und bitte: laber nicht immer einen Quatsch an mich ran, was sich widerspricht, wenn Du die Sätze nicht lesen willst!
    Natürlich ist mein Umsatz höher als der Durchschnitt. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich überwiegend am Wochenende arbeite, wäre da eventuell mehr drin. Und es widerspricht ebenso nicht der Aussage, dass ich in 10 Minuten 10 € mache. Wo die 50 Minuten Wartezeit bei Dir jetzt herkommen, weiß ich nicht, aber selbst wenn ich sie irgendwo in meinen seitenlangen Erklärungen oben erwähnt habe: was soll der Mist? Ja, manchmal warte ich 50 Minuten. Mal auch nur 3 oder 12 oder 21 oder 32. Ich hab Dir meinen Durchschnittsumsatz genannt, was reitest Du jetzt auf blöden Zahlen rum, die – wie Du ganz genau weißt – sowieso immer unterschiedlich sind?

    Und warum Die Leute bei dem von Dir errechneten Umsatz jammern?
    Da bist Du noch nicht selbst drauf gekommen? Ehrlich?
    Kleiner Tipp: es könnte damit zusammenhängen, dass Leute gerne weniger als 12 Stunden täglich für einen immer noch unterdurchschnittlichen Lohn arbeiten wollen und das in diesem Land auch seit einigen Jahrzehnten in fast allen Branchen absolut üblich ist.

    In einem stimme ich mit Dir sogar überein: ICH persönlich kann damit leben und ich arbeite ggf. mal ein paar Stunden mehr, um meinen Verdienst aufzubessern.
    Aber verdammt, mal im Ernst: wie kann man nur so arrogant sein, und sich dann hinstellen und sagen, dass das doch alles kein Problem ist, nur weil man’s selber schafft? Was ist mit den älteren Kollegen, für die 12 Stunden zu viel sind? Was ist mit den Kollegen mit mehreren Kindern und/oder arbeitslosen Partnern? Die müssen dann halt auch am Wochenende arbeiten, um die Familie zu ernähren, die sie dann nicht mehr sehen? Na klar, warum auch nicht? Ist ja alles prima, schließlich kriegen wir zwei das ja auch locker hin!

  26. titanocen sagt:

    Deine Agressivität spricht genau dafür, daß ich die wunden Punkten getroffen habe.
    Ich lege Dir einfach nur Zahlen und Fakten vor, die lügen nicht. Ich bin selbst bis vor 3 Wochen 3 Jahre lang H4-Empfänger gewesen und bei meiner bescheidenen Lebensweise (Nichtraucher, keine harten Alkoholika, Vegetarier) war das kein Problem. Meine Excel Haushaltsanalyse war da sehr hilfreich und wenn ich nicht 16 Katzen und einen Hund durchfüttern müßte, hätte ich sogar noch 130E sparen können.
    Das Problem ist, daß viele Menschen weder kalkulieren noch mit Geld umgehen können. Anwesende selbstverständlich ausgeschlossen.
    Viele meiner bekannten Kollegen sehe ich häufig im Rondell TXL , eine Wurst nach der anderen essen und Skat auf der Motorhaube spielen.
    Sei es drum.
    Wenn ich, so wie heute Nachmittag wieder, mit der Bahn 4 h lang nach Berlin reise, dann verbringe ich die Zeit dort so effektiv wie möglich.
    Die Zeit ist das Kostbarste, was der Mensch hat. Es gibt sie nicht zurück.

  27. Ex-Taxlerin sagt:

    @titanocen

    „Und eine Zahlerin, die gutesTrinkgeld gibt, macht trotzdem Stress als Besoffene, denn wer weiß schon vorher, ob sie zahlen kann und erst Recht, daß sie gutes Trinkgeld gibt. Das kann ganz leicht nach hinten losgehen.“

    Völlig klar! Ich kann mich auch noch gut an eine solche blutjunge Tussi erinnern, die schon am späten Vormittag (mitten unter der Woche!) sternhagelvoll war, kostenlos befördert werden wollte/mußte, weil sie halt keine Kohle hatte. Ich hab da gar nicht lang rumgefackelt oder rumdiskutiert, sondern sie an ihrem Fahrziel, als sich herausstellte, daß sie nicht zahlen konnte oder wollte, sofort rausgeschmissen. Wegen sieben oder acht Euro (von denen ich ja sowieso nur die Hälfte bekam) verschwende ich keine Sekunde meiner kostbaren Lebenszeit! Das wurde abgebucht unter „Pech gehabt!“ und weiter ging’s.

    Daß solche Fahrgäste auch hin und wieder mal auftauchen können, weiß man allerdings, BEVOR man den Taxischein macht. Wer mit so etwas nicht klarkommt, der soll dann bitteschön nicht Taxi fahren (denn dabei geht’s per definitionem um PERSONENbeförderung), sondern eben Kurierdienst o. ä. machen – wenn’s einen denn schon danach gelüstet, autofahrenderweise irgendwas zu befördern.

    Wer Menschen nicht mag und/oder nicht gern mit Menschen kommuniziert, für den ist das Taxi sicher der falscheste Arbeitsplatz überhaupt! Soweit sollte man sich schon Klarheit über sich selbst verschafft haben, daß man erkennen kann, ob man wenigstens über die grundlegendsten Persönlichkeitsmerkmale für diesen Beruf verfügt. Falls nicht, gibt es Hunderte anderer Berufe, die man ausüben kann.

    „Die Ausführungen dazu sind etwas schwammig, 12h pro Schicht dürfen sein bei Einhaltung der Pausen, ein Selbständiger darf sogar rund um die Uhr fahren.
    Und selbst, wenn es stimmt, was Du sagst. Wen interessiert es ? Wer kontrolliert es ?“

    Theoretisch kann eine Schicht sogar 13 Stunden dauern, weil man eben zwischen der einen und der nächsten Schicht mindestens 11 Stunden Pause machen muß. Daß dies nicht für Selbständige gilt, weiß ich auch. Hier handelt es sich um das Arbeitszeitgesetz für Angestellte, das eben eine maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden erlaubt.

    Daß das (bisher!) von niemandem kontrolliert wird, ist mir durchaus bewußt. Wird allerdings nicht so bleiben, wenn Mindestlohn & Fiskaltaxameter kommen.

  28. titanocen sagt:

    Bei 8E kräht kein Hahn nach, aber ab einer bestimmten Summe ist man schon verärgert.
    Mit Vorkasse wäre das nicht passiert.

    @ex-Taxlerin
    grundlegendsten Persönlichkeitsmerkmale für diesen Beruf

    das ist eben der kleine Unterschied. Taxifahren ist nur ein Job – für mich und für viele andere auch. Ich kenne einige, die fahren für 2 Monate im Sommer Taxi in Berlin, leben mehr oder minder in ihr und sind für die restlichen10 Monate in Spanien oder Portugal.
    Beruf: feste Arbeitszeiten (da kann man nicht mal kurz sagen, diese Woche arbeite ich nicht), feste Urlaubszeiten, die Urlaubstage müssen rechtzeitig eingereicht werden usw.
    Taxi: ich fahre in Urlaub, WANN ich will, WIE OFT ich will und WIE LANGE ich will. Und wenn in GER gerade minus 20 Grad sind, bleibe ich halt auf den Kanaren 2 Wochen länger und sonne mich am Playa Jardin bei plus 30 Grad.
    Wenn ich sehe, wie Tankstellenwart Sven für das bißchen Geld, was er bekommt, arbeiten muß, dann geht es dem Taxifahrer saugut.
    Mindestlohn 8.50E:
    eine kleine Rechnung:
    6 Tage a 8 Stunden = 48 Stunden

    = 1632E Bruttolohn
    abz. 30%
    = 1140E netto

    Trinkgelder:
    angenommener Umsatz pro Schicht : 80E
    = 6 x 80E =480 Umsatz pro Woche
    = 4 x 480E Umsatz im Monat = 1920E
    davon 20% TG = 400E

    summa summarum:
    1140+400 = 1540E Gesamtlohn
    exklusive Sondereinnahmen(Starthilfe,Einkaufsfahrtenusw.)
    da gibt es wohl schlechteres
    und das Fiskaltaxameter ist dann auch egal…

  29. Ex-Taxlerin sagt:

    @titanocen

    „Taxi: ich fahre in Urlaub, WANN ich will, WIE OFT ich will und WIE LANGE ich will.“

    Sicher. Kann man machen. Sofern man sich’s leisten kann.

    „davon 20% TG = 400E“

    Über Berliner Verhältnisse kann ich nicht mitreden, da ich nie in Berlin Taxi gefahren bin. Vielleicht ist Berlin ja tatsächlich das Taxifahrer-Paradies Deutschlands (Deine Beiträge lassen keinen anderen Schluß zu) – ich wünsche das allen Berliner Taxifahrern von Herzen!

    Vielleicht sind Münchner Taxikunden tatsächlich ärmer oder knausriger als Berliner Kunden, vielleicht sogar beides zusammen. Vielleicht möchten sie ja auch gerne mehr zahlen, können aber nicht, weil hier alles sehr viel teurer ist als in Berlin, vor allem, was Wohnungen, Hotelpreise oder Gastronomie anbelangt.

    Meine eigene Erfahrung aus 15 Jahren Taxikarriere geht wohl eher in Richtung der fünf Prozent als Durchschnittswert, manchmal auch zehn. Daß ein Fahrgast für 20 Euro fährt und dann gleich 24 bezahlt, ist hier in dieser Gegend äußert selten. Wenn er großzügig ist, zahlt er 22. Damit wären wir dann wieder bei zehn Prozent. Und wenn die Fahrt 9,80 kostet, zahlen 98 % aller Fahrgäste 10 Euro und keinen Cent mehr.

  30. titanocen sagt:

    Mai:9,86%
    Juni:10,31%

    Meine Statistiken von vor drei Jahren lagen ebenfalls in diesem Bereich.
    wenn ich von den Katzen erzähle, die ich schwerverletzt oder halbtot vorgefunden und habe behandeln lassen (sogar während eines Urlaubes in der Türkei) , dann gibt es schon mal einen 10er extra. Der zählt aber zu den Sondereinnahmen.

    Die Annahme von 20ct lehne ich ab, er scheint sie dringender zu brauchen als ich. Einem Kellner im Restaurant gibt man auch keine 20ct Trinkgeld.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: