Netto

Also zuerst mal muss ich was über die Umfrage gestern sagen:

Faszinierend, dass sich über 60% dazu entschieden haben, Deko zu sein. 😀
Ich sollte wohl beim Formulieren etwas weniger witzig sein …

Große Stories hab ich nicht mehr rumliegen, außerdem tut mir das Tippen gerade etwas weh, weil ich mir – hier dürfen alle Beteiligten lachen – den Fingernagel am rechten Zeigefinger eingerissen hab. Die Rahmenbedingungen könnten also besser sein für einen langen Blogeintrag. Aber was kurzes zwischendurch:

Das mit der Wegfindung ist in manchen Ecken ja etwas schwieriger. Vor allem, wenn man zwar sein Navi nutzen kann, aber nicht einmal eine Hausnummer vom Fahrgast kriegt. Der, den ich vor ein paar Tagen im Auto hatte, hat sich der Informationspreisgabe durch sofortiges Einschlafen entzogen. Die Ecke in Pankow kannte ich nur so mittel, einen Kilometer vor dem Ziel wollte ich mich dann nicht mehr auf den elektronischen Helfer verlassen und hab das schnarchende Etwas geweckt:

„Hier gleich links?“

„Nee, erst beim Netto.“

Mist, find mal einen Netto nachts. War aber auch egal. Er schlief wieder ein und mein Navi korrigierte die Route auf drei Kilometer Rest. Hmm, sollte ich umdrehen? War mir dann aber egal – wahrscheinlich war das der Weg am Netto vorbei, was soll’s!

Bis ich bei ihm in der Straße stand, kam kein Netto mehr. Also vermutete ich den Netto direkt an seinem Haus IN der Straße. Hmm, auch nicht. Hab ihn dann nochmal wachgerüttelt und nach der Nummer gefragt. Er hat gesehen, dass wir schon vorbei waren – mit Wenden lag der Umweg am Ende wirklich locker bei drei Kilometern. Hab ich in dem Fall nicht an die große Glocke gehängt. Zeitlos schön dann der Abschlussdialog:

„Dann wären wir bei 20,40 €.“

„Nur? Mach mal 25.“

„Oh, danke. Eine Frage hätte ich aber noch: Wo ist bitte hier ein Netto?“

„Netto? Hier? Meine Freundin wohnt bei ’nem Netto, aber das ist in Weissensee. Wieso?“

Ach, unwichtig … 🙂

13 Kommentare bis “Netto”

  1. elder taxidriver sagt:

    Erst denkt man natürlich ‚Zeigefinder‘ wäre ne Wortspielerei, weil aber kurz danach ‚Wegfindung‘ kommt, merkt man, dass es eine gedankliche Vorwegnahme war. Aber als Neu-Wort-Schöpfung hat ZEIGEFINDER durchaus Charme finde ich..

  2. Sash sagt:

    @elder taxidriver:
    Danke! 😀
    Ist jetzt korrigiert.

  3. leserin sagt:

    discounter-ortskenntnis: 1 stern!

  4. ednong sagt:

    „Netto? Wieso?“ – geil. Der muß ja echt verpeilt gewesen sein …

  5. Wahlberliner sagt:

    @elderly taxidriver: Wenn der Sash aber doch schon von/mit einem verletzten Finger schreibt, dann ist das Finden der Tasten eben mit einem erhöhten Schwierigkeitsgrad verbunden (ich kenne das mit den eingerissenen Fingernägeln, bin deshalb zwecks Vermeidung von Schmerzen schon Tagelang mit Klebeband statt Pflaster am Finger rumgelaufen, Gaffer Tape eignet sich dazu einigermaßen, muss aber auch alle paar Stunden gewechselt werden).
    Dass dabei auch noch eine im Taxiumfeld hilfreiche neue Wortkreation bei herauskommt, sollte man dem glücklichen Zufall zusprechen, anstatt sich darüber zu beschweren! Außerdem gibt es somit endlich ein neues, vollkommen deutsches Wort für das ungelenke „Navigationssystem“ (bzw. das allzu sehr nach Denglisch klingende „Navi“ – was, nach dem „Handy“ und dem „Beamer“, mit dem ich mich neulich mal bei amerikanischen Kollegen in die Nesseln gesetzt habe, auch so eine weitere sprachliche Unsitte ist…)

    😉

  6. elder taxidriver sagt:

    Ooch, lieber Wahlberliner, jetzt muss ich mal den ‚Zeigefinder‘ heben:
    Ne Beschwerde war das gerade nicht. Eher das genaue Gegenteil. Buchstäblich und sinngemäß ( und überhaupt).

  7. Wahlberliner sagt:

    @elderly taxidriver: Bitte Ironiedetektor justieren! Danke!

  8. elder taxidriver sagt:

    Justament geschehen..

  9. ednong sagt:

    Und ich frage mich immer wieder, lieber Sash, wie man dabei noch ernst bleiben kann im Taxi. Also zumindest so lange, wie der Kunde noch drin sitzt. Ich würd einfach vor Lachen zusammenbrechen …

  10. elder taxidriver sagt:

    Ich habe mal zwei Mädchen, 16, 17-einhalb oder so, gefahren. Die haben die ganze Fahrt gekichert. Ohne Unterbrechung.
    Und es ging immerhin von einem Bezirk in den anderen. Da habe ich gestaunt.

  11. Sash sagt:

    @leserin:
    Ja, leider. 🙁

    @ednong:
    O ja, allerdings in erster Linie müde …
    Und das ernst bleiben gewöhnt man sich an. Ich beispielsweise könnte das wahrscheinlich bei Bundestagsdebatten nicht, aber wenn man mal regiert, scheint das halbwegs zu funktionieren … 😉

    @Wahlberliner und elder taxidriver:
    Nur mal keine Panik hier! Es will doch niemand hier irgendwem was Böses. 0.o
    Ich fand meine Wortneuschöpfung auch lustig, korrigiert passt es halt nochmal ein wenig besser. 😀

  12. @Wahlberliner – Kauf Dir bei solchen Problemen mal ein Fingerkuppenpflaster – oder bastel Dir selber eines aus „normalen“ Wundpflaster. Hier http://www.youtube.com/watch?v=-oeDMhUS0H4 wirds erklärt. Dann hält das auch von morgens bis abends… 😉

  13. Wahlberliner sagt:

    @Sash: Alles cool, ich hab versucht, etwas witzig zu sein, und nach meinem Hinweis scheint’s der etd auch verstanden zu haben. War nie was böses dabei, und ja, es wäre noch zu diskutieren, ob das gesamte Navigationsgerät, oder nur der Pfeil auf dessen Bildschirm, der Dir die Richtung weist, nun „Zeigefinder“ genannt werden darf 🙂

    @Apotheker-Typ: Danke für den Tipp! Ich hab normalerweise keine Heftpflaster im Haus, brauchte die bisher nur äußerst selten – zumindest ganz sicher keinen so langen Streifen, wie in dem Video gezeigt…(und wenn ich extra, für den Fall der Fälle, welches kaufen würde, würde es bis ich es mal brauche nicht mehr kleben). Natürlich ist die Klebefläche von verschiedenen Klebebändern nur begrenzt geeignet, um z.B. trotz Hautschweiß weiterhin zu kleben, aber die Anleitung aus dem Video, ein Fingerkuppenpflaster (oder in meinem Fall, bei Verletzungen an den Fingernägeln, wo nicht direkt eine „offene“ Wunde vorhanden ist, mit der das Klebzeugs in Kontakt käme, Fingerkuppenklebeband) zu schneiden und zu kleben, ist auf jeden Fall hilfreich, die werde ich mir merken für künftige eingerissene Fingernägel. Passiert aber auch idR nur max 1x im Jahr, eher seltener…Kommt halt davon, wenn man diese nützlichen angeborenen Werkzeuge nicht ständig stutzt, sondern sie sich lieber im alltäglichen Gebrauch abnutzen lässt. Wenn ich mir die Dinger stutze, komme ich mir immer wie ne Katze mit amputierten Krallen vor 😉

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